Der Drache bekämpft das göttliche Kind und die sternenbekränzte, sonnenumglänzte Frau

Heutige liturgische Festlesung der kath. Kirche: Offb 11,19a.12,1-6a.10ab:

Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Bundeslade sichtbar.

Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt; sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt.

Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war.

Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte.

Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

 


Heinrich Heine: Der Himmel, das Meer und der Heiland der Welt

Hoch am Himmel stand die Sonne,
Von weißen Wolken umwogt,
Das Meer war still,
Und sinnend lag ich am Steuer des Schiffes,
Träumerisch sinnend, – und halb im Wachen
Und halb im Schlummer, schaute ich Christus,
Den Heiland der Welt.
Im wallend weißen Gewande
Wandelt er riesengroß
Über Land und Meer;
Es ragte sein Haupt in den Himmel,
Die Hände streckte er segnend
Über Land und Meer;
Und als ein Herz in der Brust
Trug er die Sonne,
Die rote, flammende Sonne,
Und das rote, flammende Sonnenherz
Goß seine Gnadenstrahlen
Und sein holdes, liebseliges Licht,
Erleuchtend und wärmend,
Über Land und Meer.

Heinrich Heine

Fortsetzung des Gedichts von Heine hier: https://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Gedichte/BdL/Nordsee-12.html

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 124 (123),1-2.3-4.5-6.7-8.

Hätte sich nicht der HERR für uns eingesetzt
– so soll Israel sagen -,
hätte sich nicht der HERR für uns eingesetzt,
als sich gegen uns Menschen erhoben,

dann hätten sie uns lebendig verschlungen,
als gegen uns ihr Zorn entbrannt war.
Dann hätten die Wasser uns weggespült,
hätte sich über uns ein Wildbach ergossen.

Dann hätten sich über uns die Wasser ergossen,
die wilden und wogenden Wasser.
Gelobt sei der HERR,
der uns nicht ihren Zähnen als Beute überließ.

Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen;
das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN,
der Himmel und Erde erschaffen hat.

 


Lungenschmids „Jenseitsreisen“: Allerlei Richtigkeiten sowie theologischer Unsinn

Von Felizitas Küble

Seit Jahren tourt Helmut Lungenschmid durch deutsche und österreichische Lande, um von Ort zu Ort jenes „Sterbe-Erlebnis“ zu schildern, das er als 15-jähriger Junge erfahren haben will – und zwar beim Zahnarzt. Sicherlich für eine Nahtoderfahrung eine recht ungewöhnliche Stätte, doch der Redner begründet das Vorkommnis mit einer Überdosierung der Betäubung…

Wie dem auch sei: Tatsache ist jedenfalls, daß die Visionen und Einsprechungen, die Lungenschmid   – eigenen Angaben zufolge  –  seinerzeit als Jugendlicher erlebte und nach 42 Jahren erstmalig veröffentlichte, auf ein fromm-naives Publikum eindrucksvoll wirken mögen, aber nicht einmal einer einfachen theologischen Prüfung standhalten.

Derzeit befindet sich der Autor wieder auf einer Vortragsreise von Deutschlands Süden bis zum Norden: An Fronleichnam (14.6.) sprach er im westfälischen Hembergen vor rund 100 Zuschauern, am Tag zuvor war er in Obereschach bei Ravensburg (Oberschwaben).

Wir haben uns im CHRISTLICHEN FORUM bereits im Jahre 2011 über Lungenschmids „Nahtoderfahrung“ geäußert: https://charismatismus.wordpress.com/2011/11/03/gelang-helmut-lungenschmids-ein-%e2%80%9eblick-ins-jenseits%e2%80%9c/

Auf die im Raum stehende „Frage“, warum er seine Jenseitsvisionen erst nach über 40 Jahren in Buchform brachte, antwortet der Verfasser gleich auf der Titelseite (siehe Foto): „Den Zeitpunkt, mit diesem Erlebnis an die Öffentlichkeit zu gehen, bestimmte im Jenseits die Gottesmutter selbst.“  – Diese praktische, um nicht zu sagen unschlagbare Ausrede „Auskunft“ erwähnt Lungenschmid auch in seinen Einladungszetteln zu den Vorträgen.

