Kardinal Newman und die Marienverehrung

Von Felizitas Küble

Am Sonntag, dem 13. Oktober, wird Kardinal John Henry Newman im Vatikan zur Ehre der Altäre erhoben. Auch Prinz Charles  – seine Mutter ist formal das Oberhaupt der Anglikaner, der britischen „Staatskirche“  –  wird an der Heiligsprechung teilnehmen.

Am 19. September 2010 wurde Newmann von Benedikt XVI.  – der ihn schon vor seiner Papstzeit als Theologe sehr geschätzt hat  – seliggesprochen.

Der künftige Heilige  – geboren am 21. Februar 1801 in London  – ist einst als Schriftsteller und anglikanischer Pfarrer in die katholische Kirche übergetreten, was in den gebildeten Kreisen Englands für großes Aufsehen sorgte – und dies umso mehr, als Newman sich zuvor sehr kritisch über Lehren und Frömmigkeitsformen der Katholiken äußerte, die sich in seinem Land ohnehin in einer benachteiligten Minderheitenposition befanden.

Newman neigte zunächst zu einer biblizistisch-evangelikalen Frömmigkeit. Später wurde ihm die Wichtigkeit der Sakramente und der Tradition stärker bewußt und er fühlte sich der hochkirchlich-anglikanischen Oxford-Bewegung verbunden, die teilweise das spirituell-theologische Erbe des katholischen Glaubens weiterführt, vor allem hinsichtlich der Marien- und Heiligenverehrung.

Gleichwohl behielt Newman seine Distanz zur katholischen Kirche bei. Aber vor allem durch das intensive Studium der Kirchenväter änderte sich seine Meinung grundlegend.

Zunächst hatte er geglaubt, katholische Dogmen mit Hilfe der Patristik (Kirchenväterlehre) widerlegen zu können.

Doch der gelehrte Theologe der „Church of England“ (Staatskirche von England) erkannte immer klarer, daß schon die Kirchenväter der ersten christlichen Jahrhunderte durch und durch katholisch waren. Besonders deutlich wurde dies beim heiligen Augustinus von Hippo, dem größten Kirchenlehrer der Antike (Altertum), dessen Mutter Monika ebenfalls als Heilige verehrt wird.

Hinsichtlich der Marienverehrung stand er einem biblisch geprägten Marienlob bereits in seiner anglikanischen Zeit durchaus positiv gegenüber; er ermutigte seine Glaubensgenossen, die Ankündigung der Madonna aus ihrem Magnificat ernst zu nehmen: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter“ (Lk 1,48).

Somit entspricht eine fehlende Wertschätzung Mariens nicht dem Geist und Buchstaben des Neuen Testaments.

Bereits in seiner ersten Predigt als anglikanischer Vikar würdigte er im Jahr 1826 die „makellose Reinheit“ der Gottesmutter. Auf dem biblisch geprägten Rosenkranzgebet stand er wohlwollend gegenüber.

Newman vertiefte sodann seine mariologischen Ansichten durch seine Beschäftigung mit den frühchristlichen Lehrern der Kirche. Seine wachsende Verehrung für die Mutter des HERRN war ein wesentliches Motiv für seine Konversion.

Ihm wurde nun aber gerade in dieser Hinsicht entgegengehalten, es gäbe übertriebene Formen des Marienkultes bei den Katholiken.

Der Konvertit hat dieses Problem keineswegs bestritten (wie sollte er dies auch?! –  Er, der aufrichtige Kämpfer für die Wahrheit!), aber darauf hingewiesen, daß der Mißbrauch nicht gegen die Sache selbst spricht. Volkstümliche Auswüchse sind bedauerlich, aber kein Argument gegen die amtliche kirchliche Lehre, die solche Entgleisungen nicht abdeckt.

Er schrieb hierzu: „Sollen wir etwa, weil ein Teil der Christen in der Andacht übertreibt, die Ehrfurcht vor ihr  verlieren?“  –  Es sei doch der Heilige Geist selbst, so Newmann, der Maria durch Elisabeth als die „Gesegnete unter den Frauen“ gepriesen habe und sie zuvor als „Gnadenvolle“ durch den Engel Gabriel begrüßte.

Für Kardinal Newman war die Marienverehrung keine Konkurrenz, sondern eine angemessene Begleitmusik zur Gottesliebe.

Sein Marienlob war christozentrisch  – und er erkärte gegenüber anglikanischen Kritikern, daß sich die mariologischen Dogmen der Kirche ebenfalls auf Christus beziehen.

Vor allem der Titel „Gottesgebärerin“ (Theotokos) verdeutlicht dies, denn damit bekennen die Gläubigen die göttliche Natur ihres Erlösers, der GOTT und Mensch zugleich ist. Es geht hier um das Glaubensgeheimnis der Inkarnation (Menschwerdung) der zweiten Person der göttlichen Dreieinigkeit.

