CSU, Juden und Polizei für Verbot der Burka

Bundespräsident Gauck sowie Innenminister Thomas de Maizière (CDU) haben sich dagegen ausgesprochen, die Burka zu verbieten.

Die CSU und Teile der CDU treten hingegen für ein Verbot der Vollverschleierung ein, ebenso der Zentralrat der Juden in Deutschland, aber auch gemäßigte, liberale Muslime wie zB. der syrisch-stämmige Islamwissenschaftler Bassam Tibi oder die aus der Türkei stammende Schriftstellerin Seyran Ates.RTEmagicC_Frau_Verschleiert_jpg

Der CSU-Parteitag in München entschied bereits im vorigen Jahr, daß das Tragen von Burka und Niqab (Vollverschleierung) in der Öffentlichkeit untersagt werden soll. Die CSU-Landesgruppe im Bundestag möge sich für eine entsprechende Gesetzesänderung einsetzen, beschlossen die Delegierten in München.

Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär (CSU) sagt zu dem Thema: „Jemand, der sich in unsere Gesellschaft integrieren möchte, hat keinen Grund, sein Gesicht zu verstecken.“ 

Die CDU-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, stellt fest, die Vollverschleierung stehe für ein „abwertendes Frauenbild.“   –  Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach erklärt, die Burka sei „Ausdruck für eine integrationsfeindliche Abgrenzung zu unseren Werten und unserer Tradition, unseren Mitbürgern offen und unverhüllt entgegenzutreten.“

In diesem Sinne äußert sich auch der frühere Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, ein konservativer, islamkritischer Sozialdemkrat. Er plädiert für ein Burkaverbot: „Das ist kein Kleidungsstück, das in eine demokratische Gesellschaft passt. Das ist die Abkapselung, die Unterwerfung der Frau schlechthin.“

Ähnlich sieht es der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster: „Ich kenne keinen namhaften Islamwissenschaftler, der mir bislang erklärt hat, aufgrund welcher zwingenden religiösen Vorschrift eine Burka zu tragen ist.“

039_36A - KopieEine aktuelle Umfrage des Instituts YouGov ergab eine Mehrheit von 62 Prozent der Befragten für ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland.

Das CSU-Organ „Bayernkurier“ schreibt zudem:

„Auch die Sicherheitsbehörden und die Justiz plädieren für ein Burkaverbot, damit man Menschen überhaupt identifizieren und ihre Gesichtszüge bei Aussagen beurteilen kann. In anderen Ländern wie Belgien, Frankreich oder dem Schweizer Kanton Tessin existieren solche Verbote, in den Niederlanden soll es kommen.“

Auch Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), hat sich bereits eindeutig gegen die Vollverschleierung ausgesprochen: „Die Burka verhindert die Integration, erniedrigt die Frau und fördert Parallelgesellschaften.

1. Foto: IGFM

 

 


CDU-Politiker Jens Spahn fordert „klare Ansage“ an Migranten zur Integration

Von Dr. David Berger

Nach der enttäuschenden Pressekonferenz, für die Angela Merkel ihren Sommerurlapressefotoberger11ub unterbrach, um den Menschen in Deutschland zu sagen, dass sie angesichts der gegenwärtigen Terrorwelle in Deutschland und Europa nichts Neues zu sagen hat, hat sich nun der CDU-Politiker Jens Spahn mit einem Interview in der „Welt“  zu Wort gemeldet.

Spahn, der derzeit als Mitglied des Parteipräsidiums und Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium tätig ist, gilt für viele Christdemokraten als der große Hoffnungsträger der Partei.

