Zweifache Strategie katholischer Progressisten zur Veränderung der Kirche

Mathias von Gersdorff

In diesem Jahr gab es zwei Plädoyers für die Einführung von Segnungen für homosexuelle Paare. Zuerst äußerte sich Bischof Frank-Josef Bode von Osnabrück, der sich für eine allgemeine Einführung solcher Pseudo-Segnungen aussprach. Schnell wurde er vom Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann und weiteren Vertretern des Klerus in diesem Anliegen unterstützt, darunter der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz. Dieser will auch wiederverheiratete Geschiedene segnen.

Würde sich Bodes Vorschlag durchsetzen, so würde es bald Segnungen für alle möglichen Partnerschaftsformen geben. Damit würde sich die katholische Kirche vollends dem heute herrschenden Geist der sexuellen Revolution anpassen. 

Die Radikalität dieser Revolution scheint Bischof Bode nicht zu beunruhigen. Er selbst sprach von der Möglichkeit einer Spaltung.

Einige Wochen später meldete sich Kardinal Marx zum selben Thema. Auch er ist offen für solche Pseudo-Segnungen, doch er will keine offizielle Begründung dazu veröffentlichen. Vielmehr sollen die Pfarrer selbst von Fall zu Fall entscheiden.

Beide Vorschläge implizieren offensichtlich die Abschaffung der traditionellen Sittenlehre hinsichtlich Sexualität und Ehe.

Doch sie unterscheiden sich im wesentlichen Punkten: Bode will im Grunde eine neue Sexualmoral einführen und damit einen „Paradigmenwechsel“ in der Moraltheologie erreichen. Die traditionelle und eigentliche katholische Sexualethik, die neben der Hl. Schrift auf dem Naturrecht basiert, wäre damit außer Kraft gesetzt. Dass dies die Gründung einer neuen Religion beinhaltet, braucht kaum erwähnt zu werden.

Das Schlagwort „Paradigmenwechsel“ in der Moral hat kein Geringerer eingeführt als der römische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Kardinal Marx geht einen anderen Weg, um die progressistische Agenda durchzusetzen: Er verzichtet darauf, allgemein verbindliche Regeln aufzustellen oder gar seine Autorität als Erzbischof (offen) anzuwenden, um diese Änderungen zu forcieren. Er sagt, jeder Pfarrer solle das so machen, wie er es für richtig hält.

Dadurch verfolgt Kardinal Marx ein anderes Ziel des Progressismus: Die bischöfliche Autorität und die Zentralisierung der Kirche aufzubrechen. Wie bereits mehrmals erklärt wurde, strebt Kardinal Marx offenbar die Bildung einer Kirche an, die nicht mehr hierarchisch organisiert ist und auch kein universell verbindliches Lehramt mehr besitzt.

Man könnte diese Strategie der Dezentralisierung als einen Paradigmenwechsel in den Strukturen bezeichnen.

Das würde natürlich hoch bis zum Papst und dem Vatikan gehen. Für Progressisten wie Hans Küng ist die Kurie gleichsam der Teufel in Person, die am besten abgeschafft gehört. Der Papst sollte irgendwo leben, nicht unbedingt in Rom, und soll die Kirche ohne großen Apparat regieren. Bistümer, Pfarreien und inzwischen „Pastorale Räume“ würden weitgehend unabhängig voneinander leben und unterschiedliche Lehrämter und liturgische Formen entwickeln.

Eine solche Kirche würde sich in ihrer Struktur nicht mehr groß von den Naturreligionen unterscheiden, in denen Personen mit einer starken psychologischen Ausstrahlung das Sagen haben. Eine Gemeinschaft würde sich durch eine emotionale bis fanatische Beziehung zu dieser charismatischen Person bilden.

Was Deutschland betrifft, könnte der Progressismus versuchen, folgende Struktur zu entwickeln:

Die Kirche als „Anstalt des öffentlichen Rechts“ würde komplett desakralisiert werden und nur noch als Anbieter von Dienstleistungen auftreten. Diese Dienstleistungen (Schulen, Kindergärten, Altersheimen, Krankenhäuser etc.) würden gegen Zahlung der Kirchensteuer oder durch Gebühren angeboten werden.

