Das „Fest der Demut Mariens“ und die dazu ganz unpassenden Madonnenerscheinungen

Von Felizitas Küble

Das kirchliche Fest der Demut Mariens vom 17. Juli gehört zu den weniger bekannten Marientagen, ist es aber wert, mehr beachtet zu werden, erst recht in den erscheinungsbewegten Kreisen. Es wird seine Gründe haben, daß man dort in aller Regel nicht einmal um die Existenz dieses Feiertages weiß.

Kein Wunder, denn hier geht es um die wahre Bescheidenheit der gnadenvollen Gottesmutter, die zum Engel Gabriel sprach: „Siehe, ich bin die Magd des HERRN.“  

Auch das Magnificat   –  der biblisch bezeugte Lobgesang Marias beim Besuch ihrer Kusine Elisabeth –  bezeugt die Demut der Madonna, heißt es dort doch: „ER hat herabgeschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd.“

Das ist die Selbsteinschätzung der wirklichen Mutter des HERRN – und wie sieht im Vergleich dazu die Tituliersucht und das ständige Selbstlob vieler „Marienerscheinungen“ aus? Tatsächlich: ganz anders! – Es kann sich folglich nicht um ein und dieselbe Person handeln, denn auch als Königin der Engel und Heiligen im Himmel hat sie ihre Grundhaltung nicht verändert.

Hier seien aus der Fülle der Beispiele zwei Fälle herausgeholt, um diese Problematik streiflichtartig aufzuzeigen:

HEROLDSBACH: Keine Privatoffenbarung wurde in den zweitausend Jahren der Kirchengeschichte derart stark abgelehnt wie jene von Heroldsbach im Bistum Bamberg, wo die „Rosenkönigin“ Anfang der 50er Jahre einigen Landmädchen erschienen sein soll.

Nicht nur der zuständige Bischof ordnete Strafmaßnahmen gegen Heroldsbach-gläubige Priester an, auch Pius XII.  – gewiß ein marianisch geprägter Papst  – hat sich strikt gegen diese Phänomene ausgesprochen und Sanktionen gegen widerspenstige Geistliche verhängt. Dennoch zogen und fuhren weiterhin zehntausende Pilger an diese fränkische „Wunderstätte“.

Freilich verwundert es wenig, daß sich die selbsternannte „Rosenkönigin“ dort in einer  Weise in den Mittelpunkt rückte, daß es häretische, ja letztlich gotteslästerliche Formen annahm, denn sie stellte sich gleichsam als vierte Person neben die göttliche Dreieinigkeit. (Dies habe ich ausführlich in der Zeitschrift „Theologisches“ belegt – siehe hier:  https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%e2%80%9ehimmelsvisionen%e2%80%9c/)

SEHERIN VON DER DONAU: Auch ein erscheinungsbewegtes Buch mit dem Titel „Geheimnis Maria“ sprengt diesbezüglich alle theologischen Grenzen. Georg Schmertzing bringt es auf S. 30 sogar fertig, Maria als die „Miterlöserin ihres mit ihr so eng im Geiste verbundenen Sohnes“ zu bezeichnen.

Wie bitte? Die Madonna soll die „Miterlöserin“ ihres göttlichen Sohnes sein? Dann wäre sie die Erlöserin und ER der Erlöste?!

Wir wollen dem deutsch-ungarischen Autor zugutehalten, daß er hoffentlich „eigentlich“ schreiben wollte: Maria sei mit ihrem Sohn im Geiste so eng verbunden, daß sie deshalb eine Miterlöserin sei (wobei auch diese „Logik“ ins Leere führen würde, aber das steht auf einem anderen Blatt).

Die Krönung des Absurden liefert uns aber die S. 249, denn dort wird unter dem Titel „Die himmlische Zwiesprache“ aus einer angeblichen Botschaft zitiert, welche die „Mystikerin von der Donau“, Luise Wittmann, erhalten haben will.

Demzufolge habe Christus ihr am 4.2.1978 Folgendes über die Madonna erklärt:
„Sie hält Zepter und Reichsapfel in den Händen, denn so gebührt es ihr als Königin. Ihr Erlösungswerk ist Berufung…So strahlt sie als Herrscherin wahrlich so wie ich…Ich will das Knie vor ihr beugen und ihr Herrschertum anerkennen für uns…So ist ihr alles zugeignet von dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste in Liebe. Meine Mutter, Köngin, wir lieben dich und beugen das Knie vor dir.“

Das sind unfaßbare Gotteslästerungen, die keines weiteren Kommentars bedürfen, aber einmal mehr aufzeigen, wohin der Erscheinungs(wahn)sinn führen kann.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Heroldsbach: Wie die „Königin der Rosen“ eine unbescholtene Bäuerin verteufelte

Von Felizitas Küble

Heroldsbach ist jener lange Zeit heißumstrittene „Erscheinungsort“ im Bistum Bamberg, der von 1949 bis 1952 zehntausende Pilgern aus ganz Deutschland anzog und sich zu einem ganz außergewöhnlichen Massenphänomen entwickelte.  

Die katholische Kirche hat diese „Privatoffenbarungen“ allerdings strikt abgelehnt – nicht allein der zuständige Bischof sprach sich damals klar dagegen aus:

Auch die römische Glaubenskongregation (zu jener Zeit noch „Hl. Offizium“ genannt) hat jene aufsehenerregenden Geschehnisse unmißverständlich als „nicht übernatürlich“ abgelehnt und die aktiven Anhänger unter den Priestern mit kirchlichen Strafen belegt; die Sehermädchen wurden kurzerhand exkommuniziert (aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen).

Heroldsbach ist zwar mittlerweile aus praktischen und pastoralen (seelsorglichen) Gründen eine diözesane „Gebetsstätte“, was aber nichts daran ändert, daß die Erscheinungen nach wie vor kirchlich nicht anerkannt sind, was dort auch ausdrücklich ausgeschildert ist.

Dennoch gibt es – vor allem in traditionellen Kreisen – nach wie vor erstaunlich viele „Heroldsbacher“, die fest von der Echtheit jener spektakulären Vorgänge überzeugt sind, wozu auch ein „Sonnenwunder“ gehört.  Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/06/11/die-marienerscheinungen-von-heroldsbach-und-das-sonnenwunder-vom-8-12-1949/

Bei Gesprächen mit Erscheinungsbewegten stellt sich heraus, daß diese Leute oft nicht ausreichend über die „Botschaften“ von Heroldsbach informiert sind, sondern schlicht meinen, die dortigen „Offenbarungen“ seien doch klar-katholisch, marianisch und konservativ ausgerichtet  – also alles paletti, das Ganze echt  – und die Kirche habe sich hierbei nun einmal geirrt.

Ballspiele mit Christkind und den Engeln…

Umgekehrt wird freilich ein Schuh draus  – hierzu einige Beispiele:

Daß die Heroldsbacher Erscheinungen nicht „von oben“ sein können, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß die „Seherkinder“ mit dem „Jesuskind“ und den „Engeln“ mehrfach Ballspiele veranstalteten sowie „Fangen“ spielten. Das ist der übernatürlichen Welt nicht würdig und angemessen.

