Pilgerfahrt von Münster nach Herzfeld zum ältesten Wallfahrtsort Westfalens

Von Felizitas Küble

Herzfeld liegt im östlichen Münsterland und ist der älteste Wallfahrsort Wesfalens. Dort gab es zugleich die älteste Kirche des Bistums Münster, deren Grundmauern z.T. heute noch erhalten sind bzw. im Jahre 1975 unter der St.-Ida-Basilika ausgegraben wurden.

Die älteste Pfarrgemeinde Westfalens und zugleich das erste Gotteshaus weit und breit wurde von einer adeligen Ehefrau und Mutter erbaut, der heiligen Ida von Herzfeld, einem Städtchen, das ursprünglich als sächsisches Dorf „Hirschfelder“ (Hirutfeldun) hieß.

BILD: Idas Steinkirche im ländlichen Lippetal begründete die erste christliche Gemeinde Westfalens

Ida, diese frühmittelalterliche „Mutter der Armen“ – wie sie verehrt wird – war die Nichte von Kaiser Karl dem Großen und zugleich die Ehefrau des Sachsenherzogs Ekbert; er war einer der ersten bekehrten Gläubigen aus dem heidnischen Stamme der Sachsen, die sich lange der Christianisierung widersetzt hatten.

Doch während Kaiser Karl die „Sachsenkriege“ führte, gab es gottlob auch friedliche Wege, die zur allmählichen Evangelisierung dieses hartnäckigen Germanenstammes führten.

BILD: Darstellung der hl. Ida und der von ihr gestifteten Kirche im Altarraum der Herzfelder Basilika

Eine ganz herausragende Rolle spielt dabei die heilige Ida von Herzfeld, denn sie war volksverbunden, tiefgläubig und zugleich von tätiger Nächstenliebe erfüllt.

Dabei war zwar ihr Mann ein Sachse, sie selber jedoch eine fränkische Grafentochter, im Jahre 765 im Raum Köln geboren; sie gehörte als Verwandte von Kaiser Karl zum Stamm der Franken, der als erster den katholischen Glauben angenommen hat. Es gab zwar schon vorher christianisierte Germanen wie die Westgoten oder Vandalen, doch diese waren arianisch geprägt (die Arianer verehrten zwar Christus als höheres Wesen, leugneten jedoch seine Gottheit).

Herzfeld ist der älteste Wallfahrtsort in Westfalen. Bereits seit 825 pilgern Gläubige von nah und fern zum Grab der hl. Ida. Am 15. Oktober 2011 wurde die Pfarrkirche sogar zur päpstlichen Basilika erhoben.

Dieses Gotteshaus ist der dritte Kirchbau an dieser Stelle: erst gab es das frühmittelalterliche Kirchlein, das von der Herzogin Ida gestiftet wurde, danach einen romanischen Bau im Hochmittelalter  – und zuletzt im Jahre 1903 eine neugotische Kirche aus hellem Stein, weshalb sie auch als „weißer Dom an der Lippe“ bezeichnet wird.

Die alt-rituelle Gottesdienstgemeinschaft St. Aegidii in Münster pilgerte am Samstag, den 22. Juni, mit rund 30 Teilnehmern zur hl. Ida von Herzfeld. Pater Dr. Chrysostomus Ripplinger feierte in der Basilika die heilige Messe im überlieferten Ritus (siehe Foto).

Der Benediktiner aus der Abtei Gerleve organisiert seit Jahren Pilgerreisen mit seinen Gläubigen zu altehrwürdigen und bewährten Wallfahrtsstätten im Münsterland.

Nach der hl. Messe erklärte ein freundlicher Ehrenamtlicher aus der Gemeinde der Gruppe aus Münster die Krypta der Kirche, denn unterhalb der Basilika liegen die Gebeine der Herzogin Ida in einem wertvollen Schrein hinter Glas (siehe Foto).

Unter dem Sarkophag befinden sich der Original-Sarg der Heiligen, die am 4. September 825 starb. Die Wallfahrer dürfen den fast 1200 Jahre alten Steinsarg mit der Hand berühren.

