Paulus an Timotheus: „Achte auf dich selbst und auf die Lehre; daran halte fest!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Tim 4,12-16:

Niemand soll dich wegen deiner Jugend gering schätzen. Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit.
Lies ihnen eifrig aus der Schrift vor, ermahne und belehre sie, bis ich komme.
.
Vernachlässige die Gnadengabe nicht, die in dir ist und dir verliehen wurde, als dir Presbyter gemeinsam die Hände mit prophetischen Worten aufgelegt haben.
Dafür sollst du sorgen, darin sollst du leben, damit allen deine Fortschritte offenbar werden.
.
Achte auf dich selbst und auf die Lehre; halte daran fest! Wenn du das tust, rettest du dich und alle, die auf dich hören.

Warum ich vor der Charismatik warne: eine Bedrohung für die Gläubigen

Von Pfarrer Winfried Pietrek

Ein Schwarmgeist ist ein Christ, für den Gefühlserfahrungen in seinem religiösen Leben an erster Stelle stehen. Es geht ihm – vielleicht unbewusst – zuerst um das Glaubens-Erlebnis, dann erst um die Glaubens-Lehre.

Christus hat zwar gefordert, Gott auch aus unserem ganzen Gemüt zu lieben, doch entscheidend im Glaubensleben sind Verstand und Willen – gemeinsam mit dem Herzen, dem innersten Kern jeder Person.

BILD: Pfr. Pietrek bei einer Predigt in seiner Kapelle

Im Alltag begegnet wohl jedem Priester auch die „Charismatischen Bewegung“: „Das habe ich doch selbst erlebt!“ heißt es dann. Oder: „Das spüre ich in meinem Innern!“

Welche Folgen das Schwärmertum hat, erlebe ich als Seelsorger fast täglich:

Da behaupten Katholiken, zu ihnen hätte ein Engel, Maria, Jesus oder der himmlische Vater ganz klar gesprochen – obwohl die angeblich geoffenbarten Worte der kirchlichen Glaubenslehre widersprechen, verführerisch sind oder der eigenen Eitelkeit schmeicheln.

Solche visionären Erlebnisse hat z.B. der charismatische Wunderheiler Alan Ames, ein Laien-Segner, der die Welt durchreist und seine Bücher verkauft.

Viele, die bei den „Segnungen“ von Ames  –  oder bei der Handauflegung anderer „Wunderheiler“  –  in Trance auf den Rücken gefallen sind („Ruhen im Geist“), bleiben oft lange körperlich oder seelisch belastet und erleben nach anfänglichen Hochgefühlen später Depressionen oder andere psychische Störungen, so dass sie Hilfe beim Psychiater oder Exorzisten suchen.

Manche aber schwören geradezu auf solche Erlebnisse, verteidigen sie hartnäckig, fast wie in einem Rausch, auch fanatisch. Ganz wesentlichen Einfluss auf die Verführten hat es, dass sie bei solchen Veranstaltungen in die Massensuggestion einer begeisterten Gemeinde eintauchen, suggestive Predigten hören und dass ihr ganzer Körper – z.B. durch Hochwerfen der Arme und Wackeln mit den Händen –  in das charismatische Segnungsfestival einbezogen ist.

BILD: Eines der zahlreichen Bücher von Pfr. Pietrek: „Wunder heute – Gott ist da“

Konkret wird in manchen „Heilungs-Gottesdiensten“ bekannt gegeben, wie viele Krebs-Erkrankungen, Migräneanfälle, Schmerzen oder Lähmungen angeblich geheilt wurden – ohne dass diese „Wunder“ den kirchlichen Autoritäten zur Überprüfung gemeldet werden – wie es der Vatikan doch fordert.

In meinem Archiv habe ich zahlreiche Berichte über charismatische „Heilungswunder“ gesammelt, die sich als ein durch Massensuggestion hervorgerufener Placebo-Effekt erklären lassen. Wie sorgfältig und vorsichtig die Kirche Heilungen überprüft, wird an Zahlen deutlich: In Lourdes z.B. sind von 7000 ärztlich festgestellten „unerklärbaren Heilungen“ nur 67 als  Wunder im kirchlichen Sinne anerkannt worden.

Es ist das Verdienst der Broschüre Wunderheilungen und ‚Ruhen im Geist’ (94 S., 3 €), die charismatische Heilungswunder und das so genannte „Ruhen im Geist“ (Umfallen nach charismatischen Segnungen) unter die Lupe nimmt, solche Heilungen zuerst als natürlich bewirkt vorzustellen, z.B. als Placebo-Effekte, Hypnose oder Trance. Sie legt darüber hinaus aber auch überzeugend dar, dass diese Phänomene bisweilen als okkult-dämonisch erklärt werden können.
 
