Bischof Morlino von Madison verstorben

Der katholische Bischof von Madison im US-Bundesstaat Wisconsin, Robert Morlino, ist gestern Abend im Alter von 71 Jahren verstorben. Er war ein glaubensstarker Oberhirte und erregte vielfach den Widerspruch zeitgeistgelenkter Medien.  Liturgisch stand er der überlieferten Messe nahe und zelebrierte sie öfter.

Morlino (siehe Foto) erblickte am 31.12. 1946 das Licht der Welt. Vor seiner Ernennung zum Bischof von Madison war der Bioethik-Experte bereits Oberhirte in Helena Montana.

Sein Generalvikar James Bartylla veröffentlichte noch gestern Vormittag einen „dringenden Gebetsaufruf“ an die Priester seines Bistums.

Zunächst habe man Hoffnungen auf eine gesundheitliche Besserung beim Bischof haben dürfen, doch dies habe sich zerschlagen und die Dinge hätten sich „zum Schlimmsten“ gewendet. Die Geistlichen wurden aufgefordert, für eine wunderbare Heilung zu beten und auch dafür, daß „unser geliebter Bischof, wenn die Zeit kommt, die Gnade eines glückseligen Todes erhält“.

Am 18. August veröffentlichte der unbeugsame Bischof einen Hirtenbrief an seine Diözesanen, also an die Gläubigen seines Bistums, zur Mißbrauchskrise: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/

Darin hat er das Problem einer homosexuellen Subkultur unter Klerikern klar beim Namen genannt  – was in Deutschland bislang kein Oberhirte gewagt hat.

Bereits im Vorjahr forderten homosexuelle Organisationen seinen Rücktritt. Unsere deutsch-amerikanische Autorin Dr. Edith Breburda hatte im CHRISTLICHEN FORUM darüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/31/homo-aktivisten-in-den-usa-fordern-den-ruecktritt-von-bischof-morlino/

Beten wir für den Bischof, auf daß der HERR ihn aufnehme in die ewige Seligkeit und ihm seine Mühen und allen Einsatz für das Gottesreich belohne.


US-amerikanischer Bischof Morlino warnt vor schwul-klerikaler Subkultur in der Kirche

Von Felizitas Küble

Am 18. August veröffentlichte der katholische Bischof von Madison im US-Bundesstaat Wisconsin einen Hirtenbrief an seine Diözesanen, also an die Gläubigen seines Bistums.

Bischof Robert Morlino (siehe 1. und letztes Foto) scheute sich dabei nicht, den Finger in die eigentliche Wunde der Missbrauchs-Skandale zu legen, der vor allem den homosexuell aktiven Teil der Priesterschaft betrifft.

Dieses brisante Thema wird auch in der weltlichen Presse gern verschwiegen, um damit „politisch korrekt“ jeder Kritik an der Schwulenlobby in und außerhalb der Kirche aus dem Weg zu gehen.

Natürlich vergreifen sich beileibe nicht alle homosexuell orientierten Kleriker an Kindern oder Heranwachsenden. Tatsache ist aber, daß die meisten Opfer priesterlicher Sextäter männliche Jugendliche sind.

Im US-amerikanischen John-Jay-Report  – der bekanntesten Studie diesbezüglich  –  wurde bereits im Jahre 2002 festgestellt, daß 81% der Geschädigten männlich sind; die meisten Opfer sind zwischen 11 und 17 Jahre alt. Ähnliches schreibt der aktuelle Pensylvannia-Bericht: Die „meisten“ (!) Opfer sind Jungen. (Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Mehr-als-300-Priester-missbrauchten-Kinder-article20573472.html)

Es geht also ersichtlich um ein Problem homosexueller Seilschaften im Klerus bis hinauf zu Bischöfen und Kardinälen.

