„ER wird dir den Kopf zertreten“ (Gen 3,15): Zur Frauenbewegung in Kirche und Welt         

Von Lucia Tentrop

Was mir an feministischen Frauenbewegungen immer wieder aufstößt, sind ihre anmaßenden Grenzüberschreitungen.

Obwohl sie von einer Gemeinschaft getragen wird, benutzt sie diese Basis rücksichtslos für ihre eigenen Ziele.

Sie bemächtigt sich demonstrativ unserer geistig-seelischen Werte und missbraucht das religiöse Kraftzentrum unserer Geisteswelt, das Heiligtum der Liebe, für ihr banales Status- und Karrieredenken.

Wenn ein Sprayer seine politische Werbung auf eine öffentliche Hauswand, einen Kindergarten oder Bus sprüht, macht er sich strafbar.

Aber wenn sich ein Gruppen-Ego  –  nur weil es sich im Recht fühlt – als Besitzer unseres kulturellen Allgemeinguts aufführt, die Regeln unseres Kulturguts Sprache eigenmächtig verformt, die schriftliche Lektüre und Kommunikation durch ihre politischen „Werbe-Spots“ irritiert, um uns vom Wesentlichen abzulenken – und sogar unsere heiligen Schriften politisch „korrigiert“, um in ego-zentrischem Machtstreben unser Jahrtausende altes Kulturgut politisch zu besetzen, wird das hingenommen.

Die Verletzung unseres religiösen Empfindens und unseres kulturellen Identitäts-Gefühls wird in Orgien banalen Machtstrebens lieblos überrollt, weil man nicht mehr weiß, was das ist. Genießen Personen, die sich zu Unrecht benachteiligt fühlen, demokratie-übergreifende Sonderrechte ehemaligen Herrschertums? Wenn ja, warum? 

Egozentrische Ermächtigung, die sich über eine Gemeinschaft erhebt und sie rücksichtslos für eigene Interessen ausbeutet, ist diktatorisch. Die Machtinteressen männlicher Diktatoren haben Kriege ausgelöst, Völker unterdrückt und sich ein sexuelles Besitzrecht über weibliche Untertanen angemaßt.

Der zur Gewalt neigende Typ des Diktators ist aber erkennbar, egal ob in Familie, Beruf, am Stammtisch oder als Chef, der seine Sekretärin oder Ehefrau (ohne vorherige Absprache) als Mülltonne für seine Fehler benutzt, um selber gut dazustehen. 

Dieser Machttyp überzieht die Instinkt-Grundlage des „starken Mannes“. Weil er immer „oben“ sein muss, ist er auch immer „im Recht“, wenn nicht, macht er den Zweifler um einen Kopf kürzer.. 

Sein weibliches Pendant, das sich erst in unserer Zeit als „Macht von unten“ zeigt  und immer noch die Maske der Verdrängung trägt, ist schwerer zu erkennen:

Die ehemals unterdrückte Frau hat den Egoismus des männlichen Machttyps verinnerlicht  (Vampirismus des Bösen). Sie lebt ihn unbewusst bzw. spiegelbildlich  auf der Instinkt-Grundlage der „schwachen Frau“ und im Schutz einer Massen-Mentalität, für die ein Unrecht durch häufige Wiederholung und steigende Teilnahme zum Recht wird. Unermüdlich erinnert sie an die Opfer männlicher Gewaltsysteme und erhebt  pauschal Anklage gegen den Mann.

Auf der Mitleidsschiene unseres sozialen Denkens vereinnahmt sie das reale Leiden vieler Frauen, um sich durch den Erwerb männlicher Vorteile stellvertretend für sie zu entschädigen.

Wie passt es zum Vorwurf ihrer beruflichen „Herabsetzung“ in unserer männlich dominierten Kirche, dass sie sich dem islamischen Mann in unterwerfungslustiger Beflissenheit als ehrenamtliches Kindermädchen anbietet, damit dieser – obwohl er als arbeitsloser Flüchtling selber Zeit dafür hätte – es seiner Frau erlaubt, vorübergehend dreimal wöchentlich für drei Stunden an einem staatlich finanzierten Deutschkurs teilzunehmen? (Im Islam ist Bildung Männer- und Kinderbetreuung Frauensache.).

Warum sorgte sie zur Zeit der Kurse für eine aufwändige Trennung der Geschlechter nach islamischen Bedingungen, statt mit den Flüchtlingen von Anfang an die in unserem Staat geltende Gleichberechtigung von Mann und Frau einzuüben?

Wie kann eine freie christliche Frau sich der Überheblichkeit eines Mannes andienen, dem man nicht mal die kurze Beaufsichtigung seiner eigenen Kinder zumuten kann, weil ihm dabei ein Zacken aus seiner Potenzkrone fallen könnte? 

Warum hilft sie nicht seiner in ihren Grundrechten benachteiligten Frau und steht  – wie ihre gepriesenen Vorbilder Judith, Rahel und Maria – auf der Seite unseres eigenen Volkes, dessen Grundgesetz der Familie das Leben rettet und ihr die Möglichkeit gibt, gleichberechtigt in unserm Land zu leben?

