Causa Medjugorje: Ist die erscheinende Gestalt eine „lebendige Person“?

Von Felizitas Küble

Medjugorje-Bücher gibt es längst wie Sand am Meer, davon fast alle zustimmend. Obwohl ich bislang über ein dutzend jener Jubel-Bücher las, fand ich in jeder dieser Publikationen zahlreiche Anhaltspunkte, die gerade  g e g e n  eine Echtheit jener Pänomene sprechen, selbst wenn die jeweiligen Autoren dies genau andersherum beurteilen. media-372515-2

Als Beispiel sei das im Jahre 2011 herausgekommene kleine Büchlein „Gedanken über Medjugorje“ von Dr. Ewald Kurtz genannt, das innerhalb der Medju-Literatur durchaus zur Abteilung „höheres Niveau“ gehört, weil immerhin der ernsthafte Versuch einer logischen (oder gar theo-logischen) Argumentation unternommen wird – wenngleich (aus meiner Sicht) durchaus nicht mit Erfolg.

Der Verfasser dieser Veröffentlichung untersucht die Medju-Gospa unter dem speziellen Gesichtspunkt, „ob das gesamte Verhalten und die Wortwahl der erscheinenden Gestalt wenigstens zuweilen persönliche Merkmale tragen und somit auf das individuelle Wesen eines verstorbenen Menschen schließen lassen.“

Dies ist tatsächlich ein etwas ungewöhnlicher und insofern interessanter Ansatz, wobei der Autor seine Analysen teilweise mit der Zuhilfenahme der Psychologie und Archetypen-Lehre von C. G. Jung vornimmt.

Angenommen, es würde sich bestätigen, daß es sich bei dem Erscheinungsphänomen um eine jenseitig „lebende Person“ handelt, so könnte sich dies grundsätzlich sowohl auf Gestalten von „oben“ wie von „unten“ beziehen. Doch die negative Schlußfolgerung zieht der Autor von vornherein nicht in Betracht und verzichtet hierbei auf jede Begründung:

„Mit Vorwürfen wie diesen, daß die Seherinnen und Seher durch dämonische Mächte zu ihren Mitteilungen angetrieben würden (….), können wir uns hier nicht beschäftigen, weil sie gegenstandslos sind.“ (S. 13)  – Punkt, aus  – kein einziger weiterer Satz wird für diese Option „verschwendet“. madonna-medj

Freilich eine merkwürdige Logik, wenn die Möglichkeit eines negativen Ergebnisses von vornherein als „gegenstandslos“ vom Tisch gewischt wird.

BILD: weitverbreitetes „Wunderfoto“ aus Medjugorje (mit merkwürdig geformten, fast krallenartigen Händen der „Madonna“)

Zu den „individuellen Zügen“, welche die Erscheinung angeblich ausweist und daher als „lebendige Person“ präsentiert, zählt der Autor u.a. folgende Zitate der vermeintlichen Madonna zu Medjugorje:

„Diese Pfarre (Medjugorje) ist mir lieber als die anderen, wo ich auch gerne weilte, als der Allmächtige mich schickte.“ (S. 27)

Nun freut sich diese hochbegnadete Pfarrgemeinde sicher über diese besondere Auserwählung, welche sogar noch die früheren Marienerscheinungen (also auch jene, die im Unterschied zu Medju von der Kirche genehmigt wurden), übertrifft.

Eine weitere „Gospa“-Aussage lautet: „Ich will euch von jetzt an von der Sünde unbefleckt in der Liebe weiterführen“ (S. 31)

Dieses verstiegene Ansinnen kann nicht von der wahren Gottesmutter stammen, weil es dem erbsündlich geprägten Menschen überhaupt nicht möglich ist, „unbefleckt von der Sünde“ zu leben.

