Unser PLAKAT für die Liebe zur Hl. Schrift

POSTER aus dem KOMM-MIT-Verlag in Münster:

Dieses Poster aus dem Ecclesia-Plakatdienst kann auch einzeln bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück nur 6 €  – jeweils inkl. Porto (Betrag evtl. in Briefmarken beilegen). –
Bestellung gerne per Tel. 0251 – 616768 oder Fax 0251-614020 oder Mail: felizitas.kueble@web.de
Es gibt auch die Möglichkeit, bei uns vier verschiedene Kennenlern-Plakate für nur 6 Euro zu bestellen.


Peter Hahne zum Synodalen Holzweg: Brunnenfrösche quacken um die Wette

Von Peter Hahne

Der große Hamburger Theologe Helmut Thielicke hat es einst auf den Punkt gebracht, wenn es um Wichtigtuer und deren Selbstüberschätzung geht: „Da träumt der Brunnenfrosch vom großen Ozean.“ Leute, die einmal am ganz großen Rad drehen wollen – dabeisein bei den Mächtigen.

Solche Brunnenfrösche findet man zum Beispiel auf Parteitagen – oder in Talkshows. Man denke nur an das ganze gegenwärtige Getöse um „Klima-Koalition“, „Zukunfts-Bündnis“, „Nachhaltigkeits-Regierung“ oder „Verjüngung der Partei.“

Bei CDU und CSU hat man übrigens den Eindruck, als fehlte im Team nur noch Johannes Heesters für den Bereich „Zukunftsmusik.“

Im Windschatten der großen Politik quaken derzeit, von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, auch katholische Brunnenfrösche um die Wette. Dieses Wettquaken nennt sich Synodaler Weg, von nicht allzu wenigen Kritikern auch als Holz- oder Irrweg bezeichnet.

Dieses katholische „Wenn wir schreiten Seit an Seit….“ hat sich nun am Wochenende selbst entzaubert: „Mit uns zieht die neue Zeit“…..weg von der Bildfläche, hinein in die Bedeutungslosigkeit.

Viele Wichtigtuer haben das wichtige Treffen so eilig verlassen, dass es vorzeitig beendet werden mußte. Von den 214 „Synodalen“ waren zuletzt nicht einmal mehr 150 anwesend. Der Rest hatte bereits vor Abschluß und Abstimmung die Flucht ergriffen und das Weite gesucht.

Die FAZ bilanziert nüchtern in ihrer Titelzeile: „Ein Ende im Eklat.“ So etwas nennt man Begräbnis erster Klasse. Oder auch: Viel Lärm um nichts.

Den Bischöfen und Laien, die es „denen da in Rom“ mal so richtig zeigen wollten, die voller Ironie auf diverse Erklärungen des Papstes herabblickten und einer fortschrittlichen Kirche Beine machen wollten, nahmen dieselben selbst in die Hand: auf und davon!

Doch im Ernst: Wen interessieren die Themen in der breiten Öffentlichkeit überhaupt, die von Kirche etwas anderes erwartet als ein regierungstreues Zeitgeist-Unternehmen mit angeschlossener Spiritualitäts-Abteilung?

Zeitgleich hatten sich zum Beispiel in einer niedersächsischen Kirche zum Erntedankgottesdienst Pfarrer und Greta-Jünger im Altarraum versammelt, um mit ideologischen Klima-Sprüchen ihr ganz besonderes Hochamt zu feiern. Parallel enthüllte BILD zum soundsovielten Male, welch ein Israel- und Judenhaß in dieser Truppe steckt.

Mehr Selbst-Entzauberung als der „synodale Abbruch“ vom Wochenende geht nicht. Selbst-Demontage vom Allerfeinsten. Zurück bleiben wieder mal die Schäfchen vor Ort, denen man „Hoffnung machen wollte auf eine neue Kirche mit frischem Wind.“ Die dürfen jetzt weiter treu und brav ihre Kirchensteuern bezahlen, damit sich die elitären Brunnenfrösche bis ins Jahr 2023 weiter zum Wettquaken treffen können.

