Zum neuen „Thesenanschlag“ von Maria 2.0

Von Ursula Zöller

Da steht Luther also wieder an den Kirchentüren und schlägt Thesen an. Luther ante portas! Wir sind wieder zurück im Mittelalter.

Allerdings ist Luther heute weiblich – nicht ungewöhnlich im Zeitalter der Genderideologie – und seine Thesen sind weniger geworden. Aber es geht noch immer gegen Rom und den Kern des christlichen Glaubens.

BILD: Ursula Zöller (links) und Susanne Wenzel gründeten die „Neue kath. Frauenbewegung“

Nach vielen Jahren der Bemühungen um Einheit setzen Frauen der Gruppe Maria 2.0 am Sonntag vor der Frühjahrsversammlung der Bischöfe ein umgekehrtes Zeichen. Denn mit dem Anschlag der Thesen Luthers begann eine schreckliche Zeit der Spaltung, die kirchlich und staatlich zu einer Katastrophe von ungeheurem Ausmaß führte.

Vielleicht wissen diese Frauen tatsächlich nicht, was sie tun. Und wer sich unter dem Namen Maria 2.0 versammelt – als ob die Gottesmutter ein Update durch ein paar heutige Frauen bräuchte – der hat womöglich, vorsichtig formuliert, nicht allzu viel Ahnung von seinem Glauben.

Da ergeben sich dann Parallelen zu Luthers Zeit. Die Gläubigen wussten oft nicht sehr viel von ihrer Religion. Nur das, was ihnen die Überlieferung in der eigenen Familie, der Unterricht in der Schule und die Predigten ihrer Geistlichen sagte, konnten sie wissen.

FOTO: Die Aktion „Maria 2.0“ zeigt als Zeichen des Protestes die Gottesmutter mit zugeklebtem Mund

Der Zustand der Kirche war weitgehend schlecht, die Geistlichen entsprachen oft in keiner Weise dem, was sie als Zeugen ihres Glaubens hätten sein sollen. Luther hatte recht mit der Kritik daran.

Heute sind die entsetzlichen Missbrauchsfälle in der Kirche Brandbeschleuniger für die Verzweiflung an ihr, die Wut auf sie, den Hass. Da nutzt es auch nichts, dass die Wahrscheinlichkeit solcher Taten im Rest der Gesellschaft offenbar 36 mal größer als bei Geistlichen ist. Der Anspruch an sie als Vertreter ihres Glaubens ist – mit Recht – einfach unendlich viel größer.

Ja, unsere Kirche, die semper reformanda, steckt in einer tiefen Krise und braucht Reformen. Die aber sind nicht durch ständige Anpassung an den gesellschaftlichen Mainstream, an das, was man zustimmungsfähig noch sagen darf, sondern vor allem durch mehr Gebet, größere Frömmigkeit und mehr Glaubenswissen erreichbar.

Warum zum Beispiel überlassen viele Pfarrer den Kommunionunterricht sog. Tischmüttern, die nicht immer gut im Glauben Bescheid wissen. Warum wird im Gottesdienst nicht einmal definiert, was einen katholischen Geistlichen von einem evangelischen Pastor unterscheidet und was das in Bezug auf Wandlung und Eucharistie bedeutet? Warum ist das Wort Keuschheit auf der inneren Liste der unsagbaren Worte gelandet und Reinheit nur noch beim Bier und Ökolebensmitteln von Bedeutung?

Unsere Religion ist kein Wellnessangebot und kein Kuschelglaube. Sie ist Frohe Botschaft im Zeichen des Kreuzes mit all ihren Zumutungen. Sie kann weh tun, bevor sie zur Auferstehung führt.

Es ist unendlich traurig, dass nun so viele Katholiken ihre Kirche verlassen. Den Frauen von Maria 2.0, die bleiben, aber die Kirche von Grund auf verändern wollen, kann man eigentlich nur raten, doch lieber evangelisch zu werden. Dort können die Pastoren heiraten, dort sind in manchen Gemeinden alle, selbst Ungetaufte, zum Abendmahl zugelassen. Dort  werden Frauen ordiniert und können Gottesdienste leiten.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags von Ursula Zöller hier: https://frauenundkirche.wordpress.com/2021/02/23/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun/


Asien: Digitale Christenverfolgung nimmt zu

Der Einsatz digitaler Überwachungstechnik nimmt in vielen Ländern Asiens rasant zu – insbesondere im kommunistischen China. Dadurch verändert sich auch die Art, wie Christen in der Ausübung ihres Glaubens eingeschränkt werden.

Das Hilfswerk Open Doors hat in einer Untersuchung Beispiele hierfür zusammengestellt und die Auswirkung auf verfolgte Christen erforscht.

Eine Gruppe von Christen nutzt eine Videoplattform, um per Internet von zu Hause aus am Gottesdienst teilzunehmen. Tags darauf werden einige von ihnen in Handschellen abgeführt – so geschehen letztes Jahr Ostern in China. Der einzige Grund für ihre Verhaftung war, dass sie an einem Online-Gottesdienst teilnahmen.

