Dankeswort der Piusbruderschaft für die päpstliche Erlaubnis zur Ehe-Assistenz

Wie bei den von Papst Franziskus veranlassten Bestimmungen, kraft welche er den Priestern der Bruderschaft die Erlaubnis zum Beichthören für das Heilige Jahr der logofsspxBarmherzigkeit erteilte (1. September 2015) und sie über das Heilige Jahr hinausdehnte (20. November 2016), erfährt nun das Generalhaus, dass der Heilige Vater entschieden hat, „die Ortsordinarien zu bevollmächtigen, auch die Erlaubnis zur Feier der Eheschließung der Gläubigen, die den pastoralen Aktivitäten der Bruderschaft folgen, […] erteilen zu können.“ (Brief der Kongregation für die Glaubenslehre vom 27. März 2017, veröffentlicht am 4. April)

Diese Entscheidung des Papstes sieht vor: „Wann immer möglich, soll die Vollmacht zur Eheassistenz seitens des Ordinarius einem Diözesanpriester (oder jedenfalls einem regulären Priester) erteilt werden, um die Konsenserklärung der Partner bei der Feier des Sakraments entgegenzunehmen, die nach der Liturgie des Vetus ordo zu Beginn der heiligen Messe erfolgt. Daran schließt sich die Feier der Votivmesse durch einen Priester der Bruderschaft an.“

Gleichzeitig verfügt sie aber: „Sollte das nicht möglich oder sollte kein Diözesanpriester anwesend sein, der den Konsens der Partner entgegennimmt, kann der Ordinarius erlauben, die erforderlichen Vollmachten unmittelbar dem Priester der Bruderschaft, der auch die heilige Messe feiert, zu erteilen. Dieser ist zu ermahnen, pflichtgemäß der Diözesankurie alsbald die Trauungsdokumente zukommen zu lassen.“

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. dankt dem Heiligen Vater innig für seine oberhirtliche Fürsorge, wie sie im Brief der Kommission Ecclesia Dei zum Ausdruck kommt, mit dem Ziel, die „Unsicherheiten in Bezug auf die Gültigkeit des Ehesakramentes“ zu beseitigen.

Papst Franziskus will offensichtlich, wie es bereits für die Beichte der Fall ist, dass alle Gläubigen, die sich in Anwesenheit eines Priesters der Bruderschaft St. Pius X. trauen lassen möchten, es ohne Besorgnis über die Gültigkeit des Sakramentes tun können. Es ist wünschenswert, dass alle Bischöfe die gleiche pastorale Fürsorge mit ihm teilen.

Die Priester der Bruderschaft St. Pius X. werden treu darauf achten – wie sie es schon seit ihrer Priesterweihe zu tun pflegen – die zukünftigen Eheleute gemäß der unveränderlichen Lehre Christi über die Einheit und Unauflöslichkeit dieser Verbindung (vgl. Mt 19,6) auf die Trauung vorzubereiten, bevor sie die Konsenserklärung im traditionellen Ritus der heiligen Kirche entgegennehmen.

Menzingen, am 4. April 2017

Quelle: http://www.dici.org/en/documents/kommunique-des-generalhauses-der-priesterbruderschaft-st-pius-x-zum-brief-der-papstlichen-kommission-ecclesia-dei-uber-die-eheschliesung-der-glaubigen-der-priesterbruderschaft-st-pius-x-4-april/


Vatikanischer Glaubenspräfekt verteidigt die Unauflöslichkeit der Ehe

Erzbischof Müller kritisiert orthodoxe Praxis der Zwei- und Dritt-Ehen

Die jüngste Wortmeldung des obersten Glaubenshüters der katholischen Kirche sorgt wieder einmal für Pressewirbel, hat er doch mit seinen Äußerungen einem hedonistischem Zeitgeist unerbittlich die Zähne gezeigt und glasklar die Linie des Evangeliums verkündet, wonach das Sakrament der Ehe heilig und unauflöslich ist.

Damit erregt der Kurien-Erzbischof und frühere Oberhirte des Bistums Regensburg freilich den kaum verdeckten Zorn der MSM (Mainstream-Medien), was sich vielfach bereits in den Überschriften bemerkbar macht.

Foto: Bistum Regensburg

Foto: Bistum Regensburg

So schreibt selbst die „Mittelbayerische Zeitung“, Müller fahre einen „harten Kurs“ und würde  –  so der Untertitel – „Geschiedene ausgrenzen“ (was übrigens so nicht stimmt, denn es geht allein um geschiedene Wiederverheiratete.)  Fast wortgleich und ebenso irreführend äußert sich z.B. auch der Nachrichtensender N-TV.

Ähnliche Texte, oft noch schärfer formuliert, finden sich in linksorientierten Medien.