BILD: Einer der zahlreichen Buchtitel von Hahne: „Niemals aufgeben!“ (Kern-Verlag)

Dabei wäre es doch so einfach, Kirche zu erneuern: sich statt auf synodale Irrwege auf den Weg konsequenter Nachfolge zu begeben und diesen auch nicht durch „Abreise“ abzubrechen. Gebet, Gottes Wort und Gebot, Gemeinschaft der Gläubigen, das sind ein paar wichtige Wegmarken gegen das Wettgequake, das nun erstmal ein jähes Ende gefunden hat.

Das gilt übrigens für alle Konfessionen, wenn sie überleben wollen: Die Konzentration auf den Markenkern ihres Glaubens. Auf das, was sie in dieser rat-, hilf- und orientierungslos gewordenen Welt konkurrenzlos wichtig macht.

Peter Hahne ist ehem. ZDF-Moderator, Bestseller-Autor und evangelischer Theologe. – Den vollständigen Text dieses Artikels lesen Sie hier: https://www.kath.net/print/76462


Gottes Wort ist LICHT auf unserem Lebensweg

Von Jörgen Bauer

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. (Psalm 119,105)

Der Psalm 119 ist deshalb bemerkenswert, weil er der längste Psalm in der Bibel ist und sich der Verfasser regelrecht in Lobesworten „überschlägt“, wenn er vom Wort Gottes schreibt, denn von nicht anderem handelt dieser Psalm.

Der Psalmist kann von Gottes Wort überhaupt nicht genug bekommen und hält es für das Allerbeste, was man überhaupt erhalten kann. Damit liegt er absolut richtig, und wir sollten uns seine Gedanken zu eigen machen.

Während meiner Berufstätigkeit hatte ich in meinem Schreibtisch gleich mehrere Bibeln in unterschiedlichen Ausführungen.

Es hat sich ganz einfach als praktisch und hilfreich erwiesen regelmäßig einen Blick in die Heilige Schrift zu werfen, denn sie reicht völlig aus, wenn es um grundsätzliche Fragen geht. Und auch jetzt liegt bei mir unter dem PC-Monitor immer eine Bibel nebst einer Konkordanz, wovon ich regen Gebrauch mache.

Da kann ich noch so viele Ratgeber oder philosophische und psychologische Betrachtungen lesen: Die Bibel bringt es kurz und prägnant auf den Punkt. Sie vermittelt uns ein zutreffendes Welt- und Menschenbild, und das wusste und weiß ich immer wieder zu schätzen, wenn es galt und gilt, eine Sache zu bewerten oder etwas zu entscheiden.

Die richtigen Antworten auf unsere Fragen finden wir, wenn die richtigen Schlüsse aus den biblischen Berichten ziehen, in denen Dinge berichtet werden, die uns bis heute aus unserem Alltag bekannt sind.

Auch wenn das Umfeld zu biblischen Zeiten ein anderes war, als wie wir es heute kennen, ist doch eines unverändert geblieben, nämlich das menschliche Herz mit seinen Wünschen und Begierden samt den Motiven für unser Handeln. Die Bibel zeigt auf, wie das jeweils endet und warnt uns vor falschen Entscheidungen.

Alles, was wir heute erleben, was uns bewegt, Angst bereitet und umtreibt, ist nicht wirklich neu, sondern immer nur das Altbekannte, wenn auch in immer neuer Verpackung, wodurch wir uns nicht täuschen lassen dürfen. Das Wort Gottes schärft uns den Blick für die Hintergründe und bewahrt davor, scheinbar logischen und „einsichtigen“ Parolen auf den Leim zu gehen.

