Die Bischöfe sollen als Hirten der Gläubigen dem Mainstream mutig entgegentreten

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Artikel „Mixa als Wahlkampfhelfer der AfD?“ (Augsburger Allgemeine Zeitung vom 14.5.2019) provoziert die Fragen: Können Bischöfe zu politischen Parteien Stellung beziehen?  – und: Wie versuchen Medien, das Grundrecht der Meinungsfreiheit außer Kraft zu setzen, wenn ihr Interpretationsmonopol der gesellschaftlichen Vorgänge gefährdet ist?

Als Staatsbürger haben Kleriker alle Grundrechte wie beispielsweise die Meinungsfreiheit, die allen zukommen.

In der Weimarer Zeit haben katholische Bischöfe gegen die Ideologien der Nationalsozialisten, der Sozialisten und Kommunisten Position bezogen.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und den Kongreß „Freude am Glauben“

Die Namen von Bischöfen wie von Galen, von Preysing, Faulhaber und Sproll stehen dafür. Pater Rupert Mayer SJ ging unerschrocken in Wahlveranstaltungen von Nationalsozialisten und Kommunisten und hielt ihren Parolen das katholische Menschen- und Gesellschaftsbild entgegen.

Auch in den Jahren, als um die politische Neuordnung der Bundesrepublik gerungen wurde, haben sich die katholischen Bischöfe immer wieder –  bis hin zu deutlichen Wahlempfehlungen –  zu Wort gemeldet.

Das änderte sich mit dem „Godesberger Programm“ der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) von 1959. Dieses Programm enthielt eine Absage an den Marxismus und öffnete der SPD die Tür zur Volkspartei. Eine wichtige Station war eine Tagung der katholischen Akademie in München, auf der Herbert Wehner sprach.

Mit „Godesberg“ änderte sich die Haltung der Bischöfe zu den politischen Parteien. Die Bischöfe praktizierten nun zunehmend eine Politik der „Äquidistanz“.

„Äquidistanz“ meint den gleichen Abstand zu den politischen Parteien. Die bisherigen konkreten Wahlempfehlungen wurden zu allgemeinen Aufrufen, an Wahlen teilzunehmen.

Die Frage des Verhaltens der Bischöfe zu gesellschaftlichen Vorgängen stellte sich aber mit der Kulturrevolution von 1968 neu. Die 68er haben das geistige Klima und den Stil der Auseinandersetzungen grundlegend verändert. Denn diese Kulturrevolution betraf das Verständnis von Ehe und Familie, die Rolle der Frau und die Sexualmoral.

Benedikt XVI. stellte in seinem Schreiben vom Februar 2019 über die Ursachen des sexuellen Missbrauchs fest: „Zu den Freiheiten, die die Revolution von 1968 erkämpfen wollte, gehörte auch diese völlige sexuelle Freiheit, die keine Normen mehr zuließ…“

Die heftige Kritik aus den Medien, aber auch aus kirchlichen Kreisen (ZDK, Frauenverbände, BDKJ, Theologen) zeigt, dass Benedikt den Nerv getroffen hat.

Sie belegt außerdem fehlende Einsicht und Umkehrbereitschaft. Die Veränderung der katholischen Sexualmoral wird seit Jahren auch innerkirchlich gefordert. Wir haben die „Umwertung der Werte“. Sie wirkt sich bspw. auf das Lebensrecht ungeborener Kinder und auf die schulische Sexualerziehung aus. Die Würde der Frau wird in der Leihmutterschaft zum Geschäft degradiert. Die sexuelle Identität wird in der Genderideologie eingeebnet.

Diese Fehlentwicklungen verstoßen gegen die drei Prinzipien, die Benedikt XVI. als für die Kirche „nicht verhandelbar“ bezeichnet hat. Das sind der Schutz des Lebens vom Anfang bis zum Ende, die Anerkennung und Förderung der natürlichen Struktur der Familie und der Schutz des Primärrechtes der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder.