Diese unbewusste Ambivalenz ist die „falsche Schlange“, die man seit Jahrtausenden bevorzugt der Frau anhängt (Eva), obwohl der aus Angst unterdrückte Lebenstrieb auch als kriecherische, aber latent aggressive und lieblose Männlichkeit auftreten kann (Adam in Genesis 3,12).

Während die aufgerichtete Schlange für Aufrichtigkeit und Leben steht (z.B. als innerer Lebensbaum, Kundalini, Moses- und Äskulap-Stab), ist sie in einem zusammengefallenem oder kriechendem Zustand eine seelische Gestalt der Angst, Bedrohung und des Todes.

In der Mann-Frau-Beziehung zerstört sie das Vertrauen in die ursprüngliche Liebe, einer  göttlichen Mitgift, die  die Beziehung übersteigt, trägt und erhält, solange sie als höhere Macht geglaubt wird.                                                 

Mit der rebellierenden Projektion des verinnerlichten männlichen Machttyps auf die Außenwelt – bei gleichzeitig innerer Unterwerfung – ruft sie aber langfristig eben diesen Typ Mann aus ihrem Innern wieder in die reale Gegenwart:

Insistierende Provokation und eine Vorwurfshaltung, die unter klagendem Hinweis auf vergangenes Unrecht und leidvolle Benachteiligung das Selbstgefühl des Mannes zum eigenen Vorteil durch Schuldgefühle zu schwächen sucht, sind gefährlich:

Die latent aggressive „Opfer-Mentalität“ einer äußerlich grundlos lamentierenden Frau kann die Instinkte des friedlichsten Mannes irritieren, aus der Reserve locken und zur Gewalt verführen. Er spürt die Lüge, kann sie aber nicht greifen und greift die Frau an…. Damit beginnt der Kreislauf des Unbewussten wieder von vorn (s.o.).

Die beste Gestaltung dieses zeitlosen Typs unbewusster weiblicher Ambivalenz ist für mich die Kundry in Richard Wagners Oper PARSIFAL.

In jeder Inszenierung begleitet sie ihren Aufstieg aus der Unterwelt mit einem „grässlichen Schrei“ und „lässt ein Klagegeheul, von größter Heftigkeit bis zu bangem Wimmern sich abstufend, vernehmen“ (Libretto).

In diesem Werk geht es – wie in der aktuellen Frauenbewegung – um die Vereinnahmung des religiösen Zentrums unserer europäischen Kultur durch  hinterhältiges Machtstreben: Äußerlich dient Kundry dem „Gral“, aber innerlich ist sie ihrem Klingsor hörig, einem zeitlos männlichen Machttyp, der ihre Weiblichkeit zur sexuellen Verführung der zölibatären Ritter einsetzt, um ihnen ihre besondere Kraft und damit den „Gral“ zu rauben: „Hüt´ ich mir selbst den Gral!“

Offiziell ist die Frau in unserm sozialen Staat unabhängig. Aber statt sich nun partnerschaftlich kreativ mit etwas Eigenem in die Kirche einzubringen, macht sie sich von Neuem abhängig, indem sie nach dem Prinzip „Kuckuck“ bequem in seine männlichen Schuhe steigen will.

Das Priesteramt ist entsprechend der männlichen Natur geschaffen. Was hindert die heutige Frau daran, aus ihrem eigenen Wesen heraus neben diese Position etwas Neues zu stellen, das diese zu einem größeren Ganzen ergänzt?   

1. Christus und das Patriarchat

Eine männlich geleitete Gruppe muss ebenso wenig schlecht sein, wie eine matriarchalische Gruppe unbedingt gut sein muss. Beides kann funktionieren. Entscheidend ist eine natürliche Autorität, deren Macht nicht ego-zentrisch, sondern gemeinschafts-orientiert eingesetzt wird und sich einer sie übersteigenden Macht verantwortlich fühlt, denn ein sich selbst vergöttlichende Herrscher wird zum Diktator.

Die Gesellschaft zur Zeit Jesu war eine patriarchalische Diktatur. Im AT werden Frauen und Vieh problemlos zusammengefasst.

Christus hat aber nicht seinen männlichen Vorteil in diesem System gesucht und sich der Gesellschaft angepasst, sondern die Frau gegen die lieblosen Regeln seiner Zeitgenossen in Schutz genommen. Er wusste sich als Mann, setzte die Liebe über die Macht und folgte mutig seinem männlichen Schutzinstinkt. So entsprach er der ursprünglichen Ordnung der Schöpfung.

Darüber hinaus führte er ausführliche Lehrgespräche mit Frauen, obwohl bereits das bloße Gespräch mit einer Frau als sittenwidrig galt. Das war revolutionär, der Beginn ein neues Gesellschafts-Systems.

