Johannes der Täufer und der hl. Joseph

Von Felizitas Küble

Am 24. Juni feiert die Kirche alljährlich das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer. Normalerweise wird bei den Heiligen sonst der Todestag zum Gedenktag erhoben, denn er ist ja der Geburtstag für den Himmel.

Doch es gibt drei Ausnahmen, bei denen die Kirche ausdrücklich den Geburtstag feiert:

Bei Jesus Christus (25. Dezember), bei Maria (Fest Maria Geburt: 8. September) und beim hl. Johannes, dem Wegbereiter des HERRN.

Bevor unser Erlöser sein öffentliches Wirken begann und die zwölf Apostel um sich scharte, waren zwei Männer für ihn besonders wichtig: Der hl. Josef als sein Nährvater – und sein Verwandter Johannes, der spätere Bußprediger.

Dessen Vater Zacharias war ein Priester des Alten Bundes, Elisabeth seine Ehefrau – und zugleich die Kusine Mariens.

Die Madonna besuchte nach der Verkündigung des Engels ihre betagte Base Elisabeth, um ihr bei der Schwangerschaft beizustehen und zugleich ihre eigene Glückseligkeit mitzuteilen, die Mutter des Messias zu sein.

Elisabeth begrüßte Maria als Gottesmutter, indem sie sprach: „Wie wird mir die Gnade zuteil, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?“

Der Ausdruck „HERR“ (griechisch: Kyrios) bezieht sich im biblischen Sprachgebrauch immer auf GOTT, somit finden wir im Lukas-Evangelium bereits zum ersten Mal den Titel „Gottesmutter“ für Maria.

Jesus sprach über Johannes den Täufer ein geheimnisvolles Wort, über das sich viele Exegeten (Ausleger) den Kopf zerbrochen haben:  Johannes der Täufer sei mehr als ein Prophet (das leuchtet ein) – ER fügt aber hinzu: Unter allen von einer Frau Geborenen ist niemand größer als er – und zugleich ist der Kleinste im Himmelreich größer als er.

Was kann unser Heiland damit gemeint haben?

Es gibt einige Hinweise, vielleicht trifft einer der beiden folgenden zu:

Johannes steht mit beiden Füßen noch im Alten Bund, sein Vater war Priester in der Ordnung Aarons und diente im Tempel des HERRN  –  zugleich ragt Johannes als Vorläufer Christi in den Neuen Bund hinein.

Vielleicht wollte Jesus sagen, daß Johannes der Größte im Alten Bund gewesen ist, daß er die Endzeit des Alten Testaments vollendet – daß aber der Neue Bund noch viel höher steht, weshalb ein Kleiner im Neuen Bund größer ist als ein Großartiger im Alten Bund.

Es gibt zudem eine zweite Deutung:

Der hl. Joseph lebte ganz im Verborgenen, er war unscheinbar und wirkte demütig im „Schatten“ von Jesus und Maria. Vielleicht meinte Jesus seinen Nährvater, als er von dem „Kleinsten“ sprach, der im Himmelreich größer sei als der bedeutsame Wegbereiter des HERRN, Johannes der Täufer.

Fest steht jedenfalls, daß wir es bei beiden Männern mit herausragenden Persönlichkeiten zu tun haben, mit großen Heiligen, die uns mit ihrer Fürsprache zur Seite stehen und uns ein immerwährendes Vorbild sind: Johannes, der gewaltige Bußprediger, mit seinem Mut – und Joseph mit seiner Demut.


Adventsfeier im Jahre 1000 mit streitbaren Nonnen und einem weinenden Bischof

Wie der hl. Bernward sich mit dem Kloster versöhnte

Am Fest des hl. Apostels Thomas, den 21. Dezember des Jahres 1000, kam Bischof Bernward von Hildesheim in das Kloster Gandersheim. Die berühmteste Ordensfrau dieser Benediktinerinnenabtei, Schwester Hroswitha, eine begnadete Dichterin, war wenige Monate zuvor gestorben.

Die Leitung des Klosters lag in den Händen einer ebenso klugen wie selbstbewußten Frau: der Äbtissin Gerberg, einer Schwester der Herzogin von Schwaben.

