Kritik eines junges Priesters am Hirtenwort der Deutschen Bischöfe zur Bundestagswahl

Von Kaplan René Pfeiffer aus Berlin

Hochwürdiger Herr Generalvikar,

herzliche Grüße aus meinen derzeitigem Kurzurlaub. Das Schreiben Ihres Sekretariates habe ich erhalten und bin ganz froh, daß ich aus erwähnten Abwesenheitsgründen dieses Schreiben nicht verlesen muß, denn damit hätte ich einige Probleme. Auch wenn Sie eigentlich nicht der richtige Adressat sind, erlauben Sie mir bitte, meine Bedenken zu äußern. foto 31.5.2010a - Kopie
 
Der Name / Begriff „Gott“ taucht im Schreiben der Deutschen Bischöfe das erste Mal auf Seite 3 auf („Gabe Gottes“) – in unserem Grundgesetz im ersten Satz: „In Verantwortung vor Gott und …“  –  Ist schon seltsam, oder???
 
In weiten Teilen könnte der inhaltliche Teil dieses  Briefes auch aus dem Wahlprogramm der SPD, ja sogar der Grünen abgeschrieben sein – ich verzichte auf konkrete Zitate – die fallen dem kritischen Leser schon beim ersten Lesen auf.
 
In keinem einzigen Satz weisen die Bischöfe darauf hin, daß wir als Katholiken den 10 Geboten und der Lehre der Kirche verpflichtet sind und daß auch Parteien, die das „C“ in ihrem Namen führen, sich daran messen lassen müssen, wie sie die Gebote des christlichen Gottes in ihrem Parteiprogramm umsetzen und daß dies für gläubige Christen auch ein Wahlkriterium darstellen müßte.
 
Dieser Brief der deutschen Bischöfe ist für gläubige Katholiken keine wirkliche Orientierungshilfe und es wäre fast besser, wenn er nicht geschrieben worden wäre.
 
Abgesehen von den natürlich sehr wichtigen Punkten des Lebensschutzes und der Homoehe vermisse ich einen konkreten Gottesbezug und den Hinweis, daß wir als Katholiken verplichtet sind, umsere Wahlentscheidung auch danach auszurichten, wie die Parteien Gottes Geboten entsprechen.
 
Wenn nicht mehr daran erinnert wird, können wir uns unser Tauf- und Firmversprechen sparen, denn dann ist dies eh nur noch ein Farce, eine Witzveranstaltung, da wir zwar zu besagten Anlässen etwas versprechen müssen, aber an die Umsetzung zu einem so konkreten Anlaß wie einer Wahl nicht mehr erinnert wird…
 
Im Gebet verbunden
Kaplan René Pfeiffer

Evangelischer SELK-Bischof reagiert mit Hirtenwort auf EKD-Desorientierungspapier

Mit einem kritischen Hirtenwort hat der Bischof der SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche), Hans-Jörg Voigt, auf die EKD-„Orientierungshilfe“ zum neuen Familieverständnis reagiert. Die theologisch konservative SELK umfaßt 175 Gemeinden mit rund 34.000 Mitgliedern.

In dem Familienpapier rückte das EKD-Leitungsgremium von der Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein „erweitertes“ Familienbild, das z.B. auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt. 120505518_B_July und Mike mit Rahmen

Wie SELK-Bischof Voigt schreibt, hat Verunsicherung nun auch „den inneren Bereich der Kirchen erreicht“. Mit dem Hirtenwort wolle er für den Fragenbereich von Ehe und Familie an die Grundlage der Heiligen Schrift und das Bekenntnis der Kirche erinnern.

Christen müssen heute eine „Gegenkultur“ leben

Er ermutigt besonders junge Menschen, „sich auf eine Eheschließung und auf die Gründung einer Familie mit Kindern einzulassen“. Es brauche heute Christen, die eine Zustimmung aus der Gesellschaft zu biblisch ausgerichteten Lebensentwürfen nicht mehr erwarteten und daher versuchten, sehr bewusst eine kirchliche „Gegenkultur“ zu leben, schreibt er.