Noch schlimmer ist die Verleumdung einer unbescholtenen Bäuerin aus dem Dorf als angeblich vom Teufel bessesen – und dies behauptete ausgerechnet die „Rosenkönigin“, also die vermeintliche Marienerscheinung, die übrigens ausdrücklich erklärte, sie sei „nicht die Rosenkranzkönigin“  –  was das wundersüchtige Publikum aber nicht weiter störte oder ins Grübeln brachte.

Nun zu jener Nachbarin, deren Acker durch die Seher und ihren Anhang zertreten wurde und die sich darüber völlig zu Recht beschwerte. Aber wer den Schaden hat, braucht für die Spott nicht zu sorgen – in diesem Fall noch schlimmer: sie wurde buchstäblich verteufelt.

Die „Frankfurter Hefte“ vom Mai 1952 haben folgendermaßen über diesen Vorgang berichtet:

„Eine Saat der Feindschaft ging (in Heroldsbach) auf. Auf dem (Erscheinungs-)Hügel ist ein Getreidefeld, dessen Rand aufs abscheulichste niedergetrampelt war….

Eines Tages schien die Madonna ihren Weg über dieses Feld nehmen wollen  – und die Kinder, ihr folgend, zertraten die Saat. Die Frau, der das Feld gehörte, rief: „Die Heiligen dürfen darüber, aber ihr nicht, schont doch mein Getreide!“

An einem der nächsten Tage erklärten die Kinder, die Madonna habe gesagt, die Frau sei der Teufel. Am Abend kam es zu einem wilden Tumult auf dem Berg. Die Laienkommission, die Kinder und die Gläubigen beteten beim Abnlick der Frau schreiend die Teufelsaustreibung, die Kinder riefen, sie sähen den Teufel in Person…Die Menge hätte um ein Haar die Frau erschlagen.

Der Ortspfarrer streute Gerüchte aus über die Frau, die zu einem Prozeß führten, bei dem er schließlich widerrief.“

Es bedarf gewiß einer großen Geistesverwirrung, um zu glauben, solch gefährlicher Unfug  – an dem sich der erscheinungssüchtige Pfarrer sogar noch beteiligte  –   stamme vom Himmel.

Jene Verschwörungstheorien, die behaupten, das Bistum Bamberg habe den Vatikan damals (in den 50er Jahren) falsch informiert bzw. hinters Licht geführt, sind nicht stichhaltig, denn um diese „Botschaften“ zu verurteilen, waren beileibe keine „Fälschungen“ nötig, da diese absurden „Visionen“ in ihrer Originalfassung schon für sich bzw gegen sich sprechen!

Vor mir liegt das Buch „Heroldsbach – eine mütterliche Mahnung Mariens“ (siehe Foto) von Christel Altgott, es erschien 1957 und ist natürlich komplett unkritisch. Umso aufschlußreicher sind die dort enthaltenen Informationen (von denen keiner behaupten kann, Skeptiker hätten sie ausgestreut).

Hierzu einige Beispiele:

Seite 11: Es wird berichtet, daß die Seherkinder im Auftrag von Prof. Faulhaber an die Erscheinung die Frage richten sollen: „Bist Du die Assumpta?“ (Das ist lateinisch und bedeutet gemäß dem Dogma: „Bist Du die in den Himmel aufgenommene Madonna?“)

Worauf die Erscheinung laut Seherkinder geantwortet haben soll: „Nein, ich bin es nicht, ich bin die Gottesmutter, die Himmelsmutter.“

Nun hat die Buchautorin natürlich ein Erklärungsproblem. Die Ausrede, die Madonna sei des Lateinischen nicht mächtig, wäre allerdings lächerlich. Aber es sei eben so, daß Maria sich in Heroldsbach nicht speziell als Assumpta verehrt wissen will, sondern als Gottesmutter“, läßt uns die Verfasserin wissen…

Seite 17 und 18: Es wird berichtet, daß sich die Erscheinung – nachdem sie ja offenbar keine „Assumpta“ ist – wie folgt selber definiert:

„Ich bin die Königin der Rosen, ich bin die Rosenkönigin. Verwechselt es nicht mit der Rosenkranzkönigin.“

Somit wird die Assumpta-Verwirrung noch gesteigert,weil die Erscheinung keinesfalls mit der „Rosenkranzkönigin“ verwechselt werden will. Ob diese merkwürdige Erscheinung  vielleicht d e s h a l b  laut Angaben der Seherkinder einen „schwarzen“ (!) Rosenkranz trägt…?

Jenseitige Drohung für die Kirchenleitung

Seite 40: Typisch für Falschmystik ist das „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Prinzip nach dem Motto: Wer an diese Erscheinungen glaubt, wird mit Gnaden überschüttet, wer sich weigert, muß mit drakonischer Strafe rechnen – genauer: mit der Todesstrafe „von oben“.

Der „ganz mit Wunden bedeckte Heiland“ erschien angeblich den Kindern und „klagte, daß die Obrigkeit an das Erscheinen auf diesem Berg nicht glaube. Er gab den Pilgern den besonderen Segen und sagte: „Sie werden erst glauben, wenn Ich sie hinwegraffe.“

Merkwürdig erscheint auch der Heroldsbacher „Segen“ für die Pilger:

Seite 41: „Während dieser Geschehnisse flog (!) der Hl. Geist den Segen“.

Bezeichnend überdies Seite 44: Die „Gottesmutter“ habe erklärt: „Jetzt ist es zu spät, daß sich die Menschheit noch bekehren wird. Es ist der letzte Ruf, den wir hier an sie gerichtet haben.“

Seit Jahrzehnten bekommt man von allerlei Visonärinnen zu hören, die ihnen gewährte „Warnung“ sei der allerletzte Mahnruf des Himmels….

Auf Seite 41 erfährt man auch, daß die Seherkinder „das Vaterunser beteten, welches der göttliche Heiland mit uns sprach.“

Wie bitte? Christus hat gebetet: „Vergib uns unsere Schuld“…? – Zudem: Von welchem „Bösen“ muß Christus denn der göttliche Heiland „erlöst“ werden?

Die Sache ist nicht vergleichbar mit der biblischen Vaterunser-Belehrung Christi, nachdem die Apostel ausdrücklich fragten: „Herr, wie sollen wir beten?“  – Christus hat ihnen das Vaterunser lediglich vorgesprochen, damit sie es kennenlernen, ohne es mit ihnen zusammen zu beten.

Schon diese wenigen Beispiele belegen, daß die Erscheinungen von Heroldsbach nicht „von oben“ sein können; es handelt sich bestenfalls um Fantasieprodukte oder um Phänomene bzw. Täuschungsmanöver von „unten“  –  oder beides miteinander vermischt.

Weitere Hintergrund-Infos zu Heroldsbach hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%e2%80%9ehimmelsvisionen%e2%80%9c/


TRAUER um „Pater Bonni“ (Prof. Albert Mock)

Von Felizitas Küble

Am vergangenen Samstag, dem 24. März, ist unser guter Freund und Mitstreiter Prof. Dr. Dr. Albert Mock im Krankenhaus Gerolstein verstorben. Ich war jahrelang mit ihm im freundschaftlichen Kontakt. Der Geistliche war Arnsteiner Pater mit dem Ordensnamen Bonifatius; ich sprach ihn mit „Pater Bonni“ an – er nannte mich „Flitzi“.