Ida wurde neben ihrem schon früher verstorbenen Mann Ekbert beigesetzt. Nach seinem Tod wohnte sie in einem Vorbau direkt an der von ihr gestifteten Kirche, kümmerte sich um die Armen und widmete sich dem Gebet und der weiteren Bekehrung des Volkes. Zugleich wirkte sie als Friedensstifterin zwischen Franken und Sachsen.

Das BILD zeigt einige Gläubige aus der Pilgergruppe; sie hören aufmerksam den Worten des Kirchenführers zu

Schon bald nach ihrem Tod setzte ein wachsender Pilgerstrom zu ihrem Grabe ein. Die Verehrung der hl. Ida begann aus der Mitte des Kirchenvolkes, so daß Bischof Dodo von Münster sie im Jahre 980 zur „Ehre der Altäre“ erhob. (Damals wurde eine Heiligsprechung noch nicht vom Papst vorgenommen, sondern vom jeweiligen Oberhirten des Bistums, indem die Gebeine der/des Heiligen in die Kirche  – meist in den Altar  –  übertragen wurden.)

Eindrucksvoll ist auch das uralte Kreuz in der Krypta, von dem überliefert wird, es enthalte einen Splitter vom Kreuz Christi (siehe Reliquien-Kästchen unter der Brust des Kruzifixes).

Nach der Kirchenführung stärkten sich die Pilger aus Münster in einem nahegelegenen Cafe, wo sie gemeinsam ihre Eindrücke austauschen konnten.

Danach wurde in der Lippe-Au unweit der Basilika gemeinsam der Kreuzweg gebetet. Allerdings waren die einzelnen Stationen, die sich als Holzdarstellungen in den Bäumen entlang der Allee befanden, meist derart stark von Efeu umrankt, daß zwei Männer jeweils vorausgingen, um den Kreuzweg mit Handarbeit überhaupt sichtbar zu machen.

BILD: Zwei Teilnehmer beim Freimachen einer Kreuzwegstation – hinter ihnen Pilgerleiter Pater Chrysostomus Ripplinger.  Das weitere Bild zeigt die Grablegung Jesu

Beim gemeinsamen Beten des Kreuzwegs wurde auch die hl. Ida als Fürsprecherin für die Anliegen von heute angerufen.

Sie ist eine zeitlose Heilige, weil sie als Ehefrau, Mutter und Witwe die Gottes- und Nächstenliebe beispielhaft lebte und zugleich mit Mut und Demut der Kirche diente. So hat sie einst diese Region im Zeichen des Kreuzes Christi wesentlich mitgeprägt.

Beim Gang zu den einzelnen Kreuzwegstationen fiel der Pilgerschar auf den umliegenden Wiesen ein großes, hochgelegenes Storchennest auf, in dem sich eine Storchenfamilie (in der Mitte sieht man den Abkömmling) aufhielt.


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Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Ranis: Fastennachmittag mit Dr. Boroda würdigt sechs christliche Märtyrer der NS-Zeit

Jüdischer Autor über „Leidenswege in einem gottlosen System“

Beeindruckende Zeugnisse von Menschen, die für ihren Glauben ein Martyrium auf sich nahmen, legte Dr. Moisei Boroida am zweiten Fastensonntag in der katholischen St.-Elisabeth-Kirche in Ranis (Thüringen) vor.

Der Musikwissenschaftler und Autor zeichnete die Lebenswege von sechs christlichen Märtyrern des 20. Jahrhunderts nach, die „dem gottlosen System der Nationalsozialisten zum Opfer fielen“.

Da­bei verwob der 1947 in Georgien als Kind jüdischer Eltern geborene Künstler die Biographien mit Briefen, Zitaten und emotionalen Szenen zu einem Gesamtkunstwerk, ergänzt von der Musik der Schola der katholischen Gemeinde.

BILD: Mit den zwei Bänden des „Deutschen Martyrologiums“ bedankte sich Johannes Heibel (rechts) vom Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde Ranis bei Dr. Moisei Boroda in der St.-Elisabeth-Kirche.