Dabei gehört es selbstverständlich zum guten Ton in der Partei, dass Spahn sich von den kritischen Fragen zur Kanzlerin nicht provozieren lässt, sondern Verständnis für ihr „Wir schaffen das“ aufbringt:

„Mein Eindruck ist, dass wir alle vor einem Jahr unterschätzt haben, was mit dieser großen Flucht- und Migrationsbewegung auf uns zukommen würde. Integration ist eine Herkulesaufgabe, die nicht mit einem dreiwöchigen Sprachkurs abgeschlossen ist. Die Kluft zu den Herkunftsländern bei Kultur, Religion und Wohlstand ist riesig. Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten plötzlich in Afghanistan leben – wie schwer Ihnen das fallen würde!“

Er betont dann aber, dass wir im Hinblick auf grundlegende Werte unserer offenen Gesellschaft nun dringende klare Ansagen brauchen:
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„Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, der Umgang mit Juden, mit Schwulen und Lesben, mit anderen Religionen, mit dem Reichtum des Nachbarn. Das alles erfordert klare Ansagen und Regeln, die wir auch durchsetzen müssen. Das haben wir am Anfang nicht immer gemacht.“

Wer sich auf den Weg nach Deutschland mache, müsse sich gut überlegen, ob er sich hier in die westliche Kultur integrieren will. Wer dazu nicht bereit sei, solle sich eine neue Heimat suchen, die „besser zu ihm passt“.

Bei denen, die schon hier sind, fordert Spahn ein hartes Durchgreifen, damit deutsche Gesetze eingehalten werden. Dies sei besonders bei Migranten aus dem arabischen Raum notwendig, bei denen nicht nur mangelnde Bereitschaft zur Integration, sondern auch erhöhte Kriminalitätsraten feststellbar seien. Hier mit Verständnis zu agieren, sei fatal:

Der sozialpädagogische Ansatz, Tätern immer wieder eine neue Chance zu geben, funktioniert nicht mehr. Er wird gerade von diesen Jugendlichen als Einladung verstanden, munter weiterzumachen. Und es macht andersrum die Deutschen rasend, wenn sie immer wieder lesen müssen, dass Diebe, Grapscher und Betrüger nach der Aufnahme der Personalien gleich wieder freikommen.“

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels von Dr. Berger hier: https://philosophia-perennis.com/2016/07/30/jens-spahn/


Transplantation der Gebärmutter: Haben wir bald noch mehr Kinder aus dem Labor?

Von Dr. med. Edith Breburda

Babys, die nicht mehr von Müttern ausgetragen werden müssen  –  das ist ein Traum aller, die es als eine Ungerechtigkeit ansehen, dass Frauen die Benachteiligten sind, wenn es darum geht, Kinder auf die Welt zu bringen. dr-breburda1

Bereits heute arbeiten Wissenschaftler in Japan mit Hochdruck an einer künstlichen Gebärmutter (Artificial Wombs). Wenn man eine Schwangerschaft im Labor austragen könnte, werden selbst Leihmütter überflüssig. In 20 Jahren will man so weit sein. Dann soll endlich die Gleichberechtigung der Frauen gewährleistet und das Ziel der „reproduktiven Freiheit“ erreicht sein. Auch sollen bald Männer Kinder bekommen können [1].

Kann man sich unter diesem Aspekt vorstellen, dass Frauen dennoch die Unannehmlichkeiten einer Schwangerschaft weiterhin auf sich zu nehmen wollen? Neulich konnte man in der „New York Times“ von einer Frau lesen, dessen sehnlichster Wunsch es war, eine Schwangerschaft zu erleben:

“Solange ich mich daran erinnern kann, wünsche ich mir all die lästigen Nebeneffekte wie Schwangerschaftsübelkeit, geschwollene Beine, Rückenschmerzen. Diese Erfahrung ist zwar nicht lebensnotwendig, aber ich möchte sie dennoch unbedingt machen.”

Die neueste Errungenschaft moderner Reproduktions-Technologie besteht in der Transplantation einer Gebärmutter. Es gibt Frauen, bei denen keine Gebärmutter ausgebildet wurde, trotzdem wollen sie schwanger werden.

Die erste Frau in den USA, bei der eine Gebärmutter eingepflanzt wurde, war Lindsey. Sie erhielt den Uterus einer verstorbenen Spenderin. IMG_0873

Ende Februar 2016 erklärten Ärzte der Cleveland-Universitätsklinik, dass die Operation erfolgreich verlief. Einige Tage später stellten sich Komplikationen ein und das Transplantat musste wieder entfernt werden. Obwohl der erste Versuch fehl schlug, erhielten Ärzte der Cleveland-Klinik die Erlaubnis des Ethik-Komitees, mit der experimentellen Studie fortzufahren, und noch 9 weitere Frauen zu operieren.