Kritisches Nachfragen scheint sich insoweit zu erübrigen  – wobei gleichwohl ungeklärt bleibt, ob der hohe Preis (22 €) der ziemlich billig produzierten Publikation (große Schrift, Paperback, nur 1 Foto) samt den überdimensionalen Versandkosten (von Österreich nach Deutschland: 9,50 €) wohl auch auf Eingebung höherer Gewalten entstanden sein mag.

Für den kommenden 2. Band werden übrigens satte 33 € angekündigt  – alle Daten sind auf des Autors Webseite nachlesbar: http://www.meinsterbeerlebnis.com/medien-bestellung/

Nun wissen wir es also  – dank Helmut Lungenschmid und dem Untertitel seines Buches: „Himmel – Hölle – Fegefeuer  –  gibt es doch!“

Seit zweitausend Jahren lehrt die Kirche genau dies auch ohne Jenseitsvisionen, doch so mancher Fromme sucht wohl unterschwellig  – also doch Kleinglaube?  – nach einer Art „Bestätigung“ mittels besonderer Erlebnisse.

Die kann der Autor auf über 350 Seiten freilich kreativ liefern  – den 2. Band nicht mitgerechnet.

Lungenschmid: Christus ist nicht GOTT in Ewigkeit

Was der Knabe damals auf dem Zahnarztstuhl in kurzer Zeit alles an bücherfüllenden Erlebnissen und Erkenntnissen erfuhr, scheint ihm gleichwohl ein merkwürdiges „Gottesbild“ vermittelt zu haben, ganz zu schweigen von zahlreichen theologischen Irrtümern, sogar über den Erlöser selbst, wobei indirekt, aber in der Sache eindeutig sogar die Gottheit Christi geleugnet wird:

Auf S. 93 heißt es schon im Zwischentitel in fetter Schrift: „Jesus hat im Gegensatz zu Gott Vater einen Anfang.“ 

Da Christus GOTT ist, existiert ER in Ewigkeit, folglich ohne Anfang und Ende. (Anders ist dies bei der menschlichen Natur Jesu, die natürlich einen Beginn kennt.)

GOTT ist nicht nur unsterblich wie die menschliche Seele (ohne Ende), sondern ewig  – also unerschaffen, ohne Anfang. Gott-Vater ist innerhalb der heiligen Dreieinigkeit zwar gleichsam das Ursprungsprinzip, was aber nicht bedeutet, daß die anderen beiden göttlichen Personen einen „Anfang“ hätten, denn die ganze dreifaltige Gottheit ist unerschaffen und ewig, also ohne Anfang  – dies ist ein unabdingbares Wesensmerkmal das Göttlichen.

Lungenschmid schreibt zunächst zutreffend, daß es für den Menschen als geschaffenes Wesen einen Anfang gibt. Er fährt fort: „Aber nicht so verhält es sich bei Gott, der keinen Anfang und kein Ende hat.“ – Auch richtig, doch dann folgt jener erwähnte häretische (irrlehrende) Satz über Christus „mit Anfang“.

Er führt diese für die Christenheit „bahnbrechende“ Erkenntnis auf Gott-Vater selbst zurück, denn dieser habe ihm erklärt: „Jesus hatte einen Anfang und jetzt aber auch kein Ende.

Dies stelle, so schreibt der Autor mit Berufung auf „Gott-Vater“ weiter, gewiß ein „großes Geheimnis“ dar, das ihn freilich „sehr nachdenklich“ gemacht habe  – immerhin räumt Lungenschmid ein, daß er „bis zu diesem Zeitpunkt der Meinung war, dass es Jesus doch auch immer schon gegeben hätte“.

