Hat die „Madonna“ jetzt Angst vor Corona?

Medjugorje: Botschaften an Mirjana abrupt beendet

Wie verschiedene katholische Nachrichtenmedien  – darunter CNA – berichten, hat eine der Seherinnen von Medjugorje namens Mirjana Dragicevic-Soldo am 18. März bekannt gegeben, keine Erscheinungen der „Gospa“ (Titel der Gottesmutter auf kroatisch) mehr zu erhalten.

Das habe ihr die heilige Maria an Mirjanas Geburtstag selber kundgetan. Die Visionärin habe sich – so heißt es weiter  – nach dieser Mitteilung weinend in ihr Haus zurückgezogen. Vermutlich hatte sie sich ihr „Wiegenfest“ anders vorgestellt.

Auf eine Begründung dafür, daß die angebliche Madonna jedes weitere Stelldichein verweigert, hat die 55-Jährige verzichtet.

Somit ist unklar, ob es sich angesichts der Corona-Krise um eine himmlische Notbremse handelt (damit das Erscheinungsphantom selbst kein Ansteckungsrisiko eingeht) oder ob Frau Mirjana durch diese überraschende „Botschaft“, keine Botschaften mehr zu erhalten, ihre eigene Sicherheit gewährleisten möchte, indem sie weniger Publikumsverkehr erfährt.

Auch fragt man sich, warum die „Gospa“ ihren Fanclub in Medjugorje ausgerechnet jetzt in schwerer Zeit „allein“ läßt – und überdies: Warum hat die Erscheinungsdame denn die Virus-Krise nicht vorausgesagt? Stattdessen begnügt „sie“ sich seit Jahrzehnten mit Blabla-Kundgaben.

Bereits seit 1987 erhält diese Seherin  – eigenen Angaben zufolge  – an jedem zweiten Tag eines Monats eine Botschaft des Himmels. Bereits seit 1983 erscheine ihr Maria zudem jährlich an ihrem Geburtstag, dem 18. März.

Die angeblichen Marienerscheinungen von Medjugorje, die am 24. Juni 1981 begonnen haben sollen, sind kirchlich nicht anerkannt. Das Urteil der vatikanischen Untersuchungskommission ist bislang nicht veröffentlicht. Der Papst hat sich mehrfach kritisch zu den Phänomenen geäußert.

 


Medjugorje: Charismatisches „Totus Tuus“ erwartet eine „neue Gnadendekade“

Von Felizitas Küble

Seit dem 24. Juni 1981 soll es in Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) zu regelmäßigen Marienerscheinungen gekommen sein, die bei einigen Visionären bis heute anhalten. Sechs Kinder und Jugendliche – damals zwischen 10 und 17 Jahre alt – sprachen damals von täglichen Besuchen der „Gospa“ (Madonna, Gottesmutter).

Der zuständige Bischof Zanic äußerte sich zunächst positiv über die Phänomene, wurde aber immer kritischer, nachdem er Lebenswandel und Lügen der Seherschar genauer unter die Lupe nahm und eine Untersuchungskommission einrichtete. Auch sein Nachfolger Peric hat sich bis heute eindeutig ablehnend gegenüber den „Offenbarungen“ von Medjugorje positioniert.

Die Erscheinungs-Maria stellt sich ihren Seher/innen als „Königin des Friedens“ vor, wobei sich ihre Kundgaben endlos im Kreise drehen und fast immer aus Banalitäten bestehen. 

Neuestes Beispiel hierfür ist die Medju-Botschaft vom 25. Februar dieses Jahres:

Liebe Kinder! In dieser Zeit der Gnade möchte ich eure Gesichter im Gebet verwandelt sehen. Ihr seid so überschwemmt von irdischen Sorgen und ihr spürt nicht, dass der Frühling vor der Tür steht. Meine lieben Kinder, ihr seid zur Buße und zum Gebet aufgerufen. So wie die Natur in der Stille um neues Leben kämpft, seid auch ihr aufgerufen, euch im Gebet Gott zu öffnen, in dem ihr den Frieden und die Wärme der Frühlingssonne in euren Herzen finden werdet. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.