Die Bischöfe müssten gegen die Verletzung dieser Prinzipien deutlich ihren Protest anmelden. Das geschah nur von wenigen Bischöfen, z.B. durch Erzbischof Dyba.

Was hat das mit Bischof Mixa zu tun?

Bischof Mixa zählte zu den mutigen Bischöfen, die dem Mainstream immer wieder entgegentraten. In dem o.a. Artikel der AZ heißt es:

„Seine Aussagen zu Familienpolitik oder Abtreibung, die in den vergangenen Jahren heftige Kritik an ihm ausgelöst hatten, entsprachen denen rechter – bis erzkonservativer Kirchenkreise – sowie denen der AfD. Nachzulesen etwa in deren Wahlprogramm für die Landtagswahl 2018 in Bayern. Darin finden sich Sätze wie: ‚Abtreibung ist daher grundsätzlich unrecht‘. Oder: ‚durch gewollte, ideologisch motivierte Desorientierung soll das in den Familien überlieferte Werte- und Bezugssystem aufgebrochen, neutralisiert oder durch pseudofamiliäre Leitbilder ersetzt werden.‘“

Man braucht weder Sympathisant noch Wähler der AfD zu sein, um die über die AfD zitierten Sätze für richtig zu halten. Denn Abtreibung ist nach geltendem Recht „gesetzwidrig, aber straffrei“, also Unrecht. Die Bundesregierung hat mit dem sechsten Familienbericht Abschied genommen vom bis dahin geltenden Familienbild, sowie von der grundgesetzlichen Auffassung von Ehe.

Mixa wird im o.a. Artikel vorgeworfen, den Islam zu hinterfragen. Der „Islam“ ist ein Thema, das viele Bundesbürger umtreibt.

Die Bundesregierung und die politischen Parteien sollten sich aber um die existenzielle Frage annehmen, ob der „Islam“ mit den Forderungen des Grundgesetzes übereinstimmt. Die Bundesregierung drückt sich davor.

Wer auf die Gefahren für die Identität unserer Kultur hinweist, die durch eine Massenimmigration von Menschen aus anderen Kulturkreisen und aus einem anderen religiösen Hintergrund hinweist, wird – mangels Argumente – in ein rechtsextremes Eck verwiesen.

Es gibt auch Bischöfe, die Kritikern das christliche „Menschenbild“ absprechen. Dieselben Bischöfe müssten aber auch in der Öffentlichkeit deutlich klar stellen, dass Abtreibung, Genderideologie, Ehe für Alle, Sterbehilfe dem christlichen Menschenbild widersprechen!

Wir stehen in einem Kulturkampf, in dem manche das Grundrecht der Meinungsfreiheit für unangenehme Mahner am gängigen „Menschen- und Weltbild“ gerne ein wenig suspendieren möchten.


Das Skandal-Transparent in der Freiburger Universitätskirche wurde abgehängt

In Freiburg hing im Rahmen der Aktion „Maria 2.0“ an der katholischen Universitätskirche ein riesiges Textil-Banner das die Darstellung einer betenden Gottesmutter mit einer Vulva kombinierte, wobei sich das Mariengewand in Form einer entblößten Vagina öffnet.

Das Skandalbild war ebenso geschmacklos wie sittenwidrig war und beinhaltete eine üble Herabsetzung und Verspottung der Jungfrau Maria.  (Es ist wohl klar, daß wir dieses würdelose Bild hier nicht „dokumentieren“.)

In der Aufschrift des Transparents, das die „Fachschaft Theologie“ aufgehängt hatte, war zu lesen: „Maria 2.0 gegen Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Kirche.“ 

Als ob ausgerechnet eine solch sexistische Darstellung sich als Symbol gegen „Missbrauch“ eignet – und ein Zeichen im Sinne der Frauenwürde ist es noch weniger.

Zuständiger Präfekt dieser Uni-Kirche ist kein Geringerer als der Priester und Theologe Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, der noch vor zehn Jahren als eher konservativ galt.

