Anne Mewis und die (un)heilige Vierfaltigkeit

Von Felizitas Küble

Aufmerksame Leser des CHRISTLICHEN FORUM reagierten mit interessanten Hinweisen auf unseren aufklärenden Artikel über die unsinnigen Botschaften der Seherin und „Passionsblume“ Anne Mewis aus Göttingen: https://charismatismus.wordpress.com/2020/08/31/goettingen-suehneseele-anne-mewis-leidet-fuer-die-erfuellung-der-weltensendung/ 
Zudem haben wir auch selber weiter recherchiert.

Diese selbsternannte Sühneseele hat an mehreren katholischen Wallfahrts- und Gebetsstätten mit ihrem auffälligen Verhalten für erheblichen Wirbel gesorgt, weshalb sie sogar im schwarmgeistig geprägten Heroldsbach ein Hausverbot erhielt.

Die von ihrem Erscheinungs-Jesus als „Leidensblume“ gewürdigte Visionärin verbreitet seit vielen Jahren auf einer eigenen Internet-Seite mit dem Titel „Anne-Botschaften“ ihre Sonderoffenbarungen, die sie  – eigenen Angaben zufolge – direkt aus dem Himmel erhält, teils von Jesus, Maria oder gar direkt von Gott-Vater.

Allerdings sind dabei dem theologischen Irrsinn keine Grenzen gesetzt. So bezeichnete z.B. der angebliche „himmlische Vater“ am 29. Juni 2015 die Madonna als „meine geliebte Mutter“ und lobte einen süddeutschen Marienwallfahrtsort.

An anderer Stelle gibt es folgende Botschaft für Anne vom 20. Januar 2013:
„Ich, der Himmlische Vater, spreche jetzt, in diesem Augenblick, durch Mein williges, gehorsames und demütiges Werkzeug und Tochter Anne, die ganz in Meinem Willen liegt und nur Worte spricht, die aus Mir kommen.

Geliebte kleine Schar, geliebte Gefolgschaft, geliebte Gläubige von nah und fern, heute, an diesem zweiten Sonntag nach Erscheinung, werde Ich euch eine wichtige Botschaft mitteilen.

Ja, Meine Geliebten, die Zeit rückt immer näher, dass Meine liebste Mutter mit Meinem Sohn Jesus Christus am Firmament erscheinen werden.“

Erstens ist Maria nicht die Mutter Gott-Vaters, zweitens wird sie nicht zusammen mit Christus am Firmament erscheinen, sondern der wiederkommende Erlöser allein als Richter der Welt.

Hier wird also eine heidnische „Vierfaltigkeit“ propagiert, die aus den drei göttlichen Personen und zusätzlich  aus Maria als der Mutter des „himmlischen Vaters“ propagiert.

Dieser horrende Unfug ist nicht nur irgendeine Häresie (religiöse Irrlehre), wie es viele gibt, sondern sogar Apostasie, also Abfall vom christlichen Glauben und Hinwendung zu heidnischen Muttergottheits-Vorstellungen.

Am 7. Juli 2019 würdigte der visionäre „Gott-Vater“ in einer Botschaft ausdrücklich die „Rosenkönigin von Heroldsbach“ (kirchlich strikt abgelehnt), die „nicht vergessen werden“ solle „in der Dreieinigkeit“ – somit erfolgte erneut eine „Hineinnahme“ Mariens in die göttliche Trinität.

Ähnlicher Vierfaltigkeits-Wahnsinn wurde einst schon in den Heroldsbacher Erscheinungen kundgetan, allerdings etwas versteckter und verdeckter – Näheres dazu siehe hier: 

https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%e2%80%9ehimmelsvisionen%e2%80%9c/

1.Gemälde: Evita Gründler

 


Das prophetische Wort im Alten Bund ist wie ein Licht in der Finsternis

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Petr 1,16-19:

Wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft Jesu Christi, unseres HERRN, verkündeten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe.
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ER hat von Gott-Vater Ehre und Herrlichkeit empfangen; denn ER hörte die Stimme der erhabenen Herrlichkeit, die zu ihm sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.
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Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.
Dadurch ist das Wort der Propheten für uns noch sicherer geworden  –  und ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.
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Die „Familie des Vaters“ von Dr. Prenner und das Verdrängen unseres Erlösers

Von Felizitas Küble

Im Christentum und vor allem in der katholischen Kirche gibt es eine große Vielfalt von Frömmigkeitsformen, Vorlieben und Schwerpunkten. 