Alle Vorzüge Mariens sind gnadenhaft, von GOTT in seiner Huld verliehen und ihr im Hinblick auf Christus geschenkt.

Wenn dies in privaten Andachten oder überzogenen Formen des „Volksglaubens“  – auch hinsichtlich der weitverbreiteten Sucht nach „Erscheinungen“ und „Botschaften“   – aus dem Blick gerät, muß dies korrigiert werden, doch stellen solche Auswüchse nicht die Berechtigung der kirchlichen Marienverehrung infrage.

Zu gewissen Fehlformen im Volksglauben erklärte Johannes Paul II., gewiß ein „marianischer“ Papst, in einer Ansprache vom 21.9.2001 an die vatikanische Gottedienstkongretation u.a. folgendes:

„Zuweilen scheinen Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit durch Elemente verunreinigt zu sein, die mit dem katholischen Glauben unvereinbar sind. In solchen Fällen müssen sie mit Besonnenheit und Geduld gereinigt werden, und zwar durch Kontakte zu den Verantwortlichen sowie eine aufmerksame und respektvolle Katechese, sofern grundsätzliche Unstimmigkeiten nicht sofort klare und direkte Maßnahmen nötig machen.“

Fehlentwicklungen gibt es vor allem dort, wo Christus fast nur als der „strenge Herrscher“ erscheint, der am Jüngsten Tage als Richter der Lebenden und Toten wiederkommt. Dabei wird zu wenig erkannt, daß Jesus uns vor allem den Zuspruch Gottes verkündigt hat – nicht allein seinen Anspruch. ER als Erlöser ist unser eigentlicher  Beistand und Mittler beim Vater, seine menschliche Mutter ist unser Vorbild und unsere Fürsprecherin.

Im Jahre 1849 stellte Newman klar, daß Mariens Stellung eine dienende ist – und daß sie ihre Gnadenvorzüge „um Jesu willen“ erhalten hat:

„Maria ist erhöht um Jesu willen. Es war geziemend, dass sie als Geschöpf, wenngleich das erste unter den Geschöpfen, eine dienende Aufgabe haben sollte. Gleich anderen ist auch sie in die Welt gekommen, ein Werk zu tun; sie hatte eine Mission zu erfüllen; ihre Gnade und ihre Herrlichkeit sind ihr nicht für sie selbst gegeben, sondern um ihres Schöpfers willen.“

Auch beim Rosenkranz erkannte er, wie christozentrisch und biblisch geprägt dieses betrachtende Gebet ist. Er erläuterte, seine „große Kraft“ liege darin, „dass er das Glaubensbekenntnis zu einem Gebet macht; natürlich ist das Credo als solches schon Gebet und eine große Ehrbezeugung Gott gegenüber.

Aber der Rosenkranz stellt uns die großen Wahrheiten des Lebens und Sterbens Christi vor Augen und bringt sie unserem Herzen näher. Wir betrachten so all die großen Geheimnisse seines Lebens: von seiner Geburt in der Krippe bis zu seinem Leiden und zu seinem Leben in Herrlichkeit.“

Kardinal Newman hat seine Marienverehrung in der Autobiographie „Geschichte meiner religiösen Überzeugungen“ (Apologia pro vita sua) dargelegt, worin er 20 Jahre nach der Konversion seine Standpunkte begründet hat – und vor allem in seiner Schrift „Die heilige Maria. Eine Apologie und historische Begründung des Marienkults“.

WEITERE INFOS:
Päpstliche Klarstellungen zur Volksfrömmigkeit: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/verlautbarungen/VE_160.pdf
Studien zu Newmans Mariologie von Prof. Dr. Joseph Schumacher: http://www.theologie-heute.de/NewmanMaria.pdf
Seine theologische Laufbahn vor der Konversion: https://www.grin.com/document/171169
Kardinal Newman, Maria und der Rosenkranz: https://de.zenit.org/articles/kardinal-newman-ein-grosser-rosenkranzbeter-und-lehrer-des-gebetes/

 


Zwei Ergänzungsgebete zum Rosenkranz: Fatima-Zusatz oder das „Salve Regina“?

Von Felizitas Küble

In dem oberschwäbischen Bauerndorf, in dem ich aufgewachsen bin, war es am Sonntag nach dem Mittagessen üblich, daß wir um 13 Uhr zum Rosenkranzgebet in die Kapelle gingen, wo meist über ein dutzend Gläubige versammelt waren. 

Nach dem Rosenkranz beteten wir gemeinsam noch das Salve Regina (Sei gegrüßt, o Königin) als Abschluß.