Die biblischen Mahnungen, sich von „Unzucht“ fernzuhalten, machten deutlich, dass die frühchristlichen Gemeinden sich als Gegenkultur zum hellenistischen Heidentum verstanden. Voigt ermutigt auch zu einem Leben mit Kindern: „Jedes Kinderlachen und jede Kinderträne, die nach Trost fragt, ist ein Gegenentwurf zu einer Welt, in der Gewinnstreben und Materialismus weithin beherrschend sind.“ 

Kirche kann homosexuelle Paare nicht segnen

Auch zu Polygamie (Vielehe) und Homosexualität äußert sich der evangelische Oberhirte der SELK: „Jesus, mit ihm das Neue Testament und in seinem Gefolge die weltweite Christenheit vertritt die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau mit der grundsätzlichen Möglichkeit der Zeugung von Kindern als den von Gott gewollten Lebensentwurf; daneben steht die Ehelosigkeit als die andere rechtmäßige Option.“

Homosexualität werde von der Heiligen Schrift in großer Klarheit als Sünde bezeichnet: „Deshalb kann die Kirche keine gleichgeschlechtlichen Paare segnen.“  –  Dass sie homosexuell empfindenden Menschen respekt- und liebevoll begegne und zudem gegen ihre Diskriminierung auftrete, sei „Frucht und Folge gewinnender Liebe Christi, die allen Menschen gilt“.

Quelle: http://www.idea.de


Dokumentation: HIRTENWORT von Dr. Vitus Huonder – Bischof von Chur – zur heiligen Eucharistie, dem „Zeichen der Einheit“

DIE HEILIGE EUCHARISTIE                                                                                                        
Zeichen der Einheit
Wort zum Beginn des Konzilsjubiläums 2012 – 2015
sowie zum Jahr des Glaubens 2012 – 2013
von

Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur

11. November 2012

Wort zur Liturgie 

Am 11. Oktober 2012 wurde in Bern das 50-Jahr-Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils mit einer gemeinsamen Feier für alle Diözesen unseres Landes eröffnet. Die weiteren Feiern und Veranstaltungen sollen alsdann in den einzelnen Diözesen erfolgen.

Am 11. November 2012 findet eine diözesane Feier in der Kathedrale Chur statt. Mit dieser Feier wird zugleich in unserem Bistum das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des
Glaubens“ eröffnet. Weitere Veranstaltungen zu beiden Ereignissen sind bistumsweit geplant.  

Das erste der drei Jubiläumsjahre des Zweiten Vatikanischen Konzils (2012  –  2015) steht unter dem Thema „Den Glauben feiern“ und stellt die Konstitution über die Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ in den Mittelpunkt.

Das vorliegende Wort des Bischofs ist darauf abgestimmt und ab dem 11. November 2012 für die Veröffentlichung in den Medien freigegeben.

Das Schreiben richtet sich einerseits an die Priester, die Diakone sowie die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es soll im Verlauf des ersten Jahres des Konzilsjubiläums als Grundlage für die Verkündigung und Katechese im Bereich der Liturgie dienen.

Das Schreiben richtet sich aber auch an alle Gläubigen des Bistums und soll ihnen von den Seelsorgenden in geeigneter Weise zugänglich gemacht werden.

Das HIRTENWORT des BISCHOFS:

Liebe Mitbrüder im bischöflichen, priesterlichen und diakonalen Dienst
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn

Am vergangenen 11. Oktober 2012 haben wir das 50-Jahr-Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 – 1965) begonnen. Zugleich hat Papst Benedikt XVI. ein „Jahr des Glaubens“ ausgerufen, das bis zum Christkönigssonntag, dem 24. November 2013, dauern wird.

Ich möchte diese beiden wichtigen Ereignisse im Leben der Kirche zum Anlass nehmen, um auf einige wesentliche Punkte unseres Glaubens zu sprechen zu kommen.

Da gemäss den Vorgaben der Schweizer Bischofskonferenz im ersten Jahr des Konzilsjubiläums die Liturgie, der Gottesdienst der Kirche also, im Mittelpunkt stehen soll, möchte ich in diesem Bischofswort darauf besonders eingehen.