Gläubige am Online-Pranger

„Das Auftreten von Verfolgung verändert sich von direkten physischen Angriffen hin zu heimtückischeren Online-Formen“, sagt Jan Vermeer, Open Doors-Kommunikationsdirektor für Asien. In den letzten Jahren habe sich eine andere Ebene der Unterdrückung herausgebildet: die digitale Verfolgung oder „Verfolgung 2.0“:

„Schläge, Inhaftierungen und Mob-Attacken gibt es immer noch, aber inzwischen beobachten wir Online-Mobbing, -Diffamierung und -Überwachung in immer mehr asiatischen Ländern. Um einen Christen einzuschüchtern, griffen die Verfolger früher auf rohe Gewalt zurück. Doch heute stehen ihnen ausgefeiltere Mittel zur Überwachung und Einschüchterung religiöser Minderheiten zur Verfügung.“

Die Covid-19-Pandemie hat dem Ausbau staatlicher Überwachungstechnik einen deutlichen Schub versetzt. Doch schon zuvor waren die Herausforderungen für die Kirchen groß, wie eine Betroffene aus Zentralasien erläutert:

„Oft erfährt die Polizei Zeit und Ort der geheimen Treffen durch Abhören. Sie führen Razzien durch und verhaften die Christen. Das Abhören ist der Grund dafür, dass ein Pastor aus Zentralasien von den Sicherheitsdiensten vorgeladen wurde und ihm die Abschiebung aus seinem Land drohte. “

Während staatliche Stellen die Christen durch Überwachung und die gezielte Blockade christlicher Inhalte unter Druck setzen, nutzen gesellschaftliche Akteure die sozialen Medien, um Druck auf Christen aufzubauen. Dazu zählen Falschinformationen, Anstachelung zu Gewalt und Hassrede gegen Christen, wobei Pastoren und kirchliche Leiter besonders häufig betroffen sind.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2021 steht China an 17. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Open Doors


Haben wir genug Geduld im Seelengepäck?

Von Christa Meves

Was ist für uns Gläubige im Neuen Jahr 2021 aktuell? Was verbindet uns miteinander? Corona hat es uns vorgegeben: Wir haben zu warten!

Aber so eindeutig dieses Verb einen Zustand beschreibt, so vielfältig sind derzeit die Ziele. Dabei treffen wir in der Bevölkerung auf einen Unterschied im Lernstatus.

Zunächst einmal: Lebte man einst in der DDR, so war man es gewohnt, nicht nur auf das Eintreffen z. B. von Schrauben und Dosenöffnern in einem einzelnen Geschäft in der Schlange zu stehen – und nicht selten in ähnlicher Weise für das tägliche Brot warten zu müssen.

Auch wir Uralten haben einen Vorteil der Erfahrungsbilanz; denn ich wartete als Kind sogar vor einem Schlachterladen, bei dem die „Delikatesse“ Pferdefleisch eingetroffen war. Die jüngere Generation des Westens aber ist die schnelle Erledigung ihrer Wünsche gewohnt. Sie hat daher die Ungeduld im Seelengepäck.

Aber davon kann erstaunlicherweise bei der Mehrzahl z. Z. keine Rede sein. Diese verhält sich zunächst einmal enorm artig. Geduldiges Verharren in Warteschlangen bei Maskenausgaben, Testungen und Anmeldungen zum Impfen sind die Regel. Daneben gibt es – sehr neu und oft originell – konstruktive Bewältigungsversuche zur Lähmungsabwehr.

Interessanterweise zeigt sich so eine Reaktion auf unvorhergesehene Situationen, die ubiquitär üblicherweise das Ertragen von Wartezeiten leichter ermöglicht – und zwar, wenn ALLE betroffen sind. Das ist ein enormer Förderer der Geduld.

Da bilden sich lange Schlangen auch vor Apotheken und anderen Geschäften, die noch geöffnet sein dürfen, da wartet man beflissen auf das Einsetzen einer möglichst breiten Impfsituation, da werden die Kinder geduldig mal in die Schulen, mal in den Lockdown geschickt. Ja, geduldig wird im Supermarkt mit einem einzigen Paket Toilettenpapier vorlieb genommen und dem Nachschub einer hinreichenden Quantität für die ganze Familie Verständnis entgegengebracht.

Eins ist allemal mit diesem globalen Warten heute angesichts von Corona verbunden: auf jeden Fall ein Unterbrochensein in den Notwendigkeiten und den tätigen Gewohnheiten, stattdessen nun ein Zaun, ein Innehaltenmüssen, ein anderes Sein also.

Verhält sich unsere Bevölkerung nun aber wie eine von Gefahr bedrohte Wildtierherde, die im Totstellreflex der Katastrophe gelähmt entgegenwartet? Nein, so hat sich z. B. im alten Jahr ergeben, dass viele Menschen aus dieser Situation des Wartenmüssens mit einer Menge origineller Einfälle geantwortet und Konstruktives neu entwickelt haben.