Lindsey ist traurig, dass die Transplantation nicht erfolgreich war: „Es geht mir gut. Ich bedanke mich besonders bei den Ärzten, die so schnell reagiert haben. Ich habe mich sehr über die Gebete und guten Wünsche meiner Freunde gefreut.“

Die Gothenburg-Universität in Schweden hat bereits 9 Uterustransplantationen ausgeführt. 5 Kinder wurden dadurch geboren; zwei Transplantate mussten wieder entfernt werden.

Für Dr. Alexander Maskin von der Universität Nebraska gibt es verschiedene Gründe, warum das Transplantat abgestoßen wird: “Meistens ist es eine Reaktion des Immunsystems, aber auch eine Infektion kann daran schuld sein. Wenn die involvierten Arterien und Venen nicht richtig miteinander verbunden sind, ist die Zirkulation vermindert. Wir werden uns mit den anderen Teams zusammentun und mit ihnen diskutieren, wie man in Zukunft die Gebärmutter-Transplantation verbessern kann.“  – Drei andere medizinische US-Zentren wollen diesen Service auch anbieten  [2].

Das Transplantat wird allerdings nur temporär im Körper der Frau verbleiben. Um die Abstoßung des fremden Organs zu verhindern, müssen Medikamente eingenommen werden, die das Immunsystem unterdrücken. Damit dies nicht zu lange erfolgt, darf eine Frau nur zwei Schwangerschaften austragen. Danach wird die Gebärmutter wieder herausoperiert. Ob zwei Schwangerschaften physiologisch überhaupt möglich sind, wird nicht hinterfragt. IMG_1072

Die Eileiter werden nicht mit der Gebärmutter verbunden. Eine Schwangerschaft kann also nur durch In-Vitro-Fertilisation erfolgen. Frauen, deren Uterus nicht ausgebildet wurde, haben meist keine eigenen Eizellen (siehe dazu das Buch: „Reproduktive Freiheit, free for what?“). Sie können deshalb nur über eine Eizellspenderin die biologischen Kinder ihres Partners austragen. Mit einer künstlichen Befruchtung geht eine Pränataldiagnostik einher. Embryos, die nicht den Vorstellungen der Mediziner entsprechen, werden vernichtet, tiefgefroren oder an die Forschung gespendet.

Die Uterusschleimhaut muss eine spezifische Konsistenz und Dicke besitzen, damit sich der Embryo einnisten kann. Bei vielen In-Vitro-Fertilisationen stirbt der Embryo, weil das Endometrium nicht optimal hormonell vorbereitet ist. Eine Schwangerschaft unter immunsuppressiven Bedingungen aufrecht zu erhalten, ist physiologisch gesehen äußerst schwierig, wenn nicht unmöglich.

Forschungen, inwieweit die Gebärmutter und die Plazenta die Gesundheit des Menschen während seines ganzen Lebens beeinträchtigen, stehen noch am Anfang [3].

Die wenigen „Uterustransplantat-Kinder“ kamen über Kaiserschnitt als Frühchen auf die Welt. Artikel über die medizinische und psychologische Problematik, aber auch über die Sterberate dieser Babies nehmen zu.

Ein Uterustransplantat unterscheidet sich schon deshalb, weil der Uterus ein nicht lebensnotwendiges Organ ist. Die Entnahme von einem Verstorbenen sehen viele als unethisch an. Andere wiederum wollen nicht das Leben einer Spenderin für eine Operation, die nicht das Leben eines anderen rettet, aufs Spiel setzen. In Schweden operierten die Ärzte 10 – 12 Stunden, um das Organ zu entnehmen. Für die Empfängerin und vor allem für das Ungeborene kann die Hochrisikoschwangerschaft tödlich ausgehen. shutterstock_114300748-140x94

Die Empfängerin unterzieht sich neben der Erstoperation einem Kaiserschnitt und einer späteren Entnahme des Uterus. Das Ungeborene muss sich in einem Uterus entwickeln, der eigentlich vom Körper abgestoßen wird. Bei einem Baby begann dieser Prozess bereits in der 18. Woche. Medikamente konnten die Schwangerschaft bis zur 31. Woche aufrecht erhalten. Fraglich ist, ob der Blutfluss durch die Gebärmutter stark genug ist, um das Ungeborene adäquat zu ernähren.