Statt dass diese „Gospa“ das Corona-Virus vorausgesagt und damit Menschenleben gerettet hätte, statt dass sie wenigstens im Frühstadium der Epidemie wirksame Maßnahmen empfohlen hätte, bleibt dieses Erscheinungsphantom bei ihrem Frühlingssonnen-Geplapper, wofür es bestimmt keiner himmlischen Offenbarungen bedarf.

Diese Schwarmgeistereien werden noch getoppt durch den neuesten Einfall von „Totus Tuus“.

Diese aus der Medjugorje-Verehrung entstandene Jugendgruppierung versteht sich ausdrücklich als charismatisch und praktiziert bei euphorischen Veranstaltungen fleißig den „Hammersegen“, also das tranceartige „Ruhen im Geist“ bzw. Rückwärtskippen, das ursprünglich aus der protestantischen Pfingstler-Szene stammt. (Deren Selbstdarstellung siehe hier: http://www.totus-tuus.de/site/totus-tuus/spiritualitat/charismatisch/)

In ihrem Monatsrundbrief vom Februar 2020 ruft die in Rheinbreitbach ansässige Organisation nichts weniger als eine „neue Gnadendekade“ aus.

Da die Gospa schon fast vierzig Jahre in Medjugorje erscheine, heißt es in dem Schreiben, erhoffe man sich vom „gerade begonnenen Jahrzehnte“ eine „weitere Gnadendekade“, also quasi fortgesetzten „Gnadenfluß“ von oben durch die Erscheinungen usw.

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Den Wert ihrer Botschaften werden wir vermutlich erst im Nachhinein so richtig begreifen“.

Mir scheint, daß bei soviel überflüssigem Blabla nach keine Nachbetrachtungen zu substantiellen Erkenntnissen führen.

Danach wird zu weiteren Medju-Wallfahrten eingeladen, natürlich auch zum unvermeidlichen charismatischen „Lobpreis“, auf daß man „der Muttergottes erneut die Möglichkeit“ gebe, „uns an der Hand zu nehmen“.

Anscheinend brauchen diese jungen Gläubigen hierfür eigens Wunder, Zeichen und Erscheinungen!

Daß es bei soviel Schwärmertum auch zu geistlichem Missbrauch in den eigenen Reihen kommt, erstaunt Kenner dieses Spektrums überhaupt nicht. Auch ich kenne seit Jahren Betroffene und Aussteiger. Im Bistum Münster läuft wegen spiritueller Übergriffe in Totus-tuus-Reihen seit Jahren eine kirchliche Untersuchung bzw. Visitation.

Wir haben hierüber bereits im Frühjahr 2019 berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/05/29/spiritueller-missbrauch-in-der-charismatischen-jugend-gemeinschaft-totus-tuus/

 


Theologieprofessor Manfred Hauke begründet ausführlich seine Kritik an Medjugorje

Unter dem Titel „Ist das Medjugorje-Phänomen echt?“ veröffentlichte Dr. Eva Doppelbauer in Gloria-TV am heutigen Montag (27.8.) ein Interview mit dem Mariologen und Dogmatiker Prof. Dr. Manfred Hauke aus Lugano (Schweiz).

Der katholische Priester (siehe Foto) ist Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ und Vorsitzender der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie“.

Am 2. August 2018 hatte die „Tagespost“ ein Interview mit Professor Hauke abgedruckt, in dem der Mariologe sich sehr kritisch über die vermeintlichen „Marienerscheinungen“ von Medjugorje äußert. Dort soll die Madonna seit dem 24. Juni 1981 sechs Sehern größtenteils täglich erscheinen, einige von ihnen berichten heute noch von „Botschaften“ der Gottesmutter.

Das Phänomen ist kirchlich nicht anerkannt, wird von den dortigen Diözesan-Bischöfen strikt abgelehnt, eine vatikanische Untersuchungskommission hat ihr Urteil noch nicht veröffentlicht.

Wir zitieren hiermit einige Ausschnitte aus dem ausführlichen Interview mit Professor Hauke.