Die Pfarreien, in denen die eigentliche Seelsorge und die Austeilung der Sakramente stattfinden, würden sich zunehmend zu spirituellen Zentren einer universellen Religion wandeln. Neben den Hl. Messen, der Beichte und „klassischen“ Angeboten gäbe es dort eben auch Segnungen für alles Mögliche, Yoga-Sitzungen, mystische Gespräche mit der Natur, Begegnungen mit fernöstlichen Religionen etc.

In einer solchen Konfiguration würden die Anhänger der traditionellen Messe oder die sog. Muttersprachler (Kroaten, Polen etc.) marginalisiert; sie wären eine unter vielen Varianten religiösen Lebens.

Ich gestehe, dass hier eine extreme Situation gezeichnet wird. Möge Gott Mitleid mit Deutschland haben und uns vor diesem Szenario bewahren.

Wenn aber der Verfall des Glaubens hierzulande weiter so rasant voranschreitet, wie wir es gegenwärtig sehen, würde dies bald dazu führen, dass die katholische Kirche kaum noch als katholisch bezeichnet werden kann.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; aktuelle Artikel veröffentlicht er unter anderem hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Wollten deutsche Bischöfe verhindern, daß Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller zum Kardinal ernannt wird?

„Eine Richtungsentscheidung des Papstes“

Wie die „Passauer Neue Presse“ online am 12. Januar 2013 berichtet, sollen deutsche Oberhirten versucht haben, die vom Papst angekündigte Kardinalswürde für Kurien-Erzbischof Gerhard Ludwig Müller im Vorfeld zu verhindern.

Zwischen dem Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation und einem Teil der deutschen Bischöfe (z.B. Erzbischof Zollitsch und Kardinal Marx) gibt es bereits seit Monaten theologische Kontroversen hinsichtlich der kirchlichen Ehe-Lehre und der Sakramenten-Pastoral (Causa „wiederverheiratete Geschiedene“).Müller

Unter dem Titel „Müller wird Kardinal – trotz Widerstand deutscher Bischöfe“ schreibt die Tageszeitung, es habe „bis zuletzt Bemühungen gegeben, die Ernennung des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, zum Kardinal zu verhindern. Einer oder mehrere deutsche Bischöfe sollen nach diesen Angaben versucht haben, bei Papst Franziskus Stimmung gegen Müller zu machen.“

Man darf sich wundern, daß dieses Unterfangen offenbar ausgerechnet mit zwei Artikeln „untermauert“ wurde, die aus linkskatholischer bzw. „romkritischer“ Feder stammen.

Hierzu schildert die „Passauer Neue Presse“ Folgendes:

„Dem Kirchenoberhaupt seien zwei Zeitungsveröffentlichungen vorgelegt worden, in denen Müllers Rolle negativ bewertet wird: einmal ein Artikel aus der Wochenzeitung „Die Zeit“, in dem Müller als „hartnäckigster Widersacher“ des gegenwärtigen Papstes erscheint, und dann ein Wortlautbeitrag des Kirchenkritikers Hans Küng in der „Passauer Neuen Presse“, wo der frühere Regensburger Bischof als „neuer Kardinal Ottaviani“ dargestellt wird. Küng hatte geschrieben, Müller fühle sich  –  ähnlich wie Kardinal Alfredo Ottaviani zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils  –  berufen, „seine konservative Glaubensmeinung Papst und Konzil, ja der ganzen Kirche, aufzudrängen“.

Bekannt hat sich Papst Franziskus „über die Einwände gegen Müller hinweggesetzt“. Die PNP schreibt weiter: „Das Festhalten an der Absicht, ihn zum Kardinal zu ernennen, sei deshalb als Richtungsentscheidung zu verstehen.“

Im Online-Leserkommentarbereich der Tageszeitung tummeln sich Pro- und Contra-Stimmen. Ein Reformkatholischer macht es kurz: „Der Untergang des Papstes“.  