Derya Sert, eine 22-jährige Frau, wurde nach einer Uterustransplantation schwanger. Allerdings erlitt sie bald eine Fehlgeburt. Inwieweit die Gebärmutter dazu beitrug, ist ungeklärt. Dr. Mats Brännström räumt ein, dass das Experiment einer Uterus-Transplantation nur dann als erfolgreich angesehen werden kann, wenn ein Kind entbunden wird. Handelt es sich wirklich um eine medizinische Errungenschaft, wenn man die Spenderin, die Empfängerin und ein Kind freiwillig lebensbedrohlichen Situationen aussetzt, nur um eine Schwangerschaft erleben zu können?

Ärzte und Ethikrat wissen, dass es sich bei einer Uterustransplantation um einen extrem riskanten Eingriff handelt. Dieses Experiment wird trotzdem weitergeführt werden, solange man Patient und Ärzte hat, die gewillt sind, es auszuführen. Book

Die nächsten Generationen waren in den letzten Jahren die Versuchskandidaten der modernen Reproduktions-Medizin. Die sogenannten „künstlichen Kinder“ wurden zum Maßstab, ob etwas funktionierte oder nicht. Momentan weiß keiner, inwieweit die so erzeugten Kinder gesundheitliche, psychische oder physische Probleme haben.

Die Leidtragenden sind die Frauen, die ausgebeutet werden. Für moderne Reproduktionstechniken braucht man Eizellen, Leihmütter und nun auch Spender-Gebärmütter. Um unfruchtbaren Frauen zum Kind zu verhelfen, nehmen Eizellspenderinnen in Kauf, selber unfruchtbar zu werden.

Kürzlich hörte man von der Leihmutter Brooke Brown aus Idaho. Sie und ihre Auftragskinder starben durch Komplikationen in der Schwangerschaft. Arme Frauen aus Drittländern fallen schon heute der Fruchtbarkeitsindustrie zum Opfer. Im „Journal für Reproduktive Biomedizin“ war neulich zu lesen, dass Dr. Rachel Brown und Joyce Harper zugaben, dass Reproduktionstechnologien kaum auf ihre Sicherheit geprüft werden, bevor sie zum Einsatz kommen [4].

Quellenangaben:
[1] E. Breburda Reproduktive Freiheit, free for what?
[2] Denise Grady: First Uterus Transplant in U.S. has failed. The New York Times, March 9, 2016
[3] Dr. Edith Breburda hat als Plazentologin viele wissenschaftliche Artikel über reproduktive Immunologie veröffentlicht.BookCoverImage
[4] Rebecca Taylor: Uterus Transpants are supremely risky. Nat. Cath. Register, 18.04.2016

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)

Fotos Nr. 1 – 3: Dr. Edith Breburda


Unionsfraktion: Auch Flüchtlinge müssen Religionsfreiheit respektieren

Der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages widmet sich am morgigen Mittwoch in einer Anhörung dem Schwerpunktthema Religionsfreiheit und Demokratie-Entwicklung. Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto): 10

„Gerade die aktuelle Zuwanderung von hunderttausenden Menschen nach Deutschland und Europa zwingt unsere Gesellschaften dazu, sich auf die Religions- und Glaubensfreiheit zu besinnen und sich ihre zentrale Bedeutung für ein friedliches Zusammenleben bewusst zu machen. Dieser Debatte soll die morgige Anhörung neue Impulse geben.

Berichte über Gewalt zwischen Flüchtlingen zeigen, dass die Menschen nicht nur vor der Gewalt religiöser Fanatiker aus ihren Heimatländern fliehen, sondern auch teilweise religiöse und kulturelle Vorstellungen mitbringen, die zu Konflikten untereinander führen. Dies bekommen offenbar vor allem zum Christentum konvertierte Muslime zu spüren.