Einer schafft eine interessante Form neuer Zusammenkünfte, andere bauen ein altes Hobby aus, eine Fachfrau bietet Fortbildungskurse online an, einer entwickelt eine neue Form der Motorik für Behinderte oder was auch immer.

Was lassen sich Künstler, Theaterleute und Opernsänger nicht alles einfallen, um doch noch auftreten zu können, wie tapfer kämpfen Sportvereine durch Umgestaltungen, um doch noch die Übungsziele zu verwirklichen. Das erweist sich als ein vorzügliches Mittel, um nicht in ein gelähmtes Warten – etwa mit einer Depression – zu versinken.

Dennoch ergibt sich am Jahresanfang: Eindeutige Hintergründe für die Pandemie lassen sich für uns Laienbürger offenbar noch nicht durchschauen und festschreiben. Wir bleiben im Wartestand.

Aber eines immerhin sollten doch die Nachfahren einer leiderfahrenen Bevölkerung (damals durch einen dämonisierten Verführer) aus den neuen Erfahrungen ableiten: Zwar sind Menschen leicht lenkbar, solange man davon ausgehen kann, dass die verordneten Maßnahmen und Einschränkungen im Dienst des Wohls der Bevölkerung stehen. Dann erweist sich die allgemeine Toleranzbreite als erheblich.

Christus allerdings weist uns einen anderen Weg. Er warnt uns vor bösen Verführern (Matth 24), die Rettung verheißen, jedoch lediglich böse Manipulation zwecks eigener Machtanmaßung im Schilde führen. Dann entbindet er aber von der Todesangst durch sein eigenes Opfer und den Hinweis auf seine Auferstehung und das ewige Leben für den Gläubigen.
 
Das erweist sich auch mit neuer Kraft trotz des so stark behinderten religiösen Lebens, bei dem die üblichen Gemeinsamkeiten zunichtegemacht sind. Es ergibt sich ein erstaunliches, konstruktives Tätigwerden der Priesterschaft. Auch ihr fällt außer einer berechtigten Beharrlichkeit bei der Weiterführung der Gottesdienste Neues ein – besonders mithilfe von christlich betonten neuen Sendeanstalten wie in EWTN, Bibel TV, K-TV, Hope Channel und hervorragend im kath. Radio Horeb.

Not lehrt offenbar nicht nur Beten, sondern ein neues Suchen nach konstruktiven Auswegen. Das mag uns helfen, nicht lediglich immer neu die Klagesirene aufzustellen; das mag uns anregen, darüber nachzudenken, warum denn unser barmherziger Gott in seiner Allmacht nicht einfach jegliche Not bei seinen geliebten Kindern wie lästige Fliegen zertritt, warum er doch immer wieder sogar bei ganz unbescholtenen Menschen Not zulässt – teuflische Not sogar, wie uns das bei Hiob eindrucksvoll verdeutlicht wird.

Vielleicht tut es unseren Jugendlichen sogar gut, im Teil-Lockdown durch kluge Lehrer von den Eckpfeilern unserer Kultur zu hören, bei denen es die Verführung zum Bösen durch einen Widersacher ebenso gab und gibt – wie in der Bibel bezeugt – auch in unserer Kirche und vielleicht auch in Bezug auf unsere heutige Situation.
 
Vielleicht mögen wir Goethe hinzunehmen, denn in seinem „Prolog im Himmel“ ruft Gott dem Teufel auf seine Verführungsabsicht des Menschen zu:

„Nun gut, es sei dir überlassen!
Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,
Und führ ihn, kannst du ihn erfassen,
Auf deinem Wege mit herab,
Und steh beschämt, wenn du bekennen musst:
Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange
Ist sich des rechten Weges wohl bewusst.“

Christa Meves ist Bestseller-Autorin und Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm


Syrien: Kath. Christen wehren sich gegen Kirchenschließungen und Handkommunion

Pressemitteilung des vatikanischen Fidesdienstes:

Auch das von zehn Jahren Konflikt erschütterte Syrien sieht sich heute mit den verheerenden Folgen der Wirtschaftskrise und der Coronakrise konfrontiert.

In diesem Zusammenhang vertrauen maronitische Katholiken in Damaskus auf die Vorsehung Gottes und wehren sich gegen die „corona-bedingte“ Schließung ihrer Kirchen. (Die Maroniten sind eine alt-orientalische christliche Kirche, die mit Rom bzw. dem Papst vereint ist – ähnlich wie die griechisch-kath. Kirche des Ostens.)

In seiner Botschaft zur Weihnachtszeit mit dem Titel „Die Angst besiegen“ bezeichnet der maronitische Erzbischof Samir Nassar von Damaskus diese Reaktion der Gläubigen als „Rebellion“.

Angesichts des Anstiegs der Infektionen durch Covid-19 berichtet der Oberhirte: „Die Gläubigen haben gegen die Schließung von Kirchen protestiert und darauf bestanden, an einer großen Anzahl täglicher Messen teilzunehmen zu dürfen“.

Außerdem – fügt Erzbischof Nassar hinzu – hätten die syrischen Christen sich auch geweigert, den Anweisungen der Bischöfe zu folgen und die hl. Hostie auf die Hand zu empfangen; sie würden weiter Mundkommunion praktizieren, „als wollten sie die Pandemie herausfordern“.