Das folgende Zitat auf S. 36 klingt genau andersherum: „Der Satan spielt mich euch und euren Seelen, und ich kann euch nicht helfen, denn ihr seid weit weg von meinem Herzen“

Erstens „spielt“ der Satan nicht nur mit den Seelen der Menschen, sondern will sie ins Verderben führen. – Zweitens fragt man sich, wenn die Himmelsmutter doch angeblich gegen die „Spiele“ des Satans ohnehin „nicht helfen kann“, warum sie dann seit über 34 Jahren in Medjugorje  – teilweise sogar täglich   –  erscheint (insgesamt über 40.000 mal wohlgemerkt!).

Überhaupt scheint das Erscheinungsphantom etwas sprunghaft und empfindlich zu sein, was man natürlich (wie der Autor des erwähnten Buches) als besonders „individuell“ auffassen kann, wie etwa jene Gospa-Aussage vom 4. April 1985:

„Heute ist der Tag, an dem ich damit habe aufhören wollen, euch Botschaften zu geben, weil mich einzelne nicht angenommen haben. Die Pfarrei hat angefangen, sich in Bewegung zu setzen und ich will euch Botschaften geben.“

Kommentar überflüssig!


Medjugorje-Seherin bietet wieder eine „weltbedeutende“ Himmelsbotschaft

Von Felizitas Küble

Der „Seherin“ Marija Pavlovic-Lunetti aus Medjugorje  in Bosnien-Herzegowina erscheint  – eigenen Angaben zufolge – seit dem 24. Juni 1981 täglich (!) die Gottesmutter als „Königin des Friedens”. Weitere Visionäre erhalten ebenfalls nach wie vor übernatürliche „Besuche“ der Madonna. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Allerdings sind diese Medju-Erscheinungen kirchlich nicht anerkannt, was die meisten Anhänger jedoch nicht zu stören scheint.

An jedem 25. des Monats empfängt Marija von angeblich von der Himmelsmutter eine Botschaft, die  – so heißt es wörtlich auf der Medjugorje-Webseite  –   „in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet“ ist.

Die jüngste bedeutsame Offenbarung vom 25. Juni 2015 wurde wieder in der ganzen Welt veröffentlicht  – und sie lautet wie folgt:

„Liebe Kinder! Auch heute gibt mir der Allerhöchste die Gnade, dass ich euch lieben und zur Umkehr aufrufen kann.

Meine lieben Kinder, möge Gott euer Morgen sein, nicht Krieg und Unfrieden, nicht Traurigkeit, sondern Freude und Frieden sollen in den Herzen aller Menschen zu herrschen beginnen; aber ohne Gott werdet ihr nie Frieden finden.

Deshalb, meine lieben Kinder, kehrt zu Gott und zum Gebet zurück, damit euer Herz mit Freude singen wird. Ich bin mit euch und ich liebe euch mit unermesslicher Liebe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Hierzu stellen wir fest:

1. Das Erscheinungsphänomen ruft die „lieben Kinder“, also wohl vor allem die Seher, auch nach 34 Jahren (teils täglicher!) Erscheinungen noch zur „Umkehr“ auf. Irgendetwas muß demzufolge mächtig „schief gelaufen“ sein, was freilich auch der Fall ist…!  vierge_pellevoisin

2. Es ist in dieser Botschaft zwar mehrfach von „Gott“ die Rede, ohne den die Menschen keinen Frieden fänden, aber wir erinnern uns, daß es in der Heiligen Schrift heißt: „CHRISTUS ist unser Friede“. – Wenn nur allgemein von „Gott“ die Rede ist, dann könnte diese „Botschaft“ genauso gut von einem Moslem verbreitet werden. Es fällt allgemein auf und wurde unsererseits mehrfach kritisch erwähnt, daß in den Medju-Privatoffenbarungen auffallend wenig von CHRISTUS die Rede ist. Stattdessen stellt sich die angebliche Himmelsmutter gerne selber in den Mittelpunkt, was aber vom Neuen Testament her so nicht gedeckt ist, denn dort bezeichnet sich die vom HERRN so reich begnadete Gottesmutter als „Magd des HERRN“.

