SPD-Chef Sigmar Gabriel: Hausaufgaben gehören nicht ins Elternhaus…

Von Dr. Alexander Kissler

Sigmar Gabriel kann sich vorstellen, die Hausaufgaben abzuschaffen. Damit steht er symbolhaft für die Freiheitsaversion und Bildungsscheu der SPD…

Der fragliche Satz aus einem Interview vom zurückliegenden Wochenende lautet: Er, Sigmar Gabriel, befürworte, dass man die Hausaufgaben abschafft, denn „die Ungerechtigkeit beginnt doch damit, dass Eltern, die Akademiker sind, ihren Kindern bei der höheren Schulbildung einfacher helfen können als Eltern, die nicht studiert haben.“ Deshalb müsse das Bearbeiten von Aufgaben in der Schule stattfinden „und nicht im Elternhaus.“

Gabriel hält also wenig von seiner Kern- und Stammklientel. Arbeitern und Angestellten traut er nicht zu, ihren Kindern eine geistige Hilfe zu sein. Er überschätzt das Milieu, das er ablehnt, und beleidigt das Milieu, dem er entstammt. Für ihn beginnt offenbar, ganz wie weiland im wilhelminischen Bildungsbürgertum, der Mensch beim Doktor.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags hier: http://www.cicero.de/berliner-republik/gabriel-will-hausaufgaben-abschaffen-wie-die-spd-bildung-diffamiert/55630/


Berliner „Bildungsexpertin“ will Hausaufgaben abschaffen, weil sie angeblich „soziale Ungleichheit zementieren“

Pressemeldung des Verbands Familienarbeit:                                                  

In einer Stellungnahme gegenüber dpa spricht sich Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), für die Abschaffung der Hausaufgaben aus mit dem Hinweis: „Hausaufgaben alten Stils zementieren soziale Ungleichheit“.

Sie fordert, mehr Chancengleichheit zu schaffen durch „gemeinsames Lernen“ mindestens bis zum Alter von 14 Jahren und den flächendeckenden Ausbau der Ganztagsschule.

Missbilligend merkt sie an, dass 77 Prozent der Eltern ihren Kindern bei den Vorbereitungen von Klassenarbeiten und Referaten und 63 Prozent sogar grundsätzlich bei der Vertiefung des Lernstoffs helfen. Als zentralen Kritikpunkt führt sie weiter an: 

Foto: K. Ruprecht

Foto: K. Ruprecht

„Die Hausaufgaben werden in gewisser Weise zu einem neuen Kommunikationsmedium zwischen Eltern und Kindern, zu einer neuen Art von Vergemeinschaftung, weil man ja sonst viel weniger Zeit miteinander verbringt.“

Dazu nimmt Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbands Familienarbeit, folgendermaßen Stellung:

„Frau Allmendinger spricht hier sehr unverblümt aus, worum es ihr und ihren Gesinnungsgenossen eigentlich geht: Unter dem Stichwort „Chancengleichheit“ soll der Einfluss der am Fortkommen ihrer Kinder interessierten und motiviert mitwirkenden Eltern ausgehebelt werden. Buchstäblich „ohne Rücksicht auf Verluste“ soll allen Kindern nur noch das geboten werden, was eine immer unter Finanzierungsvorbehalt agierende Schule bieten kann.

In der Bilanz kann das nur heißen, dass alle Kinder auf einem höchstens mittelmäßigen Bildungsniveau bleiben müssten, eben damit diese Art von Chancengleichheit auch nach Abschluss der Schulzeit weiter gewahrt bliebe. Dieses Bestreben kann nur als ideologiegesteuerter Unsinn bezeichnet werden, der die individuellen Begabungen missachtet!“

Es sei keinesfalls etwas dagegen einzuwenden, dass Kinder bei Bedarf gezielt gefördert würden. Eine alle Kinder umfassende, verbindliche Ganztagsbeschulung sei jedoch ein massiver staatlicher Eingriff in die laut Verfassung vorrangig den Eltern zustehende Entscheidungsfreiheit über die Art und Weise der Erziehung ihrer Kinder.

Martin präzisiert weiter:  „Frau Allmendingers Vorstoß reiht sich nahtlos ein in den Mainstream vielfältiger Bemühungen, die Familie als Institution zu schwächen und Eltern aus der Verantwortung für ihre Kinder hinauszudrängen. Das kann keine positive Entwicklung bedeuten!“

Dr. Johannes Resch
Stellv. Vorsitzender Familienarbeit e. V.
www.johannes-resch.de