CDU-Politikerin Lieberknecht und Fürstin Gloria kritisieren das Versagen der Kirchen

Thüringens frühere Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat den Kirchen vorgeworfen, in der Corona-Krise ihre Pflicht gegenüber den Gläubigen vernachlässigt zu haben. Sie hätten hunderttausende Menschen alleingelassen, darunter Alte, Kranke und Sterbende.

„Wo war da das Wort der Kirchen?“, kritisierte die CDU-Politikerin (siehe Foto) in der Welt: „Die Kirche meldet sich bei gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen immer zu Wort. Aber in der Corona-Krise war dazu nur Schweigen.“

Für Lieberknecht wäre das seelsorgerische Gespräch unter Berücksichtigung des Mindestabstands durchaus denkbar gewesen. Auch habe wegen der Corona-Bestimmungen keine Aussegnung am Sterbebett stattfinden können. Menschen die Begleitung in den Tod zu verwehren, sei „unmenschlich“ gewesen, betonte sie.

Auch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hatte vergangene Woche die Gottesdienstausfälle während des Corona-Lockdowns kritisiert. Die Kirchen hätten in Kauf genommen, den Eindruck zu erwecken, eine heilige Messe sei verzichtbar. Dabei könne besonders in Krisenzeiten Sinn im Glauben gefunden werden.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/corona-krise-ex-ministerpraesidentin-lieberknecht-macht-kirchen-vorwuerfe/

 


Coronakrise: Wollen wir eingesperrt werden – und die Kirche gleich mit dazu?

Von Felix Honekamp

Eigentlich muss man der Dame ja dankbar sein: Unsere Kanzlerin spricht von „Öffnungsdiskussionsorgien“ und macht dadurch – nach „alternativlos“, „nicht hilfreich“ und „nicht mehr mein Land“  – erneut deutlich, was sie als ehemalige FDJ-Sekretärin vom demokratischen Austausch von Meinungen hält.
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Beunruhigend ist daran aber vor allem, dass man vermuten muss, dass sie mindestens eine absolute Mehrheit der Bundesbürger hinter sich hat, die offenbar der Meinung sind, der Staat solle für sie entscheiden, welches Risiko sie eingehen dürfen und was verboten gehört.

Inwieweit notwendige Massnahmen?

Warum sind solche Verbote für diese Menschen notwendig? Würden sie unweigerlich vor jeden LKW laufen, wenn das Überqueren der Straße bei „rot“ nicht verboten wäre? Würden sie ihre Kinder und ihre gebrechlichen Eltern dabei gleich mit ziehen?

Also reichen für solche Menschen keine gesundheitlichen Bulletins, auch keine Virologen, die Gefahrensituationen beschreiben und Maßnahmen zu deren Vermeidung vorschlage. Ein Großteil der Menschen ist ohne Verbote und Zwangsmaßnahmen offensichtlich nicht lebensfähig … und da verunsichern natürlich Diskussionen über Sinn und Unsinn einzelner solcher Maßnahmen nur.

Nun hat aber der „Lockdown“, das weitgehende zum Erliegenbringen des öffentlichen Lebens, auch noch mindestens zwei unangenehme Nebenwirkungen, nicht nur, dass manchem der dauernde Aufenthalt zu Hause auf die Nerven gehen kann.

Es ist erstens der Verlust der sozialen Kontakte, den man mit Videokonferenzen nur bedingt ausgleichen kann. Natürlich kann man telefonieren oder Skype, Zoom, Webex etc. zum Einsatz bringen. Aber die Nähe eines Menschen, mit dem ich mich in einer Kneipe oder einem Café treffe, um über Gott und die Welt zu schnacken, ist nicht durch Emojis zu ersetzen.

Wir Menschen als soziale Wesen

Menschen sind soziale Wesen; eine Gesellschaft funktioniert nur so lange gut, wie soziale Kontakte gewährleistet sind. Autoritäre Systeme kennen das und nutzen den Effekt: Seit jeher gehört es zum sozialistischen Gedankengut, allzu enge Bindungen aufzulösen und als altbacken, fortschrittshemmend oder – natürlich – konservativ und im Zweifel rechts zu denunzieren.

Wenn wir also heute eine politische Landschaft vorfinden, deren Protagonisten sich in erster Linie als „links“ definieren, dann ist Gefahr im Verzug: Die politische Nomenklatura hat längst für sich entdeckt, dass Angst ein wunderbares Vehikel ist, um den Menschen alle möglichen sozialen Einschränkungen zu „verkaufen“.

Zweitens gehört zu den windfall-profits einer Politik, die die Gesellschaft nach ihren eigenen Vorstellungen umbauen möchte, die Schwächung des christlichen Glaubens.

Ob man nun Gottesdienste explizit verbietet oder sich diese nur aus anderen Freiheitseinschränkungen ergeben, ist dabei unerheblich. Die Kirchen sind weitgehend leer, abgesehen von Online-Angeboten mit durchaus unterschiedlicher und teilweise durchwachsender Qualität, liegt das geistliche Leben weitgehend brach.