Dass er trotz seiner paradiesischen Mentalität keine Frauen als Apostel einsetzte, hatte neben historischen Aspekten einen natürlichen Grund: Jesus war Naturmensch. Als Wanderprediger hatte er nicht einmal eine eigene Wohnung. Sein Bezug zur Natur ist mit unserer Urlaubsmentalität nicht zu vergleichen. Es gab keine festen Straßen, das normale Last- und Verkehrsmittel war ein Esel, die medizinische Forschung war antik.

Die Menschen lebten mit Familie und Verwandten sowie Knechten, Mägden und Tieren zusammen in selbsterrichteten Häusern und Hütten, hatten oft nur ein Kleidungsstück und aßen ihr eigenes Brot, Fleisch, Obst und Gemüse.

Die Theologie bzw. die Gleichnisse Jesu entstammen der Lebenswelt einer überwiegend ländlich lebenden  und naturhaft denkenden Menschheit. Welcher heutige Theologe könnte es sich leisten, sein Auditorium als „Herde“ anzusprechen, einen abwesenden Assistenten als verlorenes „Schaf“ zu bezeichnen, seinen Studenten zu empfehlen, „von den Vögeln des Himmels“ zu lernen und sich für die Missio canonica mit einem Angel-Schein zu begnügen?

Jesus selbst hat sich nicht geniert, sich mit einem Viehhüter zu vergleichen, obwohl die Hirten damals im gesellschaftlichen Abseits lebten und verachtet waren. Welcher renommierte Vertreter unseres Bildungssystems hätte dieses öffentliche Selbstbewusstsein?

Im Tierreich wird im allgemeinen  – damals wie heute – die Herde oder Familie von einem männlichen Mitglied geleitet, denn das stärkste Tier ist in der Regel männlich.

Wenn zwei Leittiere zusammenkommen, entsteht männliche Rivalität bzw. Kampf . Das kennt jeder, der mit seinem Hund spazieren geht. Hündinnen rivalisieren nicht.

Wenn ich die Vögel auf dem Hinterhof unseres Hauses füttere und ein bisschen spät dran bin, höre ich regelmäßig eine besonders kräftige Taube mit dickem Hals in dunkel grollendem Ton gurren, manchmal randaliert sie sogar vor meinem Küchenfenster  –   für alle! Denn die andern Vögel sind still. Die Tauben warten auf einem Mauer-Vorsprung des Hauses, die kleinen Vögel im Gebüsch; niemand zwitschert oder gurrt. Halten Sie dieses Kraft-Tier für weiblich? Ich tippe auf männlich.

Wir Menschen gehören – tierisch gesehen – zu den Primaten. Das männliche Tier dominiert. Es ist kräftiger als das weibliche und hat einen höheren Rang in der Herde. Auch die Gruppe des Urmenschen war männlich geleitet. Der Mann sorgte normalerweise für den Lebensraum, die Frau für die Innenwelt. Beide profitierten von ihren unterschiedlichen Aufgaben.

Die Ergänzung Mann-Frau mit äußerer Dominanz des Mannes ist eine auf genetischer Anlage erworbene Programmierung, mit der wir Jahrtausende lang gelebt und überlebt haben. Auch die heute verpönte Bevorzugung männlicher Führungskräfte ist instinktbedingt.

Die Nivellierung der polaren Mann-Frau-Beziehung (als Leitbild) erinnert mich an das Schmelzen der Pole unserer Erde. Dennoch erlauben uns Bildung und Technisierung, sehr weit von unserer natürlichen Basis abzuweichen, denn sonst hätten wir keine weiblichen Theologen, Chrirurgen, Politikerinnen und Fußballspielerinnen…

Aber wenn wir unsere Instinktbasis total vergessen und übergehen, degenerieren wir. Wir sind ja ein Teil der Natur.  Ihre Missachtung fällt auf  uns selbst zurück.

2. Zur Ordnung der Schöpfung

Von der Schöpfung her gesehen ist die starke Position des Mannes keine Wertung. Sein Rang hat dienende Funktion. Er erhält die Ordnung und dient dem Schutz und Wohlergehen der Herde. Würde sich im Tierreich ein Leittier auf Kosten seiner Herde dauerhaft zum ich-süchtigen Diktator entwickeln, wäre das krankhaft.

Ebenso krank wäre eine rebellierende weibliche Gruppe, die ohne existenzielle Not und auf  Kosten der Gemeinschaft dem Mann seine führende Rolle neidet und die Macht anstrebt. Das gesunde Tier, egal ob weiblich oder männlich, folgt in Demut dem ihm innewohnenden Gesetz seiner Gattung. Eine Tierart, die ihren Herden-Instinkt verliert, würde sich selbst vernichten.

Nur der Mensch kann auch große Irrtümer korrigieren. Unkritische Ab- oder Aufwertung einer anderen Person aufgrund ihrer Vorteile ist Mangel an Liebe zum eigenen Wesen. Der heute gesellschaftsfähig gewordene Neid der Frau auf natürliche oder erworbene Vorteile des Mannes irritiert seine Instinkte und schadet ihr selbst, dies stellt den Mann erst recht auf den Sockel unfreiwilliger Anbetung und zerstört im eigenen Innern die Basis  der Schöpfung: eine paradiesische Grundstimmung. Das von Jesus gegebene männliche Leitbild des Guten Hirten entspricht diesem naturhaft-harmonischen Zustand der Seele.