Wer sich auf charismatische „Begnadete“ fixiert, überschätzt  –  so erlebe ich es in der Seelsorgepraxis  –  seine eigene Urteilsfähigkeit weit und ist oft argumentativ nicht mehr zu erreichen. Er hat sich festgelegt, ist nicht bereit, sich korrigieren zu lassen, selbst wenn Familienbande zerreißen.

BILD: Pfr. Pietrek als junger Priester im Einsatz gegen eine Abtreibungsklinik in Lindenfels

Jedes Wort prallt an seinem Herzen ab: „Ich habe doch diese pure Heiligkeit selbst erlebt. Sie können gar nicht mitreden. Sie kennen diese(n) Begnadete(n) ja gar nicht persönlich! Gott wirkt, wie und wo er will.“  –  „Sie sind ein Feind des Heiligen Geistes!“ wird mir dann vorgeworfen.

Die geistige Verblendung charismatisch Verführter ist geradezu erschreckend. Leichtgläubige und religiös wenig ausgebildete Personen werden nur zu oft durch Predigten und Bücher charismatischer Wunderheiler, z.B. von P. James Manjackal oder P. Joseph Vadakkel – in denen Irrlehren und Falschaussagen nachweisbar sind – in die Irre geführt. 

Da die „charismatischen“ Segnungen (Charisma = Gnadengabe) seit Mitte der 1960er Jahre über die protestantische Pfingstbewegung in die katholische Kirche eingedrungen sind und Millionen erfasst haben, werden in der Broschüre Wunderheilungen und ‚Ruhen im Geist’ auch freikirchliche „Segner“ mit ihren Praktiken namentlich vorgestellt. Besonders interessant sind die vielen „Fall“-Berichte von persönlich Betroffenen.

Hier einige Beispiele aus meiner Seelsorgspraxis:

Ein Priester, der das Evangelisations- Zentrum in Bad Soden aufsuchte, berichtet mir: „Als ich nun partout nicht umfallen wollte, wurde vom Segnenden mit einem kräftigen Stoß nachgeholfen.“

Eine Frau berichtet von dort: „Nach dem charismatischen Segen durch Handauflegung dachte ich: ‚Ich werde bekloppt im Kopf.’  – Ich konnte die Sünden hören, die mein Mann im Nebenraum dem Priester zuflüsterte.“

Eine andere Frau sagte: „Während ich am Boden lag, hatte ich schöne Gefühle. Diese waren allerdings nicht von Dauer. Einigen anderen ging es wie mir.“

Ein junger Mann schildert: „Beim zweiten Segen fiel ich wieder nach hinten, aber dieses Mal spürte ich keinen Frieden, sondern große Angst. Die negativen Gefühle steigerten sich. Total erschöpft stand ich auf… Als sich noch Depressionen einstellten und ich nahe daran war, mir das Leben zu nehmen, habe ich mich einem Priester anvertraut… Ich erholte mich langsam. Ich kann nur alle dringend warnen.“

Ein Priester schreibt mir: „Nach einem Besuch von Medjugorje bin ich in großer Gewissensnot… Zu meiner Überraschung sah ich (dort) viele von den Gläubigen umfallen… Manche fielen auf den Rücken mit lautem Schreien und wilden Gebärden.“

Ein Briefauszug: „Seitdem ich mir von Schwester Margaritha Valappila die Hände auflegen ließ, fühle ich mich wie tot und meine linke Hand zittert. Vor allem beim Gebet erlebe ich dieses Zittern.“

Aus persönlichen Gesprächen mit Katholiken, die jahrelang an Sr. Valappilas Veranstaltungen teilgenommen haben, weiß ich, dass ganze Familien dadurch Belastungen und Ängste erfahren haben.

Betroffene verteidigen sich mit Bekehrungs-Erlebnissen. Doch es gehört zur Strategie des Bösen, mit „Erfolgen“ zu pokern.

Wer aber erlebt, dass Gläubige, die aus charismatischen Veranstaltungen zurückkehren, enthusiastisch jubeln: „Wir haben jetzt den Heiligen Geist!“, der wundert sich, mit welcher Selbstsicherheit und Heilsgewissheit von solchen Priestern und Laien das Sakrament der Firmung durch die sog. Geisttaufe verdrängt wird. Schon der Ausdruck „Geisttaufe“ zeigt, dass es dabei nicht um die Erneuerung der Firm-Gnade geht.

