Ökumenischer Gottesdienst nach dem Marsch für das Leben in Berlin

Im Anschluss an den Marsch für das Leben am 19.9.2020 fand auch dieses Jahr ein ökumenischer Gottesdienst statt. Gefeiert wurde er von Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbistum Berlin) und Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Bistum Regensburg), der für den kurzfristig verhinderten koptischen Bischof Anba Damian einsprang.

Erzbischof Koch stellte in seiner Predigt die grundlegende Frage: „Was ist der Mensch, was ist eigentlich seine Größe, seine Würde, was ist sein Leben?“ Bei den wohl etwa 107 Milliarden Menschen, die bisher auf der Erde gelebt hätten, stünde fest: „Jeder Mensch ist groß, denn jeder Mensch ist einmalig. (…) Mensch, vergiss Deine Größe und Würde nie, vergiss sie nicht und fördere die Größe eines jeden Menschen in jeder seiner Lebensphasen.“

Bischof Voderholzer (siehe Foto) dankte in seinem Schlusswort insbesondere all denen, die sich nach Berlin aufgemacht haben.

Neben Bischof Voderholzer und Erzbischof Koch nahmen u.a. Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) und Weihbischof Florian Wörner (Bistum Augsburg) am Marsch für das Leben teil.

Papst Franziskus ließ seine Grüße und seinen Dank durch seinen Apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, ausrichten.

Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz unterstützte Bischof Georg Bätzing als Vorsitzender den Marsch für das Leben. Ein ökumenisches Grußwort von Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) und Landesbischof Tobias Bilz (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens) unterstützte den Marsch für das Leben aus Dresden.

In der Verabschiedung nach dem Gottesdienst rief Alexandra Linder dazu auf, gestärkt und ermutigt weiter für das Lebensrecht jedes Menschen zu kämpfen. Sie lud außerdem zum Lebensrechtskongress vom 12.-14. März 2021 auf dem Schönblick und zum nächsten Marsch für das Leben in Berlin am 18.09.2021 ein.

Auch die Polizei bekam für ihre Arbeit einen großen Dankapplaus.

www.bundesverband-lebensrecht.de

 


DBK unterstützt Marsch für das Leben in Berlin – Kath. Bischöfe persönlich dabei

Zur heutigen Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erklärt Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht, in Berlin:

Mit einem Grußwort unterstützt Bischof Georg Bätzing im Namen der DBK den Marsch für das Leben, der am Samstag, dem 19. September, zum sechzehnten Mal in Berlin stattfinden wird.

Darin thematisiert der Bischof insbesondere das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von Februar 2020 zum assistierten Suizid, die Definition der Selbsttötung als „autonomes Sterben“ und die menschenwürdige Antwort von Christen darauf, die in Beistand, Linderung von Schmerzen und Trost bestehe: „Das Leben behält in jeder Situation – auch in scheinbarer Ausweglosigkeit – seinen Sinn durch die Gewissheit, dass Gott es in seiner Hand hält und es von der Dunkelheit zum Licht führen will.“

Thema der nächsten Woche für das Leben sei entsprechend die wertvolle Arbeit der Palliativversorgung. Der Bundesverband Lebensrecht wird die Woche für das Leben wie in den vergangenen Jahren mit einer Fachtagung vor Ort unterstützen.

Ausdrücklich dankt Bischof Bätzing den Organisatoren und Teilnehmern des Marsches für das Leben: „Ich danke Ihnen sehr für Ihr ungebrochenes Engagement. (…) Für Ihr Engagement wünsche ich Ihnen Gottes Segen.“

Ihre persönliche Teilnahme an der Veranstaltung, die um 13 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor beginnt, haben u.a. der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) und Erzbischof Heiner Koch (Berlin) zugesagt.

www.bundesverband-lebensrecht.de


Katholische Bischöfe und Evangelikale gegen SPD-Vorstoß pro homosexuelle „Ehe“

Die von der SPD geforderte Öffnung der Ehe für homosexuelle Partnerschaften stößt bei der Deutschen Bischofskonferenz und der evangelikalen Bewegung (theologisch konservative Protestanten) auf Ablehnung. 