Der hl. Bischof Bernward, der Erzieher Kaiser Ottos III., stammte aus dem sächsischen Hochadel. 993 wurde er Bischof von Hildesheim. Er förderte und gründete Klöster. Die schulische Bildung lag ihm ebenso am Herzen wie die Unterstützung der Armen.

Um sein Bistum vor den Einfällen der Normannen und Slawen zu schützen, baute er Burgen und Stadtmauern. Bischof Bernward war jedoch vor allem ein Seelsorger, daneben aber auch ein sehr kunstsinniger Oberhirte.

Eigentlich hätten sich Äbtissin Gerberg und die Schwestern von Gandersheim freuen müssen, dass der Bischof sie besuchte. Ihre Freude hielt sich freilich in Grenzen.

Zwischen dem Bischof von Hildesheim und dem Kloster bestand ein Konflikt:

Während Bernward davon ausging, dass die Abtei zu seinem Bistum gehöre und damit auch seiner geistlichen Aufsicht unterstehe, waren Äbtissin und Konvent der Überzeugung, als kaiserliches Kloster habe nicht der Ortsbischof die Zuständigkeit, sondern der Metropolit und damit der Erzbischof von Mainz als Reichskanzler und Kurfürst.

Mainz war fern, und Hildesheim lag nah. Die sehr selbstbewußten Damen aus dem Adel machten Bischof Bernward deutlich, dass der Erzbischof von Mainz und nicht er hier das Sagen habe. Nun konnten sie ihn, nachdem er an ihre Klosterpforte kam, nicht abweisen. Damit hätten sie sich gegen die Gastfreundschaft versündigt, die der hl. Benedikt in seiner Regel sehr stark betont.

Bischof Bernward wurde mit der gebotenen Ehrfurcht empfangen, und da er den Gottesdienst feiern wollte, zog man zur Kirche.

Die Schwestern sangen altüberlieferte Weisen und Lieder, die Schwester Hroswitha gedichtet und vertont hatte. Man hätte meinen können, es sei nun aller Streit begraben, aber beim Gabengang kam es zu einem Eklat.

Die Schwestern, die dem Bischof die Gaben überreichen sollten, legten sie ihm nicht in die Hände, sondern vor die Füße. Manche behaupten sogar, sie hätten sie ihm vor die Füße geworfen.

Der mächtige Bischof Bernward war über diesen Affront bei der heiligen Messe so erschüttert, dass er zu weinen begann, sich niederkniete und für die Schwestern betete. Er war außerstande die Feier der heiligen Messe in dieser Atmosphäre des Streites fortzusetzen.

Äbtissin Gerberg und ihre Mitschwestern begriffen, dass man zu weit gegangen war. Es gab andere Wege, um eine von den Schwestern behauptete Rechtsunsicherheit zu klären. Es hätte sie gegeben, aber nach diesem Vorfall war man in der Schuld Bernwards.

Die Tränen Bernwards bewirkten, was sonst keine Macht der Welt fertiggebracht hätte, die Schwestern von Gandersheim unterstellten sich ohne Vorbehalt und unwiderruflich dem Bischof von Hildesheim und seinen Nachfolgern.

Bischof Bernward hat mit seinem Verhalten sehr viel anders reagiert, als es andere Bischöfe in seinem Fall getan hätten. Man war zur damaligen Zeit sehr schnell bereit, die Exkommunikation auszusprechen und den Bann zu verhängen.

Damit wäre das Kloster ohne die heilige Messe und ohne die Sakramente gewesen. Keine Glocke hätte mehr zum Gebet gerufen, und die Toten wären ohne ein christliches Begräbnis geblieben.

Das alles wurde den streitbaren Nonnen von Gandersheim erspart, weil sie sich von den Tränen des Bischofs Bernward rühren ließen.

Diese Episode der Geschichte zeigt, dass die Frauen des Mittelalters keine so untergeordnete Rolle in der Kirche spielten, wie häufig behauptet wird.