Wir haben dieses heiße Eisen im CHRISTLICHEN FORUM bereits vor sechs Jahren ausführlich ausgebreitet, indem wir einen Artikel des Priesters und Professors Dr. Dariusz Oko veröffentlichten, der zuvor in der konservativen Zeitschrift THEOLOGISCHES erschienen war: https://charismatismus.wordpress.com/2012/11/10/gibt-es-eine-verstarkte-einflusnahme-homosexueller-seilschaften-im-katholischen-klerus/

Zurück zu Bischof Morlino, der dieses Thema ebenfalls mutig anzupacken wagt, weshalb homosexuelle Funktionäre schon im Vorjahr seinen Rücktritt forderten. Unsere deutsch-amerikanische Autorin Dr. Edith Breburda hatte im CHRISTLICHEN FORUM darüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/31/homo-aktivisten-in-den-usa-fordern-den-ruecktritt-von-bischof-morlino/

„Wir haben uns geweigert, Sünde als Sünde zu bezeichnen“

In einem am 18. August 2018 veröffentlichen Hirtenbrief hat der Würdenträger mit deutlichen Worten auf die aktuellen Skandale reagiert und sich eindringlich an sein Kirchenvolk gewandt.

Während die Mißbrauchs-Krise ansonsten allzu gerne auf den einfachen Klerus abgeschoben wird, hat dieser mutige Oberhirte in seiner Auflistung mit seinen bischöflichen Amtsbrüdern begonnen, indem er gleich eingangs die „sexuellen Sünden von Bischöfen, Priestern und sogar Kardinälen“ erwähnt.

Noch mehr Tapferkeit beweist er mit seiner Klarstellung, daß es speziell eine homosexuelle Subkultur in der Kirche sei, die großen Schaden angerichtet habe:

„Zu lange haben wir die Realität der Sünde verharmlost – wir haben uns geweigert, eine Sünde als Sünde zu bezeichnen  – und wir haben die Sünde im Namen einer falschen Vorstellung von Barmherzigkeit entschuldigt. In unseren Bemühungen, der Welt gegenüber offen zu sein, sind wir allzu bereit, den Weg, die Wahrheit und das Leben zu verlassen.“

Der Bischof schreibt weiter, er sei wegen seiner Lektüre von Berichten und Studien über die Mißbrauchsfälle in der Kirche „krank gewesen“.  Doch viel schlimmer ergehe es den Opfern, die ihr Leiden „jahrelang durchlebt“ hätten:

„Für sie sind das keine Geschichten, es sind erfahrene Wirklichkeiten. Zu ihnen wende ich mich hin und sage erneut: Es tut mir leid, was du erlitten hast und was du weiterhin in deinem Geist und in deinem Herzen erleidest.“

Er fügt hinzu: „In den konkreten Situationen sprechen wir von abweichenden sexuellen – fast ausschließlich homosexuellen – Handlungen von Geistlichen. Wir sprechen auch über homosexuelle Vorgänge und Misshandlungen durch Priester, Bischöfe und Kardinäle gegen Seminaristen und junge Priester. Es geht um Handlungen, die nicht nur die heiligen Versprechen verletzen, also Sakrilegien sind, sondern die auch das natürliche Sittengesetz, das für alle gilt, verletzen. Etwas anderes zu sagen wäre betrügerisch und würde das Problem nur weiter ignorieren.“

Der Bischof stellt zudem klar: 

„Es ist an der Zeit, ehrlich zu sein und nicht in die Falle zu gehen und Probleme nur je nachdem zu analysieren, was die Gesellschaft für akzeptabel oder inakzeptabel hält. Das ignoriert die Tatsache, dass die Kirche niemals etwas davon gebilligt hat – weder den Missbrauch von Kindern, noch den Gebrauch der eigenen Sexualität außerhalb der Ehe noch Sünden der Homosexualität, noch das Eindringen von Klerikern in intime sexuelle Beziehungen überhaupt, noch der Missbrauch und Zwang durch Personen mit Amtsautorität.“

„Homosexuelle Subkultur richtet Verwüstungen an“

Sodann geht es um die Lehre der Kirche, wonach die bloße Neigung zum gleichen Geschlecht zwar objektiv ungeordnet, aber noch nicht persönlich sündhaft ist, sexuelles Verhalten aber sehr wohl.