Dies lässt sich gut verbinden mit der Thematik des Glaubensjahrs. Denn die Kirche hat gemäss dem Grundsatz „lex orandi – lex credendi“ immer gewusst, dass die Art und Weise, wie wir beten, wie wir Gottesdienst feiern, Ausdruck unseres Glaubens ist, diesen aber zugleich auch leitet, vertieft und formt.
 
Viele Aspekte unseres Glaubens und wie wir ihn feiern, könnten Gegenstand dieses Schreibens sein. Ich habe einige Elemente ausgewählt, die mir aufgrund meiner täglichen Erfahrung als besonders vordringlich und wesentlich erscheinen. Und ich möchte dazu auch einige Hinweise geben sowie auf bestimmte Grundsätze der Kirche hinweisen.

Das Zweite Vatikanische Konzil heute

Vielen ist das Zweite Vatikanische Konzil kaum noch ein Begriff. Andere wissen darum nur vom Hörensagen. Wieder andere glauben, seine Lehren zu kennen, haben aber die authentischen Texte nie genau gelesen.

Für die jüngere Generation ist dieses Konzil bereits weit weg. Doch wer die Zeit der Sechzigerjahre erlebt hat, weiss, wie einschneidend das Konzil für das Leben der gesamten Kirche war. Es wirkt heute noch mittelbar oder unmittelbar nach.

Öfter beruft man sich in verschiedensten Kreisen und mit zum Teil gegensätzlichen Interpretationen auf die Lehren und Aussagen des Konzils. Eine klare Einordnung des Zweiten Vatikanums in die gesamte Geschichte und Lehre der Kirche tut not, ebenso eine sachkundige Darlegung der sechzehn Dokumente dieser bisher grössten Bischofsversammlung aller Zeiten.
 
Die Erneuerung der Liturgie

Das erste vom Konzil verabschiedete Dokument mit dem Titel Sacrosanctum Conciliumwar der Erneuerung der Liturgie gewidmet. Die Liturgie lag dem Konzil ganz besonders am Herzen.

Denn, so betont die Konstitution, die Liturgie sei Höhepunkt und Quelle des Lebens der Kirche, und sie bewirke die Einheit der Gläubigen. 

Bild: Evita Gründler

Ganz besonders gilt dieser Hinweis für das höchste der Sakramente, für die Eucharistiefeier oder Heilige Messe.

In diesem Sinn umschreibt das Konzil das eucharistische Opfer als „das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird“.

Auch in anderen Dokumenten spricht das Konzil die Bedeutung der Eucharistiefeier für die Einheit der Kirche an, so in der dogmatischen Konstitution Lumen gentium über die Kirche:

„Sooft das Kreuzesopfer, in dem Christus, unser Osterlamm, dahingegeben wurde (1 Kor 5,7), auf dem Altar gefeiert wird, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung. Zugleich wird durch das Sakrament des eucharistischen Brotes die Einheit der Gläubigen, die einen Leib in Christus bilden, dargestellt und verwirklicht (1 Kor 10,17)“ 

Das Zweite Vatikanum umsetzen

Damit die Heilige Eucharistie diesen, die Einheit der Kirche bildenden Charakter nicht verliert oder diese ihre Wirksamkeit wiederum erhält, gilt es, die Ordnung der Liturgie allgemein und der Heiligen Messe insbesondere zu beachten.

Das muss heute einer unserer wichtigsten Beiträge zur Verwirklichung jener Anliegen des Konzils sein, welche noch der Umsetzung bedürfen oder nach einer Korrektur an der nachfolgenden Entwicklung verlangen.

Dazu veranlasst uns das Konzil selber, da es in Sacrosanctum Concilium sagt: „Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu (…). Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern“  

Weiter unterstreicht das Dokument:
„Bei den liturgischen Feiern soll jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das und all das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gemäss den liturgischen Regeln zukommt“

Die aktuelle Situation

Schon im Jahre 2004 hat die Instruktion Redemptionis Sacramentum der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung auf die Weisungen des Konzils zurückgegriffen. Sie ist eine Handreichung und Hilfe, um das „grosse Mysterium … in der Feier der heiligen Liturgie gebührend“ zu schützen.