Die Geschichte stammt aus dem inhaltsreichen, sehr empfehlenswerten Weihnachts-Buch „Christ, der Retter ist da“ (siehe Foto) von Ludwig Gschwind – bestellbar hier für nur 5 Euro: https://www.fe-medien.de/Christ-der-Retter-ist-da

3. Foto: https://bistum-augsburg.de/Heilige-des-Tages/Heilige/BERNWARD-VON-HILDESHEIM

 


Herrliches Sommerfest auf Schloß Assen: Gelungenes Theaterstück über Thomas Morus

Von Felizitas Küble

In Ostwestfalen (Lippetal) befindet sich das eindrucksvolle Haus Assen, ein typisch westfälisches Wasserschloß, das von der theologisch konservativen Ordensgemeinschaft SJM (Diener Jesu und Mariens) betreut und verwaltet wird – früher als Jungen-Internat, heute als Tagungs- und Seminarhaus: http://www.haus-assen.de 

Zudem gibt es Freizeiten für Familien und im Sommer ein „Assenfest“, manchmal mit einem tollen Theaterstück, das stundenlang dauert, aber von meist jugendlichen KPE-Pfadfindern echt professionell gespielt wird.

Vor zwei Jahren erleben wir einen spannenden Western auf dem Rasen zwischen Schloß und Wald, diesmal ging es ohne „Geknalle“ ab, freilich mit umso mehr geistigem Gehalt, handelte es sich bei dem Helden doch immerhin um einen Heiligen: Thomas Morus, Ex-Lordkanzler des englischen Königs und Märtyrer der katholischen Kirche.

Die gelungene Darbietung fand recht originell auf dem Hofplatz von Haus Assen statt – dazwischen der breite Wassergraben der Burg – und auf der Weide saßen keine Kühe, sondern die Zuschauer, darunter eine Reihe katholischer Priester, die über den „Fluß“hinwegschauten, um das mehrstündige Theaterstück zu sehen.

Die Akustik war trotz der erheblichen Entfernung sehr gut und deutlich, die Schauspielkunst der Laienspieler beachtlich. Da dieses Stück weitgehend aus Dialogen bestand, ohne daß dabei die „Action“ fehlte, gab es für die Spielteilnehmer sehr viel auswendig zu lernen; immerhin dauerte das Theater weit über zwei Stunden.

Das Thema schien uns aktuell wie noch nie:

BILD: Der König auf dem Weg zu seinem Lordkanzler Morus auf dem Boot mit Hofstaat

Es ging um jenen mutigen Heiligen, der sich im 16. Jahrhundert weigerte, dem ehebrecherischen König Heinrich VIII. zu folgen, nachdem dieser nicht „nur“ – gegen den Willen des Papstes – seine rechtmäßige Gemahlin verstieß und seine Geliebte Anne Boleyn heiratete, sondern sich im Gefolge seiner sittenlosen Aktivitäten auch noch von der katholischen Kirche loslöste und eine eigene Konfession ins Leben rief: die anglikanische nämlich, bekanntlich seitdem „Staatskirche“ von Großbritannien.

Auch wenn der römische Papst prinzipientreu blieb und das Ehesakrament gleichsam „auf Biegen und Brechen“ tapfer gegen einen mächtigen König verteidigte, so sah es mit den Bischöfen auf der Insel trostlos aus:

Mit einer Ausnahme – dem unbeugsamen Märtyrer John Fischer –  unterwarfen sich alle Oberhirten den Forderungen des tyrannischen Herrschers, der übrigens insgesamt sechsmal heiratete und drei seiner Ehefrauen der Hinrichtung zuführte – also sicherlich nicht gerade das, was man unter einem glaubwürdigen Kirchengründer versteht.

BILD: Thomas Morus betet zum Abschied mit seiner Frau und Tochter

Es ging also um die Unauflöslichkeit einer sakramental geschlossenen Ehe  – und hier konnte das Oberhaupt der Katholischen Kirche nicht um eines faulen Friedens willen nachgeben.

Die Sakramente sind von Christus selbst gestiftet und seiner Kirche anvertraut – und damit steht die Kirche „unter“ dem Willen des HERRN, dem sie zu dienen hat – und nicht umgekehrt, denn die Sakramente sind keine kirchliche Verfügungsmasse – dem Zeitgeist untertan – sondern unantastbare Gnadenmittel Gottes, sie sind Geheimnisse des Höchsten.

