Kardinal Müller solidarisiert sich mit Kardinal Sarah in puncto liturgische Übersetzungen

Der frühere Bischof von Regensburg und ehem. Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, hat sich in einem Intervie mit der „Passauer Neuen Presse“ (PNP) kritisch mit einer Entscheidung von Papst Franziskus befaßt.

Es geht dabei um die Rechte und Kompetenzen der jeweiligen Bischofskonferenzen und damit zugleich um die Frage, ob der Vatikan weiterhin daran festhalten solle, daß er selber für die Genehmigung gottesdienstlicher bzw. liturgischer Texte zuständig sei, also quasi das „letzte Wort“ spricht.

Dies hatte der theologisch konservative, schwarzafrikanische Präfekten der Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah, gefordert, der Papst ihm jedoch in einem Brief widersprach. Franziskus zufolge solle der Vatikan liturgische Übersetzungen in Zukunft nicht mehr genehmigen, sondern nur noch bestätigen.

Kardinal Müller solidarisierte sich in dieser Causa mit Kardinal Sarah und äußerte sich dazu folgendermaßen: „Die letzte Autorität im Zweifelsfall kann nicht bei den Bischofskonferenzen liegen. Das würde die Einheit der katholischen Kirche im Glauben, im Bekenntnis und im Gebet zerstören.“

Der ehem. Glaubenspräfekt erklärte weiter gegenüber der PNP, er habe es „oftmals erlebt, dass die von den Bischöfen herangezogenen Übersetzer die biblischen und liturgischen Texte unter dem Vorwand der besseren Verständlichkeit verwässert haben“.

Als Beispiele nannte der Würdenträger solch „hoch anspruchsvolle Lehren“ wie etwa den stellvertretenden Sühnetod Jesu am Kreuz: Solche wesentlichen Heilsgeheimnisse würden „in manchen Ländern wegrationalisiert oder auf ethische Appelle heruntergebrochen und so des katholischen Heilsrealismus entkleidet“.

Quelle für die Zitate: http://www.pnp.de/nachrichten/politik/2722068_Kardinal-Mueller-distanziert-sich-vom-Kurs-des-Papstes.html


Aus Maria Magdalenas Gedenktag am 22. Juli wird jetzt liturgisch ein Fest

Maria Magdalena wird liturgisch aufgewertet: Ihr „gebotener Gedenktag“ am 22. Juli wird künftig in der ganzen römisch-katholischen Kirche als „Fest“ eingestuft.

Thomas von Aquin bezeichnete Maria Magdalena als „Apostelin der Apostel“, denn sie folgte Christus nicht nur bis unters Kreuz, sondern wurde nach Angaben des Johannes-Evangeliums auch zur ersten Zeugin seiner Auferstehung. So zitiert das Schreiben der vatikanischen Gottesdienstkongregation, welches die Aufwertung erklärt, den großen Kirchenlehrer.  tochterzion

Maria Magdalena sei es auch gewesen, die den verzagten Aposteln die Frohe Botschaft von Jesu Auferstehung brachte  –  diese Heilige sei das entscheidende „missing link“ (fehlende Glied) zwischen der Karfreitags-Bestürzung und dem Osterjubel.

Mit einem Dekret vom 3. Juni namens „Apostola Apostolorum“ hat der Papst nun entschieden, Maria Magdalena im liturgischen Fest- und Heiligenkalender den Aposteln gleichzustellen; ihr Fest bleibt der 22. Juli, auch die Texte in Messfeier und Stundenbuch bleiben. Neu ist, dass nun ein eigener Präfations-Text hinzu kommt: dies ist der Fall nur bei wenigen anderen Heiligen.

So haben alle Apostel bis auf Petrus und Paulus dieselbe Präfation; im deutschen Messbuch haben ausschließlich Elisabeth von Thüringen und Hedwig eine eigene. Die sogenannten „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus haben, am 29. Juni, ein eigenes Hochfest.

Die Messbücher werden angepasst, wie das von Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Liturgiekongregation, unterzeichnete Dekret festlegt.

Quelle und weiterer Text von Radio Vatikan hier: http://de.radiovaticana.va/news/2016/06/10/liturgie_maria_magdalena_wird_den_aposteln_gleichgestellt/1236162


Rom: Kurienkardinal Robert Sarah will sich inhaltlichen „Neuerungen“ widersetzen

Präfekt der Gottesdienstkongregation fährt klaren Kurs

Kardinal Robert Sarah (siehe Foto) ist seit November 2014 Präfekt (Chef, Vorsitzender) der vatikanischen Gottesdienstkongregation in Rom. Sein neuestes Buch „Gott oder nichts“ (Original auf französisch. „Dieu ou rien„) ist ein Bestseller im religiösen Literaturspektrum geworden.
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Im Zusammenhang mit dem Dauerbrenner um kirchliche Ehelehre und Sakramentenpastoral (u.a. Kommunionempfang) vertritt der afrikanische Würdenträger eine theologisch konservative Position  – und auch allgemein den Standpunkt, daß die Kirche das Evangelium zwar gerne mit den „Mitteln von heute“ verkünden könne und solle, doch müsse sie es inhaltlich „in Festigkeit“ tun.
Er betont hinsichtlich der „Richtungsdebatte“ über Ehe und Familie, die „Kirche Afrikas“ habe beschlossen, sich „jeder Rebellion gegen die Lehre Jesu und des Lehramtes zu widersetzen“.  
Schließlich, so Sarah, sei diese Botschaft nicht jemandes Eigentum, sondern die Lehre Gottes selbst – und daher dem Menschen unverfügbar. Tatsächlich sind auch kirchliche Amtsträger nicht Herren, sondern Diener jenes Glaubens, der von Christus und den Aposteln überliefert wurde.
Deshalb müsse die Kirche auch heute „mutig und hoffnungsvoll gegen den Strom schwimmen“, wie sie dies durch zweitausend Jahre hindurch praktiziert habe.
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Zugleich wendet sich der afrikanische Kardinal eindeutig gegen die Gender-Ideologie, welche wesentliche Unterschiede zwischen Mann und Frau leugnet und die göttliche Schöpfungsordnung infrage stellt.

Außerdem berichtet unser Autor Mathias von Gersdorff, daß sich der vatikanische Präfekt laut einer Meldung des US-amerikanischen Infoportals Lifesitenews auf einer Buchpräsentation des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. in Rom ablehnend zu den Vorstößen von Kardinal Kasper in puncto „Kommunion für geschieden Wiederverheiratete“ äußerte.

Kardinal Sarah gab dort erneut bekannt, die afrikanischen Bischöfe würden sich allen Neuerungen à la Kasper widersetzen.
Der Kurienkardinal kritisierte zugleich jene katholischen Oberhirten, die den Empfang der hl. Kommunion durch geschieden Zivilverheiratete in ihren Diözesen dulden. Dies sei eine Beleidigung Christi und eine Entweihung seines Leibes, erklärte der Präfekt der Gottesdienstkongregation.
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Zugleich betonte er, Barmherzigkeit stehe in Verbindung mit einer Aufforderung zu Reue und Umkehr. Jede Erlaubnis zum Weitersündigen mißbrauche die göttliche Barmherzigkeit.
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Foto: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/