Der Geistliche ist im katholischen Eichsfeld aufgewachsen – dort stehen die Katholiken einem starken protestantischen Umfeld gegenüber. Dazu kam die Unterdrückung erst durch die NS-Diktatur, später durch den „DDR“-Kommunismus.

Pater Bonifatius wurde am 29. Juli 1956 zum Priester geweiht. 1964 wurde er Doktor der Psychologie, 1971 zum Professor in Köln ernannt. Zudem erteilte der Geistliche bis 198o Vorlesungen an der Ordenshochschule in Simpelveld.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit lagen ihm seine seelsorglichen Aufgaben sehr am Herzen, zB. am Pantaleonsstift in Köln. Auch in seinem Ruhestand in Birgel kümmerte er sich pastoral um die umliegenden Pfarrgemeinden.

Leider konnte ich in den letzten Jahren wegen seiner Schwerhörigkeit kaum noch mit ihm telefonieren. Auch der Mailkontakt ließ nach, weil bei „Pater Bonni“ krankheitsbedingt die Kräfte schwanden. Dennoch wußten wir uns im Geiste und Gebet miteinander verbunden, auch auf brieflichem Wege.

Pater Bonifatius gehörte zu jenen Geistlichen, die Glaube und Vernunft miteinander vereinbarten. Für Professor Mock, der sich selber als theologisch konservativ verstand, war es ein großes „Elend“, daß so viele fromme Katholiken diversen unsinnigen „Privatoffenbarungen“ auf den Leim gingen. Er wandte sich kritisch gegen Erscheinungs-Fixiertheit, Wundersucht und einen schwärmerischen Enthusiasmus.

Auch in dieser Hinsicht hat er mich in meiner Tätigkeit stets ermutigt und unterstützt. Als ich mich in der Zeitschrift „Theologisches“ vor über zehn Jahren kritisch mit den kirchlich strikt abgelehnten „Marienerscheinungen“ in Heroldsbach befaßte und diese Phänomene Punkt für Punkt auseinandernahm, führte dies damals im erscheinungsfrommen Lager teils zu heller Aufregung und großem Entsetzen. 

Pater Bonifatius hat mir bei jenen Turbulenzen „eisern“ zur Seite gestanden (ebenso wie der Vorstand der Zeitschrift und ihr damaliger Chefredakteur, Dr. David Berger). „Pater Bonni“, der zur „Fördergemeinschaft Theologisches“ gehörte,  hat meine Argumente durch seine psychologischen Studien ergänzt und bekräftigt; auch diese Ausführungen erschienen in „Theologisches“ und später hier im CHRISTLICHEN FORUM: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/26/meine-begegnung-mit-heroldsbach/

Der Tod von „Pater Bonni“ ist für mich ein herber Verlust, zumal er in seiner bescheidenen und unkomplizierten Art stets „auf Augenhöhe“ mit mir umging und weit entfernt von jeder „klerikalen“ oder „professoralen“ Arroganz war. Unsere Freundschaft war von gegenseitiger Wertschätzung, Glaubensverbundenheit und Sympathie geprägt – und dieser glaubensstarke Priester war und bleibt für mich ein großes Vorbild.

Leider kann ich ihm wegen meiner Grippe-Erkrankung nicht die letzte Ehre erweisen bzw. nicht an der Beisetzung am Gründonnerstag teilnehmen. Noch wichtiger ist für uns Gläubige freilich das fürbittende Gebet für unsere lieben Verstorbenen und das dankbare Gedenken an sie – auch für all das Gute, das wir von ihnen lernen und erfahren durften.

Zugleich wissen wir als Christen, daß der Tod das Tor zum Leben ist, der Geburtstag für die Ewigkeit. So verbinden sich Trauer und Wehmut mit der Zuversicht der ewigen Glückseligkeit und eines frohen Wiedersehens im Himmel: R.I.P.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und ehrenamtlich auch das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

HINWEIS auf einen sehr lesenswerten Nachruf von Dr. David Berger: https://philosophia-perennis.com/2018/03/27/albert-mock-amp/

Erstes Foto: http://arnsteiner-patres.de/index.php?id=startseite

 

 

 


WARNUNG vor Exerzitien und „Heilungen“ von Pater James Mariakumar

Von Felizitas Küble

Kürzlich erhielt ich  – wie schon oft in den letzten Jahren  –  den Anruf einer Katholikin, die durch schwarmgeistige Praktiken und geistlichen Missbrauch psychisch geschädigt worden ist.

Seitdem sie bei einem Auftritt des australischen Heilungspredigers Alan Ames den charismatischen „Hammersegen“ (Rückwärtskippen in Trance, angebliches „Ruhen im Geist“) erlebte, ging es mit ihr seelisch und gesundheitlich rapide bergab.

Als weitere Kontakte in die katholische Schwärmerszene folgten, wurde alles noch schlimmer.

Vor zwei Wochen hielt der indische Wanderprediger Prof. James Mariakumar SVD seine Exerzitien im fränkischen Heroldsbach (einer diözesanen Gebetsstätte im Erzbistum Bamberg).

Jene Betroffene nutzte die Chance, um ihn anzusprechen. Der Steyler Pater sagte, wer ein Gespräch mit ihm wünsche, solle seine gesamten Exerzitien (in diesem Fall immerhin sieben Tage) mitmachen. Die Frau erklärte, das sei ihr nicht möglich – und stellte sogleich ihre einzige Frage: Seitdem ich bei den Charismatikern war, geht es mir viel schlechter  –  wie kommt das?

Die Antwort des indischen Geistlichen: Sie haben keinen christlichen Glauben!  –  Gehen  Sie zu Schwester Margaritha Valappila, damit Ihnen geholfen wird.

Jene Frau fragte mich nun, was ich von dieser Empfehlung halte. Ich habe ihr dringend von jedweder „Heilung“ durch diese  –  ebenfalls aus Indien stammende  –  Nonne abgeraten, zumal auch Sr. Valappila seit Jahrzehnten eifrig den charismatischen „Hammersegen“ erteilt und dabei reihenweise Seminarteilnehmer „flachlegt“ (das beginnt schon mit dreijährigen Kindern!).

Zudem wies ich darauf hin, daß Valappilas Evangelisationszentrum „Haus Raphael“ im hessischen Bad Soden-Salmünster sich nicht „katholisch“ nennen darf, wie im kirchlichen Amtsblatt des Bistums Fulda bereits vor 13 Jahren erklärt wurde. (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/haus-st-raphael/

Natürlich widerspricht es sowieso jeder Fairneß (von Nächstenliebe ganz zu schweigen), einer Betroffenen glattweg den „christlichen Glauben“ abzusprechen, nur weil sie eine kritische Rückfrage zur Charismatik stellte – noch dazu aus ihrer eigenen bitteren Erfahrung heraus.

