Heute pilgerten Grafschafter nach Telgte

Von Felizitas Küble

Die Grafschaft Glatz war eine besonders katholisch geprägte Gegend in Schlesien mit einigen Wallfahrtsorten, die dort heute noch Pilger anziehen.

Vertriebene Katholiken und ihre Nachkommen aus der Grafschaft treffen sich jährlich in Telgte, einem kleinen, aber viel besuchten Marienwallfahrtsort im Münsterland.

Dort findet stets am Freitagabend eine Lichterprozession statt, teils durch das Städtchen Telgte, manchmal auch an den Emswiesen entlang wie diesmal, wobei der Flußlauf durch Wald und Fluren malerisch eingebettet ist; außerdem ist es eine Glaubenslandschaft mit Bildstöcken und einem großen Kreuzweg.

Am Samstag gibt es einen Festgottesdienst, verschiedene Veranstaltungen, Beichtgelegenheiten und eine feierliche Schlußandacht in der städtischen Clemenskirche, die sich direkt neben der Gnadenkapelle befindet, wo seit Jahrhunderten die Pieta (schmerzhafte Mutter mit dem Christusleichnam auf ihrem Schoß) verehrt wird. 

Die schlesischen Grafschafter haben ihre alte, leider verlorene Heimat nicht vergessen;  zugleich haben sie in Westfalen und besonders im Münsterland ein neues Zuhause gefunden – eine ebenfalls katholisch geprägte Region. Diesmal trafen sie sich bereits zum 72. Mal in Telgte.

Die Lichterprozession begann mit einer Andacht mit Gebeten, Marienliedern und einer Predigt von Diakon Norbert Kriesten aus Gummersbach, die unter dem Motto stand: „Der Engel des HERRN brachte Maria die Botschaft“. Dieses uralte Gebet  – der Angelus  –  wurde auch gemeinsam gesprochen. 

Danach zogen die ca. 140 Pilger  – darunter viele Priester  – mit einem großen Vortragskreuz, einer Fahne mit der Telgter Madonna und einer Marienstatue auf einem Tragegestell auf den Emswiesenweg vorbei an den Stationen des Kreuzwegs und den „Bäumen der Freundschaft“, denn Telgte pflegt Städtepartnerschaften mit amerikanischen, polnischen und russischen Städten. 

Der Gebetszug endete vor der wunderbar renovierten Marienkapelle. Dort hielt Prälat Franz Jung vor Geistlichen und Gläubigen eine Ansprache an die Gläubigen.

Der Großdechant aus Münster berichtete von seiner unlängst erlebten Reise durch die Grafschaft Glatz im heutigen Polen, an der sich weitere heimatverbundene Grafschafter beteiligten. Danach spendete er seinen priesterlichen Segen.

Die Pilger zogen sodann in die nahegelegene Clemens-Kirche, wo eine kurze Abschlußandacht stattfand. An den Gottesdiensten und der Lichterprozession nahm  – wie bereits im Vorjahr –  auch der Propst von Telgte (Pfr. Dr. Michael Langenfeld) teil.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: Felizitas Küble

 


Dobrint (CSU) setzt auf eine „konservative Revolution der Bürger“

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In einem Gastkommentar in der Tageszeitung „Welt“ hat der CSU-Landesgruppenchef im Deutschen Bundestag, Alexander Dobrindt, die Debattenkultur in Deutschland kritisiert. Sie weise eine Diskrepanz zwischen konstruierten Realitäten linker Mainstreameliten und dem alltäglichen Empfinden einer bürgerlichen Mehrheit aus.
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„Diese Diskrepanz aufzulösen ist ein demokratischer Auftrag“, schreibt Dobrindt: „Dabei geht es darum, wieder eine Annäherung herzustellen zwischen den Debatten der Eliten und dem Alltag der Menschen, zwischen dem, was die Mehrheit lebt, und dem, was mehrheitlich diskutiert wird. Nur so überwinden wir in unserem Land Tendenzen der Spaltung und schaffen wieder mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“

Die politische Umsetzung sei laut Dobrindt Aufgabe von CSU und CDU. Die vermeintliche Richtungsdebatte zwischen konservativ und christlich führe dabei in die Irre: „Das Konservative und das Christliche sind keine Gegensätze, sondern bilden eine unauflösbare Einheit, denn das Christliche ist für das Konservative geradezu konstitutiv.“  

Konservative Politik stelle den Einzelnen und die Familie ins Zentrum, setze auf Freiheit durch Sicherheit, Heimat durch Bewahrung der Schöpfung und kulturelle Stabilität, Gerechtigkeit durch Eigenverantwortung, Chancen und Solidarität, auf ein klares Bekenntnis zu Fortschritt, Wachstum und Modernität in Verpflichtung auf das Gemeinwohl. „Das Konservative beschreibt sich aus seinem christlichen Wurzelgeflecht“, so Dobrindt.