Denn, so die Instruktion, man kann „nicht verschweigen, dass es Missbräuche, auch sehr schwerwiegender Art, gegen das Wesen der Liturgie und der Sakramente sowie gegen die Tradition und die Autorität der Kirche gibt, die den liturgischen Feiern heute in dem einen oder anderen kirchlichen Umfeld nicht selten schaden. An einigen Orten sind missbräuchliche Praktiken in der Liturgie zur Gewohnheit geworden.“

Die Weisungen, welche in nichts an Aktualität eingebüsst haben, helfen uns, Missbräuche zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.

Vor allem gilt es, um das allerheiligste Sakrament jenen schützenden Raum zu errichten, in welchen es Jesus bereits bei dessen Einsetzung hinein gestellt hatte, als er die heilige Eucharistie dem engsten Kreise der Apostel anvertraute.  

Bild: Evita Gründler

Die Instruktion, auf dem Hintergrund von Sacrosanctum Concilium gelesen, hilft uns, die Einheit in der Diözese und in der gesamten Kirche zu wahren, zu fördern, ja, wo notwendig, wiederherzustellen.

Denn sie weist zu Recht darauf hin, dass Willkür in der Liturgie spaltet und Unfrieden stiftet. Sie sagt von Handlungsweisen, die subjektive Meinungen und persönliche Vorlieben über die von der Kirche vorgegebene Ordnung der Liturgie stellen:

„Sie tragen Elemente der Verunstaltung und Zwietracht in die Feier der Eucharistie hinein, die in hervorragender Weise und aufgrund ihres Wesens darauf ausgerichtet ist, die Gemeinschaft mit dem göttlichen Leben und die Einheit des Gottesvolkes zu bezeichnen und wunderbar zu bewirken. Folgen solcher willkürlicher Handlungen sind Unsicherheit in der Lehre, Zweifel und Ärgernis im Volk Gottes und fast unvermeidlich heftige Gegenreaktionen„.

Deshalb billigt das Schreiben jedem Katholiken das Recht zu, den Diözesanbischof oder den Apostolischen Stuhl auf liturgische Missbräuche aufmerksam zu machen.

Beschwerden von Gläubigen

In den vergangenen Jahren haben Gläubige immer wieder von ihrem Recht Gebrauch gemacht, auf liturgische Missbräuche hinzuweisen.

Wir dürfen diese Beschwerden nicht überhören oder bei Seite schieben. Betreffen sie doch einen wesentlichen Punkt unseres katholischen Glaubens. Es ist allzu einfach, solche Klagen, wie es oft geschieht, als Denunziation abzutun.

Denn wenn die liturgische Ordnung der Kirche missachtet wird, wird „das den Christgläubigen zustehende Recht auf eine liturgische Handlung, die Ausdruck des Lebens der Kirche gemäss ihrer Tradition und Disziplin ist“ verletzt.

Darunter leidet die Kirche als solche und ihre Glaubwürdigkeit, darunter leidet vor allem die Einheit der Kirche.

Um auch den Beschuldigten gerecht zu werden, lade ich jeweils die Gläubigen, welche von Missbräuchen betroffen sind, ein, mit der betroffenen Person zuerst zu sprechen und sich erst dann an den Bischof oder an die römischen Behörden zu wenden, wenn sie abgewiesen und ungerecht behandelt werden.

Ich kann aber niemandem das Recht verwehren, sich an den Bischof oder den Apostolischen Stuhl zu wenden. Im Oktober 2011 erhielt ich selbst ein Schreiben der Kongregation für den Klerus mit der Bitte um Klärung zahlreicher Unregelmässigkeiten in Teilen des Bistums, welche vor allem die Feier der Heiligen Messe betreffen.