Wer den Gang in die Messe immer schon als eher störend empfunden hat und nur „in die Kirche gegangen“ ist, weil man das so tut, für den ist die jetzige Situation eine Entlastung. Diejenigen aber, die eine Messe besuchen wollen, die eine auf YouTube verfolgte Messe nicht für einen adäquaten Ersatz für die Beteiligung an einer Eucharistiefeier halten, leiden in diesen Tagen  – und nicht nur zu Ostern.

Und sie leiden noch mehr, weil es die deutschen Kirchenführer nicht für nötig halten, sich dagegen angemessen aufzulehnen.

Wie eine kritische Haltung aussehen könnte

Wenn man es wirklich ernst meinte mit dem Protest gegen religionsfreiheitseinschränkende Maßnahmen wäre der zivile Ungehorsam schnell hergestellt: Der Dispens, die Pflicht zur Teilnahme an der Heiligen Messe auszusetzen, kann bestehen bleiben, darüber hinaus gestaltet man die Kirchenräume risikoreduzierend, sorgt für Abstand zwischen den Familien und findet Möglichkeiten zum Empfang der Eucharistie, die sowohl für Priester wie auch für Gläubige das Risiko einer Corona-Infektion minimieren.

Dann möchte ich mal sehen, wie Hundertschaften von Polizei und Ordnungsamt ausrücken, um tausende Heilige Messen in diesem Land zu unterbinden.

Das aber wäre eine Abkehr von dem Konsens, als Kirchenorganisation alles zu tun, um der Politik zu gefallen. Es wäre ein deutliches Zeichen des Widerspruchs gegen eine Politik und gegen einen gesellschaftlichen Trend, die den Glauben an den Rand zu drängen und den Kirchenbesuch auf eine Stufe mit einem Konzertbesuch zu stellen versuchen.

Das stimmt mich wiederum nicht sehr optimistisch: Die Kirche als Stachel im Fleisch der Gesellschaft? – Das ist leider schon eine ganze Weile her, auch wenn es unter den Bischöfen immer wieder auch Ausnahmen gibt, die sich mit der Politik nicht gemein machen.

Bischöfe: Chefs oder Hirten?

Bei der Gelegenheit möchte ich mich schützend vor die einfachen Gemeindepriester stellen, die oft selbst unter der Situation leiden, ihren Bischöfen aber gehorsam bleiben. Ich kann gut verstehen, dass sie sich nicht gegen ihren „Chef“ auflehnen, auch wenn man durchaus unterschiedlich innovativen Umgang mit den Einschränkungen beobachten kann.

Es ist eben ein Unterschied, ob ich die Kirchen lediglich öffne  –  oder ob das Allerheiligste ausstelle, damit die Menschen vor Jesus beten können – auch um ein Ende der Pandemie.

Es ist ein Unterschied, ob ich ein YouTube-Video ins Netz stelle oder für Gelegenheiten sorge, bei aller gebotenen Vorsicht zu einem Austausch mit den Gläubigen zu kommen. Wenn Priester mit dem Monstranz durch die Straßen ziehen oder gar – wie in meiner Nähe geschehen – mit dem Flugzeug über die Gemeinde fliegen, um sie aus der Luft zu segnen, dann zeugt das von viel Phantasie, Christus zu den Menschen zu bringen, wenn sie nicht zu ihm kommen können.

Nicht selten wird auf solche Ausnahmeinitiativen hingewiesen, wenn Kritik daran laut wird, die Kirche sei in dieser Zeit nicht in der Nähe der Menschen. Aber erstens sind es in der Tat Ausnahmen, und zweitens – was noch schwerer wiegt – tragen diejenigen, die qua Amt als Bischöfe die Hirten ihrer Gläubigen sein müssten, dazu offenbar nichts bei.

Man hat es sich auf Bistumsebene in den Schützengräben anscheinend gemütlich gemacht, übt sich in falschem Gehorsam der Politik gegenüber und wartet, dass der Sturm vorüber geht. Keine Ahnung, wer diese Art von Hirten noch braucht?!

Demokratie und Rechtsstaat im Test

Am Ende ist es aber – wie eingangs erwähnt – offenbar ein gesellschaftlicher Konsens, der sich hier wiederspiegelt (was insbesondere bei kirchlichen Würdenträgern nichts entschuldigt), dass man lieber kein Risiko eingeht, Menschen in Krankenhäusern und älteren Menschen in Altenheimen sich selbst und dem medizinischen Personal (die wirklich Anerkennung verdienen!) überlässt, und ansonsten meint, der Staat würde sich schon um einen sorgen.

