Israel zum Tod von Ex-Kanzler Helmut Kohl: Ein großer Freund des jüdischen Staates

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu (siehe Foto) hat sich zum Tod des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl geäußert. In einer Stellungnahme erklärte er:  Als einer der besten Freunde Israels war er der Sicherheit des jüdischen Staates voll verpflichtet. Kohl war ein Staatsmann, der Deutschland mit fester und entschlossener Hand vereinigte.“

Der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman erklärte zum Tod des Altkanzlers:

Die Welt verliert mit ihm einen der großen Staatsmänner seiner Generation, der weit über seinen Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung hinaus in Erinnerung bleiben wird. Helmut Kohl war nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Seine innere Überzeugung galt der Einheit Europas, für die er sich zeitlebens eingesetzt hat.

Als wahrer Freund Israels und des jüdischen Volkes war er der Sicherheit des Staates Israel zutiefst verpflichtet. Helmut Kohl kann als einer der Gestalter des zweiten Abschnitts der deutsch-israelischen Beziehungen gelten, welcher sich durch die Vertiefung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kooperationen zwischen unseren beiden Ländern auszeichnet.

Sein Verdienst ist es auch, Israel enger an Europa gebunden zu haben. Nicht umsonst ist das Institut für Europäische Studien an der Hebräischen Universität Jerusalem nach ihm benannt.“

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Jetzt wird sogar im „Spiegel“ eine bundesweite CSU gefordert – der Demokratie zuliebe!

Von Felizitas Küble

Schon seit den 70er Jahren hat der Gründer unseres Christoferuswerks, Günter Stiff, eine bundesweite CSU  –  damals auch als „Vierte Partei“ bezeichnet – empfohlen und als den „Königsweg“ bezeichnet, um bürgerlichen Konservativen in ganz Deutschland eine politische Heimat zu bieten, denn schon immer stand die CDU links von der CSU. 400px-Csu-logo.svg
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Unter dem CDU-„Übervater“ Helmut Kohl verstärkte sich diese Tendenz, unter der Kanzlerschaft Merkels geht diese Partei fast komplett den linken Bach herunter und nähert sich zunehmend grün-roten Positionen, zumal die CDU-Chefin ohnehin unverhohlen eine Koalition mit den Grünen anstrebt.
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Somit ist eine deutschlandweit wählbare CSU nicht nur fällig, sondern längst überfällig, wie wir im CHRISTLICHEN FORUM in zahlreichen Artikeln erläutert haben, wobei wir seit vorigem Herbst zudem betonen, daß viele AfD-Denkzettel-Wähler „eigentlich“ lieber für die CSU gestimmt hätten, wie sich aus etlichen Umfragen klar ergibt.
SPIEGEL ONLINE.
Allerdings standen wir mit unserem Vorschlag bislang weitgehend allein.
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Interessanterweise hat sich jetzt „Spiegel“-Redakteur Stefan Kuzmany des Themas ausführlich angenommen. In seinem Artikel vom 13. September 2016 lautet schon der Titel: „Zerrüttete Union – Trennt euch, bitte“:  http://www.spiegel.de/politik/deutschland/union-cdu-csu-in-der-krise-trennt-euch-bitte-kommentar-a-1112135.html
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Der Autor schreibt gleich eingangs genau das, was auch aus unserer Sicht „Sache“ ist:
Rechtskonservativen Bürgerlichen fehlt die politische Heimat, sie wenden sich der AfD zu. Dabei wäre die CSU die bessere Alternative – sie sollte sich auf ganz Deutschland ausdehnen und den Bruch mit der CDU riskieren.“  image
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Sodann erwähnt er die „modernisierte CDU unter Angela Merkel“, welche ihre „vormals rechtskonservativen Positionen Stück für Stück aufgegeben“ habe, wobei der Verfasser treffend sogar von einer  „Kompletträumung“ schreibt.
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Dadurch habe die Kanzlerin die „erzkonservative Anhängerschaft“ ihrer Partei „heimatlos gemacht“. Dieser Effekt sei durch die „progressive Flüchtlingspolitik noch verstärkt“ worden – und genau dies habe den Aufstieg der AfD ermöglicht, weil diese eine „politische Marktlücke“ besetzen konnte.

