Frankfurt: Ehem. Dschihadisten-Geisel erhält den Stephanuspreis am 15. September

Islamisten haben am Karfreitag einen indischen Priester im Bürgerkriegsland Jemen gekreuzigt“, berichteten irrtümlich viele Medien weltweit Ende März 2016.

Glücklicherweise hat der entführte Pater des Salesianerordens, Tom Uzhunnalil, 18 Monate Geiselhaft überlebt und wurde am 12. September 2017 freigelassen. Ziemlich genau zwei Jahre nach seiner überraschenden Freilassung kommt der 59-jährige Priester am 13. September nach Deutschland.

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen in Frankfurt ehrt ihn mit ihrem diesjährigen Stephanuspreis.

Die dschihadistischen Täter ermordeten bei dem Überfall auf ein Altenpflegeheim am 4. März 2016 in der südjemenitischen Stadt Aden 16 Menschen, darunter vier Schwestern des Mutter-Teresa-Ordens.

Pater Tom Uzhunnalil verschleppten sie an einen unbekannten Ort. Erst im Juli und nochmals im Dezember 2016 tauchten Videos mit seinen flehentlichen Appellen auf, sich für ihn einzusetzen. Weltweit schrieben Menschen Appelle und beteten für seine Rettung.

Er wird über die Bedeutung des Einsatzes für die Verfolgten sprechen.

Der Pater nimmt die Auszeichnung für verfolgte Christen am Sonntag, 15. September ab 16 Uhr in einem Festakt im Rittersaal des Deutschordenshauses in Frankfurt (Brückenstrasse 3, Zufahrt zwischen Elisabethstrasse 14 und 16) persönlich entgegen.

Um 15 Uhr wird Pater Tom in der Deutschordenskirche im Rahmen einer Andacht ein Glaubenszeugnis über seine Erfahrungen und die Kraft des fürbittenden Gebets geben.

 


Regensburger Bischof würdigt den heiligen Wolfgang und ruft zum Glaubenszeugnis auf

Predigt am Reformationstag erinnerte an Luthers Gottessuche

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hielt am Dienstagabend eine Predigt im Pontifikalamt am Hochfest des Hauptbistumspatrons, des hl. Wolfgang von Regensburg (ca. 924-994), das in diesem Jahr auf den 500. Jahrestag des Beginns der Reformation fiel.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Basilika St. Emmeram in Regensburg erinnerte der Oberhirte die anwesenden Gläubigen, Priester und Ordensleute daran, dass das eigene Glaubensleben immer wieder der Überprüfung  und der Erneuerung bedürfe.

Bischof Rudolf rief mit Blick auf den hl. Wolfgang von Regensburg, der sich im 10. Jahrhundert als großer Erneuerer des geistlichen und kirchlichen Lebens im Bistum Regensburg erwiesen habe sowie auf Martin Luther (1483-1546) und dessen Suche nach einem gnädigen Gott dazu auf, die Frage nach Gott radikal in den Mittelpunkt des eigenen Lebens zu stellen.

Der Regensburger Bischof erinnerte an die lobenden Worte Papst Benedikts XVI. über Martin Luther, die dieser bei seinem Deutschlandbesuch 2011 im Augustinerkloster Erfurt gefunden hatte. Darin bezeichnete der Pontifex aus Deutschland Martin Luther als leidenschaftlichen Gottessucher, dessen Sehnsucht nach Gottes Nähe von existenzieller Bedeutung für diesen gewesen sei:  

„Was Luther umtrieb, war die Frage nach Gott, die die tiefe Leidenschaft und Triebfeder seines Lebens und seines ganzen Weges gewesen ist… Theologie war für Luther keine akademische Angelegenheit, sondern das Ringen um sich selbst, und dies wiederum war ein Ringen um Gott und mit Gott.“

Mit Blick auf die immer stärker voranschreitende Verweltlichung in Politik und Gesellschaft und die immer geringer werdende Bedeutung Gottes für das Leben vieler Menschen sagte der Regensburger Oberhirte, dabei wiederum den emeritierten Papst zitierend:

