Der HERR ist unser Vater in Ewigkeit!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Buch Tobias 13,2.3-4.5.8.

Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt,
sein Königtum sei gepriesen.
ER züchtigt und hat auch wieder Erbarmen;
ER führt hinab in die Unterwelt
und führt auch wieder zum Leben.
Niemand kann seiner Macht entfliehen.

Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels;
denn ER selbst hat uns unter die Völker zerstreut.
Verkündet dort seine erhabene Größe,
preist ihn laut vor allem, was lebt.
Denn ER ist unser Herr und Gott, ER ist unser Vater in Ewigkeit.

ER züchtigt uns wegen unserer Sünden,
doch hat ER auch wieder Erbarmen.
ER führt uns aus allen Völkern zusammen,
von überall her, wohin ihr verschleppt worden seid.

Ich bekenne mich zum HERRN im Land der Verbannung,
ich bezeuge den Sündern seine Macht und erhabene Größe.
Kehrt um, ihr Sünder, tut, was recht ist in seinen Augen.
Vielleicht ist ER gnädig und hat mit euch Erbarmen.


Bischof Voderholzer würdigt den katholischen Polizisten und Helden von Trèbes

14 Stationen säumen den Kreuzweg vom Regensburger Steinweg hinauf zur Dreifaltigkeitskirche. Zahlreiche Regensburger waren am Abend des Palmsonntags der Einladung von Bischof Rudolf Voderholzer gefolgt, mit ihm den Kreuzweg hinauf zur Regensburger Dreifaltigkeitskirche zu beten.  

Auf dem Berg angekommen, sprach der Oberhirte zu den Gläubigen. Dabei erinnerte er an den getöteten französischen Polizisten Arnaud Beltrame.

In Frankreich wird er als Held gefeiert, weil er sich am Freitag bei dem mutmaßlichen islamistischen Terroranschlag auf einen Supermarkt im südfranzösischen Trèbes freiwillig gegen eine weibliche Geisel eintauschen lässt.

Die Situation eskaliert, Beltrame wird schwer verletzt, später verstirbt der 45-Jährige im Krankenhaus ebenso wie der Geiselnehmer und zwei weitere Personen.

„Inmitten der Hölle dieses Geschehens blitzt ein Licht auf, das in seiner Größe und Menschlichkeit sprachlos und andächtig macht und für mich etwas vom Ostergeheimnis sichtbar macht“, erklärt Bischof Rudolf Voderholzer: „Da ist ein Mann, der im vollen Bewusstsein der möglichen Konsequenzen für jemand anderen sein eigenes Leben einsetzt!“

Bei allem, was man in den Medien lese, handelte es sich bei Beltrame um einen praktizierenden Katholiken, der für den Sommer seine kirchliche Hochzeit geplant hatte. Ein Priester spendete ihm auf dem Sterbebett die Krankensalbung und ihm, zusammen mit seiner Braut, den Brautsegen.

Seine Witwe, die wohl ein großes Opfer vollbringen müsse, verdiene unsere größte Anteilnahme, erklärte der Bischof – und erläuterte weiter: 

„Das Lebensopfer des Arnaud Beltrame ist nicht nur ein Beispiel für militärische Tugenden, sondern macht etwas sichtbar vom Geheimnis des Daseins für andere, der Stellvertretung, die im Zentrum der christlichen Erlösungsbotschaft steht. ‚Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben hingibt für seine Freunde‘, sagt Jesus im Abendmahlssaal in Hinblick auf den ihm bevorstehenden Tod am Kreuz.“

In Trèbes habe ein Polizist sein Leben geopfert und auf diese Weise nicht nur eine Geisel befreit, sondern vermutlich noch viel größeres Unheil verhindert:

„Im Licht des Glaubens dürfen wir in ihm einen wahren Märtyrer sehen, einen Zeugen für die Welt verwandelnde Kraft der Liebe Gottes, die im Kreuz Christi vollends sichtbar geworden ist. Das Geschehen zeigt, dass die Wehrlosigkeit und Selbstlosigkeit der Liebe machtvoller und kraftvoller strahlt als alle Feuerwaffen. Wir dürfen zuversichtlich sein, dass sein Lebensopfer Segen bringen wird.“

Lesen Sie hier die Predigt des Bischofs im Wortlaut.

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/news/via-crucis-bischof-voderholzer-gedenkt-des-getoeteten-polizisten-von-trebes-5945/


Patriotismus statt Nationalismus: Stolz und Scham gehören zusammen

Von Dr. David Berger

Es sind immer seltener die „Linken“ und immer öfter die Konservativen und „Rechten“, die die Themen der gesellschaftlichen Debatte in Europa setzen. Das ist nicht verwunderlich, verbindet man „links“ doch seit geraumer Zeit vor allem mit Denkverboten und den angeschlossenen Institutionen der Gesinnungspolizei, auf keinen Fall jedoch mit einem herrschaftsfreien, fairen gesellschaftlichen Diskurs. pressefotoberger11

Hinzu kommt, dass die Rechte immer näher an den „normalen“ Menschen war als die linken, letztlich weltfremden und nicht von gesundem Menschenverstand und Empirie, sondern von Dogmen getriebene Linke.