Das tut er in gewisser Weise, aber in besonderer Weise für sich selbst: Die Politik weiß, was sie an Menschen hat, die sich in ihren Häusern und Wohnungen einschließen lassen, den volkswirtschaftlichen Ruin in Kauf nehmen, wenn Vater Staat dafür aufzukommen und Entlastung verspricht, die ihre geistlichen Grundlagen aufzugeben und alles zu akzeptieren bereit sind, was ihnen die Regierung als alternativlos und/oder risikoreduzierend abverlangt.

Die Demokratie in diesem Land erlebt den vielleicht härtesten Testlauf seit ihrem Bestehen nach dem Zweiten Weltkrieg, größer jedenfalls als durch linken Terror in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts oder den islamistischen Terror seit Beginn dieses Jahrtausends.

Und weil die meisten diesen Test nicht mal sehen, bin ich mehr als vorsichtig in der Bewertung, wie der Test ausgeht: Wenn die deutsche Gesellschaft feststellen sollte, dass ihr weder der Glaube noch die Freiheit viel wert sind, dann haben ihre Gegner gewonnen.

Erstveröffentlichung des Beitrags hier: https://papsttreuerblog.de/


Italien: Anwalt verteidigt kath. Priester, die erhebliche Geldbußen bezahlen mußten

Wie das Kölner Domradio berichtet, müssen in Italien dutzende von katholischen Priestern Geldstrafen bezahlen, weil sie auch in Corona-Zeiten ihre kirchlichen Aufgaben erfüllt haben.

Der Anwalt Francesco Fontana aus Mailand will jetzt eine Sammelklage gegen diese Bußgeldbescheide vorbereiten, denn die Sanktionen sind aus seiner Sicht rechtswidrig.

Etliche Geistliche sind ins Visier der Polizei geraten, weil sie eine 1-Mann-Prozession (Segenserteilung mit einer Monstranz) vorgenommen oder hl. Messen im kleinen Kreis gefeiert hätten, um den Gläubigen in der Krise beizustehen.
Der Jurist vermutet einen „Übereifer oder Antiklerikalismus“ in den Reihen der italienischen Polizei. Das Ergebnis sei eine unzulässige Einschränkung der Religionsfreiheit.


Spezielle Prioritäten von Kardinal Dr. Reinhard Marx in Corona-Zeiten und danach

Von Reinhard Wenner

Im Blog „Katholisches.de“ ist am Gründonnerstag, dem 9. April 2020, ein Interview von KNA-Redakteur Renzikowski mit Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising, veröffentlicht worden.

Das Interview ist nicht nur interessant, weil der Kardinal seine Ansicht zur Bedeutung der Eucharistiefeier im Leben der Kirche während der Corona-Pandemie mitteilt, sondern auch wegen der Prioritäten für künftige kirchliche Aktivitäten.

Die größte Aufgabe der katholischen Kirche sieht der Erzbischof derzeit nicht darin, trotz der Corona-Pandemie das sakramentale Leben für die Katholiken zu gewährleisten, sondern dass „wir andere schützen“. Der „Gottesdienst“ gilt gegenüber diesem „Menschendienst“ zur Zeit als nachrangig.

Unklar ist, warum Kardinal Marx eine Entweder-Oder-Situation sieht und die derzeitigen staatlichen Einschränkungen der Glaubensfreiheit als „sehr gut begründet“ akzeptiert. Die Grundsätze, die beim Einkauf von Lebensmitteln gelten, lassen sich meines Erachtens auch auf die Teilnahme an gottesdienstlichen Feiern anwenden: Sicherheitsabstände einhalten, keine Begrüßung per Händedruck oder Umarmung, ggf. noch Mund- und Nasenschutz tragen. Außerdem könnte in den Eucharistiefeiern auf Gesang verzichtet werden.

Kardinal Marx aber hält den Hinweis auf „Sicherheitsabstände“ beim Einkauf von Lebensmitteln im Hinblick auf Gottesdienste für „etwas merkwürdig“. Er meint: „Dann müsste man die Zahl der betreffenden Gottesdienstbesucher beschränken und all das auch kontrollieren“.

Aber ist das Prinzip „alle oder keiner“ für die Frage nach der Zulassung zur Eucharistiefeier angemessen?

Wenn das ein legitimes Kriterium wäre, dürfte man z.B. Leute, die am Corona-Virus erkrankt sind, nur dann an ein Sauerstoffgerät anschließen, wenn für alle Corona-Erkrankten ein Sauerstoffgerät zur Verfügung steht.

Die Frage nach einer Erhöhung der Zahl sonntäglicher Eucharistiefeiern wird nicht angesprochen.

Außerdem: Warum soll das, was in Hunderten von Lebensmittelgeschäften und in Baumärkten möglich ist, in den einzelnen Kirchen nicht machbar sein? Sind Priester, Pastoral- und Gemeindereferenten, Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände, Vorstände kirchlicher Vereinigungen nicht fähig oder nicht willens, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und auf die Einhaltung zu achten?