Also ist eine bundesweite CSU das Gebot der Stunde (aber nicht erst jetzt!).

Auch der „Spiegel“-Redakteur fragt daher: „Wen kann ein rechtskonservativer Bürgerlicher denn außerhalb von Bayern noch wählen? Die CDU nicht mehr. Es bleibt ihm nur die AfD“, selbst wenn er, wie Kuzmany schreibt, dabei wegen „ultrarechter Parolen“ aus der AfD vielleicht „Bauchschmerzen“ habe.

Der Verfasser fährt fort: AfD_Plakat_A0_Deutschland_RZ_500

„Weil Seehofer sich auf Bayern fokussiert, verspielt er den Erfolg der Union. Ist ihm alles egal, was jenseits der Zementierung der eigenen Mehrheit in Bayern geschieht, dann mag er so weitermachen.

Wenn er aber doch so etwas wie Verantwortung für ganz Deutschland spüren sollte, dann muss er sich jetzt von der CDU trennen – und bundesweit mit der CSU antreten.“

Das ist seit eh und je unser Argument gegen die Bayern-Kleingeisterei der CSU: Die CSU sollte Verantwortung für ganz Deutschland übernehmen  – und damit für das Wohl unserer Demokratie, zu der seit eh und je auch die bürgerlichen Konservativen gehören und ernst genommen werden sollten.

HIER unsere bisherigen 17 Artikel pro BUNDESWEITE CSU: https://charismatismus.wordpress.com/category/bundesweite-csu-kreuther-geist/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Bemerkenswerter ZDF-Beitrag zum schwelenden Konflikt zwischen den beiden C-„Schwester“-Parteien: http://www.heute.de/csu-gegen-cdu-der-traum-von-der-spaltung-der-unionsfraktion-45208300.html

Artikel aus dem Berliner „Tagesspiegel“ zur Kritik Heiner Geißlers (CDU) an der CSU: http://www.tagesspiegel.de/meinung/fluechtlinge-gut-dass-es-die-csugibt/14547080.html


Alt-Kanzler Helmut Kohl kritisiert Merkels asylpolitischen „Alleingang“

Kohl warnt: „Es geht um unsere Existenz“

Wenngleich der frühere Bundeskanzler und jahrzehntelange CDU-Vorsitzende Helmut Kohl die Bundeskanzlerin nicht namentlich nennt, tadelt er jetzt deutlich ihre Asylpolitik. AfD_Plakat_A0_Deutschland_RZ_500

Die Lösung der Flüchtlingskrise liege nicht in den europäischen Staaten, erklärte Kohl, sondern in den Herkunftsländern, aus denen die Menschen kommen.

Andernfalls sei Europa überfordert, denn unser Kontinent könne nicht „zur neuen Heimat für Millionen Menschen in Not“ werden, schreibt der Altkanzler im Vorwort der ungarischen Ausgabe seines Buches „Aus Sorge um Europa“.  

Am kommenden Dienstag trifft Kohl mit Ministerpräsident Viktor Orban zusammen. Der ungarische Regierungschef äußert sich bereits seit vorigen Sommer sehr kritisch zur „Flüchtlings“-Politik der Bundeskanzlerin.

Kohl stellt Merkels Beschluß vom September 2015 infrage, Migranten aus Ungarn zur Weiterreise nach Deutschland einzuladen: „Einsame Entscheidungen, so begründet sie dem Einzelnen erscheinen mögen, und nationale Alleingänge müssen der Vergangenheit angehören“, schreibt Kohl.

