Sieh, wie ER für unsere Sünden liebend sich zum Opfer bringt….

Heb die Augen, dein Gemüte,
Sünder, zu dem Berge hin:
schau die Qualen, sieh die Güte,
schau, ob ich dein Heiland bin.
Also ruft vom Kreuzesstamme,
dir dein Heiland sterbend zu;
drum die Sünde nun verdamme,
suche bei ihm Heil und Ruh.
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Sieh, ER strecket aus die Arme,
neigt zu dir sein Angesicht,
dass ER huldvoll dich umarme,
rührt dich diese Liebe nicht?
Sieh, wie ER für unsre Sünden,
liebend sich zum Opfer bringt;
wie ER, dass wir Gnade finden,
schmerzvoll mit dem Tode ringt.
 
Sieh, dort hängt ER zwischen Sündern,
zu bekehren diese Welt,
da ER allen Menschenkindern
sich als Mittler hingestellt.
Sünder, hör die Gnadenworte,
die ER zu dem Schächer spricht!
Offen steht auch dir die Pforte,
komm nur, ER verstößt dich nicht.
 
Heinrich Lindenborn (1741)
Gemälde: Evita Gründler