Von der Coronakrise zur Gesundheitsdiktatur?

Von Klaus Schmidt

Seit Monaten werden Menschen und Medien von einem Thema in Atem gehalten, dem zuerst in der chinesischen Zwölf-Millionen-Metropole Wuhan aktiven „COVID-19“ oder „Coronavirus SARS-CoV-2“. Ob dessen Verbreitung Fledermäusen anzulasten ist, derselbe einem dortigen Labor für Biowaffen entwich oder gar willentlich zwecks Mammutgewinn aus Impfstoffproduktion ausgestreut wurde, wissen wohl nur erlauchte Eingeweihte.

Teils durch Flugreisende direkt aus dem Reich der Mitte und teils am Landweg via südliche Nachbarstaaten importiert, hat die „Pandemie“ auch Deutschland wie alle Welt längst erreicht.
Das „Robert Koch-Institut“ vermeldet dazu regelmäßig neueste Zahlen von Infizierten und Verstorbenen, wenn auch häufig widersprüchlich.
Deshalb merkte selbst FDP-Vize Wolfgang Kubicki öffentlich an, diese seien mehr politisch motiviert als wissenschaftlich begründbar und verstand darunter hochgerechnet.

Diese Grippewelle mit möglicher Lungenschädigung ist zweifelsfrei schmerzhafte Realität, wird jedoch via Presse und Funk noch zusätzlich dramatisiert. Mit Pest oder Cholera ist die jetzige Epidemie nicht vergleichbar, ohne sie jedoch zu bagatellisieren. Dr. Karl Lauterbach, der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, kündete ihre Wirksamkeit einschließlich Beschränkungen bis ins Jahr 2022 an.

Zwar vorwiegend nur über alternative Kanäle wie „Facebook“ oder „Twitter“ machen auch abweichende Beurteilungen auf sich aufmerksam, etwa Anfang März die von Internist und Lungenarzt Dr. Wolfgang Wodarg. Er lässt verlauten:

„Ähnliche Horrorszenarien gab es in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder. Doch die ‚Schweinegrippe-Pandemie‘ der WHO war in Wirklichkeit eine der mildesten in der Geschichte und auf die ‚Vogelgrippe‘ warten nicht nur die Zugvögel bis heute.
Angesichts der Tatsache, dass bei jeder Grippe-Welle jeweils 7 – 15% der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) auf das Konto von Coronaviren gehen, liegen die jetzt laufend addierten Fallzahlen immer noch völlig im Normalbereich.
Einigen Ärzten in Wuhan gelang es, mit anfangs weniger als 50 Fällen und einzelnen in ihrer Klinik Verstorbenen, bei denen sie Coronaviren als Erreger nachgewiesen hatten, weltweite Aufmerksamkeit zu erregen.
Die farbigen Landkarten, die uns jetzt auf Papier oder Bildschirmen gezeigt werden, sind eindrucksvoll, haben aber mit der Krankheit zumeist weniger zu tun, als mit der Aktivität von tüchtigen Virologen und Scharen von sen
sationslüsternen Berichterstattern.“

Zweifellos handelt es sich bei der schon zu Beginn der Krise verfassten Bewertung um eine persönliche Sicht, die hauptsächlich auf hiesige Gefielde zu beziehen ist. Als Gegenpol zur heftig befeuerten Panik und Psychose aber bedenkenswert und durch nüchterne Angaben schreckensmindernd.

Das angewandte Regularium

An ein derartiges Geschehen vermag sich keiner der jetzt noch Lebenden zu entsinnen: Mit Mund- und Nasenschutz im Supermarkt, der Bahn und öffentlichen Räumen, wogegen die Redewendung „sein Gesicht verlieren“ bislang nur als sympolisches Bildwort geläufig war.
Dazu Isolationshaft in Pflegeheimen und Kliniken wie geschlossene Kindergärten und Schulen, Hotels, Gaststätten und Ladengeschäfte, die zur blanken Überlebenssicherung erlässlich. Und näherer Kontakt nur mit denen, die dem eigenen Haushalt angehören.

Um Produktionsstätten betreffs angestelltem Personal auszudünnen, schnellt Kurzarbeit in schwindelne Höhen. Was darüber hinaus trotz Asylantenansturm anno 2015 die Kanzlerin als nicht durchsetzbar abwies, vermochte Corona und bescherte abgeriegelte Grenzen. Dass Luxusliner mit tausenden Passagieren wegen einem oder weniger Infizierter wochenlang in einem Hafen mit Ausgangsverbot in Quarantäne gehalten werden, schiebt mit positivem Effekt zwar der Vergnügungssucht einen Riegel vor, ist aber dennoch unverhältnismäßig.