Wer heute darüber klagt (und dies gewiß nicht zu Unrecht), daß allzu viele Bischöfe sich mehr am Weltgeist als am Heiligen Geist orientieren, der möge sich damit „trösten“, daß es diesbezüglich nichts Neues unter der Sonne gibt – wobei das Versagen der damaligen englischen Bischöfe in der Kirchengeschichte leider nicht einzig dasteht (erinnern wir uns z.B. an die Krise des Arianismus im 4. Jahrh. ff.), doch dieses Thema ist ein weites Feld.

BILD: Thomas Morus tröstet seine Tochter, oben steht der Henker mit seinem Beil, rechts außen ein angepaßter Bischof, der sich dem ehebrecherischen König unterwarf

Das Theaterstück über Thomas Morus mit dem Titel „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“ war nicht nur hervorragend gespielt, sondern machte auch nachdenklich, nicht nur wegen seiner gleichsam „beklemmenden“ Aktualität; vielmehr wirkte es auch als Selbstimpuls, als Appell an das eigene Ich und Gewissen, den Willen Gottes bzw. die Gebote des Ewigen ins Zentrum des eigenen Lebens zu rücken und GOTT mehr zu gehorchen als den Menschen und dem gerade „angesagten“ Zeitgeist.

Das Sommerfest begann aber nicht mit dem Thomas-Morus-Theater, sondern mit einem feierlichen Hochamt im alten Ritus, das vom Generaloberen der SJM-Ordens, Pater Paul Schindele, in der Schloßkapelle würdevoll zelebriert wurde. Auch die Gläubigen wirkten gesammelt und andächtig, was man in den „normalen“ Gemeindemessen oft vermißt.

Nach dem Gottesdienst begann die eindrucksvolle eucharistische Prozession um das Schloß herum, es wurden Kirchenlieder gesungen und Litaneien gebetet. Pater Harald Volk, Hausoberer von Schloß Assen, trug das Allerheiligste unter dem „Himmel“. In dieser idyllischen Landschaft und in der Gemeinschaft so vieler gläubiger Katholiken konnte die Verehrung und Anbetung des Altarsakramentes das Herz des Kirchenvolks besonders erwärmen.

Nach der Prozession gab es für die Pilgerschar ein geselliges Beisammensein mit reichlich Pommes, Salat, Wurst und Fleisch. Viele Leute, die sich bereits kannten, freuten sich über ein Wiedersehen, andere lernten sich dort kennen und schlossen neue Kontakte unter Gleichgesinnten.

Nach dem Essen ging es auf die Stühle und Bänke der „grünen Wiese“ zum Theaterstück, wobei der Ordensobere einige personelle Veränderungen erläuterte und den Patres von Haus Assen für ihre loyale, kreative und zuverlässige Arbeit dankte, vor allem Superior Harald Volk (siehe Foto), aber auch Pater Tobias Christoph, der sein Wirkungsfeld für die Jugend- und Familienarbeit bald nach Süddeutschland „verlegen“ wird.

Als das anspruchsvolle Theaterstück  – gespielt von den Kölner KPE-Stämmen  –   zu Ende war, wirkten die Zuschauer recht gedankenschwer und innerlich bewegt, wobei die Eindrücke bald in geselliger Runde ausgetauscht werden konnten, denn es gab Kaffee und eine nicht enden wollende Anzahl von leckersten Kuchen (mitgebracht von den Gästen), so daß man es mit der „Qual der Wahl“ zu tun bekam…

Das ganze „Assenfest“ war auch diesmal wieder eine von A  bis Z gelungene Veranstaltung, vor allem für Familien und junge Katholiken – den Patres und KPE-Pfadfindern bzw. Schauspielern sowie allen Helfern sei ein herzliches Dankeschön gesagt. 

Übrigens: Das derzeitige Foto auf unserer Startseite ganz oben zeigt Wildgänse  vor Haus Assen, die von der Wiese ins Wasser trabten und nun Richtung Schloß unterwegs sind

 

 


Wer auf GOTT vertraut, schöpft neue Kraft und erhält Flügel wie Adler

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jesaja 40,25-31:

Mit wem wollt ihr mich vergleichen? Wem sollte ich ähnlich sein?, spricht der Heilige.

Hebt eure Augen in die Höhe und seht: Wer hat die Sterne dort oben erschaffen? ER ist es, der ihr Heer täglich zählt und heraufführt, der sie alle beim Namen ruft. Vor dem Allgewaltigen und Mächtigen wagt keiner zu fehlen.