Es hat mich trotz – oder wegen? – seiner etwas altertümelnden Sprache berührt, faszinierend und bewegt.

Dabei wußte ich damals nicht, daß es sich um ein ganz altehrwürdiges Marienlob handelt, das schon 1000 Jahre auf dem Buckel hat. Manche führen es sogar auf den berühmten und gelehrten Benediktiner-Mönch Hermann von Reichenau („Hermann, der Lahme“) zurück.

Es wurde jedenfalls schon im frühen Mittelalter gebetet – welch eine beeindruckende Überlieferung!

Hingegen ist der Fatima-Zusatz – der in manchen Kreisen auch zwischen den „Gesätzchen“ gebetet wird – gerade einmal 100 Jahre alt, also kein Vergleich mit dem Salve Regina.

Soll man nun sagen: Je älter, desto besser?

Nicht unbedingt von vornherein, obwohl ein höherer Alter natürlich das Traditionsargument auf seiner Seite hat.

Aber das ist es ja nicht alleine:

Das „Salve Regina“ ist nicht irgendein Privat-Gebet, sondern längst kirchenamtlich und liturgisch grundgelegt. In der Zeit nach Pfingsten bis zum 1. Advent ist es sogar die Schluß-Antiphon (= Hymnen-Gesang) im Stundengebet der Kirche.

Vielfach ist es üblich, das Salve Regina beim Begräbnis eines Priesters oder einer Ordensangehörigen zu singen.

Das kirchliche Bonifatiuswerk zählt es zu den „Grundgebeten“ der Kirche: https://beten-online.de/de/zentrale-gebete/grundgebete/gebet.5740.html

Somit hat das Salve Regina einen offiziellen Charakter –  der Fatima-Zusatz hingegen nicht, er gehört auch nicht zur kirchlichen Fassung des Rosenkranzes.

Papst Johannes Paul II. war gewiß ein Fatima-Anhänger (mehr als alle Päpste vor ihm), aber auch er hat  – wenn er jahrelang am 1. Samstag im Monat den Rosenkranz über Radio Vatikan vorbetete – nicht ein einziges Mal die Fatima-Anrufung hinzugefügt.

Hier folgt nun der amtliche Text des „Salve Regina“ (so lautet der Titel auf lateinisch):

Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsere Wonne, unsere Hoffnung, sei gegrüßt!
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;

zu dir seufzen wir trauernd und weinend
in diesem
Tale der Tränen.
Wohlan denn, unsere Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen uns zu,
und nach diesem Elende zeige uns JESUS,

die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.

Bei uns in meiner Heimatkapelle wurde am Schluß noch eine  – ebenfalls altbekannte  –  Anrufung hinzugefügt:

In aller Trübsal, Angst und Not komme uns zu Hilfe,
o du allerseligste Jungfrau Maria!

Der Einwand mancher moderner Theologen, das Salve Regina sei zu düster und pessimistisch („Tal der Tränen, Elend, verbannte Kinder Evas, trauernd und weinend“) ist oberflächlich und weltfremd.

Gerade die Tatsache, daß diese Anrufung unsere menschlichen Nöte und Ängste so offen anspricht, daß es nichts schönredet, sondern auf jeden Kitsch verzichtet, aber trotzdem hoffnungsvoll und zuversichtlich hinweist auf JESUS, die gebenedeite (=gesegnete) Frucht aus dem Schoß Mariens, ist doch tröstlich, stärkend und ermutigend, auch weil sie den Blick in die Ewigkeit öffnet.

Wie der ergänzte Schlußvers, den wir Dorfbewohner zusätzlich gebetet haben, aufzeigt, ist es genau dieses Aussprechen von „Trübsal, Angst und Not“, das die Menschen bewegt und aufzurichten vermag im Hinblick auf die Hilfe und Fürsprache der Madonna.

Ja, Maria ist die „Mutter der Barmherzigkeit“, denn Christus ist das menschgewordene Erbarmen Gottes – und Maria ist daher Gottesgebärerin.

Kurzum: Im Unterschied zum Fatima-Zusatz ist das Salve Regina ein altbewährtes, im Volke weit verbreitetes und kirchenamtliches Gebet.

Es gibt zudem weitere inhaltlich-theologische Gründe, warum sich der Fatima-Zusatz nicht für den Rosenkranz eignet.  (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/03/06/warum-der-fatima-zusatz-nicht-zum-eigentlichen-rosenkranzgebet-gehort/)


Das CHRISTLICHE FORUM begrüßt die „Neue katholische Frauenbewegung“

Am 14. Juni diesen Jahres wurde in Ingolstadt die Neue katholische Frauenbewegung (NkF) von Ursula Zöller und Susanne Wenzel gegründet. Sie hat sich die Madonna Salus Populi als Bild und Zeichen ihres Engagements gewählt (siehe 2. Foto), denn sie ist nicht nur Schutzherrin des römischen Volkes, sondern auch Wegweiserin. 

