Pfingstbewegte Dämonen-Liste von A – Z

Von Felizitas Küble

Für die meisten Pfingstbewegten und Charismatiker stehen „Heilung und Befreiung“ im Mittelpunkt ihres theologischen Denkens und ihrer „seelsorglichen“ Tätigkeit. Dies gilt sowohl für evangelisch/freikirchliche wie für katholische Gläubige dieser Richtung, wenngleich sich die Formen und Schwerpunkte bisweilen unterscheiden.

Besonders eifrigen Charismatiker ist es ein Herzensanliegen, ständig mit Quasi-Exorzismen zugange zu sein, also Menschen von unreinen Geistern zu befreien.

Dabei werden ihnen in diesen Kreisen vermeintlich „okkulte“ Bindungen und Belastungen oft erst suggeriert bzw. eingeredet (vielleicht eher unbewußt bzw. aus religiöser Verblendung), um sie dann hiervon zu „heilen“.

Ein typisches Beispiel sind die in Büchern und Vorträgen verbreiteten „Dämonen-Listen“, die eine Art Übersicht über die Finsternismächte und deren Wirken bieten wollen.

Zu den diesbezüglichen „Aufklärern“ gehört das Pfingstler-Ehepaar David und Martina Lichtenegger, das eine „Online Bibel-Schule“ betreibt.

Zwar räumen diese protestantischen Heilungsprediger durchaus ein, nicht hinter jeder Krankheit, Charakter- oder Persönlichkeitsstörung müsse unbedingt ein „Dämon“ stecken, doch die Wahrscheinlichkeit scheint recht groß zu sein – das gilt auch für den Schnupfen.

So schreibt David Lichtenegger hierzu aus eigener Exorzistenerfahrung u.a. folgendes (die vielen Kommafehler stehen im Originaltext):

„Ich habe mal bei einem Mann der starken Husten hatte, dem Dämon der diesen Husten erzeugt hat den Kampf angesagt und er wich auch, doch das Husten hörte nicht ganz auf, ich habe dann wahrgenommen in mir, da bin ich noch nicht fertig hier ist noch einer oder mehrere so in etwa war die Wahrnehmung, also sagte ich; alle Dämonen die Erkältung, Schnupfen, Trockenheit usw. erzeugen ich befehle euch auszufahren im Namen Jesus, so in etwa und siehe da, es geschah wieder Befreiung, wir waren dann noch nicht fertig als wir das Gespräch beendet hatten, doch das war so ein Fall.“

(Quelle: Siehe Kapitel: „Woher weis ich welcher Dämon oder Dämonen in mir oder in anderen sind?“: https://online-bibel-schule.com/daemonenliste-n/)

Um die Geduld unserer Leser nicht zu überanstrengen, beschränken wir uns bei Lichteneggers drei-teiliger „Dämonen-Liste“ auf den ersten Teil, in welcher durch Teufel verursachte Probleme von A bis Z, von Angst bis Zorn aufgezählt werden, darunter auch folgendes:

„Krankheit – Schmerzen – Taubheit – Lähmung – Skoliose  – Hautallergie  – Nahrungsmittelallergie –  Schwäche – Müdigkeit -Schizophrenie – Traumas – Kummer – Entmutigung – Enttäuschung.“   (Quelle: https://online-bibel-schule.com/wp-content/uploads/2018/11/D%C3%A4monen-Liste-1.pdf)

Liste zur anti-dämonischen „Hausreinigung“:

Engagierte Charismatiker kümmern sich um fast alles, auch um die „Hausreinigung“.

Gemeint sind damit „verfluchte Objekte“ in den eigenen Räumlicheiten, daher folgt eine Liste mit Dingen die entweder mit Flüchen belastet sind oder sogar Dämonen legales Anrecht geben können in eurem Leben“.

Hier ist natürlich Handlungsbedarf angesagt. Wenn jemand solch üble Gegenstände in seinem Besitz hat, ist klar dass dies eventuell zu Problemen, Sorgen, Krankheiten, Alpträume und vieles mehr führen kann“.

Zu den verfluchten Objekten gehören laut Lichtenegger-Liste „alle Bilder , Figuren, Aufkleber, Tapeten, Figuren und Gegenstände“ mit diversen abergläubischen oder fremdreligösen Motiven, aber auch mit katholischen oder allgemein christlichen Symbolen: „Mutter Maria  – Bilder von Heiligen (…)  –  Rosenkranz  –  Kreuze mit angeblichen Jesus abgebildet  –  Katholische Bibel (Einheitsübersetzung).