„Unser erster ökumenischer Dienst in dieser Zeit muss es sein, gemeinsam die Gegenwart des lebendigen Gottes zu bezeugen und damit der Welt die Antwort zu geben, die sie braucht.“

Link zum Anhören der ganzen Bischofspredigt: https://soundcloud.com/bistum-regensburg/predigt-von-bischof-rudolf-voderholzer-am-fest-des-hl-wolfgang-von-regensburg-2017


PREDIGT von Bischof Algermissen zur Eröffnung des Glaubenskongresses in Fulda

Wir dokumentieren hier den vollen Wortlaut der Predigt von Bischof Heinz Josef Algermissen, dem Oberhirten von Fulda, beim Pontifikalamt am 7. Juli 2017 im Dom zur Eröffnung des Kongresses „Freude am Glauben“. Wir danken dem Bistum Fulda für die freundliche Abdruckserlaubnis:

In seinem Schreiben an die deutschen Bischöfe, am 20. November 2015 im Rahmen des Ad-limina-Besuchs ihnen übergeben, stellt der Hl. Vater „eine Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland“ fest und mahnt zu einer pastoralen Neuausrichtung der Kirche.

Foto: Leupolt, Bistum Fulda

Angesichts der festgestellten Erosion, die sich im leisen Auszug von mittlerweile zwei Generationen aus der Kirche darstellt, wollen manche kirchlichen Gruppierungen und Verbände aus der Not eine Tugend machen. Sie behaupten, die Entkirchlichung sei ein Preis der Freiheit.

Die Menschen hätten sich autoritärer Lenkung im Religiösen entzogen, hätten sich aus dem Zwangssystem einer gesellschaftlich verordneten Christlichkeit befreit. Moderner Glaube verdanke sich eben freier Wahl, er sei ein Glaube der Entscheidung: souverän und notwendig plural.

Ich halte diese Interpretation für eine Beschwichtigung, gar einen gefährlichen Irrtum.

Ganz anders und im Gegenteil: Es ist zu befürchten, dass die nächste Generation von Christen eine der Synkretisten sein wird ─ nach dem Motto lebend: „Ich mache mir meine Religion selbst, stelle mir zusammen, was ich glauben möchte und was nicht.“

Liebe zum Kongress versammelte Schwestern und Brüder im Glauben!

Ich sehe ihn nicht, diesen Typ des freien, entschiedenen und profilierten katholischen Christen, der selbstbewusst und in Kenntnis zum katholischen Glauben steht. Als Bischof sehne ich mich nach ihm, entdecke ihn bei Visitationen und in Diskussionsveranstaltungen nur sehr selten in unseren Gemeinden und im Alltag fast gar nicht.

Stattdessen nehme ich häufiger Christinnen und Christen wahr, die alles daransetzen zu relativieren, was sie von anderen unterscheiden könnte. Unbestimmtheit und Indifferenz greifen um sich und die erbärmliche Entschuldigung, dass man katholisch ist. Die verschämten Bekenntnisse, die auf Nachbohren kommen, sind geprägt von Teilidentifikation und Unwissen: Der Papst ist schon in Ordnung, auch zu Jesus mag man noch irgendwie stehen. Aber muss man deshalb an einen persönlichen Gott glauben? Engel? Schon eher, weil daran auch Prominente glauben. Ewiges Leben? Keine Ahnung!

Das Resultat nach Umfragen zum Glaubenswissen in unseren Gemeinden ist deprimierend. Sie offenbaren eine Realität, die wir gerne verdrängen: Die Kirche stirbt schleichend in den Seelen ihrer Mitglieder, wenn nicht entschlossen gegengesteuert wird.

BILD: Bischof Algermissen als aufmerksamer Zuhörer im Gespräch mit Teilnehmern des Kongresses

Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Befund präzisiert werden muss. Gott sei Dank gibt es die „kleine Herde“ bekenntnisstarker und beispielhafter Christinnen und Christen.

