Johanna von Westphalen: Die Gräfin als Leitfigur der deutschen Lebensrechtler

Mathias von GersdorffPodium5

Manche aus der „jüngeren Generation“ der Lebensrechtler wissen gar nicht genau, in welchen Organisationen oder Vereinen die kürzlich verstorbene Johanna Gräfin von Westphalen überhaupt gewirkt hat. Sie entwickelte sich zu einer Leitfigur des deutschen Lebensrechts in einer Weise, dass viele in ihr eine Art Ehrenvorsitzende des gesamten Milieus sahen.

Dass sie dies auch tatsächlich wurde, lag vor allem an ihrer Art. Wenn sie sich in der Menge bewegte, war sie so etwas wie eine Meisterin des Understatements. Mit ihrem diskreten und zurückhaltenden Charme strahlte sie eine Aura respektvoller, nobler Würde aus, der man persönliche Interessen beim Kampf um das Lebensrecht der Ungeborenen gar nicht zutrauen mochte.

Dieser Stil stand im Kontrast zur persönlichen Begegnung mit ihr, die oft etwas Nachwirkendes hatte. Stets vermittelte sie dem Gesprächspartner, dass er ihr wichtig war und sie ihn ernst nahm. Man fühlte sich immer bei ihr aufgehoben. Diese Kommunikation von Mensch zu Mensch stellte sie her, ohne dabei je ihre aristokratische Art preiszugeben.

„Die Gräfin“ – wie passend war diese Bezeichnung!

Johanna Gräfin von Westphalen war für die Lebensrechtler schlicht „die Gräfin“. Diese Bezeichnung kam den Menschen immer mit Zuneigung und Respekt über die Lippen.

„Die Gräfin“  –  eine erstaunliche Bezeichnung respektvoller Ergebenheit in unserer egalitaristischen Zeit!portrait_westphalen-r

Doch wie passend war diese Bezeichnung. Selbst als sie schon auf einen Gehstock angewiesen war, bewegte sie sich, als ob sie schwebte. Wenn sie sprach, waren es die angedeuteten Gesichtsausdrücke, die ihrer Kommunikation Kraft verliehen.

Sie liebte es, knappe Bemerkungen zu machen, deren Wertung man dem leichten Lächeln entnahm. Wenn sie zornig wurde – etwa in einem Gespräch über die Abtreibungspraxis in Deutschland – wurde sie nie ausfallend:

Hier folgte der kurzen Bemerkung ein Blick in die Ferne, in welchem sich das Bewusstsein über die vorherrschende Bosheit in den Pupillen konzentrierte. Der Blick ihres Großonkels, des Löwen von Münster, Kardinal von Galen, schien in diesen Momenten hervorzustechen.

Die Gräfin hatte immer ein offenes Herz für Lebensrechtler

Nach der Nachricht ihres Todes beschlich einen neben der Trauer ein anderes Gefühl: verwaist zu sein! Ja, man spürte eine Art Verlassenheit!

Insbesondere für die Aktiven unter den Lebensrechtlern hatte die Gräfin immer ein offenes Herz, egal, welche persönliche Meinung sie zu der einen oder anderen Aussage oder Handlung hatte. Sie vereinte alle, wodurch beim Aussprechen des Wortes „Gräfin“ auch ein gewisses Gefühl der Geborgenheit mitschwang, wie sie von einer Mutter vermittelt wird.

Den Tod der „Gräfin“ werden die Lebensrechtler noch lange als schmerzlichen Verlust empfinden. In all den Kämpfen der letzten Jahrzehnte war sie aktiv dabei. Zunächst als erste Vorsitzende des „Sozialdienstes katholischer Frauen“ (SkF), ab 1985 als Gründerin und Vorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) und ab 1988 als Gründerin und Vorsitzende der Stiftung „Ja zum Leben“.

Regelmäßig besuchte sie Kongresse und Tagungen, hielt Vorträge, reiste auch oft ins Ausland, wodurch sie auf internationaler Ebene zum Gesicht der deutschen Lebensrechtsbewegung wurde.

Möge der barmherzige Gott Johanna Gräfin von Westphalen für ihr Werk reichlich belohnen!

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist aus Frankfurt; er leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“


Neuerscheinung würdigt Leben und Wirken von Erzbischof Johannes Dyba

Rezension des Buches „Der Löwe von Fulda“

Dank und Anerkennung dem KOMM-MIT-Verlag in Münster für diese treffliche Anthologie. Es gelang der Herausgeberin Felizitas Küble, bedeutende Persönlichkeiten aus dem Wirk- und Lebenskreis des vor 15 Jahren verstorbenen Erzbischofs als Autoren zu gewinnen.  Fürs CF verwenden

Schon das exzellente Grußwort der Gräfin Johanna von Westphalen  – seit 17 Jahren Bundes- bzw. Ehrenvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben) – erweist sich als meisterliche Würdigung dieses Kirchenmannes.