Erzbischof Nassar beschreibt die Situation der christlichen Bevölkerung im syrische Kontext als die eines gemarterten Volkes, das sich nach derm Rückgang von Gewalt und Bombenangriffen nun mit einem „harten Wirtschaftskrieg“ konfrontiert sehe.


Mord an hilfsbereitem Priester in Italien

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Der katholische Priester Roberto Malgesini ist im norditalienischen Como offenbar hinterrücks erstochen worden. Ein obdachloser Tunesier soll den 51-Jährigen plötzlich mit einem Küchenmesser angegriffen haben, als dieser auf einer Piazza Nahrungsmittel an Bedürftige verteilte.

Der Geistliche war als Seelsorger der Armen bekannt. Weit über Como hinaus sorgt der Mord vom vorigen Dienstag für Entsetzen.

„Er war ein glücklicher Mensch und Priester“, sagt Ortsbischof Oscar Cantoni zu Radio Vatikan über den Ermordeten. Der katholische Oberhirte lud am Dienstagabend die Gläubigen von Como in die Kathedrale ein – dort wurde für den Ermordeten und für seinen Mörder gebetet.

Bischof Cantoni war mit Malgesini eng befreundet. „Ich erinnere mich an ihn mit großer Verehrung. Ich glaube, man kann ihn einen Märtyrer der Nächstenliebe nennen.“

Für Pfarrer Malgesini gehörte es zum Alltag, den Bedürftigen in seiner Pfarrei zu helfen. Jeden Morgen drehte er eine Runde, damit sie etwas zum Frühstück hatten – auch während der Corona-Einschränkungen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-09/como-malgesini-mord-priester-italien-migrant-arme-tod-interview.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Stäbchen, Zange oder Pinzette: Zur Spendung der hl. Kommunion in Coronazeiten

Von Felizitas Küble

Auf einer britischen Presseseite namens Inquierer wurde am 17. August 2020 über einen anglikanischen Gottesdienst in England berichtet, bei dem die aus Singapur stammende Pfarrerin Harrop bei der Abendmahlsausteilung ein 46 cm langes Lo-Hei-Stäbchen benutzte, um den coronabedingten Abstand zu gewährleisten: https://newsinfo.inquirer.net/1322984/priest-serves-communion-with-chopsticks-to-keep-distance-in-mass

Es heißt in dem Artikel weiter, in anderen Kirchen des Landes werde dabei eine Zange verwendet.

Wir haben bereits vor über vier Monaten   – als erster entsprechender Artikel im gesamten Internet  – unsere Idee vorgeschlagen, bei der Spendung der heiligen Kommunion in der katholischen Kirche eine Pinzette oder Zange (ähnlich einer Zuckerwürfel-Zange) zu verwenden:

https://charismatismus.wordpress.com/2020/04/12/einfuehrung-der-hl-kommunion-mit-einer-pinzette-koennte-viele-problemeloesen/

Dies wäre auch und gerade für die Mundkommunion eine ideale Lösung im Sinne von Hygiene und Abstandhalten:

  1.  Weder der Spender noch der Empfänger berührt die hl. Hostie.
  2.  Die Mundkommunion wird in der Regel auf den Knien empfangen, in der „alten Messe“ geschieht dies auf einer Kommunionbank fast immer. Dadurch stehen sich Priester und Kommunikant gerade nicht „auf Augenhöhe“ gegenüber, sondern das Gesicht des Geistlichen befindet sich deutlich höher (siehe Foto) – und eben dies ist positiv sowohl allgemein für Grippephasen wie erst recht in Corona-Zeiten.

Ende April –  über zwei Wochen nach Veröffentlichung unseres Artikels  – verkündete die Deutsche Bischofskonferenz ihre neuen Corona-Richtlinien. Schon zuvor war bischöflicherseits vielfach von der Mundkommunion abgeraten worden.

Dies wurde nun bekräftigt mit dem Satz, eine MUND-Kommunion finde „weiterhin nicht statt“, was gleichsam ein Verbot darstellt. Zugleich wird in dem Dokument aber die Spendung der HAND-Kommunion mit einer Zange empfohlen.

Eine solche Vorgehensweise ist allerdins in sich unlogisch, weil die Mundkommunion mit einer Zange (oder Pinzette – dasselbe in grün) hygienisch  n o c h   sicherer ist als die Handkommunion. Wenn man die hl. Hostie per Zange auf die Hand legt, führt der Empfänger sie trotzdem mit seinen Fingern zum Mund. Es sind also beide Hände beteiligt. Zudem wird die Handkommunion fast immer stehend empfangen, was gerade in puncto Corona-Schutz ungünstig ist.

Genau genommen kann die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) kein Verbot verfügen, weil jedes Bistum für liturgische Bestimmungen selbst verantwortlich ist. Aber die Bischöfe übernehmen in der Regel die Leitlinien bzw. Verfügungen der DBK.

