Studien belegen: Dauerhaftes Stillen von Kleinkindern fördert soziale und sprachliche Vorzüge

„Wir haben herausgefunden, dass Kinder, die länger und ausschließlich gestillt wurden, im Alter von drei Jahren für Sprache empfänglicher sind und einen höheren verbalen sowie nonverbalen Intelligenzquotienten aufweisen“, lautet das Fazit des Teams von Dr. Mandy Belfort vom Boston Childrens Hospital an der Harvard Medical School nach ihrer Untersuchung von 1312 Müttern und ihren Kindern.  IMG_1421

Weitere Studien bestätigen, dass Stillen die Intelligenz und die soziale Kompetenz der Kinder fördern. So attestieren die Studien von Deoni und Christakis Stillkindern lebenslange soziale Vorteile, bzw. Kleinkindern, die als Babys gestillt wurden, eine intensivere Hirnentwicklung als Flaschenkindern.

Eine signifikant bessere Sprachentwicklung bei Kindern konnte durch Bild- und Vokabeltest für 3-Jährige nachgewiesen werden, die länger gestillt worden waren.

Daher empfehlen die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sowie die Nationale Stillkommission des Bundesinstituts für Risikobewertung, Babys bis zum 6. Monat ausschließlich zu stillen und danach mindestens bis zum 12. Lebensmonat weiterzustillen.

Dr. Dimitri Christakis vom Seattle Children’s Research Institute fordert daher umfangreiche, intensive und anhaltende Anstrengungen zur Unterstützung des Stillens auf allen Ebenen: „Es ist klar, dass ein Teufelskreis entstehen kann, wenn ausbleibendes Stillen einen niedrigeren IQ und das wiederum einen niedrigeren sozioökonomischen Status zur Folge hat, was die Wahrscheinlichkeit herabsetzt, dass die nächste Generation gestillt wird“, schreibt Dr. Christakis.

Kognitive Fähigkeiten seien zudem für viele Mütter überzeugender als andere gesundheitliche Vorzüge der Muttermilch. Das Problem ist nicht, dass die meisten Frauen nicht anfangen zu stillen, sondern dass sie nicht dabei bleiben.

Quelle und weitere Studien hier: http://www.vfa-ev.de/index.php?id=6

Quellen:
BELFORT M.B. et al: Infant Feeding and Childhood Cognition at Ages 3 and 7 Years. Effects of Breastfeeding Duration and Exclusivity. JAMA Pediatr, 29.7.2013.
SACKER A. et al: Breast feeding and intergenerational social mobility: what are the mechanisms? Arch DisChild 24.6.2013.
CHRISTAKIS D.A.: Breastfeeding and Cognition. Can IQ Tip the Scale? JAMA Pediatr 29.7.2013.


Prof. Dr. Wolfgang Waldstein äußert fundierte Kritik an der Hirntod-Definition

Der Hirntod gilt als wesentliches Kriterium für die Entnahme von Organen. Dagegen gibt es jedoch überzeugende Einwände  – zum Beispiel die folgenden Kritikpunkte von Prof. Dr. Wolfgang Waldstein aus Salzburg.

Der österreichische Rechtshistoriker ist Mitglied der „Päpstlichen Akademie für das Leben“ und vielfacher Buchautor  –  darunter der Titel „Ins Herz geschrieben“ über die zeitlose Bedeutung des Naturrechts für Ethik, Moral und Gesellschaft.

Ein ausführlicher Beitrag des Professors zu diesem Themenkreis erschien in der Zeitschrift „Medizin und Ideologie“ (Nr. 3/ 2012).   –  Hier folgt sein Gastkommentar aus den „Stuttgarter Nachrichten“ vom 3.11.2012:

Johannes Bonelli hat in den Salzburger Nachrichten vom 21. August 2012 zur Hirntod-Definition von 1968 erklärt:

„Es herrscht seit damals weltweit ein Konsens unter Medizinern, dass der Nachweis des Funktionsausfalls des Gehirns durch dessen vollständige Zerstörung das bis heute sicherste Zeichen bzw. Kriterium für den Tod eines Menschen ist.“

Die Neudefinition des Todes im Jahre 1968 durch ein Komitee der Harvard Medical School macht aber selbst klar, dass die Annahme des Hirntodes als ausreichendes Todeskriterium nur den Zweck hatte, die Entnahme vitaler Organe eines Menschen mit schwerwiegender Hirnschädigung zu ermöglichen.

Der Report betonte als seine primäre Absicht, das irreversible Koma als neues Kriterium für den Tod zu definieren. Dafür werden zwei Gründe genannt:

Erstens hätten die Verbesserungen bei wiederbelebenden Maßnahmen dazu geführt, auch Menschen zu retten, die hoffnungslos verletzt seien. Manchmal sei das Ergebnis ein Individuum, dessen Herz weiterschlage, dessen Gehirn aber irreversibel geschädigt sei. Die Belastung für Patienten, die an dauerndem Verlust des Verstandes litten, sei groß.

Obsolete Kriterien für die Definition des Todes könnten zu Kontroversen beim Erlangen von Organen für die Transplantation führen.

Dieser zweite Grund für die Neudefinition, den der „Harvard-Report“ offenlegt, zielt eindeutig darauf, Hindernisse für das Erlangen von Organen für die Transplantation zu beseitigen.

Der Report war also nicht daran interessiert, die Wahrheit über den Zeitpunkt des Todes des Menschen festzustellen; er wollte vielmehr eine Definition schaffen, die es erlaubt, menschliches Leben nach bestimmten Kriterien als nicht mehr bestehend oder nicht mehr schützenswert anzusehen.

Harvard 1968: Die Neudefinition des Todeszeitpunkts war zweckgerichtet

Die Neudefinition hat vorrangig den Zweck, mehr Organe für Transplantationen verfügbar zu haben.

Die klinischen Erfahrungen mit der Anwendung dieses Hirntodkriteriums haben aber schon bald Zweifel entstehen lassen.

Bemerkenswert ist der Weg von Alan Shewmon, Vorstand der Neurologie und Pädiatrie am Olive View UCLA Medical Center Sylmar, Kalifornien, USA:

Er war vom Hirntod überzeugt und hat Organtransplantationen praktiziert. Ihm sind aber dabei mehr und mehr Zweifel an der Richtigkeit des Hirntodkriteriums gekommen.

Shewmon gelangt zu dem Ergebnis, dass nur Transplantationen durchgeführt werden dürften, bei denen die Organentnahme den Spender weder töte noch schädige: die Spende einer Niere, eines Leberlappens, eine Blut– oder Knochenmarkspende.

Es ist klar, dass die heutige Transplantationsmedizin, die ein enormes Geschäft geworden ist, solche Vorstellungen nicht mehr annehmen kann. Doch die Bedenken sind nicht weniger, sondern mehr geworden.

Das hat die Päpstliche Akademie der Wissenschaften zu einer neuerlichen Prüfung der „Zeichen des Todes“ veranlasst. Ein Kongress im Februar 2005 kam zu zwei Ergebnissen:

„Es gibt einen überwältigenden medizinischen und wissenschaftlichen Befund, dass das vollständige und unwiderrufliche Ende aller Gehirntätigkeit (im Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm) kein Beweis für den Tod ist. Der vollkommene Stillstand von Gehirnaktivität kann nicht hinreichend festgestellt werden. Irreversibilität ist eine Prognose und nicht eine medizinisch feststellbare Tatsache. Wir behandeln heute viele Patienten mit Erfolg, die noch jüngst als hoffnungslose Fälle betrachtet worden waren.“

„Eine Diagnose des Todes durch neurologische Kriterien allein ist Theorie, keine wissenschaftliche Tatsache. Sie reicht nicht aus, die Lebensvermutung zu überwinden.“

In dieser Lage ist es besonders wichtig, dass nicht „einige Gegner“, sondern Proponenten der „Neudefinition“ des Todes selbst öffentlich erklärt haben, dass die Anwendung des Hirntod-Kriteriums die Tötung des Spenders mit sich bringe.

Im „Hastings-Center-Report 38“ (6/2008), hat der Transplantationsarzt Robert Truog gemeinsam mit Franklin Miller vom National Institute of Health zugegeben, dass die Praxis des Hirntodkriteriums de facto die Tötung des Organspenders bedeute.

Daher müsse die „dead donor rule“ aufgegeben werden. Das Töten des Patienten durch Organentnahme sollte als „justified killing“ angesehen werden.

„Gerechtfertigte Tötung“?  – Dürfen wir „Leben retten durch Töten“?

Eine solche „gerechtfertigte Tötung“ ist nur in dem Kontext zu verstehen, dass die Transplantationsmedizin sich als eine humane, lebensrettende Maßnahme versteht. Mit der Organtransplantation können tatsächlich Leben in großer Zahl gerettet werden.

Dennoch stellt sich die Frage: Ist es wirklich gerechtfertigt, dass dafür der Organspender sterben muss? Kann man die Formel annehmen: Leben retten durch Töten?

Die Soziologin Alexandra Manzei schreibt dazu in der „Tagespost“ vom 4. September 2012:

„Seit 20 und mehr Jahren wird den Menschen gesagt, dass es sich bei Hirntoten um ganz normale Leichen handle. Das ist aber nicht der Fall. Um es einfach auszudrücken: Leichenteile kann man nicht verpflanzen; . . . Leichenteile würden den Empfänger vergiften. Verpflanzen kann man nur Organe von einem lebenden Organismus.“

Zur Frage der „Anzahl jener Hirntoten, die nicht tot sind“, meint Manzei:

„Erforscht werden können nur jene Fälle, bei denen nach Feststellung des Hirntodes keine Organe entnommen werden, da durch die Organentnahme in jedem Fall der Tod eintreten würde. Werden Organe entnommen, ist das Hirntodkonzept nicht falsifizierbar. Beim Hirntodkonzept handelt es sich um eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Ungeachtet all dieser Tatsachen wird das Hirntodkonzept hemmungslos angewandt, weil die Transplantationsmedizin die daraus resultierenden Tötungen unbedingt braucht. Die staatlichen Gesetze zur Transplantationsmedizin haben den Weg geebnet.

Sogar kirchliche Institutionen werben für die Bereitschaft zur Organspende, ohne zu sagen, was das für den „Spender“ bedeutet.

Es bedeutet  –  nach den Aussagen von Truog und Miller  – die meist wohl nicht bewusste Bereitschaft, sich töten zu lassen.

Quelle: http://search.salzburg.com/news/content/text/html/sn/news/sn0321_03.11.2012_41-43164676