Es gab zahlreiche Proteste gegen das Skandal-Banner im Internet – darunter eine Petition – und Beschwerden aus dem empörten Kirchenvolk. Dies führte dazu, daß das Transparent am vergangenen Samstag entfernt wurde. Offenbar war dem bischöflichen Ordinariat der Druck aus der Basis zu stark geworden, so daß es die Notbremse zog.

Auch unsere Leserin Marion F. aus dem Bistum Freiburg hatte sich per Mailbrief an Diözesanbischof Burger gewandt und ihm folgendes geschrieben: 

Sehr geehrter Herr Bischof Burger,

bitte unternehmen Sie etwas gegen solche Aktionen: Diese Abscheulichkeit hängt an der Kirche der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg! Aufgehängt hat es die Fachschaft der Theologischen Fakultät der ALU Freiburg. Dies ist eine abgrundtiefe Beleidigung der Heiligen Jungfrau Maria! 
Ich hoffe sehr, Sie reagieren angemessen!!!
Mit freundlichen Grüßen,
Marion F…

BILD: Eine würdige, ikonenartige Darstellung Mariens mit ihrem göttlichen Sohn

Am 17. Mai  – also einen Tag vor dem Entfernen des Transparents  – erhielt die katholische Familienmutter folgende Antwort des bischöflichen Pressesprechers Dr. Michael Hertl, wobei er die Betreiber der Verunehrung Mariens als „engagierte Christinnen“ würdigt:

Sehr geehrte Frau F….,

Ihre Zuschrift bezüglich des Unterstützungs-Plakates der Aktion „Maria 2.0“ an der Fassade der Freiburger Universitätskirche haben wir erhalten.

Erzbischof Stephan Burger ist darüber im Gespräch mit dem zuständigen Kirchenrektor, der das Aufhängen des Transparents für eine begrenzte Zeit genehmigt hat. Diese zeitliche Begrenzung der Erlaubnis stellt einen Kompromiss zwischen dem Anliegen engagierter Christinnen innerhalb der Hochschulgemeinde und der Ablehnung der Aktion durch andere dar.

Wir bitten Sie um Verständnis und Toleranz, damit eine inhaltliche Auseinandersetzung möglich und keine weitere Eskalation heraufbeschworen wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Michael Hertl

Daraufhin antwortete unsere Leserin dem Freiburger Pressesprecher mit einigen Klartext-Zeilen, die einmal mehr aufzeigen, daß manche Christen heutzutage glaubensstärker und mutiger sind als etliche höhere Kirchenvertreter: 

Sehr geehrter Herr Dr. Hertl,

danke für Ihre schnelle Antwort. Ich muß mich doch allerdings wirklich wundern, wie ein Kirchenrektor zu solch einem Transparent seine Zustimmung geben konnte.

Die Abbildung stellt ohne Frage eine absolute Verunglimpfung der Heiligen Jungfrau Maria dar. Ihre Formulierung läßt mich auch aufhorchen: ein „Kompromiss“ zwischen „engagierten“ Christinnen? Es sind wohl eher ungläubige oder verwirrte Christinnen.

Die Bibel, also Gott höchstpersönlich, spricht klar über die Rolle der Frau. Dies stellt keine Diskriminierung dar, sondern die ORDNUNG GOTTES! Soweit ich weiß, ist dies auch die Lehre der katholischen Kirche.

Die „Ablehnung der Aktion durch andere“ sehe ich als UNBEDINGTE und RICHTIGE Reaktion eines jedem Christen, der noch die nüchterne und in unserer heutigen Zeit unbedingt erforderliche Gabe der Unterscheidung der Geister besitzt. Ich stelle mich selbst auf die Seites eines jeden solchen Christen!

Ich habe für solche blasphemischen Aktionen weder Verständnis noch Toleranz und hoffe, dass der Bischof – seines Amtes nach „Aufseher“ über seiner ihm anvertrauten Kirche – angemessen reagiert.