Folglich ließ sich der Jenseitsreisende durch einen Irrgeist (sei es nun sein eigener oder ein „unter-natürlicher) von einer richtigen zu einer falschen Ansicht verführen.

Offenbar knabberte der Verfasser durchaus an dieser neuen „Einsicht“, denn er schreibt zum dritten Mal: „Nein  – Jesus hatte tatsächlich einen Anfang, wie mir Gott ganz persönlich versichert hatte“  –  nun denn, gegen Visionen ist natürlich kein theologisches Kraut gewachsen.

Betet Maria den Rosenkranz mit den Armen Seelen?

Das Buch wimmelt von weiteren inhaltlichen und logischen Fehlleistungen, wobei schon die Seite zuvor wieder ein handfestes Beispiel liefert:

Auf S. 92 heißt es nämlich, daß die Madonna bei ihren „Erscheinungen im Fegefeuer jedes Mal den Rosenkranz gemeinsam mit den Armen Seelen betete“.

Auf S. 217 erzählt der Autor von einer Vision, bei welcher die Gottesmutter selber den „Engel des HERRN“ betete, wobei gar die „Grundfesten der Hölle erschüttert“ worden seien, so daß die Unterwelt „einzustürzen drohte“. Leider hat es nicht ganz geklappt, die Hölle ging bei der schönen Gelegenheit nicht wirklich unter  –  aber fest steht jedenfalls, daß die selige Jungfrau weder den Rosenkranz noch den „Engel des Herrn“ bzw. Angelus selber betet.

Wer es nicht fassen kann, der möge sich die dazugehörenden Gebete selber aufsagen und dabei theologisch bis fünf zählen.

Offenbar ist Herr Lungenschmid  –  Jenseitserlebnisse hin oder her  –  damit erheblich überfordert.

Wir werden sein Buch bei nächster Gelegenheit gerne einer weiteren Durchsicht unterziehen….

Unsere Autorin Felizitas Küble ist Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster


Ich bin das Brot des Lebens: Wer von diesem Brote ißt, wird leben in Ewigkeit

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Joh 6,44-51:

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur ER hat den Vater gesehen.

Wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens.

Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Gemälde: Evita Gründler

 


Regensburg: Bischof Rudolf Voderholzer taufte 14 Gläubige in der Osternacht

14 Menschen hat Bischof Rudolf Voderholzer während der Feier der Osternacht im Hohen Dom St. Peter in Regensburg getauft. Seit den Uranfängen gehört die Taufe in die Osternacht.

Die Auferstehung Christi ist ein geschichtliches Ereignis, sie ereignet sich aber auch in der Gegenwart: in der Taufe. Und in der Osternacht selbst feiert die Kirche die Auferweckung Jesu von den Toten.

In der Osternacht ab 21 Uhr war der Dom vollbesetzt mit Gläubigen, die Kerzen und Osterspeisen mitgebracht hatten. Die Domspatzen gestalteten auf höchstem musikalischem Niveau die Feier des Höhepunkts der drei Heiligen Tage, des Triduums.

Bewegt dankte der Bischof den Neugetauften  –  13 Erwachsenen und einem Kind  –  für ihr Zeugnis, das sie durch das Bekenntnis zur Gemeinschaft der Kirche ablegen. „Sie machen uns allen hier im Dom viel Mut“, sagte der Oberhirte von Regensburg. Auch die bereits Christen seien, bedürften dieser Ermutigung und Stärkung auf dem Weg durch ihr Leben.

Dieser Ostersonntag, 16. April, ist der Geburtstag von Papst em. Benedikt XVI. Bereits während der Osternachtfeier wurde seiner gedacht, denn der Folgetag bricht mit seinem Vorabend an; so auch an diesem Abend.

Bischof Voderholzer, Gründungsdirektor des Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg, erinnerte an die Tatsache, dass der 16. April 1927 ein Karsamstag war, an dem Joseph Ratzinger in der Frühe in Marktl am Inn geboren wurde.

