Internat. Expertenteam: Luftverschmutzung führt zu Herz-Kreislauf-Krankheiten

Die Luftverschmutzung –  und hier in erster Linie Feinstaub –  ist für jährlich mehr als vier Millionen Todesfälle verantwortlich. Die meisten Todesfälle mit knapp 60 Prozent entstehen hierbei als Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wissenschaftler um Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie I der Universitätsmedizin Mainz, analysierten zusammen mit Kollegen aus UK und USA die für Gefäßschäden durch Luftverschmutzung verantwortlichen Mechanismen.

Die Ergebnisse sind erschienen in einem Übersichtsartikel in der neuesten Ausgabe der weltweit anerkanntesten kardiologischen Zeitschrift, dem European Heart Journal: https://bit.ly/2OICxkN

Der große Prozentsatz an Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat eine internationale Expertengruppe aus Deutschland, England und den USA veranlasst, die negativen Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gefäßfunktion in einem Übersichtsartikel zu analysieren.

Zentrale Forschungsfragen waren hierbei, welche Bestandteile der Luftverschmutzung (Feinstaub, Ozon, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid) besonders schädlich für das Herz-Kreislauf-System sind und über welche Mechanismen die Gefäße geschädigt werden.

„Dieser Bericht in der neuesten Ausgabe des European Heart Journal ist ein weiterer wichtiger Beitrag unserer Arbeitsgruppe Umwelt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zusammenfassend kann man feststellen, dass – in Bezug auf die gefäßschädigende Wirkung der Luftverschmutzung – der Feinstaub eine herausragende Rolle spielt“, kommentiert Professor Münzel.

„Besonders der Ultrafeinstaub macht uns hierbei große Sorgen. Dieser hat die Größe eines Virus. Wenn der Ultrafeinstaub inhaliert wird, dann geht er über die Lunge sofort ins Blut, wird von den Gefäßen aufgenommen und bewirkt lokal eine Entzündung. Das bedingt letztlich mehr Atherosklerose (Gefäßverkalkung) und führt somit zu mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Herzinfarkt, akuter Herzinfarkt, Herzschwäche oder auch Herzrhythmusstörungen.

Interessant ist auch die Tatsache, dass in Bezug auf die viel diskutierten Dieselabgase in erster Linie der Feinstaub und nicht das Stickstoffdioxid (NO2), die beide bei der Verbrennung von Dieselbrennstoff entstehen, negative Auswirkungen auf die Gefäßfunktion hat“, so Münzel weiter.

„In Zukunft werden wir intensiv gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Chemie die Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch die Luftverschmutzung insbesondere in Kombination mit (Flug)Lärm bedingt sind, erforschen“, fügt Prof. Münzel hinzu.

Quelle: Universität Mainz, Foto: Peter Pulkowski (Universitätsmedizin Mainz)


Drei Polizeischüler bzw. Lebensretter werden „Hamburger des Jahres 2013“

Zum 15. Mal ehrte der Fernsehsender Hamburg 1 besondere Persönlichkeiten der Stadt.

Die große Gala fand gestern Abend im Hotel Atlantic Kempinski statt. In sechs verschiedenen Kategorien wurde der „Hamburger des Jahres 2013“ gekürt. hamburger-des-jahres-b

In der Kategorie „Fairness und Courage“ ging der Preis in diesem Jahr an die drei Hamburger Polizeischüler Kim Scheuer, Laura-Marie Winkel und Maximilian Spitta. Die Laudatio hielt der 1. Bürgermeister Olaf Scholz.

Begründung der Jury:

Als ein 52-jähriger Mann am 25. August dieses Jahres während der Cyclassics einen Herzinfarkt erleidet, greifen die drei jungen Polizeischüler ein.

Die Drei waren im Rahmen ihrer Ausbildung bei den Cyclassics für Verkehrsmaßnahmen eingesetzt. Plötzlich hörte Kim Scheuer (Polizeianwärterin, 4. Semester) hinter sich ein lautes Scheppern.

Am Boden sah sie einen Fahrradfahrer liegen; der 52-jährige Cyclassics-Teilnehmer Ralf L. hatte einen Herzinfarkt erlitten.

Kim Scheuer und ihre Kollegin Laura-Marie Winkel bringen den Mann in die stabile Seitenlage, stützen seinen Kopf und lösen seinen Helm. Sie rufen ihren Kollegen Maximilian Spitta zur Hilfe.

Maximilian Spitta ist ebenfalls Polizeischüler im 4. Semester. Er beginnt mit der Mund-zu-Mund Beatmung. Wie lange der Einsatz gedauert hat, können die Lebensretter heute nicht mehr sagen. Sekunden oder Minuten?

Wichtig war für sie nur die Tatsache: Der Mann hat Dank ihrer Reanimation überlebt und konnte sicher in ein Krankenhaus gebracht werden. Ralf L. ist heute wieder auf dem Weg der Besserung.

Quelle für Text und Foto: http://www.hamburg.de/polizei/nofl/4238954/hamburger-des-jahres-a.html


Bei 130 km/h: Opa stirbt am Steuer, die 12-jährige Enkelin lenkt den Wagen weiter

Im Auto erlitt der Großvater einen tödlichen Herzinfarkt, bei 130 km/h drückte sein Fuß immer noch aufs Gaspedal, driftete zum Straßenrand. Beherzt kletterte seine 12-Jährige Enkelin ans Steuer. Die Mutter des Mädchens glaubt an die Hilfe des Schutzengels:

Als der Kleinlaster mit fast 130 Stundenkilometern die Straße herunterraste und außer Kontrolle zu geraten drohte, wußte die zwölf Jahre alte Miranda Bowman: Sie mußte ihn stoppen.

Mirandas Großvater Paul Parker war gerade an einem Herzinfarkt gestorben, sein Fuß drückte immer noch aufs Gaspedal. Eigentlich hatte der 63-Jährige seine Enkelin im US-Bundesstaat New Jersey nur von der Gokart-Bahn nach Hause fahren wollen. Jetzt hing sein Kopf nach links, schlug an das Fahrerfenster.

30 Sekunden lang war Miranda geschockt, rief „Opa, Opa“, immer wieder „Opa“. Dann löste sie den Sicherheitsgurt und versuchte, per Handy den Notruf zu erreichen  –  keine Verbindung.

Der Wagen beschleunigte weiter, driftete Richtung Straßenrand. Miranda kletterte unter das Steuer, drückte mit der Hand auf die Bremse. Das Tempo nahm zwar ab, aber unter Kontrolle war der Pick-up noch immer nicht…

Quelle und Fortsetzung des Artikels von Katie Zezima aus der WELT hier: http://www.welt.de/108445480