Den Auftrag der Kirche, das „Evangelium zu verkünden“, sieht Kardinal Marx durch die modernen Medien gut gewährleistet. Die Verkündigung (Mt 28,20) ist aber nur ein Teil des Auftrages Jesu. Hinzu kommt Jesu Wort im Abendmahlssaal: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19).

Wie kann der Verkündigungsdienst gelingen, wenn Eucharistiefeiern zumindest vorübergehend als nachrangig angesehen werden und den Laien die Teilnahme an den Eucharistiefeiern verweigert wird? Wenn Jesu Wort gilt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Joh 15,5), sollte an der Eucharistiefeier mit Kommunionempfang auch in Pandemiezeiten festgehalten werden.

Kardinal Marx weiß der Pandemie sogar Positives abzugewinnen: „Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen offener für unsere Botschaft werden.“

Jesus Christus hat mit seiner Botschaft vom Reich Gottes auch ohne Pandemie Aufmerksamkeit erlangt.

Auf die Frage, wo wir in keinem Fall so weitermachen können wie bisher, nennt Kardinal Marx das Gesundheitswesen, die Klima-Debatte, den entfesselten globalen Kapitalismus. Er fordert „eine neue, wirklich nachhaltige Ordnung, die möglichst allen Menschen nützt“.

Die katholische Kirche in Deutschland muss sich bei diesen Themen nicht zurückhalten. Aber vorrangig sollte sie sich gegen das himmelschreiende Unrecht der Abtreibungen wenden.

Über 42 Millionen Kinder werden nämlich jährlich weltweit vor der Geburt getötet. Vom vorrangigen Einsatz für die Ungeborenen aber ist keine Rede. Kardinal Marx spricht auch nicht das Thema „Ehe für alle“ an – als wenn es keine Schöpfungswahrheiten gäbe. Er schweigt zu all dem, was mit „Gender“ umschrieben wird. Die weltweiten Christenverfolgungen erwähnt er ebenfalls nicht, auch nicht die Kriege.

Kardinal Marx meint in dem Interview weiter, die Kirche müsse ihre Sendung neu begreifen. Sie dürfe „sich nicht in eine museale Vergangenheit zurückziehen“ und manchmal nicht „so sehr an alten Vorstellungen und Traditionen hängen“.

Und welche Kriterien sind maßgeblich? Das Neue ist nicht per se das Bessere, das Alte nicht per se der Feind des Neuen. Das Alte ist nur der Feind des schlechten Neuen. An schlechtem Neuen aber besteht in der katholischen Kirche derzeit kein Mangel.

Ein Blick auf so manchen Wildwuchs in der Messliturgie zeigt das. Und wenn es richtig ist, dass die Weise des Betens dem Inhalt des Glaubens entspricht (lex orandi – lex credendi), sollten einige Zelebranten mal wieder den Katechismus studieren. Außerdem wäre auch einigen vom „Bodenpersonal Gottes“ dringend zu empfehlen, wieder alle Gebote des Dekalogs zu befolgen.

Kardinal Marx verweist im Oster-Interview zweimal auf Papst Franziskus, erwähnt aber nicht, dass der Papst als Souverän des Vatikanstaates an die italienischen Gesetze nicht gebunden ist und damit auch nicht an die Vorschriften, die der italienische Staat zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassen hat.

Meines Erachtens hätten der Papst und die anderen Kleriker im Vatikan zusammen mit der Schweizer Garde etlichen Katholiken die Teilnahme an der Kar- und Osterliturgie ermöglichen können, ohne jemanden gesundheitlich zu gefährden. Papst Franziskus hätte für Kardinal Marx und für alle Pfarreien in Deutschland ein Ideengeber sein können.


Regensburg: HIRTENBRIEF an die Gläubigen von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Wortlaut des Hirtenbriefs „Ostern unter den Beschränkungen der Corona-Krise“ von Bischof Voderholzer, Oberhirte des Bistums Regensburg:

Liebe Kinder, liebe jugendliche und erwachsene Schwestern und Brüder im HERRN! 

1. Schon zum zweiten Mal wende ich mich in dieser Fastenzeit auf diesem Wege an Sie. Aber die rasante Entwicklung, die die Coronakrise in den letzten Wochen genommen hat mit ihren gewaltigen Auswirkungen auch auf das kirchliche Leben, drängt mich, als Bischof zu Ihnen zu sprechen.

Erstmals in der Geschichte der Kirche wird es nicht möglich sein, unser höchstes Fest, das Fest der Auferstehung Christi, in leibhaftiger Gemeinschaft zu feiern. Niemand hätte sich das noch vor vier Wochen vorstellen können!

2. Bevor ich ein paar Hilfen anspreche, wie wir in dieser Situation trotzdem Ostern feiern können, will ich mich zuallererst an die von Ihnen wenden, die erkrankt sind, unter strenger Quarantäne stehen oder gar um ihr Leben bangen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei Ihnen. Seien Sie gewiss: Der HERR, der sein Leben für uns am Kreuz hingegeben hat, ist bei Ihnen. Er verlässt Sie nicht!