Papst Benedikt hat am 31. August 2005 eine Instruktion angeordnet, die verfügte, daß Seminaristen  mit einer konstant homosexuellen Orientierung nicht zur Priesterweihe zugelassen werden dürfen, weil sie für dieses Amt in der Kirche nicht geeignet seien. (Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccatheduc/documents/rc_con_ccatheduc_doc_20051104_istruzione_ge.html) 

In der vatikanischen Verlautbarung heißt es, daß „die Kirche – bei aller Achtung der betroffenen Personen – jene nicht für das Priesterseminar und zu den heiligen Weihen zulassen kann, die Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen haben oder eine sogenannte homosexuelle Kultur unterstützen….Die negativen Folgen, die aus der Weihe von Personen mit tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen erwachsen können, sind nicht zu übersehen.“

Bischof Morlino erklärt zu diesem Aspekt: 

„Es ist an der Zeit, zuzugeben, dass es innerhalb der Hierarchie der katholischen Kirche eine homosexuelle Subkultur gibt, die im Weinberg des Herrn große Verwüstungen anrichtet. Die Lehre der Kirche zeigt deutlich, dass die homosexuelle Neigung an sich zwar nicht sündhaft ist, aber sie ist in sich selbst so ungeordnet, dass ein Mann, der von ihr dauerhaft geprägt wird, nicht zum Priestertum befähigt ist.“ 

Morlino schreibt an die Priesteranwärter seiner Diözese, dass sie ihn sofort über sexuellen Missbrauch, Zwang oder sexuelle Unmoral informieren sollten, die sie erfahren oder erleben könnten: „Ich werde die Sache schnell und energisch angehen.“

„Wir müssen Rechenschaft ablegen“

Er ruft auch die Priester und Gläubigen seines Bistums auf, ihn über Mißbrauch oder sexuelle Unmoral zu informieren, die ihnen bekannt wird. Er werde die Täter „zur Rechenschaft ziehen“. 

Der Bischof bittet das Kirchenvolk, „dazu beizutragen, dass wir den zivilen Autoritäten, den Gläubigen in den Kirchenbänken und dem allmächtigen Gott Rechenschaft ablegen, nicht nur um Kinder und Jugendliche vor sexuellen Räubern in der Kirche zu schützen, sondern auch unsere Seminaristen, Studenten und alle Gläubigen.“

Der Würdenträger beendet seinen Hirtenbrief mit einem Aufruf zur Klarheit, zur Heiligkeit und zum Gebet:

„Mehr als alles andere müssen wir als Kirche aufhören, Sünde und Böses zu akzeptieren. Wir müssen Sünde aus unserem eigenen Leben austreiben und der Heiligkeit zulaufen.

Wir müssen uns weigern, im Angesicht der Sünde und des Bösen in unseren Familien und Gemeinschaften zu schweigen, und wir müssen von unseren Pastoren – einschließlich mir selbst – verlangen, dass sie Tag für Tag selbst um Heiligkeit ringen.

Wir müssen dies immer mit liebevollem Respekt für den Einzelnen tun, aber mit einem klaren Verständnis, dass wahre Liebe niemals ohne Wahrheit existieren kann.“

Bischof Morlino fügt hinzu, dass er eine öffentliche hl. Messe für die Wiedergutmachung in der Diözese abhalten werde und er erklärt, daß er am 19., 21. und 22. September fasten wolle als Bußakt für die begangenen Sünden und Verbrechen von Priestern und Bischöfen. Er lädt alle Gläubigen dazu ein, sich ihm anzuschließen.

Leider ist die jüngste Erklärung von Papst Franziskus weitaus verschwommener als das klare Hirtenwort von Bischof Morlino. Weder kündigt der Pontifex konkrete Strafmaßnahmen an noch erwähnt er die homosexuelle Päderasten-Problematik.

Unsere Quelle für die Zitate ist die amtliche Webseite des Bistums Madison: http://www.madisoncatholicherald.org/bishopsletters/7730-letter-scandal.html

Morlino-Fotos: Dr. Edith Breburda


Simbabwe: Bischöfe hoffen nach dem Ende der Mugabe-Diktatur auf bessere Zeiten

Nach der Amtsenthebung bzw. dem erzwungenen „Rücktritt“ des sozialistischen Diktators und Präsidenten Robert Mugabe steht Simbabwe (früher: Rhodesien) vor neuen Wahlen und hofft auf Rechtsstaat und Demokratie.

„Wir hoffen und beten, dass die bevorstehenden Wahlen am 30. Juli eine froher Anlass für uns alle sein werden“, erklären die katholischen Bischöfe von Simbabwe in einem Hirtenbrief mit dem Titel „Eine neue Tür öffnen“, in der sie sich zur Präsidentschaftswahl Ende des Monats äußern.