Dass Geist und Freiheit eher „rechts“ stehen, bemerkte bereits in den 80ern ein Denker wie Claus Leggewie und neuerdings hat angesichts der Meinungsfreiheit Nicolaus Fest ebenfalls in einem luziden, unbedingt lesenswerten Essay erneut darauf hingewiesen. Ob die politische Klugheit dann gebietet, den Weg der Mitte zu gehen, ist eine ganz andere Frage.

Aufgrund dieses provokativen Potentials konservativen Denkens in einer Welt der verordneten Mediokrität war es absehbar, dass der Streit um die Gedenkkultur der Deutschen aufkommen musste.

Zunächst ist es völlig korrekt: Eine persönliche Schuld gibt es bei jenen, denen die „Gnade der späten Geburt“ (Helmut Kohl) vergönnt war, tatsächlich nicht. Auch gegen eine Kollektivschuld im Sinne einer „Solidarschuld“ haben sich schon 1945 kluge Köpfe, wie etwa der britisch-jüdische Verleger Victor Gollancz, ausgesprochen. Und das zu einem Zeitpunkt und unter Bedingungen, die alles andere hätten verständlich erscheinen lassen.

Das heißt, es ist geradezu „unsinnig, jeden einzelnen Deutschen der Naziverbrechen für schuldig zu halten– aus dem einfachen Grund seiner Zugehörigkeit zur deutschen Nation“ (Benjamin Sagalowitz, 1950). berlin

Etwas anderes freilich ist es, von „Versagen“ und damit auch „Schuld“ in historischen Zusammenhängen zu sprechen. 

Ich bin in den Bundesrepublik Deutschland 1968 geboren. Ich habe dieses Land in meiner Kindheit und Jugend als meine Heimat, die mir alle Entfaltungschancen gab, schätzen gelernt. Je mehr ich mich mit der Geschichte und Gegenwart des Abendlandes beschäftigt habe, ist auch in mir die Freude daran gewachsen, von dieser Kultur und Geschichte geprägt zu sein. Von jenem in den letzten Jahren auf einmal zum „Nazibegriff“ herabgewürdigten Abendland, in dem Menschen deutscher Sprache eine wichtige Rolle gespielt haben.

Und es erfüllt mich nach wie vor mit Stolz, Kind des Abendlandes zu sein. Jenes Abendlandes, das im Mittelmeerrraum in der Antike geboren, aus dem Denken großer Geister wie Sokrates, Platon und Aristoteles hervor wuchs, vom Rechtsdenken und den strategischen Leistungen der Römer geprägt wurde. Ein Erbe, das nach dem Untergang der Antike von der katholischen Kirche und ihren Geistesgrößen – wie einem Thomas von Aquin – bereichert wurde. Und ganz entscheidend auch durch den Einfluss der immerhin fast ein Jahrtausend prägenden Tradition des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“ (962 – 1806) – weiter getragen wurde.

Ein stets in einem lebendigen Traditionsprozess modifiziertes Erbe, das zunächst die Geburt der Universität und eines echten Wissenschaftsverständnisses, dann durch heftige Kämpfe (von dem Investiturstreit angefangen bis hin zur immer noch nicht ganz abgeschlossenen Kampf für die trennung von Thron und Altar) hindurch Aufklärung und Säkularisierung ermöglichte. Radio Vatikan

Dieser Stolz und diese Freude ist jedoch immer verbunden mit dem Wissen um die tiefen Schatten, die neben diesen Lichtsäulen der Geschichte stehen.

Das Wissen auch darum, dass der Untergang der Monarchien im Zusammenhang des ersten Weltkrieges eigentlich mehr Demokratie hätte ermöglichen sollen, aber stattdessen Diktaturen in ganz Europa und damit dem Zweiten Weltkrieg den Weg bereitet hat. Das traurige Wissen darum, dass die Kirchen in Europa mehr oder weniger wissend und willig dessen Entwicklung hin zu den Menschenrechten vorbereiteten, gleichzeitig aber auch den Antisemitismus ideologisch unterfütterten.

So steht neben all dem Stolz auch immer die tiefe Scham über die Unheilsjahre in Deutschland und die damit verbundenen Verbrechen der Nationalsozialisten, zumal an den Juden, aber unter anderem auch an Homosexuellen, Katholiken, dem Adel und den Zeugen Jehovas – und an den angegriffenen Völkern der eigenen deutschen BevölkeScannen0005rung.