Und so wollen die Frauen Mariens Wort folgen: Was ER euch sagt, das tut.

BILD: Von links: Ursula Zöller, Susanne Wenzel

Maßstab ist daher der Glaube, wie ihn der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt. Das bedeutet, dass der Priester als Spender der Sakramente in persona Christi handelt, sodass Frauen logischerweise nicht zu Priestern geweiht werden können, auch wenn der Zeitgeist das unverdrossen immer wieder lautstark verlangt.

Es bedeutet auch, dass der priesterliche Zölibat ein wertvolles Geschenk ist, das dem Vorbild Jesu entspricht.

Die Mitglieder der NkF streben nicht nach kirchlichen Ämtern – wollen nicht Teil des sonst oft so heftig kritisierten Klerikalismus sein – und schauen auch da auf Maria, die Mutter der Kirche, die wie keine andere Frau auf Erden für das Amt des Priesters prädestiniert war. Doch sie blieb, was sie mit ihrem Fiat versprochen hatte: Die Magd des HERRN.

Die Neue katholische Frauenbewegung will das Glaubenswissen stärken, will Zeugnis geben von der Schönheit unseres Glaubens und der Freude daran.

Daher ist es kein Zufall, dass die Gründung geschah, als das Forum Deutscher Katholiken seinen großen 19. Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt abhielt. Denn einen besseren Start für eine neue katholische Gruppierung kann es kaum geben.

Es geht eben auch um die Zusammenarbeit derer, denen der Glaube wichtig ist, es geht um Vernetzung und Bestärkung.

So unterstützen NkF und Maria 1.0 (johanna@stoehr.online) sich bereits gegenseitig. Die Gruppe um Johanna Stöhr hatte mit ihrem Namen Maria 1.0 deutlich gemacht, dass Maria sicher nicht – wie es die Feministinnen von Maria 2.0 suggerieren  –  ein Update benötigt.

Neue Mitglieder der NkF können sich gerne unter nkf-zoeller@t-online.de oder unter der Adresse Ursula Zöller, Karlstr. 3 in 63739 Aschaffenburg melden. Sprecherin ist Susanne Wenzel: nkf-wenzel@t-online.de – und zudem ist die Gruppe bereits online: https://frauenundkirche.wordpress.com/

Übrigens zählt zu den erstaunlich vielen Tagesheiligen des 14. Juni Isabella vom Hl. Dominikus, eine Gefährtin der Kirchenlehrerin Teresa von Avila.

Gemeinsam den Weg der Heiligung zu gehen – das müsste eigentliches Ziel aller katholischen Vereinigungen sein. Denn es bedeutet nichts anderes, als fit zu werden für unser späteres Leben bei Gott. Und das geht unter anderem auch in der Sorge um die Familie, denn, so die hl. Teresa, „auch zwischen den Kochtöpfen wandelt der Herr“.

Quelle (Text/1.Foto) hier: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=10046

Internetpräsenz: https://frauenundkirche.wordpress.com/


Oberschwaben: Bergatreuter Festmesse bei traditioneller Wallfahrt zu „Maria vom Blut“

Von Alexander Hepp

Das Wallfahrtsfest zu Maria Heimsuchung konnte bei bester Witterung am Dienstag, dem 2. Juli, in der oberschwäbischen Pfarrgemeinde Bergatreute mit 333-jähriger Tradition begangen werden:

An diesem besonderen Tag können sich öffentliche Einrichtungen sowie Schule und Kindergarten einer festtäglichen Verschnaufpause erfreuen. Schon früh um sechs Uhr erklingt das Tagwachspiel der örtlichen Musikkapelle. Spätestens dann wissen die Bewohner, dass im Ort der höchste Feiertag neben den kirchlichen Hochfesten des Jahreskreises anbricht.

Hunderte Besucher und Pilger drängen sich in die barocke Kirche und verfolgen die Festmesse, die auch auf den Kirchplatz übertragenen wird.

Das in der Wallfahrtskirche verehrte Gnadenbild „Maria vom Blut“ kam 1686 aus der böhmischen Stadt Klattau nach Bergatreute und findet seither große Verehrung bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus.

Dekan Peter Müller aus Bad Saulgau, dessen elterliche Wurzeln im Bergatreuter Ortsteil Engenreute liegen, hat sich als Festprediger auf die altehrwürdige und mit rotem Samt geschmückte Schmuzer-Kanzel gewagt:

Im Pluralis Majestatis erinnerte er an die jüngst an die Diözesen und Dekanate verteilten Worte von Papst Franziskus, der zur Neuevangelisierung in den Gemeinden auffordert.

