Profeti della Quinta spielt beim Jerusalem-Festival in Ulm am 2. Oktober 2018

Im Rahmen des Festivals „Jerusalem“ spielt am Dienstag, den 2. Oktober, das Vokal-Ensemble Profeti della Quinta im Stadthaus Ulm u.a. Werke von Salomone Rossi und Claudio Monteverdi.

Das weltbekannte Vokalensemble Profeti della Quinta hat sich dem Werk des italienisch-jüdischen Komponisten Salamone Rossi (um 1570 – 1630) angenommen.

Sehr bekannt sind inzwischen Rossis Psalmvertonungen in hebräischer Sprache. Sie sind von außergewöhnlicher Schönheit und Eleganz und stehen der Kompositionskunst von Rossis Zeitgenossen, Claudio Monteverdi, in nichts nach.

Samstag, 2. Oktober 2018, 19.00 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Stadthaus Ulm
Münsterplatz 50
89073 Ulm

Quelle: Kultur-Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin


Jerusalem: Israelische Akademie würdigt deutschen Bibelwissenschaftler

Der Bibelwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Schorch von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist als erster Deutscher zum Ehrenmitglied der israelischen Akademie für hebräische Sprache  in Jerusalem gewählt worden. 

Mit der Ernennung werden Schorchs Beiträge zur Erforschung der hebräischen Sprache gewürdigt. Die israelische Akademie ist die höchste Institution für die Erforschung und Weiterentwicklung des Hebräischen.

Dr. Schorch (siehe Foto) wurde vom Vorstand der Akademie als Ehrenmitglied vorgeschlagen und zum Oktober 2016 in geheimer Wahl von den Mitgliedern gewählt. Diese Ernennung empfindet er als besondere Ehre:

„Ich verstehe die Aufnahme als hohe Anerkennung für die in der Bundesrepublik und in Halle heute geleistete wissenschaftliche Arbeit bei der Erforschung des Hebräischen. Diese steht bei uns ja immer auch vor dem belasteten Hintergrund der Vergangenheit, denn viele der hervorragendsten Kenner der hebräischen Sprache mussten aufgrund ihrer jüdischen Herkunft akademische und persönliche Diskriminierungen, Verfolgung und sogar Tod erleiden.“

Prof. Schorch ist Professor für Bibelwissenschaften an der MLU und Spezialist für samaritanisches Hebräisch, das heute nur noch von einer kleinen Gruppe von 800 Personen im Gottesdienst gesprochen wird, vor 2000 Jahren aber ein weit verbreiteter hebräischer Dialekt war.

In seinen Forschungen kooperiert er bereits seit Jahren mit Mitgliedern der Akademie, vor allem im Rahmen eines Editionsprojektes zur Samaritanischen Tora, bei der Erarbeitung eines Samaritanisch-Hebräischen Wörterbuchs sowie bei der Erforschung der hebräischen Alltagssprache. „Wir suchen nach Schreibfehlern in den alten Handschriften, weil die uns verraten, wie damals gesprochen wurde. Viele dieser sogenannten Schreibfehler gehen nämlich gar nicht auf Versehen zurück, sondern auf den Dialekt der Schreiber.“

Die Akademie der Hebräischen Sprache, im hebräischen Ha’Akademia LaLashon Ha’Ivrit, ist die höchste Institution für die Erforschung und Weiterentwicklung der hebräischen Sprache und als solche in Israel gesetzlich verankert. Ihr Auftrag ist es, das Hebräische in allen Epochen zu untersuchen und seinen Wortschatz, auch den der Dialekte, zu sammeln.

Quellen: Israelische Botschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg / Foto: Markus Scholz