Die SPD-Fraktion hatte am 28. März einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen und fordert vom Koalitionspartner CDU/CSU, die Einführung der sog. „Ehe für alle“ noch vor der Bundestagswahl auf den Weg zu bringen.

Erzbischof Heiner Koch sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Die deutschen Bischöfe sprechen sich gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus. Sie teilen die verfassungsrechtlichen Bedenken, die gegen eine einfachgesetzliche Einführung einer Ehe für alle vorgetragen werden.“

Die Bischöfe hätten in ihren Stellungnahmen zur eingetragenen Lebenspartnerschaft stets betont, dass sie sich von der Ehe unterscheide. Anders als die Ehe könne sie „aus sich heraus keine Kinder hervorbringen“. Auch Papst Franziskus habe erklärt, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht einfach mit der Ehe gleichgestellt werden könnten, weil ihnen die Weitergabe des Lebens verschlossen sei, die die Zukunft der Gesellschaft sichere.

Auch der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, wandte sich gegen den SPD-Vorstoß. Auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA erklärte er:

„Die Ehe ist per Definition die lebenslängliche Liebes- und Treuegemeinschaft zwischen einer Frau und einem Mann.“  – Steeb weiter: „Ehe muss Ehe bleiben.“

Wenn man gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe gleichstelle, um eine behauptete Diskriminierung zu verhindern, könnten auch andere Lebensformen – etwa eine polygame Gemeinschaft – eine Eheschließung beanspruchen. Die Bezeichnung „Ehe für alle“ ziele bereits auf solche Verbindungen.

Laut Steeb bietet nur die Ehe von Mann und Frau den aus ihr hervorgegangenen Kindern den Halt, den sie für ihr Leben brauchen. Steeb wendet sich auch gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Partnerschaften. Kindern dürfe nicht vorsätzlich Vater und Mutter vorenthalten werden.

Quelle: http://www.idea.de


Berlin: Erzbischof Koch setzt auf „Reformen“

Koch: Outing des Priesters Chamsara ist „etwas unpassend“

Wie der RBB (Rundfunk Berlin Brandenburg) in einer Pressemitteilung berichtet, plädiert der neue Berliner Erzbischof Heiner Koch in einem RBB-Interview dafür, geschieden Wiederverheiratete in einzelnen Fällen zur hl. Kommunion zuzulassen. Damit übernimmt er in dieser Causa die Position der deutschen Kardinäle Marx, Lehmann und Kasper. flyerstralsund2

In der Presse-Erklärung heißt es weiter, Koch wolle eine „billige Anpassung“ der Kirche vermeiden, aber andererseits wisse er „aus eigener Erfahrung“, dass es viele Menschen gebe, „die eine tiefe Sehnsucht nach der Eucharistie haben, nach der Gemeinschaft, und die wieder auf den Weg kommen wollen. Ich bin dafür, dass wir für Einzelfälle, ohne die Regel außer Kraft zu setzen, wirklich das Tor öffnen.“ 

Zudem sagte der katholische Oberhirte, dass es homosexuelle Menschen gebe, das „ist so  –  und das ist gut so“. –  Damit greift er die bekannte Formulierung des Berliner SPD-Bürgermeisters Wowereit auf, der erklärt hatte: „Ich bin schwul – und das ist gut so.“

Hingegen heißt es im Katholischen Weltkatechismus und weiteren vatikanischen Stellungnahmen, die homosexuelle Neigung als solche sei „objektiv ungeordnet„, wenngleich sie (ohne entsprechende Handlungen) subjektiv keine Sünde sei.