In europapolitischen Fragen „weiß ich mich mit meinem Freund Viktor Orban einig“, erläutert der frühere Kanzler; er sieht die Europäische Union wegen der Flüchtlingskrise in einer „Zerreißprobe“.

Kohl fügt hinzu, viele Flüchtlinge kämen aus unterschiedlichen Kulturkreisen: „Sie folgen zu einem wesentlichen Teil auch einem anderen als dem jüdisch-christlichen Glauben, der zu den Grundlagen unserer Werte- und Gesellschaftsordnung gehört“. Dies führe zu Verunsicherungen bei den Menschen: „Es geht um unsere Existenz.“


Prof. Henkel: Auch Kohls CDU ist mitverantwortlich für die Euro-Krise Europas

Der Aussage von Ex-Bundeskanzler Kohl, die frühere rot-grüne Bundesregierung sei alleinverantwortlich für die heutige Eurokrise, widersprach der ehem. Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und heutige stellv. Sprecher der AfD (Alternative für Deutschland), Prof. Hans-Olaf Henkel (siehe Foto).  AFD_EU_Abgeordnete - Kopie (2)

Zwar stimme es, daß damals Gerhard Schröder die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone auf französischen Druck akzeptierte und die Verletzung der Neuverschuldungsgrenze sowohl für Deutschland als auch für Frankreich tolerierte, aber erst die Aufhebung des im Maastricht-Vertrag festgelegten finanziellen Beistandsverbots machte aus einer Währungsunion eine Haftungsunion.

Der AfD-Europa-Abgeordnete Henkel erinnerte daran, daß er in seiner damaligen Funktion vehement sowohl gegen die Aufnahme Griechenlands als auch die Verletzung der Neuverschuldungsgrenze protestiert habe.

„Das Beistandsverbot haben der damalige Finanzminister Theo Waigel und dessen Staatssekretär Horst Köhler gegen massiven französischen Druck durchgesetzt.

Es war die entscheidende Brandmauer zwischen deutschen Steuerzahlern und ausgabefreudigen Politikern aus dem Süden Europas einschließlich Frankreichs. Diese Brandmauer haben Angela Merkel und Wolfgang Schäuble auf französischen Druck mit dem ersten Rettungspaket für Griechenland eingerissen.“ 40323-90x80

Seit diesem Zeitpunkt sei aus der Währungsunion faktisch eine Haftungsunion geworden mit verheerenden ökonomischen und politischen Folgen. Neben den ökonomischen Folgen, die ein zu starker Euro für den Süden und ein zu schwacher Euro für den Norden habe, seien inzwischen auch die politischen Folgen der Einheitswährung unübersehbar geworden.

„Helmut Kohl hat zu Recht auf das desaströse Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland hingewiesen. Er hätte aber auch die Ursache dafür deutlich benennen sollen: Eine Europolitik, die es erfordert, dass deutsche Politiker ununterbrochen ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Länder stecken, kann keine Friedenspolitik sein. Heute müsste Kohl längst klar sein: Der Euro spaltet Europa ökonomisch und politisch.“

Die Verantwortung hierfür trage nicht nur Rot-Grün, sie trage mindestens genauso Kohls Partei.


Besprechung zu „Die Patin. Wie Angela Merkel Deutschland umbaut“ von Gertrud Höhler