Ein anderer beklagt sich bitter: „Alle haben gejubelt, daß der neue Papst eine Wende im Vatikan eingeleitet habe, aber genau das Gegenteil tritt nun ein. Der einstige „Günstling“, weil genauso konservativ, des abgedankten Papstes Benedikt, wird nun Kardinal. Für mich, ich glaube aber auch für viele andere, insbesondere für die Gläubigen in der Diözese Regensburg, die Müller jahrlang „aushalten“ mußten, ist damit „der Lack des neuen Papstes“ ab.“

Aus glaubenskonservativer Sicht stellt sich die Sachlage freilich genau umgekehrt dar: Diese „Richtungsentscheidung“ des Papstes ist uneingeschränkt zu begrüßen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Bistum Regensburg (Pressestelle)


„Katholischer“ Theologe Hermann Häring fordert die Absetzung von Erzbischof Müller

Von Felizitas Küble

Der reformkatholische Theologe Hermann Häring ist nicht zu verwechseln mit seinem (zudem verstorbenen) Nachnamens-Vetter, dem bekannten kath. Moraltheologen Pater Bernhard Häring, wobei allerdings beide Herren sehr „romkritisch“ und modernistisch orientiert (gewesen) sind und daher jeweils ihre „Schwierigkeiten“ mit der vatikanischen Glaubenskongregation (gehabt) haben.

Prof. Dr. Hermann Häring ist früherer wissenschaftlicher Mitarbeiter und auch heute weiterhin Berater des amtsenthobenen kath. Theologen Hans Küng und dessen Projekt „Weltethos“.

Mit Benedikt XVI. hat Häring überhaupt nichts am Hut; ihm warf er in einem seiner Anti-Papst-Bücher sogar bereits im Untertitel eine „zu Stein gewordene Theologie“ vor.

Im Jahre 2009 erhielt der Papstkritiker den Herbert-Haag-Preis, benannt nach dem gleichnamigen kath. Theologen, der ebenfalls in Tübingen lehrte bzw. irrlehrte (so leugnete Haag zB. die Existenz von Hölle und Satan).

Hermann Häring wird bei passender Gelegenheit gerne vom Hamburger Magazin „Der Spiegel“ zitiert, unlängst etwa bei seinen Rundumschlägen gegen den Limburger Bischof. 

Foto: Bischöfl. Presseamt RegensburgDaß Häring nicht zum Fanclub des römischen Glaubenspräfekten Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto) gehört, läßt sich denken.

Doch auch mit Papst Franziskus ist der progressive Theologe nicht so recht zufrieden, wenngleich er sich diesbezüglich wohl einige reformkatholische Hoffnungen erlaubt.

Unterm Strich stellt er freilich fest, „dass Franziskus die klassische Lehre und Theologie bislang in keiner Weise zu ändern gedenkt“  –  wie schauerlich!

Der Ruhestands-Professor glaubt nicht, daß eine Rückbesinnung auf das 2. Vatikanische Konzil seine Reformforderungen sonderlich beflügeln könnte. Er schreibt: „Ich habe meine Zweifel, weil die Konzilstexte in sich selbst disparat, voller Spannungen und unausgegorener Kompromisse sind.“ 

Damit hat er nicht völlig unrecht, denn tatsächlich liest sich dort manches mehrdeutig und nicht immer paßt der Deckel ganz auf den Topf, doch dies ist ein weites Feld, was diesen Artikel-Rahmen sprengen würde.

„Absoluten Wahrheitsanspruch mühsam aufbrechen“

Häring schreibt in seinem  –  in Nr. 7/2013 der Zeitschrift „Imprimatur“ veröffentlichten  –  Beitrag auf S. 325, der „absolute Wahrheitsanspruch der kirchlichen Lehre“ müsse „mühsam aufgebrochen“ und „mit unserer Wirklichkeit konfrontiert“ werden. Damit bringt Häring sein Ziel immerhin unumwunden und treffsicher auf den Punkt!