Seit November 2017, als Mugabe, der das Land seit der Unabhängigkeit 1980 regierte, zum Rücktritt gezwungen wurde, befindet sich Simbabwe zwischen Hoffnungen und Enttäuschungen, was auch die Bischöfe in ihrem Hirtenbrief beschreiben:

„In den sechs Monaten nach dem Rücktritt von Mugabe und dem Amtsantritt von Emmerson Mnangagwa zum Interims-Präsidenten haben wir viele Gründe für  Zuversicht gesehen“, wobei die Oberhirten an neue politische Freiheiten und den Kampf gegen die Korruption seitens der Regierung erinnern.

Die Bischöfe schreiben, man solle sich nicht von einzelnen „Episoden der Gewalt“ entmutigen zu lassen. Am vergangenen 23. Juni waren bei einer Wahlkundgebung mit dem vorübergehenden Präsident Mnangagwa zwei Leibwächter bei einem Sprengstoffanschlag ermordet worden.

Weiter heißt es in dem Hirtenbrief: „Wie auch immer das Ergebnis aussehen wird, Simbabwes neue Politik muss kooperativer und integrativer sein und nicht auf einem oder zwei führenden Politikern basieren“. Vielmehr gehe es darum, auf „starke demokratische Institutionen“ zu setzen und über die bevorstehende Wahl hinauszudenken.

Präsident Mugabe war trotz seiner diktatorischen Machenschaften – darunter die Enteignung von weißen Farmern –  für das Jahr 2015 zum Präsidenten der „Afrikanischen Union“ gewählt worden.

Die IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte) und „Amnesty international“ warfen ihm mehrfach die Verletzung von Menschenrechten und politische Unterdrückung von Dissidenten vor. 

Der sozialistische Mugabe und seine Frau leben inmitten von Armut und Elend des Volkes selber im größten Luxus. Wikipedia berichtet dazu: „An seinem 86. Geburtstag sollen mehr als 500.000 US-Dollar für Champagner und Kaviar ausgegeben worden sein. Die Kosten für die Feier zu seinem 93. Geburtstag wurden auf 1,9 Millionen Euro geschätzt.“     (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Mugabe)


Vor 100 Jahren: Die katholischen Bischöfe weihen unser Land dem Herzen Jesu

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Am 10. Januar 1915, mitten im 1. Weltkrieg, haben die katholischen Bischöfe in Deutschland ihr Land und Volk dem Herzen Jesu geweiht, um so den Blick der Christgläubigen und aller Menschen verstärkt auf den göttlichen Erlöser zu lenken. Herz-Jesu_01
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Dabei nahm der bereits am 27.12.1914 in allen Pfarreien verlesene Hirtenbrief ausdrücklich Bezug darauf, daß „alles unter den Folgen des Krieges leidet“. 
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Das Rundschreiben fügt hinzu: „Der Ernst und die Not der Zeit drängt uns dazu.“  – Erwähnt wird auch: „Wie oft haben wir Bischöfe in der Not unseres Herzens laut Klage erhoben über den Niedergang des religiösen und sittlichen Lebens.“ 
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Durchaus selbstkritisch schreiben die katholischen Oberhirten:
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„Welch schmachvolle, wegwerfende Behandlung, Entwertung, Verhöhnung hatte die Religion sich öffentlich gefallen lassen müssen – nein, haben wir uns gefallen lassen in unserer Schwäche und Feigheit! Das ist unsere Schuld, unsere größte Schuld.“
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Bereits 16 Jahre zuvor, am 11. Juni 1899, hatte Papst Leo XIII. einen ähnlichen Weiheakt vollzogen, auf den die
deutschen Bischöfe ausdrücklich hinwiesen, indem er die ganze Welt dem Herzen des göttlichen Erlösers weihe.