Dasselbe trifft trotz sicher gegebenem Ansteckungsrisiko auf etliche der verordneten Maßnahmen zu, wenn legionenhaft berufliche Existenzen wanken bis vernichtet werden. Und zur Wiedererweckung der Volkswirtschaft häufen sich Schulden der „öffentlichen Hand“ im Billionenbereich an, deren Tilgung nicht einmal in den Sternen steht. Die Schultern der jüngeren Generation haben sie zu stemmen, wie in der Geschichte mehrfach erfolgt irgendwann mit Inflation und Währungsreform.

Nach Dr. Hans Penner war die Sterberate vom 18. März bis 5. Mai 2020 an keinem Tag höher als anno 2018 im selben Zeitraum. Er bezieht sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes. Allerdings war damals eine Welle von Influenza-B-Viren am Abklingen.

Auch der Chirurg und Publizist Dr. Bernd Hontschik kann die Hysterie um Corona nicht nachvollziehen, sieht Deutschland auf dem „Weg zur Gesundheitsdiktatur“ und fragt: „Sterben bei uns nicht Jahr für Jahr mehr als 30.000 Patienten und Patientinnen wegen Krankenhaus-Infektionen?“ Und: „Wer jetzt den Krieg gegen das Virus nicht mitmacht, der macht sich schuldig. So sagt man zur Zeit jedenfalls – überall.“

Von der „Corona-Krise“ lässt sich nämlich auch profitieren. So vermögen zwei Kandidaten fürs Kanzleramt an dieser ihr Profil zu schärfen, einer mit straffen Zügeln und der andere mit Pochen auf lange Leine. Auch medizinische Spezialisten traten durch sie ins Rampenlicht, vorrangig der Bundesregierung Haupt- und Hauskompetenz Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité. Weil er „mal so und mal so redet“, ist derweil aber selbst Frau Merkel leicht von ihm abgerückt.

Und Stephan Paetow unkt in „Tichys Einblick“ sarkastisch, er sei „mit seinen Vorhersagen so hilfreich wie Wallensteins Astrologe“. Die pauschale Verballhornung von „Virologen“ zu „Wirrologen“ war freilich nur als journalistische Satire verstanden.

Eine vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebene und als Geheimpapier eingestufte Prognose ist nicht eingetreten. Nach der könnten bis zu siebzig Prozent der Bevölkerung angesteckt werden und bis zu einer Million dann sterben. Zudem würden viele von den Klinken wegen Überfüllung abgewiesen und müssten um Luft ringend in den eigenen vier Wänden ihr Dasein beschließen.

Anderer Einschätzung ist der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel und betont, die von ihm untersuchten Toten hätten alle so schwere Vorerkrankungen aufgewiesen, dass sie „auch wenn es hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären“. Und er wertet: „Covid-19 ist ernst, aber keine besonders gefährliche Erkrankung.“

Das prophetische Wetterleuchten

Die übergebührlich erzeugte Angst lässt aber etwas von Lukas 21 erahnen, wenn die Menschen vor dem Kommen Christi „vergehen werden vor Furcht“. Dann jedoch effektiv voll begründet, weil der Himmel Kräfte sich bewegen. Corona ist zudem nicht regional begrenzt, sondern praktisch keine noch so geringe Nation frei davon. Und alle reagieren in ungefähr gleich, dazu angehalten von dem Geist, der den jetzigen Zeitlauf beherrscht.

Seine menschlichen Adjutanten überspitzen die Bedrohung durch den Infekt noch, um so die unabdingbare Notwendigkeit einer starken Hand zu erweisen, national wie über Länder- und Sprachgrenzen hinweg. Die vorhandene Epidemie kann so zum Meilenstein der angestrebten neuen Weltordnung werden, zu deren Spitze sich der Antichrist aufschwingen wird als oberster Schlussstein einer Pyramide.