Jene Dame hat mir ausdrücklich erlaubt, von diesem Vorgang zu berichten. (Aus Gründen des Personenschutzes wird auf Namensnennung verzichtet, um sie vor weiteren verbalen Entgleisungen zu verschonen.)

Zur Problematik von „Befreiungsgebeten“

Im Exerzitienprogramm von Pater Mariakumar (siehe hier: http://www.gebetsstaette-heroldsbach.de/pdf/2017_Kumar.pdf) ist ausdrücklich die Rede von „Heilungs- und Befreiungsgebeten.“  

Hierbei gibt es grundsätzlich folgenden Hintergrund zu bedenken: Heilung und Befreiung, Zeichen und Wunder sind die vier wichtigsten Zauberworte im Enthusiastenspektrum.

Jene „Befreiungsgebete“ sind dort tendenziell im Grunde nichts anderes als ein verkappter Exorzismus, vor allem hinsichtlich der suggestiv-verhängnisvollen Wirkung für die Betroffenen. (Denn wenn jemand vom Teufel „befreit“ werden muß, setzt das voraus, daß jener Mensch von ihm umsessen/besessen/belastet ist.)

Ich erhalte seit ca. 15 Jahren Berichte von Opfern, die sich an mich wenden, weil ich mich kritisch mit der Charismatischen Szene befasse. Daher sind mir viele erschütternde Internas und Schicksale bekannt.

Charismatisch induzierte „Besessenheit“

Dabei fällt das folgende, häufig auftretende „Schema“ auf:

Erst werden die Gläubigen vielfach „umsessen“ oder gar „besessen“ geredet (mindestens als „okkult belastet“ definiert). Dann bietet sich der Heilungsprediger als vollmächtiger, geisterfüllter „Befreier“ an (der also von einem „Problem“ befreit, das er durch seine Panikmache überhaupt erst induziert bzw. erzeugt hat!)  –  wobei aber von wirklicher „Befreiung“ keine Rede sein kann; vielmehr dreht sich das fanatisch-irrgeistige Karussel auf diesem Wege ständig weiter  –  zu Lasten der Betroffenen!

Dem erztraditionellen Lager sei noch ins Stammbuch geschrieben, daß auch der sog. „Kleine Exorzismus“, der Papst Leo XIII. zugeschrieben wird, seit 1985 kirchlich rundweg verboten ist  – und zwar sowohl für Kleriker wie für Laien (es sei denn, es läge eine ausdrückliche bischöfliche Erlaubnis für einen bestimmten Priester vor).

Weiter auf Tour mit „Heilungsgebeten“

Zurück zu James Mariakumar: Der Pater ist derzeit weiter unterwegs auf Tour – in diesen Tagen hält er in Frankfurt am Main seine abendlichen Vorträge samt „Heilungsgebeten“ (siehe Foto oben: Werbeplakat dort).

Man kann sich nicht genug wundern, daß er vier Tage lang sogar im Dom St. Bartholomäus auftreten kann, wobei die zuständigen Kapuziner wohl das ABC einer soliden „Unterscheidung der Geister“ nicht kennen, geschweige angemessen handhaben.

Dieser Star-Charismatiker ist außerhalb Europas direkt als Exorzist zugange (das berichtet er selber im Vorwort seines Buches), innerhalb Europas wirkt er – aufgrund kirchlicher Schranken – freilich „nur“ als Befreiungsbeter. Manchmal wird dieser indirekte Quasi-Exorzismus auch als „besonders starkes Gebet“ umschrieben…

Dieser Geistliche aus Kerala (einem südindischen Bundesstaat) hat ein Buch mit dem Titel „Okkultismus und geistiger Kampf“ verfaßt, das wir vor über fünf Jahren bereits durchleuchtet haben: https://charismatismus.wordpress.com/2012/08/22/pater-james-mariakumar-und-sein-charismatisches-befreiungsgebet/

Wenig erstaunlich, daß in dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ das Vorwort Mariakumars begeistert veröffentlicht wurde: http://kath.net/news/27234

Das charismatisch geprägte, aber angeblich noch „gemäßigte“ Seminarhaus St. Ulrich in Hochaltingen (Bistum Augsburg) zählt P. Mariakumar sogar zu seinen neun Referenten –  siehe hier (links unter der Rubrik „Informationen“ auf „Referenten“ klicken): http://www.stulrichhochaltingen.de/

Auch der Pallottinerorden in München-Freising hat die Exerzitien Mariakumars empfohlen: https://www.pallottiner.org/veranstaltung/wachstumsexerzitien-innere-heilung-und-heiligkeit/

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um den kirchenrechtlich geregelten Exorzismus (der völlig zu Recht engen Grenzen unterliegt), sondern um willkürliches, suggestives „Dämonisieren“ und Verbreiten von Panikmache unter den Gläubigen – mit nicht selten erschütternden Langzeitfolgen!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das gemeinnützige Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Amsterdamer „Madonna“: Will sie eine Einheit der Menschheit ohne Christus?

Von Felizitas Küble

Die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam (die 1945 begonnen hatten) ziehen weltweit immer mehr Kreise. Zahlreiche Bischöfe und oft über hundert Priester nehmen an dem jährlichen „Gebetstag der Frau aller Völker“ teil, der früher in Amsterdam stattfand, danach passenderweise in Heroldsbach, später in Köln oder Düsseldorf, wo er auch in diesem Jahr demnächst veranstaltet wird.

Dutzende von kirchlichen Würdenträgern senden ein wohlwollendes bis begeistertes Grußwort zu diesem „marianischen“ Kongreß, darunter aus Deutschland seinerzeit z.B. Bischof Walter Mixa, als er noch Oberhirte von Eichstätt war. Besonders eng verbunden mit den Amsterdamer Vorgängen fühlte sich Kardinal Joachim Meisner, der von 2012 bis 2016 mehrfach die Festpredigt bei den „Gebetstagen“ hielt.

Wir haben uns im CHRISTLICHEN FORUM kürzlich kritisch über das sog. „Gnadenbild“ geäußert, das eine strahlende Frau direkt vor dem Kreuz zeigt (dabei Christus komplett verdeckend), die ihre Füße selbstherrlich auf eine Erdkugel stellt und aus deren Händen (mit Wundmale!) Lichtstrahlen hervorgehen.

Die vermeintliche Gottesmutter und MAGD des HERRN präsentiert sich hier gleichsam wie eine Erdgöttin oder universale Weltenherrscherin. (Näheres dazu HIER)

Die Verdrängung unseres göttlichen Erlösers durch ein Erscheinungsphänomen geht aber nicht „nur“ bildlich vonstatten, sondern auch in Wort und Tat, denn die Frau-aller-Völker-Gebetstage legen größten Wert auf eine vielbeschworene „Einheit“ der Menschheit, wobei sich Christus letzten Endes als entbehrlich erweist, die Taufe ebenso.

Es scheint im Sinne synkretistischer (religionsvermischender) Tendenzen völlig zu genügen, wenn sich die Anhänger verschiedener Religionen (man müht sich besonders um Muslime) zur „Frau aller Völker“ bekennen; eine eigentliche Bekehrung zum Christentum ist dann offenbar nicht mehr vonnöten.