Dies sei ein Teil des Werteprogramms einer bürgerlich-konservativen Politik, das von den Menschen in Deutschland mehrheitlich eingefordert und unterstützt werde. Gerade in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung, in einer sich immer schneller wandelnden Welt würden sich die Menschen stärker nach Heimat, Sicherheit und Freiheit sehnen.

Diese Besinnung auf Tradition und Werte in der Mitte unserer Gemeinschaft nennt Dobrindt „eine konservative Revolution der Bürger“.

Quelle: Pressemitteilung der CSU


BRIEF des hessischen CDU-Politikers Ismail Tipi an André Poggenburg (AfD)

Sehr geehrter Herr Poggenburg,

natürlich kann man bei Veranstaltungen zum politischen Aschermittwoch auch mal heftig über das ein oder andere Thema sprechen. Man kann dabei auch auf Satire und herkömmliche Witze zurückgreifen. Was allerdings nicht geht, sind Beleidigungen und Beschimpfungen, weder gegen irgendeine Person noch gegen ganze Völkergruppen.

Dass Sie im sächsischen Nentmannsdorf über den Rand geschossen und jeden politischen Anstand überschritten haben, zeigt, welchen Hass und welche Unkenntnis Sie über die türkischstämmigen Mitbürger in Deutschland haben.

Als demokratisch gewählter Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt und als Oppositionsführer sollten Sie in Ihrem Wirken und auch mit Ihren Reden verantwortungsvoll umgehen. Sie sollten sich der Verantwortung, die dieses Amt mit sich bringt, bewusst sein und dementsprechend handeln.

Natürlich hat man in Deutschland die Meinungsfreiheit, natürlich soll man auch in politischen Reden Klartext sprechen. Hierbei dürfen aber die Werte einer zivilen Gesellschaft nicht mit Füßen getreten werden. Ihre Aschermittwochrede zeigt, dass Sie leider nichts vom Haushalt der Menschlichkeit in sich tragen.

Diese „Kameltreiber“ und „Kümmelhändler“, die Sie beschreiben, leben zum allergrößten Teil länger als Sie in der Bundesrepublik Deutschland und sind gegenüber dem Grundgesetz und unserer Verfassung treu. 

Anfang der 60er Jahre kamen die ersten türkischstämmigen Gastarbeiter nach Deutschland. Aus Gastarbeiterkindern wurden in den Anfängen der 70er Jahre Gemüsehändler, Imbissbetreiber und Gastronomen. Die Enkelkinder sind heute in Deutschland in jeder gesellschaftlichen Schicht anzutreffen, auch als Kommunal-, Landes-, Bundes- oder Europapolitiker.

Die dritte und vierte Generation der Gastarbeiter ist heute in tausenden, wichtigen Positionen in der deutschen Wirtschaft, der Industrie, im Handel und im medizinischen Bereich aktiv tätig. Viele hunderttausend türkischstämmige Mitbürger sind pflichtbewusste Arbeitnehmer in deutschen Unternehmen, die Seite an Seite mit ihren deutschen Kollegen arbeiten, gemeinsam auf die Straße gehen und für mehr Rechte der Arbeiter kämpfen.

Sehr geehrter Herr Poggenburg,

diese von Ihnen als „Kameltreiber“ und als „Kümmelhändler“ betitelten Menschen sorgen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa für immer mehr Arbeitsplätze. Die türkischstämmigen Unternehmer in Europa haben über 1 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, davon etwa 790.000 und wahrscheinlich sogar noch mehr in Deutschland. Der Gesamtumsatz der türkischen Unternehmer in Deutschland liegt bei ungefähr 82 Milliarden Euro.

Somit agieren in Deutschland etwa 130.000 türkischstämmige Unternehmer, wobei alle nach den deutschen Gesetzen für Gesellschaften und GmbHs gegründet wurden. Die Investitionen der türkischstämmigen Unternehmen in Deutschland haben ein Gesamtvolumen von mehr als 10 Milliarden Euro.