Hinsichtlich des polnischen Priesters Krzystof Chamsara, der sich am Tag vor der Eröffnung der Familiensynode im Vatikan als homosexuell aktiv outete, erklärte Koch: „Wenn einer im Dienst des Ganzen steht, und so ein demonstratives, vielleicht sogar politisches Zeichen setzt, dann ist das zumindest in seinen Dienstfunktionen etwas unpassend und nicht gerade förderlich gewesen.“

Das ganze Interview siehe hier: https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/201510/05/225943.html


Bistum Dresden: Bischof Heiner Koch empfiehlt fairen Umgang mit PEGIDA

Die katholische Zeitung „Tagespost“ veröffentlichte am 23. Januar 2014 online ein ausführliches Interview mit dem katholischen Oberhirten des Bistums Dresden-Meißen, Heiner Koch. Er wurde vor zwei Jahren von Papst Benedikt zum Diozesan-Bischof ernannt; vorher war er Weihbischof im Erzbistum Köln.Pegida_slide

Das Gespräch mit dem Bischof führten Regina Einig und Markus Reder

Bischof Koch  – er ist Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der Dt. Bischofskonferenz  – plädiert für einen sachlichen und differenzierten Umgang mit der neuen PEGIDA-Bewegung nach dem Motto: Argumente statt Ausgrenzung. 

Den großen Zulauf zu den Demonstrationen bzw. „Spaziergängen“ in Dresden und anderswo erklärt Bischof Koch mit einem „Gefühlsstau“, einer „Verärgerung über das Nicht-Vorkommen, Nicht-berücksichtigt-Werden, Nicht-wahrgenommen-Sein.“

Bei dieser Gruppe habe eine „Entfremdung stattgefunden zu unserer Gesellschaft und zur politischen Spitze. Es gibt ein Sich-nicht-mehr-vertreten-Fühlen im Spektrum der Parteien.“Kölner Dom 12-2010

Außerdem führe gerade die scharfe Kritik an PEGIDA zu einem Jetzt-erst-recht-Gefühl bei den Anhängern, erläutert der Bischof:

„Jede Ablehnung  –  und die ist zum Teil massiv  –  stärkt sie in ihrem Sendungsbewusstsein. Sendungsbewusstsein führt genau dazu, dass ich mich  –  gerade wenn ich abgelehnt werde  –  immer tiefer mit etwas identifiziere.“

BILD: Beim Kölner Dom war die Beleuchtung abgestellt, als KÖGIDA demonstrierte  – Fairer Dialog sieht anders aus. (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Zudem stellt Bischof Koch gegenüber weitverbreiteten Verunglimpfungen in Medien und Politik klar:

„Alle Schubladen, in die man Pegida zwängen will  –  fremdenfeindlich, rassistisch, neonazistisch  – , sind zu simpel. Dieses Schubladendenken verhindert nur, dass man angemessen auf diese Bewegung reagiert.

Als Demokraten und als Christen sollten wir Menschen nicht ausgrenzen: Ich muss diese Menschen ernst nehmen, ich muss mit ihnen ins Gespräch kommen und muss selbstverständlich auch Forderungen an sie stellen.“

Außerdem bemängelt der katholische Oberhirte, daß die Politik, weil sie um „politische Korrektheit bemüht“ sei, im Zusammenhang mit der Zuwanderung „manche Probleme nicht auf den Tisch bringt.“  

Der Bischof fährt fort: „Pegida-Anhänger sagen mir oft: „Mit meiner Überzeugung darf ich mich nicht mehr öffentlich äußern, sonst bin ich gleich als rechtsextrem verschrien.“  – Ausschluss aus dem politischen Diskurs durch Ausgrenzung halte ich für einen Fehler. Man muss kontroverse Diskussion zulassen. Inhaltliche Auseinandersetzung kann man nicht durch Ausgrenzen unliebsamer Meinungen ersetzen.“

Quelle und vollständiges Interview hier: http://www.die-tagespost.de/Argumente-statt-Ausgrenzung;art456,157929