Diese Denkweise ist nicht etwa einer bloß politischen Toleranz geschuldet oder dem Versuch, die massenhaft eindringenden Muslime der letzten Jahre durch besondere Freundlichkeiten dem christlichen Glauben näherzuführen.

Bereits vor 12 Jahren dokumentierte die Erinnerungs-Publikation über den Gebetstag von 2005 (siehe Foto), daß es hier grundsätzlich darum geht, Nichtchristen aus aller Herren Länder zur „Frau aller Völker“ zu führen, wobei Maria nicht mehr – wie sonst üblich –  einen hilfreichen Weg zu Christus darstellt, sondern selber das Ziel darstellt  – und Christus hierbei völlig nebensächlich ist bzw. als interreligiöser Störenfried bisweilen komplett ausgeblendet wird.

Der Hauptredner, Pater Paul Maria Sigl, spricht in seiner Grundsatzrede über alles Mögliche, über Maria, die Erscheinungen von Amsterdam und anderswo, über Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa, über Liebe, Frieden, Freude, vor allem über die „Einheit“ –  nicht etwa „nur“ unter den Christen, sondern zwischen den verschiedenen Religions-Anhängern, über die „geeinte“ Menschheitsfamilie etc.

Wie passend ist es da, daß sich die Erscheinungs-Maria in Amsterdam als „Frau aller Völker“ bezeichnet  –  und nicht etwa als Gottesmutter oder Mutter des HERRN etc., denn dann würde ja das Hindernis CHRISTUS (das Zeichen, dem widersprochen wird!) wenigstens indirekt zur Sprache kommen.

Die Rede des Geistlichen aus Rom ist auf sechs vollen Din-A-4-Heftseiten dokumentiert  –  und nun kommt der Clou, freilich ein trauriger: In der ausführlichen Ansprache  des hochrangigen Pater Sigl (der die ordensähnliche „Familie Mariens“ leitet) kommt das Wort JESUS oder CHRISTUS nicht ein ein einziges Mal vor.

Stattdessen ist in dem Heft mehrfach von einer „wunderbaren Heilung von Muslimen“ die Rede, einer überraschenden Genesung von Krankheiten nach Gebeten zur „Frau aller Völker“, wobei die Betreffenden freilich ihrem Islam weiter die Treue halten  –  das wird anscheinend als selbstverständlich angesehen und jedenfalls mit keiner Silbe bedauert.

Es ist bekannt, daß Maria im Koran eine gewisse positive Würdigung erfährt, freilich nur als Mutter des „Propheten“ Jesus, wobei die Gottheit Christi ausdrücklich bestritten wird.

Wenn gegenüber Muslimen auf die Madonna hingewiesen wird, um einen „Anknüpfungspunkt“ zu haben, dann ist das gewiß in Ordnung  –  aber nur, wenn man dabei nicht stehen bleibt, sondern den Weg zu ihrem göttlichen Sohn aufzeigen will.

Wo dies bewußt unterlassen wird, beginnt im Grunde ein antichristlicher Weg, der nicht etwa dadurch besser wird, indem man ihn mit der Verehrung einer „Frau aller Völker“ bepflastert. Vielmehr ist dies zusätzlich noch eine unzulässige Vereinnahmung der Mutter des HERRN, die von ihrem Sohn nicht zu trennen ist.

Typisch für diese Mentalität ist auch der Bildbericht im vorletzten Blatt dieser Zeitschrift, in dem es heißt, daß zwei indische Frauen auf dem Amsterdamer Gebetstag vor dem „Gnadenbild“ zu tanzen begonnen haben (siehe Foto): „Bewußt wollten sie als Hindus zu Ehren der Mutter aller Völker tanzen.“

Das Problem sind nicht diese Tänzerinnen als solche (die subjektiv sicherlich wohlmeinende Absichten hegen), sondern die gezielt geplante Durchführung und Deutung dieses Gebetstags als Dokumentaton einer „geeinten Menschheit“  – ohne Christus, aber mit einer sogenannten Frau aller Völker…

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


„Himmlische“ Botschaften auf Abwegen: „Maria aus der Sicht des Sohnes“

Von Felizitas Küble

Der marianisch-erscheinungsbewegte Blog „Mariengrotte“ bewirbt alle möglichen und unmöglichen Privatoffenbarungen, zB. auch jene von Heroldsbach, die vom Vatikan strikt abgelehnt wurden.

Aber auch Garabandal und Medjugorje dürfen nicht fehlen, selbst die theologisch völlig absonderlichen „Anne-Botschaften“ sind dort zu finden. Interessanterweise wird auch die Charismatische Bewegung gelobt und gepriesen, so daß Erscheinungsgläubigkeit und Charismatik sich hier die Hände reichen (ähnlich auch in Medjugorje). media-372515-2

Als wäre dies nicht schon merkwürdig genug, werden auch zudem noch ziemlich unbekannte, angeblich von Jesus selber kommende „Einsprechungen“ vorgestellt, die offenbar einer Frau „Leonidas“ mitgeteilt wurden: http://www.mariengrotte.com/92301.html

Unter dem Leitwort „Maria aus der Sicht des Sohnes“ werden jene Eingebungen als „Offenbarungen“ bezeichnet, welche der Schreiberin im Spätsommer 1987 „von Gott geschenkt“ worden seien. Ein pensionierter Studiendirektor und ein Pfarrer geben einleitend eine Empfehlung dafür ab.

Immerhin heißt es völlig richtig: „Botschaften wie diese bedürfen unserer Antwort.“

Eben deshalb wollen wir auf eine Erwiderung nicht verzichten, wobei es sich nicht lohnt, den gesamten Text zu analysieren, weil schon die ersten Abschnitte aufzeigen, daß hier wieder einmal fromme Kindereien  –  garniert mit theologisch unsinnigen Aussagen – geboten werden, die sicherlich nicht vom „Himmel“ stammen, geschweige von Christus selbst.

Hierzu seien einige Beispiele herausgegriffen (die beliebig vermehrt werden könnten):

Angeblich sagt Jesus über Maria: „O Mutter, ich danke dir von Anbeginn, daß du dein Leben verschenktest für Mich, für alle, für eine Zeitlosigkeit. Nimm zum Anbeginn Meinen Dank, Meine Liebe und Meine Ehrfurcht entgegen und wisse: Ich habe dich geliebt, wie nie ein Kind seine Mutter liebte. Ich umarme dich, grüße dich als dein dich liebender, glücklicher, dienender Sohn.“weihnachten-maria-jesuskind

Ist Christus etwa der „dienende Sohn“ Mariens? – Vielmehr hat sich die Madonna als „Magd des HERRN“ bezeichnet. In vielen Weihnachtsdarstellungen sieht man sie auf den Knien, ihr göttliches Kind anbetend.

Eine Umkehrung der rechten Ordnung ist auch erkennbar, wenn Christus angeblich seiner Mutter „Ehrfurcht“ entgegenbringt. Dieser Begriff bestimmt normalerweise doch die Haltung des Geschöpfes gegenüber dem Schöpfer. Zudem sprach Maria in ihrem Loblied: „ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die IHN fürchten.“ (Hiermit ist natürlich keine Angst vor Gott gemeint, sondern die Ehrfurcht vor dem Höchsten.)

