CDU: Durchhalteparolen statt Kehrtwende

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OFFENER BRIEF von Klaus Hildebrandt an die CDU-Vorsitzende
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Sehr geehrte Frau Kramp-Karrenbauer,
 
außer Rhetorik und Durchhalteparolen enthielt Ihre flammende Rede vor der Jungen Union auf ihrem „Deutschlandtag“ wieder nichts Neues, geschweige irgendeinen Hinweis, der auf eine Abkehr vom gegenwärtigen Kurs vermuten ließ.
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Ganz schlimm fand ich Ihren arglistigen Versuch, das Attentat dieses verwirrten Einzeltäters von Halle und  –  wie Horst Seehofer ihn gestern nannte: Gamer – pauschal mit der AfD in Verbindung zu bringen, indem Sie die AfD des Rechstradikalismus bezichtigten.
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Der heute wiedererstarkende Rassismus und Antisemitismus in Deutschland ist eindeutig die Folge Ihrer eigenen absurden Migrationspolitik.
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Hatte die AfD doch von Beginn an vor dieser gefährlichen Entwicklung gewarnt, doch Sie wollten nicht zuhören. Im Übrigen vertritt die AfD doch nur Positionen, die Sie bis vor gut 10 Jahren noch mit Erfolg zur etablierten christlich-bürgerlichen Partei auszeichneten.
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Ihre CDU hat ihr Gesicht gänzlich verloren. Erkennen Sie die Kanzlerin: https://www.youtube.com/watch?v=dd_Ss6Sze2M ? Erkennnen Sie auch sich selbst in ihrer Rede vor dem Dt. Bundestag im Jahre 2002?
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Es ist sicherlich falsch, einzelne Menschen wegen ihrer Rasse oder Hautfarbe zu diskriminieren, was bis vor 4 Jahren in Deutschland auch kaum der Fall war.
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Genauso schlimm und noch schlimmer ist es jedoch, ein Land durch gezielte Zwangsassimilierung der Identität zu berauben, was selbst die Vereinten Nationen schon kurz nach ihrer Gründung erkannten und ihren Mitgliedern folglich untersagten, und woran auch der von der Bundeskanzlerin zur nachträglichen Legitimierung ihrer einsamen Entscheidung zur Grenzöffnung initiierte Migrationspakt nichts ändern kann und auch nicht wird.
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Nachdem die SPD schon die Folgen ihrer deutschlandfeindlichen Politik erfahren hat, werden sich Stolz und Hochmut auch an Ihrer CDU rächen. 
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Die nun bevorstehende Wahl im schönen Thüringen könnte entscheidend für die Zukunft unseres Landes sein und Ihre Partei im Innern aufwirbeln.
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Ihr populistischer und diffamierender Umgang mit dem politischen Kontrahenten hat mit Demokratie nichts mehr zu tun. Bürger haben Ihr billiges Rassismusgetue durchschaut und ihr Globalisierungsexperiment wird scheitern.
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Schon Ihr Umgang mit der Türkei lässt an der Kompetenz Ihrer Politik zweifeln, allen voran der der Kanzlerin. Wer sich von einem Land wie die Türkei derartig beschimpfen, missbrauchen und erpressen lässt, und dann auch noch an ihrer Bewerbung um EU-Mitgliedschaft festhält, führt was etganz anderes im Schilde.
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Es wäre einfach gewesen, schon seinerzeit mit robustem UN-Mandat eine Schutzzone im Norden Syriens einzurichten, um die vor Krieg flüchtenden Menschen aus der Region dort mit dem Notwenigsten zu versorgen. Nun nimmt Diktator Erdogan das Heft in die Hand und handelt. 
Wir werden sehen, wohin die Reise führt.
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Mit freundlichen Grüßen
Klaus Hildebrandt

Erklärung der Israelischen Botschaft in Berlin zum Terroranschlag in Halle

​Wir sind geschockt und erschüttert von den brutalen Terroranschlägen gestern Mittag in Halle, während jüdische Betende in den Synagogen in ganz Deutschland versammelt waren um Yom Kippur zu begehen, dem heiligsten Tag im Judentum.