So betonen die einen stärker Gott-Vater als den Schöpfer, viele andere – etwa bibelgläubige Evangelikale – stellen Christus in das Zentrum ihres Glaubens – und manche Gläubige wenden sich besonders gerne an den Heiligen Geist, was nicht nur für Charismatiker gilt, sondern z.B. auch der orthodox-ostkirchlichen Mentalität recht nahekommt.

So weit – so gut, denn im Hause Gottes gibt es viele Wohnungen – und auch die verschiedensten Ausrichtungen.

Das ist alles in Ordnung, solange die theologischen Gewichte nicht allzu bedenklich verschoben werden.

Dieser „schräge“ Eindruck entsteht aber bei der Initiative „Familie des Vaters“, die der österreiche Techniker Dr. Gottfried Prenner gemeinsam mit Aloisia Grabner 2016 in Pinkafeld gegründet hat. Diese geistliche Gemeinschaft aus dem Burgenland vereint Männern und Frauen,Priester, Familien und Alleinstehende unter ihrem Dach.

Der Laienmissionar Dr. Prenner ist ein Medjugorje-Bekehrter seit Jahrzehnten (er sprach mehrfach auf Medju-Jugendfestivals), studierte Theologie und reist vielfach mit Vorträgen durch die Lande – auch über Europa hinaus, vorwiegend in charismatischen Gruppen. 

Hier wird eine Selbstdarstellung seines Werkes präsentiert: http://www.pfarrepinkafeld.at/pfarre/1123/pfarrlebengruppen/geistlichegemeinschaften/article/2600.html

Das MottoGott ist unser Vater. Wir sind seine Familie“ ist zunächst nicht zu beanstanden. Etwas merkwürdiger klingt dann allerdings die vereinseigene Begründung hierfür: Aus dieser Vision heraus leben die Mitglieder in einer vertrauten Beziehung zum Vater, der uns alle liebt und für uns alle sorgt.“

Warum wird hier allein Gott-Vater erwähnt – und der Sohn „vergessen“ (der Hl. Geist sowieso auch noch)?

Unter dem Motto „Unsere Aufgaben“ heißt es weiter: „Durch Vorträge und Seminare bringen wir die Liebe des Vaters zu den Menschen. In der Anbetung beten wir mit Jesus zum Vater für die Rettung der Welt.“

Christen beten für die „Rettung der Welt“ nicht allein „zum Vater“, sondern auch zu Christus selbst – mindestens aber „durch Christus“ zum Vater.

Hier wird Jesus aber auf unsere geschöpfliche Ebene heruntergeholt, wenn es heißt, daß wir „mit Jesus“ zum Vater beten. Das könnte man so wohl hinsichtlich Maria sagen, denn die selige Jungfrau ist mit uns als Geschöpf in der Anbetung Gottes vereint – wohlgemerkt: angebetet werden alle drei göttlichen Personen der heiligen Dreieinigkeit!

Bei der Werbung für ein „Glaubensseminar“ für Dr. Prenner (siehe hier: https://www.arche-barmherzigkeit.at/die-arche-feiert-geburtstag) lesen wir Folgendes:

„Wenn du dich einlässt, findest du in Gott Vater das Glück und die Freude….Beim Vater findest du Erfüllung, Sicherheit, Freude und Geborgenheit.

Erneut auch hier kein Wort von Christus!

Abschließend heißt es: „Ein Seminar als Angebot, über Gott Vater mehr zu erfahren, über seine Liebe zu mir. Er hat einen Plan mit mir, er weiß, wohin mein Leben geht.“

Auch GOTT-SOHN hat einen Plan (genau denselben!) und weiß, wohin unser Leben geht, ebenso der Heilige Geist.

Im Grunde konzentriert sich in dieser „Familie des Vaters“ – wie schon der Name anzeigt – alles auf den Schöpfergott und das in einem Ausmaß, daß Christus eindeutig zu kurz kommt.

Durch die ständige Medjugorje-Werbung samt Hinweisen auf die Botschaften der angeblichen „Erscheinungen“ steht auch Maria erheblich zu stark im Zentrum dieser Frömmigkeit.

Gott-Vater und die Madonna – und das war es dann eigentlich im wesentlichen?!

In dieser geistlichen Gemeinschaft scheint theologisch einiges aus dem Ruder gelaufen zu sein!

Ja, Medjugorje-Bekehrung schützt vor Torheit nicht – dafür ist Dr. Prenner wahrlich nicht das einzige Beispiel – einmal abgesehen davon, daß unser Glaube sowieso nicht auf Privatoffenbarungen gründet, sondern auf der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition, also auf der göttlichen Offenbarung, wie sie die Kirche uns verkündet.