Warum also sollte die katholische Kirche angesichts unseres immer schneller und größer werdenden Fortschritts von der Natur nicht die Bewahrerin unseres Urwissens sein, zumal  seit Jahrhunderten jeder Christ täglich am Ende fast jeden Gebets an den Ursprung der Schöpfung erinnert: „Wie es war im Anfang…“ usw. 

Wer sonst könnte also angesichts der von den Schattenseiten des Fortschritts bedrohten Erde diese bewahrende Aufgabe erfüllen, wenn alles nur nach wirtschaftlichem Wachstum strebt, die Würde und das  Leben des Menschen zunehmend von Status, Besitz und formal bescheinigter Intelligenz abhängt, unsere Kinder computer- und cola-orientiert denken, die wissenschaftlich gewordene Pädagogik die gemüthaft-musische Vitalität unserer menschlichen Natur ver-fallen lässt (der kulturfähige solistische Sängernachwuchs in Deutschland ist ab ca. 1970 nahezu ausgestorben) und die Ausbeutung der Erde uns zu vernichten droht, weil eine wilde GIER den Instinkt für Sättigung ersetzt?

Ein Bewusstsein unserer eigenen Natur ist mindestens ebenso wichtig wie ein Geschichts-Bewusstsein; es dient der Erhaltung der Gattung Mensch.  

3. Apophis: der Neid

Dass ein Mensch, der unter dem Druck von Sklaverei und Gewalt steht, einen mörderischen Hass in sich hegt, ist verständlich. Wenn es ihm nicht gelingt, ihn auf einer ideellen Ebene, z.B. im Glauben an eine (religiöse) Gestalt der Liebe, zu übersteigen (Beispiel: Negro-Spirituals), geht er daran zugrunde.

Dass aber Frauen unserer freien und sozial abgesicherten Gesellschaft immer noch den historischen Neid auf  männliche Vorteile in sich horten, empfinde ich als Mangel an Selbsterkenntnis. Wenn ich habe, was ich für mein Leben brauche, kann es mir ziemlich egal sein, dass ein Anderer mehr hat.

Nur wenn ich an diesem äußeren Mehrwert meinen Selbstwert messe, fühle ich mich herabgesetzt. Für diese Denkweise (die dem  christlichen Menschenbild widerspricht), bin ich aber selbst verantwortlich und kann sie Anderen nicht anlasten.

Im übrigen kann ich als Frau vom Vorteil des Mannes profitieren. Auch das schützt vor Neid.

Neid ist allgemein menschlich. Er ist eine angstbesetzte Konfliktgestalt, die unkontrolliert zu tödlichem Hass werden kann (vgl. Kain und Abel).

Bedauerlicherweise wird er so gut wie immer versteckt und verdrängt, denn seine Annahme und Bearbeitung im Licht des Bewusstseins könnte diese lebensfeindliche Energie in positive Kräfte wandeln, z.B. in Dankbarkeit und innere Erfüllung, und die dem Neid innewohnende Abhängigkeit durch ein Bewusstsein der eigenen Identität ersetzen.

Im Zustand der Unterdrückung aber verversinkt er mitsamt seinem Schatz an wandelbarer Lebensenergie in die tiefste Finsternis des Unbewussten.

Unbemerkt nagt er wie ein Wurm an der Wurzel des Lebensbaumes und wird langfristig zum Drachen, der diesen Schatz  in seiner dunklen Neidhöhle hortet und ihn nicht mal sich selber gönnt.

Schon die uralte ägyptische Sonnen-Religion erkannte im Neid den Gegner der Gottheit bzw. des Lebensprinzips: 

Jeden Abend versinkt der Sonnengott im blutroten Nil, um bei seinem Kreislauf um die Erde die Unterwelt zu durchschreiten. In dunkler Tiefe erwartet ihn dort die abgründige Schlange Apophis, der Finsternis List und Neid. Sie neidet dem Licht seinen Glanz und will es verschlingen, um selber zu glänzen. Weil sie aber blind ist, fehlt ihr das Licht der Erkenntnis. 

In blindwütigem Streben erkennt sie nicht, dass sie mit der Einverleibung des Lichtes eine totale Sonnenfinsternis auslösen und auf der Erde das Licht auslöschen würde. Deshalb muss das Licht zur Erhaltung des Lebens auf der Erde und zum Erweis seiner unverminderten Göttlichkeit jede Nacht diese Schlange besiegen.

Gelingt ihm der Drachenkampf (drakon = Schlange und Drache), steigt es am Morgen wieder auf, um aus dem Wasser des Nil und der jungfräulichen Mutter Erde als strahlender Sonnengott  von neuem geboren zu werden. Ein Sieg der Finsternis aber wäre das Ende der Welt.

Hat dieser uralte Mythos denn nicht recht?

Der Neid ist bei uns – u.a. durch die Frauenbewegung – gesellschaftsfähig geworden. Er lebt nicht von ursprünglicher Lebensfreude, sondern vom Vergleich.