Unser Gastautor Jörgen Bauer ist evangelischer Christ und lebt in Heidenheim


Gottes Wort bewirkt das, was es besagt!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jes 55,10-11:

So spricht der HERR: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:

Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

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Gebote nicht nur aufzählen, sondern einhalten!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 50 (49),1.8.16bc-17.20-21.

Gott, der HERR, spricht, ER ruft der Erde zu
vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.
Nicht wegen deiner Opfer rüg‘ ich dich,
deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

„Was zählst du meine Gebote auf
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
Dabei ist Zucht dir verhasst,
meine Worte wirfst du hinter dich.

Von deinem Bruder redest du schändlich,
auf den Sohn deiner Mutter häufst du Verleumdung.
Das hast du getan, und ich soll schweigen?
Meinst du, ich bin wie du?
Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.


Seid nüchtern und besonnen in allen Dingen!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Titus 2,1-8.11-14.

Mein Sohn! Verkünde, was der gesunden Lehre entspricht.
Die älteren Männer sollen nüchtern sein, achtbar, besonnen, stark im Glauben, in der Liebe, in der Ausdauer.

Ebenso seien die älteren Frauen würdevoll in ihrem Verhalten, nicht verleumderisch und nicht trunksüchtig; sie müssen fähig sein, das Gute zu lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anhalten können, ihre Männer und Kinder zu lieben, besonnen zu sein, ehrbar, häuslich, gütig und ihren Männern gehorsam, damit das Wort Gottes nicht in Verruf kommt.
Ebenso ermahne die jüngeren Männer, in allen Dingen besonnen zu sein.
Gib selbst ein Beispiel durch gute Werke. Lehre die Wahrheit unverfälscht und mit Würde, mit gesunden, unanfechtbaren Worten; so wird der Gegner beschämt und kann nichts Schlechtes über uns sagen.
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten.
Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus.
ER hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.


HERR, begnade mich mit deinen Geboten!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 119 (118),29.72.89.101.104.163.

Halte mich fern vom Weg der Lüge;
begnade mich mit deinen Geboten!
Die Weisung deines Mundes ist mir lieb,
mehr als große Mengen von Gold und Silber.
 

HERR, dein Wort bleibt auf ewig,
es steht fest wie der Himmel.
Von jedem bösen Weg halte ich meinen Fuß zurück;
denn ich will dein Wort befolgen.
 

Aus deinen Befehlen gewinne ich Einsicht,
darum hasse ich alle Pfade der Lüge.
Ich hasse die Lüge, sie ist mir ein Greuel,
doch deine Weisung habe ich lieb.


Der Star-Charismatiker John Wimber und seine irreführenden „Prophetien“

Von Alexander Seibel

Wenn man den Weg von John Wimber etwas verfolgt, muß man feststellen, daß man ein ständiges Hin und Her beobachten kann. Aussagen werden widerrufen, mit neuer Kühnheit formuliert, abgeändert, theologisch schmackhafter verpackt usw.

Als einer der bekanntesten Evangelikalen Englands, David Watson, an Krebs erkrankte, kam Wimber eigens angeflogen und verkündigte, wie Gott ihm gezeigt habe, Watson werde gesund.

Als dann Watson doch starb, versuchte man „Schadensbegrenzung“, so gut es ging. Die Leichtgläubigkeit der Anhänger, besonders, aber nicht nur aus dem charismatischen Umfeld, ermöglichte es ihm, ziemlich unbeschadet weiterzumachen.

Dabei hätte man nach biblischen Test (5 Mose 18, 22) erkennen können könne, daß hier ein falscher Prophet agiert. Doch solche Aussagen galten als zu negativ bzw. lieblos.

Dann wurde die große Erweckung für England angekündigt, die ebenfalls ausblieb.

