Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du dir Lob bereitet

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 8,2-3.4-5.6-7.

HERR, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du dir Lob bereitet
deinen Gegnern zum Trotz;
deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.

Seh‘ ich den Himmel, das Werk deiner Hände,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer erschaffen als die Engel,
mit Herrlichkeit und Ehre ihn gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
alles hast du ihm zu Füßen gelegt.


HERR, begnade mich mit deinen Geboten!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 119 (118),29.72.89.101.104.163.

Halte mich fern vom Weg der Lüge;
begnade mich mit deinen Geboten!
Die Weisung deines Mundes ist mir lieb,
mehr als große Mengen von Gold und Silber.
 

HERR, dein Wort bleibt auf ewig,
es steht fest wie der Himmel.
Von jedem bösen Weg halte ich meinen Fuß zurück;
denn ich will dein Wort befolgen.
 

Aus deinen Befehlen gewinne ich Einsicht,
darum hasse ich alle Pfade der Lüge.
Ich hasse die Lüge, sie ist mir ein Greuel,
doch deine Weisung habe ich lieb.


Unser GOTT ist groß im Verzeihen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jes 55,6-9:

Sucht den HERRN, solange ER sich finden lässt, ruft ihn an, solange ER nahe ist.
Der Ruchlose soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne.
Er kehre um zum HERRN, damit er Erbarmen hat in ihm, und zu unserem Gott; denn ER ist groß im Verzeihen.
.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des HERRN
So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.
Foto: Felizitas Küble

BETEN mit Glauben und Vertrauen

HERR,
gib mir deinen Geist zum Beten,
zum Beten ohne Unterlass,
getrost im Glauben hinzutreten,
wenn ich Dein Wort mit Freuden fass,
und auch im Glauben hinzuknien,
wenn ich in Furcht und Jammer bin.

Im Schrecken über meine Sünden
sei dies mein Ruf: Erbarme Dich!
So oft ich mich so schwach empfinde,
sei dies mein Seufzer: Stärke mich!
Sink ich, so werde dies mein Flehn:
HERR, hilf, sonst muss ich untergehn!

Fühlt Seel und Leib ein Wohlergehen,
so treib es mich zum Dank dafür;
lässt Du mich Deine Werke sehen,
so sei mein Rühmen stets von Dir;
und find ich in der Welt nicht Ruh,
so steig mein Sehnen himmelzu.

Ist der Versucher in der Nähe,
so lehr mich ihn beizeiten fliehen;
wenn ich den Bruder leiden sehe,
so lehr mich hilfreich sein für ihn;
und in der Arbeit meiner Pflicht
sei doch mein Herz zu Dir gericht’t.

Am Abend heiß mich mit Dir reden,
am Morgen auch noch bei Dir sein;
und sterb ich, lass in letzten Nöten
doch Deinen Geist noch in mir schrein.
Weckst Du mich einst, so bet ich dann
Dich ewig auch im Himmel an.

Philipp F. Hiller

.


Dreifache jüdische Jenseitsvorstellung: Himmel, Hölle und ein Zwischenreich

Von Felizitas Küble

In mancher Hinsicht stehen religiöse Juden dem katholischen Glauben näher als der Protestantismus. Dies gilt z.B. für die im Judentum hochgehaltene „Heiligkeit“ der Ehe (die der katholischen Lehre vom „Sakrament“ der Ehe ähnelt) oder etwa in puncto Bedeutung der „guten Werke“.

Diese Geistesverwandtschaft läßt sich aber auch bei den „Letzten Dingen“ feststellen, also den Vorstellungen von der Ewigkeit.

Während das evangelische Christentum – zumindest auf amtlicher Ebene bzw. doktrinärer Basis  – kein Gebet für die Verstorbenen kennt (denn aus protestantischer Sicht gibt es nur Himmel oder Hölle, so daß sich jedwede Fürbitte erübrigt), betet die katholische, orthodoxe und altorientalische Christenheit seit jeher und bis heute für ihre Toten – und zwar nicht nur in der persönlichen Frömmigkeit, sondern auch in der liturgisch-gottesdienstlichen Praxis.

Am deutlichsten ausgeprägt ist hierbei die katholische Begründung:

Es gibt neben Himmel und Hölle auch ein Fegefeuer (allerdings nur bis zum Jüngsten Gericht), in das die Seelen jener Gerechten gelangen, die zu gut für die Hölle und zu schlecht für den Himmel sind, also beispielsweise Gläubige, die es hinsichtlich guter Werke an Eifer fehlen ließen bzw. deren Lebenswandel zu mittelmäßig für den Himmel war, ohne sich jedoch im „Stand der Todsünde“ zu befinden.

Es kommt hierbei auf den Grundgedanken an, nicht auf den Ausdruck „Fegefeuer“, der ohnehin nicht kirchlich-offiziell ist (dieser lautet nämlich Purgatorium = Reinigung, Läuterung).

Auch Juden beten für ihre Verstorbenen, teils durch das Kaddisch-Totengebet, teils durch weitere liturgische oder persönliche Fürbitten, vor allem für die eigenen Eltern, was geradezu als moralische Pflicht angesehen wird.

Das Gebet für die Gläubigen, die uns „vorausgegangen“ sind, wird im 2. Buch der Makkabäer ausdrücklich gutgeheißen: „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von den Makeln ihrer Schuld befreit werden“ (2 Makk 12,46).

Dies ist eine jener Bibelstellen, auf welche sich die katholische Kirche hinsichtlich ihrer Fegfeuer-Lehre beruft.