Wenn es freilich um Erzbischof Müller geht, läßt er jede sachliche Zurückhaltung fahren und kämpferischer Schwung bemächtigt sich seiner:

„Deshalb muss jetzt schon deutlich gesagt werden, dass ein Mann wie Bischof Gerhard L. Müller mit seiner autoritären, biblisch nicht begründbaren Lehramtsideologie an der Spitze der Glaubenskongregation untragbar und unhaltbar ist.“

Er will daher nichts weniger als Absetzung des vatikanischen Glaubenspräfekten: „Am besten wäre es, zusammen mit seiner Absetzung diese unselige Behörde abzuschaffen.“

Der Quasi-Ketzerstuhl der Glaubenskongregation könne sodann in ein „Museum zur Analyse des inquisitorischen Geistes verbannt werden“, polemisiert Häring weiter.

Man sieht an diesem Beispiel einmal mehr:

Wenn es um die Durchsetzung eigener Vorstellungen geht, kann auch ein sonst gerne von „Demokratie“, „Dialog“ und „Toleranz“ schwafelnder Theologe plötzlich autoritäre Töne schwingen und in seinem kuriosen Machtrausch kurzerhand die Absetzung des drittwichtigsten Mannes in der katholischen Weltkirche verlangen, als wäre ihm hierzu irgendeine Befugnis verliehen  –  nicht einmal auf einen „basisdemokratischen“ Auftrag kann er sich dabei stützen.

DIESER ARTIKEL ist auch auf der JOURNALISTENWATCH veröffentlicht: http://journalistenwatch.com/cms/2013/11/26/katholischer-theologe-hermann-haering-fordert-die-absetzung-von-erzbischof-mueller/

Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Kirchen-Fürst auf Abwegen: Rottenburger Bischofs-Lob („Dankbarkeit und Anerkennung“) für Irrlehrer Hans Küng

Sowohl das Alte wie das Neue Testament fordern die Gläubigen auf, nicht auf Irrlehrer zu hören, sondern an der Botschaft Gottes getreu festzuhalten. Diese Aufforderung gilt besonders den Hirten der Kirche, erst recht den Oberhirten, also auch jenem von Rottenburg-Stuttgart: Bischof Gebhard Fürst.

Auf der amtlichen Homepage des schwäbischen Bistums findet sich jetzt auf der Startseite der Aufmacher: „Wichtige Anstöße für suchende Menschen“  –   und wer bietet uns diese?

Genau: der seit Jahrzehnten sattsam bekannte „Kirchenkritiker“  Hans Küng, dem 1979 vom Vatikan die Lehrerlaubnis für katholische Theologie entzogen wurde.

Bischof Fürst gratuliert dem theologischen Geisterfahrer zu dessem 85. Geburtstag, wogegen nichts einzuwenden wäre, würde es sich lediglich um eine Höflichkeitsgeste handeln   –  wobei sich auch dann noch die Frage stellen würde, ob dafür eine  Topmeldung mit Küng-Foto auf dem Bistumsportal nötig ist.

Aus dem Text geht freilich eindeutig hervor, daß es dem Rottenburger Oberhirten sehr wohl darum geht, den Irrlehrer und erbitterten Papst-Benedikt-Gegner auf das freundlichste zu würdigen, denn die Bistums-Meldung beginnt mit den Worten:

„Dankbar und anerkennend gratuliert Bischof Gebhard Fürst dem Tübinger Theologieprofessor Hans Küng zu dessen 85. Geburtstag am 19. März. Dankbar schaue er auf „unsere konstruktiven, wenn auch nicht immer einfachen Gespräche zurück“, schreibt Bischof Fürst in seinem Glückwunschbrief an Küng.“

Wie viele glaubenstreue und diensteifrige Geistlichen oder Theologen erhalten denn von Bischof Fürst einen solchen Gruß der „Dankbarkeit“ und „Anerkennung“?  

Dr. Bernd F. Pelz

Dr. Bernd F. Pelz

Warum wird diese warme Würdigung ausgerechnet einem notorischen Häretiker zuteil, der seit Jahrzehnten die Gottheit Christi leugnet, Papst und Kirche ständig attackiert und die in der Heiligen Schrift bezeugten Wunder in Abrede stellt?!  