Im Sinne der Anwendung der Weisungen des Konzils, aber auch der Anmerkungen des Apostolischen Stuhles, möchte ich zwei Bereiche ins Auge fassen, welche unsere Aufmerksamkeit beanspruchen und eine Überprüfung, ja eine Korrektur erfordern.

Einerseits geht es um den Priester und seine Verantwortung für die heilige Eucharistie, anderseits um jeden Gläubigen und die rechte Teilnahme an der Eucharistiefeier, insbesondere um den würdigen Empfang der heiligen Kommunion.

Verantwortung der Priester

Da die Priester Hirten und Leiter des Volkes Gottes sind und mit dem Bischof die besondere Verantwortung für die Liturgie und die Seelsorge im allgemeinen tragen, sind sie in diesem Augenblick besonders gefordert. In diesem Sinn bitte ich sie, die folgenden Hinweise zu beachten.

Bild: Evita Gründler

Allgemeine Hinweise

1. Die Liturgien sind gemäss der Vorschrift der Kirche und der Vorgabe der liturgischen Bücher zu halten. Davon ist auch die Frage der Homilie betroffen. Sie steht auf Grund der Weihe nur den Bischöfen, Priestern und Diakonen zu.

2. Es gibt in unserem Land nicht wenige Gläubige, die Mühe mit unserer Muttersprache haben. Die liturgischen Bücher liegen in der Schriftsprache vor und sind als solche zu berücksichtigen und zu gebrauchen. Dialektfassungen der liturgischen Texte sind deshalb nicht erlaubt. Mit Rücksicht auf die erwähnten Gläubigen sollen auch die Predigt und die Einführungen im allgemeinen in der Schriftsprache, nicht im Dialekt, erfolgen. Predigten für Kinder und Jugendliche sind davon ausgenommen.

3. Die Verkündigung darf nicht für „kirchenpolitische“ Fragen missbraucht werden. Die Gläubigen sollen beim Verkündigungsdienst nicht durch Äusserungen gegen die Lehre der Kirche und die Hierarchie verwirrt, verunsichert oder verärgert werden. Sie haben ein Anrecht auf die korrekte Verkündigung und Darlegung des katholischen Glaubens.

4. Der liturgische Raum ist ein geweihter Raum und für den Gottesdienst bestimmt. Es ist jede Profanierung zu vermeiden. Nichtliturgische Veranstaltungen oder Anlässe mit einem ausgesprochen katechetischen Charakter sollen in Räumlichkeiten des Pfarreizentrums durchgeführt werden. Für geistliche Konzerte liegen eigene Weisungen vor.

5. Ankündigungen von Feiern in den Pfarrblättern werden so  erfolgen, dass der Leser über den Charakter der Feier genügend informiert ist. Vor allem soll klar ersichtlich sein, ob es sich bei einer Liturgie um eine Heilige Messe oder um eine andere Gottesdienstfeier handelt. Jede Unklarheit soll vermieden werden.

Hinweise zur Eucharistie

6. Im Mittelpunkt der Seelsorge steht die Sonntagseucharistie der Pfarrei. Sie darf durch keine andere Feier ersetzt werden. Vor allem muss der Sonntagmorgen der Heiligen Messe reserviert bleiben.

Es soll den Gläubigen auch die Lehre der Kirche klar vorgelegt werden, wonach Wortgottesdienste, in welcher Form auch immer, der Heiligen Messe nicht gleichgestellt werden dürfen. Der Besuch eines Wortgottesdienstes kann die Teilnahme an einer Heiligen Messe, sofern dies für den einzelnen Gläubigen möglich ist, nicht ersetzen.

7. Wortgottesdienste am Sonntag an Stelle einer Heiligen Messe entsprechen einer Notlage, die als solche ausgewiesen und vom Bischof anerkannt sein muss. Sie sind kein legitimes Mittel, um das Mitwirken der Laien in der Liturgie zu fördern. Die Anzahl der Priester in unserem Bistum ist ausreichend, um – bei sorgsamer Planung – in jeder Pfarrei oder Region am Sonntag oder am Vorabend eine Eucharistiefeier vorzusehen.