Wer diese Geschichte näher betrachtet, sieht wie das Böse und die damit verbundene Schuld in seiner enormen Macht ungeheuer strake Verflechtungen und Netzwerke bildet, die eine Dimension erreichen, in der kaum jemand mehr komplett unschuldig bleiben kann.

Die Scham eines Abendländers auch darüber, dass man Osteuropa die Schande des Kommunismus angetan hat – mit all seinen Verbrechen, seinen Gulags und vielen anderen Widerwärtigkeiten, die (wie man am langen Arm der Stasi sieht) bis in unsere heutige Zeit fortwirken. 

Der Mensch  –  so eine der tiefen Weisheiten der „philosophia perennis“  –  verändert sich in seiner Natur nicht. Die conditio humana bleibt immer dieselbe. In den Menschen, die im Dritten Reich lebten, quälten und mordeten, gequält und ermordet wurden, floss das gleiche Blut wie in jene, die heute lebten oder vor Jahrhunderten. Wir sind nicht weniger anfällig als sie für das Böse.

Und immer wieder ist es das mysterium iniquitatis, das undurchdringliche Geheimnis des Bösen, dem der Mensch sich zuneigt in einer fast nihilistischen Ponderation, die ihm neben dem Streben nach dem Glück und damit dem Guten und der Tugend innewohnt. Der Psychologe Carl G. Jung hat dieses Zusammen von dunklen und hellen Archetypen gar als konstitutionell für den ganzen Menschen und daher auch seine psychische Gesundheit gedeutet.berlin-440x292

Mir geht es in diesem Sinne darum, dass ich ebenso selbstbewusst wie ich mich als Abendländer fühle und die Deutschlandhymne singe, die Deutschlandfahne mit Freude sehe und sage, dass ich Deutscher bin, mich schäme für das, was da Menschen Menschen, Europäer Europäern, Deutsche Deutschen angetan haben.

Nur beides, Größe und Niederung, Stolz und Scham zusammen ist für mich – als Menschen, der immer wieder zum Bösen neigt und doch von Verzeihung und Gnade lebt – glaubwürdig. Nur ein Körper mit Narben ist wirklich echt und daher schön.

Für mich ist diese Selbsterkenntnis des einzelnen, der nach Aristoteles zoon politicon (gesellschaftliches Lebewesen) ist, auch die Basis für ein umfassenders Denken. Das einen falschen Nationalismus von einem erfreulichen Stolz auf das eigenen Vaterland, die Heimat unterscheiden kann.

Wer echten Nationalstolz bei den Deutschen wiedergewinnen will, auch um der von Antifa & Co tatsächlich schamlos instrumentalisierten Nazikeule etwas entgegen zu setzen, aber gleichzeitig die dunklen Stellen unserer Geschichte ausblenden und verstecken möchte, wird erbärmlich scheitern.

Statt die Feinde unserer offenen Gesellschaft und Demokratie zu bekämpfen, füttert er sie wider Willen. Und nimmt die Gefahr in Kauf, dass der neue Faschismus, getarnt als Antifaschismus – erneut mit ähnlichen Opfergruppen – wieder Oberwasser gewinnen könnte. Nie wieder!

Den vollständigen Artikel von Dr. Berger lesen Sie hier: https://philosophia-perennis.com/2017/01/29/nationalstolz/


Die Größe und Schönheit der Geschöpfe ist ein Hinweis auf den Schöpfer

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Weish 13,1-9:

Töricht waren von Natur alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. 010-2 - Kopie

Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, den Kreis der Gestirne, die gewaltige Flut oder die Himmelsleuchten für weltbeherrschende Götter. Wenn sie diese, entzückt über ihre Schönheit, als Götter ansahen, dann hätten sie auch erkennen sollen, wieviel besser ihr Gebieter ist; denn der Urheber der Schönheit hat sie geschaffen.

Und wenn sie über ihre Macht und ihre Kraft in Staunen gerieten, dann hätten sie auch erkennen sollen, wieviel mächtiger jener ist, der sie geschaffen hat; denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe läßt sich auf ihren Schöpfer schließen.

Dennoch verdienen jene nur geringen Tadel. Vielleicht suchen sie Gott und wollen ihn finden, gehen aber dabei in die Irre. Sie verweilen bei der Erforschung seiner Werke und lassen sich durch den Augenschein täuschen; denn schön ist, was sie schauen.

Doch auch sie sind unentschuldbar: Wenn sie durch ihren Verstand schon fähig waren, die Welt zu erforschen, warum fanden sie dann nicht eher den HERRN der Welt?

Foto: Dr. Bernd F. Pelz