Gottes starke Retterliebe für sein Volk: Wehe den Hirten, die sich selbst weiden!

Menschensohn, weissage gegen die Hirten Israels, rede zu ihnen, den Hirten: So spricht Gott, der HERR:

Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? Das Fette verzehrt ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch, und das Gemästete schlachtet ihr, aber die Herde weidet ihr nicht!

Das Schwache stärkt ihr nicht, das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verscheuchte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht, sondern mit Gewalt und Härte herrscht ihr über sie.

Und so haben sie sich zerstreut, weil sie ohne Hirten waren, und sind allen wilden Tieren des Feldes zum Fraß geworden. Auf allen Bergen und hohen Hügeln irren meine Schafe umher, und über das ganze Land sind sie zerstreut; und niemand ist da, der nach ihnen fragt, niemand, der sie sucht… 

So spricht Gott, der HERR:

Siehe, ich komme über die Hirten, ich will meine Schafe von ihren Händen fordern und will ihrem Schafeweiden ein Ende machen, und die Hirten sollen nicht mehr sich selbst weiden; denn ich will meine Schafe aus ihrem Maul erretten, daß sie ihnen künftig nicht mehr zum Fraß dienen sollen.

BILD: Christus als der Gute Hirte – Statue im Münsterland am Wegesrand

Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen! Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht an dem Tag, da er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut wurden an dem Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.

Ich selbst will meine Schafe weiden und sie lagern. Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden; das Schwache will ich stärken; das Fette aber und das Starke will ich vertilgen; ich will sie weiden, wie es recht ist.

AT, Hesekiel 34,2-16

Fotos: Felizitas Küble


Das „Wehe“ des HERRN über Hirten, die statt der Herde sich selber weiden

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Ez 34,1-11:

Das Wort des HERRN erging an mich:
Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet und sag zu ihnen: So spricht Gott, der HERR:

Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden?  media-390606-2 - Kopie

Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide.
Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht, und die starken mißhandelt ihr.

Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere. Meine Herde irrte auf allen Bergen und Höhen umher und war über das ganze Land verstreut. Doch keiner kümmerte sich um sie; niemand suchte sie.

Darum ihr Hirten, hört das Wort des HERRN: 

Weil meine Herde geraubt wurde und weil meine Schafe eine Beute der wilden Tiere wurden, denn sie hatten keinen Hirten  –  und weil meine Hirten nicht nach meiner Herde fragten, sondern nur sich selbst und nicht meine Herde weideten, darum, ihr Hirten, hört das Wort des HERRN:

Nun gehe ich gegen die Hirten vor und fordere meine Schafe von ihnen zurück. Ich setze sie ab, sie sollen nicht mehr die Hirten meiner Herde sein. Die Hirten sollen nicht länger nur sich selbst weiden: Ich reiße meine Schafe aus ihrem Rachen, sie sollen nicht länger ihr Fraß sein.

Denn so spricht Gott, der HERR: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.