Anfang der 80er Jahre haben die hier lebenden türkischstämmigen Mitbürger die typischen Nischen-Ökonomien, sprich Lebensmittelläden oder imbissähnliche Geschäfte betrieben. Das ist schon längst Geschichte. Sie sind heute fast in allen Wirtschaftssektoren präsent, sowohl in innovativen Branchen wie der Biotechnologie als auch in allen industriellen Bereichen. Sie schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sondern stellen auch Ausbildungsplätze für junge Menschen zur Verfügung.

Sehr geehrter Herr Poggenburg,

die einstigen Gastarbeiterkinder sind heute Ärzte, Chirurgen, namhafte Professoren in unseren Krankenhäusern, sie sind in den höchsten Etagen der Banken aber auch in allen anderen großen Industrieunternehmen anzutreffen. Sie sind Rechtsanwälte, Staatsanwälte oder als Richter in unserem Rechtsstaat aktiv. Sie sind Lehrerinnen und Lehrer, sind auch zu einem bedeutenden Teil in der politischen Landschaft aktiv und nehmen am gesellschaftlichen Leben teil. Sie sind sozialpflichtig arbeitende und aktive Mitbürger, die sich in Vereinen und ganz besonders auch in Ehrenämtern engagieren.

Ihre Schmährede in Nentmannsdorf verurteile ich aufs Schärfste. Ich bitte Sie als verantwortlicher Politiker in unserem Lande: Bevor Sie mit dem Zeigefinger auf andere zeigen, schauen Sie erstmal auf ihre eigene Hand, denn drei Finger dieser Hand zeigen dann auch immer auf Sie selbst.

Ich bitte Sie, Ihre Hand aufs Herz zu legen, vom Haushalt der Menschlichkeit etwas zu entnehmen und eine Politik für unsere Gesellschaft zu betreiben ohne einen Keil in die Gesellschaft zu schieben.

Hierbei möchte ich unterstreichen, dass es natürlich auch unter den türkischstämmigen Mitbürgern schwarze Schafe gibt, wie es sie in jeder Gesellschaft geben kann, genauso wie es auch in der Politik schwarze Schafe gibt, die Gift für unser friedliches Zusammenleben sind.

Natürlich gibt es auch in unserer Gesellschaft islamistische Extremisten, sowie es auch Links- und Rechtsextremisten in unserem Land gibt. Deswegen dürfen wir als Demokraten auf keinem Auge blind sein und müssen gemeinsam Extremismus jeglicher Art mit rechtsstaatlichen Mitteln bekämpfen. Wir müssen gegen extremistische Strukturen sowie religiöse, linke und rechte Hetze vorgehen.

In diesem Land hatten wir genug geistige Brandstifter. Wir brauchen keine neuen Hetzer. Wir sollten uns gemeinsam für eine friedliche und wirtschaftsstarke Heimat einsetzen.

Unsere Leitkultur, Demokratie und auch unseren Rechtsstaat sollten wir mit unserem Wirken aktiv fördern. Wir sollten gemeinsam den Demokratiefeinden direkt in die Augen schauen und Haltung annehmen, damit Deutschland Deutschland bleibt.

Lassen Sie uns gemeinsam für unsere Demokratie und Werte kämpfen, denn Werte schaffen Heimat.

Mit freundlichen Grüßen
Ismail Tipi

Quelle: https://www.cdu-fraktion-hessen.de/data/documents/2018/02/15/140-5a85841696d7f.pdf


CSU: Der Geist ist bürgerlich, nicht links

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer übte am heutigen Politischen Aschermittwoch in Passau scharfe Kritik an der SPD: 

„Es hat noch nie geschadet, dem Volk aufs Maul zu schauen und zu tun, was die Menschen von uns einfordern. Wir von der CSU haben den ‚Seismographen-Stammtisch‘: Mit den Menschen, die Steuern zahlen, hart arbeiten, Menschen wie du und ich.“

Scheuer bezeichnete die Innere Sicherheit als „Megabedürfnis“ der Bevölkerung. Sicherheit sein „kein Luxusartikel , sondern soziales Grundrecht.“ Das fange schon bei der Alltagskriminalität und den Wohnungseinbrüchen an. „Die SPD muss unsere Null-Toleranz-Linie hier akzeptieren“, forderte der CSU-Generalsekretär.