Sodann heißt es: „Ich war bereit, Mensch zu werden und mit ihr den Weg durch Mein Leben zu gehen, eines Geistes, eines Herzens, eines Gedankens.“

Was bedeutet hier „eines Gedankens“? Maria konnte keineswegs alle Gedanken Christi kennen oder damit identisch sein (sonst wäre sie allwissend gewesen, was alleine GOTT selber ist).

Zudem hätte sie dann zB. nicht gemeinsam mit Josef den zwölfjährigen Jesusknaben suchen müssen, der seine Eltern, als sie IHN endlich im Tempel fanden, theologisch entsprechend informiert hat.

Hinsichtlich der Verkündigung durch den Engel Gabriel wird erwähnt, die Madonna habe zurückgefragt: „Wie soll das geschehen, da ich noch keinen Mann erkenne?“

Es heißt aber im Lukas-Evangelium keineswegs „noch“, sondern schlicht: „…da ich keinen Mann erkenne“.

Merkwürdigerweise wird der Hl. Geist kurz danach als „Gott der Fülle“ bezeichnet (als ob nicht alle drei göttlichen Personen ihre Gottheit in Fülle besäßen):  „Der Gott der Fülle, der Hl. Geist wird über dich kommen und dich begnadigen.“

In Wirklichkeit wurde die Gottesmutter, wie die Kirche lehrt, nicht erst bei der jungfräulichen Empfängnis Christi „begnadigt“, sondern schon bei ihrem Eintritt in die Welt (makellose Empfängnis).

Schließlich begrüßte der Engel Gabriel die Madonna schon vor seiner Verkündigung mit den Worten: „…Du bist voll der Gnade, der HERR ist mit Dir…“ – Also konnte die „Begnadigung“ nicht erst hinterher stattfinden.borMedia1742201

Hinsichtlich seines Lebens im Mutterleib Mariens sagt der angebliche Visions-Jesus folgendes: „Wäre nicht die liebevolle, zarte Sorge und Einfühlung Meiner Mutter gewesen, Ich hätte in Meiner Gottheit gelitten. Doch so umgab sie Mich mit himmlischem Tau, erzählte Mir hingebungsvoll Ihre Beziehung zum Vater…..“

Abgesehen vom sprachlichen Kitsch, der in diesen „Offenbarungen“ kaum ein Ende findet, kann Christus in seiner „Gottheit“ so oder so nicht „leiden“. ER ist ja vor allem deshalb Mensch geworden, um in seiner menschlichen Natur für uns leiden und sterben zu können und damit sein Heilswerk zu vollenden.

Über die Zeit seines verborgenen Lebens in der Familie zu Nazareth erfährt man hier: „Es gingen täglich viele Menschen durch unsere Tür ein und aus. Sie alle waren magnetisch angezogen von der Fülle des Lichtes, dem Reichtum ihrer Worte, der Hilfe ihres Rates und dem tiefen Mitleiden in ihrer Seele…Alle hielten inne, alle wurden still, alle lauschten ihrer Weisheit.“

Also nicht von Christus waren die Ratsuchenden „magnetisch angezogen“, sondern von seiner Mutter, der „Fülle des Lichtes“  –  und sie „alle lauschten ihrer Weisheit“. Von Christus haben diese Gäste offenbar keine oder jedenfalls kaum Notiz genommen….


Die „Marienerscheinungen“ von Heroldsbach und das Sonnenwunder vom 8.12.1949

Von Felizitas Küble

Bekanntlich hat die katholische Kirche die angeblichen Marienerscheinungen von Heroldsbach, die von 1949 bis 1951 nicht nur im Frankenland, sondern in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz für großes Aufsehen sorgten, entschieden abgelehnt. Radio Vatikan
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Die Verwerfung einer übernatürlichen „Echtheit“ erfolgte nicht allein durch den zuständigen Diözesanbischof von Bamberg, sondern später auch durch das Hl. Offizium (Glaubenskongregation in Rom) und schließlich sogar durch Papst Pius XII. selber.
Im Römischen Dekret vom 25. Juli 1951 wird erklärt: “Es steht fest, daß die genannten Erscheinungen nicht übernatürlich sind. Daher wird der entsprechende Kult am erwähnten Ort und auch anderwärts verboten.“
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Die sieben „Sehermädchen“ wurden  –  da sie auch nach dem kirchlichem Urteil eisern an dieser „Privatoffenbarung“ festhielten  – exkommuniziert, also vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen.
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Die kirchliche „Obrigkeit“ ging damals tatsächlich sehr streng gegen „Wundersucht“ und erscheinungsbewegte Kreise vor, die mit dem Phänomen Heroldsbach verbunden waren: Katholische Geistliche, die an diese „Erscheinungsstätte“ pilgerten oder positiv darüber predigten, wurden vom Bischof  – mit der Zustimmung des Vatikan  –  kurzerhand suspendiert (ihrer priesterlichen Funktionen enthoben); sogar die Zelebration der hl. Messe war ihnen untersagt.
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Zu diesen „ungehorsamen“, weil überaus erscheinungsorientieren Priestern gehörte der Theologe Prof. Dr. Johann Baptist Walz.
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Sein Schicksal ist geradezu tragisch zu nennen, zumal der angesehene Alttestamentler zuvor durch nüchterne Gelehrsamkeit auffiel, keineswegs durch schwärmerische oder naiv-wundersame Anwandlungen.
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Dennoch entwickelte er sich zu einem hartnäckigen Anhänger von Heroldsbach, deren Ereignisse die Kirche hierzulande viele Jahre lang in Atem hielten, zumal hunderttausende von Pilgern in diese fränkische Ortschaft fuhren, ja ganze Sonderzüge unterwegs waren – und all dies auch nach dem strikten kirchlichen Nein.
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Ein wichtiger Grund für die unbeirrbare Haltung von Professor Walz war das Heroldsbacher „Sonnenwunder“ vom 8. Dezember 199, dem Hochfest der makellos empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.
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Nun ist ein derartiges Phänomen sicherlich aufsehenerregend, aber durchaus nicht so einzigartig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