(Quelle: https://online-bibel-schule.com/hausreinigung/)

Aus meiner Sicht erübrigt sich hierzu jeder weitere Kommentar.

 


Werden laut Bibel alle Gläubigen geheilt?

Von Felizitas Küble

Am 24. Juni 2019 veröffentlichte das charismatisch orientierte Nachrichtenportal „Kath.net“ ein Interview mit dem evangelischen Heilungsprediger Chris Gore; er ist leitender Pastor der pfingstlerischen Bethel-Gemeinde in Kalifornien: http://www.kath.net/news/68336

In dem Gespräch geht es  – typisch für dieses schwarmgeistige Spektrum – natürlich darum, daß es angeblich eine göttliche Verheißung sei, alle Kranken zu heilen.

Prediger Gore versteigt sich dabei zu der Behauptung, fehlende Heilungen lägen u.a. an einer „schlechten Theologie“ – und er schildert dann, was er damit meint:

„Wir beten als Christen Gebete wie „Gott, wenn es dein Wille ist, dass sie geheilt wird…“

Schlechte Theologie?

Im Vaterunser hören wir es aber anders  – und das Gebet des HERRN ist mit Sicherheit eine gute Theologie: „Dein Wille geschehe!“

Als Christus auf dem Ölberg vor seinem Leidensweg stand, betete er: „Vater, laß diesen Kelch an mir vorübergehen, aber nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Doch Bethel-Pastor Gore pflegt seine eigene Bibelkunde und kontert wie folgt: „In Jakobus 5,15 heißt es, dass das gläubige Gebet den Kranken retten und der Herr ihn aufrichten wird.“

Mit dieser Stelle aus dem NT begründet übrigens die katholische Kirche das Sakrament der Krankensalbung.

Allerdings bedeutet „aufrichten“ keineswegs automatisch eine körperliche Heilung, vielmehr geht es vor allem um das Heil der Seele, um die helfende Gnade Gottes für den Leidenden, damit er seine Krankheit im Hinblick auf das Kreuz Christi besser ertragen kann.

Bei dem Wort „retten“ steht  aus biblischer Sicht erst recht nicht die äußere Genesung im Mittelpunkt, sondern die Rettung der Seele.

Sodann erzählt der euphorische Pfingstprediger den Kath.net-Lesern folgendes: „Ich glaube also nicht, dass Gott im Himmel sitzt und entscheidet, wen er heilen wird und wen nicht. Im Wort Gottes heißt es, dass Jesus alle unsere Sünden und unsere Krankheiten auf sich genommen hat.“

Die alttestamentliche Messiasverheißung aus Jesaja 53 derart verstiegen auszulegen, als ob Gott damit die Heilung aller Krankheiten versprochen hätte, ist völlig unhaltbar.

Das wußten auch die Apostel sowie der Völkermissionar Paulus, die viele Menschen in der Kraft und Vollmacht Christi geheilt haben, aber beileibe nicht alle.

Paulus empfiehlt jedenfalls seinem Mitarbeiter Timotheus, er möge nicht nur Wasser, sondern auch „ein wenig Wein trinken um deines Magens willen und weil Du oft krank bist“ (1 Tim 5,23). Es handelt sich hier um einen vernünftigen Ratschlag, nicht um eine Wunderheilung.
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In 2 Tim 4,20 heißt es: „Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück.
Paulus hat also einen Gläubigen krank zurückgelassen, ihn somit gerade nicht geheilt.
Als der Völkermissionar einst selber vom Leiden gezeichnet war (es wurde ihm, wie er schrieb, „ein Stachel ins Fleisch gestoßen“), flehte er den HERRN dreimal um Heilung an (2 Kor 12,1 ff):
.„ER aber antwortete mir: Laß Dir an meiner Gnade genügen; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.“
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DAS ist die wahrhaft christliche Haltung, wie sie uns das Vaterunser und Christi eigenes Beispiel lehrt: DEIN WILLE geschehe! – Laß Dir an meiner Gnade genügen!
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Mit anderen Worten: Natürlich kann der Allmächtige die Kranken heilen, aber wichtiger als „Heilung“ ist das HEIL und die Rettung, die uns in Christus geschenkt wurde.
 