Es sei außerdem „bemerkenswert“ welche Reflexe es von linker Seite beim Begriff „Heimat“ gebe, kritisierte Scheuer: „Heimat gibt Halt in bewegten Zeiten. Wir brauchen eine Heimat, wo Leistung und Solidarität zählt. Heimat ist Identität.“

Man müsse wissen, wo man herkommt, damit man seine Zukunft erst gestalten könne: „Identität statt Multikulti. Bei uns steht Nachbarschaftshilfe im Mittelpunkt und nicht internationale Solidarität. Der Geist ist nicht links, der Geist liegt im Bürgertum.“


Die große Bedeutung der HEIMAT für unser zeitliches und ewiges Glück

Von Dr. theol. Udo Hildenbrand

Von „Heimat“, gar noch von der „deutschen Heimat“ zu sprechen, war und ist bei uns –  insbesondere in den linken Multikulti-Kreisen  –  jahrzehntelang weithin verdächtig, verpönt, nahezu tabuisiert.

Wer „Heimat“ in den Mund nahm, war bestenfalls ein kitschliebender Romantiker, viel eher jedoch ein Ewiggestriger, ein Rechtsaußen, ja sogar ein schrecklicher Nazi.

Gewiss: Das Wort „Heimat“ ist durch die Nazis arg missbraucht worden. Doch sind nicht nahezu alle guten Dinge dieser Welt in Gefahr, missbraucht zu werden?

Werden etwa zentrale menschliche Grundgegebenheiten wie Liebe, Glaube, Vertrauen, Religion usw. nicht ständig, sogar täglich missbraucht? Der Missbrauch einer Sache entscheidet also keineswegs über deren Werthaftigkeit und bleibende Gültigkeit. Die Heimat, das menschlich Normalste wurde und wird jedenfalls allzu lange Zeit unverständlicherweise in Misskredit gebracht.

Umso erstaunlicher war es, nach der letzten Bundestagswahl eine Politikerin im grünen Gewande zu vernehmen, die plötzlich wie selbstverständlich das Wort „Heimat“ in den Mund nahm. Ich glaubte, meinen Ohren nicht zu trauen. War das echt, eine endlich vertieft gewonnene Erkenntnis oder doch nur Folge des katastrophalen Wahlergebnisses?

Jedenfalls zählt das, was Heimat ist, zu unseren menschlichen Ur-Sehnsüchten und Ur-Erfahrungen. Kein Mensch will heimatlos sein.

Selbst Menschen, die sich als „Weltenbürger“ verstehen, die von sich sagen, überall auf der Welt daheim zu sein, kehren meist immer wieder an einen oder zumindest an eine kleinere Anzahl festgelegter Orte zurück.

Wie bedauernswert sind die Kinder, die ohne Heimat aufwachsen, die alten Leute, die sich plötzlich entwurzelt fühlen. Ebenso die Massen von Flüchtlingen, die gerade wieder in unserer Zeit aus ihrer Heimat vertrieben werden. Wieviel Leid war und ist mit dem Zwangsschicksal von Heimatlosigkeit verbunden!

Wie viele Menschen fühlen sich nicht „daheim“, sondern „in der Fremde“. Was Heimat bedeutet, merken viele wohl erst dann, wenn sie ihre Heimat verloren haben

Wohl jeder Mensch sehnt sich nach einem menschlichen Umfeld, nach einem Ort, wo er sich sagen kann: „Hier bin ich angekommen, hier fühl ich mich wohl, geborgen, daheim.“  

Bezeichnenderweise sagen viele nicht „Ich bin zuhause“, sondern „Ich bin daheim.“ – Wer keine Heimat hat, oder wer kein Gefühl der Beheimatung entwickeln kann, ist wirklich arm dran.

Persönlich-emotionale, auch ortsgebundene Erfahrungen und Bindungen unterschiedlicher Art formen unser Heimatgefühl. So ganz grundlegend: Elternhaus und Familie, Verwandtschaft, Nachbarschaft, Freundes- und Bekanntenkreis. Dazu kommen Wohnort und Landschaft, in denen ein Mensch lebt und die ihn mitprägen.

Auch sein Herkunftsland mit seiner Sprache, den orts- und landestypischen Traditionen und Brauchtumsformen. All dies wird zum Heimatland.

Die meisten Menschen haben nicht nur eine Heimat, sondern mehrere. Sie fühlen sich an mehreren Orten daheim: In der Ursprungsheimat, zudem in einer neuen, durch Heirat und/oder berufliche Bedingungen gewählten Heimat. Auch ein oft besuchter Urlaubsort kann zur Heimat werden, so dass man zu bestimmten Zeiten seines Lebens sogar parallel in zwei Heimaten leben kann.