Auf die Frage, ob es legitim sei, daß der Vatikan die Frage der Echtheit der „Erscheinungen“ ignoriere und sich auf „gute Früchte“ konzentriere, antwortet er:

„Ich hoffe, dass der Vatikan die Frage der Echtheit in Zukunft nicht ausblendet. Fragwürdig ist jedenfalls das Voranstellen der Praxis vor die Theorie.

Es wurde ein Apostolischer Visitator für Medjugorje ernannt, ohne zuvor eine Stellungnahme zur Frage der Echtheit abzugeben. Zuerst wäre das Phänomen selbst in seinen verschiedenen Dimensionen abzuklären, und erst dann können die praktischen Folgerungen gezogen werden für die Seelsorge. Wo Menschen sich aufmachen, um zu beten, gibt es gute Früchte. Es gibt aber auch schlechte Früchte, die untrennbar mit den „Erscheinungen“ verbunden sind.“

Hinsichtlich der schlechten Früchte zählt der Mariologe folgendes auf:

„Der von der „Gospa“ angeheizte Ungehorsam gegenüber der legitimen kirchlichen Autorität (vor allem von Seiten prominenter Franziskaner), die Verkettung Medjugorjes mit hunderten von angeblichen „Sehern“ und offenkundiger Pseudo-Mystik, eine Art Abhängigkeit von „täglichen Erscheinungen“, die Verquickung mit wirtschaftlichen Interessen und eine Vernachlässigung der von der Kirche anerkannten echten Erscheinungsorte.“

Sodann nennt Dr. Hauke einige Beispiele für lehrmäßige Irrtümer in den Botschaften der „Gospa“, wie die Gottesmutter in Medjugorje genannt wird:

„Zum 16. September 1981 ist dort beispielsweise zu lesen, die Seher bräuchten nicht für sich selbst zu beten, sondern nur für die anderen. Diese Behauptung erinnert an die von der Kirche verurteilte pelagianische Irrlehre, wonach es nicht nötig sei, das Vaterunser mit seiner Bitte „Und vergib uns unsere Schuld“ für uns selbst zu beten, sondern nur für die Sünden anderer (Synode von Karthago 418, Kanon 7). 
Unter dem 6. Mai 1982 heißt es, nach der Botschaft der „Gospa“ seien die Heiligen mit Seele und Leib im Himmel. Das widerspricht der Glaubenslehre, welche die Auferstehung des Leibes mit der Wiederkunft Christi verbindet (vgl. z.B. Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1001).
Am 1. Oktober 1981 wird bemerkt, die „Gospa“ habe Folgendes gesagt: „Vor Gott sind alle Religionen gleich“. Dagegen vergleiche man die Erklärung „Dominus Iesus“ der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2000.“

BILD: Das ca. 570 Seiten starke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ beleuchtet die Hintergründe – es ist bei uns zum Sonderpreis von 14,80 € erhältlich.

Außerdem informiert der Theologe über widersprüchliche Aussagen hinsichtlich der künftigen Erscheinungszeiten:

„Auf die Frage, wie lange sie noch erscheinen werde, antwortete die „Gospa“ am 29. Juni 1981: „Solange ihr wollt“. Einen Tag später, am 30. Juni, antwortete sie auf die gleiche Frage: „Noch drei Tage“ bzw. „drei Mal“. Das wird nicht nur von fünf Sehern bezeugt (mit Ausnahme von Ivan Dragicevic, der am 30. Juni nicht dabei war), sondern auch von zwei Frauen, die bei dieser „Erscheinung“ anwesend waren und die laut gesprochenen Worte der Seher (keineswegs in Ekstase) gehört hatten. Deshalb erwarteten die Seher ein Ende der Erscheinungen am 3. Juli.“

Professor Hauke äußert sich auch zu der Frage, wie sich das Erscheinungsphänomen „präsentiert“:

„Das Auftreten der „Gospa“ enthält zahlreiche seltsame Einzelheiten, die wir bei den echten Marienerscheinungen nicht finden. Ihre Hände zittern. Sobald die Leute ihr auf den allzu langen Schleier treten, verschwindet sie mehrmals hintereinander und kehrt dann wieder zurück. Sie lässt sich anfassen und lacht dabei. Wer sie anfasst, hat das Gefühl, auf Stahl zu greifen. Die Farbe ihres Gewandes ist grau… 

Ähnlich wie bei spiritistischen Phänomenen, wird ihre Gestalt erst nach und nach langsam sichtbar….Die Seherin Marija beklagt sich am 26. Juni über eiskalte Hände als Folge der Begegnung mit der „Gospa“.“

BILD: Das aufschlußreiche Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ (Dominus-Verlag) enthält ebenfalls fundierte Kritik, u.a. von Pfr. Rudo Franken und Prof. Manfred Hauke. 

