Kuba: Risse in der Internet-Zensur der kommunistischen Diktatur

30 „Damen in weiß“ in Havanna verhaftet

„14ymedio“, die erste unabhängige online-Zeitung Kubas, kann endlich auch von einigen Kubanern gelesen werden, erklärt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt. Notizblock-Stacheldraht-klein_d5cbbd6dfa

Nur wenige Stunden, nachdem die berühmte Bloggerin Yoani Sánchez die Zeitung am vergangenen Mittwoch ins Leben gerufen hatte, schritt bereits die kubanische Regierung ein und blockierte die Website. Doch seit der Nacht von Samstag auf Sonntag ist die Zeitung wieder zugänglich.

Nach Angabe der IGFM ist „14ymedio“ ein mutiges Projekt mit dem Ziel, das Informationsmonopol der kommunistischen Castro-Regierung zu beenden. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation unterstützt bereits seit Jahren unabhängige kubanische Journalisten bei ihrem Einsatz für Pressefreiheit.

Bevor die Blockade aufgehoben wurde, informierte die offizielle Zeitung der kubanischen Regierung „Granma“, dass Yoani Sánchez online-Zeitung Teil einer Verleumdungskampagne der Vereinigten Staaten gegen das kommunistisch geführte Kuba sei. Anzeige-Kuba-Flagge-Gitterstaebe_8a1367f180

„14ymedio“ berichtet kritisch über Verhaftungen und Repressionen gegen Dissidenten, Zensur auf Kuba und weltpolitische Themen. Wer in den vergangenen Tagen von Kuba aus versuchte, „14ymedio“ zu öffnen, wurde automatisch auf die regierungseigene Seite „Yoani$landia“ umgeleitet, auf der Schmähartikel gegen die Bloggerin zu lesen sind.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sieht in dem Zugang zu Kubas erster unabhängiger online-Zeitung nur einen kleinen Schritt in Richtung Meinungs- und Versammlungsfreiheit:

„Zu wenige Kubaner haben überhaupt die Möglichkeit, sich über das Internet zu informieren. Eine gedruckte, unabhängige Zeitung, die viele Menschen erreicht, ist weiterhin illusorisch. Erst am vergangenen Donnerstag wurden in der kubanischen Hauptstadt Havanna 30 Mitglieder der Bürgerrechtsorganisation ‚Damen in Weiß‘ kurzzeitig verhaftet, bloß weil sie ihr monatliches friedliches Treffen abhalten wollten.“

Eine Anwohnerin berichtet, dass das Viertel vor den Treffen der „Damen in Weiß“ jeden Monat unbewohnbar sei, weil Polizisten die Straßen abriegeln und an jeder Ecke Wachposten aufstellen.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9, 60388 Frankfurt a. Main
Tel.: 069-420108-11, Fax: 069-420108-33, info@igfm.de, www.menschenrechte.de

Kuba: Die kommunistische Diktatur verfolgt sogar Kinder

Siebenjähriger Junge aus politischen Gründen verhaftet

Sandra Guerra, ein Mitglied der christlichen Bürgerrechtsbewegung „Damen in Weiß“, wurde am 5. April an einem Kontrollpunkt in Managua, 18 Kilometer von der kubanischen Hauptstadt Havanna entfernt, festgenommen.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurden auch ihr 7-jähriger Sohn Miguel de Jesús und ihre 12-jährige Nichte Claudia Guerra von Polizeibeamten festgenommen und erst am Abend des 5. April wieder entlassen.Anzeige-Kuba-Flagge-Gitterstaebe_8a1367f180

Sandra Guerras einziges „Vergehen“ war, mit den beiden Kindern von Melena del Sur in die kubanische Hauptstadt zu reisen, so die IGFM.

Die Polizisten informierten Sandra Guerra, dass die kommunistische Staatssicherheit ihre Verhaftung angeordnet hätte.
„Nachdem meine Schwester mich angerufen hatte, wurde ihre Telefonverbindung vom Regime unterbrochen. Die gesamte Familie war sehr besorgt, weil wir stundenlang nicht wussten, wo sich Sandra und die beiden Kinder aufhalten“, so Roberto de Jesús Guerra Pérez, Leiter der regimekritischen Nachrichtenagentur Hablemos Press, gegenüber der IGFM.
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Die IGFM sieht in den Repressalien der Castro-Diktatur gegen Kinder eine Steigerung des Druckes, den das Regime ausübt, um friedliche Proteste zu ersticken.
„Die Dame in Weiß, Sandra Guerra, wurde bereits mehrmals misshandelt, wenn sie versuchte, nach Havanna zu reisen um zusammen mit anderen Frauen an friedlichen Protesten teilzunehmen. Jetzt wurden auch die beiden Kinder bedroht und beschimpft“, erklärt René Gomez, Vorsitzender der IGFM auf Kuba.
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Die IGFM ruft die Internationale Gemeinschaft zu Protest und Solidarität mit den „Damen in Weiß“ auf, die regelmäßig bei ihren friedlichen Protestmärschen für die Freilassung aller politischen Gefangenen Kubas von Staatssicherheitsbeamten und Polizisten bedroht, geschlagen und verhaftet werden.
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Oftmals sind unter den Verhafteten auch die minderjährigen Kinder der „Damen in Weiß“, die auch in der Schule von Schergen des Castro-Regimes beschimpft und bedroht werden, weil ihre Mütter regimekritisch eingestellt sind.
 
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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