3.  Sodann erhofft das Erscheinungsphantom von ihren „lieben Kindern“, daß ihre Zukunft „nicht Krieg und Unfrieden, nicht Trauer“ sei, sondern „Freude und Frieden“ (es fehlt noch der Eierkuchen!). – In Wirklichkeit wird es auf dieser  –  von der Erbsünde belasteten  –  Welt immer Krieg und Unfrieden geben; zudem ist dieser nicht die Ursache, sondern die Folge der Sündenverfallenheit des Menschen.

4. Die Aufforderung „Kehrt zu Gott und zum Gebet zurück“, klingt zwar fromm, ist aber bedenklich einseitig, weil hier mit keinem Wort von den GEBOTEN GOTTES die Rede ist. Schließlich genügen Glaube und Gebet alleine keineswegs für das ewige Heil, es bedarf auch der guten Werke und vor allem der Einhaltung göttlicher Gebote. 

Felizitas Küble leitet den KOMM-MiT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Medjugorje: Neue „Botschaft“ an die Seherin Mirjana vom 2. Januar 2015

Von Felizitas Küble

Stets am zweiten Tag jeden Monats erhält die „Seherin“ Mirjana Dragicevic-Soldo aus Medjugorje eine sog. „Privatbotschaft der Muttergottes“. 

Dies geschah auch am gestrigen 2. Januar 2015; diese angebliche Offenbarung des Himmels wird per Newsletter vierge_pellevoisinverbreitet.

Der Erscheinungsort Medjugorje existiert bereits seit über 33 Jahren, wurde von Millionen Pilgern besucht, ist allerdings kirchlich nicht anerkannt.

Wir dokumentieren hier die jüngste Botschaft der „Gospa“ (wie die Gottesmutter in jener Gegend genannt wird) im vollen Wortlaut:

„Liebe Kinder! Ich bin hier bei euch als Mutter, die euch helfen möchte, die Wahrheit zu erkennen. Während ich euer Leben auf der Erde lebte hatte ich die Erkenntnis der Wahrheit und damit ein Stück des Paradieses auf Erden. Deshalb wünsche ich euch, meinen Kindern, das Gleiche.

Der himmlische Vater möchte reine Herzen, erfüllt mit der Erkenntnis der Wahrheit. Er möchte, dass ihr all jene liebt, denen ihr begegnet, weil auch ich meinen Sohn in euch allen liebe. Dies ist der Anfang der Erkenntnis der Wahrheit.

Euch werden viele falsche Wahrheiten angeboten. Ihr werdet sie bezwingen mit einem Herzen, das durch Fasten, Gebet, Buße und das Evangelium gereinigt ist. Das ist die einzige Wahrheit und es ist die Wahrheit, die euch mein Sohn hinterlassen hat; das müsst ihr nicht sehr betrachten. Von euch wird ersucht, zu lieben und zu geben, wie ich es tat. Meine Kinder, wenn ihr liebt, wird euer Herz ein Zuhause sein für meinen Sohn und mich, und die Worte meines Sohnes der Leitfaden in eurem Leben.

Meine Kinder, ich werde euch, die Apostel der Liebe, benutzen, um all meinen Kindern zu helfen, damit sie die Wahrheit erkennen. Meine Kinder, ich habe immer für die Kirche meines Sohnes gebetet, so erbitte ich das gleiche von euch. Betet, dass eure Hirten mit der Liebe meines Sohnes erstrahlen. Ich danke euch.“

Hierzu ergeben sich folgende Fragen und Anmerkungen:

1. Schon eingangs heißt es seitens der angeblichen Madonna, sie komme deshalb auf die Erde, weil sie den „lieben Kindern“ helfen wolle, „die Wahrheit zu erkennen“. – Hierfür bedarf es freilich keiner Marienerscheinung. Die Heilige Schrift, die kirchlichen Glaubenslehren, die Zehn Gebote und die Sakramente genügen vollauf. media-390606-2