Weil der Neider sich nicht an sich selbst, sondern am Andern orientiert und ohne Not „mithalten“ zu müssen glaubt, also händeringend haben muss, was er nicht braucht, fühlt er sich minderwertig.

Die aus Neid und unkontrollierten Minderwertigkeitsgefühlen entstehende Anspruchshaltung ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, nämlich ein Fass ohne Boden. Sie verschlingt die Güter unserer Erde – wie die Apophis-Schlange das Licht zu verschlingen droht.

Die situierte Frau, die dem Mann (im übertragenen Sinne Sigmund Freuds) seinen „Vor-teil“ nicht gönnt, setzt sich selbst als Frau herab, indem sie die Abwertung eines frauenverachtenden männlichen Typs glaubt, statt ihn in weiblichem Selbstbewusstsein abzuschütteln.

Wenn die in Freiheit lebende westliche Frau sich ihre masochistischen Zöpfe nicht endlich abschneidet und, statt sich in vorwurfsvollen Minderwertigkeitsgefühlen zu suhlen, diese als Antrieb für den ehrlicheren Weg der Selbsterkenntnis nutzt, verbreitet sie die gierige Mentalität des Neides über die Erde und wir können unseren Globus einpacken.

Der Drache (oder die Schlange) ist von der Bibel bis zur Oper eine der beliebtesten Gestalten unserer Kunst,  als Eva, Kundry, Klingsor, Lindwurm, Beckmesser, Mephisto, Jago, Python, Königin der Nacht u.v.a.

Die mythologische „Tötung“  des Drachen ist auf der realen Ebene ein Akt der Erkenntnis, das Schwert des Drachentöters ein geistiges Prinzip.  Der christliche Parsifal vernichtet Klingsors  Reich, indem er dem Gegner – ohne zu kämpfen oder ihn zu berühren – mit dem „heiligen Speer“ das Zeichen des Kreuzes re-flektiert. (Szenisch: Statt den Speer auf Klingsor zurückzuwerfen, wirft er ihm damit das Zeichen des Kreuzes zurück.

4. Neid ist ein anti-religiöser Antrieb

„Die Schlange (= der Neid) hat mich verführt“, sagt Eva, und wer auf die Strategien des Neides hereinfällt, verfällt der falschen Schlange. Das ist Urwissen unserer Seele.

Wenn einer ein Haus baut und sein neidischer Nachbar es ihm nicht verzeihen kann, dass er nur eine Wohnung hat, darf dieser dann aus sozial-rechtlichen Gründen bei dem Besitzer einziehen? Statt fremde Tapeten zu ändern, sollte er seine Denkweise ändern und entweder die Vorteile seiner kleineren Wohnverhältnisse erkennen  –  oder sich selber ein Haus bauen.       

Das männliche Priesteramt setzt niemanden herab. Wenn die heutige Frau das geistliche Amt des Mannes als Herabsetzung empfindet und ihm das Seine nicht gönnt, ist das ein Problem ihres Selbstbewusstseins. Nicht alle Frauen denken so wie sie.

Die mit ihrer Position unzufriedene Frau sollte sich – wie ehemals der Mann – aus ihrer eigenen Natur heraus etwas Eigenes schaffen, was die Gemeinschaft noch nicht hat, aber braucht, und den männlichen Priester dadurch ergänzen.

Angesichts der gegenwärtigen Situation der Kirche und unserer von Neid und Gier bedrohten Erde gibt es viele Möglichkeiten für ein Priestertum der Frau.

Ein faires Angebot an die  Kirchenführung hätte mehr Liebe als die destruktive Vorwurfshaltung innerlich abhängiger und unaufrichtiger Frauen, die die Verantwortung für ihr Wohlergehen dem Mann anlasten und ihre Probleme auf alle Frauen ausdehnen.

Es wäre der Auftakt zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Beginn einer Aufrichtung der Schlange zu positivem Leben.

Kein vernünftiger Unternehmer würde einem Mitarbeiter, der sich ständig über die Bedingungen des Unternehmens beklagt und ihn damit sogar öffentlich kompromittiert, aus sozialen Gründen eine leitende Stellung geben, um ihn zu besänftigen. 

Das Klagelied sich selbst frustrierender Frauen über ihre Herabsetzung und Benachteiligung übertönt die Tatsache,dass es in unserer Kirche seit eh und je herausragende Frauen gab, die höchste Anerkennung genossen, weil sie die christliche Gemeinschaft mit eigenständigen Leistungen und bedeutenden Erkenntnissen  bereichert haben. Auch die Heiligsprechung in unserer Kirche ist unabhängig von Rang und Geschlecht.

Jeder Mann und jede  Frau kann in der Kirche das höchste Ziel erreichen, aber das ist in einer Religionsgemeinschaft ein anderes als in einem Beamten- oder Wirtschaftssystem. Da geht es ja nicht um seelische Werte.