Der Geistliche nahm die zwölf Sterne Marias als Eckpunkte der Neuevangelisierung und wandte sich besonders an die jüngere Generation: Man möge sich nicht vom großen Strom leiten lassen, sondern sich zu seinem Glauben uneingeschränkt bekennen; der Christ solle sich trotz Kirchenkrise und Meinungsmache der Liebe Gottes anvertrauen und darin seine Heimat finden.

Ein gut gelebter Glaube zeichne sich durch Ecken und Kanten und auch durch eine recht verstandene Offenheit aus; eine Offenheit, die aber nicht in alle Richtungen gehen solle.

Den Älteren legte der Prediger die heilbringende Botschaft ans Herz, lieber einmal am Tag die Bibel zur Hand zu nehmen und darin zu lesen, als nur in der morgendlichen Presse die Todesanzeigen zu studieren:

Das helfe, eine andere Sicht auf das Leben zu gewinnen, den eigenen Gottesglauben zu reflektieren und vor allem den Schlüssel zur Himmelstür, zum ewigen Leben zu finden.

In seiner fast halbstündigen spritzigen Predigt wurde es nicht langatmig; vielmehr wurden die Gläubigen von seiner Verkündigung gefesselt und im festen Vertrauen auf die Gottesmutter gestärkt.

Die Festmesse wurde vom Kirchenchor Bergatreute mitgestaltet, so daß sich die Wallfahrer an der von Joseph Haydn komponierten Johannismesse erfreuen konnten.

Seit Mitte der 1970er Jahre wird die Prozession mit dem Bergatreuter Gnadenbild gefeiert. Das vom Hochaltar genommene Bild wird auf einer Sänfte unter einem Baldachin getragen.

Eine lange Schlange von Pilgern zieht zu Gesängen der Lauretanischen Litanei zusammen mit Priestern, Diakonen und Ordensschwestern sowie den Erstkommunionkindern und Vereinen durch den Ort hinaus in die Flur.

Ein festlich geschmückter Altar und liebevoll gestalteter Blumenteppich bilden die Kulisse für eine kurze Andacht. Der sakramentale Segen wurde von Dekan Peter Müller abschließend allen Gläubigen in der Wallfahrtskirche gespendet.

Das Gotteshaus ist geschmückt mit schönsten Blumen  –  gleich dem vom Prediger erwähnten Sternenkranz Marias. Schließlich verleiht die liturgische Schönheit dem Fest den Glanz und das Gepräge der Heimsuchung Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth.

Fotos: Franz-Anton Blank


Johannes der Täufer und der hl. Joseph

Von Felizitas Küble

Am 24. Juni feiert die Kirche alljährlich das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer. Normalerweise wird bei den Heiligen sonst der Todestag zum Gedenktag erhoben, denn er ist ja der Geburtstag für den Himmel.

Doch es gibt drei Ausnahmen, bei denen die Kirche ausdrücklich den Geburtstag feiert:

Bei Jesus Christus (25. Dezember), bei Maria (Fest Maria Geburt: 8. September) und beim hl. Johannes, dem Wegbereiter des HERRN.

Bevor unser Erlöser sein öffentliches Wirken begann und die zwölf Apostel um sich scharte, waren zwei Männer für ihn besonders wichtig: Der hl. Josef als sein Nährvater – und sein Verwandter Johannes, der spätere Bußprediger.

Dessen Vater Zacharias war ein Priester des Alten Bundes, Elisabeth seine Ehefrau – und zugleich die Kusine Mariens.

Die Madonna besuchte nach der Verkündigung des Engels ihre betagte Base Elisabeth, um ihr bei der Schwangerschaft beizustehen und zugleich ihre eigene Glückseligkeit mitzuteilen, die Mutter des Messias zu sein.

Elisabeth begrüßte Maria als Gottesmutter, indem sie sprach: „Wie wird mir die Gnade zuteil, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?“

Der Ausdruck „HERR“ (griechisch: Kyrios) bezieht sich im biblischen Sprachgebrauch immer auf GOTT, somit finden wir im Lukas-Evangelium bereits zum ersten Mal den Titel „Gottesmutter“ für Maria.

Jesus sprach über Johannes den Täufer ein geheimnisvolles Wort, über das sich viele Exegeten (Ausleger) den Kopf zerbrochen haben:  Johannes der Täufer sei mehr als ein Prophet (das leuchtet ein) – ER fügt aber hinzu: Unter allen von einer Frau Geborenen ist niemand größer als er – und zugleich ist der Kleinste im Himmelreich größer als er.

Was kann unser Heiland damit gemeint haben?