2. Geradezu unsinnig ist folgender Satz der Erscheinungsphänomens:Während ich euer Leben auf der Erde lebte hatte ich die Erkenntnis der Wahrheit und damit ein Stück des Paradieses auf Erden.“  –  Die selige Jungfrau hat keineswegs unser Leben auf Erden gelebt, denn sie war von Gott als Mutter seines Sohnes auserwählt, makellos empfangen und lebte in einer besonderen Nähe zu ihrem göttlichen Sohn. 

Ebenso falsch ist die Aussage, sie habe die „Erkentnis der Wahrheit“ gehabt, „während ich euer Leben auf der Erde lebte“.  –  Statt „während“ müßte es vielmehr heißen „seitdem…„, denn die „Erkenntnis der Wahrheit“ ging ihr ja keineswegs verloren, nachdem sie in den Himmel aufgenommen wurde.

3. Unlogisch wie ein rundes Viereck ist auch die Behauptung, den „lieben Kindern“ würden viele „falsche Wahrheiten“ angeboten. Eine Wahrheit ist nie falsch, sonst ist sie eine Lüge, zumindest ein Irrtum.  –  Offensichtlicher Unfug ist auch die Feststellung, die Reinigung des Herzens durch Fasten, Gebet, Buße und Evangelium sei die einzige Wahrheit“, die Christus „hinterlassen“ habe.

4. Die Schmeichelei der Erscheinungs-„Madonna“, sie werde die Seherschar dazu „benutzen“, um den Menschen zur Wahrheitserkenntnis zu verhelfen, ist ebenfalls unsinnig, weil es keiner Privatoffenbarungen und „Himmelsbotschaften“ bedarf, um zur Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen. Hierfür gibt es die Bibel, die apostolische Tradition und das Lehramt der Kirche sowie die menschliche Vernunft.

 

 

 


Medjugorje: 33 Jahre mal unendlich

Von Felizitas Küble

Mirjana Dragicevic-Soldo, eine der „Seherinnen“ aus Medjugorje, einer kirchlich nicht anerkannten „Erscheinungsstätte“, erhielt tägliche „Besuche“ der Madonna vom 24.6.1981 bis 25.12.1982. madonna-medj

Später erschien ihr die „Gospa“ bzw.  Himmelsmutter  –  eigenen Angaben zufolge  –  zunächst zu ihrem jährlichen Wiegenfest, seit dem 2.8.1987 angeblich regelmäßig an jedem 2. Tag des jeweiligen Monats, um eine sog. „Privatbotschaft“ zu übermitteln, die danach per Internet-Newsletter verbreitet wird.

BILD: Ein sog. Medjugorje-„Wunderfoto“, in Anhängerkreisen stark verbreitet. (Infos zur Pro-Medju-Quelle: 
HIER.) Man beachte die obere Hand der „Madonna“…

Die Visionärin verfügt also seit 33 Jahren über einen direkten Draht nach oben,  auf daß sie die „unendliche Liebe“ des „unendlichen himmlischen Vaters“ erfährt, wie die „Gospa“ der Seherin jüngst erläuterte.

Wir zitieren hier die aktuelle „Botschaft“ vom 2. September dieses Jahres vollständig:

„Liebe Kinder! Ich, eure Mutter, komme erneut unter euch aus Liebe, die kein Ende hat, von der unendlichen Liebe des unendlichen himmlischen Vaters.

Und während ich in eure Herzen schaue, sehe ich, dass viele von euch mich als Mutter annehmen und ihr mit aufrichtigem und reinem Herzen meine Apostel sein möchtet. Aber, ich bin auch die Mutter von jenen von euch, die ihr mich nicht annehmt und in der Härte eures Herzens die Liebe meines Sohnes nicht kennenlernen möchtet.