Wer aus eigener Erfahrung um den hohen Wert der eigenen Heimat weiß, wird sein Heimatgefühl niemals exklusiv, gar nationalistisch verstehen. Er wird keinen Gegensatz herstellen zwischen seiner Heimat und der Heimat anderer Menschen überall auf der Welt.

Eines unserer schönsten Abendlieder, das zugleich ein Heimatlied ist, beginnt mit den auf die (überall gedachte) Heimat bezogenen Worten: „Kein schöner Land in dieser Zeit als hier das unsre weit und breit …“.

Der Rheinländer, der Ruhrpottler, der Schwarzwälder, der Sachse, jeder Mensch, wo immer er auch lebt, kann diesen Liedtext singen und ihn dabei auf seine jeweilige Heimat beziehen.

Was Heimat ist, kann sich noch in weitere Lebensbereiche hinein entfalten. So fühlt sich mancher auch in der Musik daheim  – oder in seinem Fußballclub, auch in seiner Partei. Für mich ist die Kirche von Kindheit an ein ganz wesentliches Stück Heimat. Durch sie fand ich vor allem auch meine Heimat in Gott.

Dabei ist mir bewusst: Unsere irdisch-menschliche Heimat ist immer zeitlich begrenzt. Für mich gilt, was der Apostel Paulus verheißungsvoll an die Gemeinde von Philippi schreibt: Unsere eigentliche und bleibende Heimat ist im Himmel (Phil 3,20).

Mit dieser künftigen Heimat kann ich mich schon jetzt vertraut machen, vor allem aber mit dem, der das endgültige Heimatglück, das „ewige Daheim“ schenken kann und will. Dennoch leb ich noch ganz gern in meiner jetzigen irdischen Heimat mit ihren verschiedenen „Heimaten“, jedoch mit vertrauensvollem Ausblick in die Heimat im Himmel.

Übrigens hätte die grüngewandete Politikerin, zeitweise Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, ihren grünen Multikulti-Parteigenoss/innen schön längst das biblische, auch das anthropologische Verständnis von Heimat nahebringen können. Vielleicht nimmt sie jetzt die Gelegenheit dazu wahr.

Unser Autor Dr. theol. Udo Hildenbrand aus Bühl in Baden ist katholischer Priester und Spiritual eines Klosters im Schwarzwald.

Von ihm stammt u.a. das Buch “Wortmeldungen zum Islam” (siehe Abbildung); es ist für 11,80 € portofrei bei ihm erhältlich  – per Mail: udo.hildenbrand@gmx.de

 


Patriotismus statt Nationalismus: Stolz und Scham gehören zusammen

Von Dr. David Berger

Es sind immer seltener die „Linken“ und immer öfter die Konservativen und „Rechten“, die die Themen der gesellschaftlichen Debatte in Europa setzen. Das ist nicht verwunderlich, verbindet man „links“ doch seit geraumer Zeit vor allem mit Denkverboten und den angeschlossenen Institutionen der Gesinnungspolizei, auf keinen Fall jedoch mit einem herrschaftsfreien, fairen gesellschaftlichen Diskurs. pressefotoberger11

Hinzu kommt, dass die Rechte immer näher an den „normalen“ Menschen war als die linken, letztlich weltfremden und nicht von gesundem Menschenverstand und Empirie, sondern von Dogmen getriebene Linke.

Dass Geist und Freiheit eher „rechts“ stehen, bemerkte bereits in den 80ern ein Denker wie Claus Leggewie und neuerdings hat angesichts der Meinungsfreiheit Nicolaus Fest ebenfalls in einem luziden, unbedingt lesenswerten Essay erneut darauf hingewiesen. Ob die politische Klugheit dann gebietet, den Weg der Mitte zu gehen, ist eine ganz andere Frage.

Aufgrund dieses provokativen Potentials konservativen Denkens in einer Welt der verordneten Mediokrität war es absehbar, dass der Streit um die Gedenkkultur der Deutschen aufkommen musste.

Zunächst ist es völlig korrekt: Eine persönliche Schuld gibt es bei jenen, denen die „Gnade der späten Geburt“ (Helmut Kohl) vergönnt war, tatsächlich nicht. Auch gegen eine Kollektivschuld im Sinne einer „Solidarschuld“ haben sich schon 1945 kluge Köpfe, wie etwa der britisch-jüdische Verleger Victor Gollancz, ausgesprochen. Und das zu einem Zeitpunkt und unter Bedingungen, die alles andere hätten verständlich erscheinen lassen.

Das heißt, es ist geradezu „unsinnig, jeden einzelnen Deutschen der Naziverbrechen für schuldig zu halten– aus dem einfachen Grund seiner Zugehörigkeit zur deutschen Nation“ (Benjamin Sagalowitz, 1950). berlin

Etwas anderes freilich ist es, von „Versagen“ und damit auch „Schuld“ in historischen Zusammenhängen zu sprechen. 

Ich bin in den Bundesrepublik Deutschland 1968 geboren. Ich habe dieses Land in meiner Kindheit und Jugend als meine Heimat, die mir alle Entfaltungschancen gab, schätzen gelernt. Je mehr ich mich mit der Geschichte und Gegenwart des Abendlandes beschäftigt habe, ist auch in mir die Freude daran gewachsen, von dieser Kultur und Geschichte geprägt zu sein. Von jenem in den letzten Jahren auf einmal zum „Nazibegriff“ herabgewürdigten Abendland, in dem Menschen deutscher Sprache eine wichtige Rolle gespielt haben.

Und es erfüllt mich nach wie vor mit Stolz, Kind des Abendlandes zu sein. Jenes Abendlandes, das im Mittelmeerrraum in der Antike geboren, aus dem Denken großer Geister wie Sokrates, Platon und Aristoteles hervor wuchs, vom Rechtsdenken und den strategischen Leistungen der Römer geprägt wurde. Ein Erbe, das nach dem Untergang der Antike von der katholischen Kirche und ihren Geistesgrößen – wie einem Thomas von Aquin – bereichert wurde. Und ganz entscheidend auch durch den Einfluss der immerhin fast ein Jahrtausend prägenden Tradition des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“ (962 – 1806) – weiter getragen wurde.

Ein stets in einem lebendigen Traditionsprozess modifiziertes Erbe, das zunächst die Geburt der Universität und eines echten Wissenschaftsverständnisses, dann durch heftige Kämpfe (von dem Investiturstreit angefangen bis hin zur immer noch nicht ganz abgeschlossenen Kampf für die trennung von Thron und Altar) hindurch Aufklärung und Säkularisierung ermöglichte. Radio Vatikan

Dieser Stolz und diese Freude ist jedoch immer verbunden mit dem Wissen um die tiefen Schatten, die neben diesen Lichtsäulen der Geschichte stehen.

Das Wissen auch darum, dass der Untergang der Monarchien im Zusammenhang des ersten Weltkrieges eigentlich mehr Demokratie hätte ermöglichen sollen, aber stattdessen Diktaturen in ganz Europa und damit dem Zweiten Weltkrieg den Weg bereitet hat. Das traurige Wissen darum, dass die Kirchen in Europa mehr oder weniger wissend und willig dessen Entwicklung hin zu den Menschenrechten vorbereiteten, gleichzeitig aber auch den Antisemitismus ideologisch unterfütterten.

So steht neben all dem Stolz auch immer die tiefe Scham über die Unheilsjahre in Deutschland und die damit verbundenen Verbrechen der Nationalsozialisten, zumal an den Juden, aber unter anderem auch an Homosexuellen, Katholiken, dem Adel und den Zeugen Jehovas – und an den angegriffenen Völkern der eigenen deutschen BevölkeScannen0005rung.

Wer diese Geschichte näher betrachtet, sieht wie das Böse und die damit verbundene Schuld in seiner enormen Macht ungeheuer strake Verflechtungen und Netzwerke bildet, die eine Dimension erreichen, in der kaum jemand mehr komplett unschuldig bleiben kann.

Die Scham eines Abendländers auch darüber, dass man Osteuropa die Schande des Kommunismus angetan hat – mit all seinen Verbrechen, seinen Gulags und vielen anderen Widerwärtigkeiten, die (wie man am langen Arm der Stasi sieht) bis in unsere heutige Zeit fortwirken. 

Der Mensch  –  so eine der tiefen Weisheiten der „philosophia perennis“  –  verändert sich in seiner Natur nicht. Die conditio humana bleibt immer dieselbe. In den Menschen, die im Dritten Reich lebten, quälten und mordeten, gequält und ermordet wurden, floss das gleiche Blut wie in jene, die heute lebten oder vor Jahrhunderten. Wir sind nicht weniger anfällig als sie für das Böse.