Wie mir aus dem bischöflichen Ordinariat des Erzbistum Köln auf meine Anfrage schriftlich mitgeteilt wurde, ist die Mundkommunion  – zumindest dort – zwar in öffentlichen Messen nicht erlaubt, aber durchaus etwa im Falle einer Krankenkommunion oder ähnlichen Situationen (also außerhalb der Meßfeier).

Ich weiß aus mehreren Bistümern, daß einige Priester dort jene Katholiken, die eine Mundkommuinon erhalten möchten, darum bitten, nach dem Gottesdienst in die Sakristei zu kommen, um dort in der von ihnen gewünschten Weise den Leib Christi zu empfangen.

Grundsätzlich bleibt es dabei, daß die DBK weder logisch noch theologisch angemessen reagiert hat, als sie einerseits die Verwendung einer Zange empfahl, andererseits aber die Mundkommunion nicht erlaubte, obwohl diese mit Zange/Pinzette und auf Knien die sicherste bzw. die am meisten hygienische Form der Kommunionausteilung darstellt.

Jenen  Gläubigen, die sich für Mundkommunion entscheiden, wird häufig entgegengehalten, der Mund sei doch auch nicht „würdiger“ als die Hand, oft werde damit noch mehr gesündigt (durch böse Worte häufiger als durch schlechte Werke etc).

Das mag sein, ist aber nicht der springende Punkt.

Ich habe noch nie einen Mundkommunikanten getroffen, der mir diese Begründung („Mund ist würdiger“) genannt hätte. Vielmehr geht es den meisten von ihnen darum, daß bei einer Handkommunion kleine Teilchen (Partikel) der hl. Hostie auf der Handfläche verbleiben oder bei Unachtsamkeit direkt auf den Boden herunterfallen können.

Das zweite Motiv lautet sodann, die Gefahr einer freventlichen Verunehrung (Hostienraub) sei durch die Einführung der Handkommunion gestiegen, was durchaus nicht bestritten werden kann.

Es ist daher längst an der Zeit, daß die DBK und die deutschen Bischöfe die Mundkommuion wieder gestatten – in den USA und Österreich wurde sie übrigens nie verboten. Die orthodoxe Kirche hat an der ihr eigenen Form der Mundkommunion ohnehin trotz Corona festgehalten.

Abschließend noch ein Hinweis:

Genau genommen handelt es sich bei der heute praktizierten Form der Handkommunion um eine FINGER-Kommunion, weil man die hl. Hostie mit dem Daumen und dem Zeigefinger der rechten Hand zum Mund führt.

Die eigentliche HAND-Kommunion wurde in der frühen Kirche praktiziert: Der Gläubige empfing den Leib Christi, indem er sich mit dem Kopf bis zu seiner Hand hinunterneigte und die hl. Hostie direkt mit dem Mund aufnahm. Diese urchristliche Praxis ist im Vergleich zur heutigen Finger-Kommunion zweifellos besser, zumal diese alte Form die Gefahr eines Sakrilegs (Hostienraub, Zweckentfremdung etc.) verringern würde.

Neben der Mundkommunion-Erlaubnis sollten daher unsere Oberhirten für jene Gläubigen, welche bislang die übliche FINGER-Kommunion praktiziert haben, ein Umsteigen auf die echte HAND-Kommunion empfehlen und dies auch solide begründen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Christliches Leben und Sterben ist ein Aufbruch in das Unvergängliche

Von Erzbischof Johannes Dyba (+)

Der Gedanke an den Tod ist keiner, der besonders beliebt ist. Für alle Menschen bleibt der Tod zunächst das Grauen, die finstere Grube, das unentrinnbare Ende nach kurzem – ach so kurzem – Aufleben.

Viele schieben am liebsten den Gedanken an den Tod ganz beiseite, suchen dem Unentrinnbaren eben doch eine Weile zu entrinnen, eine falsche Zeit herauszuschlagen, die nicht bleiben und nicht bestehen kann.

Jesus Christus aber, der menschgewordene Sohn Gottes, hat uns gezeigt, dass der Tod nicht das Ende unseres Lebens ist, sondern der Anfang des endgültigen, des ewigen Lebens.

Er selbst ist ja von den Toten auferstanden und er, der Sieger über den Tod, hat uns verheißen: „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32).

Und das ist bis auf den heutigen Tag der kennzeichnende Unterschied zwischen Gläubgen und Ungläubigen: Menschen, die an Gott und seine Verheißung nicht glauben, gehen ihr ganzes Leben lang dem Ende entgegen.

Wenn der blühende Höhepunkt einmal überschritten ist, gibt es nur noch den allmählichen Verfall der Kräfte: eines nach dem anderen muss aufgegeben werden – und am Ende steht der Sarg.

Ganz anders ist es beim Glaubenden. Sein Leben ist nicht Abbruch, sondern Aufbruch. Ein immer neuer Aufbruch vom Vergänglichen in das Unvergängliche, vom Irdischen in das Überirdische – ja vom Kleinen, Erbärmlichen, Verhafteten in das Große, Freie, Vollkommene. Und je älter der Glaubende wird, desto näher kommt er eben nicht dem Ende, sondern dem neuen Anfang.