Und ihr wisst nicht, wie sehr mein Herz leidet und wie sehr ich meinen Sohn für euch bitte. Ich bitte Ihn, dass Er eure Seelen heilt, denn Er kann dies.

Ich bitte Ihn, dass Er euch mit dem Wunder des Heiligen Geistes erleuchtet, damit ihr aufhört, Ihn immer von neuem zu verraten, zu verfluchen und zu verwunden. Mit ganzem Herzen bete ich, dass ihr begreift, dass nur mein Sohn das Heil und das Licht der Welt ist.

Und ihr, meine Kinder, meine lieben Apostel, tragt immer meinen Sohn in euren Herzen und Gedanken. Ihr tragt so die Liebe. All jene, die Ihn nicht kennen, werden Ihn in eurer Liebe erkennen. Ich bin immer an eurer Seite.

Auf besondere Weise bin ich an der Seite eurer Hirten, weil mein Sohn sie gerufen hat, um euch auf dem Weg zur Ewigkeit zu führen. Ich danke euch, meine Apostel, für das Opfer und die Liebe.“

Hieraus ergeben sich folgende kritische Nachfragen und Einwände: 1_0_744292

1. Maria wird in der Kirche als geistliche Mutter der Christgläubigen verehrt, nicht jedoch als Mutter der Ungläubigen. Dem widerspricht der zweite Absatz dieser „Offenbarung“.

2. Marias Herz „leidet“ keineswegs, denn die Gottesmutter befindet sich in der ewigen Seligkeit  – und im Himmel gibt es kein Leid und kein Erleiden.  –  Zudem hätte man gerne gewußt, warum es nach 33 Jahren „Erscheinungen“ immer noch nötig ist, daß Christus die „lieben Kinder“ bzw. deren Seelen „heilt“. Die Begründung „denn Er kann dies“ beantwortet nicht die Frage, was mit „Heilung“ genau gemeint ist und warum eine solche bei den „lieben Kindern“ erforderlich ist. 

3. Dann wird den „lieben Kindern“ ganz unliebsam vorgehalten, daß sie Christus „verraten, verfluchen und verwunden“. Aber es gibt Abhilfe, nämlich ein „Wunder des Heiligen Geistes“, was immer das sein  mag. In der Kirche sind zwar die Sieben Gaben des Hl. Geistes bekannt, welche uns im Sakrament der Firmung vermittelt werden, zudem die vom Hl. Paulus genannten Früchte des Hl. Geistes. Von einem speziellen „Wunder des Heiligen Geistes“ berichtet freilich weder die Bibel noch die kirchliche Verkündigung.

4.  Nachdem erst viel Süßes, dann viel Saures verteilt wurde, folgt wieder der übliche Zuckerguß  mit dem genauen Gegenteil, denn nun sind die „Kinder“ sogar die „lieben Apostel“ der Gottesmutter, die Unglaubliches zu erreichen vermögen, nämlich daßall jene, die IHN nicht kennen, IHN in eurer Liebe erkennen werden“.  –  Bei soviel Missionserfolgen („all jene“) kann die Kirche wohl ihre Apostolatstätigkeit einstellen.

5.  Abschließend heißt es, daß Christus die kirchlichen Hirten gerufen habe, die „Kinder“ bzw. „Apostel“ auf dem „Weg zur Ewigkeit“ zu führen. In die „Ewigkeit“ gehen freilich ohnehin alle Seelen ein, dazu bedarf es keiner Hirten, denn Himmel, Fegefeuer und Hölle „befinden“ sich allesamt im Jenseits, also in der „Ewigkeit“. Folglich werden alle Menschen die „Ewigkeit“ nach ihrem Ableben in irgendeiner Weise kennenlernen…