Und immer wieder ist es das mysterium iniquitatis, das undurchdringliche Geheimnis des Bösen, dem der Mensch sich zuneigt in einer fast nihilistischen Ponderation, die ihm neben dem Streben nach dem Glück und damit dem Guten und der Tugend innewohnt. Der Psychologe Carl G. Jung hat dieses Zusammen von dunklen und hellen Archetypen gar als konstitutionell für den ganzen Menschen und daher auch seine psychische Gesundheit gedeutet.berlin-440x292

Mir geht es in diesem Sinne darum, dass ich ebenso selbstbewusst wie ich mich als Abendländer fühle und die Deutschlandhymne singe, die Deutschlandfahne mit Freude sehe und sage, dass ich Deutscher bin, mich schäme für das, was da Menschen Menschen, Europäer Europäern, Deutsche Deutschen angetan haben.

Nur beides, Größe und Niederung, Stolz und Scham zusammen ist für mich – als Menschen, der immer wieder zum Bösen neigt und doch von Verzeihung und Gnade lebt – glaubwürdig. Nur ein Körper mit Narben ist wirklich echt und daher schön.

Für mich ist diese Selbsterkenntnis des einzelnen, der nach Aristoteles zoon politicon (gesellschaftliches Lebewesen) ist, auch die Basis für ein umfassenders Denken. Das einen falschen Nationalismus von einem erfreulichen Stolz auf das eigenen Vaterland, die Heimat unterscheiden kann.

Wer echten Nationalstolz bei den Deutschen wiedergewinnen will, auch um der von Antifa & Co tatsächlich schamlos instrumentalisierten Nazikeule etwas entgegen zu setzen, aber gleichzeitig die dunklen Stellen unserer Geschichte ausblenden und verstecken möchte, wird erbärmlich scheitern.

Statt die Feinde unserer offenen Gesellschaft und Demokratie zu bekämpfen, füttert er sie wider Willen. Und nimmt die Gefahr in Kauf, dass der neue Faschismus, getarnt als Antifaschismus – erneut mit ähnlichen Opfergruppen – wieder Oberwasser gewinnen könnte. Nie wieder!

Den vollständigen Artikel von Dr. Berger lesen Sie hier: https://philosophia-perennis.com/2017/01/29/nationalstolz/


Kardinal Marx: Spezifische kirchliche Seelsorge für deutsche Vertriebene wird gestrichen

In Folge des Zweiten Weltkriegs flohen Millionen Deutsche nach Westen. Damit sie heimisch wurden, baute die katholische Kirche in der Bundesrepublik Deutschland eigene Seelsorge-Strukturen auf, die nun allerdings auslaufen. IMG_20140601_122952

70 Jahre danach beenden die Bischöfe ihre überdiözesane Seelsorge für Heimatvertriebene und Aussiedler. Künftig sollen die katholischen Vertriebenenverbände sich eigenständig um die Pflege des religiösen Erbes und der Kultur der aus dem Osten gekommenen Katholiken und ihrer Nachfahren kümmern und auch den europäischen Gedanken fördern.

Dies teilte der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (siehe Foto), zum Abschluß der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda mit.

Bistümer und Gemeinden sollen auch weiterhin Gottesdienste oder Wallfahrten für die Heimatvertriebenen anbieten, heißt es.

Zum Hintergrund: Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren 12 bis 14 Millionen Deutsche aus den früheren Ostgebieten, Russland, der Tschechoslowakei sowie aus Siedlungsgebieten im früheren Jugoslawien, Rumänien und Ungarn vertrieben worden, rund die Hälfte davon Katholiken.

Mit Unterstützung von Papst Pius XII. baute die Kirche seit 1946 eine eigene Seelsorge mit Apostolischen Administratoren für die verschiedenen Landsmannschaften der Vertriebenen auf. Bischöfe und Priester aus den östlichen Diözesen sorgten dafür, dass die Geflüchteten eine religiöse Heimat behielten. Die Bischofskonferenz richtete eigene Arbeitsstellen ein. Diese spezielle Pastoral wird nun aufgelöst.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.domradio.de/themen/vatikan/2016-09-22/bischoefe-lassen-besondere-vertriebenenseelsorge-auslaufen

Foto: Laura Mohr


CDU-Politiker übt Kritik an Flüchtlingen, die den „Urlaub“ in ihrer Heimat verbringen

Der CDU-Innenexperte Armin Schuster hat gefordert, den Asylstatus von Flüchtlingen zu überprüfen, wenn diese Urlaub in ihren Heimatländern machen. „Das muß Konsequenzen für den Aufenthalt nach sich ziehen“, sagte der CDU-Politiker der Tageszeitung Die Welt. Asylverfahren-100_03

Ein Recht auf Asyl sei in solchen Fällen für ihn kaum noch vorstellbar, da die vorgebrachten Schutzgründe oftmals nicht stichhaltig sein könnten.