Was ist das für ein neuer Anfang? Was ist das für eine Ewigkeit, die da vor uns liegt?

Nun, es ist die ewige Seligkeit, ewige Herrlichkeit, die Gott uns verheißen hat.

Wenn Jesus zu den Seinen spricht: „Das alles habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde“ (Joh 15,11) – dann heißt das eben, daß alle christliche Botschaft und Lehre Frohbotschaft ist, daß seine Freude uns ergreift und unser ganzes Leben so zur Vorschau und Vorschule der ewigen und unendlichen Freude werden soll.

Und darum ist auch nichts falscher als der Vorwurf, der Blick auf das Jenseits und die Ewigkeit solle uns bloß ablenken von den Problemen unserer Zeit.

Nein, ganz im Gegenteil, die Gewißheit, daß Gott uns in sein Heil ruft, soll uns die Kraft geben, unser irdisches Leben anzupacken, die Probleme dieser Welt mit der Gelassenheit und Sicherheit dessen zu lösen, der weiß, daß über allem ein ewiger Vater thront. Nichts auf Erden ist ja lähmender und krankmachender als Hoffnungslosigkeit.

„No future“ heißt es in der traurigen Generation der Gottfernen, in der die Jungen schon so alt aussehen und die Alten sich jugendlich tünchen und in ihrer aufgeregten Angst vor dem Ende schon jetzt das Leben ungenießbar werden lassen.

Wenn wir aber an Gott glauben, haben wir eine Zukunft, ja mehr als eine Zukunft: Ewigkeit, ewige Seligkeit!

Leben wir also, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn (vgl. Röm 14,8). Und mit Paulus können wir sagen: „Tod, wo ist dein Sieg, Tod, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,15).

So ist der Tod für den Gläubigen wie eine zweite Geburt: Wenn ein Kind geboren wird, muss es ja seinen gewohnten, geschützten, aber dunklen Lebensraum im Mutterschoß verlassen. Durch Schmerz und Schrei hindurch wird es von seiner bisherigen Existenz getrennt, um in eine neue Welt hineingeboren zu werden: Da gibt es Licht, Luft, freie Bewegung – lauter gNatur Mensch Umweltanz neue Dimensionen, die im Muterleib unvorstellbar waren.

Und eben so wird es auch sein, wenn Gottes Ewigkeit einbricht in unsere Zeit, wenn aus unserem Vergänglichen Unvergängliches wird, wenn wir aus unserem irdischen Leben emporgehoben werden in das ewige Leben.“Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat…das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben!“, heißt es im Korintherbrief (1Kor ,9).

So wenig ein Embryo sich die Welt vorstellen kann, die auf ihn zukommt, so wenig können wir uns die Ewigkeit vorstellen, die auf uns zukommt. Aber wir können uns auf sie vorbereiten.

Freuen können wir uns darüber, daß am Ende unseres Lebens nicht der Tod steht, nicht eine ungewisse Not, sondern das Leben, das Gott uns verheißen hat – und wenn wir an ihn glauben, wenn wir ihn lieben, dann heißt das ewiges Leben, ewige Herrlichkeit. Und diese Gewißheit soll uns schon jetzt leben lassen, aufleben lassen in Freude!

Beitrag von Erzbischof Johannes Dyba aus dem Buch „Die Zukunft unseres Lebens – Antworten auf den Tod“, Verlag Ursula Zöller, 63739 Aschaffenburg, Karlstraße 3.

Frau Zöller ist Mitgründerin der Neuen katholischen Frauenbewegung (NkF)

Internetpräsenz: http://www.frauenundkirche.wordpress.com


Was bei der Kirchenzeitung untern Tisch fällt

Von Felizitas Küble

Das Bistumsblatt von Münster mit dem Titel „Kirche und Leben“ (KuL) gehört seit Jahrzehnten zu den besonders reformeifrigen Kirchenzeitungen. Das progressive Blatt bringt gerne spaltenlange Leserbriefe im Sinne der eigenen redaktionellen Linie, doch bei kritischen Stimmen kann die Großzügigkeit recht schnell zu Ende sein.

So veröffentlichte KuL z.B. am 31. Mai auf Seite 3 eine geharnischte Zuschrift von Heinz Jansen gegen die „alte Messe“, worin sich der Autor beschwert, daß die Kirchenzeitung einen kleinen Hinweis auf TV-Übertragungen des überlieferten Ritus gebracht hatte (es war damals die Corona-Zeit ohne öffentliche hl. Messen). 