Mit der Kirche beten wir für Sie: Der HERR nehme von Ihnen alle geistigen und körperlichen Schmerzen. In seinem Erbarmen richte ER Sie auf und mache Sie gesund an Leib und Seele. 
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3. Ein ebenso großes Anliegen ist es mir, einen tief empfundenen Dank aussprechen:

– Allen, die in den Krankenhäusern, Altenheimen, Sozialstationen, Laboren und sonstigen Einrichtungen unter Einsatz all ihrer Kräfte kranken Menschen beistehen, Not lindern, Diagnosen stellen und mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes arbeiten.

– Allen, die in der Politik, in der Wirtschaft und in den vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen täglich neuen Herausforderungen begegnen, die ohne Beispiel sind und wo besonnene und gut überlegte Entscheidungen von oft großer Tragweite gefällt werden müssen.

– Als Bischof ist es mir ein besonderes Anliegen, auch den Pfarrern und den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den vielen Frauen und Männern in den Pfarreien zu danken. Ich habe viel telefoniert und im Internet recherchiert, auch viele Rückmeldungen und Emails bekommen.

Die Kreativität, die ich beobachte im Umgang mit dieser außergewöhnlichen Situation, der Ideenreichtum und auch die Leidenschaft, trotz oder gerade in dieser so belastenden Situation für die Menschen da zu sein und das kirchliche Leben aufrecht zu erhalten, das Evangelium zu verkünden und Gottes Zuwendung zu vermitteln, all das bewegt mich sehr und ich bin stolz auf Sie alle! Vergelt‘s Gott Ihnen allen!

Und ich bitte Sie, nicht nachzulassen, gerade im Blick auf die besonders bedürftigen: alte, kranke, demente, behinderte Menschen.

– Ich danke schließlich von Herzen allen kirchlichen Mitarbeitern, die jetzt die durch Freistellung vom Dienst geschenkte Zeit nützen, sich ehrenamtlich einzubringen in den zahlreichen Initiativen der Sorge um Schülerinnen und Schüler, kranke, behinderte und alte Menschen.

4. Die durch die Corona-Pandemie verursachte Situation unterscheidet sich von den bisher bekannten Krisen wie Kriegszeiten oder Naturkatastrophen. Die jetzige Krise betrifft die gesamte Menschheit, die sich gerade in dieser Bedrohung als Einheit erfährt. Und sie unterscheidet sich dadurch, dass ein Heilmittel, ja das größte und wichtigste Heilmittel, nur sehr eingeschränkt verfügbar ist: die konkret und auch leiblich erfahrbare Gemeinschaft untereinander.

Kirchlich fehlen uns die Feier der gottmenschlichen Gemeinschaft in der Versammlung der Schwestern und Brüder und auch die Feier der Versöhnung in der Beichte sehr.

Statt Ihnen zurufen zu können: Kommt zusammen, unterstützt Euch, greift Euch unter die Arme, ja nehmt Euch in die Arme – muss ich Ihnen mit allen Fachleuten den bitteren Rat geben: Vermeiden Sie die körperlichen Kontakte und menschliche Nähe, gehen Sie sich so gut wie möglich aus dem Weg.

Das ist deshalb so schlimm, weil wir Menschen auf die Gemeinschaft hin angelegt sind. Soziale Kontakte zu reduzieren betrifft das Menschsein im Kern. Da gibt es nichts zu beschönigen! Jeder und jede, die darunter leidet, empfindet vollkommen richtig.

Aber die Vernunft und die christliche Nächstenliebe zwingen uns zu dieser Maßnahme. Denn so können wir mithelfen, die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen, der gegenüber wir so hilflos sind, weil es noch keinen Impfstoff gibt und kein adäquates Medikament. Die Nachrichten, die uns aus Italien, aus Spanien und auch aus den USA erreichen, müssen uns eine dringende Warnung sein und ein Appell, dem Rat der Experten und den Weisungen der Regierung zu folgen.

Aber, liebe Schwestern und Brüder, wir lassen uns nicht unterkriegen! Wir bleiben eine Gemeinschaft, wir bleiben in Kontakt  –  untereinander und mit unserem HERRN. Und: Wir werden Ostern feiern, wenn auch ein wenig anders, als wir es gewohnt sind und es eigentlich vorgesehen ist.

5. Die Oster-Liturgie wird heuer im kleinsten Kreis begangen. Der Bischof feiert mit seinen engsten Mitarbeitern im Dom, die Pfarrer in ihren Pfarrkirchen mit den engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Wir dürfen auf das Prinzip „Stellvertretung“ vertrauen! Der Bischof und die Priester feiern ja nicht für sich und privat. In dieser Situation wird uns besonders bewusst: Ins Gebet der Kirche sind immer alle eingeschlossen, insbesondere sind wir im gemeinsamen Leib Christi in der Tiefe miteinander verbunden.