Rezension von Cordula Mohr

Buch-Daten: Die Patin. Wie Angela Merkel Deutschland umbaut. Gebundene Ausgabe: 296 Seiten, Preis 21,95 €, Verlag Orell Füssli; Auflage: 2. Auflage. (August 2012) –  ISBN-10: 328005480X   –  ISBN-13: 978-3280054802  41SiipCEBrL__SS110_
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Die Literaturwissenschaftlerin Gertrud Höhler, die sich u.a. in der strategischen Kommunikation einen Namen machte und in ihrem Buch „Die Patin“ viele Hintergründe und Sprachbausteine der Bundeskanzlerin entlarvt, veröffentlichte mit dieser fundierten Analyse ein einzigartiges Werk.
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Die liberal-konservative Autorin kennt die CDU seit Jahrzehnten und kritisierte den zunehmenden Linksdrall der Partei bereits in den 80er Jahren.
Prof. Dr. Gertrud Höhler kennt zahlreiche Fakten und Zusammenhänge, die wohl den meisten Lesern fehlen, aufs genaueste.
Was in diesem Buch sehr deutlich hervortritt, ist die Werte-Abstinenz und das Schweigen Merkels hinsichtlich wesentlicher Kerngedanken  eines christdemokratischen Politikverständnisses.

Sprachliche Wendungen sind kein Zufall

Erwähnt seien einige Beispiele über die Kanzlerin, die auch mich stutzig machten. So ist z.B im 1. Kapitel davon die Rede, daß schon Merkels Ausdrucksweise beim Fall der Mauer aufhorchen läßt, wenn zB. vom „Torschluss“ die Rede ist. Für Millionen Menschen ging es hier aber um eine „Toröffnung“.
Offenbaren sich hier gedankliche Rückstände ihres Lebens und Anpassens im sog. „real existierenden  Sozialismus“?    

CORDULA MOHR

CORDULA MOHR

Der Vater der Kanzlerin, ein evangelische Pastor, war politisch sehr links orientiert und ist einst aus Westdeutschland freiwillig in die kommunistische DDR zurückgekehrt.

Angela Merkel war ebenfalls systemtreu; sie gehörte keineswegs zu den freiheitsliebenden Bürgerrechtlern, auch nicht zu den hunderttausenden Menschen, die für den Mauerfall und die deutsche Einheit ausdauernd auf die Straße gingen.

Auf Seite 20 des Höhler-Buches findet sich eine Episode, die typisch erscheint für das denkwürdige Schweigen der einstigen DDR-Anhängerin:

Der Theologe Christopher Frey bemerkte keinerlei Regung bei Angela Merkel, als der Pfarrer in einer aufrüttelnden Predigt Israels 40- jährige Wüstenwanderung ansprach.
Ansonsten ging erkennbar viel innere Bewegung und Raunen durch die Reihen der Zuhörer. Die Menschen in der Kirche dachten an die 40 Jahre währende DDR-Diktatur, auch eine Art „Wüstenwanderung“. 
Doch Merkel reagiert nicht, sie schwieg und zeigte keinerlei Regung.
Dieses Schweigen, das in Prof. Höhlers Analyse öfter erwähnt wird, brachte Angela Merkel politisch nach vorne.

Von der „Schweigerin“ zur Kanzlerin aufgestiegen

Für westliche CDU-Politiker war diese Unbekannte eine fast geheimnisvoll anmutende Frau aus „Anderland“; sie waren offenbar damit überfordert, dieses Schweigen passend einzuordnen.
Kein Politiker fragte sie gezielt nach einem inhaltlichen Bekenntnis oder nach ihrer politischen Orientierung. Erstaunlich schnell war sie „das Mädchen“ an der Hand von Kanzler Helmut Kohl. pc_pi
„Tarnkappen-Politikerin“ ist ein häufig bis zum Buchende benutztes Höhler-Wort für die Kanzlerin. Später schreibt die Verfasserin auch von den „westlichen politischen Lemmingen“, denen es an kritischem Sinn mangelt.
Höhler berichtet von der wesentlichen Rolle der CDU-Politikerin Merkel bei der Entmachtung Kohls. Für den Leser ist dies sehr interessant, da man die damaligen Vorgänge leicht aus den Augen verliert.
Die Autorin schreibt sodann von jenen „Ausnahmezuständen“, die Merkels Aufstieg begünstigten, an die sich der Wähler allmählich gewöhnte, so daß vieles  für ihn zur Normalität wurde.
Es ist gut zu wissen, wie alles begann, um ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Merkelschen Politik zu gewinnen.