Gräfin Maria zu Vischering als Wegbereiterin der Weltweihe

Angeregt wurde der Papst dazu vor allem von einer westfälischen Ordensfrau aus Münster: Maria Gräfin von Droste zu Vischering, die am 1. November 1975 von Paul VI. seliggesprochen wurde. 023_20A
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Diese vorbildliche Nonne hatte sich vor allem für sexuell mißbrauchte oder sonstwie notleidende Mädchen eingesetzt und ihnen tatkräftig geholfen.
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Die junge Adelsdame trat 1888 bei den Schwestern von Guten Hirten in Münster ein, die auch heute in der westfälischen Metropole wirken.
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Dieses BILD der Seligen steht am Eingangsportal des klösterlichen Mutterhauses, das sich bereits im 19. Jahrhundert vielen Mädchen und Frauen in Not annahm – auch der verzweifelten Prostituierten; sie alle wurden in den Häusern der Kongegration aufgenommen.
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Maria zu Vischering kam später nach Portugal, wo sie ebenfalls ein Heim für Bedrängte errichtete (Vergewaltigte, Mißbrauchte, aber auch straffällig gewordene Frauen etc); ihre adelige Herkunft half ihr dabei, die nötigen Spenden von vornehmen Kreisen und Fabrikbesitzern zu erhalten.
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Bei dieser Mystikerin verband sich aufopferungsvolle Nächstenliebe aufs beste mit ihrer Gottesliebe und einer tiefen Christusfrömmigkeit.
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Zur Deutschland-Weihe siehe hier eine Predigt von Bischof Dr. Rudolf Graber vor dreißig Jahren: http://www.fatima-weltapostolat.de/hirtenbrief-v-bischof-graber.html
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1. Foto: Dr. Bernd F. Pelz – 2. Foto: Felizitas Küble

 


Hirtenbrief der polnischen Bischöfe pro Familie und contra Gender-Ideologie

WORTLAUT des Hirtenbriefs zum Sonntag der Hl. Familie (29.12.2013)

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

jedes Jahr feiern wir in der Weihnachtsoktav den Sonntag der Heiligen Familie. Unsere Gedanken richten sich auf unsere Familien, und wir wollen einige Überlegungen zur Lage der Familie in der jetzigen Zeit vorstellen.

Das Evangelium dieses Tages erzählt, dass die Familie von Nazareth sich unter schwierigen und turbulenten Umständen bemühte, Gottes Willen zu verstehen und zu erfüllen, und das ermöglichte ihr, daraus erneuert hervorzugehen. BILD0235

Diese Haltung ist ein wichtiges Beispiel, das uns auch heute zeigt, dass der Gehorsam gegenüber Gott und seinem uns manchmal unbegreiflichen Willen die Garantie für das Glück innerhalb der Familie ist.

Der selige Johannes Paul II., dessen Heiligsprechung wir vorbereiten, erinnert daran, dass die Wahrheit über die Einrichtung der Ehe „den Willen des Einzelnen übersteigt, ebenso wie die spontanen Pläne der Paare, die Entscheidungen gesellschaftlicher Organisationen und Regierungen.“ (28. Februar 1980).

Diese Wahrheit muss bei Gott gesucht werden, denn Gott selbst hat die Ehe begründet (Gaudium et Spes 48). Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen, also dazu, mit Leib und Geist ein Mann „für“ eine Frau und eine Frau „für“ einen Mann zu sein, und das ist ein großes und unersetzliches Geschenk Gottes, und auch eine Verpflichtung im ehelichen Leben.

ER hat die Familie auf die lebenslange Ehe gegründet, vereint in unauflöslicher und ausschließlicher Liebe. Er hat entschieden, dass eine solche Familie die passende und angemessene Umgebung für die Entwicklung der Kinder ist, in der das Leben weitergegeben wird und die geistliche und materielle Entwicklung gesichert ist.

Diese christliche Sicht ist nicht etwa eine willkürlich auferlegte Norm, sondern sie ergibt sich aus dem Verständnis der menschlichen Natur, der Ehe und der Familie. Wenn sie verweigert wird, so führt das unvermeidlich zum Zusammenbruch der Familie und zum Scheitern der menschlichen Person.

„Es ist gefährlich, den Schöpfer zu ignorieren“

Wie die Geschichte der Menschheit zeigt, ist es immer gefährlich und es bedroht das künftige Glück der Menschheit und der Welt, den Schöpfer zu ignorieren.