Jakob, warum sagst du, Israel, warum sprichst du: Mein Weg ist dem HERRN verborgen, meinem Gott entgeht mein Recht?
Weißt du es nicht, hörst du es nicht? Der HERR ist ein ewiger Gott, der die weite Erde erschuf. ER wird nicht müde und matt, unergründlich ist seine Einsicht.

ER gibt dem Müden Kraft, dem Kraftlosen verleiht ER große Stärke. Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen.

Die aber, die dem HERRN vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler; sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.

 


Forschungen zum Hl. Nikolaus: Reliquien stammen aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.

Wie die Infoseite „Grenzwissenschaft aktuell“ berichtet, haben Wissenschaftler der britischen Oxford-Universität jetzt Reliquien datiert, die kirchlich dem hl. Bischof Nikolaus zugesprochen werden und die seit dem Jahre 1087 in der nach dem Heiligen benannten Basilika in Bari aufbewahrt werden.

Das Ergebnis der Radiokarbontests bestätigt, daß die Knochen immerhin das richtige Alter  –  nämlich 4. Jahrhundert n. Chr.  –  aufweisen, also von dem beliebten Heiligen stammen können  –  und somit nicht widerlegt sind (wie es bei manch anderen Reliquien der Fall ist).

Der sowohl von der katholischen Kirche wie auch von der ostkirchlichen Orthodoxie verehrte Bischof Nikolaus starb im Jahre 343 nach Christus. Er gehörte zu jenen Oberhirten, die sich im damaligen christologischen Streit für den Glauben an die Gottheit Jesu eingesetzt haben.

Weitere Infos hier: https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/knochenreliquie-des-heiligen-nikolaus-koennten-vom-heiligen-stammen20171218/


Kinofilm über Pedro Poveda: Mutiger Priester – Pädagoge – Heiliger und Märtyrer

Von Felizitas Küble

Es ist zu hoffen, daß dieser Spielfilm mit dem Titel POVEDA auch bald den Weg in die deutschen Kinos findet, denn im Mittelpunkt steht ein Held, der zugleich katholische339701r Priester war  –  und der vor 13 Jahren (am 4. Mai 2003) heiliggesprochen wurde.

Der im Jahre 1874 in Linares (Spanien) geborene Pedro Poveda Castroverde wurde mit 23 Jahren zum Priester geweiht. Er war als Lehrer und Seelsorger tätig, errichtete zudem pädagogische Werke und Schulen für Kinder und Jugendliche, die er dem Herzen Jesu weihte.

Er kümmerte sich auch um die Erwachsenenbildung besonders der ärmeren Bevölkerungsschichten. Vor allem die Förderung von Mädchen und Frauen war ihm sehr wichtig, ebenso die Verbesserung der Lehrerausbildung, wobei er  –  im guten Sinne   –  fortschrittliche Ansichten vertrat.

Poveda gründete die Akademie der hl. Theresia von Avila und später die „Theresianische Vereinigung“ zur Ausbildung von Lehrerinnen und zur allgemeinen spirituellen und intellektuellen Förderung der Frauen. Das Institut ist heute bereits in 34 Ländern tätig. Er kooperierte dabei mit der gebildeten Katholikin Pepita Segovia.

Später leitete er das Zentrum „Los Operaios“ für die Katechese (Glaubensunterweisung) des Kirchenvolks. Zudem setzte er sich intensiv für eine gegenseitige Durchdringung und Zusammenarbeit von Glaube und Wissenschaft ein.
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1914 eröffnete der Priester das erste Studentinnen-Heim Spaniens in Madrid  – auch mit dieser Residenz wirkte er als Pionier des gesellschaftlichen Fortschritts. Eine von ihm gegründete Kongregation (ordensähnliche geistliche Gemeinschaft) wurde 1924 von Papst Pius XI. als Säkularinstitut anerkannt.

1921 zog Poveda in die spanische Hauptstadt Madrid; dort wurde er zum „Kaplan des Königlichen Palastes“ ernannt. Ein Jahr später wurde er Mitglied des Zentralvorstands gegen den Analphabetismus. (Damals konnten über 2/3 des spanischen Volkes weder lesen noch schreiben.)