Damit nicht genug, denn das Bistumsportal berichtet weiter über den skandalösen Fürstbrief:

„Wenn auch manche offenen Fragen zwischen Küng und dem kirchlichen Lehramt nach wie vor der theologischen Klärung harren würden, so sei dem Tübinger Theologen doch „für all die wichtigen Anstöße und theologischen Grundlagenarbeiten zu danken“, die er in den zurückliegenden Jahrzehnten für die Kirche und für suchende Menschen erbracht habe.“

Prof. Küng wurde vom Vatikan nicht etwa deshalb amtsenthoben, weil „offene Fragen“ zwischen ihm und dem „kirchlichen Lehramt“ noch einer „theologischen Klärung“ bedürfen, sondern weil Küngs Leugnung wesentlicher christlicher Glaubenswahrheiten als „geistige Kost“ für katholische Theologiestudenten nicht mehr hinnehmbar war. Das Bekenntnis zur Gottheit Christi ist schließlich kein Randpänomen, sondern die Kernbotschaft unseres Glaubens.

Ehren-Rotarier Gebhard Fürst ist freilich schon in früheren Jahren durch seine merkwürdigen Vorstellungen zur katholischen Glaubenslehre aufgefallen.

So gab der modernistische Kirchen-Fürst zB. am 20. Mai 2011 gegenüber der Ludwigsburger Kreiszeitung zu verstehen, daß er sich grundsätzlich weibliche Priester wünscht. Die theologischen Argumente gegen das Weiheamt für Frauen sind laut Fürst „heute nicht mehr so verständlich“.  Bischof Fürst könne durchaus nachvollziehen, daß sich Frauen in diesem Punkt ausgeschlossen fühlen, faßt die “Ludwigsburger Kreiszeitung“ die weiteren Aussagen des Bischofs zusammen.

Damit widersetzt sich dieser oberste Zeitgeistliche im Bistum Rottenburg-Stuttgart eindeutig dem Zeugnis der Heiligen Schrift und der Lehre seiner Kirche. Folglich stellt sich die logische und theo-logische Frage, welche Konsequenzen der Vatikan hieraus zu ziehen gedenkt.

Immerhin wurde der australische Bischof William Morris, der wiederholt erklärte, er wolle auch Frauen zu Priestern weihen, vor zwei Jahren durch Papst Benedikt seines Amtes enthoben, da er insoweit die Lehre der Kirche unterminiert habe.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

ZITAT aus der gemeinsamen Erklärung der deutschen Bischöfe vom 7.1.1980 zu Prof. Hans Küng:

„Diese Mängel werden vor allem in Professor Küngs Äußerungen über die Person Jesu Christi offenbar. Er möchte zwar „an den großen Intentionen und Gehalten der ökumenischen Konzilien“ festhalten, aber seine konkreten Aussagen über die Göttlichkeit Jesu Christi und die Dreifaltigkeit Gottes bleiben hinter dem Inhalt des überlieferten Glaubens zurück.

Es ist z. B. nicht falsch, aber es genügt nicht zu sagen, „daß in der Geschichte Jesu Christi wahrhaft Gott und Mensch im Spiel sind“. Für den christlichen Glauben ist das Bekenntnis entscheidend, daß Jesus Christus in uneingeschränkter Weise und von Ewigkeit her das Wort Gottes ist. „Wir glauben … an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater.“

Diese Worte des Großen Glaubensbekenntnisses muß man dem heutigen Menschen gewiß zu erschließen versuchen. Der Theologe darf gerade an diesem entscheidenden Punkt des christlichen Bekenntnisses aber nie undeutlich werden. Es geht dabei nämlich um die Wahrheit unseres Heils:
Wenn in Jesus Christus nicht Gott selbst sich den Menschen zugewendet hat, dann kann Jesus Christus uns auch nicht von Sünde und Tod erlösen. Hier sind sich alle christlichen Kirchen einig. Alle Aussagen über das Menschsein Jesu und seine beispielhafte Menschlichkeit sind für den Glauben nur voll bedeutsam, wenn sie innerlich mit dem uneingeschränkten Bekenntnis „wahrer Gott“ verbunden sind.“

Der Kirchenkritiker Hans Küng erhielt den Kulturpreis der deutschen Freimaurer und würdigte die Logenarbeit

Der bekannte Priester, Professor und Buchautor Hans Küng, dem der Vatikan 1979 die Lehrerlaubnis für katholische Theologie entzog und der seit langem führend in einer „Stiftung Weltethos“ arbeitet, wurde am 18. Mai 2007 in Köln mit dem Kulturpreis der deutschen Freimaurer geehrt.

