Umfrage: Obama verdrängt Christus auf Platz 2

Der ehem. US-Präsident Barack Obama ist für die Deutschen das größte männliche Vorbild. Auf Platz zwei folgt Jesus Christus.

Das ergab eine Umfrage im Auftrag des „Playboy“. Demnach würde mehr als ein Fünftel der Befragten (21,9 Prozent der Frauen und 21,4 Prozent der Männer) Obama ihren eigenen Söhnen heute als Vorbild empfehlen.

Für Jesus Christus stimmten 11 Prozent der Frauen und 14,1 Prozent der Männer.

Auf den weiteren Plätzen folgen Microsoft-Gründer Bill Gates und Fernsehmoderator Günther Jauch.

Als wichtigste Eigenschaft eines Vorbilds geben die Deutschen Ehrlichkeit (83 Prozent), Hilfsbereitschaft (69,7 Prozent), Freundlichkeit (59 Prozent) und Loyalität (58,2 Prozent) an.  

Für die Umfrage wurden 1.066 repräsentativ ausgewählte Frauen und Männer aus Deutschland befragt. 36 bekannte Männer standen als Vorbilder zur Auswahl.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/vorbilder-fuer-deutsche-barack-obama-vor-jesus-christus-107106.html


Günter Jauch: Talksendung um Limburgs Bischof zwischen Fakten und Sprücheklopferei

Kommentar von Felizitas Küble

Die ARD-Gesprächsrunde mit Moderator Günter Jauch am Sonntag, den 20. Oktober, drehte sich zunächst um Bischof Tebartz-van Elst und danach um das weite Feld der Kirchenfinanzen: Vatikanbank, Kirchensteuer, Bischofsgehälter, kirchliche Einrichtungen und vertraglich geregelte Staatsverpflichtungen gegenüber den Kirchen in Deutschland etc.

An der Talksendung nahmen neben Günter Jauch, der insgesamt  – für Fernsehverhältnisse  – noch relativ sachlich agierte, folgende Gäste teil: Schmid_Wuerzburg_2013_2

Dr. Albert Schmid (siehe Foto), Chef des Laienkomitees der Katholiken in Bayern und vertrauter Freund des Limburger Bischofs 
Heribert Prantl, von linker Seite gerne als „Edelfeder“ bezeichneter Ressortleiter der „Süddeutschen Zeitung“; er gehört zur SZ-Chefredaktion; Prantl sitzt zugleich im Beirat der äußerst kirchenfernen „Humanistischen Union“
Gisela Friederichsen, bekannte „Spiegel“-Redakteurin, die aus der katholischen Kirche wegen deren (wie sie meint) „traditionellen“ Haltung austrat, sich aber gleichwohl weiterhin subjektiv als „katholisch“ empfindet
Andreas Englisch, ehem. BILD-Reporter, Vatikankorrespondent und Bücherschreiber (vor allem Papstbiografien)
Norbert Feldhoff, früherer Generalvikar des Erzbistums Köln, Aufsichtsratsvorsitzender der kirchlich geprägten Pax-Bank
 

Zunächst zur Debatte um die Causa Limburg: 

Andreas Englisch neigte (nicht zum ersten Mal) zum Schwadronieren und Sprücheklopfen, was von dem entsprechend gepolten Publikum häufig mit Beifall quittiert wurde: je simpler seine Aussagen, umso stärker der Applaus.

Typisch war auch die sofortige Klatscherei vieler Zuschauer im Studio, als sich „Spiegel“-Redakteurin Friederichsen eindeutig pro Abtreibungsfreiheit äußerte und Erzbischof Johannes Dyba aus Fulda (verstorben im Juli 2000) in diesem Zusammenhang scharf kritisierte.

Frau Friederichsen hatte teilweise aber durchaus recht bei anderen Themen, etwa wenn sie nach den wortreichen Erzählungen von Andreas Englisch über die Armutsprinzipien des Papstes darauf hinwies, daß Franziskus auch noch andere Grundsätze wichtig finde, zB. die Barmherzigkeit. Daher glaube sie nicht, daß der Papst bei dem gleichsam „am Boden liegenden“ Limburger Bischof nachtreten werde.