8. Der Priester weiss sich verpflichtet, jeden Sonntag die Heilige Messe ordentlicherweise mit den Gläubigen und für sie zu feiern. Die so genannten freien Sonntage für Priester entsprechen nicht der priesterlichen Spiritualität. Den Priestern darf von Kirchgemeinden oder anderen staatskirchenrechtlichen Organisationen nicht verwehrt werden, an so genannten freien Sonntagen die Eucharistie mit und in der Pfarrei zu feiern. Diesbezügliche vertragliche Klauseln sind illegitim.

9. Ordentliche Spender der heiligen Kommunion sind der Bischof, der Priester und der Diakon. So sehr sich auch Laien aufgrund allgemeiner kirchlicher Regelung als ausserordentliche Spender dafür in dankenswerter Weise engagieren, darf dieser Grundsatz nicht übersehen werden. Kommunionhelfer werden sich diesem Grundsatz entsprechend verhalten.

10. Die Kelchkommunion soll mit Zurückhaltung gewährt werden und nur dann, wenn die Gläubigen darauf sorgfältig vorbereitet sind.   Gemäss der Instruktion Redemptionis Sacramentum ist, wenn die Kommunion unter beiden Gestalten ausgeteilt wird, das Eintauchen der Hostie durch den Empfänger der Kommunion nicht erlaubt.

Hinweise zur Eucharistie- und Beichtkatechese  

Bild: Evita Gründler

11. Der Eucharistiekatechese und dem Erstkommunionunterricht werden die Priester grösste Aufmerksamkeit schenken. Ihre erste Sorge muss es sein, dass die Vermittlung der Lehre über die Realpräsenz des Herrn im allerheiligsten Sakrament korrekt geschieht und die Einführung in den würdigen Empfang der heiligen Kommunion mit Sorgfalt erfolgt.
 
12. Die Erstbeichte geht der Erstkommunion voraus. Sie gehört zur Vorbereitung auf die Erstkommunion. Es soll schon in die Erstkommunionvorbereitung einfliessen, dass die Beichte vor dem Empfang jeder heiligen Kommunion notwendig ist, wenn man durch eine schwere Verfehlung den Stand der Gnade verloren hat.

13. Bezüglich des Bussakraments muss die Lehre der Kirche vermittelt werden, dass es immer der Priester ist, welcher das persönliche Bekenntnis des Pönitenten entgegennimmt und welcher die Absolution erteilt. Eine „Beichte“ vor Laien und ohne priesterliche Absolution ist kein Sakrament. Sogenannte Versöhnungswege sind nur dann korrekt, wenn sie zur sakramentalen Beichte führen.

14. Die Spendung der Krankenkommunion ist ordentlicherweise Aufgabe des Priesters. In dankenswerter Weise üben diesen Dienst im Auftrag des Priesters auch Diakone und Kommunionhelferinnen sowie Kommunionhelfer aus.

Dennoch ist auch die Präsenz des Priesters gefordert und nicht zuletzt deshalb von grosser Bedeutung, weil sich gerade bei Kranken und Sterbenden die Frage des Bussakraments besonders eindringlich stellt.

Respektvolle Haltung der Gläubigen

Die heilige Eucharistie ist das hervorragende Geheimnis unseres Glaubens, denn in ihr erneuert Christus das Kreuzesopfer und wird unter uns selber sakramental als Gott und Mensch gegenwärtig.

Durch den Empfang dieses Sakramentes nehmen wir den Herrn in unser Herz auf und werden mit göttlichem Leben erfüllt. Der Empfang der heiligen Eucharistie nimmt daher die innige ewige Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott bereits vorweg, wohl noch im Geheimnis, in unsichtbarer, unseren Sinnen und unserer Wahrnehmung verborgener Weise, aber wahrhaft, wirklich und wesentlich.

Aufgrund ihrer Heiligkeit bedarf die Eucharistie des besonderen Schutzes durch die Kirche und ihre Diener, und die Gläubigen müssen zur Ehrfurcht und zur Anbetung geführt werden. In diesem Sinn möchte ich in der Verantwortung, welche vor allem dem Bischof übertragen ist, einige Hinweise geben zur Haltung der Gläubigen der heiligen Eucharistie gegenüber.