„Sonnenwunder“ gab es häufig bei irrgeistigen Erscheinungen

Solche sensationellen Mirakel werden auch von anderen kirchlich nicht anerkannten   Privatoffenbarungen berichtet, z.B. von Montichiari und San Damiano (beide Italien), von Marpingen (Saarland), Penablanca (Chile) oder Medjugorje (Bosnien-Herzegowina), zudem im neueren Erscheinungsort Bad St. Leonhard (Österreich), wo einem Seher Caputa viele Visionen zuteil werden, wie seine Anhängerschaft glaubt.
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In Agoo (Philippinen) sollen Tausende von Menschen eine „tanzende Sonne“ am Firmament während einer Marienerscheinung gesehen haben (Info: http://www.diewunderseite.de/marienerscheinungen/).  –  In Marmora (Kanada) bestätigten angeblich 30.000 Wallfahrer die dortigen „Phänomene des Sonnenwunders“, wie die Nachrichtenseite „Kath.net“ im Nov. 2005 berichtete: http://www.kath.net/news/12003
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Im Falle von Montichiari (Erscheinungen der „Rosa Mystica“) gab es einige Pilgergruppen, darunter auch Priester, welche dort mehrfach außergewöhnliche Vorgänge und einen „Sonnensturz“ am Firmament erlebten; dadurch fühlten sie sich  in ihrer Meinung bestätigt, Montichiari sei eine Art Fortsetzung von Fatima. (Näheres dazu in dem Buch „Maria, Rosa Mystica“ von Pfarrer Weigl ab S. 66.)
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Auch im saarländischen Erscheinungsort Marpingen soll sich die Sonne eine halbe Stunde lang gedreht und sogar in eine Herzform verwandelt haben; dies schildert jedenfalls Pater Dr. Jörg Müller in seinem Taschenbuch „Von Maria zu reden ist gefährlich“.
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Von einem Lichtspektakel als Naturereignis wird bisweilen auch ohne religiösen Zusammenhang berichtet; erinnert sei z.B. an das sog. „Elmsfeuer“ in der Schweiz (Buch dazu hier: http://www.ebay.com/itm/ELMSFEUER-Ein-phantastisches-Lichtspektakel-im-Kanton-Glarus-Stephan-Baum-/171643371027)
Buchtitel
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Prof. Walz und die Faszination Heroldsbach

Zurück zu Professor J. B. Walz, der seine Beobachtungen, Eindrücke und Erfahrungen in dem zweibändigen Werk „Die „Muttergottes-Erscheinungen“ von Heroldsbach-Thurn“ veröffentlichte (siehe Foto: 1. Band).
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Die Heroldsbacher Ereignisse begannen am Sonntag, den 9. Oktober 1949  – und schon nach zwei Monaten wurden die vermeintlichen Erscheinungen von Maria, Jesus und zahlreichen Heiligen durch ein aufregendes Sonnenwunder von oben her „bestätigt“, wie es scheint.
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Der Verfasser schreibt in seinem Bericht auf S. 26 ff., daß er an jenem Tage gegen Mittag nach Heroldsbach fuhr, wo er bis abends 20,30 Uhr verweilte.
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Prof. Walz begab sich gegen 14 Uhr mit einer Reihe weiterer Priester, darunter Pfarrer Gailer von Heroldsbach, zum Erscheinungshügel, auf dem sich bereits etwa zehntausend Personen befanden, zumal Heroldsbach längst in aller Munde war.
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Bald danach schauten die Sehermädchen –  seinem Bericht zufolge  –  die Gottesmutter erneut mit weißem Kleid, goldener Krone und einem „schwarzen“ (!) Rosenkranz an der rechten Seite. Die „Madonna“ trug ein weißgewandetes Jesuskind mit Heiligenschein. Nun begann eine Prozession zum Birkenwäldchen-Altar, der von Heroldsbach-Pilgern errichtet worden war.
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Der Priester schreibt sodann, er habe plötzlich in der Menschenmenge „ein großes Durcheinander“ gesehen:
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„Ich hörte auch erregte Rufe, die ich aber wegen der zu großen Entfernung nicht verstehen konnte.“  –  Wenig später habe eine „panikartige Unruhe unter der betenden Menschenmenge“ eingesetzt, denn die Prozession „löste sich jetzt gänzlich auf, alles lief durcheinander, ich hörte Rufe von Menschen: „Feuer! Feuer! Das Sonnenwunder! Das Sonnenwunder! Wie in Fatima!“
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Prof. Walz schildert die weiteren Ereignisse folgendermaßen: ???????
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„Auf einmal sah ich rechts von mir durch die Birken die Sonne auf uns zustrahlen in einer ganz außergewöhnlichen Stärke und Lichtfülle, es wurde immer heller und heller, immer greller, die Sonne schien mir immer größer zu werden und näher an den Altar und an uns heran zu kommen, ich war wie geblendet, glaubte bestimmt eine ganz außergewöhnliche Helligkeit und Stärke der Sonne zu verspüren, ich hatte den überwältigenden Eindruck eines außergewöhnlichen Ereignisses und glaubte, es kommt jetzt schlagartig etwas Außergewöhnliches, Furchtbares, ich erschrak“.
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Nun habe der Heroldsbacher Ortspfarrer mit dem Vorbeten des Rosenkranzes aufgehört, weil „die Unruhe unter der Menschenmenge immer größer wurde und das Rufen immer lauter und häufiger“; er  kam zu Prof. Walz herüber und sagte: „Wir wollen hinaus ins Freie gehen, damit wir die Sonne besser sehen, was eigentlich los ist.“
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Der Autor erzählt weiter: „Wir gingen ungefähr 20 bis 25 Meter hinaus ins Freie, wo wir die Sonne ganz frei, ohne Überdeckung durch den Birkenwald sehen konnten. Nun blickten wir hin zur Sonne, da plötzlich fing die Sonne sich zu drehen an, ganz schnell im Kreise herum, und die Drehungen so deutlich erkennbar, so schnell, dass ich die Vorstellung hatte, wie wenn ein Motor die Sonnenscheibe rhythmisch (in gleichmäßiger Geschwindigkeit) sehr rasch drehen würde.
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Dabei erschien die Sonnenscheibe in den herrlichsten Farben, ein wunderschönes Weiß, dann orange, dann rosa mit blau und grünlich wechselnd, in schönster Farbenpracht, die so auffallend wohltuend und mild und lieblich auf uns einwirkte, dass wir während der ganzen Rotationsdauer von fast einer Viertelstunde trotz der außerordentlichen Helligkeit ruhig hineinsehen konnten, ohne geblendet zu werden, wie man auch überall reden hörte. media-372515-2
In der Sonne sah ich mehrere Figuren sich ebenfalls ziemlich rasch bewegen, bald oben, bald unten, bald rechts oder links, die ich nicht näher erkennen konnte.
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Die (Seher-)Kinder gaben an, schon während dieser Himmelserscheinung, wie auch nachher im Pfarrhof beim Einzelverhör, sie hätten die Gottesmutter in der sich drehenden Sonne gesehen, auch noch in der untergehenden Sonne, die wir nicht mehr rotieren sahen.
 
Ich war von der Rotation der Sonne so erschüttert, dass ich glaubte, es würde noch ein großes Naturereignis nachfolgen, dass entweder ein großer Erdriss entstehen würde oder ein sonstiges außergewöhnliches Naturereignis, da kam der ruhig wandelnde Stern.
 
Die Menschen waren alle bestürzt und tief ergriffen, mehrere weinten, auch Kinder, welche die Erscheinung hatten… Man hörte oft aus der Menge die Rufe: „Jetzt ist alles wahr! Die Gottesmutter hat das Zeichen dafür gegeben! Jetzt glauben wir an die Erscheinung.“
 
Wir beobachteten diese Erscheinung der rotierenden Sonne, die ungefähr eine Viertelstunde dauerte, 15.30 bis 15.45 Uhr, während das erste Sonnenwunder nach Angabe der Leute kurz nach 15 Uhr begann und um 15.15 Uhr endete…

Nach Aufhören der Rotation der Sonne gegen 15.45 Uhr begab ich mich mit Herrn Pfarrer Gailer, den übrigen Priestern und den Kindern wieder hinauf zum Wagen, alle tief ergriffen über die noch nie beobachteten Ereignisse!