Die kirchliche Hierarchie ist ein Ordnungssystem, kein Gradmesser der Heiligkeit. Die glanzvollen Gewänder der Geistlichen werden im liturgischen Bereich der Darstellung des Heiligen getragen. Sie dienen der feierlichen Erhebung der ganzen Gemeinde zum Höchsten. Wer sie als persönliche Ehrung versteht, missbraucht sein Amt. Und wer pauschal jedem Geistlichen diesen Missbrauch unterstellt, der lügt.

Darüber hinaus spricht die 2000 Jahre alte Bedeutung und die weltweite Popularität der christlichen Maria für eine hohe kirchliche Anerkennung der Frau.

Ich weiß zwar nicht, welche Aufgabe man Maria heute geben, welchen Status man ihr zuerkennen und in welche Gehaltsstufe man sie einordnen würde. Wahrscheinlich ganz unten, denn sie war ein einfacher Mensch, hatte nicht studiert und konnte nicht schreiben…

Würde sie sich deshalb minderwertig fühlen und als Billig-Ausgabe in Münster gegen ihre ungerechte Behandlung demonstrieren?       

„Den heil´gen Speer – ich bring ihn Euch zurück!“ (PARSIFAL / Erlösungsakt)

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist Theologin, Pädagogin, Malerin und Musikerin; sie lebt in Berlin  –  hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de

 


Gottes starke Retterliebe für sein Volk: Wehe den Hirten, die sich selbst weiden!

Menschensohn, weissage gegen die Hirten Israels, rede zu ihnen, den Hirten: So spricht Gott, der HERR:

Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? Das Fette verzehrt ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch, und das Gemästete schlachtet ihr, aber die Herde weidet ihr nicht!

Das Schwache stärkt ihr nicht, das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verscheuchte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht, sondern mit Gewalt und Härte herrscht ihr über sie.

Und so haben sie sich zerstreut, weil sie ohne Hirten waren, und sind allen wilden Tieren des Feldes zum Fraß geworden. Auf allen Bergen und hohen Hügeln irren meine Schafe umher, und über das ganze Land sind sie zerstreut; und niemand ist da, der nach ihnen fragt, niemand, der sie sucht… 

So spricht Gott, der HERR:

Siehe, ich komme über die Hirten, ich will meine Schafe von ihren Händen fordern und will ihrem Schafeweiden ein Ende machen, und die Hirten sollen nicht mehr sich selbst weiden; denn ich will meine Schafe aus ihrem Maul erretten, daß sie ihnen künftig nicht mehr zum Fraß dienen sollen.

BILD: Christus als der Gute Hirte – Statue im Münsterland am Wegesrand

Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen! Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht an dem Tag, da er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut wurden an dem Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.

Ich selbst will meine Schafe weiden und sie lagern. Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden; das Schwache will ich stärken; das Fette aber und das Starke will ich vertilgen; ich will sie weiden, wie es recht ist.

AT, Hesekiel 34,2-16

Fotos: Felizitas Küble


Ein Leitwort des hl. Johannes vom Kreuz: GOTT sucht den Menschen

Von Pfarrer Felix Evershttps://charismatismus.files.wordpress.com/2017/04/image5.jpg

Der hl. Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz (1542 – 1591) war der geistliche Freund der heiligen Teresa von Avila: Ihn holte sie als Beichtvater und Spiritual der Ordensschwestern nach Avila in den Karmel, in dem sie selbst Priorin war.

Johannes vom Kreuz übte verschiedene Leitungsämter im Karmel aus, gründete Klöster, verfasste Schriften. 1591 wurde er aller Ämter enthoben und meldete sich für die Mission nach Mexiko. Doch die Überfahrt konnte er nicht mehr antreten: Am 14. Dezember 1591 starb er im andalusischen Úbeda.

Es kennzeichnet die Religiosität unserer Zeit, dass viel von Gotteserfahrung gesprochen wird. In ihrer Sehnsucht, Gott zu erfahren, nehmen viele Menschen große Mühen auf sich: Konzentrationsübungen, Fasten- und Diätvorschriften, Meditationskurse…

Manche meinen gar, irgendwo in Indien oder im Fernen Osten könne man viel besser als hier Gott nahekommen. Und sie geben reichlich Geld dafür aus. Hinter solchen Bemühungen steht die Vorstellung, dass man eine Erfahrung Gottes „machen“ könne, wenn man nur konsequent sei.

Die Folge solcher Art von Gottessuche sind nicht selten Rücksichtslosigkeit und Zwang und Druck gegenüber Andersdenkenden, die dem Bemühen um Gotteserfahrung im Wege stehen. Auf diese Weise wurde die Geschichte der Religionen weitgehend eine Geschichte von Rechthaberei und Intoleranz.

Johannes vom Kreuz hat mich gelehrt, dass jemand, der Gott erfahren will, nicht besondere aszetische Übungen auf sich nehmen oder in ferne Länder reisen muss. Nein, Gott ist einer, der uns sucht.