BILD: Eines der zahlreichen Bücher des pfingstlerischen Predigers John Wimber

Clifford Hill, der sich selber zur charismatischen Szene rechnet und an den Dienst der Geistesgaben glaubt, schreibt darüber:

„Letzten Sommer (1990 Anm.) riet ich Wimber ab, im Oktober nach England zurückzukehren, weil soeben eingestanden wurde, daß 15 Bereiche des Irrtums in ihrem (Wimber und sein Team von Propheten, Anm.) Dienst vorlagen und dies brauchte Zeit, um aufgearbeitet zu werden…

Dennoch war John Wimber entschieden, Versammlungen in England im Oktober zu leiten, weil Paul Cain, Bob Jones und andere geweissagt hatten, daß eine große Erweckung in diesem Monat ausbrechen werde.

Ich hatte bereits erklärt, daß diese Prophezeiungen falsch sind und daß es keine Erweckung in England geben würde ohne Buße, aber Wimber glaubte ihnen so restlos, daß er seine Kinder und Enkelkinder von den USA mitbrachte, damit sie die erwartete Erweckung bezeugen könnten.

Als nichts geschah in dieser Woche, in einem letzten Versuch, Gott zu überreden, die Flammen der Erweckung zu schicken, rief er am letzten Tag in London, in der letzten Versammlung zur Stille auf. Als der mächtig rauschende Wind sich nicht einstellte, beendete John Wimber die Versammlung eine halbe Stunde früher und kehrte nach Hause zurück, wobei er viele Leute enttäuscht und desillusioniert zurückließ.“ (Prophecy Today, „Which Army?“ Volume 7, Jan./Febr. 91, S. 10)….

Doch die meisten waren weiterhin von Wimbers Charme bezaubert und vergaßen darüber die biblischen Kriterien der Prüfung.

Eine Generation, die immer mehr videotisiert und von daher emotionalisiert ist, sieht auch wenig Anlaß, anhand des Wortes Gottes zu prüfen. Persönliche, freundliche und positive Eindrücke zählen da mehr und sind offensichtlich gewichtiger.

Zu Wimbers fragwürdigen Lehren bzw. Praktiken listet Dr. John D. Hannah u.a. auf:

Er betet über Objekten, daß sie „geheilt“ (übernatürlich repariert) werden, z.B. Kühlschränken, Autos, Waschmaschinen etc.

Er behauptet außerdem, daß Jesus Einblicke durch „Worte der Erkenntnis“ bekommen habe. Auch ruft John Wimber den Heiligen Geist, um auf besondere Leute in einer Versammlung herabzukommen. (Dr. John D. Hannah, „The Signs and Wonders Movement, The Vineyard Movement or The Third Wave“, Lesson 30, S. 14).

Eine Zeitlang behauptete Wimber, um übernatürliche Manifestationen für jeden Christen schmackhaft zu machen: „Alles, was er (Jesus, Anm.) tat, können auch wir tun. Schließlich war Christus so begrenzt in seiner menschlichen Natur, daß er sich nicht viel von uns unterschied. Deshalb, wenn Er, mit der Hilfe des Geistes, mit einem Wort heilte, warum können wir nicht das gleiche tun?“ (Sword & Trowel“, 2. Nov. 1987, S. 30).

Als Dr. Jack Deere zu ihm stieß, der sich dann später (1992) wieder von der Vineyard-Bewegung distanzierte, wurde versucht, diese Zeichen- und Wunderansprüche  –  nun etwas biblischer –  durch die Charismen von 1. Kor. 12 zu legitimieren. (…)

Wimbers Vorstellung von einer endzeitlichen Erweckung greift wiederum Clifford Hill auf:

„Gemäß John Wimber ist es eine Art von ‚Armee Joels‘, die allen Widerstand überwinden und die Nationen unterwerfen wird. Diese Lehre ist Teil dessen, was als ‚Herrschaftstheologie‘ bekannt ist…Es sollte offensichtlich sein, sogar für jene, die keine Ahnung von biblischer Exegese haben, daß dies eine Armee der Zerstörung ist“.