Konservative CDU-Parlamentarier kaltgestellt

In weiteren Kapiteln wird Merkels Absetzung bzw. das Kaltstellen einiger werteorientierter CDU-Politiker geschildert, wie z.B bei dem in CDU und Volk sehr beliebten Wirtschaftsexperten Friedrich Merz.
Immer wieder wurden Rückkehrwünsche an den kompetenten ehem. Parlamentarier herangetragen. 
Auf Seite 46 erhält der Leser die Antwort, denn Merz erklärte: „Nicht unter Frau Merkel.“40323-90x80
Prof. Höhler befaßt sich sodann mit der Eurokrise und dem mangelnden Sachverstand der Kanzlerin. Auf diesen Seiten erfährt der Leser, wie prinzipienlos A. Merkel auch in der Europapolitik vorgeht.
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Das Kanzlerinnenwort von der „Alternativlosigkeit“ zur Euro-Rettung wird hierzulande immer wieder beschworen. „Europa ist ohne den Euro nicht denkbar“, sagte Merkel. Doch es geht um die Einhaltung der sog. No-bailout-Klausel (keine gemeinsame Haftung für Schulden einzelner EU-Staaten).
Die CDU-Chefin erprobte auch auf ungeheuerliche Weise den Griff nach Macht in der EU:
Auf Seite 260 wird berichtet, wie Merkel den griechischen  Staatspräsidenten drängen wollte, zu den dort vorgesehenen Parlamentswahlen auch eine Volksabstimmung über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone durchzuführen.
Man ist dort irritiert über diese „Bevormundung“. Offizielle Reaktion aus Athen: Ein Referendum werde grundsätzlich nicht vom Ausland vorgeschlagen.

Machtstrategie statt Werte und Verläßlichkeit

Die Autorin beschreibt zudem, daß sich die Kanzlerin auch in anderen Zusammenhängen nicht an Vereinbarungen und Abmachungen hält, die ihrer Machtposition schaden könnten.
Dr. Höhler betont, wie wichtig in einem demokratischen Rechtsstaat Tugenden wie Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit und ein klarer Wertekonsens ist.  
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Für Merkel ist das Wertesystem anscheinend verschiebbar: je nach Wählergunst und Interessenlage; sie entmachtet die herkömmliche Parteilandschaft, indem sie Themen aus den anderen Parteien aufgreift und sich
zwecks Machterhalt zu eigen macht.
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Diese Strategie läuft letztlich auf eine Einheitspartei hinaus. Dabei denkt man doch sehr an die sozialistische DDR, die ebenfalls keine wirklich vielfältige Parteienlandschaft zuließ.
Natürlich agiert Merkel geschickter als die frühere DDR-Führung. Manchmal spricht sie von der Abwendung von Schaden und vom Wohl für das Volk, so auch bei dem für die Unionsparteien überraschenden Ausstieg aus der Kernkraft:

Der „Ernstfall“ war eine Landtagswahl

Merkels Begründung bei der Regierungserklärung orientierte sich an einem Paragraphen, der allein für den Ernstfall (Notstand) gedacht ist: Die Pflicht zur staatlichen Aufsicht erlaube es dann dem Bund, anzuordnen, dass ein „Zustand beseitigt wird“,  der eine unmittelbare Gefährdung darstellt.
Dieser „Ernstfall“ war zum damaligen Zeitpunkt aber die bevorstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg  – und keineswegs eine reale Gefahr für Deutschland.
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Gut zu lesen sind auch die Seiten des Kapitels „Präsidentendämmerung  –  Drama in drei Akten“.
Erster Akt:Das Amt als Beute der Politik
Hieraus ein Zitat:
„Ihre Geringschätzung des höchsten Staatsamtes besiegelt Merkel unmittelbar nach der Neuwahl-Forderung durch SPD-Chef Müntefering, die der verlorenen Wahl in NRW 2005 folgte. Ohne das Votum des Bundespräsidenten abzuwarten, der das Verlangen nach Neuwahlen im Lichte der Verfassung zu prüfen hatte, ließ Angela Merkel sich zur Kanzlerkandidatin ihrer Partei ausrufen.“ 
Und wieder hat sich Merkel an Vorgaben nicht gehalten, erneut fehlte es ihr an „Respekt vor dem Amt“.
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Zweiter Akt: Nicht nur die Kandidaten, auch das Amt entmachten159481-3x2-teaser296
Dritter Akt:Das Gauck-Paradox: Unsterbliche Werte, die im Sterben liegen.
 