Bei solchen „Segnungen“ wird zugleich das Zeichen der Handauflegung missbraucht, das biblisch eindeutig der Spendung der Sakramente zugeordnet ist. Selbst der Weltkatechismus stellt fest: Je mehr aber „eine Segnung das kirchliche und sakramentale Leben betrifft, desto mehr ist ihr Vollzug dem geweihten Amt vorbehalten.“

Bücher und Broschüren von Pfr. Pietrek können hier online bestellt werden: http://www.christliche-mitte.de/index.php/publikationen/

 


„Geistiges Heilen“: Reiki und Therapeutic-Touch mit „heilenden Händen“

Von Felizitas Küble

Hermann Büsken aus Borken ist ein älterer Herr, der von sich berichtet, er habe „heilende Hände“, mit denen er sozusagen die „Selbstheilungskräfte“ des Kranken aktiviert:  http://www.hermann-buesken.de/kirchen-brief.htm

Er praktiziert das fernöstliche „Reiki“, hat eigenen Angaben zufolge den ersten Reiki-„Weihegrad“ erreicht – und praktiziert Fernheilungen, die normalerweise (so betont er) erst mit dem zweiten Reiki-Grad möglich seien. Da Büsken weiß, daß Reiki in kirchlichen Kreisen zumindest umstritten ist, bezeichnet er seine „heilenden Hände“ einfach als „Therapeutic-Touch“, was aber dasselbe in grün ist, wie er auch selber verdeutlicht:

„Meine Internetseite war ursprünglich Reiki gewidmet. Im Glauben, dass Reiki eine ablehnende Wirkung auf die Kirche hat, habe ich die Hauptseite in Therapeutic Touch geändert, was leider die Entscheidung zu meinen Gunsten nicht geändert hat. Egal ob man das Handauflegen Reiki oder Therapeutic Touch nennt, es kommt doch nur auf die Wirkung des Heilens an.“

Der esoterische Autor, der sich weder dem amtlichen Christentum noch der katholischen Kirche verbunden fühlt, hat gleichwohl jahrelang versucht, in katholischen Krankenhäusern und Pflegeheimen seine „energetischen“ Kräfte anzubieten, ist aber bei amtlichen kirchlichen Stellen auf weitgehende Zurückhaltung bis hin zu deutlicher Skepsis gestoßen.

Dabei ist es durchaus zweitrangig, daß er seinen „Dienst“  kostenlos anbietet; der springende Punkt ist vielmehr die Beurteilung solcher „Heilenergien“. Den Gläubigen kann es nämlich durchaus nicht gleichgültig sein, aus welcher Quelle diese Kräfte fließen. Demgegenüber schreibt Herr Büsken:

„Dem Heiler ist es egal, woher die Energie kommt, die er überträgt. Er kann sie sich nicht aussuchen. Wenn ich meine Hände auflege, spüre ich sofort, wie die Energie fließt. Wer will kontrollieren, woran der Heiler  beim Handauflegen zu denken hat?

Er beruft sich nebst einigen Bibelstellen, die er in seinem Sinne auslegt, auch auf den pseudo-christlichen Esoteriker Jakob Lorber, der angebliche Einsprachen „von oben“ erlebt haben will. Dabei habe der Vielschreiber Lorber u.a. folgende „Jesus-Lehre“ empfangen:  

“Wer aber in Meiner Lehre wandelt und glaubt, dass Ich der wahre Christ bin, der mag einem Kranken in Meinem Namen die Hände auflegen, und es wird besser mit ihm werden. Und so ein Kranker auch in der Ferne ist, und du betest in Meinem Namen über ihn und streckst nach ihm deine Hände aus, so soll er gesund werden, so es zu seinem Heile gereicht.”

Gläubige halten sich hingegen an die bewährte Regel, die da lautet: Bittgebet und Sakramente, vor allem die Krankensalbung, wie sie der Kirche im Jakobus-Brief aufgetragen wurde. Entscheidend ist die geistige Grundhaltung, die sich vertrauensvoll an Gott wendet, ohne IHN vereinnahmen zu wollen, ohne über sein Heilen und Walten „verfügen“ zu wollen. Christus selbst hat uns dies in seinem Vaterunser-Gebet gelehrt: „Dein Wille geschehe!“

Der Autor schreibt sodann in seiner Rubrik „Heilende Hände“ (http://www.hermann-buesken.de/heilende_haende.htm) folgendes:

„Spirituelles Heilen ist eine Methode des Handauflegens zur Stärkung und Regenerierung von Körper, Geist und Seele. Es ist eine einfache und wirksame Methode, zur Übertragung dieser Energie….Durch Auflegen der Hände kommt ein Energiefluss zustande, der als Wärme und Kribbeln oder auch als Pulsieren wahrgenommen werden kann (aber nicht muss). Das Universum ist gefüllt von einer unerschöpflichen, endlosen Energie.“

Zunächst handelt es sich hier um die übliche esoterische Mentalität. Aufschlußreich ist aber die  beschriebene Wirkung der „energetischen“ Handauflegung: Der „Energiefluss“ könne als „Wärme, Kribbeln oder auch als Pulsieren wahrgenommen“ werden.