BILD: Christus als der Gute Hirte, der das verlorene Schaf sucht und findet

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn rennt der Vater seinem heimkehrenden Sohn entgegen, weil er ihn immer voller Sehnsucht erwartet hat; der Samariterin begegnet Jesus am Jakobsbrunnen als Wanderer, der auf der Suche nach dem Menschen und seinem Glauben wie erschöpft und müde geworden scheint und eine Rast einlegt; wie der Hirte sucht Gott das eine verlorene Schaf und lässt die 99 übrigen zurück. Ja, dank Johannes vom Kreuz weiß ich: „Wenn der Mensch Gott sucht – viel mehr noch sucht Gott den Menschen!“ (aus seiner Schrift „Die lebendige Liebesflamme“ 3,28)

Zudem ist Johannes vom Kreuz der Patron der „dunklen Nacht“, also all derer, die in ihren Glaubenszweifeln meinen, Gott verloren zu haben. Er deutet solche stockdunklen Nächte scheinbarer Gottesferne als notwendige Erfahrungen der Reinigung von trügerischen Gottesbildern:

Nur wer diese Nächte aushält, findet im Anbruch eines neuen Morgens wirklich zu Gott, weil er von Gottesbildern befreit wurde, die letztlich darin bestehen, von Gott immer nur etwas zu wollen – und wenn Gott unsere Wünsche nicht erfüllt, zweifeln wir an seiner Existenz.

Deswegen lobt Johannes die Weisheit Gottes, sich scheinbar zu entziehen, und vergleicht diese „weise Pädagogik Gottes“ mit einer Mutter, die ihr Kind irgendwann loslässt, damit es selbst zu laufen beginnt.

 


Besondere Wegekreuze, Flurdenkmale, Bildstöcke und Sühnekreuze in Westfalen

Von Felizitas Küble

Die westfälische Landschaft, vor allem das katholische Münsterland, ist vielfältig von zahlreichen christlichen Flurdenkmälern geprägt.

In manchen Gegenden, vor allem auf den Wegen von Münster nach Telgte (Marienwallfahrtsort) oder z.B. um Albersloh und Sendenhorst, findet man an jedem dritten Bauernhof einen Bildstock oder ein sonstiges religiöses Denkmal.

Besonders die wuchtigen Steinkreuze sind in Westfalen häufig anzutreffen.

Manche von ihnen haben eine besondere Geschichte, so z. B. dieses Kreuz mit Korpus auf dem Weg zwischen Albersloh und Sendenhorst, ca 20 km östlich von Münster. 

Zunächst ist es etwas ungewöhnlich, daß sich unter einem Kreuz eine Abbildung Mariens mit den Symbolen ihrer „sieben Schmerzen“ befindet.

Dazu kommt, daß es sich ursprünglich wohl um ein Grabkreuz aus Sandstein handelte, das erst später auf dem Sockel angebracht wurde, denn auf der Rückseite des Kruzifixes lesen wir von einem Ehepaar, das während des 30-jährigen Krieges (nämlich 1641) verstorben ist bzw. möglicherweise gewaltsam umgebracht wurde.

Unzweifelhaft ermordet wurde der Oberlandjäger Richard Weickardt am 14.5.1925, dem diese Gedenkstele aus Kalkstein gewidmet ist, ebenfalls im Umfeld von Albersloh an einem bewaldeten Landweg. Weitere Einzelheiten über die Gewalttat werden nicht mitgeteilt und sind aus der Literatur nicht bekannt. 

Beide Flurdenkmale fallen durchaus aus dem Rahmen des Üblichen  – das gilt auch für unser drittes Bild, ebenfalls heute fotografiert auf dem Fahrradweg von Münster nach Sendenhorst.

Diese eindrucksvolle Statue am Straßenrand zeigt Christus als guten Hirten, der sich fürsorglich einem Schaf zuwendet und es schützend in seine Hände nimmt. Von allen drei Flurdenkmalen ist es sicher dasjenige Bild, das die Herzen der Gläubigen am meisten zu bewegen vermag.

 


Christus ist die erste Adresse für Mutlose und Erschöpfte

Gerhard A. Schäfer

Immer wieder begegnen uns vom Leben arg gebeutelte Menschen, denen man ansieht, wie geschafft und entkräftet sie sind. Eigentlich bräuchten sie eine Regeneration, zumindest eine Pause, um neue Kräfte zu tanken.

Doch dazu fehlt die Zeit, die Gelegenheit und oft auch der Wille. „Es geht schon irgendwie weiter!“ sagen sie und quälen sich fort.

Der Prophet Jesaja machte dieselbe Beobachtung und gab einen guten Rat:

„Männer werden müde und matt, Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN vertrauen, erhalten neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht ermatten.“ (Jes 40,30-31)

Bild: Evita Gründler

Bild: Evita Gründler

„Mit Gottvertrauen geht es leichter und besser voran!“ hat der Prophet festgestellt. Wo sich aus eigener Kraft abgestrampelt wird, wo man meint, ohne Gottes Hilfe zum Ziel zu kommen, steht am Ende oft der Burnout  – und nicht nur gestandene Männer, selbst in Saft und Kraft stehende junge Leute stoßen immer früher an ihre Grenzen.