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Von Felizitas Küble

Obwohl sich die für Medjugorje zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Peric) deutlich gegen die Echtheit der angeblichen „Marienerscheinungen“ ausgesprochen haben, obwohl die dortige Bischofskonferenz zweimal amtlich erklärte, keine „Übernatürlichkeit“ jener Phänomene feststellen zu können, behaupten viele Medju-Anhänger immer wieder, „die Kirche“ könne kein endgültiges Urteil über diese Privatoffenbarung verkünden, solange die Erscheinungen in Medjugorje anhalten. bildma1

Diese Sichtweise ist jedoch kirchenrechtlich unsinnig und historisch unhaltbar, wie allein schon der Fall Heroldsbach (Bistum Bamberg) zeigt: Jene „Marienerscheinungen“ Anfang der 50er Jahre wurden sehr wohl kirchlich eindeutig abgelehnt, obwohl sie jahrelang weiter andauerten.

Sodann wird von Medjugorje-bewegter Seite mitunter der irreführende Eindruck erweckt, als sei allein schon die Einrichtung der vatikanischen Untersuchungskommission eine Art „Seitenhieb“ gegen den dortigen kritischen Bischof; als diene dieses Gremium quasi als eine „Korrektur-Instanz“.

Auch diese Deutung ist haltlos, wie erneut das Beispiel Heroldsbach belegt: Damals gelangte der dortige Bischof zu einem klaren „Nein“ gegenüber den vermeintlichen Erscheinungen  – und diese Ablehnung wurde von der römischen Glaubenskongregation (damals: Hl. Offizium) bestätigt und von Papst Pius XII. bekräftigt. media-372515-2

Laut Kirchenrecht ist der Diözesanbischof zuständig für die Beurteilung von Privatoffenbarungen  –  und der Vatikan schaltet sich nur dann ein, wenn es der betreffende Bischof wünscht oder wenn die Phänomene (wie im Fall Medjugorje) internationale Ausmaße annehmen (Millionen Pilger aus aller Herren Länder).

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob in puncto Medjugorje evtl. deshalb nach über 33 Jahren noch kein Ende der „Erscheinungen“ in Sicht ist, weil so der Anhängerschar suggeriert werden kann, solange die „himmlischen Botschaften“ anhalten, könne die Kirche angeblich kein definitives Urteil fällen.

Wo bleibt das angekündigte „sichtbare Zeichen“?

Ein weiterer pikanter Gesichtspunkt könnte zudem auch eine Rolle spielen:

Bereits Anfang der 80er Jahre wurde von Medjugorje-Sehern öffentlich angekündigt, daß die Erscheinungen am Ende durch ein auffallendes Wunder bzw. „sichtbares Zeichen“ in aller Öffentlichkeit bezeugt bzw. vom Himmel her bestätigt würden.

Es handle sich hierbei um ein „Zeichen, das der Menschheit gegeben“ wird und das ihrer Bekehrung dienen solle.

Hierzu heißt es auf der Medjugorje-Webseite wörtlich:

„Nach den Ankündigungen wird das sichtbare Zeichen am Ort der Erscheinungen von Medjugorje auftreten, damit die ganze Welt es sehen kann. Das Zeichen wird als Beweis für die Erscheinungen gegeben und damit die Menschen wieder zum Glauben kommen.“  

(Quelle hier –  unter „Botschaft“ vom 26.12.1982: http://www.medjugorje.de/botschaften/alle-botschaften/page/39.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message)

Das bedeutet, daß die Medjugorje-Seher sich durch diese Ankündigung gewissermaßen selbst die Hände gebunden haben, denn wenn die „Erscheinungen“ beendet werden, muß der „Menschheit“ dieses „sichtbare Zeichen“ geboten werden.

Alles Weitere liegt auf der Hand.

DIESER ARTIKEL wurde auch auf KATHNEWS übernommen: http://www.kathnews.de/medjugorje-eine-unendliche-geschichte

 

 


Medjugorje: Die „Mutter der ganzen Welt“ sendet die „Apostel meines Lichtes“…

„Privatbotschaft der Muttergottes“ vom 2. Juli 2014 an Mirjana Dragicevic-Soldo:

„Liebe Kinder! Ich, Mutter von euch, die ihr hier versammelt seid, und Mutter der ganzen Welt, segne euch mit dem mütterlichen Segen und rufe euch auf, euch auf den Weg der Demut zu begeben.