Interessanterweise entspricht dies genau den Beschreibungen, die wir aus den Wirkungen charismatischer Handauflegungen kennen, wobei es oftmals zum sog. „Ruhen im Geist“ kommt, also einem trance-artigen Rückwärtskippen der „Gesegneten“, angeblich vom Heiligen Geist „berührten“ Personen.

Welcher „Geist“ hierbei wohl am Werke ist?

Jedenfalls sind die psychisch-seelischen Wirkungen sowohl beim esoterischen „Geistheilen“ wie beim charismatischen Geist-Ruhen zum Verwechseln ähnlich, ja sogar die methodische Vorgangsweise   – nämlich Handauflegung beim „Sender“ und Heilungserwartung beim Empfänger  –  ist so gut wie identisch.

Das ergibt sich direkt aus den Schilderungen begeisterter Charismatiker, die ihre „spirituellen“ Erlebnisse beim Rückwärtsfallen beschreiben. Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2017/09/08/ruhen-im-geist-phaenomen-jenseits-des-verstandes-wirkt-wie-elektrischer-strom/


Erscheinungen in Brasilien bieten Esoterik, Charismatik und Falschmystik zugleich

Von Felizitas Küble

Manchmal verbinden sich schwarmgeistige mit erscheinungsbewegten Elemente, etwa in Medjugorje oder bei Exerzitienhäusern wie z.B. „Haus Raphael“ in Bad Soden-Salmünster, das von der deutsch-indischen Nonne Sr. Margarita Valappila geleitet wird. Auch der selbsternannte Prophet Peter Stoßhoff kombiniert Falschmystik mit Charismatik.

Bei einigen Visionären in Brasilien kommt als dritte Geisteshaltung sogar noch die Esoterik dazu  – etwas ungewöhnlich zweifellos, aber das Erscheinungs(un)wesen wird immer „bunter“ bzw. kurioser.

Drei Seher/innen haben dort einen selbsternannten Orden mit dem Namen „Gnade-Barmherzigkeit“ gegründet, wobei auf eine kirchliche Anerkennung gerne verzichtet wird, schließlich erfolgte die Gründung der Kommunität durch einen direkten Ruf bzw. Anruf des Himmels.

Die drei erwählten Personen, nämlich Mutter María Shimani, Bruder Elías und Schwester Lucía de Jesús, betrachten sich als „geweihte Mönche“ mit einem speziellen Auftrag von oben, der ihnen durch Erscheinungen von Jesus, Maria und dem hl. Josef übermittelt wird. Die Webseite der Gemeinschaft nennt sich daher „Stimme und Echo der göttlichen Boten“.

Dabei fällt eine starke esoterische Untermalung der Botschaften auf. So heißt es in einer „Offenbarung“ des hl. Joseph vom 28. September 2018 u.a.:

„Glaube an den Tag, an dem der Himmel zur Erde herabsteigen wird und die Wahrheit sich vor den Augen der Menschen manifestieren wird, die Geheimnisse einer höheren Existenz enthüllend, jene Wesen enthüllend, die immer hier waren, um der Menschheit zu helfen…

Glaube an den Tag, an dem der Himmel zur Erde herabsteigen und enthüllen wird, dass das höhere Leben nicht nur in den Höhen wohnt. Er wird das Geheimnis enthüllen, das in der Tiefe des Planeten bewahrt liegt und sich in der Schönheit und der Kraft der Natur verbirgt…

Glaube an den Tag, an dem der Himmel zur Erde herabsteigen wird und dein Herr und Gott, nachdem Er Gerechtigkeit ausgegossen hat, erneut Barmherzigkeit auf die Herzen ausstrahlen wird, Heilung auf die geistigen Wunden, Wiederherstellung für den Geist der Erde und Gnade, um den tausendjährigen Frieden einzurichten.“

Da fehlt jetzt nur noch das Schlagwort vom „planetarischen Bewußtsein“ aus esoterischem Schrifttum.