Alle Märtyrer vereint die Bereitschaft, für ihren Glauben den Tod auf sich zu nehmen. Wie sich bei einzelnen Theologen des vergangenen Jahrhunderts diese Erkenntnis geradezu herausbildete, stellte Dr. Moisei Boroda eindrücklich vor.

Seine Texte – von den Lektoren der Raniser katholischen Gemeinde gelesen – ließen die Gäste aus Ranis, Pößneck, Neustadt/Orla, Auma, Weida und Saal­feld an den letzten Stationen des Lebens von Karl Leisner, Alois Andritzki, Edith Stein, Alfons Maria Waxmann, Franz Reinisch und Dietrich Bonhoeffer teilhaben.

Während Edith Stein, laut Boroda „eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des christlich-jüdischen Glaubens“, und der evange­lische Theologe Dietrich Bonhoeffer sicherlich den meisten Gästen vertraut waren, erschloss der Wissenschaftler mit den anderen vier Priestern Neuland. Alle kamen während des Zweiten Welt­krieges, zumeist in Konzentrationslagern oder in Gefängnissen, oder kurz danach ums Leben.

Drei von ihnen sind seliggesprochen (Leisner, Andritzki, Stein), für einen hat der Prozess dazu be­gonnen (Reinisch), Edith Stein wurde außerdem 1989 heiliggesprochen. Damit wird sie als Heilige in der katholischen Kirche besonders verehrt.

Johannes Heibel von der Raniser Gemeinde, der Dr. Moisei Boroda eingeladen hatte, sagte zur Begrüßung: „Uns erscheint es heute fremd, dass Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt und hingerichtet wurden.“ – In vielen Ländern der Welt sei dies jedoch auch heute noch zu beobachten.

Gleichzeitig schlug er den Bogen vom Pallotinerpater Franz Reinisch – einem der vorgestellten Märtyrer – zur Region: Zwei aus der weltweiten Gemeinschaft waren viele Jahrzehnte auch hier als Priester tätig, Pater Ewald Rieg in Ranis und Pater Remigius Unmüßig in Ziegenrück.

Als „sehr ansprechend und sehr prägnant“ würdigte Pfarrer Werner Ciopcia aus Neustadt/Orla im Gespräch mit dieser Zeitung den Fastennachmittag in Ranis. Ihn habe vor allem das Zusam­menspiel der Lebens- und Leidenswege der sechs Märtyrer sehr angesprochen.

„Das 20. Jahrhundert hat uns gezeigt, in welchen Abgrund der Staat kommen kann, wenn er und seine Anführer sich von Gott lossagen“, gab Dr. Moisei Boroda den Gästen am Ende der Veranstaltung mit auf den Weg.

Wenn Edith Stein gesagt habe, dass kein Weg am Kreuz vorbeiführe, so erweitere er diese Aussage zu: „Kein Weg führt an Gott vorbei“, so der Schriftsteller, Komponist und Musikwissenschaftler.

Autor dieses Artikels und Fotograf des ersten Bildes ist Stephan Breidt aus Ranis, dem wir für die Abdruckgenehmigung herzlich danken.

Gemälde: Evita Gründler

 


Münster: Jüdischer Künstler Dr. Moisei Boroda würdigt christliche Märtyrer der NS-Diktatur

Von Felizitas Küble

Am Sonntagabend, dem 25. November, gab es in der St.-Clemens-Kirche von Münster-Hiltrup eine außergewöhnliche Andacht: Der jüdische Komponist und Literat Dr. Moisei Boroda gestaltete eine Gedenkandacht für christliche Märtyrer – die meisten von ihnen katholische Priester – die wegen ihres Glaubens und ihrer Nächstenliebe in der NS-Diktatur ihr Leben lassen mußten.

