Würdigung des Buches „Dann mach doch die Bluse zu“ von Birgit Kelle

Rezension von Hans Jakob Bürger

Buch-Daten: Birgit Kelle, Dann mach doch mal die Bluse zu. Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn, adeo-Verlag, 2013,ISBN: 9783942208093, 224 Seiten, 17,99 Euro

Wer kennt nicht solche Menschen, die sich „bewusst“ gegen Kinder und vor allem gegen das überkommene Bild der „Familie“ entscheiden?  –  Natürlich sind jene stolz auf ihre eigene Meinung und merken nicht, dass sie dem Mainstream hinterherjagen, der heutzutage über allem steht und die Richtung vorgibt, wohin ihr Leben gehen soll.

Diese Problematik hat Birgit Kelle (siehe beide Fotos) zum Thema ihres Buches „Dann mach doch die Bluse zu“ gemacht: 42687

„Eine Frau, die sich als Mutter begreift, oder, Gott behüte, als Hausfrau, kann abdanken. Die einen werfen ihr vor, sie sei nicht emanzipiert, die anderen, sie sei faul, die Dritten, sie würde sich aus ihrer Eigenverantwortung als Frau stehlen und von einem Mann aushalten lassen. Nicht zuletzt bleibt sogar der Vorwurf, sie würde durch ihr rückständiges Verhalten die Emanzipation ihrer Geschlechtsgenossinnen verhindern.“

Die Autorin schreibt: „Es ist mein gutes Recht, mein Leben so zu leben, wie es mich glücklich macht. Ich habe nur dieses eine.“ –   Doch wird dieser Satz nicht auch von der anderen Seite der Gesellschaft unterschrieben? War es nicht so, dass der Feminismus einst dafür eingetreten ist, dass die Frau genau das machen darf, leben wie sie will? Leben die Frauen heute so? Tun sie wirklich das, was sie möchten? Werden sie nicht vielmehr und viel stärker als jemals zuvor in eine Rolle gezwängt?

Ist es nicht auch so, dass Mütter, die gezwungenermaßen Geld verdienen müssen, sich oft ein schlechtes Gewissen machen, wenn sie morgens ihre Kinder in der Kita abgeben und ihre Erziehung weitestgehend „professionellen Erziehern“ überlassen?

Die Gesellschaft sagt ihnen zwar, dass sie sich im Recht fühlen dürfen, denn auch sie liebten ja ihre Kinder über alles. Doch ist dies ausreichend? Verfügt der gesellschaftliche Gruppenzwang nicht über enorme Kräfte, denen sich viele Mütter (und Väter) nicht mehr entziehen können? Sie unterliegen so einem Trugbild um allen gerecht zu werden, dem Ehemann, den Kindern, dem Arbeitgeber, den Freunden und am meisten sich selbst gegenüber.

Foto: Kerstin Pukall

Foto: Kerstin Pukall

Wer sich dennoch für eine richtige Familie entscheidet und Kinder bekommt, muss sich dafür allzu oft rechtfertigen. Man mag nicht verstehen, dass sie ihre eigenen Kinder auch selber erziehen möchten, ihnen das Rüstzeug für ein gutes und gesundes Leben, das später sowieso noch hart genug werden wird, mitgeben möchten.

Ein ganz normales Familienleben sollen die Kinder erleben dürfen, mit täglichen gemeinsamen und selbstgekochten Mahlzeiten, die die Grundlage für einen gesunden Körper sind. Spielen, schmusen, kreativ tätig sein, basteln und malen, alles ideale Möglichkeiten, die Kinder zu fördern; ebenso vorlesen, das ABC lernen und die ersten Rechenaufgaben lösen, geborgen in der Wärme der eigenen Mutter oder des Vaters und nicht bei fremden Personen  –  was gibt es Schöneres für kleine Kinder?

Solchen Kindern wird es nicht an der notwendigen Zuwendung von Mutter und Vater fehlen, um seelisch gesund zu bleiben und stark zu werden. Und sicher ist das gemeinsame Beten in der Familie, die Hinführung der Kinder zur Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Schöpfer und Geber alles Guten, eine weitere Voraussetzung für ein glückliches und gesegnetes Familienleben. All das wird in dem Buch angesprochen.

Schlagworte wie Emanzipation und Frauenbewegung dienen doch eher dazu, dem destruktiven Genderwahn Vorschub zu leisten und vergessen dabei, dass damit alle Geschlechter verunglimpft und in die Enge getrieben werden sollen. Wirklich echte Männer sind ja nicht Feinde der Frauen, sie sind vielmehr echte Väter und stärken die eigene Frau in ihrer eigenen und großen Aufgabe als Mutter:

„Es braucht nämlich keine Gleichstellung in allen Lebenslagen, kein Aufrechnen von Ämtern und Hausarbeit und auch kein Aufrechnen von Geld, wenn man mit Respekt und Wertschätzung zwischen Mann und Frau kommuniziert. Wir brauchen die Anerkennung der Unterschiede und keinen Gleichheitswahn, der alle dazu verleiten soll, das gleiche Leben zu führen, egal, ob Mann oder Frau. Wir brauchen keine Austauschbarkeit der Geschlechter, kein Gender-Mainstreaming, das uns einreden will, unsere angeborene Weiblichkeit sei nur ein Fehler unsere Erziehung und die angeborene Männlichkeit in der Regel ein Problem.“

Die 38-jährige vierfache Mutter Birgit Kelle hat ein wunderbares, aufrüttelndes und sinnstiftendes Buch für die Frau, für den Mann und für die Familie geschrieben, das man den Heiratswilligen bereits auf dem Standesamt schenken sollte  –  oder vielleicht schon vorher, beim Brautunterricht in der Pfarrei.

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