Gottes starke Retterliebe für sein Volk: Wehe den Hirten, die sich selbst weiden!

Menschensohn, weissage gegen die Hirten Israels, rede zu ihnen, den Hirten: So spricht Gott, der HERR:

Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? Das Fette verzehrt ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch, und das Gemästete schlachtet ihr, aber die Herde weidet ihr nicht!

Das Schwache stärkt ihr nicht, das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verscheuchte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht, sondern mit Gewalt und Härte herrscht ihr über sie.

Und so haben sie sich zerstreut, weil sie ohne Hirten waren, und sind allen wilden Tieren des Feldes zum Fraß geworden. Auf allen Bergen und hohen Hügeln irren meine Schafe umher, und über das ganze Land sind sie zerstreut; und niemand ist da, der nach ihnen fragt, niemand, der sie sucht… 

So spricht Gott, der HERR:

Siehe, ich komme über die Hirten, ich will meine Schafe von ihren Händen fordern und will ihrem Schafeweiden ein Ende machen, und die Hirten sollen nicht mehr sich selbst weiden; denn ich will meine Schafe aus ihrem Maul erretten, daß sie ihnen künftig nicht mehr zum Fraß dienen sollen.

BILD: Christus als der Gute Hirte – Statue im Münsterland am Wegesrand

Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen! Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht an dem Tag, da er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut wurden an dem Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.

Ich selbst will meine Schafe weiden und sie lagern. Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden; das Schwache will ich stärken; das Fette aber und das Starke will ich vertilgen; ich will sie weiden, wie es recht ist.

AT, Hesekiel 34,2-16

Fotos: Felizitas Küble


Ein Leitwort des hl. Johannes vom Kreuz: GOTT sucht den Menschen

Von Pfarrer Felix Evershttps://charismatismus.files.wordpress.com/2017/04/image5.jpg

Der hl. Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz (1542 – 1591) war der geistliche Freund der heiligen Teresa von Avila: Ihn holte sie als Beichtvater und Spiritual der Ordensschwestern nach Avila in den Karmel, in dem sie selbst Priorin war.

Johannes vom Kreuz übte verschiedene Leitungsämter im Karmel aus, gründete Klöster, verfasste Schriften. 1591 wurde er aller Ämter enthoben und meldete sich für die Mission nach Mexiko. Doch die Überfahrt konnte er nicht mehr antreten: Am 14. Dezember 1591 starb er im andalusischen Úbeda.

Es kennzeichnet die Religiosität unserer Zeit, dass viel von Gotteserfahrung gesprochen wird. In ihrer Sehnsucht, Gott zu erfahren, nehmen viele Menschen große Mühen auf sich: Konzentrationsübungen, Fasten- und Diätvorschriften, Meditationskurse…

Manche meinen gar, irgendwo in Indien oder im Fernen Osten könne man viel besser als hier Gott nahekommen. Und sie geben reichlich Geld dafür aus. Hinter solchen Bemühungen steht die Vorstellung, dass man eine Erfahrung Gottes „machen“ könne, wenn man nur konsequent sei.

Die Folge solcher Art von Gottessuche sind nicht selten Rücksichtslosigkeit und Zwang und Druck gegenüber Andersdenkenden, die dem Bemühen um Gotteserfahrung im Wege stehen. Auf diese Weise wurde die Geschichte der Religionen weitgehend eine Geschichte von Rechthaberei und Intoleranz.

Johannes vom Kreuz hat mich gelehrt, dass jemand, der Gott erfahren will, nicht besondere aszetische Übungen auf sich nehmen oder in ferne Länder reisen muss. Nein, Gott ist einer, der uns sucht.

BILD: Christus als der Gute Hirte, der das verlorene Schaf sucht und findet

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn rennt der Vater seinem heimkehrenden Sohn entgegen, weil er ihn immer voller Sehnsucht erwartet hat; der Samariterin begegnet Jesus am Jakobsbrunnen als Wanderer, der auf der Suche nach dem Menschen und seinem Glauben wie erschöpft und müde geworden scheint und eine Rast einlegt; wie der Hirte sucht Gott das eine verlorene Schaf und lässt die 99 übrigen zurück. Ja, dank Johannes vom Kreuz weiß ich: „Wenn der Mensch Gott sucht – viel mehr noch sucht Gott den Menschen!“ (aus seiner Schrift „Die lebendige Liebesflamme“ 3,28)

Zudem ist Johannes vom Kreuz der Patron der „dunklen Nacht“, also all derer, die in ihren Glaubenszweifeln meinen, Gott verloren zu haben. Er deutet solche stockdunklen Nächte scheinbarer Gottesferne als notwendige Erfahrungen der Reinigung von trügerischen Gottesbildern:

Nur wer diese Nächte aushält, findet im Anbruch eines neuen Morgens wirklich zu Gott, weil er von Gottesbildern befreit wurde, die letztlich darin bestehen, von Gott immer nur etwas zu wollen – und wenn Gott unsere Wünsche nicht erfüllt, zweifeln wir an seiner Existenz.