Gertrud Höhler lässt den Leser auf den Seiten 218 bis 230 nicht in Unkenntnis darüber, warum Merkel Joachim Gauck zunächst nicht als Bundespräsidenten wollte.
Gaucks Wahl war ein Sieg der Demokraten (besonders der FDP) über das um sich greifende, zentralistische System der Kanzlerin und Schweigerin.
Gauck antwortete zum Führungsstil Merkels mit dem denkwürdigen Satz: Er vermisse Erkennbarkeit: „Ich respektiere sie, aber ich kann sie nicht richtig erkennen.“

Bei Entscheidungen den Ausstieg offenhalten

Im Kapitel „Demokratie im Stresstest“ stellt die Autorin fest, welche Führungsphilosophie die Kanzlerin kombiniert: Halte dir bei jeder Entscheidung den Ausstieg offen und deklariere zugleich jede Entscheidung als bindend.   –  Dies entspricht im wesentlichen einer Herrschaft ohne ethische Maßstäbe und ohne wirkliche Werteorientierung.
Merkel scheint auch mit der grundgesetzlich garantierten Gewissensfreiheit der Abgeordneten ihre Probleme zu haben, nachzulesen auf Seite 235 in Höhlers Buch:
Die Kanzlerin nimmt sich Freiheiten, die andere schon laut Parteisatzung gar nicht beanspruchen können.
Die CDU-Chefin schreddert Werte, kippt Kabinettsbeschlüsse und räumt feste Vorgaben gleich im Dutzend ab.
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Aber die Literaturwissenschaftlerin „haut nicht nur drauf“, sondern nimmt die Kanzlerin bis zu einem gewissen Grad auch in Schutz, war sie doch bereits als Kind in einem sozialistischen Unrechtsstaat aufgewachsen, mit dem sich ihre Eltern identifiziert hatten, vor allem ihr Vater trotz seines Berufs als protestantischer Pastor.
Von daher lassen sich einige „Bausteine“ aus dem System Merkel durchaus aus ihrer Biographie erklären bzw. nachvollziehen.

Norbert Röttgen: ebenfalls abserviert

Im drittletzten Kapitel heißt es: „Plötzlich und unerwartet: Einer wagt den offenen Kampf“.
Das Buch beschreibt darin die Geschichte um den von Merkel abservierten CDU-Politiker Norbert Röttgen. Superspannend schildert Höhler das Duell der beiden Kontrahenten. Der Leser wird gleichsam wie in eine mittelalterliche Saga geführt und kann das Buch kaum zur Seite legen.
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Auch das  letzte Kapitel ist ein unbedingtes „Muß“ für den Leser. Unmissverständlich fragt Prof. Höhler: Wer wollen wir morgen sein?  –  Der Tag der Entscheidung kommt womöglich überraschend wie ein Dieb in der Nacht.
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Der ganze egomanische Politikstil Merkels wird glasklar analysiert  – und die Autorin entläßt den Leser mit einer „entzauberten“, einer „entlarvten“ Sichtweise auf die Kanzlerin.
Dieses faktenstarke und aufschlußreiche Sachbuch sollte vor allem für Mitglieder und Anhänger der CDU/CSU eine Pflichtlektüre sein.
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Unsere Autorin Cordula Mohr ist dreifache Familienmutter, engagierte katholische Lebensrechtlerin und Kreisvorsitzende der ALFA (Aktion Lebensrecht für Alle) von Rheine, einer Stadt im nördlichen Münsterland.
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Buchbestellung per Buchhandel oder bei AMAZON: http://www.amazon.de/Die-Patin-Angela-Merkel-Deutschland/dp/328005480X
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HINWEIS: Diese Besprechung erschien auch in der Journalistenwatch: http://journalistenwatch.com/cms/2014/03/31/esprechung-zu-die-patin-wie-angela-merkel-deutschland-umbaut-von-gertrud-hoehler/
 