Der Musikwissenschaftler und Schriftsteller aus Georgien, der seit Jahrzehnten in der westfälischen Stadt Herne lebt und ausgezeichnet deutsch spricht, kam mit seiner christlich-orthodoxen Frau Sofia Tchkonia zur Pfarrkirche, um einige mutige Geistliche aus der NS-Zeit und ihre heldenhafte Tapferkeit zu ehren.

BILD: Dr. Boroda gestaltete die Diashow mit Unterstützung seiner Frau Sofia – die ebenfalls Musikwissenschaftlerin ist  –  in der Clemens-Kirche von Münster-Hiltrup

Dem Künstler wurde 2016 der Ehrentitel „Botschafter georgischer Kultur“ verliehen; zudem erhielt er Literaturpreise und das Ehrendiplom der „Gesellschaft für die Renaissance jüdischer Kultur“.

Die bewegende Würdigung unter dem Leitwort „Denn Dein ist das Reich“ wurde mit einer eindrucksvollen Diashow und klassischer Musik (z.B. Bach, Schubert, Chopin) sowie einem altgeorgischem Choral begleitet.

Der Komponist setzt sich unermüdlich für das Andenken an christliche Blutzeugen ein, wobei er sein besonderes Augenmerk auf katholische Geistliche legt. Sein diesbezügliches Engagement begann bereits im Jahr 2001, als er sich näher mit dem Lebenszeugnis des seliggesprochenen Priesters Karl Leisners befaßte, der als Opfer der NS-Tyrannei im KZ Dachau starb.

Monika Kaiser-Haas (siehe 2. Foto) sprach am Ambo über Leben und Glaubenszeugnis ihres Onkels, des Geistlichen Karl Leisner aus dem Bistum Münster. Die Hiltruperin ist Vize-Präsidentin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises. (Unser Porträt des Seligen hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/06/17/der-selige-karl-leisner-priester-bekenner-und-maertyrer-in-schwer-bedraengter-zeit/)

Der konkrete Anlaß dieser kirchlichen Gedenkveranstaltung ist das zehnjährige Bestehen des Arbeitskreises Bernhard Poether, der von Pfarrer Ewald Spieker  – ebenfalls aus Hiltrup – geleitet wird.

Der Ruhestands-Geistliche (siehe drittes Bild) setzt sich für die Seligsprechung von Kaplan Poether ein, der wie Leisner (und hunderte weiterer Priester) im KZ Dachau starb. Elisabeth Georges erläutere die Stationen seines Lebens. (Näheres zu Poether hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/26/pfarrfest-in-muenster-hiltrup-zeigte-kelch-des-priesters-und-kz-opfers-bernhard-poether/)

Der Hiltruper Pfarrer Nike Netzler begrüßte die versammelten Gläubigen in der Clemens-Kirche. Die Lesungen und Dia-Fotos widmeten sich sodann neben Leisner und Poether weiteren Märtyrern, darunter dem Jesuitenpater Alfred Delp, der wegen seiner aufrechten Haltung gegen die NS-Tyrannei von Freislers Schreckensgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, wie Stefan Winter berichtete.

Zudem wurde an den Ordensmann Elpidius Markötter erinnert, der erst ins KZ Sachsenhausen kam und danach im KZ Dachau von NS-Schergen ermordet wurde. Magdalena Dreike verdeutlichte seinen tapferen Werdegang.

Das Gedenken galt sodann den bekannten vier Lübecker Märtyrern (siehe Foto), darunter drei katholischen Geistlichen (Johannes Prassek, Hermann Lange, Eduard Müller) und einem evangelischen Pastor (Karl F. Stellbrink).

Auch diese Männer mußten ihr konsequentes Glaubenszeugnis und ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Leben bezahlen, was Gisela Korth eindrucksvoll schilderte.

Dabei wurde an das Wort Christi erinnert: „Niemand hat eine größere Liebe, als wer sein Leben läßt für seine Freunde.“ 

Abschließend sprach Marie-Luise Lammert über den orthodoxen Priester-Mönch Prof. Dr. Grigol Peradze, dessen glaubensstarkes Leben in Auschwitz endete. Er wurde von der orthodoxen Kirche in Polen und Georgien zum Heiligen erklärt.