Über allem jedoch setzt der allmächtige Gott mit ihr eine Voranzeige künftiger Gerichte, auch wenn der weiße Reiter aus Offenbarung 6 noch nicht aufgebrochen ist. Mit dem heben die Wehen des Endes im engeren Sinn an. Der zieht als Sieger aus, hat einen Bogen und ihm wird eine Krone gegeben. Da der lateinische Ausdruck „Corona“ zu deutsch „Krone“ bedeutet, haben fromme Spekulanten den nun ausgemacht, zumal die Dienstkittel der Mediziner auch häufig weiß sind. Ärzte mögen zwar zur individuell empfundenen Plage geraten, der Beginn der Apokalypse aber sind sie nicht.

Doch tritt eine später datierte Situation aus dem 13. Kapitel der NT-Offenbarung ins Blickfeld. Wie dann niemand ohne das „Malzeichen des Tieres“ kaufen kann, so während der eingeführten Pflicht zur Maske keiner ohne eine solche. Dazu wirft Offenbarung 9 Schatten voraus mit der Feststellung: „Sie taten nicht Buße“, und das inmitten erschütterndster Ereignisse.

Die „Evangelische Kirche in Deutschland“ animiert noch zum ungebeugten Haupt, wenn ihr Oberster am Karfreitag predigte: „Manche sprechen von einem Gott, der das Corona-Virus als Strafe geschickt hat – und dabei über Leichen geht. Mit einem solchen Gott will ich nichts zu tun haben.“

Er hat mit ihm auch tatsächlich nichts zu tun, noch weniger als die Heiden. Heide. Und wenn Bedford-Strohm einst die Erde verlässt, geht dieser Gott auch über seine Leiche.

Der betroffene Glaubensmensch

Die Israeliten wurden von der ägyptischen Finsternis verschont, denn in ihren Hütten war es licht. So aber verfährt der Höchste nicht immer mit seinen Kindern, sondern die durchleiden seine Gerichte gleich der gottlosen Allgemeinheit. Da bildet Corona keine Ausnahme. Es heißt, sich in die erlassenen Auflagen zu fügen und der Obrigkeit untertan zu sein, wenn mitunter auch kopfschüttelnd.

Doch will der HERR seine Jünger gerade in Zeiten gesteigerter Bedrohung still und getrost sein lassen, da nach seiner Garantie keines ihrer Haare ohne den Willen des himmlischen Vaters vom Haupt fällt. Und sie erfahren auf einer solchen Wegstrecke, wie der ewige Gott mit Vermessenheit verfährt. Denn die eben noch schöpfergleich um Klimawandlung bestrebt waren, deren Wahn schrumpfte jäh aufs Ausspähen nach Regalen mit noch vorrätigen Hygieneartikeln zusammen. Dazu genügte ein winziger Virus, und Gott stehen noch ganz andere Varianten zur Verfügung.

Nachfolger Jesu nehmen zudem wahr, wie ihr Meister den Spieß umzukehren versteht. Per „Globalisierung“ wurden von Gott gesetzte Bestimmungen wie die der Kultur, Sprache, Nation und die der Zuordnung von Mann und Frau frevelhaft eingeebnet. Und jetzt „globalisiert“ er mit einer Epidemie, die ebenso alle Kulturen, Sprachen, Nationen und Geschlechter ereilt, wider den man sich empörte und nach wie vor empört.

Das zeitweise Versammlungsverbot bedeutet keine Christenverfolgung, da es ebenso für Moslems wie Sportveranstaltungen verbindlich wurde. Manche Gemeinschaften schalteten umgehend elektronische Ersatzprogramme in Gestalt eines „Live-stream“ via Internet. Das lässt den Prediger in Wort und Bild am PC sicht- und hörbar werden, der vor leeren Stühlen oder Bänken seine Rede hält.

Doch zehrt der Glaube nicht aus, wenn er für überschaubare Frist von der Infusion angestammten Gemeindebetriebes abgetrennt wird. Die Jahrzehnte ungehinderten Zusammenkommens sollten vielmehr dahin wirken, auch allein zu bestehen wie ein Elia am Bach Krith und die Jerusalemer Urgemeinde. Die traf sich erst täglich in den Häusern. Als sie dann aber zerstreut wurde, standen die Einzelnen für sich und hatten es nur mit dem unsichtbaren Erlöser zu tun.

Und Johannes empfing gerade in einsamer Verbannung auf Patmos seine monumentale Schau vom Abschluss der Weltzeit mit neuem Himmel und neuer Erde. So waren auch die sonntäglich unbesetzten Räumlichkeiten ein göttlicher Wink, intensiver die Schrift zu erforschen und so ungeahnte Perspektiven zu erhalten. Dagegen verblasst digitale Fernübermittlung wie der Mond bei Tagesanbruch.