Der von Zeitgeistmedien viel beklatschte Dr. Küng ist in den letzten Wochen wiederholt als scharfer Kritiker des Papstes und des vatikanischen Glaubenspräfekten Müller in Erscheinung getreten  –  aus unserer Sicht durchaus ein Anlaß, an seine damalige Rede vor den Logenbrüdern zu erinnern:

Er bedankte sich zunächst beim früheren WDR-Chef Fritz Pleitgen (der bereits denselben Preis erhielt)  und dem „verehrten Gr0ßmeister Oberheide“ für das „hohe Lob, das Sie mir zukommen lassen“.

Sodann teilt er den „sehr geehrten Freimaurern“ mit, er werde nunmehr „wohl noch Jahre dementieren müssen, ich sei Freimaurer geworden, was nun einmal für manche konservative Katholiken noch immer eine höchst verdächtige Angelegenheit ist und Munition für ihre gelegentlichen Attacken zu sein verspricht.“

Der bekannte Theologe spricht nun solidarisch darüber, daß „auch Sie als Freimaurer unter Verschwörungstheorien, Diffamierungskampagnen und direkten Angriffen zu leiden hatten“.

Passend dazu folgt eine ausführliche Kritik an der katholischen Kirche, weil sie in einer „systematischen Opposition zur Aufklärung“ gestanden habe, insbesondere „zur modernen Philosophie“ und zur „modernen Staats- und Gesellschaftstheorie mit den Folgen, die zur Französischen Revolution (1789) führten.“

Immerhin, das muß man Küng zugutehalten, „liegt es mir natürlich ferne, durch diese kurz skizzierte Konfliktgeschichte eine einseitige Schuldzuwendung vorzunehmen.“ 

Nun folgt ein kritischer Seitenhieb auf die von Freimaurerseite mitverursachte und von den Logen oft verherrlichte Französische Revolution:

„Auch die Aufklärung hat ihre Schatten. Die katholische Kirche war Hauptopfer der Französischen Revolution: Verlust nicht nur ihres gesamten Grundbesitzes, sondern auch eines erheblichen Teils ihres Klerus.“

Lob für das 2. Vatikanum und die Lichtenauer Erklärung

Küng glaubt freilich,  mittlerweile habe sich „sowohl in der katholischen Kirche als auch in der Freimaurerei ein Wandel vollzogen“, wobei er vor allem das 2. Vatikanum und dessen Erklärungen zur Religionsfreiheit, Menschenrechten, anderen Religionen  usw. als Beispiel erwähnt.

Sodann kommt er auf die  – von Kardinal König angeregte  – freimaurerfreundliche „Lichtenauer Erklärung“ vom 5. Juli 1970 zu sprechen, in der „manche Mißverständnisse ausgeräumt werden“.

Er erwähnt jedoch nicht, daß der Vatikan diesem Dokument keineswegs zugestimmt hat, der Wiener Kardinal König es daher nicht unterzeichnen durfte.

Kritik an der Unvereinbarkeitserklärung der Dt. Bischofskonferenz

Umso kritischer sieht Küng die „Unvereinbarkeitserklärung“ der  Deutschen Bischofskonferenz vom 12. Mai 1980, in der festgehalten wurde, daß der Standpunkt der Freimaurerei und der Glaube der kath. Kirche unvereinbar sind.

Der Kulturpreisträger der deutschen Logen äußert sich sodann erfreut über die freimaurerfreundliche Änderung des Kirchenrechts (CIC) unter Papst Johannes Paul II.:

„Drei Jahre später zeichnet sich in der römisch-katholischen Kirche eine veränderte Position ab. Die 1983 veröffentlichte nachkonziliare Neufassung des Codex Iuris Canonici erwähnt die Freimaurerei nicht mehr. Damit ist auch die 1917 angedrohte Exkommunikation aufgehoben.“

Allerdings hatte der damalige Kardinal Joseph Ratzinger eine Art Notbremse gezogen, was auch Prof. Küng bekannt ist. Daher sagte er:

„Ein moralisch begründetes Verbot einer Mitgliedschaft im Freimaurerbund freilich bleibt bestehen und wird in der „Declaratio de associationibus massonicis“ (26.11.1983) der römischen Glaubenskongregation unter dem Vorsitz von Kardinal Ratzinger, dem jetzigen Papst Benedikt XVI., für die Weltkirche bekräftigt.“

Abschließend betont Küng:

Mit vielen anderen in allen christlichen Kirchen teile ich die Überzeugung, daß ein Christ Freimaurer sein kann und ein Freimaurer Christ. Besonders in den USA, in Italien und Österreich sind die Zugehörigkeit zu Kirche und Freimaurertum alltägliche Praxis. Hier und da gehören auch herausragende Vertreter der römisch-katholischen Kirche dem Bund an.“

Er fügt hinzu: „Trotz aller römischen Restaurationsversuche und protestantischen Reaktionen hoffe ich nach wie vor auf eine Einheit (in Vielfalt!) der Kirchen.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Hier ein ausführlicher Artikel zum Thema Freimaurerei und Kirche, veröffentlicht in der Zeitschrift „Theologisches“: http://www.theologisches.net/kueble.htm

Link zur Rede Küngs: http://www.freimaurerei.de/rede-von-hans-kueng.html


Sechs Schmunzel-Meldungen als Wort zum Sonntag…

Wien: Die Organisation „Freie Religion jetzt!“ klagte über die Ernennung des Regensburger Bischofs Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation.  –  Zitat: „Wir verurteilen die Ernennung Müllers und lehnen einen konstruktiven Dialog mit ihm schon im voraus ab. Ein Kirchenfürst wie er, der keine andere Meinung als die seine und jene des Papstes akzeptiert, kann von uns nicht akzeptiert werden, da er nicht die gleiche Meinung hat wie wir. Zudem steht er den Piusbrüdern nahe.“

Stuttgart: Das Provinzialat der Piusbrüder in Deutschland bedauert die Ernennung Gerhard Ludwig Müllers zum Präfekt der Glaubenskongregation: Bischof Müller steht nicht für den wahren und unverfälschten katholischen Glauben eines Erzbischofs Lefebvre. Sollte sich der Hl. Vater noch anders entscheiden wollen, werde ihm Bischof Fellay gerne für den Posten zur Verfügung stehen.

Mainz: Das ZDF weist die Behauptung zurück, gegen die Kirche agitiert zu haben. Das ZDF habe keine religiösen Tendenzen und sei auch nicht antiklerikal eingestellt. Aus dem Umstand, dass ein Goßteil der Belegschaft aus günen Atheisten bestünde, die den Papst nicht leiden könnten und die katholische Kirche gerne abschaffen würden, könnten keine Schlussfolgerungen auf die Sendungen gezogen werden. Die Mitarbeiter verhielten sich hochprofessionell, weshalb man antikirchliche Propaganda nicht so platt brächte wie unterstellt.

Berlin: Die Bundesregierung erklärte ihr Einverständnis zur Ernennung Bischof Gerhard Ludwig Müllers zum Präfekten der Glaubenskongregation: Man hätte es zwar lieber gesehen, wenn z.B. Hans Küng diesen Posten erhalten hätte, aber Bischof Müllerr sei gerade noch akzeptabel. Man müsse jedoch kritisieren, dass der Vatikan die Bundesregierung nicht um ihre Zustimmung gebeten hätte. Damit setze Rom eine bedenkliche Entwicklung fort. Schon 2005 habe man einen Deutschen zum Papst gewählt, ohne vorher die Erlaubnis der Regierung in Berlin einzuholen. Beim nächsten Besuch der Bundeskanzlerin werde sie daher den Papst auffordern, bei weiteren Ernennung ihr Placet einzuholen.