Eine Eskalation wird allein mit dem Aufhängen solcher unchristlichen Aktionen „heraufbeschworen“!

Mit freundlichen Grüßen
Marion F.


Burkina Faso: Terroranschlag auf katholische Kirche – Priester und sechs Gläubige ermordet

Eine Gruppe von bewaffneten Männern hat während der Sonntagsmesse eine katholische Kirche niedergebrannt und am vergangenen Sonntag im westafrikanischen Burkina Faso mindestens sechs Menschen –  darunter einen Priester –  getötet.

Die Angreifer stürzten – wie US-Medien berichten – in die Kirche in der nördlichen Stadt Dablo und begannen zu Beginn der Messe gegen 9 Uhr Ortszeit auf die Gläubigen und den Geistlichen zu schießen. Selbst auf die fliehenden und die am Boden liegenden Menschen sollen die Täter geschossen haben. Es grenzt an ein Wunder, dass es „nur“ sieben Tote gab.

France 24 zitierte Sicherheitskräfte, die sagten, dass „etwa zwanzig bis dreißig bewaffnete Männer“ an dem Angriff beteiligt waren. Die Schützen sind noch nicht identifiziert.“ – Man geht aber mit großer Wahrscheinlichkeit von muslimischen Terroristen aus.

Ein Regierungsbeamter ergänzte gegenüber der BBC, dass die Mörder auch ein nahegelegenes Geschäft und ein Gesundheitszentrum in Brand setzten. Dablos Bürgermeister Ousmane Zongo sagte, die Stadt sei „voller Panik“ und die Bürger verbarrikadierten sich „zu Hause“. Die Kirche, Geschäfte und das Gesundheitszentrum wurden komplett zerstört.

Das Volk von Burkina Faso erlebte in den letzten Jahren immer mehr Terroranschläge von islamischen Dschihadisten-Gruppen, darunter auch von Al-Kaida-Mitgliedern.

Die Behörden teilten mit, dass bereits am vergangenen Freitag fünf Lehrer einer christlichen Schule erschossen wurden. 

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://philosophia-perennis.com/2019/05/13/sonntagsgottesdienst-in-burkina-faso-fanatische-muslime-ermorden-6-christen-und-einen-priester/


Bischof Mendis über die Lage in Sri Lanka

„Das ganze Land steht unter Schock. Es ist eine Tragödie.“ – So beschreibt Bischof Mendis im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT die Situation nach den Bombenanschlägen auf Kirchen und Hotels am Ostersonntag in Sri Lanka.

Mendis ist Bischof von Chilaw, das 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo an der Westküste des südasiatischen Inselstaates liegt.

Nur rund 50 Kilometer sind es von Chilaw bis nach Negombo. Die dortige katholische Kirche St. Sebastian ist einer der drei Orte, in denen während der Ostermesse Selbstmordattentäter Sprengsätze zündeten. Dies geschah nahezu zeitgleich auch in der St.-Antoniuskirche in Colombo, einem beliebten Wallfahrtsort, sowie im 250 Kilometer entfernten Batticaloa, wo es die protestantische Kirche traf.

„Die drei Kirchen waren voll von Gläubigen, schließlich war es Ostersonntag“, erklärte Bischof Mendis.

In den Kirchen wurden die meisten Menschen ermordet. Hinzu kommen die Opfer bei weiteren Sprengstoffanschlägen in drei Hotels in der Hauptstadt. Laut Polizeiangaben ist die Zahl der Toten auf mindestens 310 Menschen gestiegen. Ungefähr 500 Menschen wurden verletzt.

„Alle Kirchen im Land haben ihre Gottesdienste abgesagt“, teilte der Bischof mit. Die Gläubigen seien aufgefordert worden, sich nicht in Gruppen zu treffen, um weitere Anschläge zu verhindern.

