Will Kardinal Marx eine neue Kirche gründen?

Mathias von Gersdorff

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) war sich wohl im klaren darüber, dass er mit seinem JA zu Segnungen homosexueller Paare eine rote Linie überschreitet.

Im Gegensatz zum Vorschlag von Bischof Franz-Josef Bodes Anfang des Jahres soll es nach Marx´ Auffassung keine generelle Regelung geben. Vielmehr soll in den Pfarreien selbst geprüft werden, ob solche Segnungen „im Einzelfall“ möglich sein können.

Diese Einschränkung ist aber eine bloße taktische Augenwischerei. Den linken Pfarrern ebnet er den Weg, solche Segnungen zu gestalten, ohne dass er sich mit einem Dokument theologisch dafür rechtfertigen muss und sich dabei auch der Kritik aussetzen würde. Ob nun von Pfarrei zu Pfarrei unterschiedliche Regelungen getroffen werden, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Kardinal Marx (praktizierte) Homosexualität für unbedenklich hält, zumindest unter gewissen Voraussetzungen.

Mit diesem Schritt beabsichtigt Kardinal Marx im Grunde die Gründung einer neuen Kirche  – und dies aus folgenden Gründen:

1. Die katholische Sexualmoral stellt eindeutig fest, dass der sexuelle Akt nur innerhalb einer gültig geschlossenen Ehe zwischen Mann und Frau moralisch einwandfrei ist. Ein Katholik ist verpflichtet, diesem Grundsatz zuzustimmen, selbst wenn er sich selber nicht daran hält. Mit der de-facto-Legalisierung von praktizierter Homosexualität durch Kardinal Marx wird dieser Grundsatz aufgehoben, und zwar generell und nicht nur bezüglich der Homosexualität. Die verbindliche katholische Sexualmoral wird durch Kardinal Marx (weitgehend) abgeschafft. Eine Kirche, die den Vorgaben von Kardinal Marx´ folgt, wäre nicht mehr die katholische, sondern eine neue Kirche.

2. Ob Segnungen für homosexuelle Paare stattfinden oder nicht, soll auf lokaler Ebene, also in den Pfarrgemeinden getroffen werden. Weil aber die Zulassung dieser Segnungen eine völlig neue Moraltheologie (implizit) voraussetz, so hätten unterschiedliche Pfarreien unterschiedliche Moraltheologien. Die Sittenlehre leitet sich aber vom Glauben ab. Marx´ Freigabe von Homo-Segnungen führt zu einem Zustand, dass unterschiedliche „katholische“ Pfarreien einen verschiedenen Glauben und eine unterschiedliche Moral vertreten, was aus katholischer Sicht nicht möglich ist. Die Einheit der Kirche wäre auf diese Weise auf Pfarreiebene zerstört. 

3. Wenn man auf die Ebene der Universalkirche geht, wird noch offensichtlicher, dass Marxens Vorschlag antikatholisch ist. Ist er etwa der Meinung, dass andere Bischöfe oder Bischofskonferenzen seinen Vorschlag übernehmen werden? Wohl nicht. Durch die Annahme einer neuen Moral, eines neuen Glaubens und neuer Riten für die Segnungen würde sich (zumindest ein Teil) der katholischen Kirche in Deutschland von der kirchlichen Weltgemeinschaft trennen.

4. Man wartet noch auf ein Wort von Kardinal Marx, wie er sein Projekt den sog. „muttersprachlichen“ Katholiken schmackhaft machen will. Das sind die Katholiken in Deutschand mit Migrationshintergrund, also Polen, Kroaten, Portugiesen etc. Diese sind nicht nur konservativer als der durchschnittliche „biodeutsche“ Katholik, sondern stellen an vielen Orten schon die Mehrheit der Gläubigen. 

Man kann sich kaum vorstellen, dass sich Kardinal Marx über die angeführten Punkte in moraltheologischer und ekklesiologischer Hinsicht keine Gedanken gemacht hat. Am wahrscheinlichsten ist, dass ihm diese Einwände egal sind, weil er tatsächlich die Bildung einer neuartigen Kirche anstrebt.

Dies wurde in einem Interview Anfang des Jahres 2015 mit der US-amerikanischen Zeitschrift der Jesuiten America deutlich: Marx will im Grunde eine Kirche, die den Maximen der 1968er-Revolution entspricht: Linkspopulistisch, ohne feste Glaubenswahrheiten, ohne eine allgemein verbindliche Moraltheologie. 

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht aktuelle Beiträge zu Kirche und Welt u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

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Die katholische Kirche kann und darf Homo-Partnerschaften nicht segnen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der katholischen Kirchenzeitung von Augsburg (20./21. 01. 18, S. 15) ist ein Artikel mit „Bald Segen für Homo-Paare?“ überschrieben. Der Untertitel lautet: „Osnabrücker Bischof Bode denkt mögliche Öffnung an“. Weiter unten steht: “Das gefällt nicht jedem, findet aber Zuspruch bei homosexuellen Aktivisten und beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken“.

Im Interview mit der Osnabrücker Zeitung sagte Bode: „Man kann z.B. über eine Segnung nachdenken – die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung… Wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren. Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter, verunsichert“.

Bode ist stellv. Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er erklärte: „Auch wenn sich die ‚Ehe für Alle‘ vom Eheverständnis der Kirche unterscheide, sei diese nun politische Realität. Wir müssen uns daher fragen, wie wir denjenigen begegnen, die diese Verbindung eingehen und die sich ja zum Teil in der Kirche engagieren. Wie begleiten wir sie pastoral und liturgisch?“

Bode weiter: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten… Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?“

Dass „Ehe für Alle“ mit der Abstimmung im Bundestag im November 2017 „politische Realität“ geworden ist, bindet die Kirche in keiner Weise.

Die Politik hat schon viele neue „Realitäten“ gesetzt, z.B. die „rechtswidrige, aber straffreie Abtreibung“, um nur eine zu nennen. Aufgabe der Nachfolge der Apostel ist es, das Evangelium Jesu zu verkündigen, aber nicht vor den Wölfen des Zeitgeistes davonzulaufen und die Herde allein zu lassen, wie das Bode tut.

Natürlich sollen die Bischöfe nicht „schweigen“ oder „tabuisieren“, sondern die Lehre der Kirche verkünden – sei es gelegen oder sei es ungelegen – , wie sie im Katechismus der katholischen Kirche von 1992 enthalten ist.

Offensichtlich kennt sie Bode nicht. Dort steht, wie Homosexuellen zu „begegnen“ und wie wir ihnen „gerecht werden können“ und wie Homosexualität „differenziert“ zu bewerten ist. Im Katechismus heißt es: „Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ (KKK, Ziff 2358).

Das hebelt aber nicht aus, was Bode mit „Eheverständnis der Kirche“ bezeichnet. Denn das ist das „Eheverständnis“ Jesu!

Die Lehre der Kirche lautet: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚dass die homosexuellen Handlungen‘ in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“ (KKK, Ziff 2357)

Dass das ZdK praktizierte Homosexualität und den Vorstoß von Bischof Bode begrüßt, zeigt nur, wie weit diese Institution gekommen ist.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und ist Herausgeber der Monatszeitschrift DER FELS


Erfolgreiches und kritisches Symposium zur „Öffnung der Ehe“ mit namhaften Experten

Mehr als 500 Teilnehmer erlebten am Samstag in Kelsterbach nahe Frankfurt ein hochinformatives Symposium zum Thema »Öffnung der Ehe – Folgen für alle« mit starken Argumenten, vielen Fakten und teilweise erschreckenden Einblicken in politische und rechtliche Vorgänge sowie aufrüttelnde Ausblicke auf mögliche künftige gesellschaftliche Entwicklungen.

Die Versuche der medial aufgehetzten „Aktivisten“, die Veranstaltung zu stören oder gar zu unterbinden, liefen dank der hohen Polizeipräsenz ins Leere.

Hier folgt dazu ein ausführlicher Bericht von Martin D. Wind:

Kelsterbach bei Frankfurt, am regnerisch-kühlen Samstagvormittag in der Nähe eines Tagungslokals. Rund zwei Hundertschaften Polizei samt berittenen Beamten steht einer knapp drei Dutzend Personen umfassenden grölenden und pöbelnden Horde gegenüber.

Weder aus den Parolen der Schreienden noch aus den Slogans ihrer Transparente kann man erkennen, weshalb sie sich hier auf der matschigen Wiese im Nieselregen die Seele aus dem Hals blöken, obszöne Gesten zeigen und sich mit kindlich anmutender Einfalt an ihrem Auftreten erfreuen.

Ein großes Banner verkündet „Aufstehen gegen Rassismus“, auf einem weiteren steht in krakeliger Schrift etwas von „Toleranz“ oder auch „Fuck § 218 – pro -choice“.

Es sind „Aktivisten“ eines von der Frankfurter Aids-Hilfe eilends gebildeten „Bündnisses“ aus Gewerkschaften, Lobbyisten der LGBTIQ-Szene, der als gewaltbereit bekannten sog. Antifa, die Seit an Seit mit Linken, Grünen, SPD und einigen CDU-Amtsträgern marschieren.

Selbst Kirchenvertreter haben sich einspannen lassen. Sie protestieren gegen ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Öffnung der Ehe – Folgen für alle“, das vom Aktionsbündnis „DEMO FÜR ALLE“ sowie von „CitizenGO“ organisiert wurde.

Laut Vorankündigung der Organisatorin Hedwig von Beverfoerde (siehe Foto) soll erörtert werden, ob „das umstrittene Ehe-Öffnungsgesetz verfassungsrechtlich haltbar ist und welche gravierenden ethisch-rechtlichen Folgen die Umdefinierung der Ehe für Kinder und die Gesellschaft hat“.

Allein diese Ankündigung scheint in manchen Kreisen zu größter Aufregung geführt zu haben, wenn man sich die beinahe hysterisch anmutenden Reaktionen bestimmter gesellschaftlicher und gesellschaftsfeindlicher Kreise sowie einiger Medien anschaut.

Offenbar haben die Gegner dieser Tagung Angst vor den Ergebnissen der wissenschaftlichen Aufarbeitung des handstreichartigen Coups zur Einführung der „Ehe für alle“ im deutschen Parlament. Auf den letzten Metern eines verkorksten Wahlkampfes versuchten SPD, Grüne und Linke sowie bestimmte Kreise der CDU noch die letzten Randgruppenwähler zu aktivieren.

Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf die geltende Rechtslage, die Auswirkungen auf das Familienrecht, ohne jegliche Berücksichtigung des Kindeswohls und ohne jegliche gesellschaftliche Debatte, wurde das Gesetz am letzten Sitzungstag der Legislaturperiode durch das Parlament gepeitscht.

Der Öffentlichkeit wurde vermittelt, es handle sich um einen Akt, der die Diskriminierung Homosexueller bezüglich ihrer Personenstandrechte beenden solle. Tatsächlich jedoch waren homosexuelle Partnerschaften durch die sog. Verpartnerung rechtlich inhaltlich der heterosexuellen Ehe längst gleichgestellt.

Einzige Ausnahme dieser Gleichberechtigung: Homosexuelle hatten bisher nicht die Möglichkeit der Adoption eines Kindes. Tatsächlich handelte es sich demnach beim Beschluss des Bundestages nicht um eine „Öffnung der Ehe für alle“, sondern ausschließlich um die Freigabe der Kindesadoption durch Homosexuelle.

Aber auch der „besondere Schutz von Ehe und Familie, die bisher grundgesetzlich in Artikel 6 GG gesichert war, ist durch diese Entscheidung des Parlamentes in Frage gestellt. Und hier könnte bei einer Normenkontrollklage das Bundesverfassungsgericht alleine durch die objektive Rechtslage daran gebunden sein, dem bisher bestehenden Recht Geltung zu verschaffen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass „interessierte Kreise“ mit allen Mitteln verhindern wollen, dass politisch denkende Mensch sich zu diesem Themenkomplex fachgerecht informieren lassen. Mit kampagnenartiger anmutender Vorberichterstattung versuchte die Redaktion der Frankfurter Rundschau, „Widerstand“ gegen ein Hinterfragen und Durchleuchten der rechtlichen Situation und der gesellschaftlichen Folgen dieses Bundestagsbeschlusses herbeizuschreiben.

Am Vortag der Veranstaltung wurden gleich mehrere Artikel online gestellt, in denen alle Triggerbegriffe genutzt wurden, um linke Klientel hinter dem Ofen hervorzulocken: (…) Die umstrittene Organisation, die von evangelikalen sowie christlich-konservativen bis rechtsradikalen Gruppen unterstützt wird (…)“.

Gleich zu Beginn wurde klar, warum diese Panik durchaus berechtigt ist:

In einem Vortrag zum Verhältnis zwischen den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) und den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) kam es knüppeldick:

Prof. Dr. Jörg Benedict, Rechtswissenschaftler an der Universität Rostock, erläuterte die Konfliktlinien, die sich durch den Beschluss des Bundestages ergeben. Deutlich wurde, dass für die Verfasser des GG „Ehe“ als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau galt, wie schon die Entwürfe zum GG zeigen. Allerdings waren die Redaktoren der Meinung, eine Selbstverständlichkeit müsse nicht ausdrücklich erwähnt werden, weshalb die Eingrenzung des Ehebegriffs auf die Verbindung zwischen „einer Frau und einem Mann“ wegfiel.

Die Autoren des GG hatten von „alternativen Lebensmodellen“ durchaus Ahnung, so Prof. Benedict. Schon einer der Vordenker der sozialistischen/kommunistischen Bemühungen zur Auflösung „bürgerlicher Beziehungsstrukturen“, Charles Fourier (gest. 1837) hatte sie gefordert. Marx, Engels und Bebel machten die Idee zu Kernelementen ihrer Ideologien.

Da die Utopien des Sozialismus und des Kommunismus im Vorfeld der Entstehung des GG weltweit Gegenstand intensiver Debatten waren, ist klar, dass auch die ehe- und familienfeindlichen Vorstellungen dieser Ideologien bekannt waren. Mit der „Ausweitung“ des Ehebegriffs und seinen Missbrauch hatte man allerdings nicht gerechnet.

Für Prof. Benedict ist nach rechtlicher Prüfung klar, dass die Neufassung des Paragrafen 1353 ein Anschlag auf die Ehe und damit auch ein Bruch des GG ist.

In einem Podiumsgespräch zwischen dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. Christian Spaemann M.A., und dem Journalisten und Publizisten Jürgen Liminski wurde deutlich, wie wichtig für Kinder das Aufwachsen mit Mutter und Vater ist.

Nur so, meint Spaemann, sei in der Regel eine positive Persönlichkeitsentwicklung und Findung der Geschlechtsidentität als Mann oder Frau seitens der Heranwachsenden gewährleistet. Spaemann legte Wert darauf, immer von Normalfällen zu sprechen, die jedoch durchaus eine breite Varianz der individuellen Entwicklung zulasse. Dennoch könne daraus eine Regelmäßigkeit der Entwicklung abgeleitet werden.

Die Juristin und Bioethikerin Stephanie Merckens eröffnete mit ihrem Referat zum Thema „Leihmutterschaft auf dem Vormarsch – die rechtlich-ethische Situation“ ein weiteres spannendes Kapitel. Sie zeigte, wie mit allen Mitteln versucht wird, das in Deutschland bestehende Verbot der Leihmutterschaft zu umgehen.

Dabei wird sehr trickreich vorgegangen. Unter anderem nutzten findige Juristen die Rechtsanerkennung ausländischer Rechtssetzung. Ein Beispiel: Das kalifornische Adoptionsrecht, das es ermöglichte, das Kind in den USA von einer Ersatzmutter austragen und in Kalifornien adoptieren zu lassen. Im Rahmen der Rechtsanerkennung wurde dieses Vorgehen dann auch in Deutschland „legal“.

Für die Juristin ist deutlich, dass die deutsche Rechtsprechung hier inkonsistent sei. Zum Abschluss zeigte sie in einer beeindruckenden Grafik, zu welch absurden Verhältnissen eine rechtlich nicht konsequent geregelte Adoptionspraxis und Fortpflanzungsindustrie führen könnte.

Wer kann sich heute schon vorstellen, dass es durchaus möglich werden könnte, dass ein Kind mit vier „Müttern“ aufwüchse: einer Eizellenspenderin, einer Ersatzmutter, die das durch Fremdsamen im Reagenzglas befruchtete Ei als Kind austrägt, und einer Frau sowie deren Lebenspartnerin, die das Kind adoptieren. Für Merckens ist klar: Ersatzmutterschaft ist eine Entwürdigung der Frau und degradiert das Kind zur Ware.

Zur selben Auffassung kam auch Birgit Kelle (siehe Foto). Die bekannte Publizistin und Journalistin warf der Politik vor, sie habe sich einer sachlichen Auseinandersetzung um die Öffnung der sog.  „Ehe für alle“ und deren rechtlichen und ethischen Folgen verweigert – und sie unterstellt, dass diese Verweigerung gewollt sei.

Doch es sei Pflicht der Politik, so Kelle, ihr Agieren zu Ende zu denken und erst dann Gesetze zu beschließen. Es genüge schlicht nicht, ein Gesetzgebungsverfahren damit zu begründen, dass die „Betroffenen sich doch liebten.“

Und sie wirft den Lobbyisten und der Politik vor, dass hier mit einer Salamitaktik versucht werde, durch eine schleichende Gewöhnung der Gesellschaft geltendes Recht auszuhebeln und Dinge zu etablieren, die heute rechtlich nicht möglich seien.

Vehement nahm sie dabei auch Medien in die Pflicht, die unhinterfragt und in freudigem Ton über das „Glück“ Prominenter berichten, die sich ein Kind bei einer Ersatzmutter gekauft haben. Kelle wundert sich, dass eine derartige Berichterstattung über die ultimative Abwertung der Frau zur Gebärmaschine nicht zu einem öffentlichen Aufschrei führe.

„Organhandel ist zu Recht verboten. Weshalb ist dann der Kinderhandel nicht weltweit verboten?“, fragt sie zu Recht.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: https://demofueralle.wordpress.com/2018/01/23/erfolgreiches-symposium-bringt-es-auf-den-punkt-die-ehe-oeffnung-ist-verfassungswidrig-der-kampf-um-die-ehe-ist-noch-nicht-verloren/#more-17626

Bildergalerie des Symposiums


Mein Erlebnisbericht über das Symposium der „Demo für alle“ in Frankfurt

Von Almut Rosebrock

Es macht mich traurig, zu lesen, wie sich die offizielle Politik „zusammenrottet“ gegen eine bunte Vielfalt aller Altersgruppen von Bürgern, die sich kritisch  – und das zu Recht – Gedanken machen über Entscheidungen, die in der Politik gefällt wurden  – und ihre Folgen.

Es ist lebendige Demokratie, dass Bürger mitdenken und auch eigenständig das Zusammenleben im Staat begleiten!

Das möchte ich denjenigen – aus allen „Richtungen“ – entgegnen, die ständig pauschal behaupten, die „Demo für alle“, AfD usw. seien „Feinde der Demokratie“. Das Gegenteil ist der Fall: Selbstbewusste Bürger mit Herz und Hirn stehen inzwischen mutig auf gegen das, was uns „von oben“ vorgesetzt wird. Wo wir erkennen (müssen / dürfen), wie „gleichgeschaltet“ und einseitig (ÖR-)Medien berichten.

Ich wurde gestern in Kelsterbach von 30 bis 40 schwarz gekleideten Menschen mit jeweils 2 erhobenen Stinkefingern in unsere Richtung empfangen. Nach diesem „Spalier“ konnten wir unbehelligt ins Tagunshaus zum Symposium gehen – und nun war es gut und erhebend, dort zu sein. Ich traf viele alte Bekannte und aufgeschlossene, sehr unterschiedlich engagierte Menschen von 16 – 88 Jahren.

Unsere Kinder und Jugendlichen sollen in Frieden, unbeschadet an Körper und Seele, aufwachsen und ihr Leben, wie auch wir jetzt (noch), in einer freiheitlichen Welt selbst, vernünftig, Wert-orientiert und sinnvoll gestalten können. Das bemühe ich mich als Mutter, auch unseren beiden Kindern (16 und 18 Jahre) mitzugeben.

Mein familienpolitische Einsatz begann 2007, als unsere Tochter in die Schule kam – und gerade damals die bisher vorhandene Bis-Mittags-Betreuung als Wahl-Angebot der Grundschule abgeschafft wurde – es gab nur noch „Ganz(tag)“ oder „gar nicht“.

Ich hatte eine Petition im Landtag NRW mit dem Anliegen, Eltern gleichberechtigte Wahlmöglichkeiten für die Art der Kinderbetreuung anzubieten. Die Petition wurde abgelehnt.

Das brachte mich dazu, nach Verbündeten zu suchen:

Ich stieß recht bald auf Christa Meves (siehe Foto), die den Verein „Verantwortung für die Familie“ (VFa) leitet; auf Maria Steuer, die zu der Zeit (2008) das Familiennetzwerk Deutschland gründete und prägte, auf Birgit Kelle, die engagierte 4-fache Mutter und Autorin, die ich gestern in Frankfurt auch wieder traf, sie war Referentin; auf Eva Herman und Hartmut Steeb von der Evangelischen Allianz (Kirche); auf den „Elternverein NRW“ mit Frau Schwarzhoff,
der sich engagiert und kritisch in meinem Sinne einsetzt, auf Prof. Dr. Albert Wunsch, den engagierte Sozialpädagogen, neben dem und seiner Frau ich sogar zufällig zu sitzen kam – und viele andere.

Familienleben ist nachhaltig – aber auch sehr sensibel und stör-anfällig: So viele Familien zerbrechen rundherum. Ich begleite schlimm gebeutelte Eltern, die unter Kindesentzug durch Jugendämter furchtbar leiden und mit den so schweren Konsequenzen – ohne ihre geliebten Kinder – weiterleben müssen.

Ich versuche auch, älteren Menschen auf ihrem schweren Weg beizustehen – und freue mich über die glücklichen Gesichter, sobald die Rede auf die Enkelkinder kommt: Die natürliche Familie ist (und bleibt!) ein SEGEN und ein GESCHENK! Und sie ist und wird es immer bleiben – die ZUKUNFT unserer Gesellschaft!

Wir tragen VERANTWORTUNG für unsere jungen Mitbürger, die ihren Weg ins Leben erst noch finden müssen – und hoffentlich dabei auch echter LIEBE werden begegnen dürfen! Bevor sie in ihrer „Peer Group“ übergriffliche Erfahrungen (hoffentlich nicht!) werden machen müssen, weil ja die „Grenzen der Moral“ niedergerissen wurden. Weil wir ja „so frei“ leben –  dass dann auch mal ein im Mutterleib schon entstandenes neues Menschlein „weggemacht“ werden muss, ist ja angeblich nur „Zellklumpen“.

Es sind gefährliche Entwicklungen, die im Gange sind. Spannend, dass gerade in diesen Zeiten so viel „sexuelle Übergriffigkeit“ thematisiert wird. FREIHEIT scheint doch nicht ohne Grenzen und klare Regeln und WERTE(-Systeme) zu funktionieren.

Auf die nach 38 Minuten „Diskussion“ im Bundestag gefällte Entscheidung pro „Ehe für alle“ folgen Konsequenzen ernster Art. Es ist Tendenz der aktuellen Politik, erst zu „entscheiden“ – und später selbst über die (vorher nicht recht bedachten) Konsequenzen der Entscheidung – die womöglich „ideologisch“ bedingt oder durch Lobbygruppen „herbeigedrängt“ war – überrascht zu sein.

Der erste Referent der Tagung, Jura-Professor in Rostock, Dr. Benedict, thematisierte denn auch die Frage, ob diese Entscheidung mit Grundgesetz Art. 6, wo der besondere Schutz der Familie verankert ist, vereinbar ist. Er ging dabei auch auf die geschichtliche Entwicklungen der Sicht auf Ehe und der Gesetze dazu ein.

In der folgenden Diskussion zwischen Prof. Spaemann und Jürgen Liminski (Institut für Demografie, Allgemeinwohl und Familie, IDAF) wurde die Frage nach dem Kind beleuchtet: Wie wichtig ihm Vater und Mutter ist, aber auch das Wissen um die eigene Herkunft –  aus dem Reagenzglas oder aus der LIEBE von Mama und Papa…

Frau von Beverfoerdes (große) Kinder –  sie hat vier, ebenso wie Frau Kelle – zeigten sich neben ihrem Ehemann  als fleißige Unterstützer und Mitorganisatoren der großartigen Veranstaltung.

Der erste Vortragende, Prof. Benedict, zeigte sich gleich zu Beginn seines Vortrags betroffen darüber, dass offizielle Politiker und Kirchenleute zu Gegendemonstrationen mit aufgerufen haben, diese, im Gegensatz zu dieser sachlich-fachlichen Tagung, unterstützen – und dass der „Protest“ derart heftig ist, dass Polizei-Hundertschaften uns ganz normale Bürger vor den Angriffen eines Mobs schützen müssen – und dass bereits in der Nacht zuvor 20 Polizisten das Gebäude bewachten – und die Sicherheitskräfte des Veranstaltungsortes, die überall präsent waren. Es ist schon widersinnig.

In den Vorträgen und Diskussionen nach der Mittagspause wurde die Thematik der „Mutterschaft“ – die durch die unterschiedlichen „Varianten“ immer komplexer – rechtlich wie sachlich wird – beleuchtet.

Birgit Kelle (siehe Foto) wies jedoch klar darauf hin, dass jedes Kind ein GESCHENK sei, das Wunder des Lebens – und dass es, auch bei verheirateten herkömmlichen Paaren, kein „Recht“ auf ein Kind gebe!

Nach Kelles Auftritt – pfiffig und praktisch wie gewohnt  – wurde der Blick auf die Welt und die anderen Länder Europas gelenkt.

Unsere Abreise verlief – nach vielen interessanten Begegnungen, Gedanken, Gesprächen, gemeinsamem Essen  –  ab 17:30 Uhr friedlich und ohne Protest. Es folgten interessante Gespräche am  Bahnhof. Mein Adressverzeichnis anderer Engagierter ist erneut um einige Namen gewachsen.

In meinem Leben ist es durch den gestrigen Tag etwas heller geworden!

Unsere Autorin Almut Rosebrock, gelernte Apothekerin, ist Familienmutter und Gründerin des Aktionsbündnisses „Gerne leben mit Kindern“


Bischof Bode & Co: Die „Lebenswirklichkeit“ als neue theologische Erkenntnisquelle?

Daß Osnabrücks Bischof Bode nun über eine kirchliche Segnung homosexueller Paare nachdenken will, kann nicht überraschen. Überraschen kann höchstens, daß der hochwürdige Herr es bei seinem Vorschlag nicht mit den üblichen „pastoralen Erwägungen“ belassen hat, sondern tiefer in das eingestiegen ist, was er für Theologie auf der Höhe der Zeit hält.

Schon seit längerem gilt die „Lebenswirklichkeit“ vielen Zeitgeist-Theologen als Erkenntnisquelle – gleichberechtigt mit der Heiligen Schrift und weit vor jeder Tradition.

Nun erweitert der Bischof diesen unglückselige Konzept auf die politische Realität: Die Politik hat die Homoehe nun mal beschlossen – da muß die Kirche springen. Nicht aus Zwang, sondern aus Einsicht. Und die Einsicht, die die politische Realität dem stellv. Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz offenbart hat, ist:

„Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten. Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?“

Da wird sich Bodes Amtsvorgänger Paulus von Tarsus aber wundern.

Doch damit war zu rechnen, nachdem das sog. Zentralkomitee der dt. Katholiken (ZdK) bereits im vergangenen Sommer mit ähnlichen Vorstellungen hervorgetreten war.

Aus bischöflichen Kreisen war damals zwar verhaltener Widerspruch laut geworden, aber es ist ja nicht so, daß das ZdK und die Bischofskonferenz nicht auf vielfache Weise miteinander verknüpft wären.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: http://www.summorum-pontificum.de/themen/glaubenskrise/1253-zeugnisse-der-apostasie-i.html

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Abromeit zum „Bischof des Jahres“ ernannt

Die evangelische Nachrichtenagentur IDEA hat acht Persönlichkeiten zu „Christen des Jahres“ gewählt. So benannte die Redaktion Hans-Jürgen Abromeit als „Bischof des Jahres“ ; er ist evang.-lutherischer Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern.

Als einziger landeskirchlicher Leiter sandte er ein ermutigendes Grußwort an den „Marsch für das Leben“ in Berlin.

Neben dem evang. Landesbischof Sachsens, Carsten Rentzing, und dem ev. Landesbischof von Schaumburg-Lippe, Karl-Hinrich Manzke, ist Abromeit der einzige protestantische Kirchenrepräsentant gewesen, der an der „Ehe für alle“ Kritik übte.

Keiner sonst prangerte auch die Verfolgung von Christen durch Islamisten so deutlich an wie Bischof Abromeit. „Müssten sich nicht alle Regierungen und Kirchen zusammentun, um dem Christozid im Orient Einhalt zu gebieten?“, fragte er beim Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd.

Weiter sagte er: „Wir müssen bereit sein, für unseren Glauben notfalls zu leiden und zu sterben.“

Der Glaube an Christus sei etwas anderes als die „Wohlfühlreligion, die wir heute manchmal auf Kirchentagen oder bei manchem ‚Wort zum Sonntag’ hören’.“

FORTSETZUNG des Berichts über weitere IDEA-Ernennungen: http://www.idea.de/glaube/detail/christen-des-jahres-2017-103694.html


Frankfurt: Symposium zur Homo-Ehe und den „Folgen für alle“ am 20.1.2018

Hedwig von Beverfoerde

Die Öffnung der Ehe am 30. Juni 2017 ist verfassungsrechtlich äußerst umstritten und zieht fatale Entwicklungen nach sich. Deshalb setzen wir uns mit aller Kraft für eine Normenkontrollklage gegen das Ehe-Öffnungsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht ein.

Um die tiefen Gründe dafür auszuloten, haben wir gemeinsam mit der internationalen Petitionsplattform CitizenGO unser drittes Symposium mit Experten vorbereitet, die die Ehe-Öffnung und deren gravierende Folgen für Kinder, Frauen und Gesellschaft unter die Lupe nehmen werden.

Symposium: »Öffnung der Ehe – Folgen für alle« 

Am Samstag, den 20. Januar 2018, von 11 – 18 Uhr in Frankfurt am Main

(Die genaue Tagungsadresse werden wir wenige Tage vor der Veranstaltung an alle angemeldeten und bestätigten Teilnehmer schicken.) 

Programm:

11.00 Uhr Einführung Hedwig von Beverfoerde
11.15 Uhr Prof. Dr. Jörg Benedict: »´Ehe für alle` – stiller Verfassungswandel oder offener Verfassungsbruch?«
12.00 Uhr Dr. Christian Spaemann im Interview: »Diversity und Elternschaft – brauchen Kinder Vater und Mutter?«
12.30 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Dr. Stephanie Merckens: »Leihmutterschaft auf dem Vormarsch – die rechtlich-ethische Situation«
14.45 Uhr Birgit Kelle: »Leihmutterschaft: Wie Menschenhandel wieder salonfähig gemacht wird«
15.30 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr N.N.: »Nächster Öffnungsschritt: Polygamie?«
17.00 Uhr Tobias Teuscher im Interview: »Ehe-Öffnung in Europa und weltweit«

Die Interviews werden geführt von Jürgen Liminski.
Alle Informationen, auch zu den Referenten hier: www.folgen-der-eheoeffnung.de.

Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.
Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich: Zur Anmeldung. (Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.)

Für Werbung in Ihrem Umfeld können Sie gern unseren Symposiums-Flyer bestellen (hier online bestellen oder mit einer E-Mail an symposium@demofueralle.de unter Angabe Ihrer Adresse und der gewünschten Anzahl).

Unsere Autorin Freifrau Hedwig von Beverfoerde ist Leiterin der Initiative DEMO FÜR ALLE: www.demofueralle.de