Es gibt einige Hinweise, vielleicht trifft einer der beiden folgenden zu:

Johannes steht mit beiden Füßen noch im Alten Bund, sein Vater war Priester in der Ordnung Aarons und diente im Tempel des HERRN  –  zugleich ragt Johannes als Vorläufer Christi in den Neuen Bund hinein.

Vielleicht wollte Jesus sagen, daß Johannes der Größte im Alten Bund gewesen ist, daß er die Endzeit des Alten Testaments vollendet – daß aber der Neue Bund noch viel höher steht, weshalb ein Kleiner im Neuen Bund größer ist als ein Großartiger im Alten Bund.

Es gibt zudem eine zweite Deutung:

Der hl. Joseph lebte ganz im Verborgenen, er war unscheinbar und wirkte demütig im „Schatten“ von Jesus und Maria. Vielleicht meinte Jesus seinen Nährvater, als er von dem „Kleinsten“ sprach, der im Himmelreich größer sei als der bedeutsame Wegbereiter des HERRN, Johannes der Täufer.

Fest steht jedenfalls, daß wir es bei beiden Männern mit herausragenden Persönlichkeiten zu tun haben, mit großen Heiligen, die uns mit ihrer Fürsprache zur Seite stehen und uns ein immerwährendes Vorbild sind: Johannes, der gewaltige Bußprediger, mit seinem Mut – und Joseph mit seiner Demut.


Kann MARIA als Priesterin verehrt werden?

Von Felizitas Küble

In der Kunstgeschichte gibt es vereinzelt Abbildungen, in denen die Madonna mit priesterlichen oder bischöflichen Insignien bzw. Kennzeichen (Stola, Kasel bzw. Meßgewand oder Pallium) dargestellt wird (wie dies auch unser erstes Foto andeutet). 

Auf Gloria-TV hat eine erscheinungsbewegte Leserin gar eine Kitsch-Darstellung mit Maria als Päpstin (sie trägt eindeutig die frühere dreifache Papstkrone) gepostet: https://gloria.tv/article/RiQr6Rzw1iEd3tfyXu7EQGKG6

Aus einigen mißverständlichen Bemerkungen, die einige marianische Theologen in ihrem Überschwang äußerten, versucht nun eine Initiative, die Forderung nach Einführung eines Frauenpriestertums zu begründen: Die Verehrung Mariens als Priesterin sei angeblich eine „latente Tradition“ in der katholischen Kirche  – und daraus ergäbe sich, daß Frauen zu Priestern geweiht werden könnten: http://www.womenpriests.org/de/mrpriest/m_gen.asp

Diese Verknüpfung eines bestimmten Marienkultes mit dem Frauenpriestertum ist kein neues Phänomen.

Bereits in der früheren Christenheit gab es die Sekte der Marianiten bzw. Philomarianiten (Freunde bzw. Lieblinge Mariens), welche die Madonna geradezu vergöttlicht haben, ihr Brot-Opfer darbrachten und Priesterinnen kannten. Frühchristliche Häresiologen (Kritiker der Irrlehren) haben sich mit dieser Abspaltung befaßt und deren überzogenen  bis blasphemischen Marienkult ebenso zurückgewiesen wie das weibliche Priestertum. 

Nicht identisch, aber damit verwandt sind die Mariaviten in Polen und Frankreich. Diese Abspaltung von der katholischen Kirche betreibt einen ausufernden Madonnenkult (wenngleich vor einer Vergöttlichung Mariens noch Halt gemacht wird) und hat sowohl das Priestertum wie das Bischofsamt für Frauen geöffnet. Die Sekte ist vor allem in Polen sehr aktiv, auch mit eigenen Kirchen und Bildungszentren.

Bei einer Verknüpfung von Maria und Priestertum werden ein paar wichtige Gesichtspunkte übersehen:

  1. Es gibt ohnehin ein allgemeines Priestertum der Gläubigen, wie sowohl die Bibel wie die Kirche seit jeher verkündet. Daran hat die Gottesmutter selbstverständlich den höchsten Anteil von allen Geschöpfen; sie ist insofern aber die „Erste unter Gleichen“. Aus dieser hervorgehobenen Stellung läßt sich kein sakramentales Priestertum ableiten
  2. Maria hat als Fürsprecherin eine gewisse „vermittelnde“ Funktion zwischen den Gläubigen und Christus. Sie ist aber nicht die Mittlerin zu Gott-Vater (dies ist Christus allein), sondern sie führt die Gläubigen zum Gottmenschen Jesus Christus hin; ihre Fürsprache ist weitaus bedeutsamer und wirkungsmächtiger als die Fürbitte der anderen Heiligen. Man kann sie auch als unseren Beistand bzw „Anwältin“(Advocata) bei Jesus ansehen. Marias Mittlerschaft ist freilich völlig abhängig von Christus und ihm wesentlich untergeordnet.
  3. Der eigentliche und einzige Mittler  – nämlich zum Vater – ist unser Erlöser allein. Die Madonna kann aber durch ihre Fürsprache und Gnadenvermittlung als „Mediatrix“ (Mittlerin) bezeichnet werden, wobei es sich hierbei nicht um ein Dogma (unfehlbaren Glaubenssatz) handelt, aber um einen in der Kirche geläufigen Ehrentitel für Maria. Diese Mittlerschaft hat eine gewisse besondere priesterliche „Note“, ist aber gleichwohl nicht identisch mit dem sakramentalen, also dem besonderen, amtlich geweihten Priestertum, das Männern vorbehalten bleibt.
  4. Maria wird oft in der kirchlichen Kunst mit einem Buch oder Schriftrollen in der Hand dargestellt, nicht allein bei der Verkündigungs-Szene, sondern z. B. auch im Wochenbett oder auf dem Esel sitzend auf der Flucht nach Ägpyten. Völlig zu Recht wird die Belesenheit und Bibelfrömmigkeit der Madonna hervorgehoben, denn wie schon ihr Magnificat (Lobgesang) zeigt, lebte sie ganz aus den Psalmen und Hymnen des Alten Testaments und kannte sicher große Teile davon auswendig. Aber aus dieser Weisheit und Gelehrtheit läßt sich kein Schluß in Richtung Amtspriestertum ziehen.

Aus der Tatsache, daß die katholische Kirche jene Darstellungen Mariens mit priesterlichen Insignien bzw. in einem liturgisch-amtlichem „Ornat“ bis zum Jahre 1913 nicht ausdrücklich verboten hat, läßt sich nicht ableiten, daß die Kirche eine Verehrung der Gottesmutter als Priesterin (im sakramentalen Sinne) gewünscht oder auch nur erlaubt habe.

Abgesehen davon, daß auch die Kirche eine gewisse „Freiheit der Kunst“ respektierte, ist Maria tatsächlich Priesterin im Sinne des allgemeinen Priestertums (dies sogar in höchster Vollendung) und im speziellen bzw. erweiterten Sinne hinsichtlich ihrer vermittelnden Fürsprache.

Zugleich ist klar, daß Christus der einzige Hohenpriester des Neuen Bundes ist, wie wir im Hebräerbrief nachlesen können. Der einzigartige Charakter des Priestertums Christi wird ausführlich erläutert. Dieses Hohenpriestertum Christi ist  „unteilbar“, ebenso wie sein Erlösungsopfer ein vollkommenes und unteilbares ist. Daß Maria auf geschöpflicher Ebene als herausragende Mithelferin beim Heilswerk Christi verehrt werden kann, das ist nicht dieselbe Ebene bzw. dies steht auf einem anderen Blatt. 

Als Anfang dieses Jahrhunderts Bestrebungen in Richtung Frauenpriestertum zunahmen (vor allem im Protestantismus), hat die römische Glaubenskongregation (damals als „Hl. Offizium“ bezeichnet) im Jahre 1913 entschieden, daß Maria nicht mehr in spezieller Priesterkleidung dargestellt werden darf. Dieser Beschluß wurde allerdings erst drei Jahre später veröffentlicht. 1926 ist dann zusätzlich jede Verehrung Mariens mit der Anrufung „priesterliche Jungfrau“ untersagt worden.

Ausführlich nimmt Bischof Epiphanius von Salamis (4. Jh.) zum Thema Frau als Priesterin Stellung. In seiner Schrift „Adversus haereses“ schreibt er über die charismatische Sekte der Montanisten: „In einer ungesetzlichen und gotteslästerlichen Zeremonie ordinieren sie Frauen und bringen durch sie im Namen Marias Opfer dar. Das bedeutet, dass die ganze Sache gottlos und frevelhaft ist … “.

Erinnert sei auch an die frühchristlichte Sekte der Kollyridianerinnen, die sich als „Priesterinnen der Maria“ verstanden und an einem für sie bestimmten Festtag in einer feierlichen Prozession ihre gebackene Kuchen herumführten und der so verehrten Maria „opferten“. Das war im Grunde eine heidnische Vergöttlichung Mariens, ein verkappter Göttinnenkult im scheinbar christlichen Gewand. Die damaligen Kirchenlehrer bzw. Häresiologen (Darsteller, Kritiker von Irrlehren) haben sich deutlich von dieser Sondergruppe distanziert.

Damals wie heute gilt: Bleiben wir bei der Marienverehrung auf der biblischen und kirchlichen Spur – und verfallen nicht in Verstiegenheiten, wie dies eine Verehrung Mariens als „Priesterin“ bedeuten würde.