Dieser Weg führt zum Kennenlernen der Liebe meines Sohnes. Mein Sohn ist allmächtig, Er ist in allem. Wenn ihr, meine Kinder, dies nicht erkennt, dann regiert über eure Seele Dunkelheit/Blindheit. Nur die Demut kann euch heilen.  1_0_744292

Meine Kinder, ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt. Ich wusste, ich habe es erkannt, dass Gott in uns ist und wir in Gott. Das gleiche ersuche ich von euch.

Ich möchte euch alle mit mir in der Ewigkeit haben, denn ihr seid ein Teil von mir. Auf eurem Weg werde ich euch helfen.

Meine Liebe wird euch umhüllen wie ein Mantel und aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen. Mit der Liebe, die aus der Demut hervorkommt, werdet ihr Licht bringen, wo Dunkelheit/Blindheit herrscht.

Ihr werdet meinen Sohn, der das Licht der Welt ist, bringen. Ich bin immer bei euren Hirten und bete, dass sie euch immer ein Vorbild der Demut seien. Ich danke euch.“

Kritische Hinweise hierzu:

Diese sogenannte „Privatbotschaft“ der Erscheinungs-„Madonna“ von Medjugorje an die „Seherin“ Mirjana erfolgt seit vielen Jahren stets am zweiten Tag eines jeden Monats. Diese angeblichen Worte Mariens werden nicht direkt veröffentlicht, aber vom Medjugorje-Zentrum per Newsletter verbreitet.

Den Angaben der Seher zufolge erscheint die „Gospa“ (dortiger Titel für die Gottesmutter) schon seit über 33 Jahren regelmäßig bis täglich  –  und sie gibt zahlreiche „Botschaften“, wobei es sich um eine kirchlich nicht anerkannte Privatoffenbarung handelt.

Zur jüngsten „Botschaft“  –  wir haben oben mit Linien einige Sätze hervorgehoben  – seien nun einige Kritikpunkte angemerkt:

1. Den Marientitel „Mutter der ganzen Welt“ kennt weder das kirchliche Lehramt noch die „Lauretanische Litanei“. Er erinnert fast an altertümliche heidnische Vorstellungen einer „Muttergottheit“.  – Die selige Jungfrau ist die Hilfe der Christen und die geistliche Mutter der Gläubigen; Papst Paul VI. bezeichnete sie bekanntlich als „Mutter der Kirche“, aber nicht als „Mutter der ganzen Welt“.

2. Zu der Aussage: „Ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt“: Warum sollte sich die wahre Madonna ihrer Demut und weiterer Tugenden selber rühmen?  –  In dem tatsächlich von ihr stammenden Magnificat (ihrem biblischen Lobgesang aus dem Lukasevangelium) lenkt sie den Blick vielmehr auf Gottes große Taten, nicht auf den eigenen Mut, Demut etc.

3. Die Erscheinungs-„Maria“ will also „euch alle“ mit ihr in der „Ewigkeit“ haben  –  aber im Jenseits werden sich einst ohnehin die Seelen aller Menschen befinden, auch der verlorenen.  –  Zudem hätte man gerne gewußt, warum die „Gospa“ erklärt: „Ihr seid ein Teil von  mir.“  – Was mag dies bedeuten? Welchen theologischen Sinn hat denn eine solche Aussage?

4. Christus selbst ist als göttlicher Erlöser das „Licht der Welt“, wie ER selber bezeugt. Wie kann folglich „Maria“ erklären, sie wolle „aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen“. Als Geschöpf besitzt Maria aus sich selber heraus kein Licht, sondern allein GOTT selbest – und sie hat gnadenhalber einen besonders vorzüglichen Anteil davon erhalten. 

