Wallfahrten der kath. Vertriebenen 2016

Insel Birnau am Bodensee:materamabilis
Sonntag, 8. Mai 2016:  10.45 Uhr: Wallfahrt der Vertriebenen mit Pfr. Dr. Joachim Giela, Visitator für das Bistum Breslau

Die 24. Nepomukfeier in Ettlingen:
Freitag, 20. Mai 2016

„Mit dem heiligen Johann von Nepomuk über Brücken gehen“
19 Uhr Gottesdienst im Asamsaal, anschl. Statio vor dem Standbild des Heiligen mit Lichterschwimmen

20.5.  –  22.5.2016
„Wir bauen Brücken – Stavime mosty“: Partnerschaftstreffen mit Freunden der Diözese Pilsen in Ettlingen und Karlsruhe. Begegnung mit Jugendlichen der Jungen Aktion

 


München: Ausstellung eines böhmischen Künstlers über den hl. Nepomuk

Von Susanne Habel

In München zeigt der in Amerika tätige böhmische Künstler Prof. Dr. Walter Gaudnek (siehe Foto) eine religiöse Bilderserie. „Teutonis et Bohemis amabiles Johannes Welflin Nepomuk“ im Sudetendeutschen Haus widmet sich  Sankt Nepomuk. Gaudnek-kl

Walter Gaudnek gehört zu den Vertretern der „Pop-Art“, setzte sich in seinen Kunstwerken jedoch auch immer wieder mit religiösen Themen auseinander.

In einer 2006 in München präsentierten Ausstellung ging es beispielsweise um Engel, 2007 in Ingolstadt im Münster um die „Zehn Gebote“. Die Ausstellung „Im Schatten der Ikone – Das Heilige im Bild“ im Jahr 2011 widmete sich einem ähnlichen Thema.

Derzeit wird auch in Gaudneks eigenem Museum in Altomünster eine Schau zum Thema „Kreuze und Glyphs“ gezeigt.

Die neue Ausstellung im Sudetendeutschen Haus in München stellt eine Bilderserie vor, die 2007 in der Library Special Collection der University of Central Florida in Orlando unter dem Konzept „Homeland dedicated to Saint Nepomuk” ihren Anfang nahm.

Der Heilige mit der brennenden Zunge

Leitmotiv ist Nepomuk mit der brennenden Zunge. Der Künstler erläutert zu der neuen Schau: „Meine Nepomuk-Serie umrahmt Facetten der Angst vor Folter und Tod.“ Nepo-kl

Sankt Nepomuk wurde der Legende zufolge gemartert und von König Wenzel IV. getötet , da er als Beichtvater die Geheimnisse der böhmischen Königin, der Wittelsbacher-Prinzessin Sophie, nicht verraten wollte.

Auf den eindrucksvollen Nepomuk-Werken Gaudneks ist das verzerrte Antlitz des Heiligen und Szenen aus seinem Leben zu sehen, diesmal nicht in den für Gaudnek typischen leuchtenden Farben, sondern in schlichtem Schwarzweiß und Brauntönen.

Die hochformatigen Bilder sind oft mit Rollen versehen wie mittelalterliche Schriften. Sie führen in eine vergangene Welt der Glaubenskämpfe, die heute angesichts der Bedrohung durch terroristische Islamisten wieder sehr aktuell ist.

Mit dem Heiligen Nepomuk bewegt Walter Gaudnek sich auch wieder auf die Überlieferungswelt seiner böhmischen Heimat zu, denn er wurde 1931 in Fleyh im Kreis Dux im böhmischen Erzgebirge geboren.

Als 13jähriger Schüler wurde der Sohn eines streng katholischen Lehrers und Chorleiters 1944 von der Hitlerjugend ins Wehrertüchtigungslager Rothenhausen eingezogen; sein NS-kritischer Vater von der Gestapo erschlagen. Nepomuk-P3010143

1946 wurden die Mutter und die Kinder Walter und Ilse vertrieben und kamen in ein Lager bei Dachau nördlich von München.1951 fand die Familie im nahegelegenen Altomünster eine „neue“ Heimat.

Gaudnek erhielt nach seinem Kunststudium 1957 ein Stipendium an der University of California in Los Angeles und entschied sich, in den USA zu bleiben. Er ging nach New York und promovierte an der New York University 1968 zum Dr. phil. mit der kunstwissenschaftlichen Arbeit „Die symbolische Bedeutung des Kreuzes in der amerikanischen Malerei der Gegenwart“.

Seit 1970 ist Gaudnek Professor an der University of Central Florida in Orlando. Oft kam er in den vergangenen Jahren nach Eu­ropa zu Vortragsreisen und Ausstellungseröffnungen, meist nach München, Dachau oder Altomünster. Dort hatte Gaudnek 1999 das Gaudnek European Museum (GEM) gegründet.

Daten: Bis Donnerstag, 2. April 2015 „Walter Gaudnek Teutonis et Bohemis amabiles Johannes Welflin Nepomuk“ in München, Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8. Montag bis Freitag 9 – 19  Uhr. Bis Donnerstag, 30. April 2015: „Walter Gaudnek: Kreuze und Glyphs“ in Altomünster/Obb., Gaudnek European Museum (GEM), Sandizellergasse 3.

Unsere Autorin Susanne Habel ist Redakteurin und Journalistin in München; auch die Fotos stammen von ihr; die beiden letzten Bilder zeigen Ansichten aus der Ausstellung mit Gemälden aus der Nepomuk-Serie.