Mit den Täuflingen dieses Abends hat er gemeinsam, dass sie alle mit Osterwasser getauft wurden. In der Liturgie vor der Reform wurde die Auferstehungsfeier bereits am Samstagmorgen gefeiert. Joseph Ratzingers Eltern wollten ihm das „Ewige Leben gleichsam schon in die Wiege legen“, erläuterte der Bischof; deshalb erfolgte die Taufe gleich noch an diesem Tag – mit Osterwasser, das in der Auferstehungsfeier gesegnet worden war. Die anwesende Klosterschwester sprang als Taufpatin ein.

Die Taufe ist die Aufnahme in die große Familie der Kirche, sagte Dr. Voderholzer in der Predigt weiter. In der Taufe bekommt der Christ den dreieinigen Gott und die Kirche geschenkt, deren Abbild Maria, die Mutter des HERRN ist. Der Täufling wird beschenkt mit neuem, unzerstörbarem Leben. In der Kirche, so Bischof Rudolf, gibt es keine Ausländer.

Die Liturgie hatte vor dem Dom mit der Segnung des Osterfeuers begonnen. Der Bischof sprach die Gebete, die ins Innere des Doms übertragen wurden. Entzündet wurde die Osterkerze, Symbol für Christus, das Licht.

Anschließend zogen der Bischof, Weihbischof Reinhard Pappenberger, die Mitglieder des Domkapitels, die Mitglieder des Priesterseminars und die Domspatzen in den finsteren Dom ein. Dort verkündete der Diakon Christus als das Licht – und das Feuer der Kerze verbreitete sich im ganzen Gotteshaus unter den Gläubigen, bis der gesamte Innenraum erhellt war.  

Dann trug der Diakon den jubilierenden Hymnus auf die Besonderheit der Nacht vor, in der Christus von den Toten erstanden ist: „Frohlocket, ihr Chöre der Engel …“

Die erwachsenen Neugetauften erhielten die weiteren Sakramente der Firmung und der Eucharistie, der neun Jahre alten Sarina werden diese Sakramente zu gegebener Zeit in ihrer Heimatpfarrei gespendet.

Wie bereits am Gründonnerstag verwendete Bischof Voderholzer bei der Feier der Eucharistie in dieser Osternacht die Hostiendose, die ihm der evangelische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss im Rahmen des Versöhnungsgottesdienstes im März überreicht hatte. Dies tat der Bischof als sichtbares Zeichen für den gemeinsamen Weg zur Einheit.

Auf der Hostiendose sind Vorausbilder für die Eucharistie dargestellt, darunter der Manna-Regen, die Brotgabe vom Himmel während der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste.

Nach der Osternachtsfeier gab der Bischof einen Sektempfang im „Domplatz 5“ für die neuen Christen und ihre Patinnen und Paten. Jedem Neugetaufte überreichte er die Heilige Schrift in der neuen Einheitsübersetzung.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


ELIAS – ein Prophet wie Feuer

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jes Sir 48,1-4.9-11:

In jenen Tagen stand Elias auf, ein Prophet wie Feuer, seine Worte waren wie ein brennender Ofen. Er entzog ihnen ihren Vorrat an Brot, durch sein Eifern verringerte er ihre Zahl. Auf Gottes Wort hin verschloss er den Himmel, und dreimal ließ er Feuer herniederfallen. bibel

Wie ehrfurchtgebietend warst du, Elias, wer dir gleichkommt, kann sich rühmen. Du wurdest im Wirbelsturm nach oben entrückt, in Feuermassen himmelwärts.
Von dir sagt die Schrift, du stehst bereit für die Endzeit, um den Zorn zu beschwichtigen, bevor er entbrennt, um den Söhnen das Herz der Väter zuzuwenden und Jakobs Stämme wieder aufzurichten.

Wohl dem, der dich sieht und stirbt; denn auch er wird leben.