Eingangs wurde Dr. Albert Schmid, der zur Zeit täglich mit dem Limburger Bischof telefoniert, von Günter Jauch gefragt, wie es um die Befindlichkeit und Seelenstimmung des jetzt in Rom weilenden Oberhirten stehe.

„Der Bischof geht mit den Problemen spirituell um“

Der oberste katholische Laienvertreter in Bayern erläuterte, Tebartz-van Elst sei innerlich durchaus „gefaßt“:

„Er geht mit den Problemen spirituell um“; er sehe sie gleichsam als geistliche Herausforderung an.

Schmerzlich sei für den Limburger Kirchenmann vor allem die Tatsache, daß „die Angriffe überwiegend aus seiner eigenen Kirche gekommen“ seien.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Tebartz-van Elst verstehe sich, so erklärte Dr. Schmid weiter, in seinem Amtsverständnis als Bischof der römisch-katholischen Kirche  –  und nicht etwa lediglich als leitender Angestellter kirchlicher Gremien in Deutschland.

Mit anderen Worten: Er fühlt sich in erster Linie dem Papst verpflichtet, von dem jeder katholische Bischof ernannt wird  –  seine Loyalität gehört nicht in gleicher Weise diversen kirchlichen Kreisen und Kommissionen.

Dr. Schmid erwähnte sodann, daß es im Bistum Limburg schon seit Bischof Kempfs Zeiten (70er Jahre) eine tendenzielle Los-von-Rom-Strömung gäbe.

Diese reformlustige Richtung wurde unter dem als „liberal“ gefeierten Bischof Kamphaus munter fortgesetzt, wie sich vor allem bei der Debatte um Abtreibung und Beratungsscheine in den 90er Jahren deutlich zeigte.

Vom Weihbischof in Münster zum Oberhirten von Limburg

Als nun Tebartz-van Elst  –  der eher konservative, „romtreue“ Weihbischof aus Münster  –  zum Oberhirten dieses weitgehend modernistisch ausgerichteten Bistums ernannt wurde, fand er eine äußerst schwierige Situation vor, wie man sich wohl lebhaft vorstellen kann.

Dr. Schmid erläuterte, daß der Limburger Bischof bis zu einem gewissen Grad durchaus Opfer dieser innerdiözesanen Spannungen sei.

Die Vorwürfe wegen der Baukosten seiner Residenz seien auch deshalb hochgekocht worden, um letztlich andere, tieferliegende und grundsätzliche Konflikte anhand dieses vorgeschobenen Themas auszutragen.

Es sei wichtig, so Dr. Schmid, auch in dieser Causa besonnen zu bleiben, rechtsstaatliche Grundsätze zu beachten, keine Vorverurteilungen vorzunehmen und nicht vorschnell den Stab über jemanden zu brechen, ohne sich sorgfältig zu informieren – kurz und gut: die Prinzipien der Fairneß einhalten.

Herr Prantl von der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) schien insoweit auf beiden Ohren taub zu sein, denn nach dieser ruhigen, sachlichen Argumentation des katholischen Laienvertreters legte er erst richtig los:

Tebartz-van Elst sei „der erste deutsche Bischof mit Strafbefehl“ und könne daher „nicht mehr Bischof sein“. Dabei blieb völlig unerwähnt, daß es sich lediglich um einen Strafbefehl-ANTRAG der Hamburger Staatsanwaltschaft handelt, keineswegs um eine Gerichtsentscheidung  –  von einer rechtskräftigen Verurteilung ganz zu schweigen. Warum kehrt Prantl dieses entscheidende ABC des Rechtsstaats unter den Tisch?