Unter dem Titel „Toleranz ist nicht teilbar“ schrieb ich am 2. Juni einen Leserbrief an das Münsteraner Bistumsblatt, der bis heute  – sieben Wochen später  – nicht veröffentlicht wurde. Hier folgt der Wortlaut meines Schreibens:

Der Verfasser teilt mit, sich über die „kritischen und progressiven Artikel“ in der Kirchenzeitung zu freuen, jetzt aber „enttäuscht“ zu sein über einen Hinweis, wonach auch von K-TV Fernsehgottesdienste übertragen würden. Dies sei ein „konservativer“ Sender, wobei der Autor die dort ausgestrahlten „Messen nach dem alten Ritus“ als „besonders ärgerlich“ empfindet: „Die lateinische Sprache, die vielen Kniebeugen und Segnungen wirken wie Hokuspokus.“

Auf mich wirkt der hier bekundete Zorn ziemlich verwunderlich. Wer mit dem früheren Ritus nichts anfangen kann, muss ihn weder besuchen noch im Internet anschauen. Soviel Toleranz sollte aber möglich sein, jenen Gläubigen einen Hinweis auf Online-Übertragungen zu gönnen, die sich der überlieferten Messform verbunden fühlen, zumal auch Papst Benedikt sie gewürdigt und zudem großzügiger als sein Amtsvorgänger erlaubt hat.

Dieser traditionelle Ritus mag für manche Katholiken, die ihn nicht gewohnt sind oder gleich allergisch darauf reagieren, vielleicht wie „Hokuspokus“ erscheinen, doch liegt dies dann im Auge des Betrachters. So können z.B. die „vielen Kniebeugen und Segnungen“ von anderen Gläubigen als Ausdruck für die Ehrfurcht vor Gott und als würdige Feierlichkeit in der Liturgie wertgeschätzt werden.

In der Kirche ist heute viel von Toleranz, Vielfalt und Verständnis die Rede – dies sollte sich aber nicht auf das eigene reformkatholische Spektrum beschränken, denn echte Toleranz ist nicht teilbar, sie fängt gerade dort an, wo andere Auffassungen beginnen.

Felizitas Küble, 48167 Münster


Gläubige fühlen sich im Stich gelassen

Von Cordula Mohr

DIe in den Medien erwähnten Kirchenaustrittzahlen, die erneut gestiegen sind, beziehen sich zwar auf das Jahr 2019, aber sie zeigen bereits eine wachsende Abwendung von den christlichen Kirchen, die durch das defensive Verhalten von Bischöfen und Priestern in der Coronakrise voraussichtlich noch verstärkt wird.
Gerade in der Diözese Münster gab es einen „Kirchenaustritts-Rekord“, wie sogar das kath. Bistumsblatt KuL vom 5. Juli auf der Titelseite berichtete.
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Was sich im März 2020 und besonders zum Osterfest z.B. in meiner münsterländischen Stadt Rheine abspielte, lässt eine weitere Austrittswelle befürchten. Auch bei mir entstand von Woche zu Woche verstärkt der Eindruck, die Kirche habe sich selbst in die Bedeutungslosigkeit manövriert und ihre Gläubigen im Stich gelassen.
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Dies umso mehr, als der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet ausdrücklich erklärte, keine Gottesdienste verboten zu haben. Vielmehr sei diese Entscheidung von den Bischöfen selber ausgegangen.
Das gilt auch hinsichtlich der fehlenden Osterfeierlichkeiten.
Die Geistlichkeit hatte doch einen wochenlangen Vorlauf, um geeignete Lösungen in der Coronakrise zu überlegen. Die Parks und Kirchenwiesen hätten eine Möglichkeit geboten, um bei gutem Wetter eine Ostermesse zu feiern.
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Teilweise waren die Kirchen im März und April in Rheine nicht einmal zum persönlichen Gebet geöffnet. Ich stand mehrmals tagsüber vor verschlossener Kirchentür.
Dazu kam der späte Start mit den Gottesdiensten, obwohl die Coronazahlen hier in Rheine und auch deutschlandweit schon längst gesunken waren.
Das alles hat mich immer mehr zermürbt und enttäuscht.
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Gerade in Krisenzeiten braucht es doch die Hirten, die sich fürsorglich und einsatzfreudig um ihre Herde kümmern.
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Unsere Autorin Cordula Mohr aus Rheine ist dreifache Familienmutter und leitet den Regionalverband Nordmünsterland der ALfA (Aktion Lebensrecht für alle)

Christen, seid wachsam – auch hinsichtlich der Gefahr einer Weltregierung

Von Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter

Christen haben es eigentlich leichter als andere, sich nicht durch die herrschende Stimmung, sondern durch die Vernunft leiten zu lassen.

Aus der christlichen Lehre wissen sie, daß der Mensch – oder auch böse Geister oder der Teufel – zu großer Lüge und Bosheit fähig ist. Sie wissen, daß der Mensch nicht nur gute Absichten hat, sondern böse Neigungen hat. Jesus und die Bibel haben die Christen gewarnt, daß Gott viel Böses zuläßt und daß sie wachsam sein müssen, um die Lüge zu erkennen und nicht verführt zu  werden.

Auch vor einer antichristlichen Weltregierung warnt die Bibel (vgl. Off. 13,8; 2. Thess. 2).

Christen wissen also, daß es durchaus große, bösartige Verschwörungen geben kann, die einem Nichtchristen unvorstellbar erscheinen mögen. Christen wissen, daß „Machthaber und Könige“ (Mk 13,9) und der „Fürst dieser Welt“ (Joh 12,31; 14,30) viel Böses tun können.

