Wie sich Mary Baxter die Hölle vorstellt

Von Felizitas Küble

Mit der theologisch überforderten Visionärin Andrea, dem selbsternannten „geringsten Rädchen im Uhrwerk Gottes“ befassen wir uns nur selten, weil es sich nicht lohnt, sonderbare Mirakel wie z. das „Wunder mit dem Joghurtherzen“ und ähnliche Kuriosa näher zu „besichtigen“.

Nun präsentiert die erscheinungsbewegte Katholikin, die ihre wortreichen Anmutungen als „Apostolat“ schönredet, eine ganze Serie mit übersinnlichen Erfahrungen in der Hölle von Mary Baxter: https://endzeitforum.jimdofree.com/himmel-h%C3%B6lle-fegefeuer/offenbarung-der-h%C3%B6lle-an-mary-baxter/kapitel-1-26/#1.1

Diese Visionärin Mary erhielt im März 1976 Besuch von „Jesus“, wie sie im Teil 1 berichtet. Die Gestalt sei mit einem strahlenden Licht erschienen „und ein süßes und wundervolles Gefühl kam über mich. Liebeswellen rollten und falteten sich ineinander und rollten über- und auseinander. Es war ein spektakuläres Schauspiel!

So „süß“ wie es begann, so schaurig endete das „Schauspiel“, denn der angebliche Heiland soll die entzückte Seele der Frau – von ihrem Körper getrennt – erst kurz in den Himmel und danach sehr langwierig in die Hölle geführt haben, auf daß sie darüber ein Buch schreibe, die Leute zur Buße rufe und so vor der ewigen Strafe bewahre.

Soweit unsinnig genug, denn die christliche Lehre von der Hölle bedarf keiner außerkörperlichen Erfahrung von Mary Baxter. Wer aufgrund von Bibel und Kirche nicht an eine jenseitige Verdammnis glaubt, wird sich durch absurde „Erlebnisse“ erst recht nicht dazu bewegen lassen.

Es fängt schon damit an, daß uns die „begnadete Seele“ mitteilt, die Hölle befinde sich im Inneren unserer Erde. Wie soll das zugehen bei einem Zustand in der EWIGKEIT?

Bekanntlich gibt es dort weder Raum noch Zeit im irdischen Sinne, sondern es geht um eine immerwährende Gegenwartdas Jenseits befindet sich daher mit Sicherheit nicht in der Erdkugelweder Himmel noch Hölle (und auch nicht das Fegefeuer).

Danach wird wie in einem Endlos-Schauer-Märchen geschildert, wie die Visionärin in der Hölle verschiedene Abteilungen besucht, eine gruseliger als die andere – und dann wird es theologisch völlig abstrus: Einige der verworfenen Seelen dort zeigen sich reuevoll, flehen Jesus um Erbarmen an oder geloben Besserung betreffs ihrer früheren Laster wie Bitterkeit, Haß, Neid etc.

Anscheinend kennt Mary Baxter das Einmalens der Hölle nicht, die nämlich von innen verschlossen ist wohlgemerkt – nicht von außen.

Das bedeutet: Weder beten die Verworfenen zu Christus noch wollen sie umkehren usw. Wäre dies so, dann befänden sich diese Seelen gerade nicht in der Hölle, dann wären sie ja innerlich bußwillig und hätten ihr ewiges Heil – auf dem Umweg über das Fegefeuer – mit Gottes Gnade erreicht.

Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen, heißt es in der Heilligen Schrift – und das gilt auch hier: GOTT respektiert die von ihm selbst geschaffene Freiheit des Menschen und damit auch seine Grundentscheidung gegen ihn.

Während der Gläubige zu Gott betet: DEIN WILLE GESCHEHE – sagt Gott zu den Verlorenen quasi dasselbe: DEIN WILLE GESCHEHE.

Denn gerade weil Gott die Liebe ist, zwingt ER niemanden in seine Gemeinschaft.

Der Himmel ist kein Gefängnis, auch kein rosarotes. Im Himmel gibt es nur Freiwillige – in der Hölle aber auch; sie ist die ewige Entfernung von Gott als Konsequenz der menschlichen Freiheit und der in ihr liegenden Gefahr und Chance zugleich.

Wenn vermeintlich „begnadete Seelen“ das einfachste theologische ABC nicht kennen, aber dicke Unsinns-Bücher schreiben, die von „geringsten Rädchen“ im Internet verbreitet werden, dann ist das kein „Ruf zur Umkehr“, sondern eine gefährliche Irreführung.