Jeder von uns sprach die persönliche Überzeugung aus, dass dies eine Bestätigung der Gottesmuttererscheinungen sei.“

0022Die „Marienerscheinung“ wird befragt

Am späten Nachmittag habe er, schreibt Prof. Walz weiter, die „Seherkinder“ beauftragt, folgende Fragen an die Erscheinung zu richten: „Liebe Gottesmutter, hast Du die sich drehende Sonne und den wandelnden Stern uns als Zeichen Deiner wunderbaren Erscheinung gegeben?“  –  Dies sei durch die Madonna bestätigt worden, so der Autor, denn diese habe geantwortet: „Das habe ich gemacht, weil noch so viele Ungläubige dabei sind, dass sie es auch glauben.“
 
Tatsächlich schreibt der Verfasser, nach diesem Sonnenwunder seien „auch die Ungläubigen gläubig geworden“. (Er meint mit „Ungläubigen“ solche, die nicht an jene Erscheinungen glaubten, ihre Meinung aber nach diesem „himmlischen“ Sonnensturz änderten).
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Übrigens: Die Antwort des Erscheinungsphantoms („Das habe ich gemacht…“) ist auch rein theologisch gesehen schlichtweg falsch, da allein GOTT selbst ein Wunder wirken kann. Heilige können durch ihre Fürbitte nur indirekt dazu beitragen, sind aber selbstverständlich nicht allmächtig, was auch für die Madonna gilt, zumal sie ebenfalls ein GESCHÖPF ist (wenngleich das heiligste von allen).
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Abschließend heißt es in dem Bericht von Professor Walz:
„Ich möchte noch ausdrücklich bemerken, dass ich über Fatima noch keine nähere Darstellung gelesen habe außer einem kurzen Bericht im Heinrichsblatt 1949, auch den Bernadette-Film nicht gesehen habe, als Dogmatiker mich mit Privatoffenbarungen nicht näher befasst (war nicht in Konnersreuth) und seit 1938 alttestamentliche Wissenschaften und Orientalia zu vertreten hatte.“
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Sein Protokoll jener wundersamen Ereignisse vom 8. Dezember 1949 wird inhaltlich von mehreren weiteren katholischen Geistlichen ausdrücklich bestätigt, darunter dem bereits erwähnten Pfarrer von Heroldsbach.

Welche Schlußfolgerungen ziehen wir daraus?

Man kann es sich angesichts dieser Sachlage wohl nicht allzu leicht machen, indem man das „Sonnenwunder“ von Heroldsbach von vornherein als erfundene Geschichte, menschliches Betrugsmanöver oder Massenhysterie abwertet.
Gleichwohl kommen rein natürliche Erklärungen grundsätzlich durchaus in Betracht.  So berichtet zB. der spanische Jesuitenpater Carlos M. Staehlin in seinem Buch „Apariciones“ (Erscheinungen) von einem vermeintlichen „Sonnentanz“, der allein durch seelische Suggestion hervorgerufen wurde:
Dabei erlebten „beinahe hundert Jungen und Männer, ohne daß dabei ein Mädchen oder eine Frau als Auslöserin des Phänomens mitgewirkt hätte“ mehr als drei Minuten lang ein „astronomisches Wunder“, denn sie schauten einen „Tanz der Sonne“, den sie danach jeweils „in vollständiger Übereinstimmung auch der Einzelheiten“ beschrieben hätten. „Alle, die diese Halluzination hatten…,gehörten jener Gegend an, in der es damals eine Reihe von Erscheinungen gab“, berichtet der Geistliche weiter. (Quelle: Pater Carlos Maria Staehlin S.J., APARICIONES. Madrid 1954, S. 90)
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Aber selbst dann, wenn sich ein derartiges Sonnenphänomen nicht ohne weiteres natürlich erklären läßt, muß es nicht von „oben“ bewirkt sein. Die kritischen Fragen, die sich dann stellen, sind eher theologischer Natur: DSC06228
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Macht der erhabene Gott wirklich mit derartigen Massenspektakeln auf sich aufmerksam?  Hat ER solche theatralischen Zeichen wirklich „nötig“?
Und worin soll der religiöse Sinn eines „Sonnentanzes“ bestehen? – Außerdem bedeutet z.B. ein Lichtphänomen nicht automatisch etwas Positives, schließlich warnt der Apostel Paulus davor, daß  Satan auch als „Engel des Lichts“ erscheint (vgl. 2 Kor 11,14)
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Wir kennen den bekannten Spruch: „Wunder sind des Glaubens liebstes Kind.“  –  Man könnte hinzufügen: „Und Schauwunder sind des Aberglaubens liebstes Kind.“ – Demgegenüber sagte unser Erlöser: „Selig, die nicht sehen und doch glauben!“ – Und Paulus erklärte: „Wir leben im Glauben, nicht im Schauen!“
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Hat nicht Christus bei der Versuchung in der Wüste ausdrücklich jenes Sensationswunder, das Satan von ihm forderte, strikt zurückgewiesen?(Jesus lehnte den Vorschlag ab, sich aufsehenerregend von der Zinne des Tempels zu stürzen.  –  Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/03/09/mit-der-wahrheit-lugen-die-charismatische-versuchung-christi-in-der-wuste/)
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Sind solche mirakulösen Naturschauspiele wirklich geeignet, den Glauben sinnvoll zu vertiefen? Oder dienen sie nicht vielmehr einer  – wenngleich religiös verbrämten  –   „Sinnlichkeit“, Schaufreude und Sensationsgier?

Sind wir als Christen quasi „Sonnenanbeter“?

Reagierten damals nicht sogar viele Menschen   – wenngleich eher unfreiwillig  –  gleichsam wie heidnische „Sonnenanbeter“, als sie sich in ihrer Mischung aus Faszination und Erschrecken spontan auf die Knie warfen  – und dann dieses aufregende Lichtspektakel verehrten?
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Es liegt jedenfalls auf der Hand, daß ein solches „Schauwunder“ für sich genommen kein Beweis für die himmlische Herkunft eines Ereignisses ist, zumal da es mehrfach auch bei solchen Phänomenen auftritt, die von kirchlicher Seite abgelehnt werden, wie dies in puncto Heroldsbach eindeutig der Fall ist.
Zudem treten „Sonnenwunder“ erst ab dem 20. Jahrhundert auf  –  warum gab es vorher über 1900 Jahre lang keine derartigen Ereignisse in der Kirchengeschichte?!
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In der Heiligen Schrift heißt es zwar bei Lk 21,25 „Und es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen“, doch dies gilt als negative Ankündigung, als drohendes Gerichtszeichen am Ende der Zeiten  –  und nicht etwa als eine glorreiche Bestätigung von Erscheinungen oder dergleichen.
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Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.