Deswegen lobt Johannes die Weisheit Gottes, sich scheinbar zu entziehen, und vergleicht diese „weise Pädagogik Gottes“ mit einer Mutter, die ihr Kind irgendwann loslässt, damit es selbst zu laufen beginnt.

 


Besondere Wegekreuze, Flurdenkmale, Bildstöcke und Sühnekreuze in Westfalen

Von Felizitas Küble

Die westfälische Landschaft, vor allem das katholische Münsterland, ist vielfältig von zahlreichen christlichen Flurdenkmälern geprägt.

In manchen Gegenden, vor allem auf den Wegen von Münster nach Telgte (Marienwallfahrtsort) oder z.B. um Albersloh und Sendenhorst, findet man an jedem dritten Bauernhof einen Bildstock oder ein sonstiges religiöses Denkmal.

Besonders die wuchtigen Steinkreuze sind in Westfalen häufig anzutreffen.

Manche von ihnen haben eine besondere Geschichte, so z. B. dieses Kreuz mit Korpus auf dem Weg zwischen Albersloh und Sendenhorst, ca 20 km östlich von Münster. 

Zunächst ist es etwas ungewöhnlich, daß sich unter einem Kreuz eine Abbildung Mariens mit den Symbolen ihrer „sieben Schmerzen“ befindet.

Dazu kommt, daß es sich ursprünglich wohl um ein Grabkreuz aus Sandstein handelte, das erst später auf dem Sockel angebracht wurde, denn auf der Rückseite des Kruzifixes lesen wir von einem Ehepaar, das während des 30-jährigen Krieges (nämlich 1641) verstorben ist bzw. möglicherweise gewaltsam umgebracht wurde.

Unzweifelhaft ermordet wurde der Oberlandjäger Richard Weickardt am 14.5.1925, dem diese Gedenkstele aus Kalkstein gewidmet ist, ebenfalls im Umfeld von Albersloh an einem bewaldeten Landweg. Weitere Einzelheiten über die Gewalttat werden nicht mitgeteilt und sind aus der Literatur nicht bekannt. 

Beide Flurdenkmale fallen durchaus aus dem Rahmen des Üblichen  – das gilt auch für unser drittes Bild, ebenfalls heute fotografiert auf dem Fahrradweg von Münster nach Sendenhorst.

Diese eindrucksvolle Statue am Straßenrand zeigt Christus als guten Hirten, der sich fürsorglich einem Schaf zuwendet und es schützend in seine Hände nimmt. Von allen drei Flurdenkmalen ist es sicher dasjenige Bild, das die Herzen der Gläubigen am meisten zu bewegen vermag.

 


Christus ist die erste Adresse für Mutlose und Erschöpfte

Gerhard A. Schäfer

Immer wieder begegnen uns vom Leben arg gebeutelte Menschen, denen man ansieht, wie geschafft und entkräftet sie sind. Eigentlich bräuchten sie eine Regeneration, zumindest eine Pause, um neue Kräfte zu tanken.

Doch dazu fehlt die Zeit, die Gelegenheit und oft auch der Wille. „Es geht schon irgendwie weiter!“ sagen sie und quälen sich fort.

Der Prophet Jesaja machte dieselbe Beobachtung und gab einen guten Rat:

„Männer werden müde und matt, Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN vertrauen, erhalten neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht ermatten.“ (Jes 40,30-31)

Bild: Evita Gründler

Bild: Evita Gründler

„Mit Gottvertrauen geht es leichter und besser voran!“ hat der Prophet festgestellt. Wo sich aus eigener Kraft abgestrampelt wird, wo man meint, ohne Gottes Hilfe zum Ziel zu kommen, steht am Ende oft der Burnout  – und nicht nur gestandene Männer, selbst in Saft und Kraft stehende junge Leute stoßen immer früher an ihre Grenzen.

Nur wenige wenden sich an ihren Schöpfer und suchen Trost und Ermutigung bei Christus. Dabei ist ER die erste Adresse für Mühselige und Belastete.

ER will die Quelle für Müde und Durstige sein und ihnen neue Lebenskraft, Energie und neue Perspektiven schenken – und das ohne Vorleistung, ohne Rechnungsstellung, ohne Bedingungen.