BILD: Der orthodoxe Geistliche und Märtyrer Grigol Peradze aus Georgien (Porträt aus der Diaschau)

Bei der Schlußansprache betonte Dr. Moisei Boroda (siehe Foto), der die Gesamtkomposition des Gedenkabends gestaltete, noch einmal das Motto „Dein ist das Reich“ aus dem ökumenischen Zusatz des Vaterunser-Gebets.

Er erläuterte, daß totalitären Ideologien wie der Nationalsozialismus und der Kommunismus auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt seien. Gottlose Systeme, welche die Zehn Gebote und die Menschenwürde mit Füßen treten, hätten keinen Bestand, denn der Ewige sei der HERR der Geschichte. 

Der jüdische Literat erinnerte dabei auch an die millionenfachen Opfer der unmenschlichen Sowjet-Diktatur, wobei auch unter „Hammer und Sichel“ tausende von Priestern – meist orthodoxe Geistliche  – als Märtyrer starben; nicht erst unter Stalin, sondern bereits unter Lenins Herrschaft. Umso wichtiger sei das gemeinsame Einstehen für die christlich-jüdischen Werte und Ideale inmitten einer verweltlichten Zeit.

Dr. Boroda würdigte das Vaterunser als eines der „schönsten Gebete“. In der nachfolgenden Diskussionsveranstaltung im Pfarrheim betonte er erneut die „jüdischen Wurzeln“ dieses wichtigsten Gebets der Christenheit.

BILD: Dr. Boroda mit seiner Frau Sofia Tchkonia nach der Gedenkveranstaltung

Bei dem Empfang im Gemeindehaus konnten Dr. Boroda viele Fragen gestellt werden, die er eingehend beantwortete. Dabei ging es auch um die Haltung kirchlicher Institutionen und Würdenträger während der NS-Diktatur, die sehr unterschiedlich war.  Der deutsch-georgische Schriftsteller würdigte vor allem den damaligen Berliner Oberhirten Graf von Preysing und seinen Einsatz für die verfolgten Juden.

Pfarrer em. Ewald Spieker moderierte den Abend im Pfarrsaal. Danach wurde Dr. Boroda vom Reporter einer Tageszeitung aus Münster interviewt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


CHRISTUS ist das Haupt der KIRCHE; sie ist sein Leib und wird von IHM erfüllt

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Eph 1,15-23:

Brüder! Ich höre nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den HERRN, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.
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Der Gott Jesu Christi, unseres HERRN, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr IHN erkennt.
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ER erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch IHN berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
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ER hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat, hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird.
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Alles hat ER ihm zu Füßen gelegt und IHN, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt; sie ist sein Leib und wird von IHM erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.

Wie die Fürsprache des hl. Antonius unserem verzweifelten Hausmeister geholfen hat

Vor ca 30 Jahren arbeitete ich in einem kath. Pflegeheim in der Verwaltung. Damals waren Handys noch nicht geläufig, weshalb unser Hausmeister sich mit einem teuren Funkgerät begnügen mußte.

Dabei konnte man ihn, wenn er benötigt wurde, lediglich mit einer Signal-Nummer „anwählen“, so daß er sich bei dem Betreffenden telefonisch zurückmelden konnte. (Zum Beispiel: „Die Nr. 3 hat sich gemeldet, das ist Sr. Agnes, die muß ich jetzt anrufen.“)

Der junge Hausmeister kam also in mein Büro und erzählte mir angenervt, er habe sein Funkgerät seit drei oder vier Tagen verloren und trotz aller Bemühungen – auch mit Hilfe von Freunden und Zivis – nicht finden können. Er jammerte mir vor, nun müsse er das schlimme Malheur seinem Chef melden, was ihm ganz unangenehm sei.

Ich beruhigte ihn und sagte, da gäbe es nur eine einzige Lösung, nämlich den heiligen Antonius.

