Psalm 23 „Der HERR ist mein Hirte“ lautet im Zeitalter der Glotze anders

Der Fernseher berieselt meine Seele,
er führt mich auf riskanter Straße um des Vergnügens willen.

Und ob ich sonst nichts zu tun wüsste, fürchte ich keine Langeweile,
denn er vertreibt sie mir, seine Liebesgeschichten und Gags trösten mich.

Er bereitet vor mir aufregende Bilder im Angesicht meiner Kinder,
er benebelt meinen Kopf mit Sensationen und schenkt sie mir voll ein.
Mörder und Verbrecher verfolgen mich in nächtlichen Träumen,
trotzdem möchte ich bleiben im Banne der Glotze allezeit.

Frei formuliert nach dieser Satire: http://www.beg-cottbus.de/index.php/medien/literatur/gedichte/49-der-fernseher-ist-mein-gott-der-psalm-23-aufs-fernsehen-angewendet

Foto: PdV


Kanadische Studie über seelisch-soziale Schäden des TV-Konsums bei Kindern

Kinder, die viel fernsehen, haben als Jugendliche stärkere Probleme im sozialen Umgang, so lautet das Ergebnis einer neuen kanadischen Studie.

Linda Pagani, Studienautorin und Professorin an der University of Montreal, erklärt: „Noch ist ungeklärt, in welchem Ausmaß Fernsehen im Kleinkindalter nachteilige Auswirkungen auf die soziale Interaktion hat“. Scannen0004

Die Leiterin der Studie erklärt weiter: „Im ersten Jahr der Mittelschule sind sie gefährdeter, antisoziales und aggressives Verhalten anzunehmen, als ihre Mitschüler. . . . Wir beobachteten auch, dass exzessives Fernsehen mit 13 Jahren die Situation noch schlimmer macht.“

BILD: Kreative Aktivitäten (hier eine Tanzgruppe) sind besser als das passive Fernsehen

Über einen Zeitraum von elf Jahren begleiteten die Forscher Eltern von rund 2000 Kindern: 991 Mädchen und 1.006 Jungen, die zwischen 1997 und 1998 geboren wurden. Die Eltern der damals Zweijährigen wurden am Anfang zu den kindlichen Fernsehgewohnheiten befragt. Zehn Jahre führten sie Gespräche mit den Kindern, vor allem über ihre Erfahrungen mit Gleichaltrigen, ihren Umgang in der Gruppe. Eine besondere Rolle spielten Zugehörigkeitsgefühl und Freundschaft.

Es wurde darauf geachtet, dass die Ergebnisse von anderen Variablen  –  wie etwa einer belastenden Familiensituation  –  getrennt werden.

Die besorgniserregenden Ergebnisse verwundern kaum. In der frühkindlichen Entwicklung wird das Fundament für emotionale Intelligenz und soziale Kompetenzen, etwa die Fähigkeit zu Teilen und Dankbarkeit, angelegt. Starker Fernsehkonsum erschwert die Aneignung dieser „sozialen Kompetenzen“.

Studienautorin Pagani dazu: „Im Kleinkindalter ist die Wachzeit der Kinder noch sehr begrenzt. Je mehr Zeit sie vor dem Fernseher verbringen, desto weniger Zeit haben sie für das freie und kreative Spiel, für Interaktion und andere bedeutende kognitive Erfahrungen.“
Quelle: Webseite „Kultur und Medien online“ der Aktion „Kinder in Gefahr“