Hintergrund ist ein Bericht der Welt, wonach anerkannte und arbeitslos gemeldete Asylbewerber für kurze Zeit zurück in ihre Herkunftsstaaten wie Syrien, Afghanistan oder den Libanon reisen und danach wieder nach Deutschland zurückkehren. In Berliner Arbeitsagenturen habe es solche Fälle gegeben, bestätigte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit.

Hintergrund: Hartz-IV-Empfänger dürfen 21 Tage im Jahr von dem Ort, an dem sie gemeldet sind, abwesend sein. Dies müssen sie zwar der Arbeitsagentur mitteilen, nicht aber, wo genau sie hinreisen. Es gebe bei Asylbewerbern auch keine rechtliche Grundlage, die sie verpflichte, Urlaube in ihren Heimatländern den Behörden zu melden. Und selbst wenn ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur von einer solchen Reise erführe, dürfte er diese Information aus Datenschutzgründen nicht an andere Stellen wie die Ausländerbehörde weitergeben.

Quelle: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/asylbewerber-machen-urlaub-in-ihren-heimatlaendern/


Niederländischer König würdigt bayerische Mentalität und betont „enge Verbindung“

Willem-Alexander: „Bayern ist Heimat und High-Tech zugleich“

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat in München das niederländische Königspaar, König Willem-Alexander und Königin Máxima empfangen. Ziel des Staatsbesuchs ist es, die umfassenden Beziehungen zwischen Bayern und den Niederlanden zu stärken. alle_parlamente_01_59949a9a6f

„Bayern und Niederländer sind stolz auf die gemeinsame Geschichte und Kultur, wir wollen aber auch gemeinsam Zukunft gestalten“, sagte CSU-Chef Seehofer bei einem Empfang in der Münchner Residenz.

„Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen. Die Konsequenz ist klar: Wir müssen noch enger zusammenrücken. Wir in Bayern und den Niederlanden pflegen den Geist des europäischen Miteinanders“, betonte der Bayerische Ministerpräsident.

 „Unsere engen Bande mit Bayern empfinden wir als besonders wertvoll, weil wir glauben, dass wir viel miteinander gemeinsam haben“, sagte König Willem-Alexander.

„Es erfüllt uns mit Stolz, dass es so viele konkrete Beispiele für bayerisch-niederländische Zusammenarbeit gibt. Wir freuen uns darauf, die technische und wirtschaftliche Exzellenz Bayerns näher kennenzulernen. Tradition und Innovation gehen hier Hand in Hand und scheinen sich gegenseitig zu verstärken. Bayern – das ist Heimat und High-Tech zugleich.“

Monarch lobt den Freistaat: „Bayern ist Spitze“

Der niederländische König betonte: „Wir wissen, dass Ihr Freistaat Großes leistet, wenn es um die Aufnahme der vielen Flüchtlinge geht, die nach Europa kommen. Wir wissen auch, wie viel den Bürgern Bayerns abverlangt wird.“

In Bayern sei das Augenmerk stets darauf richtet, wie man etwas noch besser machen könne, so König Willem-Alexander. „Die Messlatte liegt in Bayern immer hoch. Sie stellen hohe Anforderungen an sich selbst und geben sich nicht schnell zufrieden. Diese Mentalität hat Bayern zu dem gemacht, was es heute ist: eine der wohlhabendsten, höchstentwickelten und attraktivsten Regionen Europas.“

Der König sagte weiter: „Bayern verdient wirklich großes Lob für seine Leistungen in den Bereichen Kultur, Innovation und Gemeinwohl. Und nicht zu vergessen: im Sport. Wir freuen uns, dass unser Landsmann Arjen Robben dazu einen nicht unbedeutenden Beitrag leistet. Bayern ist spitze!“

Quelle: http://www.csu.de/aktuell/meldungen/april-2016/seehofer-trifft-niederlaendisches-koenigspaar/


Lebt nicht als Feinde des Kreuzes Christi!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Phil 3,17-21.4,1: chrkn

Ahmt auch ihr mich nach, Brüder, und achtet auf jene, die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt. Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – leben als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.

Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den HERRN, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann.

Darum, meine geliebten Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und mein Ehrenkranz, steht fest in der Gemeinschaft mit dem HERRN.