Unser Autor Klaus Schmidt aus Crailsheim ist evangelikaler Prediger und Publizist

HIER ein früherer Artikel des Verfassers: https://charismatismus.wordpress.com/2017/07/04/nein-zu-kulturverfall-und-dekadenz-ja-zur-schoepfungsordnung-gottes/

 


Die Corona-Krise als eklatantes Beispiel für Versuch und Irrtum in der Politik

Von Dr. Bernd F. Pelz

Was jetzt in der Politik passiert, bestätigt meine Einsicht – wie bereits dargelegt (1) – dass durch die Geschwindigkeit von Globalisierung und Digitalisierung sowohl Individuen als auch Staaten unter einer konstanten Überforderung und steigendem Nichtwissen leiden und die Wissensgesellschaft vor allem dadurch gekennzeichnet ist, dass die Explosion spezialisierter Expertise zwar die Experten erleuchtet, aber alle anderen im Dunkeln hält.

Zum Überleben müssen Demokratien lernen, kontinuierlich Veränderungen eines Kontextes zu antizipieren und darauf proaktiv zu antworten, anstatt nur punktuelles Krisenmanagement zu betreiben.

Die folgenden zwei Beispiele mögen veranschaulichen, dass

(a) unsere Demokratien weit davon entfernt sind, Veränderungen zu antizipieren –  und

(b) Entscheidungen immer noch weitgehend auf Versuch und Irrtum beruhen:

Zu (a):

Vor 25 Jahren produzierte Laurie Garrett ein 700-seitiges Buch mit dem Titel: Die kommende Pest – Neu auftretende Krankheiten in einer Welt aus dem Gleichgewicht (2). Auf der Titelseite wird betont, dass „dieses Buch einen Aufruf darstellt. Wir ihn jedoch zu unserer globalen Gefährdung ignorieren.“

Eine ihrer Schlussfolgerungen lautet:

„In naher Zukunft scheinen Mikroben wie HIV weiterhin weltweit erfolgreich zu sein, da Homo sapiens keine Möglichkeit hat, Organismen mit jahrelangen Latenzzeiten zu erkennen: Die Erkennung erfolgt erst nach Auftreten einer Krankheit. Der größte Teil der Welt ist einfach zu infrastrukturlos oder zu weit entfernt, als dass selbst schnell auftretende mikrobielle Ereignisse erkannt werden könnten, bevor es zu Ausbrüchen oder Epidemien in vollem Umfang kommt. “

Und sie schreibt: „Es könnte jedoch möglich sein, Epidemien in vollem Umfang zu verhindern, indem die Bemühungen auf Amplifikationsstellen konzentriert werden: Verhaltensweisen oder Bedingungen, die Mikroben dabei unterstützen, den Sprung von einer Handvoll Homo sapiens zu einer weit verbreiteten Infektion der menschlichen Population zu schaffen.“

Zu (b):

Prof. Bakhdi, ein medizinischer Mikrobiologe und Epidemiologe für Infektionskrankheiten, der 22 Jahre Vorsitzender des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz war, hat gerade einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel geschrieben. Dieser illustriert den Versuch-und-Irrtum-Ansatz der Politik.

Da er seine Erläuterungen zu dem Brief auf Youtube sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch erläutert hat, wiederhole ich seine Fragen nicht, sondern schlage vor, dass Sie diesem Link folgen (3):

https://www.youtube.com/watch?v=LsExPrHCHbw&feature=youtu.be

Deutschsprachigen Lesern empfehle ich ergänzend die Meinung von Prof. Martin Haditsch aus Hannover (4):

Referenzen:

(1)      https://www.linkedin.com/pulse/komplexe-freiheit-einer-wissensbasierten-welt-die-unter-dr-bernd-pelz/

(2)     Garrett, Laurie (1994): The Coming Plague, Virago Press Ltd. London 1995

(3)     Brief von Prof.Bahkdi an Angela Merkel: https://www.youtube.com/watch?v=LsExPrHCHbw&feature=youtu.be

(4)    Prof. Martin Haditsch: https://www.youtube.com/watch?v=PtzHH8DhgZM&feature=youtu.be

Weiteres, vor allem medizinisch aufklärendes Corona-Info: https://www.genesisnet.info/aktuelles/news_druck.php?News=277&Sprache=de

