Der hl. Paulus ermahnt alle Christen zur Besonnenheit, Ausdauer und Glaubensstärke

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Titus 2,1-8.11-14:

Mein Sohn! Verkünde, was der gesunden Lehre entspricht:
Die älteren Männer sollen nüchtern sein, achtbar, besonnen, stark im Glauben, in der Liebe, in der Ausdauer.  bild-jesus-oben

Ebenso seien die älteren Frauen würdevoll in ihrem Verhalten, nicht verleumderisch und nicht trunksüchtig; sie müssen fähig sein, das Gute zu lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anhalten können, ihre Männer und Kinder zu lieben, besonnen zu sein, ehrbar, häuslich, gütig und ihren Männern gehorsam, damit das Wort Gottes nicht in Verruf kommt.
Ebenso ermahne die jüngeren Männer, in allen Dingen besonnen zu sein.

Gib selbst ein Beispiel durch gute Werke. Lehre die Wahrheit unverfälscht und mit Würde, mit gesunden, unanfechtbaren Worten; so wird der Gegner beschämt und kann nichts Schlechtes über uns sagen.

Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten.
Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben,
während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus.

ER hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

 


Der hl. Apostel Paulus warnt vor „reißenden Wölfen“ inmitten der Kirche

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 20,28-38:

In jenen Tagen sagte Paulus zu den Ältesten der Gemeinde von Ephesus: Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Tagesimpuls

Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.

Seid also wachsam, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen.

Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen. Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt; ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben.

In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des HERRN, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.

Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen. Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn; am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.

 


Predigt des hl. Bernhard von Clairvaux über die Bekehrung des hl. Apostels Paulus: „HERR, was soll ich tun?“

Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 – 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer
(1. Predigt zum Fest der Bekehrung des hl. Paulus, 1, 6; PL 183, 359)

Zu Recht, geliebte Brüder, ist die Bekehrung des „Lehrers der Heiden“ (1 Tim 2,7) ein Fest, das alle Völker heute voll Freude feiern.

Die Ableger, die aus dieser Wurzel hervorwuchsen, sind in der Tat zahlreich. Nach seiner Bekehrung wurde Paulus das Werkzeug zur Bekehrung der ganzen Welt. Damals, als er noch im Fleisch war, aber nicht vom Fleisch bestimmt (vgl. Röm 8,5f), bekehrte er durch seine Predigt viele zu Gott.

Auch heute noch, da er in Gott ein glücklicheres Leben führt, arbeitet er durch sein Beispiel, sein Gebet und seine Lehre unermüdlich an der Bekehrung der Menschen.

Dieses Fest ist für alle, die es feiern, eine wichtige Quelle des Guten. Wie könnte man auch die Hoffnung aufgeben  –  und seien unsere Sünden so groß  –  wenn man hört, daß „Saulus, der immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn wütete“, plötzlich sein „auserwähltes Werkzeug“ wurde (Apg 9,1.15)?

Wer könnte unter der Last seiner Sünde sagen: „Ich kann nicht aufstehen und ein besseres Leben führen“, wenn auf dem gleichen Weg, den ihn sein hasserfülltes Herz einschlagen ließ, der wütende Verfolger plötzlich zum treuen Verkünder geworden ist?

Diese Bekehrung allein zeigt uns, wie groß das Erbarmen Gottes und wie mächtig seine Gnade ist…

Dies ist, meine Brüder, ein perfektes Muster der Umkehr: „Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit… Was soll ich tun?“ (Ps 57,8; Apg 9,6)

Ein kurzes Wort, aber bedeutsam, lebendig, wirkungsvoll und der Erhörung würdig.

Leider sind es nur wenige, die diese Haltung des vollkommenen Gehorsams haben, die so sehr ihrem eigenen Willen entsagen, daß ihnen nicht einmal mehr ihr Herz gehört!

Wie wenige sind es doch, die zu jeder Zeit nicht das suchen, was sie selber wollen, sondern was Gott will, und die ihn ständig fragen: „HERR, was soll ich tun?“