Es herrsche „allgemeiner Alarmzustand“, sagte Mendis. Medienberichten zufolge hat die Regierung Sri Lankas mittlerweile Ausgangssperren verhängt.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2019/04-23-ganz-sri-lanka-steht-nach-anschlaegen-am-ostersonntag-unter-schock


Papst Franziskus anerkennt das Martyrium von Pater Alfredo Cremonesi

Am 19. März genehmigte Papst Franziskus die Anerkennung des Martyriums von Pater Alfredo Cremonesi. Der Geistliche wurde am 16. Mai 1902 in Ripalta Guerina (Italien) geboren. Am 7. Februar 1953 wurde er in Myanmar, wo er 28 Jahre als Missionar tätig war, ermordet.

Bei Ausschreitungen zwischen Regierungssoldaten und Rebellen steckten Soldaten das Wohnhaus des Missionars und das Kloster im Dorf Donoku in Brand, wobei Pater Alfredo schließlich erschossen wurde.

Zuvor war er aufgefordert worden, den Ort zu verlassen, aber er wollte bei seinen Gläubigen bleiben. Er hatte sein Leben in den Dienst der Ärmsten und Verlassensten gestellt und das Evangelium unter den einheimischen Stämmen verkündet.

Bischof Daniele Gianotti von Crema bekräftigte im Zusammenhang mit der Anerkennung des Martyriums:

„So Gott will, können wir die feierliche Seligsprechungs-Liturgie von Pater Alfredo schon im nächsten Oktober in Crema feiern. Das Zeugnis von P. Alfredo wird uns helfen, das Feuer der Mission in uns lebendig zu halten, den Wunsch, die Botschaft Christi zu allen zu bringen“.

Quelle: Fidesdienst

 


Bischof Genn bezeichnet die Kirche amtlich als „Laden“ – Erneut kein Wort von der Beichte

Von Felizitas Küble

Am 1. Fastensonntag wird stets  –  statt der üblichen Predigt  –  in den hl. Messen das Bischofswort an die Diözesanen verlesen. Am heutigen 10. März 2019 wurde im Bistum Münster der neue Fastenhirtenbrief von Bischof Dr. Felix Genn (siehe Foto) verkündet: https://www.youtube.com/watch?v=FSmopoUR9Mk

Dabei entwertete der Oberhirte die katholische Kirche erneut respektlos als „Laden“ – wie bereits vor einigen Wochen geschehen.

Allerdings äußerte er dies damals „nur“ gegenüber dem WDR, als er in einem Interview erklärte, er könne verstehen, wenn Leute sagen: „Jetzt ist Schluss mit diesem Laden!“

Diese unangebrachte Flapsigkeit habe ich Anfang Februar bereits kritisiert und die Frage gestellt, ob sich der Bischof wohl konsequenterweise als „Ladenhüter“ ansieht, wenn er seine Kirche als „Laden“ bezeichnet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/06/muenster-ist-bischof-genn-ein-ladenhueter/

Vor einigen Jahren traf ich in Münsters Innenstadt einen  – inzwischen verstorbenen  –  Weihbischof, den ich persönlich kannte, als er zu Fuß und ich mit dem Rad unterwegs war.

Ich stieg herunter und begrüßte ihn  – und er mich, worauf er fragte: „Na, wie gehts denn Ihrem Laden?“ – Gemeint war mein KOMM-MIT-Verlag und ich war etwas perplex über diese Redeweise, doch da es sich nur um eine beiläufige Unterhaltung handelte, dachte ich mir, der Weihbischof wollte sich etwas kumpelhaft geben und verübelte ihm den burschikosen Ausdruck nicht.

Nun ging es damals aber erstens „nur“ um meinen Verlag, zweitens war es ein Gespräch am Rande, drittens war ich trotzdem etwas erstaunt über die Wortwahl. 

Um wieviel mehr darf man sich wundern, wenn ein Bischof die Kirche Christi öffentlich als „Laden“ tituliert und damit deutlich abwertet.

Noch viel sprachloser fühlt man sich, wenn der hohe Amtsträger diesen Ausdruck offiziell in seinem Fastenhirtenbrief verwendet und alle heutigen Meßbesucher in seinem Bistum damit behelligt. Auf dem Kirchplatz erlebte ich selber, wie etliche Gläubige kritisch darüber diskutierten.