Es gibt lebendige Gemeinden mit Glaubensfreude im Bistum Fulda und in anderen Bistümern. Es gibt auch Glaubenszellen, kleine geistliche Gemeinschaften, Bibelkreise und soziale Projektgruppen im Sinne der Nachfolge Jesu. Es gibt die spirituellen Zentren der Orden, in denen die Glut des Glaubens gehütet wird.

Und ich nehme auch junge, entschiedene Christen wahr, die sich bei eucharistischer Anbetung und im Bußsakrament Kraft holen, und auf die das Wort des hl. Augustinus zutrifft: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“

In der breiten Fläche indes sieht es ganz anders aus. Monokausale Erklärungen dafür bringen uns nicht weiter. Zugegeben, der Zerfall vieler Familien und gewachsener Strukturen, die Mobilität der Menschen, die sogenannten sozialen Netzwerke mit ihren Enthemmungen spielen eine große Rolle.

Nach nunmehr fast 21 Jahren als Bischof ist mir besonders in letzter Zeit durch persönliche Erfahrungen in meinem Amt immer deutlicher klargeworden, dass der Zerfall christlicher Identität und der Glaubensabbruch in der Kirche Folgen einer Selbstsäkularisierung und Indifferenz sind, die zum Profilverlust führten.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Der Glaube der Kirche hat verbindliche Inhalte. Er ist nicht denkbar als bloße Haltung, als ergebnisoffene unbestimmte Gläubigkeit. Wir haben zwei wesentliche Quellen, nämlich die Schrift und die Tradition, aus denen durch die Führung des Hl. Geistes der Kirche als Leib Christi im Laufe der Glaubensgeschichte Wahrheiten zugewachsen sind.

Die großen mittelalterlichen Kirchenlehrer Albert der Große, Thomas von Aquin, Duns Scotus und Bonaventura haben allesamt gelehrt, dass zu einer verantwortbaren Glaubensentscheidung Vernunftgründe gehören. Das ist eine fundamentale Einsicht angesichts der fatalen Meinung, um zu glauben, müsse man vorher den Verstand ausschalten, Glaube sei eine Art vorwissenschaftliche Einstellung.

Die erste Enzyklika von Papst Franziskus „Lumen Fidei“ („Über den Glauben“) vom 29. Juni 2013 nimmt die Lehre der großen Theologen auf und führt sie durch die Aussage weiter: „Da der Glaube ein Licht ist, lädt er uns ein, in ihn einzudringen, den Horizont, den er erleuchtet, immer mehr zu erforschen“ (Nr. 36).

Und später heißt es: „Da der Glaube eine Einheit ist, muss er in seiner ganzen Reinheit und Unversehrtheit bekannt werden. Gerade weil alle Glaubensartikel in Einheit verbunden sind, kommt die Leugnung eines von ihnen… der Beschädigung aller gleich“ (Nr. 48).

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Wenn wir feststellen, dass der Grundwasserspiegel des Glaubenswissens erschreckend gesunken ist, und so viele auf Fragen hinsichtlich von Glauben und Kirche keine Antwort mehr zu geben imstande sind, dann gehört dieses an die Substanz gehende Defizit endlich auf die Tagesordnung der deutschen Bistümer und der Bischofskonferenz.

Wenn die Herde kleiner wird (vgl. Lk 12,32), so ist das nach Jesu Zusage kein Grund zur Furcht, denn ihre Stärke liegt nicht in weltlicher Repräsentation, sondern in der Erwählung zur „Herde Gottes“ (Ps 80,2; Jes 40,11). Das „Kleinerwerden“ darf allerdings nicht in verschämtes Schweigen und Indifferenz ausmünden, muss sich vielmehr verbinden mit einer erkennbaren Profilierung durch einen Glauben, der durchdacht ist und auskunftsfähig und im Gebet vertieft wurde.

Diese Gesellschaft braucht wirklich Menschen, die Auskunft darüber geben können, was sie glauben und warum. Und die jedem Rede und Antwort stehen, der nach der Hoffnung fragt, die sie erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15). Kurzum: Menschen, die von der Wahrheit des Glaubens überzeugt und von ihrer Mission beseelt sind.