Der kirchenkritische SZ-Chefredakteur agierte sodann mit lockeren Sprüchen etwa des Stils, daß Tebartz-van Elst bei dem Kirchenlied „Ein Haus voll Glorie schauet“ wohl gleich an seinen Bischofssitz denke. Derartige Flaxereien kommen bei einem oberflächlichen Studio-Publikum freilich besser an als eine besonnene, sachorientierte Argumentation, wie sie Dr. Schmid überzeugend vorlegte.

40 Millionen Euro für das Diözesan-Museum in Köln

Im Laufe der Diskussion wurde der ehem. Generalvikar nach dem Diözesan-Museum in Köln befragt, das immerhin die stolze Stumme von 40 Millionen Euro verschlang. Feldhoff betonte, die Entscheidung zugunsten des Museums sei durch alle gängigen kirchlichen Instanzen gegangen und dort mehrheitlich befürwortet worden.

Aber dieser eher formale Aspekt entbindet doch wohl nicht von der Frage, ob ein solcher Bau angemessen, geschweige notwendig ist.

Immerhin befindet sich in dem als „Protzbau“ verlästerten Diözesan-Zentrum in Limburg durchaus ein eigenes Bistums-Museum mit dem Domschatz  –  und zwar als eines von mehreren Gebäuden.

Folglich hat allein das Museum in Köln mit 40 Mill. € weitaus mehr gekostet als in Limburg das gesamte, doch so heiß „umstrittene“ Diözesan-Zentrum, wovon die Bischofswohnung nur einen Teil des Gebäudekomplexes darstellt, was in vielen Medienberichten allerdings unterschlagen wird.

25.000 Ordensleute leben ihr Armutsgelübde Tag für Tag

Dr. Schmid wies beim vieldiskutierten Thema „Armut“ und Bescheidenheit, das von Vatikanreporter Englisch ständig neu aufgewärmt wurde, auf die 25.000 Ordensleute in Deutschland hin, die von Armut nicht nur reden, sondern sich durch ihr Ordensgelübde für ihr ganzes Leben hindurch dazu handfest verpflichten.

Außerdem betonte er zu Recht, daß jeder Papst sein Amt auf Petrus selbst bezieht und auf den Felsen Petri zurückführt, nicht auf den jeweiligen Vorgänger. Daher solle man die jeweiligen Päpste, die durchaus ihren eigenen Stil haben dürfen, nicht gegeneinander ausspielen.

Am Schluß meldete sich die vermeintliche SZ-„Edelfelder“ wieder zu Wort und lieferte ein Beispiel mangelnder Kenntnisse:

Prantl empörte sich publikumswirksam darüber (natürlich war hier wieder viel Beifall aus dem Studio fällig), daß kirchliche Angestellte im Falle einer „Scheidung“ aus ihrer beruflichen Stellung herausfliegen würden.

Dieser Vorwurf ist theologisch völlig unsinnig und sachlich falsch: Wegen einer Scheidung wird kein kirchliches Arbeitsverhältnis gekündigt, sondern vielmehr erst im Falle einer zivilen Wiederverheiratung, obwohl das erste und einzige Eheband (auch im Falle einer Trennung oder Scheidung) sakramental fortbesteht.

Aber mit derlei Unterscheidungen ist ein Heribert Prantl offenbar überfordert.

DIESER ARTIKEL ist auch in der SÜDWATCH veröffentlicht: suedwatch.de/blog/?p=11524
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Ebenso bei der JOURNALISTENwatch: http://journalistenwatch.com/cms/2013/10/21/guenter-jauch-talksendung-um-limburgs-bischof-zwischen-fakten-und-spruecheklopferei/

Ergänzende Infos zu Dr. Schmids sonstigen Aussagen im „Fall Limburg“ siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/10/16/causa-limburg-skandaloser-umgang-von-amtsbrudern-mit-bischof-tebartz-van-elst/

 


Martin Lohmann zeigte Zivilcourage beim Jauch-Talk: Klares Bekenntnis zum Lebensrecht für alle!