Gemeinsam müssen wir jede Form von Extremismus ablehnen und vereint gegen solchen sinnlosen Terror vorgehen.

Wir möchten den deutschen Sicherheitskräften unsere Wertschätzung für ihre Mühen ausdrücken, die Sicherheit aller jüdischen Institutionen und Gläubigen an diesem heiligen Tag zu gewährleisten und vertrauen darauf, dass alle Maßnahmen ergriffen werden um die Täter zu fassen und sie umgehend der Justiz zuzuführen.

Unser tiefstes Beileid gilt den Opfern und ihren Familien in dieser schwierigen Zeit. Sie werden in unseren Gedanken und Gebeten sein.

 


SELK-Erklärung zum Attentat in Halle: Wir sollten positive Gegenwerte schaffen!

Stellungnahme der SELK (Selbständig Evang. Lutherischen Kirche):

Am Mittwoch, 9. Oktober 2019, dem jüdischen Jom Kippur-Fest, versuchte ein – nach jetzigem Kenntnisstand – rechtsextremistisch, antisemitisch orientierter Attentäter in die jüdische Synagoge der Stadt Halle/Saale einzudringen, um die Gottesdienstbesucher anzugreifen. Da dies misslang, erschoss er willkürlich andere Opfer.

BILD: Die Synagoge in Münster mit der Menora (siebenarmiger Leuchter)

Der Beauftrage der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) für „Kirche und Judentum“, Pfarrer Andreas Volkmar aus Bielefeld, nimmt in einem Kommentar dazu Stellung:

„Bin voller Scham und Trauer!“, schrieb mir ein guter Freund nach dem gestrigen Attentat vor der Synagoge in Halle/Saale am höchsten jüdischen Feiertag „Jom Kippur“. Ich konnte dem nur zustimmen und ein tiefer Schmerz über diese Tat erfüllt mich.

Ja, auch viele andere sind geschockt und fragen sich: „Wie und warum konnte es zu einem solchen antisemitisch motivierten Anschlag in Deutschland kommen?“

Aus dem Nichts kam diese Aktion nicht. Wer seit einigen Jahren aufmerksam im Internet unterwegs ist, findet ohne Schwierigkeiten unverblümten Antisemitismus. Es gibt durchaus das Bemühen, solche Aktivitäten zu begrenzen. Aber diese Leute finden immer wieder Schlupflöcher im Netz.

Die Not ist, dass man Menschen, die so denken, kaum mit rationalen Argumenten begegnet kann. Die „jüdische Weltverschwörung“ ist für sie das „Satanische“ an sich. Nur wer in dieser Szene enttäuscht wird, entwickelt die Energie, nachzudenken und auszusteigen.

Was kann man angesichts dieser Situation tun?

Den überzeugten Antisemiten, wird man nur schwerlich überzeugen können. Umso wichtiger ist es, die Breite der Öffentlichkeit gegen den Antisemitismus zu immunisieren oder zu impfen!

In der Regel liegt zurzeit der Schwerpunkt darauf, daran zu erinnern, welche Gräuel aus dem Antisemitismus erwachsen sind. Dieses Erinnern wird eine bleibende Aufgabe sein. Leider erschöpfen sich reine Negativschablonen irgendwann. Mancher will gar nicht mehr hinhören.

Darum müssen auch positive Akzente gesetzt und an sie erinnert werden:

1. So sollte gezeigt werden, welche eine fruchtbare Symbiose deutsche und jüdische Kultur gebildet haben. Künstler und Autoren wie Wolf Biermann, Alfred Döblin, Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler, Felix Mendelsohn-Bartholdy, Kurt Weill und Michael Wolffsohn (siehe Foto) haben aus dieser Symbiose heraus geschaffen und gelebt.

2. Es müssen verstärkt Momente der Geschichte in den Blick genommen werden, wo Deutsche für Freiheit und Demokratie gerungen haben. Nur Wenigen sind Namen der sogenannten „48er“ wie Friedrich Hecker, Carl Schurz und Franz Sigel bekannt.