Christus wurde ein Diener der Juden aufgrund der Verheißungen an die Väter

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: Röm 15,4-9:

Brüder! Alles, was einst geschrieben wurde, ist zu unserer Belehrung verfaßt, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift eine Hoffnung haben. Herz-Jesu_01

Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit, die Christus Jesus entspricht, damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einträchtig und mit einem Munde preist.

Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes.

Denn, das sage ich, Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen ein Diener der Beschnittenen geworden, damit die Verheißungen an die Väter bestätigt werden.

Die Heidenvölker aber rühmen Gott um seines Erbarmens willen; es steht ja in der Schrift: Darum will ich dich bekennen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen.

 


Durch CHRISTUS haben wir die Erlösung und den Reichtum seiner herrlichen Gnade

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Eph 1,3-10:

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres HERRN Jesus Christus:
ER hat uns mit allen Gaben seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c
Denn in IHM hat ER uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.
ER hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus, und nach seinem gnädigen Willen zu IHM zu gelangen zum Lob seiner herrlichen Gnade.
ER hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.
Durch sie hat ER uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie ER es gnädig im voraus bestimmt hat:
ER hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen und in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.

Der Name Christi soll verherrlicht werden, indem wir wachsen in Liebe und Glauben

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Thess 1,1-5.11-12:

Paulus, Silvanus und Timotheus an die Gemeinde von Thessalonich, die in Gott, unserem Vater, und in Jesus Christus, dem HERRN, ist: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und dem HERRN Jesus Christus. Tagesimpuls

Wir müssen Gott euretwegen immer danken, Brüder, wie es recht ist, denn euer Glaube wächst, und die gegenseitige Liebe nimmt bei euch allen zu.

Wir können in den Gemeinden Gottes mit Stolz auf euch hinweisen, weil ihr im Glauben standhaft bleibt bei aller Verfolgung und Bedrängnis, die ihr zu ertragen habt. Dies ist ein Anzeichen des gerechten Gerichtes Gottes; ihr sollt ja des Reiches Gottes teilhaftig werden, für das ihr leidet.

Darum beten wir auch immer für euch, dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache und in seiner Macht allen Willen zum Guten und jedes Werk des Glaubens vollende.

So soll der Name Jesu, unseres HERRN, in euch verherrlicht werden und ihr in ihm, durch die Gnade unseres Gottes und HERRN Jesus Christus.

 


Christus war gehorsam bis zum Tod

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: Phil 2,6-11: Kreuzkuppel

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern ER entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; ER erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt „Jesus Christus ist der HERR“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.

Foto: Petrusbruderschaft

 


Glaubenspräfekt Müller: „Der christliche Gott ist etwas ganz anderes als Allah“

“Die Selbstoffenbarung Gottes nicht außer Acht lassen.”

Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der römischen Glaubenskongregation, befaßte sich in dem im Jahre 2005 bei Herder erschienenen Interview-Buch “Gott und seine Geschichte” auch mit der Frage, ob der “Gott” des Islam derselbe ist wie der Gott des Christentums. AL-0005

Der damalige Bischof von Regensburg schreibt unter dem Kapitel “Reden wir vom selben Gott?” zunächst, daß der Schöpfergott des Alten Testaments derselbe ist wie der Gott-Vater des Neuen Testaments  – und daß das AT durchaus offen ist für das Zeugnis von der Trinität, vom dreieinigen Gott, daß dieses nämlich “dort schon schlummert”.

Deshalb könne man sagen, daß es „im Alten Testament auf eine mögliche trinitarische Selbsterschließung Gottes hinausläuft”. 

Der Autor fügt sodann hinzu:

“Das ist aber etwas ganz anderes als der muslimische Gott. Die Dreifaltigkeit von Gott wird 600 Jahre später im Islam abgelehnt.  Dass Gott einen Sohn haben soll, ist für Muslime Gotteslästerung.

In mehreren Suren des Koran gibt es eine ausdrückliche Ablehnung der Trinität Gottes. Insofern ist der Gott der Christen etwas ganz anderes als Allah, der Gott der Moslems.”

Auf die Interview-Frage “Aber kann man nicht dennoch sagen ´Wir alle glauben an Gott´?” antwortet Bischof Gerhard L. Müller:

“Natürlich kann man auch auf einer philosophischen Ebene gemeinsam sagen: Es gibt nur einen Gott. Wir alle sehen in unserem Gottesverständnis nur den einen Gott. Aber durch das Verständnis der christlichen Offenbarung ist es nicht der gleiche Gott.”