Warum unterstützen katholische Geistliche das charismatische Haus Raphael?

Von Felizitas Küble

Seit fast zwanzig Jahren gibt es im hessischen Bad Soden-Salmünster Seminare und Gebetstage im Haus Raphael, das von charismatischen Nonnen aus Indien betreut wird, besonders von Sr. Margaritha Valappila, zugleich Autorin mehrerer Bücher (z.B. „Jesus lebt heute“) mit diversen „Heilungszeugnissen“ und schwarmgeistigen Visionen.

Sr. Valappila tritt bisweilen im Gottesdienst mit einem langen weißen Schal über ihrer Nonnentracht auf, wobei der Schal in seiner Art und Form einer priesterlichen Stola ähnelt bzw. an sie erinnert – siehe z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=94w6RF_b4JE

Das Amtsblatt des Bistums Fulda hat bereits im Jahre 2004 ausdrücklich erklärt, dieses private „Evangelisationszentrum“ sei kirchlich nicht anerkannt:

„Verschiedene Anfragen veranlassen uns, auf folgendes hinzuweisen: Das Haus St. Raphael in Bad Soden-Salmünster ist aus einer privaten Initiative entstanden. Die Verantwortung für diese Einrichtung liegt bei ihrem nach weltlichem Recht begründeten Trägerverein. Eine Anerkennung der zuständigen kirchlichen Autorität liegt nicht vor.“
(Quelle: https://www.swr.de/-/id=20250490/property=download/nid=659102/i8gnp7/swr2-glauben-20171101.pdf)

Dennoch werden die dortigen Gebetstage immer wieder von katholischen Priestern, die sich in Amt und Würden befinden, unterstützt, indem sie z.B. Exerzitien halten oder dort bei großen Veranstaltungen predigen.

So fragt man sich: Welchen praktischen Wert hat die Distanzierung der Bistumsleitung, wenn Priester sich gleichzeitig vor den Karren dieses selbsternannten „Evangelisationszentrums“ spannen lassen, das sich auf vermeintliche „Wunderheilungen“, außergewöhnliche Phänomene und Mirakel fixiert?

Wie sollen sich Gläubige bei einem solchen Durcheinander noch auskennen und orientieren können?

Zu jenen Geistlichen, die in Bad Soden bei Lobpreis-Gottesdiensten und Segnungsfeiern mehrfach als Prediger auftraten, gehört z.B. der Geistliche Rat Bernhard Axt. Er war früher als Pfarrer in Neuhof bei Fulda tätig, heute lebt er in Rommerz im Ruhestand.

Bereits 2007 – und auch danach – trat er bei Sr. Valappila auf (siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=4xmbWa3fFnA). Wenig erstaunlich freilich, denn er gehört zum Leitungskreis der CE (Charismatischen Erneuerung) im Bistum Fulda.

Auch aus weiter Ferne kommen Geistliche zur Unterstützung von Gebetstagen nach Bad Soden, darunter Patres aus dem (kirchlich ebenfalls nicht anerkannten) „Marienerscheinungsort“ Medjugorje, so etwa zu seinen Lebzeiten der bekannte Pater Slavko. Umgekehrt hielt Sr. Valappila ihre Seminare in Medjugorje.

Der fromme Privatsender KIT ist ebenfalls stark auf Medjugorje fixiert und sendet zugleich Valappila-Vorträge aus dem Haus Raphael (z.B. hier: http://www.kit-tv.at/KIT-Monatsprogramm%20Juli-August%20%202017.pdf). So wächst zusammen, was zusammengehört – kein Wunder: sowohl Medjugorje wie die indische Heilungsszene ist charismatisch geprägt.

Näheres über diese Zusammenhänger hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/01/14/medjugorje-und-katholische-charismatik-am-beispiel-von-sr-margaritha-valappila/ 

Zur Anhängerschar zählt sodann der österreichische „Heilungspriester“ Bernhard Vosicky vom Stift Heiligenkreuz. Wie in Sr. Valappilas Buch „Unterwegs mit Jesus“ berichtet wird, hat der Zisterziensermönch mehrfach im Haus Raphael Exerzitien gegeben.