Nachdem sie nach der gescheiterten Revolution 1848/49 in die USA emigrieren mussten, waren sie dort Stützen der Demokratie und kämpften dort gegen den Rassismus gegenüber den Farbigen und die Vernichtung der Indianer. Carl Schurz bracht es sogar zum Innenminister.

3. Die antijüdischen Äußerungen des Reformators Martin Luthers haben nicht das Wesen der lutherischen Kirche bestimmt. Sie gehören nicht zum lutherischen Bekenntnis. Es haben sich sogar Menschen jüdischer Herkunft immer wieder bewusst diesem Bekenntnis zugewandt, ohne ihre jüdischen Wurzel zu vergessen. #

Erinnert sei an Carl Paul Caspari (*8.2.1814, + 11.4.1892), der als Theologe in Deutschland und Norwegen lehrte, und Friedrich August Philippi (*15.10.1809, + 29.8.1882), der eine der wichtigsten lutherischen Dogmatiken im 19. Jahrhundert schrieb.


Kulturtage in Halle präsentieren italienisch-jüdische Vokalmusik der Renaissance

Am Donnerstag, dem 26. Oktober 2017, geben Profeti della Quinta ein Konzert im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in Halle. Im Mittelpunkt des Konzerts steht Italienisch-Jüdische Vokalmusik der Renaissance.

Das Konzert mit jüdischer Musik der Renaissance und des Barock ist dem Werk des italienisch-jüdischen Komponisten Salamone Rossi  (1570 – 1630) gewidmet.

Sehr bekannt sind inzwischen seine Psalmvertonungen in hebräischer Sprache. Sie sind von außergewöhnlicher Schönheit und Eleganz und stehen der Kompositionskunst von Rossis Zeitgenossen, Claudio Monteverdi, in nichts nach.

Diesem Repertoire hat sich das weltbekannte Vokal-Ensemble Profeti de la Quinta (siehe Foto), das zuletzt beim A-Cappella-Festival in Leipzig stehende Ovationen erntete, angenommen.

Die größtenteils israelischen Sänger fühlen sich beim Singen in ihrer Muttersprache Hebräisch besonders wohl – und das merkt man ihrer Interpretation der Werke Rossis auch an.

Konzert am Donnerstag, 26. Oktober 2017, 19.30 Uhr
Ulrichskirche, Christian-Wolff-Str. 2 in 06108 Halle

Quelle: Kultur-Newsletter der israelischen Botschaft –  Foto © MEL ET LAC


Halle: Staatsanwaltschaft plant Anklage gegen Radiergummi-Trick zu Lasten der AfD

Die Unregelmäßigkeiten bei der Europawahl 2014 in Halle (Sachsen-Anhalt) haben offenbar juristische Konsequenzen. Nach Informationen der Volksstimme will die Staatsanwaltschaft Halle diesbezüglich Anklage erheben.

Bei der Wahl erhielt die Linkspartei durch Stadtwahlleiter Egbert Geier (SPD) zunächst 221 Stimmen, die AfD gar keine.

Bei einer Nachzählung stellte sich heraus, daß die Linkspartei in Wahrheit nur von 125 Bürgern gewählt wurde. Der AfD gaben 42 Bürger ihr Votum. Zudem mußte die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen von 372 auf 473 korrigiert werden.

Ein Wahlhelfer hatte am Wahltag die Unregelmäßigkeiten bemerkt und später Anzeige gegen den Vorsteher des Wahllokals sowie gegen Geier und dessen Stellvertreterin erstattet. Zwischenzeitlich hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Leiter des Wallokals eingestellt, nach Konkretisierung der Vorwürfe aber wieder aufgenommen.

Nach Informationen der Zeitung lagen in den Wahllokalen der Stadt „Berge von Bleistiften“ herum, mit denen die Wähler ihr Kreuzchen machen sollten. Nach Angaben des klagenden Wahlhelfers war der Vorsteher des Wahllokals an jenem Abend „nur am Radieren“.