„Gott ist ein ganz exklusives Original  –  aus Israel“

Auf S. 81 erklärt der bischöfliche Verfasser sodann, daß wir “nicht im eigentlichen Sinne mit den Moslems beten können”:

“Weil wir als Christen nur durch Christus zu Gott “Vater” sagen können. Wir können ja nicht die Selbstoffenbarung Gottes außer Acht lassen.(…) Diesen einen Gott, der sich selbst offenbart, den gibt es nur aus Israel. Das ist das ganz exklusive Original.P1020947

Ähnlich hat sich der damalige Regensburger Oberhirte zwei Jahre später in einem feierlichen Pontifikalamt zum Hochfest der Erscheinung des HERRN im Dom St. Peter geäußert:

Bischof Müller erklärte am 6. Januar 2007 in seiner Predigt, Christen könnten allein “im Heiligen Geist durch Jesus zu Gott ‚Abba Vater’ sagen. Christen glauben an den dreifaltigen Gott und beten so zu ihm, wie er sich uns geoffenbart hat“.

Allah sei nicht identisch mit dem Gott und Vater Jesu Christi, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen: 

„Die Muslime und die Christen glauben nicht an denselben Gott. Obwohl es nur einen Gott gibt, lässt der prinzipielle Gegensatz im Gottesglauben ein gemeinsames Gebet nicht zu. Ein Christ kann daher etwa in einem Wortgottesdienst und einer Andacht gemeinsam auch mit Christen anderer Konfessionen beten“. 

Dies sei jedoch nie möglich mit den Angehörigen einer Religion, die ein unvergleichbar anderes Gottesverständnis hätten.

Das sind erfreulich klare Stellungnahmen, wie man sie heutzutage selbst bei kirchlichen Vertretern nicht häufig antrifft: ein eindeutiges Bekenntnis zum dreieinigen Gott der christlichen Offenbarung, dem  “ganz exklusiven Original”.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

1. Foto: Bistum Regensburg


„Du bist unser Vater, HERR, wir alle sind das Werk deiner Hände“

Heutige liturgische ADVENTs-Lesung der kath. Kirche: Jes 63,16b-17.19b.64,3-7:

Du, HERR, bist unser Vater; „Unser Erlöser von jeher“ wirst du genannt. Warum lässt du uns, HERR, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, so dass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind.  media-390606-2 - Kopie

Reiß doch den Himmel auf und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir.

Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen.

Ach, kämst du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, und nachdenken über deine Wege. Ja, du warst zornig; denn wir haben gegen dich gesündigt, von Urzeit an sind wir treulos geworden.

Wie unreine Menschen sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind.

Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, fest zu halten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen.

Und doch bist du, HERR, unser Vater. Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.

 


Hl. Antonius von Padua: „ER ist mitten unter euch!“

Impulse aus einer Predigt des hl. Antonius von Padua (um 1195 bis 1231), Franziskaner und Kirchenlehrer:

„Der HERR ist nahe. Sorgt euch um nichts“ (Phil 4,5-6). So spricht Gott-Vater beim Propheten Jesaia: „Ich selbst bringe euch das Heil“ – d.h. seinen Sohn:

„Es ist nicht mehr fern; meine Hilfe verzögert sich nicht. Ich bringe Hilfe für Zion und verleihe Israel meine strahlende Pracht“ (46,13)  advent.va

So heißt es auch im heutigen Tagesevangelium der Kirche: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“

Als Mittler zwischen Gott und den Menschen steht ein Mensch (vgl. 1 Tim 2,5),Jesus Christus, auf, um auf dem Schlachtfeld der Welt gegen den Teufel zu kämpfen; er siegt und befreit den Menschen und versöhnt ihn mit Gott-Vater.

Viele aber erkennen ihn nicht:

„Ich habe Söhne großgezogen und emporgebracht, doch sie sind von mir abgefallen. Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht“ (Jes 1,2-3).

Wie nahe ist uns doch der HERR  – und wir erkennen ihn nicht. Ich habe meine Söhne mit meinem Blut großgezogen, sagt er uns, wie eine Mutter ihre Kinder mit ihrer Milch großzieht. Über die Chöre der Engel habe ich die menschliche Natur erhoben, die ich angenommen, mit der ich mich vereint habe.

Konnte ER euch größere Ehre erweisen?

„Und sie haben mich verachtet. Schaut doch, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz.“ (Klgl 1,12).