Daher werden Christen nicht blauäugig annehmen, daß Regierungen stets das Gute für die Bürger wollen. Das sollte es den Christen leichter machen, Lügen zu erkennen, Gruppendruck zu widerstehen und Propaganda zu durchschauen.

Sehen wir uns einige Bibelstellen dazu an. In der Endzeitrede warnte Jesus die Jünger und, so nehme ich an, auch die Christen späterer Generationen, daß sie auf „Wehen“ gefaßt sein sollen, bevor der Sohn des Menschen, das ist Jesus Christus, wiederkommen wird.

Unruhen, Christenverfolgung, Trübsal, Greuel der Verwüstung. Viele werden verführt werden, viele Christen werden vom Glauben abfallen. Jesus will mit dieser Rede die Christen nicht nur über Zukünftiges informieren, sondern er will sie warnen, vorbereiten und ermahnen. Er will ihr Handeln beeinflussen. „Sehet euch vor!“ (Mk13,23); „Sehet zu, wachet und betet; denn ihr wißt nicht, wann es Zeit ist“ (33); „Wachet, auf daß nicht der Herr, wenn er plötzlich kommt, euch schlafend findet“ (35f).

Die Rede darf also nicht fatalistisch gedeutet werden. Es ist nicht so, daß alles kommt, wie es muß, und wir nichts tun können. Insbesondere ob Christen verführt werden und ob sie vom Glauben abfallen, hängt davon ab, ob sie wachsam sind. Es hängt davon ab, ob sie sich bemühen, wachsam zu sein.

Diese Ermahnung und Warnung gilt für Christen nicht nur ab einer bestimmten Häufigkeit von Erdbeben, sondern allezeit. Also auch jetzt in der Coronakrise, egal, ob Christus in einem Monat oder in tausend Jahren wiederkommen wird.

Angewandt auf die Coronakrise heißt das erstens, daß die Gefahr der Täuschung und der Verführung besteht, und zweitens, daß wir mit Leid, Christenverfolgung und vielen anderen bösen Taten rechnen sollen.

Die Offenbarung des Johannes malt im 13. Kapitel die Szene der „zwei Tiere“. Vom ersten Tier heißt es: „Die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach, und sie beteten den Drachen an“ (Vers 3f). „Ihm wurde ein Maul gegeben, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ihm wurde Macht gegeben, zweiundvierzig Monate lang zu wirken“ (5).

Gott erlaubte ihm, „Krieg gegen die Heiligen“ – gemeint sind die Christen – zu führen „und sie zu überwinden. „Und ihm wurde Macht gegeben über alle Stämme und Sprachen und Völkerschaften.“ – Alle, „deren Namen nicht geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes“ (8), beten es an.

Dann wird in die Szenenbeschreibung eine Ermahnung eingeworfen: „Hat jemand Ohren, der höre!“ Das zweite Tier macht, daß die Menschen das erste Tier anbeten. (12) „Es tut große Zeichen“ und „verführt, die auf Erden wohnen“ (14).

Auch bewirkt es, daß alle „sich ein Malzeichen geben“ (16), „und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen“ (17).

Mir scheint, es wäre nicht richtig zu behaupten, daß durch Offenbarung 13 Gottes Wort sagt, daß es eine Weltregierung geben wird, in der nur Menschen kaufen und verkaufen können, die ein bestimmtes Merkmal haben.

Denn Offenbarung 13 wird  –  wie die anderen Szenen der Offenbarung  – nur eingeleitet mit „Und ich sah“. Es wird nicht gesagt, daß es feststeht, daß es eine antichristliche Weltregierung geben wird. Aber auf alle Fälle warnt Offb 13 die Menschen vor dieser Gefahr, damit sie darauf gefaßt sind und sich vor der Verführung hüten, und vielleicht auch, damit sie etwas tun, um eine Weltregierung zu verhindern.

Für die Coronakrise heißt das, daß es für Christen falsch und irrational wäre, die Möglichkeit, daß jemand eine antichristliche Weltregierung aufbauen möchte, als absurd abzutun.

Wenn diese Möglichkeit aufgrund der Indizien unwahrscheinlich ist, dann sollten Christen nicht meinen, daß sie durch Offb 13 wüßten, daß jetzt eine Weltregierung komme.

Aber sie sollten wachsam sein – wie es z.B. die katholischen Verfasser des Aufrufs „Veritas liberabit vos https://veritasliberabitvos.info/aufruf/“, zu denen auch Kardinal Gerhard Müller gehört, vorgemacht haben – und nicht einfach der Regierung und dem Fernseher glauben, daß der Lockdown der Gesundheit diene.

Unser Autor Daniel von Wachter ist evangelischer Christ und Philosoph. Wir danken dem Professor für seine freundliche Abdrucksgenehmigung. Den vollständigen Text seines Aufsatzes lesen Sie hier: https://kirche-und-corona.de/auf-dass-er-euch-nicht-schlafend-finde/

Weiteres von ihm zum Thema auf http://www.von-wachter.de/cov/