Madrid: Wissenschaftler des Instituts für die Erforschung religiöser Phänomene im Sport haben die Frage untersucht, warum überdurchschnittlich viele katholische Staaten internationale Titel gewinnen. Ergebnis: Die Torschussquantität steht in 2/3 aller Fälle in direkter Proportion zu den gebeteten Rosenkränzen pro Kopf der Einwohner jener Länder.

Berlin: Die Gemeinschaft „Atheisten gegen Kirchenverbrechen“ protestierte gegen die „Rehabilitation des Hitler-Papstes“ in Yad Vashem. Es sei nicht angemessen, dass die Juden beginnen würden, den Kirchengegnern ein so gutes Todschlagargument wie das der Nähe der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus wegzunehmen. Die Leitung von Yad Vashem wurde aufgefordert, die alte Tafel wieder anzubringen und eine weitere zu ergänzen, die den Pacelli-Papst in brüderlicher Umarmung mit Hitler durch Auschwitz wandernd zeigt. Bei Bedarf sei man bereit, den Photoshop zu bezahlen, so die Gemeinschaft.

Quelle:
http://demut-jetzt.blogspot.de/2012/07/samstaglicher-newsticker.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed:+DemutJetzt+%28Demut+Jetzt!%29


Kritik von links am „umstrittenen“ neuen Chef der Glaubenskongregation

Hans Küng: „katastrophale Fehlbesetzung“

Wie nicht anders zu erwarten, hat sich das linke Medienlager mit deutlicher Schelte und handelsüblichen Schlag-Worten zur Ernennung Bischof Müllers als Präfekt der Glaubenskongregation geäußert.

Die Online-Ausgabe der Illustrierten  „Stern“ weiß über den Regensburger Oberhirten zu vermelden:

„In Deutschland ist der ehemalige Dogmatikprofessor umstritten. In seinem Bistum war er immer wieder mit Laienvertretern aneinandergeraten. Als Müller 2005 die Mitwirkungsrechte der Laien in den Kirchengemeinden drastisch einschränkte, brachte ihm dies auch innerhalb der deutschen Bischofskonferenz viel Widerspruch. Der Vatikan stellte sich allerdings hinter den Theologen.“

In Wirklichkeit hatte Bischof Gerhard L. Müller den überhandnehmen „Gremien-Katholizismus“ mit Tendenz zur Räte-Diktatur im Sinne des universalen Kirchenrechts zurückgedrängt, so daß sich der Papst selbstverständlich hinter ihn stellte.

Typisch ist auch das Echo der kirchenfeindlichen Illustrierten „News“ aus Österreich, die in Inhalt und Aufmachung dem „Stern“ verwandt ist.

Unter dem Titel „Der neue Großinquisitor“ werden bekannte Kirchenkritiker herbeizitiert, um die päpstliche Entscheidung für Bischof Müller massiv mieszureden  –  und wer eignet sich für diese Hau-drauf-Tätigkeit besser als der Theologe Hans Küng?!

Bischof Müller ist aus seiner Sicht nichts weniger als eine „katastrophale Fehlbesetzung“:

„Als Präfekt der Glaubenskongregation ist dieser bornierte Scharfmacher fehl am Platz“, sagte der Tübinger Theologe heute der Nachrichtenagentur dpa.

Küng läßt kein gutes Haar an der Neubesetzung:

„Offenbar hat Papst Benedikt nichts gelernt aus der auch in der Kurie kritisierten Fehlbesetzung des Staatssekretariats und anderer Schlüsselpositionen mit restaurativen Gesinnungsgenossen. Konflikte in der von Skandalen geschüttelten Kurie und römischen Kirche sind mit Müllers Ernennung vorprogrammiert.“

Bischof Müller besitze keinerlei Qualifikation für die wichtige Aufgabe im Vatikan. Er sei als Bischof unbeliebt, als Theologe ohne Relevanz und als Ökumene-Verantwortlicher eine Belastung – so die Rundumschläge des in Medien gern zitierten „Reformtheologen“.

Also mit anderen Worten und aus konservativer Sicht:

Der neue Chef der Glaubenskongregation läßt hoffen, daß einiges, was auch innerkirchlich längst aus dem Ruder läuft, allmählich wieder in klarere Bahnen geführt wird.