Will Erzbischof Robert Zollitsch eine Los-von-Rom-Bewegung entfachen?

Von Felizitas Küble

Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), der seit 2008 als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz amtiert, leistet weiterhin anhaltenden Widerstand gegen den Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto).

Es geht hierbei vor allem um geschieden-Wiederverheiratete und ihre (Nicht-)Zulassung zum „Tisch des HERRN“.  

Die katholische Kirche bekennt sich zur göttlichen Stiftung und zu der von Christus glasklar verkündeten Unauflöslichkeit der Ehe. Dies führt zu entsprechenden Auswirkungen in der Sakramentenpastoral  –  dies umso mehr, da auch die Ehe selbst vom kirchlichen Lehramt als Sakrament hochgeschätzt wird.

Die Ehe unter Getauften ist also nicht (nur) menschlichen, sondern „göttlichen Rechts“; daher kann auch die Kirche nicht willkürlich darüber verfügen, sondern muß den Willen des HERRN respektieren. Die Kirche ist eben selber keine autonome „Herrin“, sondern vielmehr Hüterin, Verwalterin und Dienerin des von Gott geoffenbarten Glaubens und seiner zeitlosen Gebote.

Dieses Einmaleins kirchlicher Ehelehre dürfte auch Erzbischof Zollitsch bekannt sein.

Doch der Freiburger Kirchenmann garniert seine Taktik erneut mit dem durchsichtigen Versuch, allgemeine Papst-Aussagen gegen den Glaubenspräfekten in Stellung zu bringen und die beiden Persönlichkeiten gegeneinander auszuspielen.

Dieses Vorgehen ist schon deshalb unseriös, weil sich Erzbischof Müller mit seinem klaren Standpunkt in der Causa „Wiederverheiratete“ öffentlich auf Papst Franziskus berufen konnte.

Ist eine „Nähe zur Sünde“ etwa die Lösung?

Gegenüber der „Welt am Sonntag“ erklärte Erzbischof Zollitsch: „Papst Franziskus spricht viel von der Nähe zu den Menschen. Ich denke, das kann eine gute Orientierung sein auch im Umgang mit den zivil Wiederverheirateten.“

Der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz (DBK) verwechselt hier offensichtlich etwas, daß nämlich die „Nähe zu den Menschen“ keineswegs „Nähe zur Sünde“ bedeutet kann und darf. Dies hatte der Präfekt der Glaubenskongregation der Sache nach bereits klargestellt und in einem Brief an Zollitsch erläutert und bekräftigt. 1529 - Kopie (2)

Hierzu erklärt der DBK-Vorsitzende lapidar: „Erzbischof Müller hat eine Position, die entspricht der Tradition, die er vertritt.“ 

Damit soll wohl verdunkelt werden, daß der vatikanische Glaubenspräfekt mit seinen Aussagen zu Ehe und Sakramentenpastoral durchaus keine private „Traditionsmeinung“ verkündet, sondern den amtlichen Standpunkt der Kirche, wie dieser seit 2000 Jahren besteht.

Da der Erzbischof Zollitsch offenbar nicht bereit ist, den authentischen katholischen Standpunkt in der Causa „Wiederverheiratete“ zu akzeptieren, stellt sich die ernsthafte Frage, ob er im Begriff ist, öffentlich eine Los-von-Rom-Bewegung zu entfachen und  einen „deutschen Sonderweg“ zu propagieren.

Mit einer „Nähe zu den Menschen“ hat das freilich nichts zu tun, sondern mit einer Unterwerfung unter den (Un-)Geist dieser Welt und mit einer verhängnisvollen Anpassung an den „Fürsten dieser Welt“.

Quelle für die Zollitsch-Zitate: http://www.allgaeuhit.de/index.php?content=worldnews&storyid=1388254625752

Foto oben: Bistum Regensburg


Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller lehnt eine Stärkung der Bischofskonferenzen ab

Der Vorsitzende einer Bischofskonferenz ist kein „Vize-Papst“

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat sich mit Nachdruck gegen eine Dezentralisierung der Kirche auf die Ebene der nationalen Bischofskonferenzen gewandt.

„Die katholische Kirche setzt sich aus Ortskirchen zusammen, aber sie ist eins“, sagte der Glaubenspräfekt (siehe Foto) der Tageszeitung „Corriere della sera“: 0012

„Es gibt keine ’nationalen‘ Kirchen.“  –  Die Vorsitzenden des Bischofskonferenzen seien „Koordinatoren, nicht Vize-Päpste“, betonte der vatikanische Glaubenshüter.

Während das Papsttum und das Bischofsamt „göttlichen Rechts“ sei, handle es sich bei  Patriarchaten und Bischofskonferenzen um Einrichtungen „menschlichen Rechts“.

Freilich hätten diese Konferenzen in bestimmten Bereichen auch lehramtliche Autorität, etwa bei der Vorbereitung von örtlichen Katechismen, von liturgischen Bücher oder der Leitung von Universitäten und katholischen Fakultäten:

„Der Papst kann nicht alles wissen, was in den einzelnen Ländern passiert“, erläuterte Erzbischof Müller. Man müsse „ein praktisches Gleichgewicht finden“.

Papst Franziskus hatte in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“ kürzlich angekündigt, über mehr Befugnisse für die nationalen Bischofskonferenzen nachzudenken.

Quelle: http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/59657.html 

Foto: Bistum Regensburg