Nur wenige wenden sich an ihren Schöpfer und suchen Trost und Ermutigung bei Christus. Dabei ist ER die erste Adresse für Mühselige und Belastete.

ER will die Quelle für Müde und Durstige sein und ihnen neue Lebenskraft, Energie und neue Perspektiven schenken – und das ohne Vorleistung, ohne Rechnungsstellung, ohne Bedingungen.

Der Psalmdichter gibt Gottes Einladung so wieder:
Rufe mich an in der Not, so will ich dich retten und Du sollst mich preisen“ (Psalm 50,15).

Resignieren und kraftlos bleiben ist dumm angesichts dieses Angebotes. „Auf den HERRN vertrauen“ ist ein Wartestand. Geduldig auf die Hilfe Gottes warten, erfordert Mut und Vertrauen. Doch Christus enttäuscht niemanden. ER steht zu seinem Wort.

Mit ganz neuer Kraft und an der Hand des Guten Hirten geht es mutig voran und dem Ziele zu.

 


Christus, der Gute Hirte, prägt die Hoffnung der Christenheit

Von Gerhard A. Schäfer

Versprechen begleiten uns durchs Leben. Eltern und Paten, Lebensversicherer, Kinderbetreuer, Lehrer usw. versprechen, alles dafür zu tun, dass es uns gut geht. Später machen uns Ausbilder, Arbeitgeber und Freunde Versprechen auf ein angenehmes Leben. Und oft erwachsen daraus tiefe Enttäuschungen, an denen manche ihr ganzes Leben zu knabbern haben.  

Ganz anders ist Jesus Christus. ER hält seine Zusagen rundum. ER tröstet Enttäuschte, ermutigt Niedergeschlagene und stärkt das Vertrauen von Menschen, denen jede Zukunftsperspektive verloren ging. In Joh 10,11.27-28 lesen wir:  media-401265-2

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie; sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Jesus, der gute Hirte! Diese Bilder aus dem Johannesevangelium und aus Psalm 23 bewegen jeden:

Da ist jemand, der sich hingebungsvoll kümmert!  Der sich aufopfernd und selbstlos für seine Herde einsetzt. Der jedes Schaf persönlich und beim Namen kennt. Diesem Hirten folgt die Herde willig und treu  – und jedes Schaf kann sicher sein, nicht auf der Schlachtbank zu enden.

Im Stall angekommen, nimmt ER jedes einzelne liebevoll auf seinem Schoß.

Dieses Bild vom Guten Hirten prägt seit 2000 Jahren das Wünschen und Hoffen der Christen. Wo Menschen sich gegenseitig enttäuschen, Hoffnungen verblassen, Träume im Wind der Zeit verwehen, da steht Jesus, der Sohn Gottes, unerschütterlich zu seinem Wort: Ich bin der gute Hirte.

Und ER will Dein und mein ganz persönlicher Hirte sein. Heute, morgen und immer!


23. Psalm von König David: Der HERR ist mein HIRTE

Von Gerhard Schäfer

Allseits bekannt ist der 23. Psalm, das Gebet Davids. Der Herr ist mein Hirte, sagt David und spricht aus beruflicher Erfahrung. Er war selber ein guter Hirte und kämpfte für seine Herde mit Löwen und Bären.

Im Laufe seines bewegten Lebens begriff er immer mehr, dass auch Menschen einen Hirten brauchen. Behütet und versorgt zu sein, beschützt und geliebt, wer wünscht sich das nicht?

Aber wer könnte das für uns sein? Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme  –  und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11.27.28)

Das ist ja ein tolles Angebot, das Jesus hier den Menschen macht.

Stellt sich nur die Frage, wie man ein Schaf Jesu, ein Mitglied seiner Herde werden kann.

Das passiert ja wohl nicht automatisch. In der Zeit vor Ostern wurde ein Thema immer wieder angesprochen: Christus starb für die Sünden der ganzen Menschheit! Also auch für Deine und meine.

Doch wie kann ich Nutznießer dieses Angebotes werden?  – Auch hier spricht  Jesus ein klares Wort: Tut Busse und glaubt an das Evangelium! (Markus 1, 15b)

Busse tun bedeutet, seine Rebellion gegen Gott einsehen, um Vergebung bitten und neu anfangen. Wer das gemacht hat, dem gilt das, was Christus im Wochenspruch sagt:

Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme  –  und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Nachfolge bedeutet: Auf IHN hören, IHM vertrauen und sich nach IHM ausrichten.

Mit Christus als dem guten Hirten hat mein eines ganz sicher: Ewiges Leben, also Leben über den irdischen Tod hinaus. Leben in Geborgenheit unter der Fürsorge des lebendigen Gottes.

Das Wissen darum schenkt eine große Gelassenheit. Mit dem Vertrauen auf  IHN bekommt das Leben eine neue Dimension, denn das Wissen um das ewige Leben nimmt die Angst vor dem Sterben.

Keine Angst einflößenden Wisperstimmen, sondern klare Ansagen aus dem Mund des guten Hirten zeigen uns die Richtung, geleitet durch seinen Stab.