Liebe Schwestern und Brüder im Forum deutscher Katholiken! Auf dem Hintergrund dieser dringenden Notwendigkeit und angesichts der Defizite in den Gemeinden unserer Bistümer bin ich dankbar für die Sammlungsbewegung des „Forums deutscher Katholiken“, in der sich glaubenstreue Frauen und Männer aus verschiedenen Generationen zusammengeschlossen haben, denen der Glaube an Jesus Christus und die Verbindung zu seiner Kirche Quelle der Hoffnung und Freude ist.

Bitte gehen Sie Ihren Weg als Zeuginnen und Zeugen der Botschaft Jesu Christi weiter – wissend, dass es der beste ist und der einzige, dem Zukunft verheißen wurde. Leben Sie weiter den Mut zur Identität und zum Profil, damit der christliche Glaube in dieser Gesellschaft nicht noch konturenloser wird. Dem Kongress wünsche ich Gottes Segen. Amen.

 


Evangelikaler ABC-Kreis in Bayern: Auch den Juden die Botschaft Christi bezeugen

Im Vorfeld der Tagung der EKD-Synode Anfang November wendet sich der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) gegen die Forderung nach einer strikten Absage an die sog. „Judenmission“. Der Begriff selbst sei aus verschiedenen Gründen problematisch und sollte im Kontext abendländischer Geschichte nicht weiter verwendet werden, sagte der ABC-Vorsitzende Till Roth bei einer Tagung des ABC in Nürnberg. 013_10a

Es gehöre jedoch unaufgebbar zum Wesen der Kirche, allen Menschen, und damit auch Juden, das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen. Dies sei auch Bestandteil eines aufrichtigen Dialogs der Religionen.

Zugleich unterstützt der ABC Initiativen, in denen die Evangelische Kirche deutlich ihre Stimme gegen latent vorhandene und neu aufkeimende antisemitische Haltungen und Vorurteile erhoben hat und immer wieder erhebt.

Ein entsprechendes Votum, das von den Mitgliedern des ABC-Rates einstimmig unterstützt wurde, wird der Leitung der EKD zur Verfügung gestellt sowie als Eingabe in die bayerische Landessynode eingebracht.

FOTO: Christus an einem (unsichtbaren) Kreuz mit einem jüdischen Gebetsschal in der St-Bernhard-Kirche von Münster

Hintergrund ist insbesondere die Forderung des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, der von der Evangelischen Kirche im Vorfeld des 500-jährigen Reformationsjubiläums eine klare Absage an die „Judenmission“ gefordert hatte – und zwar „nicht nur wegen der deutschen Geschichte, sondern vor allem wegen der jüdischen Wurzeln des Christentums“.

Diese Forderung sei jedoch theologisch differenziert so sehen, erklärt der ABC-Vorsitzende Roth: Die Überzeugung von der bleibenden Erwählung Israels durch Gott dürfe jedenfalls nicht gegen den Glauben an das rettende Handeln Gottes in Jesus Christus ausgespielt werden. Die Kirche könne angesichts des klaren biblischen Zeugnisses die Heilsbedeutung von Jesus als Messias Israels nicht leugnen.

Ein solch differenziertes Votum erwartet der ABC auch von der EKD bzw. der bayerischen Landessynode. In diesem Zusammenhang unterstützt der ABC ebenfalls eine Eingabe der „Lebendigen Gemeinde München“ an die bayerische Landessynode, die vor allem die biblische Begründung dieser Sichtweise darlegt.

Im ABC Bayern haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, so die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände, die Geistliche Gemeindeerneuerung und der CVJM. Erster Vorsitzender ist Dekan Till Roth aus dem unterfränkischen Lohr am Main.

Der ABC im Internet: http://www.abc-bayern.de
Kontakt: info@abc-bayern.de


Der Katholikentag ist Glaubenszeugnis und Kontaktbörse zugleich

Von Felizitas Küble

Meinen ersten Katholikentag erlebte ich als 17-jährige Schülerin gemeinsam mit meiner jüngeren Schwester Anne 1978 in Freiburg. Mir klingt heute noch das begeisternde Lied “Sag Ja zu Jesus” in den Ohren, das Inge Brück dort so schwungvoll gesungen hatte.