Ex-Ministerpräsident Biedenkopf bekräftigt Kritik an Kohls Euro-Kurs

Im Zusammenhang mit der Euro-Krise verstärkt der ehem. sächsische Ministerpräsident Dr. Kurt Biedenkopf seine Kritik an Ex-Kanzler Helmut Kohl: „Sein Euro-Konzept ist wegen der heute unbestrittenen Konstruktionsfehler gescheitert“, sagte Biedenkopf im Interview mit der WAZ-Mediengruppe (heutige Samstagsausgabe).

Aus Sicht des CDU-Politikers Biedenkopfs hat die heutige Krise „ihre Ursache im Wesentlichen darin, dass es keine wirksame Kontrolle der Eurostaaten gab, die sie an Überschuldung hinderte“.

Kohl habe die Möglichkeit überschätzt, den Euro ohne eine unabhängige europäische „Wirtschaftsregierung“ einzuführen, die berechtigt gewesen wäre, das fiskalische Verhalten der Eurostaaten zu kontrollieren, bemängelte Biedenkopf. „Eine Verschiebung des Euro gelang ebenfalls nicht. Dafür hatte ich mich eingesetzt.“

Sachsen hatte dem damaligen Beschluß, den Euro einzuführen, im Bundesrat die Zustimmung verweigert.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (ots)


Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) kritisiert Kohls frühere Euro(pa)politik

Ähnliche Analysen von Prof. Hans-Peter Schwarz und Wirtschaftsführer Spethmann

Der frühere Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf, hat Ex-Kanzler Helmut Kohl schwere Versäumnisse bei der Vorbereitung der Gemeinschaftswährung vorgeworfen:

„Helmut Kohl war der Zeitplan letztlich wichtiger als die Stabilität“, sagte Biedenkopf dem Nachrichtenmagazin Focus und fügte hinzu:  „Darum hat er auch sein politisches Schicksal mit dem Euro verbunden, was eine rationale Debatte verhinderte.“

Schon während der Verhandlungen zum Stabilitätspakt sei deutlich geworden, daß die meisten Länder eine strikte Sparpolitik und Haushaltsdisziplin als Einmischung in ihre politische Souveränität ablehnen.

Biedenkopfs Fazit: „Kohl konnte nicht ernsthaft darauf hoffen, dass die Stabilitätskriterien eingehalten würden.“

Auch der Zeithistoriker Prof. Hans-Peter Schwarz, Autor einer aktuellen Kohl-Biografie, weist dem Altkanzler eine „maßgebliche Mitverantwortung“ für die heutige Euro-Krise zu.

Im Interview mit Focus sagte Schwarz, Kohl sei fest davon überzeugt gewesen, daß eine gemeinsame Währung die europäische Einigung unumkehrbar machen würde: „Dem hat er alles andere untergeordnet.“

Dieter Spethmann, langjähriger Vorstandsvorsitzender von Thyssen und einer der wichtigsten Wirtschaftsführer der Kohl-Ära, äußerte sich ähnlich: „Kohl kannte die vielen berechtigten Einwände gegen die Einführung des Euro.“  –  Aber er habe sie alle beiseite gewischt.  

Quelle: Fulda-Info, dts-Nachrichtenagentur