Er verdrehte bei dieser Auskunft zunächst etwas die Augen, meinte dann aber, wenn es sonst keine Chance gäbe, könne man die Fürsprache dieses Heiligen ja mal anpeilen. Ich gab ihm zu verstehen, daß der hl. Antonius ein Helfer der Armen war und ein zugleich ein guter Geschäftsmann.

Von daher wäre wohl klar, daß für die übernatürliche Serviceleistung schon ein Bonus angesagt ist, wobei es mit einer Münze in den Klingelbeutel nicht getan sei. Er fragte zurück, was dieser Antonius von Padua wohl für seine Dienste „erwarte“, worauf ich sagte, er solle für den Fall des Erfolges an die zwanzig DM einplanen und sie in den Antonius-Opferkasten für Arme und Bedürftige spenden.

Ich sagte dem Hausmeister, er möge noch nicht zum Chef gehen, sondern etwas Geduld haben, denn jetzt müßten erst einmal die fälligen Gebete zum Himmel steigen. Der Mann war damit einverstanden und verließ mein Büro.

Ich sprach einige Stoßgebete und wandte mich wieder meiner Arbeit zu.

Nach etwa zehn Minuten klingelte es und die Angestellte eines Baumarkts meldete, es sei bei ihnen eine Art Funkgerät entdeckt worden. Sie habe eine Liste durchgeackert, welche Kunden und Firmen in letzter Zeit eingekauft und dabei vielleicht dieses Gerät liegengelassen hatten. Sie habe erst eine Reihe anderer Kunden vermutet und angerufen, die jedoch nicht betroffen waren. Nun versuche sie es schlußendlich noch bei uns. Ich war erfreut und teilte der Dame mit, daß wir haargenau ein solches Gerät vermissen.

Darauf habe ich über den Lautsprecher nach dem Hausmeister rufen lassen, der erneut in mein Büro kam. Ich erzählte ihm, der heilige Antonius sei ein schneller Arbeiter und habe bereits alles Nötige veranlaßt. Er möge in jenen Baumarkt gehen und sich das gesuchte Stück an Land ziehen.

Der Mann war hell begeistert  –  und schon kurz danach wußte das ganze Haus von dem „Wunder des hl. Antonius“. Noch Tage später war die Gebetserhörung in unserem Pflegeheim in aller Munde.

Mich hat es auch deshalb besonders gefreut, weil ich selber Anton heiße, weil durch diese Geschichte mein Namenspatron zu Ehren kam und unser Gottesglaube ganz handfest sichtbar und greifbar wurde.

Ich erinnerte mich an das Gleichnis Christi vom verlorenen Schaf und von der vermißten Drachme, die eine Frau im ganzen Hause suchte – und nach dem Auffinden derselben ihre Nachbarinnen und Freundinnen zusammenrief, um sich mit ihnen gemeinsam zu freuen.

Ähnlich hat es auch unser Hausmeister – obwohl ansonsten kein Kirchgänger – gehalten und überall erzählt, wie er zu seinem Funkgerät gekommen war und sich so den peinlichen Gang zum Chef ersparen konnte.

Unser Autor kommt aus Oberschwaben und ist unserer Redaktion seit Jahrzehnten bekannt; er hat auch schon als Ferienhelfer in unserem CHRISTOFERUSWERK mitgearbeitet

Oberes Foto:  Dr. Bernd F. Pelz


Die HEILIGEN preisen GOTT und haben ihre Gewänder gewaschen im BLUT des LAMMES

Heutige liturgische Festlesung der kath. Kirche: Offb 7,4.9-14:

Ich, Johannes, erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel Gottes auf ihrer Stirn gekennzeichnet waren. Es waren 144.000 aus allen Stämmen der Söhne Israels.

Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen.

Sie riefen mit lauter Stimme: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.

Und alle Engel standen rings um den Thron, um die Ältesten und die vier Lebewesen. Sie warfen sich vor dem Thron nieder, beteten Gott an und sprachen: Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen.

Da fragte mich einer der Ältesten: Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?
Ich erwiderte ihm: Mein Herr, das musst du wissen. Und er sagte zu mir: Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz