So half mir die Fürsprache der hl. Rita bei einer Konzelebration in Cascia

Von Pfarrer Dr. hc Hans Stein

Als deutscher Priester schlesischer Herkunft bin ich manchmal mit polnischen Pilgergruppen unterwegs zu katholischen Wallfahrtsstätten.

Als wir im Sancutarium (Heiligtum) der hl. Rita von Cascia in Italien ankamen, wurde ich montags für die Konzelebration bei der hl. Messe eingeteilt. Der Hauptzelebrant war ein katholischer Geistlicher, der zugleich als Theologieprofessor wirkte und im Generalvikariat tätig war.  IMG_0361 (2)

Beim Kanon (Hochgebet) fiel mir kurz vor jenem Abschnitt, der mir zufallen sollte, siedend heiß ein, daß ich meine Brille in der Sakristei liegengelassen hatte. Ich konnte unmöglich in diesen feierlichen Momenten vom Altare weglaufen, um meine Brille zu holen. Andererseits konnte ich ohne sie den polnischen Text im Meßbuch nicht lesen.

BILD: Hier sieht man Pfr. Hans Stein als Hauptzelebranten (zweiter von links) während des Hochgebetes bei einer hl. Messe in Rom

Ich war ganz ratlos und verzweifelt. Daher bat ich die hl.  Rita, an deren Heiligtum wir den Gottesdienst feierten, dringend um ihre Fürbitte.

Da ich rechts neben dem Hauptzelebranten stand, kam ich direkt nach seinen Worten an die Reihe. Ich hatte erst Herzklopfen, doch zu meiner größten Verblüffung und Freude sah ich die Buchstaben plötzlich doppelt so groß vor meinem Auge – und ich konnte den für mich bestimmten Abschnitt des Kanon ohne Brille gut lesen und sprechen. Als nun der Priester links vom Hauptzelebranten seinen Teil weiterbetete, bemerkte ich, daß ich dessen Text nicht mehr lesen konnte. Die unerkärlich vergrößerten Buchstaben bezogen sich allein auf den Abschnitt, den ich selber zu beten hatte.

Ich bin Gott und der hl. Rita überaus dankbar, daß mir diese wunderbare Hilfe zuteil geworden war.


Vatikan-Dekret: Der hl. Joseph wird nun in allen vier Hochgebeten der hl. Messe erwähnt

Der hl. Joseph soll künftig auch in den eucharistischen Hochgebeten II, III und IV des Römischen Messbuchs „Missale Romanum“ eingefügt werden  –  und zwar nach der Nennung der seligen Jungfrau Maria.

Das teilte die vatikanische Kongregation für den Gottesdienst am gestrigen Mittwoch in einem Dekret mit. Die Kongregation werde sich selber um die Übersetzungen in die wichtigsten westlichen Sprachen kümmern, darunter auch Deutsch. St-Gerhard-Werk

Grund für die Bestimmung sei, daß der Bräutigam der Jungfrau Maria ein „Musterbeispiel für jene wohlfällige Demut geworden“ sei, „die das Christentum für große Ziele bestimmt“.

Papst Benedikt XVI. habe viele Briefe erhalten, die sich für eine solche Einführung aussprachen, und habe diese Wünsche damals schon aufgegriffen. Sein Nachfolger Franziskus habe dies nun offiziell bestätigen wollen. Das Dekret wurde am 1. Mai unterzeichnet, dem Tag des hl. Josefs als Arbeiter.

Hier folgt die offizielle deutsche Übersetzung des lateinisch verfaßten Dekrets:

Indem den Heiligen Joseph von Nazareth die Funktion übertragen wurde, Ziehvater Jesu zu sein, wurde er zum Haupt der Familie des Herrn eingesetzt und erfüllte großzügig die ihm aus der Gnade der Heilsökonomie zugewiesene Mission. Da er vollkommen den Anfängen der menschlichen Heilsgeheimnisse zustimmte, ist er zu einem Musterbeispiel für jene wohlgefällige Demut geworden, die das Christentum für große Ziele bestimmt und zum Zeugen für jene allgemeinen, menschlichen und notwendigen Tugenden, um aufrichtige und authentische Nachfolger Christi zu sein.

Durch diese Tugenden hat sich der Gerechte liebevoll um die Mutter Gottes gekümmert und widmete sich mit freudigem Engagement der Erziehung Jesu Christi. So ist er zum Hüter der wertvollsten Schätze von Gott Vater geworden und wurde so immerwährend durch die Jahrhunderte vom Volk Gottes als Hilfe des mystischen Leibes Christi, der die Kirche ist, verehrt.

In der Katholischen Kirche haben die Gläubigen schon immer eine ununterbrochene Verehrung des Heiligen Joseph gezeigt und ständig und feierlich das Gedächtnis des keuschen Ehemanns der Mutter Gottes und des himmlischen Patrons der ganzen Kirche begangen, ja bis zum dem Punkt, dass der Selige Johannes XXIII. während der Zweiten Vatikanischen Konzils verfügte, dass der Namen des Heiligen Josephs in den antiken Römischen Canon aufgenommen werde. Papst Benedikt XVI. hat dankbar die vielen frommen schriftlichen Wünsche aufgegriffen und approbiert, die von vielerlei Orten herkamen und die nun Papst Franziskus bestätigt hat, indem man die Fülle der Gemeinschaft der Heiligen betrachtet, die einst zusammen mit uns Pilger in der Welt waren und die uns nun zu Christus führen und uns mit ihm vereinen.

Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes ordnet diese Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung kraft der ihr von Papst Franziskus erteilten Fakultät bereitwillig an, dass der Name des Heiligen Joseph, Bräutigam der Seligen Jungfrau Maria, von nun an in den eucharistischen Gebeten II, III und IV des Missale Romanumeditio typica tertia, nach dem Namen der Seligen Jungfrau Maria in folgender Weise hinzugefügt wird: im eucharistischen Hochgebet II: „ut cum beáta Dei Genetríce Vírgine María, beáto Ioseph, eius Sponso, beátis Apóstolis„; im eucharistischen Hochgebet III: „cum beatíssima Vírgine, Dei Genetríce, María, cum beáto Ioseph, eius Sponso, cum beátis Apóstolis„; im eucharistischen Hochgebet IV: „cum beáta Vírgine, Dei Genetríce, María, cum beáto Ioseph, eius Sponso, cum Apóstolis„. (…)

Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 1. Mai 2013

Quellen: Radio Vatikan, Zenit, Gottesdienstkongregation