Abschließend warnt der Mariologe die Kirche vor einem „Spiel mit dem Feuer“ in puncto Medjugorje:

„Die „pastorale“ Praxis, den Besuch von Medjugorje zu fördern, ohne vorher die Echtheit zu klären, ist ein Spiel mit dem Feuer, das unkontrollierbare Auswirkungen haben kann, nicht zuletzt für den Nachfolger des hl. Petrus. Wir sollten für Papst Franziskus beten, dass er die Aufgabe der Klärung und Unterscheidung wahrnehme nach dem von ihm geschätzten Grundsatz: „Sehen, urteilen, handeln“. Erst sehen und urteilen, dann handeln.“
QUELLE für die Interview-Auszüge: https://gloria.tv/article/Nrhajf2qbFiu1aMNSUVzWeA1V
HIER unsere Kritik an der Kathnet-Kampagne gegen Prof. Hauke: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/15/causa-medjugorje-kathnet-diffamiert-den-katholischen-mariologen-manfred-hauke/

Polnischer Erzbischof Hoser berichtet von Mafia-Machenschaften in Medjugorje

Papst Franziskus hat den polnischen Erzbischof Henryk Hoser bereits zweimal im Auftrag des Vatikan mit Untersuchungen in und um Medjugorje beauftragt.

Derzeit wirkt der Würdenträger als Papst-Gesandter in dieser weltweit bekannten Pfarrgemeinde in Bosnien-Herzegewina, in der schon seit Juni 1981 bis heute angeblich die Gottesmutter  – dort „Gospa“ genannt – erscheint, jahrzehntelang sogar täglich. Es wird von über 42.000 Phänomenen und Visionen berichtet.

Diözesan-Bischof Ratko Peric hat sich  – ebenso wie sein Amtsvorgänger Zanic  –  entschieden gegen diese „Privatoffenbarungen“ geäußert und das Kirchenvolk aufgefordert, nicht nach Medjugorje zu wallfahren. Kritische Äußerungen kamen auch von Papst Benedikt und von Kardinal Gerhard Müller.

BILD: Dieses faktenstarke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ (570 Seiten) kann bei uns zum Sonderpreis von 14,80 € (statt 19,80 €) bestellt werden: Tel. 0251-616768

Laut aktuellen Berichten  – u. a. in italienischen Medien oder in der österreichischen Zeitung „Die Presse“ – hat sich Erzbischof Hoser in einer Predigt jetzt überraschend über Mafia-Geschäften in Medjugorje geäußert.

Diverse Mafia-Kreise, vor allem die neopolitanische Camorra mischen sowohl bei der Organisation und Durchführung von Pilgerreisen wie im Hotelbetrieb mit. Auch der Verkauf von Souveniers (Andenken, Mitbringsel, Andachtsgegenstände) sei teilweise betroffen. Angesichts des riesigen Wallfahrtsbetriebs mit jährlich mehreren Millionen Besuchern dort könne sich die kriminelle Vereinigung damit ihre Taschen füllen. 

Wie „Die Presse“ weiter schreibt, unterhalte der einflussreiche Camorra-Clan Casalesi gute Beziehungen zu bosnischen Kriminellen.

 


Was die „Marienerscheinung“ in Medjugorje heute zum Besten gab

Von Felizitas Küble

Die Visionärin Mirjana gehört zur Seherschar von Medjugorje, die aus Frauen und Männern besteht – und seit sage und schreibe mehr als 35 Jahren „Botschaften“ vom mutter-annaHimmel erhält – genauer: von der „Gospa“, wie man die Gottesmutter in jener Gegend bezeichnet. 