Das Judentum hat sich in der frührabbinischen Zeit (1. und 2. Jahrh. n. Chr.), in welcher auch der Talmud entstand, verstärkt mit der eigenen Jenseitslehre beschäftigt.

Hierüber berichtet der französische Historiker Jaques Le Goff in seinem systematischen Werk „Die Geburt des Fegfeuers“ ab S. 56 ff.

Der Autor schreibt sogar, daß das entsprechende Denken in der jüdischen Gelehrtenschulen für die weitere Entwicklung der katholischen Fegfeuer-Idee „entscheidend“ war.

Dabei zeichnen sich zwei Vorstellungswelten ab, die aber so oder so von einem „Zwischenreich“ ausgehen:

A. Die erste Version unterscheidet zwischen Himmel (Paradies, jenseitiger „Garten Eden“), Hölle („Gehenna“ genannt) und einem allgemeinen Totenreich (Scheol).

Professor Le Goff bezeichnet dieses Totenreich als „intermediären Ort“, somit als Zwischenreich. Die Hölle lag nach dieser jüdischer Vorstellung noch unter diesem tristen und öden Scheol.

B. Ab der Mitte des 1. Jahrh. n. Chr. kristallisiert sich bei führenden Rabbinern eine Idee heraus, die der katholischen Lehre vom Purgatorium (Läuterungszustand, Reinigungsort) recht nahe kommt: „Die Schule von Sammajs sagt: Drei Klassen gibt es am Gerichtstage: eine der völlig Frommen, eine der völlig Gottlosen und eine der Mittelmäßigen.“

Diese Mittelmäßigen kommen für 12 Monate in eine Art Vorhölle oder „Hölle Light“, aus der sie durch Gottes Gnade befreit werden.

Auch der bekannte Rabbi Akiba (einer der großen Mischna-Gelehrten) vertrat diese Ansicht.

Der Verfasser schreibt als Resultat seiner mentalitätsgeschichtlichen Untersuchungen des antiken Judentums:

„Es gibt also eine mittlere Kategorie, die Kategorie jener, die weder nur gut noch nur schlecht sind, und daher nach dem Tode eine zeitlich begrenzte Strafe abbüßen und anschließend in den Garten Eden kommen“.

Der Garten Eden wurde von den Israeliten auch als Paradies, Himmel, als „ewiger Lohn“ oder „Abrahams Schoß“ bezeichnet.

WEITERE theologische Gemeinsamkeiten zwischen Judentum und kath. Kirche: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/19/die-besondere-nahe-zwischen-dem-judentum-und-der-katholischen-kirche/

 


Gottes Wort bewirkt das, was ER will

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Jes 55,10-11.

So spricht der HERR:
Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
sondern die Erde tränkt
und sie zum Keimen und Sprossen bringt,
wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
.
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
sondern bewirkt, was ich will,
und erreicht all das,
wozu ich es ausgesandt habe.
.

Die Ehre Gottes durch seine Schöpfung

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn’ aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne,
Und läuft den Weg gleich wie ein Held.

Vernimm’s, und siehe die Wunder der Werke.
Die die Natur dir aufgestellt!
Verkündet Weisheit und Ordnung und Stärke
Dir nicht den Schöpfer dieser Welt?

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,
Den kleinsten Staub fühllos beschaun?
Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!
Mir, ruft der HERR, sollst du vertraun.

Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde;
An meinen Werken kennst du mich.
Ich bin’s, und werde sein, der ich sein werde,
Dein Gott und Vater ewiglich.

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,
Ein Gott der Ordnung und dein Heil;
Ich bin’s! Mich liebe von ganzem Gemüte,
Und nimm an meiner Gnade teil.

Christian Fürchtegott Gellert

 


Der HERR erhöht unsere Kraft in seiner Güte!

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Psalm 89 (88),2-3.16-17.18-19.

Von den Taten deiner Huld, HERR, will ich ewig singen,
bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne:
Deine Huld besteht für immer und ewig;
deine Treue steht fest im Himmel.
.
Wohl dem Volk, das dich als König zu feiern weiß!
HERR, sie gehen im Licht deines Angesichts.
Sie freuen sich über deinen Namen zu jeder Zeit,
über deine Gerechtigkeit jubeln sie.
.
Denn du bist ihre Schönheit und Stärke,
du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.
Ja, unser Schild gehört dem HERRN
,
unser König dem heiligen Gott Israels.

.


Nicht uns, o HERR, nicht uns bring zu Ehren, sondern deinen Namen!

.
Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 115 (113 B), 1 ff.
.
Nicht uns, o HERR, bring zu Ehren,
nicht uns, sondern deinen Namen,
in deiner Huld und Treue!
Warum sollen die Völker sagen:
„Wo ist denn ihr Gott?“
.
Unser Gott ist im Himmel;
alles, was IHM gefällt, das vollbringt ER.
Die Götzen der Völker sind nur Silber und Gold,
ein Machwerk von Menschenhand.
.
Seid gesegnet vom HERRN,
der Himmel und Erde erschaffen hat.
Der Himmel ist das Reich des HERRN,
die Erde aber gab ER den Menschen.

.


Gehet voll Zuversicht zum Thron der Gnade!

.
Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 4,14 ff:
.
Brüder! Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.
.
Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.
.
Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.
.
Als ER auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und ER ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.
.
Obwohl ER der Sohn war, hat ER durch Leiden den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist ER für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.
.