Zudem war der glaubensstarke Kleriker als Schriftsteller aktiv und brachte mehrere Zeitschriften heraus. Er stand überdies in Kontakt mit deutschen katholischen Bildungswerken.

Der ebenso gebetseifrige wie einsatzfrohe Priester wurde am 28. Juli 1936 nach der Feier einer hl. Messe durch Truppen von General Franco hingerichtet, nachdem er bei seiner Festnahme erklärt hatte: „Ich bin ein Priester Christi.“

Der 61-jährige Märtyrer ist nicht der einzige Kleriker, den die faschistischen Milizen während des Spanischen Bürgerkrieges ermordeten; es gab vor allem im Baskenland über ein dutzend weitere Priester. Allerdings war die Zahl der Todesopfer, die auf das Konto der kommunistischen Untergrundkämpfer gingen, noch weitaus höher (bezogen auf Kleriker). Auf beiden Seiten kam es zu jedenfalls zu zahllosen Grausamkeiten und Exzessen.

Pedro Poveda wurde 1974 anläßlich der 100-Jahr-Feier seines Geburtstages von der UNESCO als großer Pädagoge und Humanist gewürdigt und als „eine der berühmtesten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Bildung, Kultur und Wissenschaft“ geehrt, wobei dieser Priester die „Weltkultur“ positiv geprägt habe. 

Weitere Infos mit Fotos (auf spanisch) hier: http://www.pedropoveda.org/

 

 


Neues Pallotti-Porträt von Michael Triegel

Das neue Porträt von Vinzenz Pallotti ist am vergangenen Freitag im Provinzialat der Pallottiner in Friedberg feierlich präsentiert worden. Rund 200 Gäste aus Kirche, Gesellschaft und Politik waren gekommen, um das Gemälde von Michael Triegel zu sehen.index

Gemeinsam mit dem Künstler enthüllte der Provinzial der Pallottiner Pater Helmut Scharler im Rahmen der Feier das neue Bildnis.

Anläßlich des 50. Jahrestags der Heiligsprechung Vinzenz Pallottis (2013) hatte die Gemeinschaft der Pallottiner den angesehenen Leipziger Künstler Michael Triegel damit beauftragt, ein Porträt ihres Gründers anzufertigen.

Nach der Präsentation stellte Dr. Hermann Reidel, Leiter der Kunstsammlungen im Bistum Regensburg, den Gästen das Gemälde vor und sprach von einem großen Verdienst der Gemeinschaft „durch die Neuanfertigung eines bedeutenden neuen Porträts ihres Gründers auf diese Lichtgestalt der Kirche in all ihrer Aktualität aufmerksam zu machen.“

Schließlich sprach auch Michael Triegel ein paar Worte zu seinem neuen Gemälde. Der 1968 in Erfurt geborene Künstler erläuterte, dass er kein typisches Heiligenbild malen wollte; sein Ziel sei es vielmehr, durch sein Bildnis die Ideen Vinzenz Pallottis zu transportieren. index (2)

Bei der Aufgabe stand er zudem vor der Herausforderung, einen Mann zu malen, der sich zu Lebzeiten gewährt hatte, porträtiert zu werden. So hatte er lediglich die Totenmaske sowie längere Aufenthalte in den Räumen Pallottis in Rom für die Studien zur Verfügung.

Für ihn selbst fiel die Arbeit an dem Werk in eine bewegende Zeit: „Ich habe an dem Porträt gearbeitet, als ich mich auf meine Taufe an Ostern 2014 vorbereitet habe.“

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein hatten die Gäste die Möglichkeit, den „neuen Pallotti“ genau unter die Lupe zu nehmen, sowie mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen.

Musikalisch umrahmt wurde die Nachmittagsveranstaltung von dem Klassiktrio Galina Gembler, Karsten Brandt und Rainer Oberauer, die u. a. Stücke von Mendelssohn, Bach und Mozart spielten.

Zu sehen ist das neue Pallottigemälde in Kürze im Provinzialat in Friedberg

Kontakt-Daten:
Herz-Jesu-Provinz der Pallottiner, Vinzenz-Pallotti-Straße 14 in 86316 Friedberg (Bayern)
Tel.: 0821.600 52-520  / Fax: 0821.600 52-506
info@pallottiner.org  / http://www.pallottiner.org
Fotos: Eva Djakowski