Ich weiß, dass all dies niemals ein wirklicher Ersatz sein kann. Aber es ist doch immerhin eine Notlösung, von der wir hoffen und beten, dass sie bald wieder abgelöst wird von der gemeinschaftlichen Feier.

Gebe Gott, dass die uns jetzt auferlegten Beschränkungen die Sehnsucht nach der gottesdienstlichen Gemeinschaft und nach dem Brot des Himmels wachsen lasse.

Die Erfahrungen, die wir in den letzten Tagen mit den Internet- und Fernsehübertragungen gemacht haben, sind sehr ermutigend. Viele Tausende von Schwestern und Brüdern haben mithilfe der Technik an der Gebetsgemeinschaft teilnehmen können. Ich danke allen, die die technische Übertragung möglich machen! Und ich bitte Sie, diese Möglichkeiten jetzt in den kommenden Tagen der Karwoche und der Osterzeit noch verstärkt zu nützen. 

Wir versuchen, auf der Homepage des Bistums und in den Zeitungen alle wichtigen Informationen dazu bereit zu stellen. Ich bitte Sie, sich dort auf dem Laufenden zu halten. Helfen Sie denen, die, aus welchen Gründen auch immer, vom Informationsfluss abgeschnitten sind.

Ich bitte Sie herzlich, stehen Sie gerade den älteren Menschen bei, die vielleicht keinen Computer und so auch keinen Zugang zum Internet haben. Unterstützen Sie sie, damit sie die Möglichkeiten ausschöpfen können, die Rundfunk und Fernsehen bieten.

Ich weiß, dass vielen in diesen Tagen das Programm von Radio Horeb zum Segen gereicht. Helfen Sie zusammen, dass alle die entsprechenden Sender finden.

6. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, in den eigenen vier Wänden „Hauskirche“ zu gestalten. Das Gotteslob, mit dem man schon bei den im Fernsehen und im Internet übertragenen Messfeiern mitsingen kann, enthält etliche Andachten und Gebete für den einzelnen oder die Hausgemeinschaft: Kreuzwegandachten, Passionsandachten, Osterandachten.

Wir werden Ihnen zusätzlich Vorlagen für Hausgottesdienste zur Verfügung stellen.

Die Regensburger Sonntagsbibel, die mittlerweile in vielen Haushalten ihren festen Platz hat, enthält alle Schrifttexte aller österlichen Gottesdienste. Die reiche Bebilderung gerade der Passionsberichte am Palmsonntag und am Karfreitag lädt zur Betrachtung und zum verweilenden Gebet ein. Auch die Sonntagszeitung ist uns hier eine große Hilfe!

Ich verweise auch auf die alte Tradition, daheim einen Hausaltar zu gestalten: ein Kreuz, ein Bild, die aufgeschlagene Bibel, Blumen, Kerzen. Gerade im Monat Mai war es in vielen Häusern üblich, einen Mai-Altar zu bauen, und ich lade ein, diese Traditionen lebendig zu halten oder wiederzubeleben.

Und wie wir an Weihnachten eine Weihnachtskrippe aufstellen, so gibt es auch die Möglichkeit, eine Passions- oder Osterkrippe zu bauen. Auf unserer Homepage und auch auf „Jahreskrippen.de“ finden Sie dazu Anregungen!

7. Dazu kommen die vielen Elemente des Brauchtums, die die Liturgie traditionell begleiten und uns in dieser Situation noch hilfreicher sind als sonst.

Die heuer in Heimarbeit (und nicht in froher Runde) gestalteten Palmbuschen, die in den Kirchen gesegnet werden, sollen wie immer unsere Kreuze schmücken, Christus, dem König der Könige, huldigen und den Segen in den Stall und auf die Felder tragen.

Die Osterkerze wird auch im Jahr 2020 die Kirche erhellen und uns Christus nahe bringen als das Licht, das die tiefste Finsternis erhellt, sogar Licht bringt in die Dunkelheit von Grab und Tod. Auch zuhause darf das österliche Licht brennen. Viele haben schon immer ihre Osterkerze selbst verziert mit Auferstehungsmotiven; eine gute Möglichkeit, sich gerade auch dieses Jahr auf Ostern vorzubereiten!

Bereiten Sie auch heuer einen Speisenkorb vor zum Ostersonntag. Der Segen aus dem Dom und aus der Pfarrkirche kann von Ihnen aufgenommen werden in einer häuslichen Feier zum Osterfrühstück, wofür wir Ihnen auch eine Vorlage vorbereiten.

Zu den österlichen Zeichen gehört nicht zuletzt das gesegnete Osterwasser, das uns an die Taufe erinnert und an das göttliche Leben. Im Dom werden wir es in kleinen Gefäßen abfüllen und zum Mitnehmen bereitlegen. Ich weiß, dass es viele Pfarreien auch so handhaben. Besprengen Sie die Gräber mit dem Osterwasser und verbinden Sie damit das Gebet für die Verstorbenen.