Ebenso wurde von Kirchgängern beanstandet, daß Bischof Genn kein einziges Wort pro Bußsakrament verlautbaren ließ – und das in einem Hirtenwort zur „österlichen Bußzeit“.

Im Vorjahr erwähnte er die Beichte wenigstens noch beiläufig. Aber ansonsten ist diesbezüglich Totschweigen angesagt, wie dieser Artikel von 2013 aufzeigt, in dem ich mich damals auch darüber beschwerte: https://charismatismus.wordpress.com/2013/02/17/munster-bischof-genns-fastenhirtenbrief-enthalt-keinen-hinweis-auf-die-beichte/

Statt also die Chance zu nutzen und seinem Kirchenvolk den Sinn der Beichte zu erklären, lobt und preist der Bischof in drei Absätzen ausführlich den Katholikentag, der vorigen Mai in Münster stattfand – nicht gerade ein sonderlich aktuelles Thema.

Aber dieses  – so Dr. Genn –  „schöne und ergreifende Ereignis in unserer Bischofsstadt“, das „wahrhaftig ein großes Fest des Glaubens“ gewesen sei, dient optimal der bischöflichen Eigenwerbung und Selbstdarstellung.

Danach befaßt sich der Oberhirte in fast epischer Breite, aber eher kryptischer Art mit der Frage der Interkommunion (Eucharistie für Protestanten), ohne daß der Gläubige erfährt, ob der Herr Bischof nun eindeutig dafür oder dagegen ist. Den zahlreichen Andeutungen zufolge (z.B. „nicht auf das Trennende zu schauen“) positioniert er sich wohl eher dafür, aber festlegen will sich Dr. Genn offenbar lieber nicht.

Sodann geht weiter um das Katholikentags-Motto „Suche Frieden“, das in dem Hirtenbrief seitenlang ausgebreitet wird. Dabei spricht der Bischof von jenen Gläubigen, „die durch große Verwundungen nicht in der Lage sind, zu verzeihen“; diese könnten durch die Eucharistie „einen Weg finden, der ihnen weiterhilft“, denn dabei könnten wir erfahren, „dass Gott selbst in seinem Sohn Jesus Christus mit uns Menschen Beziehung stiftet und Gemeinschaft aufbaut – und Er tut es trotz unserer Spaltung und unserer Zerrissenheit.“

Spätestens hier hätte der Bischof darauf hinweisen können, daß Christus die Gemeinschaft mit uns Sündern – gerade auch in einer Situation des Nicht-verzeihen-könnens – durch das Bußsakrament stiftet, daß ER hier „unsere Zerrissenheit“ heilt, indem ER Vergebung und neues Heil schenkt.

(Erzbischof Becker von Paderborn hat in seinem jetzigen Fastenhirtenbrief das Thema Beichte sogar in den Mittelpunkt gerückt: http://document.kathtube.com/47580.pdf)

Schließlich kommt der Münsteraner Ordinarius auf die Missbrauchs-Skandale zu sprechen und äußert seine Betroffenheit hierzu  –  teils auch darüber, „in Mithaftung gezogen zu werden für Taten, die ich nicht verursacht habe“. Gewiß, aber die positive „Mithaftung“ – etwa durch den angeblich so erfolgreichen Katholikentag – läßt sich der Bischof  gerne gefallen.

Der Hirtenbrief kommt auch auf „den Ärger und die Wut vieler“ zu sprechen, die wegen der Missbrauchsvorfälle „die Kirche verlassen“ hätten. Er könne es „sehr gut verstehen“, wenn Menschen sich „zu diesem Schritt entscheiden“.

Wieso kann ein führender Amtsträger einen derartigen Kirchenaustritt „sehr gut“ verstehen?