Zudem könnte die Aussage („meines Lichtes, des Lichtes Gottes“) so verstanden werden, als ob sie sich über diese Licht-Metapher mit Gott gleichsetzen wolle. Etwas derart Verwegenes, ja Gotteslästerlichen würde sich die wahre Gottesmutter selbstverständlich niemals anmaßen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MiT-Verlags in Münster

 

 


Medjugorje: Sentimentale Jahresbotschaft der „Gospa“ an Mirjana am 18. März 2014

Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erlebte „Marienerscheinung“  

Der Medjugorje-Visonärin Mirjana wird   –  eigenen Angaben zufolge  –  allmonatlich von der Himmelsmutter mit einer „Privatbotschaft“ und einmal jährlich mit einer öffentlich verbreiteten Offenbarung beglückt, die „an die ganze Welt gerichtet“ ist.

Diese „Jahresbotschaft“ erhält Mirjana alljährlich am 18. März, weil sie an diesem Tag ihren Geburtstag begeht. Auch das Wiegenfest ihrer Seherschar weiß die „Gospa“ (wie die Gottesmutter in Kroatien gerne genannt wird) durchaus zu würdigen. rosa-mystica6

Hier folgt zunächst der vollständige Wortlaut der gestrigen Jahresbotschaft (Linien zwecks Hervorhebung von uns):

„Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt.

Ich wünsche, dass euch durch eure Liebe zu meinem Sohn und durch euer Gebet das Licht Gottes erleuchtet und dass euch die Barmherzigkeit Gottes erfüllt. Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden.

Ich wünsche, dass ihr die Freude des Segens der Göttlichen Verheißung fühlt. Ihr, Kinder des Menschen, ihr seid Kinder Gottes, ihr seid meine Kinder. Deshalb, meine Kinder, geht auf den Wegen, auf denen euch meine Liebe führt, die euch Demut und Weisheit lehrt, und den Weg zum himmlischen Vater findet.

Betet mit mir für jene, die mich nicht annehmen und mir nicht nachfolgen, jene, die wegen der Härte ihres Herzens die Freude der Demut, der Frömmigkeit, des Friedens und der Liebe nicht spüren können –  die Freude meines Sohnes. Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!“ 

Der offensichtlich kitschige und sentimentale Text lohnt keine ausführliche Besprechung. Daher beschränken wir uns auf wenige Anmerkungen:

1. Priester („eure Hirten“) haben nicht nur „gesegnete“ Hände, sondern geweihte (Priesterweihe). Zudem kommt es nicht auf die „Freude“ des göttlichen Segens an, sondern auf den Segen als solchen.

2. Nun soll also die „Freude“ des Segens der göttlichen Verheißungen „gefühlt“ werden, die „Freude“ der Demut soll „gespürt“ werden. Besteht diese Medjugorje-Religion fast nur noch aus Gefühlen? Eine Wellness-Frömmigkeit vor allem für empfindsame Frauen  – und die Kirche als Wohlfühlanstalt?

3. Diese angebliche Maria beschwert sich über jene, die „mir nicht nachfolgen“: Die Madonna ist sicherlich das größte Vorbild und die am meisten Begnadete unter allen Geschöpfen, aber als Gläubige sind wir zur Nachfolge CHRISTI aufgerufen. Merkwürdige Akzentverschiebungen sind hier durchaus fehl am Platze.

HINWEIS: Hier gibt es die „Jahresbotschaft“ vom 18.3. dieses Jahres im Livestream, wobei ein Zwiegespräch zwischen der „Seherin“ und jener „Erscheinung“ stattzufinden scheint (davon ist in der verkündeten Fassung allerdings nichts wahrzunehmen); zudem wirkt die Dauer der Vision für jenen kurzen Botschaftstext erstaunlich lange; man beachte zudem Mimik und Gestik der Visionärin: http://www.youtube.com/watch?v=BlS0eNXpuFY

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster