Kuba: “Damen in Weiß” bei friedlichem Protestmarsch mißhandelt und verschleppt

In Cárdenas (Provinz Matanzas) wurden am Sonntag elf Mitglieder der christlich geprägten Bürgerrechtsvereinigung „Damen in Weiß“ von Polizisten und Angehörigen der kommunistischen Staatssicherheit gewaltsam angegriffen und verschleppt.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, war auch Berta Soler, die Sprecherin der „Damen in Weiß“, unter den mißhandelten Bürgerrechtlerinnen.IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Nachdem die „Damen in Weiß“ die hl. Messe in der kath. Immaculata-Kirche in Cárdenas besucht hatten, zogen sie friedlich durch die Calle Real, eine der Hauptstraßen der Stadt, um die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern.

Polizisten und Angehörigen der kubanischen Staatssicherheit griffen sie daraufhin auf offener Straße an, schlugen sie und zerrten sie an den Haaren die Straße entlang. Wie Elizabeth Pacheco Lamas, Mitglied der „Damen in Weiß“ der IGFM berichtete, vertrieben die Angreifer die Passanten von der Straße, „damit die Passanten nicht beobachten konnten, was sie uns antun“. Wie es den anderen „Damen in Weiß“ ergangen sei, wisse sie nicht. Sie habe keine Ahnung, wo diese sich befinden, es sei nur bekannt, daß alle brutal geschlagen worden seien.

Sonia Garro ist seit dem 18. März 2012 ohne offizielle Anklage inhaftiert. Nach Angabe von Berta Soler wird Garro immer wieder von ihren Aufsehern mißhandelt. Kürzlich wurde sie geschlagen, weil sie forderte, dass ihre fundamentalen Menschenrechte respektiert werden.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html


Kommunistisches Kuba: Bürgerrechtler Antonio Rodiles verhaftet

Antonio Rodiles ist Koordinator der Bürgerrechts-Initiative „Demanda Ciudadana Por Otra Cuba“ (Bürger für ein verändertes Kuba). 

Die Aktionsgemeinschaft fordert von der kubanischen Regierung die Ratifizierung des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte und des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, welche Kuba im Jahr 2008 unterzeichnet hat.  280e4dc0e2d7575fffff805bffffffef

Rodiles ist zudem Koordinator des Projekts Estado de SATS, ein im Juli 2010 ins Leben gerufenes Internetforum für Debatten über soziale, kulturelle und politische Themen.

Am 20. Juni 2012 hatte die Bürgerrechts-Initiative der kubanischen Nationalversammlung in Havanna  –  also dem kubanischen gesetzgebenden Organ  –  ein Volksbegehren mit 500 Unterschriften überreicht, in dem die Ratifizierung der oben genannten Völkerrechtsverträge gefordert wurde.

Kuba unterzeichnete die Verträge im Jahr 2008. Doch erst nach der noch ausstehenden Ratifizierung können sie in Kraft treten und umgesetzt werden.

Aktuell wird Antonio Rodiles des „Widerstands gegen Staatsbedienstete“ (resistencia) angeklagt und befindet sich in Untersuchungshaft (prisión provisional). Sein Gerichtstermin steht noch nicht fest.

Quelle (Text/Foto): ACAT und ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE:  www.akm-online.info


Kuba: Felix Varela, Priester und Volksheld, auf dem Weg zur Seligsprechung

Der Geistliche kämpfte friedlich für die Abschaffung der Sklaverei und für ein unabhängiges Kuba

Das Verfahren zur Seligsprechung des Kubaners Felix Varela hat eine wichtige Hürde genommen: Papst Benedikt XVI. bestätigte jetzt, daß der Priester, der vor 159 Jahren in Havanna geboren wurde, „verehrungswürdig“ sei.

Varela, der mit 23 Jahren zum Priester geweiht wurde, war ein wichtiger Vertreter kubanischer Kultur und Gelehrsamkeit. Als Vertreter Kubas im spanischen Parlament brachte er Gesetzesvorschläge ein, die die Abschaffung der Sklaverei und die Autonomie der spanischen Kolonien forderten.

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US-Briefmarke 1997 (Foto:Wikipedia)

Daher gilt der tapfere Geistliche,  der 30 Jahre im amerikanischen Exil lebte und dort 1853 starb, den Kubanern bis heute als Unabhängigkeitsheld. Seine Gebeine ruhen in der Aula Magna der Universität von Havanna.

Schon bei seinem Besuch in Kuba vor zwei Wochen lobte Papst Benedikt den Priester Varela als Beispiel dafür, wie ein Mann des Glaubens zum Aufbau einer gerechteren Gesellschaft beitragen könne.

Die Heiligsprechungs-Kongregation des Vatikans hat dem Papst einstimmig empfohlen, Varela den Titel „verehrungswürdig“ zuzuerkennen, der ihm einen „heroischen Tugendgrad“ bestätigt.  Für eine Seligsprechung ist noch die Anerkennung eines Wunders vonnöten, das auf Fürbitte von Varela geschieht.

Quelle: Radio Vatikan