Sind wir nun in unserer Kirche um Christi willen – oder um uns an einer (sicherlich grundsätzlich wünschenswerten) moralischen Großartigkeit von Klerikern zu ergötzen – und falls das nicht klappt, entsetzt das Weite zu suchen?!

In diesem Missbrauchs-Zusammenhang äußert Dr. Genn sich dann über die Kirche als „Laden“:

„Natürlich tröstet mich dabei auch immer der Gedanke, dass derjenige, der am ehesten Grund hätte, aus dem „Laden der Kirche“ auszusteigen, der Herr selber ist….Aber Er bleibt treu und Er trägt auch dieses Versagen mit.“

Sodann kommt der Bischof erneut darauf zu sprechen, daß wir in einer Kirche, die sich als „zerrissen und gespalten“ darstelle, „von innen her geheilt werden“ könnten, wenn wir am Leiden Christi teilnähmen, der uns durch das Kreuz den Frieden schenke.

Auch hier wäre ein Hinweis auf die Beichte und ihre „heilende“ sakramentale Kraft höchst naheliegend gewesen.

Die eucharistischen Anmerkungen des Münsteraner Oberhirten wirken ebenfalls etwas einseitig, so wenn er z. B. schreibt: „Jesus begegnet uns in der Eucharistie als verwundeter Erlöser… Er begegnet uns in unserer Trauer, in unseren Wunden, weil Er der Verwundete ist.“

Die Kirche lehrt aber, daß Jesus in den Gestalten von Brot und Wein so real zugegen ist, wie ER im Himmel lebt und für immer als Gottmensch existiert – und somit als der Gekreuzigte und verklärte AUFERSTANDENE, als der siegreiche Christkönig und Pantokrator (Allherrscher, Weltenrichter).

Eine eindimensionale Hervorhebung des HERRN als „Verwundeter“ erscheint hier theologisch wenig sinnvoll.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

 


Glaubenstreue Bischöfe sollen Farbe bekennen

Mathias von Gersdorff

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ein deutscher Bischof über die Medien einen Angriff auf den Glauben und das Lehramt loslässt.

Am 12. Februar war der Magdeburger Bischof Gerhard Feige an Reihe. Er hält die Frage einer Priesterweihe von Frauen weiter für offen: „Dies rigoros abzulehnen und lediglich mit der Tradition zu argumentieren, überzeugt nicht mehr.“

Bischof Feige hat eine genaue Vorstellung, wie die Priester*innen sein sollen: „Weniger archaisch-bürgerlich als dynamisch-alternativ“.

Das ist die vorläufig jüngste Stellungnahme dieser Art in einer langen Reihe.

In den letzten Tagen haben sich zudem deutsche Bischöfe gegen das Priesterzölibat ausgesprochen (Peter Kohlgraf, Mainz), für die Segnung von Homo-Paaren (Franz-Josef Bode, Osnabrück) und für eine Neubewertung der Homosexualität (Franz-Josef Overbeck, Essen).

Kardinal Marx will gleich die ganze Sexualmoral umkrempeln.

Die normalen Gläubigen, also jene, die das Lehramt ernst nehmen und ihr Leben danach ausrichten, gewinnen den Eindruck, dass in Deutschland bald kein katholischer Stein mehr auf den anderen bleiben wird.

Der treu gebliebene Katholik befürchtet, dass es angesichts eines weitgehenden Glaubensabfalls eines großen Teils des deutschen Klerus kein Zurück mehr gibt. Die Gefahr, dass sich die katholische Kirche Deutschlands von der Weltkirche abspaltet und quasi eine völlig neue Religion erfindet, wird als real empfunden.

In dieser Situation sollten jene deutschen Bischöfe, die sich an das kirchliche Lehramt halten, in der Öffentlichkeit Farbe bekennen; sie müssen den Gläubigen Orientierung geben und sie im Glauben unterstützen.

Bekennermut ist gefragt, denn einfach stumm zu bleiben, kann in die endgültige Katastrophe der Spaltung und der Apostasie führen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht zeitkritische Beiträge u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/