Man hat bis in die Exegese hinein das Gerichtshandeln Gottes mit Segen bzw. Erweckung verwechselt. Der „Toronto-Segen“ demonstriert dies auch praktisch mehr als deutlich. So ist Wimber ein warnendes Beispiel für einen Zickzackkurs, der dem Geist Gottes nicht entspricht. Man beruft sich auf Vollmacht und Geistesleitung bzw. besondere Geistesfülle, Eingebungen und Offenbarungen und wird trotzdem einmal so und dann wieder genau anders geführt.

R. McConnell als Fürsprecher und Teilhaber der Charismatischen Bewegung hat genau diesen Punkt angesprochen:

„Die Hauptursache für diese notorischen Richtungsänderungen bei der Lehre ist nur allzu deutlich erkennbar. Von ihren Anfängen bis in die Gegenwart hat die Charismatische Bewegung eine fehlerhafte Offenbarungslehre vertreten. Wir Charismatiker haben uns zu wenig dem Prinzip verpflichtet, daß die Bibel der einzig unfehlbare Maßstab für Glaube und Praxis ist…

Solange wir uns nicht ernsthaft dem Prinzip verpflichten, daß Lehre und Praxis einer hermeneutisch sauberen Auslegung des Wortes Gottes entstammen muß, wird unsere Bewegung für eine endlose Serie prophetischer Offenbarer und ihren bizarren Lehren ein willfähriges Opfer sein“ („Ein anderes Evangelium“, Verlag C.M. Fliß, 1990, S. 237).

John Wimber ist inzwischen gestorben. Doch ist zu befürchten, daß auch weiterhin alle theologischen und biblischen Ungereimtheiten bzw. Differenzen mit seinem nachwirkenden Charme zu kitten versucht wird…

Und dies ist es, was die Leute anspricht und hören wollen. Des HERRN Feststellung „Du hast geprüft, die da sagen, sie seien Apostel und sind’s nicht – und hast sie als Lügner erfunden“ (Offb. 2,2), ist da schon weniger gefragt.

Quelle und vollständiger Text des Artikels hier: https://horst-koch.de/john-wimber/

Alexander Seibel über die Charismatik: https://www.alexanderseibel.de/beginn_der_charismatischen_bewegung.htm

 


Gottes Wort bewirkt das, was ER will

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Jes 55,10-11.

So spricht der HERR:
Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
sondern die Erde tränkt
und sie zum Keimen und Sprossen bringt,
wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
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Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
sondern bewirkt, was ich will,
und erreicht all das,
wozu ich es ausgesandt habe.
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Lex credendi, lex orandi: Der Glaube kommt nicht vom Schauen, sondern vom Hören!

Von Felizitas Küble

Es gibt zwei verschiedene Vorstellungen davon, der Glaube komme vom „Schauen“, sei also vor allem eine Sache unserer Sinne und des Erlebens, weniger eine Angelegenheit des Verstandes bzw. unseres Willens. 

Eine dieser Varianten des Gefühlschristentums ist die charismatische, die ihren Glauben besonders auf religiös-persönliche Erfahrungen, außergewöhnliche Charismen, Visionen und Erlebnisse aufbaut.

Die zweite, eher konservative Form einer stark gefühlsorientierten, sinnlichen Frömmigkeit ist der traditionelle Ästhetizismus, also das intensive Empfinden für liturgische Schönheit und Erhabenheit, für erhebende Gesänge, erlesene Rituale, festliche Meßgewänder usw.

Keine Frage, daß solche besonders feierlichen und würdig zelebrierten Gottesdienste  – die man vor allem in der überlieferten „alten Messe“ vorfindet – den Glauben stärken und ihm durch einen gewissen Schimmer von „Glanz und Gloria“ das besondere „Etwas“ verleihen können.