Der Psalmdichter gibt Gottes Einladung so wieder:
Rufe mich an in der Not, so will ich dich retten und Du sollst mich preisen“ (Psalm 50,15).

Resignieren und kraftlos bleiben ist dumm angesichts dieses Angebotes. „Auf den HERRN vertrauen“ ist ein Wartestand. Geduldig auf die Hilfe Gottes warten, erfordert Mut und Vertrauen. Doch Christus enttäuscht niemanden. ER steht zu seinem Wort.

Mit ganz neuer Kraft und an der Hand des Guten Hirten geht es mutig voran und dem Ziele zu.

 


Christus, der Gute Hirte, prägt die Hoffnung der Christenheit

Von Gerhard A. Schäfer

Versprechen begleiten uns durchs Leben. Eltern und Paten, Lebensversicherer, Kinderbetreuer, Lehrer usw. versprechen, alles dafür zu tun, dass es uns gut geht. Später machen uns Ausbilder, Arbeitgeber und Freunde Versprechen auf ein angenehmes Leben. Und oft erwachsen daraus tiefe Enttäuschungen, an denen manche ihr ganzes Leben zu knabbern haben.  

Ganz anders ist Jesus Christus. ER hält seine Zusagen rundum. ER tröstet Enttäuschte, ermutigt Niedergeschlagene und stärkt das Vertrauen von Menschen, denen jede Zukunftsperspektive verloren ging. In Joh 10,11.27-28 lesen wir:  media-401265-2

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie; sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Jesus, der gute Hirte! Diese Bilder aus dem Johannesevangelium und aus Psalm 23 bewegen jeden:

Da ist jemand, der sich hingebungsvoll kümmert!  Der sich aufopfernd und selbstlos für seine Herde einsetzt. Der jedes Schaf persönlich und beim Namen kennt. Diesem Hirten folgt die Herde willig und treu  – und jedes Schaf kann sicher sein, nicht auf der Schlachtbank zu enden.

Im Stall angekommen, nimmt ER jedes einzelne liebevoll auf seinem Schoß.

Dieses Bild vom Guten Hirten prägt seit 2000 Jahren das Wünschen und Hoffen der Christen. Wo Menschen sich gegenseitig enttäuschen, Hoffnungen verblassen, Träume im Wind der Zeit verwehen, da steht Jesus, der Sohn Gottes, unerschütterlich zu seinem Wort: Ich bin der gute Hirte.

Und ER will Dein und mein ganz persönlicher Hirte sein. Heute, morgen und immer!


23. Psalm von König David: Der HERR ist mein HIRTE

Von Gerhard Schäfer

Allseits bekannt ist der 23. Psalm, das Gebet Davids. Der Herr ist mein Hirte, sagt David und spricht aus beruflicher Erfahrung. Er war selber ein guter Hirte und kämpfte für seine Herde mit Löwen und Bären.

Im Laufe seines bewegten Lebens begriff er immer mehr, dass auch Menschen einen Hirten brauchen. Behütet und versorgt zu sein, beschützt und geliebt, wer wünscht sich das nicht?

Aber wer könnte das für uns sein? Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme  –  und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11.27.28)

Das ist ja ein tolles Angebot, das Jesus hier den Menschen macht.

Stellt sich nur die Frage, wie man ein Schaf Jesu, ein Mitglied seiner Herde werden kann.

Das passiert ja wohl nicht automatisch. In der Zeit vor Ostern wurde ein Thema immer wieder angesprochen: Christus starb für die Sünden der ganzen Menschheit! Also auch für Deine und meine.

Doch wie kann ich Nutznießer dieses Angebotes werden?  – Auch hier spricht  Jesus ein klares Wort: Tut Busse und glaubt an das Evangelium! (Markus 1, 15b)

Busse tun bedeutet, seine Rebellion gegen Gott einsehen, um Vergebung bitten und neu anfangen. Wer das gemacht hat, dem gilt das, was Christus im Wochenspruch sagt:

Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme  –  und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Nachfolge bedeutet: Auf IHN hören, IHM vertrauen und sich nach IHM ausrichten.

Mit Christus als dem guten Hirten hat mein eines ganz sicher: Ewiges Leben, also Leben über den irdischen Tod hinaus. Leben in Geborgenheit unter der Fürsorge des lebendigen Gottes.

Das Wissen darum schenkt eine große Gelassenheit. Mit dem Vertrauen auf  IHN bekommt das Leben eine neue Dimension, denn das Wissen um das ewige Leben nimmt die Angst vor dem Sterben.

Keine Angst einflößenden Wisperstimmen, sondern klare Ansagen aus dem Mund des guten Hirten zeigen uns die Richtung, geleitet durch seinen Stab.