Auch der indische „Heilungsprediger“ Pater James Mariakumar empfiehlt die Arbeit von Sr. Valappila. (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2017/09/06/warnung-vor-exerzitien-und-heilungen-von-pater-mariakumar/)

Obwohl das bischöfliche Ordinariat amtlich feststellte, daß das Haus Raphael nicht kirchlich anerkannt ist, wird der dortige charismatische Betrieb ungeniert von katholischen Priestern aus nah und fern unterstützt.

Wie soll das Kirchenvolk unter solchen Umständen noch Klarheit und Orientierung finden?

 


Indien: Kerala als „Wiege“ der Charismatik

Von Felizitas Küble

In Indien sind die Christen eine minimale Minderheit von nur 2%; die Mehrheit davon ist katholisch. Lediglich in Kerala – einem süd-indischen Bundesstaat – gehen die Uhren anders, denn dort beträgt der christliche Anteil an der Bevölkerung das Zehnfache, nämlich 20%.

Die Katholiken dort bezeichnen sich auch als „Thomas-Christen“, denn sie berufen sich auf den Apostel Thomas, der ihnen das Evangelium verkündet haben soll. Die meisten Inder sind Hindus, sodann gibt es eine buddhistische und islamische Minderheit.

Allerdings ist gerade die Provinz Kerala besonders stark von der protestantischen Pfingstbewegung und der katholischen Charismatik geprägt; von dort aus verbreiten sich zahlreiche „Heilungsprediger“ über Indien und vor allem über Europa.

Anfang der 70er Jahre begann die Ausbreitung der pentekostalen Bewegung in Südindien – und zwar meist durch Katholiken, die in den USA an protestantischen Pfingstler-Seminaren teilnahmen, dort die „Geisttaufe“ empfingen und nun ihre Euphorie weitertrugen. Am bekanntesten ist hierbei Pater Rufus Pereira, der die Charismatik von Bombay aus verbreitete.

In den 80er Jahren wurden die ersten großen Seminarhäuser für charismatische Exerzitien gebaut, wofür sich Pater Mathew Naikomparambil besonders einsetzte. Inzwischen gibt es über dreißig solcher Exerzitienzentren in Kerala.

Ab Mitte der 90er Jahre zog es schwarmgeistige Heilungsprediger vermehrt nach Europa, besonders in die deutschsprachigen Länder. 

Zu den bekanntesten Ordenspriestern dieser Art zählen James Manjackal, Joseph Vaddakel, James Mariakumar, Josef Bill (+), Zacharias Thudippara; sodann die indisch-deutschen Nonnen Margaritha Valappila (Bad Soden-Salmünster) und ihre Kollegin Schwester Usha.

Während die protestantische Pfingstbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entstand, dauerte es bei der katholischen Kirche 60 Jahre länger und war erst nach dem 2. Vatikanischen Konzil möglich, von dem viele Leute als einem „zweiten Pfingsten“ schwärmten.

Am 17. Februar 1967 nahm die katholische Charismatik ihren Anfang an der Duquesne-University in Pittsburgh, wo kath. Studenten einige Pfingst-Protestanten darum gebeten hatten, ihnen die Hände aufzulegen und sie dann von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt wurden, z. T. in Zungen redeten und sangen oder „im Geiste ruhten“ (Rückwärtskippen in Trance, Hammersegen).

Danach gab es mehrere Konferenzen der Charismatischen Erneuerung; der 3. Internationale Kongreß wurde sogar in Rom abgehalten, wobei der belgische Kardinal Suenens die hl. Messe im Petersdom zelebrierte. Auch in Deutschland fand die Bewegung unter Katholiken seit 1972 eine gewisse Basis, blieb aber zunächst ohne größere Bedeutung.

Erst durch den – kirchlich nicht anerkannten –  Erscheinungsort Medjugorje und durch das verstärkte Eindringen indischer Heilungsprediger gewann die Charismatik unter Katholiken hierzulande erheblich an Boden.