Die Grundwerte unserer Verfassung und unseres Staates müssen ohne Wenn und Aber gelten. Dies betrifft vor allem die Religions- und Glaubensfreiheit. Dazu gehören aber natürlich auch das Gewaltmonopol des Staates, die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie die Bekräftigung des Existenzrechts Israels als Teil der deutschen Staatsräson.

Wenn wir dafür sorgen wollen, dass die Menschen sich gar nicht erst auf die Flucht aus ihrer Heimat begeben, müssen wir helfen, die Region des Nahen Ostens zu stabilisieren und zu befrieden. Hier muss es uns gelingen, gerade in den multiethnischen und multireligiösen Gesellschaften in Syrien und im Irak auch die Religionsfreiheit zu gewährleisten und so den Minderheiten eine Zukunftsperspektive zu geben.“ 


Schwuler Autor kritisiert „Homo“-Funktionäre: „Warum ich aus dem LSVD ausgetreten bin“

Von Dennis Riehle
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Mehr Rechte hier, mehr Gleichstellung dort: Interessenverbände vertreten die Anliegen ihrer Mitglieder. Zweifelsohne dürfen sie das, doch kritisch wird ein solcher Einsatz immer dann, wenn er den Eindruck erweckt, für eine ganze Gruppe sprechen zu wollen  –  oder ideologisch einseitige Forderungen zu stellen.

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Homosexuellen in Deutschland weitere Gleichberechtigung zukommen zu lassen. Mit Nachdruck und Engagement werden nahezu täglich neue Missstände aufgezeigt und Appelle gegen die angeblich noch immer stark ausgeprägte Diskriminierung Schwuler und Lesben gerichtet.

Ich bin selbst schwul – und stehe deshalb nicht im Verdacht, einen Verband zu kritisieren, der überhaupt nicht mein Klientel repräsentieren würde und von dem ich keine Ahnung hätte. Im Gegenteil: Ich sehe mich als Verfechter für die Anliegen Homosexueller. Und trotzdem bin ich nun aus dem LSVD ausgetreten. Warum?

Wer besonders laut schreit, hat nicht immer recht

Ich formulierte es vor kurzem mit einer schon nahezu abgedroschenen Floskel: „Nicht die, die besonders laut schreien, müssen immer recht haben“. Denn diesen Eindruck erweckt der Lesben- und Schwulenverband seit Jahren auf mich. Nahezu das Mitleid von Politik und Bevölkerung, Menschenrechtlern und Antidiskriminierungsstellen provozierende Aussagen sind nicht das, was für mich eine gute Interessenvertretung ausmacht.   0016

Ein Mitstreiter erklärte mir vor einiger Zeit, es müsse das Ziel der Schwulen- und Lesbenbewegung sein, mindestens die gleichen Rechte für Homosexuelle zu erreichen wie für die restliche Bevölkerung. „Mindestens“ genauso viele Rechte wie für andere Bürger?  – Nein, ich möchte nicht „besser“ behandelt werden wie der Heterosexuelle aus der Nachbarschaft, denn ich habe keine besondere Fürsorge nötig.

Strukturelle Folter und Gewalt gibt es gegenüber Homosexuellen in Deutschland glücklicherweise schon seit längerem nicht mehr. Und trotzdem beschleicht mich die Wahrnehmung, dass gerade eine zugespitzte, weit übertriebene Darstellung der Dinge Verantwortliche in der Gesellschaft unter Druck setzen soll. „Seht her, wie schlecht es uns Schwulen und Lesben doch geht“, könnte man die Eindrücke zusammenfassen, die man beim Lesen von Veröffentlichungen des LSVD erhält.

Systematische Benachteiligung von Homosexuellen?

Ich frage mich, wie ein Miteinander funktionieren soll, wenn jeder Interessenverband der vielen Minderheiten in Deutschland derart offensiv seine Sichtweisen vertreten würde, wie es der LSVD tut. Es geht nicht schnell und weit genug, was die Politiker beschließen. Es reicht nicht aus, was an großen Schritten bereits erreicht wurde. Ob „Homo-Ehe“, Steuergleichheit oder Adoptionsrecht – wenn es nach dem LSVD ginge, wäre all das schon vorgestern umgesetzt worden. Ohne Rücksicht darauf, dass eine Gesellschaft auch Zeit benötigt, Veränderungen anzuerkennen.

Das Grundgesetz garantiert uns allen Würde und sichert auch zu, niemanden zu benachteiligen. Natürlich ist der Status von Schwulen und Lesben in verschiedenen Bereichen noch nicht der, den Heterosexuelle ganz selbstverständlich erreichen. Aber können wir von einer strukturierten und gar systematischen Herabwürdigung sprechen, die Homosexuellen quer durch die Lande zuteil wird?

Und was verstehen wir eigentlich unter Nichtachtung? Ist beispielsweise das Festhalten an der verschiedengeschlechtlichen Ehe als Idealtypus des Zusammenlebens und des Ortes von Fortpflanzung gleichzusetzen mit einer Diskriminierung homosexueller Partnerschaften?

Intoleranz in den eigenen Reihen

Wir sind heutzutage rasch dabei, uns über Ausgrenzung zu beschweren. Dort, wo nicht alles gleich ist, scheinen zwangsläufig Schmähungen zu herrschen. Ich weiß nicht, ob der LSVD tatsächlich für alle Lesben und Schwule in Deutschland spricht, wenn er einerseits Toleranz einfordert, andererseits gerade Homosexuelle aber selbst am besten wissen, wie intolerant es in den eigenen Reihen zugeht. 038_35

Oberflächlichkeit prägt oftmals das Miteinander. Der Körperkult entscheidet über den Wert eines Menschen. Und beim CSD betreiben wir eine Sexualisierung – von einer politischen Demonstration sind nackte Oberkörper und der Wettbewerb um das schönste Kostüm geblieben. 

Nein, nicht nur die ältere Generation nimmt daran Anstoß  –  auch ich stehe immer wieder irritiert am Straßenrand, wenn sich mitten im Sommer vermeintliche Karnevalszüge an mir entlang rauschen. Schwule und Lesben wollen ein gleichwertiger Teil der Gemeinschaft sein – und setzen dennoch immer wieder darauf, Vorurteile zu bedienen und eine Parallelwelt (die bekannte und unter Homosexuellen gleichsam verpönte wie geliebte „Szene“) aufrecht zu erhalten.

„Ich bin nicht der einzige „bürgerliche“ Schwule hierzulande“

Man schreibt mir die Eigenschaft zu, in vielen Fragen „konservativ“ zu sein. Und ja: Ich halte durchaus an Traditionen fest – und habe zumindest Verständnis dafür, dass Normvorstellungen nicht von jetzt auf nachher wandlungsfähig sind.

Gerade der LSVD spricht immer wieder von der Vielfalt – in Wirklichkeit verfolgt er nicht nur eine Gleichmacherei, sondern den Versuch, seiner Sicht eine pauschale und unumstößliche Verbindlichkeit zu verleihen. Kritische Meinungen über das Konzept des Verbandes sind nicht willkommen. Die Mitarbeit von Mitgliedern, die nicht „auf Linie sind“, scheint nicht gewollt.

Sprachlosigkeit gegenüber differenziert Denkenden ist auch eine Form der Missachtung. Und sie habe ich im LSVD so erlebt: Zurücksetzung gerade dort, wo die Freiheiten der Demokratie bis auf das Letzte ausgereizt werden sollen.