Zu den Marienerscheinungen gehören auch die „zehn Geheimnisse“, welche die Madonna Anfang der 80er Jahre den Sehern anvertraut haben soll. Solche verborgenen „Offenbarungen“ wirken auf manche Gläubige, die nicht selten die Grenze zum Aberglauben überschritten haben, besonders spannend und faszinierend.

Aus Medjugorje – einem kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort in Bosnien Herzegowina – wurde bereits jene „Privatbotschaft“ online veröffentlicht, welche Mirjana Dragicevic-Soldo am heutigen Tage (2. Oktober) von der „Gospa“ erhalten hat: http://89583.eu1.cleverreach.com//m/6647447/596291-6c2efe9256a92e68539331d744d5323b

Wir zitieren hieraus einige Abschnitte:

„Liebe Kinder! Der Heilige Geist hat mich gemäß dem himmlischen Vater, zur Mutter gemacht, zur Mutter Jesu, und damit auch zu eurer Mutter.“

Dieser Satz ist schlicht unsinnig, denn es müßte heißen: „Der Heilige Geist hat mich gemäß dem Willen des himmlischen Vaters….“

Weiter heißt es:

„Leider haben viele meiner Kinder die Liebe meines Sohnes nicht kennengelernt, viele wollen Ihn nicht kennenlernen. O, meine Kinder, wie viel Schlechtes tun jene, die sehen oder ausdeuten müssen, um glauben zu können.“Scannen0004

Wie wahr, Christus sagte: „Selig, die nicht sehen – und doch glauben!“  – Aber gerade in Medjugorje steht doch das „Sehen“ im Vordergrund, das Fixiertsein auf „Erscheinungen“. Dabei hat uns auch Paulus eingeschärft, daß wir auf Erden „im Glauben leben, nicht im Schauen“.

Sodann erzählt das Erscheinungsphänomen der Seherin Folgendes:

„Meine Kinder, versucht nicht, alles gleich zu begreifen, weil auch ich nicht alles begriffen habe; aber ich habe geliebt und an die göttlichen Worte geglaubt, die mein Sohn gesprochen hat, Er, der das erste Licht und der Beginn der Erlösung war.“

Es ist zwar richtig, daß sich auch Maria auf einem Glaubens-Weg befand, daß sie in ihrem Herzen über all das nachdachte, was ihr nicht sogleich im vollen Sinne erklärbar schien. Aber sie glaubte nicht erst an die Worte ihres göttlichen Sohnes, sondern bereits an die Botschaft des Engels Gabriel, als dieser die Menschwerdung Christi ankündigte und Maria ihr „Fiat“ (Ja) sprach. 

Völlig mißverständlich ist dann allerdings die Aussage in der heutigen Medju-Vision, wonach Jesus „das erste Licht und der Beginn der Erlösung“ gewesen sei. Was soll in diesem Zusammenhang der Ausdruck „das erste Licht“ – folgte etwa noch ein zweites Licht, das IHM gleich war? Gewißlich nicht! 

Erst recht kann Christus nicht etwa nur als „Beginn der Erlösung“ bezeichnet werde, ER ist vielmehr die Fülle und die Vollendung der Erlösung und des Heiles!

 


Neue „Monatsbotschaft“ aus Medjugorje wieder auf Kindergarten-Niveau

Von Felizitas Küble

In Bosnien-Herzegowina erscheint in der katholischen Pfarrei Medjugorje seit über 35 Jahren angeblich die Madonna als „Königin des Friedens“ einer Reihe von Seher/innen, damals waren es noch Kinder und Jugendliche.

Die zuständigen katholischen Oberhirten  – erst Bischof Zanic, dann Peric – lehnen diese Privatoffenbarungen ab.

Dennoch kommen große Scharen von Pilgern aus aller Welt seit Jahrzehnten nach Medjugorje, wo die Gottesmutter über 40.000 mal erschienen sein soll, wobei sie zB. der Familienmutter Marija Pavlovic-Lunetti nach wie vor täglich (!) erscheint. 

An jedem 25. Tag des Monats empfängt diese Seherin von „Maria“ eine Botschaft, die  – wie es dort heißt  –  „in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet ist“. Wir dokumentieren hier vollständig die jüngste Wortmeldung:

„Liebe Kinder! Heute rufe ich euch zum Gebet auf. Das Gebet möge euch Leben sein. Nur so wird sich euer Herz mit Frieden und Freude erfüllen. Gott wird euch nahe sein und ihr werdet Ihn in eurem Herzen als Freund fühlen.