Deshalb müssen uns die Versuche einer Neudefinition des Verständnisses von Ehe und Familie, wie sie augenblicklich insbesondere von den Parteigängern der Gender-Ideologie und gewissen Medien erzwungen werden, in höchstem Maße beunruhigen. P1000834

Wegen der sich verstärkenden Angriffe dieser Ideologie auf bestimmte Bereiche des familiären und gesellschaftlichen Lebens sehen wir uns gezwungen, einerseits ganz entschieden und unmißverständlich für die Verteidigung der christlichen Familie und der grundlegenden Werte, die sie schützen, einzutreten; und andererseits vor den Gefahren zu warnen, die sich aus der Propagierung dieser neuen Art des Familienlebens ergeben.

Die Gender-Ideologie ist das Ergebnis ideologischer und kultureller Veränderungen, die seit einigen Jahrzehnten tief im Marxismus und im Neomarxismus verwurzelt sind und von gewissen feministischen Bewegungen sowie der sexuellen Revolution gefördert werden.

Genderismus mißachtet die menschliche Natur

Der „Genderismus“ steht für Prinzipien, welche der Wirklichkeit und der Integrität der menschlichen Natur völlig entgegenstehen:

Das biologische Geschlecht soll keine soziale Bedeutung haben, und vor allem soll jeder Mensch sein biologisches Geschlecht völlig unabhängig von biologischen Zwängen frei formen und definieren können.

Laut dieser Ideologie kann der Mensch je nach eigenem Belieben definieren, ob er Mann oder Frau ist, und er kann auch seine sexuelle Ausrichtung frei wählen. Diese freie „Selbstdefinition“ ist nicht unbedingt eine „Einweg-Entscheidung“ und soll notwendigerweise dazu führen, dass die Gesellschaft die Schaffung eines neuen Familientypus akzeptiert, der sich z.B. auf Gemeinschaften homosexueller Art gründet.  

Die Gefahr der Gender-Ideologie kommt aus ihrem für Einzelpersonen wie auch für menschliche Beziehungen und also für das ganze gesellschaftliche Leben zutiefst zerstörerischen Charakter.

Ein Mensch mit ungewisser sexueller Identität ist nicht in der Lage, die Pflichten zu erkennen und erfüllen, die ihn im ehelichen, gesellschaftlichen und beruflichen Leben erwarten.

Schwächung von Ehe und Familie

Der Versuch, verschiedene Arten der Gemeinschaft auf die gleiche Stufe zu stellen, ist de facto sowohl eine Schwächung der Ehe als Vereinigung von Mann und Frau als auch der Familie, die auf der Ehe beruht.

Wir beobachten verschiedene Haltungen gegenüber den Aktionen der Verfechter der Gender-Ideologie. Die große Mehrheit weiß nicht, was diese Ideologie beinhaltet und spürt die Gefahr nicht. Eine kleine Anzahl von Personen  –  insbesondere Lehrer und Erzieher wie auch Katechisten und Priester  –  versuchen, selbst konstruktive Mittel zu finden, sich dieser Ideologie entgegenzustellen. DSC05476 - Kopie (2)

Und dann gibt es Personen, welche die Absurdität dieser Ideologie bemerken und meinen, dass die Polen von selbst solch utopische Konzeptionen zuurückweisen, die man ihnen vorstellt.

Jedoch: ohne dass jedoch die Gesellschaft darüber informiert wird und ohne die Zustimmung der Polen wird die Gender-Ideologie seit Monaten in verschiedene Strukturen des gesellschaftlichen Lebens eingebracht: in Erziehung, Gesundheit, Einrichtungen kulturellen Charakters und NGOs (Nichtregierungsorganisationen).

In bestimmten Medien wird diese Ideologie positiv dargestellt: wie ein Kampf gegen die Gewalt oder eine Suche nach Gleichheit.

Die Kirche betrachtet den Menschen und sein Geschlecht als Einheit, sie bezieht die körperliche und biologische Dimension ebenso ein wie seine seelische, kulturelle, geistliche Dimension.

Es ist nicht unangemessen, den Einfluss der Kultur auf das Geschlecht zu erforschen. Hingegen ist die ideologische Aussage gefährlich, das biologische Geschlecht habe keine wirkliche Bedeutung für das gesellschaftliche Leben.