Ein Verband, der über seine Weltanschauung nicht zu reflektieren bereit ist und keinen Hehl aus seiner eindeutigen politischen Gesinnung macht, braucht aus meiner Sicht ein Gegengewicht. Denn ich weiß, dass ich nicht der einzige „bürgerliche Schwule“ in diesem Land bin…

Dennis Riehle, Martin-Schleyer-Str. 27 in 78465 Konstanz
Webpräsenz: www.Dennis-Riehle.de


Verband Familienarbeit plädiert für freie Wahl zwischen Klinik und Hausgeburt

V0n Dr. Johannes Resch

Nach Überzeugung des Verbands Familienarbeit ist die Geburt in der Regel ein natürlicher Vorgang, der nicht über das notwendige Maß hinaus „medizinisiert“ werden darf, wie das angesichts der zunehmenden Anzahl von Kaiserschnitten zu beobachten ist. A.L.Content_Was_wir_wollen

So richtig bei bestehenden Risiken eine Geburt in einer Klinik ist, so unbestritten haben auch Hausgeburten aufgrund der gewohnten psychologisch stabilisierenden Umgebung große Vorteile. Grundsätzlich sollte auch hier die Wahlfreiheit für Eltern geachtet werden.

Diese Wahlfreiheit ist aktuell gefährdet, da keine Versicherung mehr bereit ist, das Haftpflichtrisiko für freie Hebammen zu übernehmen. Da absehbare Risikogeburten ohnehin in einer Klinik erfolgen, sind Schadensfälle bei Hausgeburten jedoch nicht höher als in einer Klinik.

Wir fordern den Gesetzgeber auf, in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen eine Regelung zu finden, die das Haftpflichtrisiko auch bei Hebammen in zumutbarer Weise regelt. Es geht nicht nur um das Berufsrecht der Hebammen, sondern auch um die Entscheidungsfreiheit von Eltern über die Bedingungen einer Geburt. Einschränkungen sind nur bei medizinisch objektivierbaren Gefährdungen gerechtfertigt.

Gleichberechtigung statt „Gleichstellung“

Die „Gleichstellungspolitik“ der Bundesregierung strebt unter dem Begriff „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ eine „Gleichstellung“ von Müttern und Vätern im Erwerbsleben an. Das bedeutet, dass die Erziehungsarbeit ignoriert wird. Eltern werden so immer mehr genötigt, schon ihre Kleinkinder in Fremdbetreuung zu geben, um ein ausreichendes Einkommen erzielen zu können. m

Eine Gleichberechtigung der Eltern ist nach Überzeugung des Verbandes Familienarbeit dagegen nur möglich, wenn eine Gleichstellung von elterlicher Erziehungsarbeit mit herkömmlicher Erwerbsarbeit erfolgt. Da die Kindererziehung heute aufgrund unseres Sozialsystems von Nutzen für die gesamte Gesellschaft ist, steht den Eltern eine Honorierung in Form eines angemessenen Erziehungsgehalts mit Rentenanspruch als Gegenleistung zu.

Erst dann haben Eltern Wahlfreiheit, ob sie ihre Kinder selbst erziehen oder das Geld zur Finanzierung einer Fremdbetreuung ihrer Wahl verwenden, wenn sie im bisherigen Beruf voll erwerbstätig bleiben wollen. Erst dann wird Kindererziehung wieder unter entspannten Bedingungen möglich werden und Eltern nicht mehr in ein Hamsterrad krank machender Doppelbelastung drängen.

Dr. Johannes Resch
Stellv. Vorsitzender des Verbands Familienarbeit e.V.
www.familienarbeit-heute.de
www.johannes-resch.de



TV-TIP: Birgit Kelle heute bei „Hart, aber fair“

ARD-Thema: Gender und Gleichberechtigung

Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?  –  Gleichstellungs-gesetz, Quotenregelung, Genderforschung – bei uns wird das Verhältnis von Mann und Frau zur Staatsraison. 558387_344678045621010_604335282_a

Braucht echte Gleichberechtigung mehr Regulierung? Oder wird so aus dem kleinen Unterschied ein großer Krampf?

Es diskutieren in der ARD-Sendung:

Birgit Kelle (siehe Foto), Vorsitzende von Frau 2000plus e.V, Anne Wizorek von #aufschrei, Wolfgang Kubicki (FDP) Anton Hofreiter (Grüne) und Sophia Thomalla, Model.

Beteiligen Sie sich an der Zuschauerdiskussion jetzt und während der Sendung im Gästebuch von Hart aber Fair unter diesem Link.