Ihr werdet mit Ihm reden wie mit jemandem, den ihr kennt, und, meine lieben Kinder, ihr werdet das Bedürfnis haben, Zeugnis abzulegen, weil Jesus in eurem Herzen sein wird und ihr vereint in Ihm. Ich bin mit euch und liebe euch alle mit meiner mütterlichen Liebe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Bei vermeintlich übernatürlichen „Offenbarungen“ wollen wir nicht nur darauf achten, was gesagt wird, sondern auch darauf, was  n i c h t  gesagt wird. 1523

Es fällt zB. auf, daß zwar ständig zum Gebet aufgefordert wird, aber fast nie zum Empfang der Sakramente, zu guten Werken oder zur Einhaltung der Zehn Gebote. Das Christenleben besteht aber nicht nur aus Gebet, nicht allein aus Worten, sondern auch aus Taten, aus der Nachfolge Christi!

Überdies sind die „Botschaften“ regelmäßig in ihrem Inhalt sehr banal, gewöhnlich, wenig gehaltvoll, wiederholen sich ständig und befinden sich fast alle auf Kindergarten-Niveau.

Zudem entsteht dabei der Eindruck, als sei der Glaube in erster Linie eine Sache des Gefühls  –  so auch diesmal: „Gott wird euch nahe sein und ihr werdet Ihn in eurem Herzen als Freund fühlen.“

Es spielt keine Rolle, was wir in unserem Herzen „fühlen“, sondern ob wir uns in unserer Lebensführung christlich bewähren. Es ist auch unwichtig, ob wir ein „Bedürfnis“ haben, Zeugnis abzulegen, denn der Glaube ist keine „Bedürfnisanstalt“. Nicht unsere Empfindungen und Wünsche sind der Ausgangspunkt, sondern Christi Auftrag zum Apostolat und der Wille Gottes!

Zudem ist Gott nicht nur unser „Freund“, sondern auch unser HERR, unser Erlöser und Richter zugleich. Auffallend ist auch, daß  – so wie diesmal  –  zwar oft allgemein von „Gott“, aber selten ausdrücklich von Jesus Christus die Rede ist.

Da sich die Botschaften nicht ausschließlich an eine Kleinkinderschar richten, wird man erwarten dürfen, daß hier keine derartige Schmalspur-Theologie vorgelegt wird, was aber seit Jahrzehnten der Fall ist.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Medjugorje: Vatikan verbietet Sehern das Verbreiten von „Botschaften“ in der Pfarrei

Wie der Vaticanist Gianluca Barile bei „Rorate coeli“ berichtet, hat Kardinal Gerhard Müller dem Gemeindepfarrer Marinko Sarosa und den 6 angeblichen Visionären, die seit 34 Jahren behaupten, die „Gospa“ (Madonna) zu sehen, verboten, innerhalb der Pfarrei Medjugorje „Zeugnisse und Botschaften“ zu verbreiten. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

(Hier geht´s zum Original: klicken)

Das ist ein sehr harter Schlag, die dem „Propagandaministerium“ in Medjugorje, der Kommunikationsmaschinerie der angeblichen Seher, zugefügt wird, das so genannt wird, weil von dort die Botschaften  –  fast zeitgleich in verschiedene Sprachen übersetzt  –  in jeden Winkel der Welt gesendet werden können.

Nachdem einigen der Seher kirchlich verboten wurde, in italienischen Diözesen öffentliche Versammlungen abzuhalten, ist es die -zigste Bestätigung, daß sich die sog. Erscheinungen darauf zubewegen, sich in „schwarzen Rauch “ aufzulösen.

Die von Kardinal Müller geleitete Glaubenskongregation wird sich innerhalb der nächsten Wochen treffen; das letzte Wort dazu wird Papst Franziskus haben, der kein Geheimnis aus seiner – wenn auch verschleierten – Skepsis bezüglich der Echtheit des Phänomens Medjugorje gemacht hat.