Kardinal Brandmüller: Es geht nicht „nur“ um ein Schisma, sondern um Häresie

Nach Auffassung von Kurienkardinal Walter Brandmüller geht es bei der Frage, ob es sich angesichts von Forderungen des Synodalen Weges um ein Schisma handelt, nicht so sehr um ein kirchenrechtliches Thema, „um Gehorsam und Ungehorsam gegen Papst und Kurie, der bei gutem Willen durch einen Ausgleich von Interessen zu beheben wäre“.

Es stehe „wesentlich Größeres auf dem Spiel“. Im Konflikt zwischen Rom und Deutschland geht es „um fundamentale Wahrheiten des Glaubens, der auf göttlicher Offenbarung beruht“. Das sagte der Kardinal in einem Beitrag für das Internetportals „kath.net“.

Er nennt bespielhaft die selbst von Bischöfen in Frage gestellte Unauflöslichkeit der Ehe und die Forderung, eine Wiederverheiratung kirchlich anzuerkennen, das Priestertum für Frauen (ausgehend von der untersten Stufe, der Diakonweihe).

Beiden Forderungen liege „die Leugnung des Glaubens zugrunde, womit zum Schisma die Häresie hinzukommt“. Damit seien aber „die Grundlagen des Glaubens verlassen – und damit die Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche“.

Kardinal Brandmüller resümiert: „Es gilt also, im Blick auf die aktuelle kirchliche Situation im deutschen Sprachraum illusionslos festzustellen, dass hier Schisma und ‚Häresie‘ gleichermaßen drohen.“ – Bezugnehmend auf den in Frankfurt tagenden Synodalen Weg kommt Kardinal Brandmüller zu dem Schluss: „Wenn also auf dem in Frankfurt eingeschlagenen Weg weitergegangen werden sollte, würden die beiden Tatbestände sowohl von Häresie als auch von Schisma erfüllt – und die damit verbundenen Folgen eintreten.“

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.kathnews.de/in-deutschland-drohen-schisma-und-haeresie-gleichermassen


Zunehmendes Schisma in der kath. Kirche?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Kirchenhistoriker Kardinal Walter Brandmüller stellt auf „Kath.net“ fest:

“Das Schisma in Deutschland hat schon begonnen… man kann von einem Schisma sprechen, wenn ein Prozess im Gange ist, der zur Loslösung von der hierarchischen Gemeinschaft, vom Papst führt…Man muss aufpassen, dass man nicht zwei Aspekte verwechselt, das Schisma und den Dissens auf der Ebene der Lehre, denn in diesem Fall haben wir mit Häresie zu tun. Im deutschen Fall haben wir diese beiden Aspekte“.

BILD: Unser Autor Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift FELS

Dafür drei Beispiele:

„Frauen sollen predigen dürfen“ lautet eine Artikelüberschrift der Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, Nr. 15 vom 11. April 2021, S. 10. Im Text heißt es u.a.

Das Bistum Osnabrück will Frauen und nichtgeweihte Männer häufiger in Gottesdiensten predigen lassen. Es bietet deshalb erstmals Predigtwerkstätten an, die allen Interessierten offenstehen… damit sollen sie sich auf die Aktion ‚Wir verkünden das Wort‘ vorbereiten, bei der ehren- und hauptamtlich Engagierte dazu aufgerufen seien, in Gottesdiensten das Wort Gottes auszulegen. Im vergangenen Jahr hatte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode… Frauen ausdrücklich zur Verkündigung aufgerufen“.

Der etwas schwammige Begriff „Gottesdienste“ sagt nicht aus, ob es sich bei diesem Aufruf auch um Eucharistiefeiern handelt.

Für diesen Fall gilt, was in der „Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester“ vom 15. August 1997 steht, die von sechs Präfekten römischer Kongregationen und zwei Präsidenten päpstlicher Räte unterzeichnet ist. Diese Instruktion wurde von Papst Johannes Paul II. am 13. August 1997 approbiert und zur Veröffentlichung angeordnet. Darin heißt es in Artikel 3 zur Predigt:

„Die Homilie: …Daher muss die Homilie während der Eucharistiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon, vorbehalten sein. Ausgeschlossen sind Laien, auch wenn sie in irgendwelchen Gemeinschaften oder Vereinigungen Aufgaben als ‚Pastoralassistenten‘ oder Katecheten erfüllen. Es geht …um eine demjenigen vorbehaltene Aufgabe, der mit dem Weihesakrament ausgestattet wurde. Deshalb ist nicht einmal der Diözesanbischof bevollmächtigt, von der Norm des Canons zu dispensieren“…

Unter der o.a. Quelle finden wir auch den Artikel „Segnungsverbot: Kritik wird lauter“:

„Nach Absage der Glaubenskongregation an die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare haben die Vorsitzenden der fünf deutschsprachigen katholischen Frauenverbände die Glaubenskongregation der katholischen Kirche in einem offenen Brief dazu aufgerufen, das Verbot aufzuheben…

Prof. Dr. Martin Kirschners, Inhaber des Lehrstuhls für Theologie in Transformationsprozessen der Gegenwart an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stellt fest, die Diskussionen um das Nein zur Segnung homosexueller Paare stehe in Zusammenhang mit der Gesamtsituation der katholischen Kirche. Deshalb sei der „Synodale Weg“ notwendig und unausweichlich. Aus Sicht Kirschners gehe es nun darum, Lebenswirklichkeiten in den Blick zu nehmen‘…

Auch der Bundesverband der Religionslehrerinnen und Religionslehrer in Gymnasien (BKRG) nahm… auf den Brief aus Rom Bezug… Sie könnten nicht hinnehmen, ‚dass eine ausgrenzende und auch theologisch nicht vertretbare Sexualmoral auf dem Rücken unserer Mitmenschen ausgetragen wird und die Glaubwürdigkeit unseres persönlichen Zeugnisses und unseres Glaubens‘ untergrabe“.

Die Lehre der katholischen Kirche zur Homosexualität findet sich im Katechismus der katholischen Kirche (KKK). Daraus seien die Sätze zitiert:

Homosexuellen „ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ (KKK, 2358).

Aber auch: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie (Homosexualität) als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen… Sie sind in keinem Fall zu billigen“ (KKK 357).

Ein drittes einschlägiges Beispiel zur Bestätigung der Aussagen von Kardinal Brandmüller findet sich unter der o.a. Quelle mit der Überschrift “Zugang zu allen Ämtern – Sr. Philippa: Frauenteilhabe muss sich ändern“.

Die Ordensschwester Philippa Rath aus der Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen fordert: „Frauen müssten Zugang zu allen kirchlichen Ämtern bekommen“. Das verlangt die Benediktinerin im „Interview der Woche“ des Radiosenders „B5 aktuell“.

Wir können annehmen, dass die Benediktinerin Rath das apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“ vom 22. Mai 1994 mit dem abschließenden Satz kennt:

„Damit also jeder Zweifel bzgl. der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich Kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22.32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“.

Was ist zu tun?

In einer Zeit der Verwirrung, die sowohl durch Unkenntnis der Lehre der Kirche wie durch fehlende Bereitschaft zur Umkehr gekennzeichnet ist, kommt dem Bekennermut der Gläubigen eine besondere Bedeutung zu.

Die Befreiung, die Kraft und die Freude, die von einem authentischen Glauben ausgehen, bezeugen uns jene, die zur Kirche und zu einem persönlichen Verhältnis zu Gott gefunden haben. Ihr Beispiel haben wir vor Augen.


Anne Mewis und die (un)heilige Vierfaltigkeit

Von Felizitas Küble

Aufmerksame Leser des CHRISTLICHEN FORUM reagierten mit interessanten Hinweisen auf unseren aufklärenden Artikel über die unsinnigen Botschaften der Seherin und „Passionsblume“ Anne Mewis aus Göttingen: https://charismatismus.wordpress.com/2020/08/31/goettingen-suehneseele-anne-mewis-leidet-fuer-die-erfuellung-der-weltensendung/ 
Zudem haben wir auch selber weiter recherchiert.

Diese selbsternannte Sühneseele hat an mehreren katholischen Wallfahrts- und Gebetsstätten mit ihrem auffälligen Verhalten für erheblichen Wirbel gesorgt, weshalb sie sogar im schwarmgeistig geprägten Heroldsbach ein Hausverbot erhielt.

Die von ihrem Erscheinungs-Jesus als „Leidensblume“ gewürdigte Visionärin verbreitet seit vielen Jahren auf einer eigenen Internet-Seite mit dem Titel „Anne-Botschaften“ ihre Sonderoffenbarungen, die sie  – eigenen Angaben zufolge – direkt aus dem Himmel erhält, teils von Jesus, Maria oder gar direkt von Gott-Vater.

Allerdings sind dabei dem theologischen Irrsinn keine Grenzen gesetzt. So bezeichnete z.B. der angebliche „himmlische Vater“ am 29. Juni 2015 die Madonna als „meine geliebte Mutter“ und lobte einen süddeutschen Marienwallfahrtsort.

An anderer Stelle gibt es folgende Botschaft für Anne vom 20. Januar 2013:
„Ich, der Himmlische Vater, spreche jetzt, in diesem Augenblick, durch Mein williges, gehorsames und demütiges Werkzeug und Tochter Anne, die ganz in Meinem Willen liegt und nur Worte spricht, die aus Mir kommen.

Geliebte kleine Schar, geliebte Gefolgschaft, geliebte Gläubige von nah und fern, heute, an diesem zweiten Sonntag nach Erscheinung, werde Ich euch eine wichtige Botschaft mitteilen.

Ja, Meine Geliebten, die Zeit rückt immer näher, dass Meine liebste Mutter mit Meinem Sohn Jesus Christus am Firmament erscheinen werden.“

Erstens ist Maria nicht die Mutter Gott-Vaters, zweitens wird sie nicht zusammen mit Christus am Firmament erscheinen, sondern der wiederkommende Erlöser allein als Richter der Welt.

Hier wird also eine heidnische „Vierfaltigkeit“ propagiert, die aus den drei göttlichen Personen und zusätzlich  aus Maria als der Mutter des „himmlischen Vaters“ propagiert.

Dieser horrende Unfug ist nicht nur irgendeine Häresie (religiöse Irrlehre), wie es viele gibt, sondern sogar Apostasie, also Abfall vom christlichen Glauben und Hinwendung zu heidnischen Muttergottheits-Vorstellungen.

Am 7. Juli 2019 würdigte der visionäre „Gott-Vater“ in einer Botschaft ausdrücklich die „Rosenkönigin von Heroldsbach“ (kirchlich strikt abgelehnt), die „nicht vergessen werden“ solle „in der Dreieinigkeit“ – somit erfolgte erneut eine „Hineinnahme“ Mariens in die göttliche Trinität.

Ähnlicher Vierfaltigkeits-Wahnsinn wurde einst schon in den Heroldsbacher Erscheinungen kundgetan, allerdings etwas versteckter und verdeckter – Näheres dazu siehe hier: 

https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%e2%80%9ehimmelsvisionen%e2%80%9c/

1.Gemälde: Evita Gründler

 


Bischof Bode leugnet das Mannsein Christi

Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück leugnet Konsequenz der Inkarnation (Menschwerdung Christi). Ein US-amerikanischer Bischof ruft ihn auf, zum Glauben der Kirche zurückzukommen und nennt Bodes Äußerung häretisch.

Laut Internetportal katholisches.de soll Bischof Bode, der gemeinsam mit der Theologieprofessorin Dorothea Sattler das vorbereitende Forum zum Thema „Frauen“ geleitet hatte, in einem positives Fazit der Synodalversammlung in Frankfurt u.a. gesagt haben, Christus „sei für uns Mensch geworden, nicht Mann“.
Damit stellt er nicht nur indirekt die unveränderliche Lehre der Kirche, dass nur Männern die Priesterweihe gespendet werden kann, erneut in Frage.
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Mit der Aussage, dass Christus kein Mann geworden ist, sondern Mensch, leugnet der Osnabrücker Oberhirte zudem die Konsequenz der Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth, der männlichen Geschlechtes gewesen ist.
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Auf Twitter reagierte darauf der amerikanische Bischof  Joseph Edward Strickland (Bischof von Tyler, Kalifornien) wie folgt:

„Bischof Bode…ich rufe Sie respektvoll von  Bischof zu Bischof auf, zu Ihrem Heil und zum Wohl der Kirche zur Wahrheit des Glaubensgutes zurückzukehren. Ihre Aussage, dass Christus ein Mensch geworden ist, aber kein Mann, ist lächerlich und häretisch. Ich kann nicht schweigend zusehen!“

(„Bishop Bode…I respectfully call you as one bishop to another to return to the truth of the Deposit of Faith for your salvation and for the good of the Church. Your statement that Christ became a human being but not a man is ridiculous & heretical. I cannot stand by in silence!”)

Exkommunikation

Nach dem Kirchenrecht ist Häresie die behaarliche Leugnug einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder ein behaarrlicher Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit (can. 751). Ein Häretiker zieht sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu (can. 1368 § 1).

Die Menschwerdung Christi, die sein Mannsein konsequenterweise miteinbezieht, ist eine kraft göttlichen Glaubens zu glaubende Wahrheit.  Wer sie öffentlich leugnet zieht sich automatisch die Exkommunikation als Tatstrafe zu (can. 1368 § 1).

Die Leugnung der nur Männern vorbehaltenen Priesterweihe hängt mit der geoffenbarten Wahrheit aufs engste zusammen. Eine gegenteilige Lehrmeinung ist von der Kirche verworfen (Johannes Paul II., Ordinatio sacerdotalis). Wer sie dennoch vertritt oder sie hartnäckig ablehnt, soll mit einer gerechten Strafe (Exkommunikation oder bei Klerikern Entlassung aus dem Klerikerstand nicht ausgeschlossen) belegt werden (can. 1371 § 1).

Quelle: https://www.kathnews.de/bischof-bode-christus-ist-nur-mensch-geworden-aber-nicht-ein-mann


Berlin: Kirchenhistoriker Fiedrowicz spricht am 13.9. über die „streitende Kirche“

Am Donnerstag, den 13. September 2018 um 19.30 Uhr, spricht Prof. Dr. Michael Fiedrowicz (Universität Trier) über sein neues Buch „Ecclesia militans, Die streitende Kirche, Zeugnisse aus der Frühzeit des Christentums

in der Bibliothek des Dominikanerklosters Sankt Paulus, Oldenburger Straße 46, 10551 Berlin-Moabit vorstellen.

Rod Dreher mahnt an, der Anfänge der Märtyrerkirche bewusst zu werden und sie für unser eigenes Handeln, insbesondere im Rahmen der Katechese und Verkündigung, in Erinnerung zu rufen. Genau an diesem Punkt setzt der katholische Kirchenhistoriker Fiedrowicz in seinem Werk an, dessen vier Großkapitel überschrieben sind mit:

1.      Der Kampf zwischen Kaiserkult und Christenbekenntnis: Kirchenverfolgung und Martyrium
2.      Kampf gegen die Häresie: Der Feind im Inneren der Kirche
3.      Geistlicher Kampf: Das Ringen mit „Mächten und Gewalten“
4.      Die Kämpfe der Endzeit: Der Antichrist und Satans letzte Verfolgung

Quelle: Stefan Friedrich, Leiter des Colloquium Catholicum


Vatikan: Wird Kardinal Gerhard Müller nach Mainz abgeschoben?

Die Tageszeitung Oberbayerisches Volksblatt (OVB) berichtet in seiner Internetversion „OVB-online“ vom heutigen 6. August über verschiedene Personalgerüchte im Vatikan, die nicht zuletzt deshalb ins Kraut schießen, weil im September üblicherweise neue Ernennungen oder Postenwechsel an der römischen Kurie stattfinden. 0022

Wie der Autor Ingo-Michael Feth schreibt, ranken sich die „wildesten Spekulationen“ um Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre  – und damit dritthöchster Mann in der katholischen Weltkirche (nach dem Papst und dem Leiter des Staatssekretariats).

Laut OVB solle Glaubenshüter Müller  –  den Gerüchten zufolge  –   durch den Wiener Kardinal Christoph Schönborn ersetzt werden. Sodann heißt es weiter: „Der gebürtige Mainzer Müller solle im Gegenzug mit dem  (…) vakanten Bischofsstuhl zu Mainz abgefunden werden. Es wäre eine Sensation, die nicht überall Begeisterung auslösen würde.“

Diese Spekulationen seien einerseits „mit Vorsicht zu genießen“,  erklärt der Autor, andererseits erwähnt er: „Hinter vorgehaltener Hand geben Prälaten jedoch zu, dass die Überlegungen durchaus plausibel scheinen.“

Der Grund hierfür: „Hardliner“ Müller sei dem Papst „bereits mehr als einmal in die Parade gefahren“:

„So soll er vor kurzem dem Redenschreiber des Papstes intern gar „Häresie“ vorgeworfen haben.“ – Zudem habe der Glaubenspräfekt erklärt, seine Kongregation habe die Aufgabe, das päpstliche Lehramt „theologisch zu strukturieren“  –  und das sei, so der OVB-Redakteur, als „Affront“ zu werten.

Abschließend stellt er fest:

„Auffällig ist, dass alle wichtigen Papiere aus der Kurie seit geraumer Zeit am obersten Glaubenshüter vorbeigehen. Auf Beobachter macht der Kardinal seit Monaten einen zunehmend resignierten Eindruck.“

Quelle für die Zitate: http://www.ovb-online.de/politik/vatikan-spekulationen-kardinal-mueller-6641451.html

Foto: Bistum Regensburg


Die „Seherin“ Maria Valtorta und ihre irrgeistigen Thesen über die „göttliche“ Madonna

6. Teil der Serie „Valtortas Irrtümer“

Am heutigen 1. Januar 2013, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, veröffentlichte eine von zwei Katholiken betriebene Webseite namens „WegWahrheitLeben“ wieder einige Auszüge aus den Visionen der italienischen „Seherin“ Maria Valtorta: http://wegwahrheitleben.wordpress.com/2013/01/01/maria-ist-miterloserin/

Valtortas umfangreiche Buchbände „Der Gottmensch“, die auf angeblichen himmlischen „Diktaten“ beruhen,  sind kirchlich nicht anerkannt, sie wurden vom  vatikanischen Hl. Offizium sogar ausdrücklich verworfen.

(Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/05/der-%E2%80%9Eosservatore-romano%E2%80%9C-uber-valtortas-visionen/)

Dieser fromme Blog bemerkt zudem nicht einmal, daß er sich im Grunde selbst widerspricht:

Eingangs gibt es dort zur Illustration nämlich ein schönes, kunstvolles Marienbild, wobei der Heiligenschein der Madonna die Worte des Engels enthält: Ave Maria, gratia plena“  =  Sei gegrüßt Maria, voll der Gnade! 

Genau dies ist der springende Punkt: durch Gottes GNADE wurde die Madonna das, was sie ist: media-374638-2

Das edelste Geschöpf Gottes und die auserwählte Mutter unseres Erlösers, der auch Maria erlöst hat, freilich in der bevorzugten Weise der Voraus-Erlösung (= makellose Empfängnis), wie das Immaculata-Dogma der katholischen Kirche verkündet.

Da Maria der von Gott am meisten begnadete Mensch ist, da sie die Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes ist, kann sie nicht zugleich im eigentlichen Sinne eine „Miterlöserin“ sein, nachdem sie doch selber durch des Schöpfers Huld erlöst wurde.

Erst recht ist die Madonna nicht „göttlich“. Dies zu behaupten wäre geradezu Gotteslästerung, weil ein Geschöpf dann mit dem Schöpfer selbst gleichgesetzt würde.

Sicherlich hat die seligste Jungfrau durch Gottes Hilfe  in einzigartiger Weise am Heilswerk des Ewigen mitwirken dürfen. Daher ist sie gleichsam Mitarbeiterin und Mithelferin beim Erlösungswerk ihres göttlichen Sohnes.

Wir alle sollen freilich „Mitarbeiter der Wahrheit“ sein (vgl Eph. 4,25); die Gottesmutter war dies zweifellos in herausragender Weise; insofern ist sie die Erste unter Gleichen, die geistliche Mutter der Christgläubigen.

Dies ändert aber nichts an der grundlegenden Tatsache, daß die Madonna sich in der Dimension der Geschöpfe befindet, ihr Sohn hingegen GOTT selber ist, aus dem Vater geboren vor aller Zeit.

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf darf nicht verwischt werden. Der Titel „Miterlöserin“ gehört wegen seiner mißverständlichen bis irreführenden Ausdrucksweise daher nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung.

Darauf hat auch Papst Benedikt mehrfach und deutlich hingewiesen. – Infos siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

Zurück zu Maria Valtorta. Die erwähnte Webseite veröffentlichte am heutigen Neujahrstag jene „Einsprechungen“, welche die Seherin angeblich am 2. Juli 1943 von Christus selbst erhalten habe:

„Jesus sagt:  “Die göttliche Mutter ist nicht anders als der göttliche Sohn. Nicht in der menschlichen Natur, nicht in der übermenschlichen Mission der Erlösung.“

Es gibt keine „göttliche“ Mutter, weil Maria nicht göttlich ist, also keine Göttin ist, sondern ein Geschöpf. Die katholische Kirche hat nie etwa anderes gelehrt.

Wenn Maria Valtorta mit ihren irrgeistigen Visionen dem Zeugnis der Heiligen Schrift und dem Lehramt der Kirche widerspricht, verbreitet sie fundamentale Irrlehren. Boppard-Severus-DSC_0357-2-2

Es ist geradezu unverfroren, Maria und Christus gleichzusetzen, was dann auch im nachfolgenden Satz geschieht, wo die „übermenschliche Mission der Erlösung“ angeblich jeweils dieselbe sein soll.

Maria ist aber kein Übermensch und sie übernahm keine übermenschliche Mission und erst recht nicht jene der „Erlösung“, da sie selbst als Angehörige des Menschengeschlechtes der Erlösung in Christus bedurfte.

Im nächsten Abschnitt erfolgt erneut eine dreiste Gleichsetzung unseres göttlichen Heilands mit seiner menschlichen Mutter, die erneut als „göttlich“ bezeichnet wird:

„Der göttliche Sohn sollte den Gipfel des Schmerzes in der Losgetrenntheit vom göttlichen Vater berühren: im Garten Getsemani, am Kreuz. Das war der aufs äußerste, zu unendlicher Herbheit gesteigerte Schmerz. Die göttliche Mutter sollte die Losgetrenntheit vom Sohn in den drei Tagen meiner Grabesruhe als den Gipfel des Schmerzes durchleiden.

Angesichts dieser seit 2000 Jahren ganz neuen Lehren bzw. Irrlehren meint wohl auch dieser Erscheinungs-„Jesus“, daß hier erheblicher Erklärungsbedarf besteht. Daher heißt es sodann:

„Es gibt viele geheime Seiten, die ihr nicht kennt, in dem Buch über das Leben der Allerreinsten Miterlöserin. Ich habe euch schon gesagt: “Die Geheimnisse Mariens sind zu rein und göttlich, als dass menschlicher Geist sie erfahren dürfte”.

Die katholische Kirche akzeptiert keine gnostischen Geheim- und Sonderlehren, die angeblich bis zum 2. Juli 1943 „nicht bekannt“ gewesen seien.

Laut verbindlicher katholischer Lehre ist die „göttliche Offenbarung“  mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Daran hat sich auch eine angebliche „Seherin“ namens Maria Valtorta samt ihrem Fanclub zu halten.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

HINWEIS der Redaktion: Herr Schenker hat in einer Zuschrift –  siehe  Leserkommentare hier –  darauf hingewiesen, daß der Ausdruck „göttlich“ in bezug auf die Madonna im entsprechenden italienischen Abschnitt von Valtortas Schriften offenbar fehlt. Wissenschaftlich geklärt werden kann die Frage, was Valtorta hier tatsächlich selber schrieb, allein mit ihrer Originalhandschrift bzw einer notariell beglaubigten Abschrift.