Die ARD-Talkshow bei Günter Jauch (ARD) am gestrigen Sonntagabend zeigte allein schon mit ihrem reißerischen Titel „In Gottes Namen  –  wie gnadenlos ist der Konzern Kirche?“, wo es langgeht, nämlich wie so oft polemisch gegen die katholische Kirche  –  also genau jenes „Phänomen“, über das sich Erzbischof Müller aus Rom jüngst zu Recht kritisch geäußert hat.

Diese Diskussionssendung war wieder fernsehtypisch unausgewogen besetzt, zumal auch der Moderator diesmal antikatholische Tendenzen aufwies und den einzigen konsequenten Lebensrechtler in der Runde, nämlich Martin Lohmann (siehe Foto), mitunter unfair anging.

Noch einseitiger ausgewählt war das Publikum, das Lohmann ausbuhte, wenn dieser sich klar zum Lebensrecht auch der ungeborenen Kinder äußerte und  kirchliche Standpunkte verteidigte. Lohmann5

Der katholische Publizist Lohmann ist Vorsitzender des Bundesverbands Lebensreht (BVL), Sprecher des Arbeitskreises engagierter Katholiken in der CDU (AEK) und Chefredakteur des kath. Privatsenders K-TV.

Die Gesprächsrunde bewies einmal mehr die verwirrende Wirkung, die von der „Pillen-Erklärung“ Kardinal Meisners ausging:

Einige Teilnehmer waren offenbar der Meinung, die „Pille danach“ sei nun aus katholischer Sicht nach einer Vergewaltigung erlaubt. Davon kann freilich keine Rede sein; dies hatte auch der Kölner Erzbischof so undifferenziert nicht behauptet, was Martin Lohmann mit Recht klarstellte.

Gleichwohl war Meisners kürzliche Stellungnahme irreführend, weil sie den unrichtigen Eindruck erweckte, als gäbe es Präparate der „Pille danach“, die einzig und allein eine verhütende Wirkung aufweisen  – keine frühabtreibende also.  Das ist freilich erzbischöfliches Wunschdenken, nicht mehr und nicht weniger. 

Dies bestätigte auch der in der Talkrunde vertretene Gynäkologe Bernhard von Tongelen:  „Wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat, dann wirkt die Pille danach auch so, dass die Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutterschleimhaut verhindert wird.“

Das bedeutet, daß der Embryo  –  die kleinste Erscheinungsform des Menschen  –  in den ersten ein bis zwei Wochen seines Lebens vernichtet wird. Menschsein beginnt wissenschaftlich einwandfrei mit der Befruchtung.

Martin Lohmann hat sich tapfer in die „Höhle des Löwen“ gewagt und couragiert den christlichen Standpunkt vertreten. Die kath. Bischöfe in Deutschland wollten sich diese Herausforderung offensichtlich selber nicht antun:

TV-Moderator Jauch erklärte hierzu der versammelten Talkrunde:  „Wir haben natürlich versucht, von der Bischofskonferenz jemanden einzuladen, haben das flächendeckend überall angefragt“, doch keiner habe kommen wollen; vielmehr habe man auf Caritaspräsident Neher verwiesen.

Dieser war zwar tatsächlich mit dabei, zeigte aber inhaltlich klare Schwächen, indem er zB. mit Hinweis auf Meisners Erklärung sagte:  „Wenn die Frau sich dann dafür entscheidet, diese Pille auch zu nehmen, die die abtreibende Wirkung hat, dann hat das auch das katholische Krankenhaus zu respektieren.“ 

Katholischerseits kann man eine falsche  Entscheidung  –  noch dazu eine solche „mit Todesfolge“!  –  allenfalls „tolerieren“, aber keineswegs akzeptieren, geschweige „respektieren“.

Lohmann stellte erfreulicherweise klar, daß die Kirche immer und überall „für das Leben“ eintreten müsse: „Das gilt auch im Blick auf die Pille danach“.

Felizitas Küble,  Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Hier gehts zur aufgezeichneten Sendung in der ARD-Mediathek: „In Gottes Namen – wie gnadenlos ist der Konzern Kirche?“