Bei der Bundestagswahl am Sonntag verspricht die Stadt Halle, nur noch den Einsatz von Kugelschreibern zu erlauben.

Quelle: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/wahlmanipulation-in-halle-staatsanwaltschaft-will-anklage-erheben/


Studie: Jungen Leuten schlägt öfter ein „schlechtes Gewissen“ als älteren

Wie häufig und warum spüren Menschen im Alltag ihr Gewissen?  – Das wollten Soziologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) im April 2012 von knapp 4000 Einwohnern der Stadt Halle wissen.

Die Erst-Auswertung der Befragung wurde jetzt online veröffentlicht. Ein überraschendes Ergebnis: Je älter die Befragten waren, desto seltener verspürten sie ihr Gewissen. Mit steigendem Alter wurden dafür eher positive Gewissenserlebnisse berichtet.

1166 Hallenser im Alter von 17 bis 92 Jahren haben die Fragebögen der Forscher beantwortet. Ziel der Studie ist es, das bislang in der Soziologie weitgehend unerforschte Themenfeld des Gewissens zu erschließen.

Der Fokus liegt auf Gewissenserfahrungen, die im Alltag erlebt werden. Eine Erstauswertung der Befragung ist online unter http://www.moral-und-gewissen.de nachzulesen.  

Wie und wie oft die Befragten ihr Gewissen wahrnehmen, ist offenbar stark altersabhängig:

„Je älter die von uns befragten Personen waren, desto eher gaben sie an, ihr Gewissen nur selten oder hin und wieder zu verspüren. Jüngere Befragte berichten dagegen von häufigen oder sogar ständigen Gewissensregungen. Das widerspricht dem Vorurteil von einer gewissenlosen jungen Generation“, sagt Projektkoordinatorin Dr. Sylvia Terpe.

Zugleich nehmen mit höherem Alter die belastenden Gewissenserfahrungen ab:

„Mit steigendem Alter wird das Gewissen zunehmend als etwas Motivierendes, Bestärkendes wahrgenommen.“

Auch nach den Wertorientierungen fragten die Soziologen. So sind den jüngeren Befragten vor allem Unabhängigkeit und Leistung wichtig, ältere Befragte befürworten eher konservative Werte.

„Diese unterschiedliche Wertorientierung legt nahe, dass je nach Alter auch andere Situationen das Gewissen der Menschen wach rufen“, erklärt die Soziologin.

Um dieser Frage nachzugehen, werden die Forscher in weiteren Analysen Beispiele der Befragten auswerten, die diese aus ihrem Alltag berichtetet haben.

Es gibt aber auch Werte, die in allen Altersgruppen gleichermaßen geteilt werden. So sehen die meisten Befragten die Fähigkeit zum selbständigen Denken als wichtigstes Erziehungsziel an. An zweiter Stelle folgt die Bereitschaft, anderen zu helfen.

Nach dem Abschluß der schriftlichen Befragung werden in den nächsten Wochen noch 30 Hallenser ausführlich interviewt. In diesen persönlichen Gesprächen möchten die Soziologen mehr darüber erfahren, wie die Befragten ihr Gewissen erleben, wie sie diese Erfahrungen verarbeiten und welche Gefühle sie damit verbinden. Sie wollen so mehr über das Zusammenspiel von geistig-verstandesbetonten und gefühlsmäßigen Anteilen im Gewissen herausfinden.

„Die Soziologie interessiert sich zwar schon immer für Moral, aber das Gewissen selbst war in unserer Disziplin bislang kaum ein Gegenstand empirischer Forschung“, erklärt Sylvia Terpe.

„Wenn man sich aber anschaut, was das Gewissen der Menschen berührt, kann man mehr darüber lernen, was ihnen wichtig und wertvoll ist.“

Das Forschungsprojekt steht unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Thome vom Institut für Soziologie der MLU und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bis Frühjahr 2014 finanziert. In den nächsten Monaten sollen weitere Forschungsergebnisse veröffentlicht werden.

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (idw)