Einebnung der Unterschiede ist verhängnisvoll

Die Kirche erklärt sich unmißverständlich gegen jegliche geschlechtliche Diskriminierung, aber sie betont gleichermaßen die Gefahr der Einebnung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Die Ursache der Diskriminierungen ist nicht etwa die Existenz zweier Geschlechter, sondern das Fehlen eines spirituellen Bezugs, der menschliche Egoismus und der Hochmut, gegen die beständig angekämpft werden muss.

In keiner Weise ist die Kirche damit einverstanden, dass Menschen mit homosexueller Veranlagung gedemütigt werden, aber sie unterstreicht sehr eindringlich, dass praktizierte Homosexualität zutiefst ungeordnet ist und dass die Ehe, welche eben die Vereinigung eines Mannes und einer Frau ist, mit einer homosexuellen Gemeinschaft gesellschaftlich nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden kann.

Mutig zur Wahrheit über Ehe und Familie stehen

An diesem Fest der Heiligen Familie appellieren wir inständig an die christlichen Familien, an die Vertreter religiöser Bewegungen, an die Vereinigungen, die an die Kirche angeschlossen sind, und an alle Menschen guten Willens, mutig zu handeln und die Wahrheit über Ehe und Familie zu verbreiten. Mehr als je zuvor ist heute die Ausbildung der erzieherischen Milieus notwendig.

Wir appellieren auch an die Einrichtungen, die in Polen für die Erziehung verantwortlich sind, dass sie dem Druck jener Kreise, die zwar klein, aber ungemein lautstark sind, nicht nachgeben. Diese Kreise verfügen über beträchtliche Geldmittel und führen im Namen einer modernen Erziehung Experimente an unseren Kindern und Jugendlichen durch.

Wir appellieren an alle, die erziehen, eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen zu fördern.

Wir bitten alle Gläubigen, inständig für die Eheleute zu beten, für die Familien und für die Kinder, die sie großziehen. Bitten wir den Heiligen Geist, uns ohne Unterlass das Licht des Verstehens und der Erkenntnis dessen zu schenken, was nicht nur eine Bedrohung für die Familie, sondern auch für unser Vaterland und für die ganze Menschheit darstellt.

Beten wir auch darum, Menschen des Glaubens und mutige Verfechter der Wahrheit zu sein.

Möge die Heilige Familie von Nazareth, in deren Schoß der Sohn Gottes, Jesus Christus, erzogen wurde, uns in dieser Angelegenheit ein Beispiel und eine geistliche Hilfe sein.

In diesem Sinne spenden wir allen unseren Hirtensegen.

Die Bischöfe der katholischen Kirche in Polen.

Die Übersetzung erfolgte durch das katholisch-traditionsorientierte Civitas-Institut: http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2229:hirtenwort-der-bischoefe-ueber-die-gender-ideologie&catid=1:neuestes&Itemid=33


Frankreich: Vor 70 Jahren protestierte Erzbischof Saliège gegen Judendeportationen

Toulouse würdigt den tapferen Hirtenbrief der Kirche

Die frz. Stadt Toulouse erinnert mit mehreren Gedenkveranstaltungen an den Hirtenbrief, den Erzbischof Jules-Géraud Saliège vor  70 Jahren, am 23. August 1942, an alle Pfarreien seiner Erzdiözese schickte.

Darin protestierte der Oberhirte öffentlich gegen die Deportation der Juden im NS-besetzten Frankreich.

Auch heute habe dieser Hirtenbrief  „nichts von seiner Aktualität eingebüßt“, heißt es in einer Mitteilung der Erzdiözese Toulouse. Dies erkenne man auch an der Tatsache, daß verschiedene Organisationen, die Präfektur und die Stadtverwaltung von Toulouse Gedenkveranstaltungen organisiert hätten.

„Der Hirtenbrief von Erzbischof Saliège war seinerzeit ein so einschneidendes Dokument, daß die Erinnerung daran auch heute noch sehr lebendig bleibt“, erklärte der heutige Erzbischof von Toulouse, Robert Le Gall, in einem Rundschreiben an die Gläubigen seiner Diözese.

Die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem würdigte den mutigen Kirchenmann schon vor Jahrzehnten als „Gerechter unter den Völkern“.

Quelle: www.zenit.org

WEITERE INFOS  zudem auf VATICANISTA: http://www.vaticanista.info/2012/08/24/toulouse-gedenken-an-mutigen-protest-gegen-deportation-der-juden/