Auch der Katholikentag zwei Jahre später in Berlin – im damals noch geteilten Deutschland – war für mich ein eindrucksvolles Erlebnis. Ich habe dort zum Beispiel ein gleichaltriges Mädchen kennen gelernt, mit dem ich heute noch befreundet bin.Plakat

Ende Mai beginnt der 99. Deutsche Katholikentag in Regensburg, danach steht bereits das Hunderter-Jubiläum an.

Den ersten Katholikentag gab es hierzulande im Herbst 1848, wobei er auch als Protestversammlung gegen die Unterdrückung von Katholiken im preußischen Staat fungierte, also schon damals eine gesellschaftskritische Note aufwies.

Diese wenigen Daten zeigen, dass dieses „Volksfest des Glaubens“ schon lange währt –  wobei nicht alles gut ist, nur weil es viele Jahre oder gar Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Auch unter Katholiken gehen die Meinungen über den Sinn der Katholikentage auseinander – und das ist völlig o.k. so.

Die Bewertung hängt auch von den Erwartungen ab, die man mit dem Katholikentag verbindet. Wer mit Folklore nichts anfangen kann, wird sich vielleicht am Volksfestcharakter stören.

Anderen ist es zu viel Trubel, sie wünschen mehr Besinnliches. Aber der Katholikentag kann nicht allen Vorstellungen gleichzeitig gerecht werden. Zudem kann man selber kreativ sein. Wer zum Beispiel mehr Stille sucht, kann sie dort auch in Kirchen und Kapellen finden.b1050954 - Kopie

Das diesjährige Leitwort „Mit Christus Brücken bauen“ deutet schon die besondere Bedeutung dieses Glaubensfestivals an.

Tatsächlich ist der Katholikentag eine ideale Kontaktbörse zum lockeren oder auch tiefergehenden Kennenlernen von Mensch zu Mensch, von Christ zu Christ. So entsteht Gemeinschaft  – und oft auch Freundschaft, nicht selten über Landesgrenzen hinweg.

FOTO: Felizitas Küble und Cordula Mohr (Mitte) im Gespräch mit Bischof Algermissen (Fulda) am Infostand des Christoferuswerks während des Katholikentags in Regensburg

Da ich selber an einem Infostand auf der Katholikentagsmeile zugange bin, kann ich vermutlich viele Stimmungen einfangen und erfahre durch Gespräche, was die Menschen dort bewegt, was ihnen inhaltlich oder persönlich auf den Nägeln brennt.

Der Katholikentag baut zudem Brücken vom Kirchenvolk zur Kirchenleitung und umgekehrt, so, dass Bischöfe, Priester und „Laien“ sich näher kennenlernen und gegenseitig (unter)stützen können. Auch die Hirten und Oberhirten können sich von der Lebendigkeit und Glaubensfreude des Kirchenvolkes inspirieren und ermutigen lassen.

Der Katholikentag ist auch deshalb eine sinnvolle „Einrichtung“, weil er die Präsenz von Religion und Kirche im öffentlichen Raum verdeutlicht.

Ich finde es wichtig, dass christliche Themen auch in Medien, Politik und auf der “Straße” diskutiert werden. Als Christen sind wir nicht im Ghetto und wollen uns auch nicht selber abkapseln, nicht in eine “fromme Fluchtburg” nur unter Gleichgesinnten begeben.

Der Glaube ist zweifellos etwas Persönliches  –  und zugleich mehr als nur „Privatsache“. Religiöses Leben wirkt hinein in Staat und Gesellschaft, denn das Christentum und sein biblisches Menschenbild gehört zu den Fundamenten der Kultur in Deutschland und Europa.

Erstveröffentlichung dieses Artikels als Debattenbeitrag am 28. Mai auf dem Weblog „Woran glauben“ des Bayerischen Rundfunks: http://blog.br.de/woran-glauben/2014/05/28/riesenhappening-katholikentag-was-haltet-ihr-davon/