Den äußeren Anlaß für diesen Pressewirbel liefert ein Gastbeitrag Müllers in der heutigen Samstags-Ausgabe der katholischen „Tagespost“, worin der Präfekt der Glaubenskongregation verdeutlicht, daß es für Geschiedene nach erneuter Heirat, keine Möglichkeit gibt, zum Tisch des HERRN zu gehen.

Die Unauflöslichkeit jeder gültig und sakramental geschlossenen Ehe gelte absolut, so der Erzbischof, denn es handle sich hierbei nicht nur um eine kirchenrechtliche Regel, sondern um eine „göttliche Norm“. Daher könne die Kirche darüber nicht verfügen, sondern sei vielmehr an das Wort des HERRN gebunden.

Tatsächlich ist die Kirche nicht Herrin, sondern Dienerin der von Gott geoffenbarten Glaubens- und Sittenlehre. Deshalb kan

n sie nicht nach Willkür und auch nicht nach Zeitgeistwunsch hierüber entscheiden, sondern hat sich dem Willen Gottes zu fügen.

Der römische Glaubenspräfekt weiß natürlich und schreibt es auch, daß diese kirchliche Haltung „in einer säkularisierten Umwelt häufig auf Unverständnis“ stößt, doch sei dies kein Grund zur Anpassung. 

Wenn geschieden Wiederverheiratete Zweifel an der Gültigkeit ihrer ersten Ehe empfinden, so Müller, könnten Sie ein kirchliches Ehegericht anrufen, das die erste Heirat prüft und im  negativen Falle annulliert, also für nichtig erklärt.

Der Erzbischof kritisiert in seinem Beitrag auch die orthodoxe Kirche, weil diese Zweit- und sogar Dritt-Ehen bei ihren Gläubigen erlaubt und diese kirchlich segnet. Dieses Vorgehen sei „mit dem Willen Gottes nicht zu vereinbaren“ und stelle ein „nicht zu unterschätzendes ökumenisches Problem“ dar.

Einer Berufung auf ein angebliches „Notstandsrecht“ oder eine falsch verstandene “ göttliche Barmherzigkeit“ erteilt der Glaubenspräfekt zu Recht eine Absage, denn göttliche Gerechtigkeit und Barmherzigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Zugleich sprach sich der Kurien-Erzbischof für eine intensivere pastorale Zuwendung zu jenen Gläubigen aus, die nach ihrer Scheidung erneut eine Ehe eingegangen sind. Indem sich die Betroffenen bemühten, „die Praxis der Kirche zu verstehen und nicht zur Kommunion zu gehen, legen sie auf ihre Weise Zeugnis für die Unauflöslichkeit der Ehe ab“.

Es gäbe auch noch andere Wege der Gemeinschaft mit Gott. Die Seelsorger sollten Menschen „in irregulären Situationen“ einfühlsam zur Seite stehen, erläuterte der Glaubenspräfekt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Hier eine Auswahl weiterer Berichte unseres CHRISTLICHEN FORUMs zu Erzbischof Müller:

Bereits vor einem Jahr verdeutlichte er den kirchlichen Standpunkt zur EHE: https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/07/erzbischof-gerhard-l-muller-bekraftigt-die-unaufloslichkeit-der-ehe/ AL-0004

Als einer der wenigen Theologieprofessoren stellte er sich seinerzeit unbeirrbar hinter das „umstrittene“ vatikanische Dokument DOMINUS IESUS: https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/13/zeitdokument-erzbischof-mullers-klare-verteidigung-von-dominus-jesus-gegenuber-modernistischen-theologen/

Erzbischof Müller sprach zudem Klartext über katholikenfeindliche Kampagnen: https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/12/erzbischof-l-muller-vertreter-einer-antikatholischen-gesinnungsdiktatur-sind-grosinquisitoren-von-heute/

Eine klare Ansage war schon das erste HIRTENWORT Müllers vor zehn Jahren, als er Bischof von Regensburg wurde: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/19/%E2%80%9Eein-bischof-darf-nicht-nach-beifall-haschen-%E2%80%9C/

Hier seine Stellungnahme über „antiklerikalen Kitsch“ und „erzreaktionäre“ Medienmethoden etc: https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/11/erzbischof-gerhard-l-muller-rechnet-mit-gegenwind-und-machenschaften/

Zu bedenklichen Tendenzen einer deutschen „Nationalkirche“ gibt es ebenfalls eine klärende Wortmeldung: https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/12/erzbischof-gerhard-l-muller-kritisiert-antiromische-besserwisserei/

Als Regensburger Oberhirte verteidigte Gerhard Ludwig Müller tapfer Kirche und Priesterschaft auf dem Höhepunkt antikirchlicher Medienattacken: https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/12/medienkritik-von-erzbischof-gerhard-l-muller-das-heulen-der-wolfe-schreckt-mich-nicht/