H. Lungenschmid – ein Prophet unserer Zeit?

Von Pater Michael Ramm

Schon mehrere Jahre macht ein gewisser Helmut Lungenschmid auf sich aufmerksam. In Büchern und Vorträgen spricht er über sein “Sterbeerlebnis”, welches er als 15-jähriger Junge beim Zahnarzt gehabt haben will. Es handelt sich um eine Nahtoderfahrung, die er wegen einer Überdosierung an Betäubungsmitteln hatte.

Seinen Visionen gibt Lungenschmid einen unfehlbaren Anspruch, indem er häufig Formulierungen benutzt wie z.B. “Die Gottesmutter sagte mir…” oder “Jesus erklärte mir im Jenseits…”.

Wenn man davon ausgeht, dass er seine Einsprechungen direkt von höchster Stelle bezieht, müssen sie natürlich fehlerfrei sein. Dieser Anspruch, den Herr Lungenschmid selber erhebt, macht es wiederum leicht, die Echtheit seiner Aussagen zu überprüfen.

Tatsächlich sind seine Schilderungen derart irrsinnig, dass man sich wundert, wie es Menschen geben kann, die ihm Glauben schenken.

Weil Lungenschmid in seinen Büchern die Petrusbruderschaft erwähnt und für die Feier der Hl. Messe im außerordentlichen Ritus wirbt, scheint mir eine klare Stellungnahme sinnvoll zu sein:

Sein Buch ist voll von Science-fictionartigen Verschwörungstheorien. Lungenschmid behauptet z.B. ernsthaft, dass die Automarke “Volkswagen” vom Teufel sei, weil der Buchstabe “V” angeblich den Zahlenwert “6″ ergebe und “W” aus zwei “V” bestehe, was zusammen die Zahlenkombination “666″ ergibt, wie ihm die „Gottesmutter“ im Jenseits genauestens erklärte. Daher würde es ihn auch nicht wundern, “wenn dieses Auto zusätzlich auch noch satanisch besprochen wäre.”

Lungenschmid glaubt an eine von oben gesteuerte Dezimierung der Weltbevölkerung, die bereits begonnen hat: “Die Gottesmutter erklärte mir im Jenseits, dass am Ende der Zeit … die Weltbevölkerung dezimiert wird.”

Unter anderem soll dies durch die Förderung von Abtreibung und Euthanasie und durch Vergiftung von Nahrungsmitteln sowie dem Einbau von radioaktivem Plutonium in den Tabak geschehen. Lungenschmid schreibt: “…ich kann mich noch an einige Marken erinnern, die mir von der Muttergottes gezeigt wurden, wie z.B. Marlboro, Memphis, etc.”

Auch das auf der ganzen Welt verkaufte Getränk Coca Cola sei durch chemische Zusatzstoffe vergiftet.

Im Kapitel “Parallel-Städte” behauptet Lungenschmid, dass ihm die Gottesmutter riesige unterirdische Höhlen zeigte, die in der Nähe von Großstädten angelegt seien. Hier würden Tausende und Abertausende von Unterkünften für Islamisten im Geheimen von unserer Regierung gebaut.

Als Erklärung dafür, wie die gigantischen Kosten für diese Mega-Projekte gedeckt werden sollen, schreibt er: “Die Gottesmutter zeigte mir, dass das Geld hierfür von Großprojekten abgezweigt wird, … – große Straßenbaustellen, an denen, wie man sieht, lange Zeit nichts weitergeht, … – Flughäfen, die eine halbe Ewigkeit nicht fertiggestellt werden können, … . Dieses Geld … wird in die Geldsäcke der Freimaurer umgelenkt, …”

Interessant, dass nun auch die Silvesternacht 2015/16 mit den “Parallel-Städten” eine Erklärung findet: Die Täter seien  –  so Lungenschmid –  im Untergrund beherbergt worden und konnten deshalb auch schnell wieder – wie vom Erdboden verschluckt – verschwinden. Damit dürfte die Silvesternacht wohl aufgeklärt sein, denn, so schreibt er: “[dies] hatte mir die Gottesmutter damals schon im Jenseits während des Sterbeerlebnisses gezeigt.”

Es ließen sich noch viele absurde Beispiele und auch theologische Irrtümer dieses intensiven Zahnarztbesuches anführen. Es wundert mich nicht, dass Lungenschmid Probleme hatte, einen Verlag für sein Buch zu finden.

Dagegen wundert es mich doch sehr, dieses Buch in den Händen mancher gläubiger Christen zu finden.

Weitere Artikel mit theologischen Erläuterungen zu Lungenschmid in unseren früheren Beiträgen: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/lungenschmid-helmut-nahtod/