Ein Irrweg vom Regen in die Traufe: Wenn ehem. Esoteriker zur Charismatik überlaufen

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten melden sich bei mir Betroffene aus der Charismatischen Bewegung, die allmählich diese schwarmgeistige Problematik erkannt haben und aus dieser Szene aussteigen wollen oder es bereits geschafft haben, aber in ihrem schweren Schritt gerne noch ermutigt und bestärkt werden möchten.
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Nicht wenige dieser Gläubigen waren zunächst in die Esoterik bzw. in okkulte Praktiken verstrickt. Doch als sie diesen Irrweg erkannten, fanden sie leider nicht  – wie es wünschenswert wäre – den Weg in eine bodenständige, kirchlich-nüchterne Frömmigkeit, sondern landeten erst einmal in der Charismatik – und damit kamen sie vom Regen in die Traufe.
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Warum?
Weil bei der Esoterik doch in der Regel einigermaßen klar sein dürfte, daß es sich nicht um eine christliche Lösung für Lebensprobleme handeln kann.
Hingegen präsentiert sich der charismatische Enthusiasmus als ganz besonders fromme, vom Heiligen Geist erfüllte und geprägte Bewegung. Von daher ist die Gefahr der Selbsttäuschung und der „spirituellen“ Verblendung noch viel größer als innerhalb der (nicht-christlichen!) Esoterik.
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Dazu kommt, daß sich diese „charismatischen“ Personen oft für ganz besonders geistbegabt halten, was häufig zur Folge hat, daß sie für (selbst)kritische Gedanken nicht mehr aufgeschlossen sind.
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Zu diesem Spektrum gehören auch die Anti-Esoterik-Bücher von Pater Clemens Pilar aus Wien.
Wohlgemerkt: Mir muß keiner erzählen, wie problematisch Yoga, Reiki, sonstige fernöstliche Praktiken, New Age oder okkulte Vorgänge sind. Darüber schreibe ich selber seit Jahrzehnten kritische Texte, z.B. bereits in den 80er Jahren im Jugendkalender KOMM-MIT.
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Aber ich sehe die Lösung aus solchen Irrwegen eben nicht im Schwarmglauben, sondern in einer besonnenen, nüchternen Frömmigkeit, die sich an der Heiligen Schrift, den hl. Sakramenten und dem dogmatischen Glauben der Kirche orientiert – und nicht etwa an angeblichen Marienerscheinungen (noch dazu kirchlich nicht anerkannten!), diesen oder jenen Visionen oder „Sehern“ oder an vermeintlichen „Heilungspriestern“, „Befreiungsgebetlern“, charismatischen Wundertätern und-so-weiter.
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Auch Pater Pilar gehört zu jenen, die zwar in ihren Büchern – mit Recht – vor der Esoterik warnen, zugleich aber z.B. den Unfug von Medjugorje gutheißen und zudem (was noch bedenklicher ist!) ihre Leser in schwarmgeistige Gefilde führen, so etwa erkennbar in seinem Buch „Esoterik und christlicher Glaube“ (siehe Foto).
Hier meine schon im Jahr 2011 veröffentlichte Kritik an Pater Pilars diesbezüglichen Schriften: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/10/pater-clemens-pilar-und-seine-anti-esoterischen-bucher/
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Zu diesem irrgeistigen Weg, der vom Regen in die Traufe führt, gehört zum Beispiel auch das Buch von Margarete Armstorfer „Der Weg meiner Bekehrung“.
(Hier gibt es online eine Kurzfassung: .http://www.theologisches.info/BekehrtvonReiki_Armstorfer.pdf)
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Die Verfasserin warnt zwar sehr eindringlich vor den esoterischen Abgründen – und dies aus eigener leidvoller Erfahrung. Dabei beruft sie sich auch auf den erwähnten Pater Pilar, bei dem sie in die Seelsorge ging.
Leider ist auch sie  – wie so viele –   über Medjugorje in der Charismatik gelandet, empfiehlt schwarmgeistige indische und sonstige „Heilungsprediger“, ist aber gleichwohl (und auch das ist typisch) davon überzeugt, selber über die „Unterscheidung der Geister“ zu verfügen, weshalb sie schreibt:
„Sehr dankbar bin ich auch für das Gnadengeschenk der Unterscheidung der Geister. In den letzten Jahren besuchten mein Mann und ich regelmäßig Exerzitien. Gemeinsam für Ehepaare oder auch getrennt voneinander, mit Priestern von uns, mit Pfarrer Albert Frank aus Luxemburg und mit Pater James Manjackal aus Indien.“
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Ausgerechnet Pater Manjackal, vor dessen charismatischer Tätigkeit hier im CF schon längst gewarnt wurde: https://charismatismus.wordpress.com/2012/06/08/pater-james-manjackal-und-seine-pfingstlichen-erleuchtungen/
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Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.