8. Ein Wort an alle, die sich gewünscht hätten, dass die Kirche mehr auf ihre Rechte und die Freiheit der Religionsausübung pocht: Sie haben insofern Recht, als die Kirche nicht nur systemrelevant, sondern sogar heilsrelevant ist!

Und auch insofern, als die Eucharistie als „Arznei der Unsterblichkeit“ (Ignatius von Antiochien) noch wichtiger ist als alle anderen Medikamente.

Aber der Staat stellt doch nicht das Christsein unter Strafe, wie einst das römische Reich in den Zeiten der Christenverfolgung, als die Christen als Staatsfeinde angesehen wurden, weil sie den Staatskult ablehnten. Im Jahr 304 ließen sich tatsächlich die Märtyrer von Abitene lieber verhaften und totschlagen, als auf die gemeinsame Feier der Eucharistie zu verzichten. 

Aber das ist überhaupt nicht vergleichbar. Ich distanziere mich ausdrücklich von allen Verschwörungstheorien und danke unseren verantwortlichen Politikern für ihr entschlossenes Handeln. Nur gemeinsam und im oben beschriebenen Sinn werden wir diese Krise meistern und auch dieses Jahr Ostern feiern.

Und ich vertraue auch darauf, dass die Verantwortlichen Maß und Ziel kennen. Nicht dass wir zwar vom Corona-Virus verschont bleiben, dafür aber an Verarmung oder Vereinsamung und gebrochenem Herzen sterben.

9. Die Zeit wird freilich auch kommen, da wir in uns gehen und uns werden fragen müssen, was wir aus dieser epochalen Krise lernen.

Schon jetzt erfahren wir schmerzhaft, wie hinfällig und gefährdet unser Leben ist, wie sehr wir angewiesen sind auf Gottes Segen und die Kraft von oben. Sicherheiten werden uns aus der Hand geschlagen und Allmachts-Phantasien zertrümmert.

Vielleicht werden tatsächlich dem Land die Sabbate ersetzt, die ihm vom Kult schier grenzenlosen Wachstums geraubt worden waren (vgl. 2 Chr 36,21).

Der Sabbat steht dabei nicht nur für eine Unterbrechung des profanen Geschäftsbetriebs, sondern zu allererst für eine bewusste Hinordnung auf Gott. Aber diesen Fragen werden wir uns verstärkt zuwenden müssen, wenn wir das Tal der Tränen durchschritten haben.

10. Liebe Schwestern und Brüder, in früheren Zeiten haben Menschen in großer Not eine Wallfahrt gelobt als Bußwerk. Selbst dies ist uns jetzt verwehrt. Aber ich lade Sie ein, ein Gebetsanliegen, eine Bitte oder einen Dank, an den Verein der Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting zu senden.

Wir wollen den Anliegenrucksack füllen und unser Gebet auch dieses Jahr zum Herzen Bayerns nach Altötting tragen; und wenn es nur eine Gruppe von zwei Pilgern stellvertretend für alle ist. 

11. Wenn die Pandemie dann aber überstanden ist, werden wir ein großes Fest feiern und eine diözesane Dankwallfahrt begehen, zu der ich jetzt schon herzlich einlade! Alle Details werden geklärt und bekanntgegeben, sobald die Zeit dafür gekommen ist.

Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, der Heiligen und Seligen unseres Bistums sowie aller Heiligen segne und bewahre Sie und Euch alle vor aller Krankheit der dreifaltige Gott, der + Vater und der + Sohn und der + Heilige Geist.

Regensburg am Hochfest der Verkündigung des HERRN, 25. März 2020
+ Rudolf, Bischof von Regensburg

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/fileadmin/redakteur/News/PDF/2020_-_Hirtenwort_-_Corona_-_Langfasssung.pdf

 


Hl. Messen und Beichten auf Parkplätzen in den USA: Die Kirche kommt zu den Menschen!

Von Felizitas Küble

Unser erstes FOTO zeigt den amerikanischen katholischen Bischof Olmstedt bei der hl. Wandlung während seiner Messe in der leeren Kathedrale; es handelt sich um einen im Internet übertragenen Gottesdienst des Oberhirten.

In den Vereinigten Staaten – dort sind auch die meisten Kirchen wegen der Corona-Krise geschlossen –  reagieren viele Priester kreativer und erfindungsreicher als in Deutschland.

So gibt es dort immer häufiger heilige Messen auf Parkplätzen, Schulhöfen oder Kirchplätzen:

Der Geistliche stellt einen provisorischen Altartisch auf, verkündet mit dem Mikrofon Lesungen und Evangelium – und feiert danach die Eucharistie. Manchmal sind in einiger Entfernung ein oder zwei Ministranten dabei.

Der Priester geht nach der hl. Wandlung zu den Gläubigen, die im Auto sitzen und der Messe aus einiger Ferne „beiwohnen“, um ihnen die hl. Kommunion zu spenden.