Für manche stark kulturell geprägten Menschen war und ist solch eine Herz und  Gefühle ansprechende Liturgie sogar das „Sprungbrett“ für ihre Bekehrung, sie ist dann eine individuelle Brücke zum Glauben.

Gilt somit doch der Grundsatz „Lex orandi, lex credendi“?  – Also das Prinzip: Aus dem Gesetz des Betens folgt das Gesetz des Glaubens.

In Einzelfällen ja, auch in dem Sinne, daß das Gebet der Kirche – also die Liturgie – dem Glauben neue Innerlichkeit und Freude ermöglichen kann.

Aber grundlegend für unseren Glauben sind weder außergewöhnliche religiöse Erlebnisse – wie bei der Charismatik – noch besonders erhebende Rituale – wie beim Liturgismus – sondern vielmehr unser bewußtes JA zu den von Gott geoffenbarten Wahrheiten.

Denn der Allmächtige hat sich den Menschen mitgeteilt durch sein Wort, durch die Propheten des Alten Bundes, vor allem durch das menschgewordene WORT (Logos), durch Christus selbst, denn „zuletzt hat GOTT gesprochen durch seinen Sohn“, wie der Hebräerbrief betont.

In diesem Sinne betont der Apostel Paulus: „Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,17), er ist also eine Auswirkung der christlichen Verkündigung. Der Völkermissionar fügte hinzu: „Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen“ (2 Kor 5,7).

Somit gilt der Grundsatz: Lex credendi, lex orandi: Aus dem Gesetz des Glaubens folgt das Gesetz des Betens!

Aus dem Glauben der Kirche ergibt sich somit ihr Gottesdienst, ihre Liturgie, ihre amtliche Gottesverehrung. Diese ist nicht Ursache, sondern Ausdrucksform des Glaubens.

Auch die Frömmigkeit des Einzelnen ist eine ANTWORT auf das WORT  –  und seine Ver-ANTWORT-ung besteht darin, dieses Wort in die Tat umzusetzen, denn der Glaube ohne Werke ist tot, wie der Apostel Jakobus schon vor fast zweitausend Jahren einschärfte (vgl. Jak2,4).

Je nach Auslegung und Zusammenhang haben also beide Prinzipien ihre Gültigkeit, wobei jedoch eine übertriebene Ausweitung der liturgischen Sicht („Lex orandi, lex credendi“) zu vermeiden ist.

Auch Papst Pius XII. forderte in seiner 1947 veröffentlichten Enzyklika „Mediator Dei“ eine stärkere Betonung des lex credendi (Gesetz des Glaubens) gegenüber dem lex orandi (Gesetz des Betens, der Liturgie), da „die lehramtlich zu bestimmende Glaubensregel […] auch die Regel des Gottesdienstes zu bestimmen“ hat.  Zudem schrieb er dazu: „Die Liturgie als Ganzes enthält daher den katholischen Glauben, insofern sie den Glauben der Kirche öffentlich bezeugt“.

Pius XII. bezeichnete die Liturgie in der Enzyklika „ad Coeli Reginam“ von 1954 sodann als „getreuen Spiegel der Lehre, die von den Vorfahren überliefert und vom christlichen Volk geglaubt wurde“.

Mit anderen Worten: Aus der Glaubenslehre folgt das Gebet, auch der Gottesdienst und die gesamte Liturgie.

Praktisch erkennt man diese Logik auch hinsichtlich der Ostkirchen: Die Orthodoxie hat eine gültige, sogar sehr würdevolle Liturgie, die von konservativen Katholiken oft stark gewürdigt und wertgeschätzt wird. Trotz dieser „rituellen Korrektheit“ bestehen aber erhebliche dogmatische Unterschiede zwischen ihr und der katholischen Kirche – was zum Schisma (Trennung, Abspaltung) führte. Eine richtige Liturgie sorgt also  – wie man hier sieht – nicht unbedingt auch glaubensmäßig immer für den rechten Weg.