Eigenen Angaben zufolge erhielt „Bruder Elias“ seit 15.11.2011 tägliche Botschaften der Madonna, ein Jahr später wöchentlich, dann ab dem 2.11.2013 nur noch monatlich. Sodann heißt es hierzu:

„Ab dem 1. März 2015 begann Maria einen neuen Zyklus von Tagesbotschaften mit universellen Unterweisungen der Liebe und des Friedens. Bei dieser Gelegenheit zeigte die Jungfrau dem Seher Bruder Elías sehr kritische Situationen auf dem Planeten und kündigte in der Folge an, dass der Menschheit vom Höchsten ein Geschenk gewährt worden sei, um diese Situationen auszugleichen: Von jenem Tag an würde ein Aspekt der Göttlichen Mutter, der sich dem Seher an diesem Tag als eine weiße Rose offenbarte – die Rose des Friedens, die Ihr Unbeflecktes Herz ist – , noch eine Zeitlang bei uns sein.“

Abgesehen von der theologisch unzulässigen Vergöttlichung Mariens (sie wird als „Göttliche Mutter“ bezeichnet, obwohl Maria beileibe nicht göttlich ist, sondern ein Geschöpf Gottes, wenngleich das heiligste von allen) wirken die Botschaften wie eine Mischung aus Ökopax, Esoterik, Friedensgesumse, Religionskitsch und verstiegenen Ankündigungen.

Eine feministisch-heidnische Vergötterung Mariens zeigt sich auch im Titel „Weltenmutter“  – und die dort präsentierte Anrufung ist theologisch hanebüchen; wir lesen dort z.B.:

„Wir preisen Dich, o Weltenmutter. Vollkommen ist Deine Gnade, die Einheit ist in Dir. Heilige Weibliche Energie, Du trägst in Dir die Neue Menschheit. O höchste Weltenmutter, tritt ein für uns Wesen der Erdoberfläche, damit wir geweiht werden können als würdige Kinder Gottes…“

Die wahre Madonna ist keine Spenderin, sondern vielmehr Empfängerin der himmlischen Gnaden  –  ist sie „voll der Gnade“ durch Gottes Huld und Erbarmen, nicht aus eigener Kraft. Deshalb bezeichnet die wirkliche Madonna GOTT als ihren „Retter“  – siehe ihr Magnificat aus dem Lukas-Evangelium.

Typisch charismatisch ist das ständige Reden von „innerer Heilung“ und „Befreiung“ (die beiden beliebtesten Zauberworte enthusiastischer Bewegungen).

Dazu paßt das so-genannte „Charismatische Gebet an Unsere Liebe Frau, die Knotenlöserin“, das die visionäre Gruppe propagiert; die Anrufung beginnt folgendermaßen:

„Herrin der Himmlischen Macht, löse von unserem Bewusstsein alle Knoten, die uns bedrücken und unsere Wege verschließen. Herrin und Knotenlöserin, durchtrenne und befreie die Fesseln des Lebens; Dein Licht Göttlicher Weisheit entferne die Abgründe dieser Welt und löse sie auf.“

Auch die in schwärmerischen Kreisen so beliebte „heilende“ Handauflegung darf da nicht fehlen: „Heilige Mutter, die alle Knoten löst, mögen gemeinsam mit Deinen Engeln und Erzengeln unsere Leben entbunden werden durch das Auflegen Deiner heiligen Hände.“

Zu guter Letzt wundert man sich nicht, daß diese Gruppierung, die auch in anderen Ländern  – vor allem Südamerikas  – herumreist und „missioniert“, für die Erscheinungen von Medjugorje wirbt – zumal das Bild der Maria, die diesen drei brasilianischen Ordensleuten erscheint, derjenigen von Medjugorje fast zum Verwechseln ähnlich sieht.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Priesterweihe: Der Heilige Geist schenkt Gottes Gnade durch Handauflegung

Liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: 2 Tim 1,6-8.13-14:

Mein Sohn! Ich rufe dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist.

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft.

Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast; nimm sie dir zum Vorbild und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist.

Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt.

Foto: Bistum Regensburg

 


Petrus und Johannes spendeten durch Handauflegung den Heiligen Geist

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 8,1b.4.14-17:

An jenem Tag brach eine schwere Verfolgung über die Kirche in Jerusalem herein. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut, mit Ausnahme der Apostel.  P1020947

Die Gläubigen, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündeten das Wort. Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin.

Diese zogen hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen. Denn ER war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des HERRN, getauft. Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.

 


Die Apostel weihten durch Handauflegung die ersten Diakone in Jerusalem

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 6,1-7:

In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden. Tagesimpuls

Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten:

Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen.
Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.

Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde, und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist, ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.

Sie ließen sie vor die Apostel hintreten, und diese beteten und legten ihnen die Hände auf.

Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.