Ähnlich läuft es in den USA vielfach mit dem Bußsakrament. Dort „verlegen“ Priester sozusagen ihren Beichtstuhl auf öffentliche Parkplätze, Schulhöfe, Sportplätze, Parkanlagen usw.

Das zweite FOTO  – das uns Dr. Edith Breburda aus Phoenix zusandte  –  zeigt einen Ordenspater am Rande eines Sportplatzes, der die Beichte eines Katholiken hört, der hinter dem Baum steht.

Dies kann allerdings auch von einem Wagen aus geschehen –  man nennt es die Drive-in-Beichte:

Manchmal wird der Küster oder sonst ein Gemeindemitglied eingesetzt, der den Verkehr regelt und ein Auto nach dem anderen vorfahren läßt.

Der Priester sitzt mit seiner purpurfarbenen Stola und mit verbundenen Augen auf seinem Stuhl und die Gläubigen fahren zu ihm heran und sprechen durch das heruntergelassene Fenster mit ihm.

Wenn mehrere Insassen in dem Wagen sitzen, müssen sie während der Beichte rausgehen. Sie können dann nacheinander auf dem Fahrersitz Platz nehmen und ihre Beichte ablegen. So wird das Auto im Jahre 2020 nach Christus zum Beichtstuhl.

BILD: Ein Transparent erklärt den Ablauf der Beichte („Confession“ = Bekenntnis) im Auto auf dem Parkgelände.

Besonders originell erwies sich Pfr. Jacob Rouse aus Crecso (Iowa), der seine  „Schäfchen“ zur Beichte oder geistlichen Gesprächen auf seine Veranda einlud: „Haben Sie keine Scheu… Ich werde Schutzmaske und Schutzhandschuhe tragen. Wir sitzen in den beiden Schaukelstühlen, ich werde eineinhalb Meter von Ihnen entfernt sein.“  – Er fügte für jene Gläubigen, die eine anonyme Beichte wünschen, hinzu:Ich kann das Schuldbekenntnis auch über den Briefkastenschlitz hören.“

Diese Ideen sind doch sehr gut so, denn wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen können, soll die Kirche zu ihnen kommen!

HIER ein Bericht über Mini-Prozessionen von Priestern mit dem Allerheiligsten durch die Straßen in Italien und Deutschland: https://charismatismus.wordpress.com/2020/03/23/priester-in-italien-und-deutschland-gehen-mit-der-monstranz-segnend-durch-die-strassen/

 


Priester in Italien und Deutschland gehen mit der Monstranz segnend durch die Straßen

Von Dr. David Berger

Viele gläubige Katholiken leiden unter der Absage öffentlicher Gottesdienstfeiern – besonders auch an Ostern: vor allem der fast unmöglich gewordene physische Empfang der Eucharistie ist für zahlreiche Gläubige ein schweres Opfer.

In Deutschland haben nun einige Priester eine traditionelle Idee aus Italien aufgenommen, um den Menschen dennoch die Eucharistie nahe zu bringen.

Viele gläubige Katholiken vermissen in der derzeitigen Krise – über die Entbehrungen, die fast alle in Kauf nehmen müssen, um sich und ihre Mitmenschen zu schützen – vor allem die Tröstungen der Kirche im öffentlichen Gottesdienst.

Im Unterschied zu den protestantischen Denominationen spielt hier die Teilnahme an der Liturgie und der Empfang der Sakramente – von der Ohrenbeichte bis zum Empfang des Altarsakramentes – eine zentrale Rolle.

Dass vermutlich auch die öffentlichen Gottesdienstfeiern zum höchsten christlichen Fest  –  dem Osterfest –  ausfallen sollen, ist beispiellos (selbst Ostern 1945 in den letzten Kriegstagen wurden sie in Deutschland nicht ausgesetzt) und für gläubige Katholiken besonders schmerzhaft.

Vielen Priestern ist diese schlimme Lage bewusst und die ersten Geistlichen greifen nun auch in Deutschland auf eine Idee zurück, die meines Wissens in dieser Krise zum ersten Mal der Bischof von Crema (Oberitalien) durchgeführt hat:

Daniele Gianotti ging am vorletzten Sonntag mit dem Allerheiligsten durch die fast menschenleere Straßen seiner Bischofsstadt und spendete dort den eucharistischen Segen… Ein beeindruckendes Szenario:

Und so setzen die katholischen Geistlichen von Grevenbroich diese Idee um:

Quelle: https://philosophia-perennis.com/2020/03/23/corona-priester-tragen-den-eucharistischen-christus-segnend-durch-die-leeren-strassen/

ERGÄNZENDER ARTIKEL über Messe und Beichte in den USA auf öffentlichen Plätzen: https://charismatismus.wordpress.com/2020/03/23/priester-in-italien-und-deutschland-gehen-mit-der-monstranz-segnend-durch-die-strassen/