Es kann hier nicht der Ort sein, die kenntnisreichen Aspekte der zahlreichen Verfasser einzeln zu schildern. Die Wiedergabe der Erlebnisse und Eindrücke einiger Zeitgefährten, die den Tenor des Ganzen treffen, mag bereits erhellend sein. Aus der Lektüre und Rekapitulation aller Beiträge formt sich ein geistiger Kristall, dessen durch das Leben geschliffene Facetten in den zahlreichen Beiträgen immer neu aufleuchten:

Pastor Dr. Joachim Cochlovius aus der bayerischen evangelischen Landeskirche stimmt mit dem „Löwen von Fulda“ überein beim kompromißlosen Einsatz für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder.

Reinhard Dörner, Dipl.-Theologe und Germanist, betrachtet Erzbischof Dyba und Kardinal von Galen als „aus gleichem Holz geschnitzt“. Er zitiert einen aus der deutschen Bischofskonferenz kommenden Tadel an Dyba: „Johannes, seitdem Du hier bist, gibt es Streit.“

Besonders wertvoll ist der Beitrag seiner Schwester Barbara Dyba-Roth; sie kennt ja ihren Bruder Johannes von klein auf und setzt ihn gegenwärtig in seinem fröhlichen Naturell, seinem unbeugsamen Glauben, seinem steten Blick auf das Wesentliche. Von Schmerz getroffen, muss sie erfahren, dass seine Prophezeiungen sich bewahrheitet haben (z.B. zunehmende Abtreibungen und ihre Bagatellisierung, wachsende Tendenzen zur Euthanasie).

Gabriele Kuby, bedeutende Soziologin und Konvertitin, schreibt: „Erzbischof Dyba wollte das Antlitz der Kirche wieder zum Leuchten bringen…, sie vom Schmutz reinigen. Er wußte, dass er dafür eine  „kritische Masse“ von vielen kleinen Heiligen braucht, die den Weg der Umkehr tatsächlich gehen.“

Die Lektüre dieses Buches kann gerade auch in unseren Tagen einen Anstoß zur Umkehr bewirken.

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.  –  Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251 – 616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen Gedenkband hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/

Der Autor dieser Besprechung ist Gymnasiallehrer im Ruhestand und unserer Redaktion persönlich bekannt.


Neuerscheinung: Gedenkband für Erzbischof Johannes Dyba mit 33 namhaften Autoren

Dieses Buch „Der Löwe von Fulda“ würdigt den am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Bischof von Fulda, Johannes Dyba, der in den Herzen vieler Christen unvergesFürs CF verwendensen bleibt. Es wird herausgegeben von Felizitas Küble und erscheint Mitte Dezember 2015 im KOMM-MIT-Verlag in Münster.

Der ansprechende Gedenkband enthält Beiträge von 33 Autoren, darunter ein Geleitwort von Dybas Amtsnachfolger, dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen (siehe Foto) sowie ein ausführliches Grußwort von Johanna Gräfin von Westphalen, Gründerin der CDL (Christdemokraten für das Leben) und Vorsitzende der Stiftung „Ja zum Leben“.

Zu den prominenten Autoren gehören zudem Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) und Weihbischof Dr. Andreas Laun (Salzburg).

Das 208 Seiten starke Werk im Geschenkbuch-Format (17 x 22 cm) enthält Artikel von weiteren namhaften Persönlichkeiten aus Kirche, Kultur, Kunst, Theologie, Wissenschaft und Publizistik.

Zu den Verfassern zählen auch eine Reihe evangelischer bzw. evangelikaler Autoren, die den Einsatz von Erzbischof Dyba für die Schöpfungsordnung Gottes, die Zehn Gebote, das Lebensrecht aller Menschen und die Verbindlichkeit der Heiligen Schrift wertschätzen und würdigen.Foto Leupolt - Bistum Fulda

Der vierfarbige Gedenkband ist mit ca. 80 eindrucksvollen Fotos illustriert und erscheint im festen Einband (Hardcover); er kostet nur 14,80 Euro.

Hier finden Sie weitere Buchautoren in alphabetischer Anordnung:

Konrad Badenheuer                                  
Prof. Dr. Peter Beyerhaus
Pfarrer Dr. Joachim Cochlovius
Ehrendomherr Edmund Dillinger
Reinhard Dörner
Barbara Dyba-Roth
Petronella Even
Matthias von Gersdorff791000 Dyba
Prof. Dr. Hubert Gindert  
Pater Lothar Groppe SJ
Pfarrer Peter Kemmether
Gabriele Kuby
Leo Lennartz
Martin Lohmann
Dr. Stefan Meetschen
Christa Meves
Cordula Mohr
Prälat Jürgen Nabbefeld
Pfarrer Dr. Werner Neuer
Prof. Dr. Wolfgang Ockenfels
Msgr. Prof. Dr. Cornelius Roth
Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf
Dr. Michael Schneider-Flagmeyer
Prof. Dr. Manfred Spieker
Inge Thürkauf
Pfarrer Dr. Dagobert Vonderau
Pfarrer Dr. Franz Weidemann
Thomas Zimmermanns

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten. Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251-616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen DYBA-Gedenkband siehe hier (mit dem Buch-Vorwort der Herausgeberin): https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/

Foto v. Bischof Algermissen: Leupolt/Bistum Fulda