Kloster Bonlanden bietet eine einzigartige Krippenlandschaft das ganze Jahr hinduch

Der barrierefreie Krippenweg im oberschwäbischen Frauenkloster Bonlanden zieht seit vier Jahren zahlreiche Besucher nicht nur in der Advents- und Weicropped-bonlanden_07_01hnachtszeit an, sondern das ganze Jahr hindurch.

Mit bis zu 250 Jahre alten Figuren wird auf 160 Quadratmetern auf barocke Weise die biblische Geschichte der Menschwerdung Christi anschaulich in 16 Szenen dargestellt – beginnend mit den Prophezeiungen aus dem Alten Bund (Ankündigung des messianischen Reiches durch den Propheten Jesaja).

Für die kleinen Besucher steht eine lebensgroße Spielkrippe und ein Maltisch bereit.bonlanden_0231-150x150

Das Konzept ist eingebettet in zwei ergänzende Ausstellungsbereiche bzw. Erzählbühnen  –   über den hl. Franziskus und das Wirken des Franziskanerordens in aller Welt.

Auf Franz von Assisi wird die Tradition der Krippe zurückgeführt – er soll damals 1223 im Wald von Greccio die Weihnachtsbotschaft mit echten Tieren (Ochs und Esel) in Szene gesetzt und gleichsam inszeniert haben. Hierauf wird die Krippentradition zurückgeführt.

Von Advent bis Februar werden verschiedene Krippenführungen angeboten (musikalische Variante, Führung mit Kindern oder als Gang mit der Taschenlampe etc).

Weitere Infos und Fotos hier: http://www.kloster-bonlanden.de/krippenmuseum/der-weg/


Wie Greccio durch den hl. Franziskus zum „neuen Bethlehem“ wurde

Die erste Krippe der Welt wurde im Hochmittelalter durch Franz von Assisi mitten im Wald errichtet

Der bekannte Biograph des Heiligen, Thomas von Celano (1190 – 1260), schildert in seiner ersten Lebensbeschreibung des hl. Franz (§ 84-86), wie der Ordensgründer einst eine „lebendige Krippe“ mitten im Wald errichtete:

„Etwa vierzehn Tage vor dem Fest der Geburt des HERRN sprach Franziskus:

„Ich möchte das Gedächtnis an jenes Kind begehen, das in Bethlehem geboren wurde  –  und ich möchte die bittere Not, die es schon als Kleinkind zu erleiden hatte, wie es in eine Krippe gelegt, an der Ochs und Esel standen, und wie es auf Heu gebettet wurde, so greifbar wie möglich mit leiblichen Augen schauen…“ media-372742-2

Es nahte der Tag der Freude. Aus mehreren Niederlassungen wurden die Brüder gerufen. Männer und Frauen jener Gegend bereiteten, so gut sie konnten, freudigen Herzens Kerzen und Fackeln, um damit jene Nacht zu erleuchten, die mit funkelndem Sterne alle Tage und Jahre erhellt hat.

Endlich kam der Heilige, fand alles vorbereitet, sah es und freute sich.

Nun wird eine Krippe zurechtgemacht, Heu herbeigebracht, Ochs und Esel herzugeführt.

Zu Ehren kommt da die Einfalt, die Armut wird erhöht, die Demut gepriesen  –  und aus Greccio wird gleichsam ein neues Bethlehem.

Hell wie der Tag wird die Nacht  –  und Menschen und Tieren wird sie zur Wonne.

Die Leute eilen herbei und werden bei dem göttlichen Geheimnis mit neuer Freude erfüllt.

Der Wald erschallt von den Stimmen, und die Felsen hallen wider von dem Jubel. Die Brüder singen und bringen dem Herrn das schuldige Lob dar  –  und die ganze Nacht jauchzt auf in hellem Jubel.

Der hl. Franziskus steht an der Krippe, er seufzt voll Wehmut,  er ist von heiliger Andacht durchschauert und von wunderbarer Freude überströmt. Über der Krippe wird ein Hochamt gefeiert  –  und ungeahnte Tröstung darf der Priester erfahren.

Da legt Franziskus die Levitengewänder an  –  denn er war Diakon  –  und singt mit wohlklingender Stimme das heilige Evangelium…

Danach predigt er dem umstehenden Volk von der Geburt des armen Königs und bricht in lieblichen Lobpreis über die kleine Stadt Bethlehem aus.“