Unser Autor Bernd F. Pelz aus Bornheim bei Bonn ist Wirtschaftsexperte, Vortragsredner und professioneller Hobby-Fotograf (zahlreiche Fotos für unseren Ecclesia-Plakatdienst und für die Illustration dieser Webseite stammen von ihm)

HIER gibt es diesen Beitrag von Dr. Pelz auch in englisch: https://www.linkedin.com/pulse/corona-crisis-blatant-example-trial-error-politics-dr-bernd-pelz/


Ursachen und Folgen der Globalisierung

Von Dr. Bernd F. Pelz

Vor einigen Tagen hatte ich mit Freunden eine ausgiebige Diskussion über die Frage: Warum die Zeiten jetzt so sind, wie sie sind. – Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung des komplexen Sachverhalts, der Sie zu weiterführenden Diskussionen verleiten soll:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit Hilfe neu geschaffener internationaler Organisationen der Versuch gemacht, eine neue, friedvolle Weltordnung zu schaffen. Das ist in den gut 70 Jahren global, aufgrund geopolitischer und nationaler Interessen, nicht gelungen. Europa jedoch erfreut sich seitdem einer friedvollen Zeit.

In diesen 70 Jahren aber haben einige rasante Entwicklungen die Lebensbedingungen total verändert. Das Tempo der Veränderungen überschritt bei weitem alle Erfahrungen. Getrieben wurden diese Entwicklungen vom Glauben an das Machbare, an das Himmelreich auf Erden. Praktisch jedoch vor allem durch die unglaubliche Bevölkerungsentwicklung von 2,5 auf jetzt 7,7 Milliarden, und weiter steigend.

Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch Methoden der Globalisierung (Großformen von Wirtschaft, Handel und Logistik), Digitalisierung (Information, Kommunikation, Arbeitsprozesse), Individualisierung (Menschenrechte), Liberalisierung, Finanzierung, Urbanisierung und Schaffung neuen Wissens.

Entstanden ist ein sowohl für den Einzelnen als auch Parlamentarier unüberschaubares, komplexes Geflecht von Vernetzungen und Abhängigkeiten. Gegenwärtig wird mehr auf der Basis von Nichtwissen als auf der Basis von Wissen agiert und regiert (Versuch und Irrtum).

Die Auswirkungen sind zunehmend:

Nur ungenügend funktionierende, koordinierende internationale Institutionen
Globale Krisen (Erderwärmung, Brexit, Migration, Antibiotika-Resistenz, Plastikmüll, Hongkong, etc.)
Semi-souveräne Staaten (die jedoch weiter die Freiheit von Bürgern garantieren sollen)
Verschuldung (sowohl von Einzelpersonen als auch von Staaten)
Zuviel Güterproduktion, Erwerbsarbeit, Ressourcenverbrauch, Umweltbelastung

Überforderung von Parlamenten und Bürgern
Technikabhängigkeit (Menschen funktionieren in Techniken)
Mangelnde Infrastrukturen bei wachsender Bevölkerung
Fernsteuerung der Teilnehmer an Politik und beim Kaufverhalten

Entgrenzung, keine Tabus, „alles geht“
Eine unübersehbare Flut von Rechtsvorschriften
Nichtwissen, Dilettieren, Versuch und Irrtum
Gefühlte Unsicherheit, Bindungslosigkeit, unterentwickelter Gemeinsinn

Komplexe Systeme lassen sich richtig nur mit entsprechend komplexen Methoden über geeignete Formen der Kommunikation in den Griff bekommen. Das setzt entsprechendes Wissen und Wollen voraus.

FORTSETZUNG des Beitrags von Dr. Pelz hier: https://www.linkedin.com/pulse/warum-die-zeiten-jetzt-sind-wie-sie-dr-bernd-pelz/


Westlich geprägte Muslime und ihr illusionärer Traum von einem Reform-Islam

Von Dr. Udo Hildenbrand

Im Artikel „Ein aufgeklärter Islam“ berichtete das Magazin Focus (Nr. 43/2016) über eine Erklärung von Muslimen zum Islam:  „In der ‚Freiburger Deklaration‘ entwerfen liberale Muslime eine Alternative zu den traditionellen Vorstellungen von Verbänden, die ideologisch der Türkei folgen. Ihre Idee: ihren Glauben mit deutscher Leitkultur zu versöhnen.“

Die „Freiburger Deklaration“ ist laut Focus unterzeichnet von liberalen Muslimen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Aus dieser Deklaration von sieben als „liberal“ bezeichneten Muslimen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ergeben sich folgende Fragen:

  • Wie viele liberale bzw. säkulare Muslime gibt es in diesen Ländern unter den zwischen fünf und sechs Millionen Muslimen mit ihrem primär traditionalistischen, rückwärtsgewandten Glaubensverständnis? Wie groß ist diese Zahl? Haben sie sich organisiert, um ihr „liberales“ Verständnis des Koran und der Scharia wirksam in der Öffentlichkeit, insbesondere aber in der islamischen Öffentlichkeit vorbringen zu können?
  • Welchen Einfluss haben „liberale Muslime“ auf die überwiegend orthodox geprägten Muslime und muslimischen Institutionen und Verbände in den drei genannten Ländern?
  • Sind nicht die Protagonisten des sog. Reform-Islams in Wahrheit gutmeinende, aber letztlich einflusslose Exoten unter den Muslimen, die innerhalb der islamischen Gesellschaften z. T. massiv angefeindet, zumindest nicht erst genommen werden, bei vielen Nichtmuslimen aber unerfüllbare Hoffnungen wecken?
  • Besonders aber: Welche Einflussmöglichkeiten haben die sieben Unterzeichner und ihre Bundesgenossen gegenüber dem weltweit prägenden und alles bestimmenden, traditionalistischen Mainstream-Islam in den islamisch dominierten Ländern?
  • Mit welchen Konsequenzen für Leib und Leben müssten sie rechnen, würden sie in einigen dieser Ländern ihre Wunschträume vom aufgeklärten, säkularen, liberalen, progressiven Islam veröffentlichen, der dort als eine Verfälschung und Bedrohung des wahren Islam bewertet, dessen Verbreitung als Verrat verurteilt und auch hart bestraft wird?

In diesem Kontext ist auch zu fragen:

− Ist nicht bereits der Muslim Prof. Bassam Tibi mit seinem vor über 25 Jahren in die Welt gesetzten Konstrukt vom liberalen „Europäischen Islam“ nach eigenen Angaben gescheitert?
– Ist seine jahrelang bejubelte Traumvorstellung nach eigenem Bekunden nichts anderes als eine pure „Vision“ geblieben, ein Traum, der wie eine Seifenblase zerplatzt ist?
– Warum sollte ausgerechnet jetzt dieser neue, in Wahrheit aber alte „Traum“ vom aufgeklärten, europäischen, gar deutsch- bzw. national eingefärbten Islam plötzlich Realität werden, wo doch zeitaktuell riesige Probleme mit islamtreuen Muslimen noch viel deutlicher sichtbar werden als in den zurückliegenden 25 Jahren?
– Ist es im Zeitalter der Globalisierung überhaupt sinnvoll und erfolgversprechend, eine globalisierte Religion wie den Islam auf einen bestimmten Kontinent einzugrenzen, z. B. einen demokratiekompatiblen „europäischen Islam“ zu kreieren? Wie ist die bereits artikulierte Vorstellung zu beurteilen, in heutiger Zeit, in der fatalerweise das Ende der Nationalstaaten vielfach gefordert wird, die Weltreligion Islam zu nationalisieren und so etwa einen „deutschen Islam“ einzuführen? Ist dieses Vorhaben nicht genauso absurd wie der Versuch, ein „deutsches Christentum“ zu proklamieren?

Bei diesen Fragen sind vier entscheidenden Problembereiche überhaupt noch nicht im Blick:

− Verbietet nicht der „ewig gültige“, unveränderliche Koran von vornherein die Erfüllung von Wunschträumen nach einem „liberalen Islam“?
– Würde sich ein Islam mit der historischen Auslegung des Koran nicht selbst aufheben?
Wäre der erträumte „weichgespülte“ Islam nicht gleichbedeutend mit der Selbstaufgabe und dem Ende dieser Religion?
– Stehen nicht die Fülle der koranischen Gewaltaussagen sowie die äußerst problematischen Verhaltensweisen des höchst verehrten Religionsstifters Mohammed den Wunschträumen der sieben säkularen Muslime diametral entgegen?
– Wäre der „Islam light“ noch der Islam Mohammeds?

Quelle und FORTSETZUNG dieses Beitrags von Dr. Udo Hildenbrand (katholischer Priester) hier: http://philosophia-perennis.com/2017/06/18/ein-aufgeklaerter-liberaler-islam-pure-illusion-realitaetsfern-irrelevant/