QUELLE und FORTSETZUNG des Hirtenwortes siehe hier: http://www.bistum-chur.ch/Wort%20des%20Bischofs%20zur%20Liturgie.pdf


Medienkritik von Erzbischof Müller: „Das Heulen der Wölfe schreckt mich nicht“

Der Regensburger Oberhirte verteidigte Kirche und  Priesterschaft auf dem Höhepunkt der Medienhysterie 

Bischof Gerhard Ludwig Müller gehörte im Jahre 2010 zu den ganz wenigen Bischöfen in Deutschland, die sich schützend vor ihre Geistlichen stellten, nachdem diese in einer oftmals hysterischen Medienschlammschlacht monatelang suggestiv als potentielle Mißbrauchstäter verunglimpft wurden.

In jener aufgeheizten Stimmung sprach der Regensburger Oberhirte ein klares „Machtwort“, an das wir jetzt  – angesichts seiner Ernennung zum Chef der Glaubenskongregation  –  gerne erinnern wollen.

1.

Unser Christoferuswerk hat die deutlichen Worte von Bischof Müller gegen die antikirchliche Jagdmeute damals vor zwei Jahren in einer Pressemeldung unterstützt:

http://www.news4press.com/Meldung_520741.html

Dabei kritisierten wir auch die Tatsache, daß der als liberal geltende Kurienkardinal Walter Kasper dem Regensburger Bischof Müller damals öffentlich in den Rücken fiel.

2.  

Doch davon ließ sich der Regensburger Oberhirte nicht beirren; er wandte sich weiter gegen antikatholische Kampagnen, die es sowohl in Medien wie auch in linkskirchlichen Kreisen gab; hierbei bemängelte Bischof Müller auch das Verhalten des Münchner Kardinals Reinhard Marx in der Causa Ettal.

Näheres dazu kann im klassisch-liberalen Portal  FREIE WELT nachgelesen werden:

http://www.freiewelt.net/nachricht-5030/bischof-m%FCller-kritisiert-erzbischof-marx.html

3.

Am Passionssonntag des Jahres 2010 nahm Bischof Müller in einem amtlichen „Hirtenwort“ eigens Stellung zur Mißbrauchsdebatte und kritisierte erneut das unfaire Verhalten vieler Medien.

Niemand von den deutschen Bischöfen hat sich hier auch nur annährend so eindeutig geäußert wie der Regensburger Oberhirte.

In seinem Hirtenwort heißt es einleitend:

„Wir alle sind erschüttert über Berichte von sexuellem Missbrauch, der sich in den letzten 60 Jahren in katholischen Einrichtungen für Jugendliche ereignet hat. Dabei handelt es sich v.a. um Fälle, die zu ihrer Zeit bereits strafrechtlich und kirchenrechtlich geahndet worden sind. Seit den letzten beiden Monaten kommen nun auch Vorfälle zur Anzeige, die bislang unbekannt waren und daher erst jetzt aufgeklärt werden können. Zu Unrecht wird von interessierter Seite der Vorwurf erhoben, die Verantwortlichen für die Personalführung hätten ohne Rücksicht auf die Opfer systematisch diese Vergehen vertuscht.

Dieser Desinformation, die mit bekannten Vorurteilen gegen die katholische Kirche agiert, trete ich als Bischof mit aller Entschiedenheit entgegen. Es ist meine Pflicht, den vielen katholischen Christen, die ihrer Kirche treu verbunden sind, Mut zu machen.

In der Stunde der Bedrängnis sorgt sich jeder Hirte um die Schafe. Das Heulen der Wölfe schreckt mich nicht.“

4. 

Siehe hierzu außerdem die Stellungnahme des Priesterrats von Regensburg, der sich ausdrücklich  für die solidarische Haltung seines Oberhirten bedankte:

https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/02/priesterrat-in-regensburg-der-erzbischof-hat-uns-priester-vor-negativen-pauschalurteilen-stets-in-schutz-genommen/