Aktiver Lebensrechtler Walter Schrader aus evang. Landeskirche EKBO ausgetreten

Der evangelische, theologisch konservative Christ Walter Schrader war von 1990 bis 2008 Geschäftsführer von KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren), einem Lebensrechtsverband, der bereits kurz nach der „Wende“ in den neuen Bundesländern entstanden ist (wobei die Anfänge der Bewegung bis in die „DDR“-Zeit zurückreichen).

Seit Jahrzehnten haben wir gerne und sehr gut mit KALEB zusammengearbeitet, besonders mit Walter Schrader (siehe Foto), der zugleich Mitgründer vom „Marsch für das Leben“ in Berlin ist.

Kürzlich erschien sein Buch „Die KALEB-Geschichte“ mit dem programmatischen Untertitel „Unser Leben – für das Leben“ im Verlag für Kultur und Wissenschaft (VKW) von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher.

Der einsatzfreudige Lebensrechtler ist jetzt gemeinsam mit seiner Frau Inge Schrader aus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) ausgetreten; ihre Motive begründet das Ehepaar in einem Schreiben an den scheidenden Gemeindepfarrer Beyer – einer der Gründe: Der neue Pastor in Karow ist mit einem Mann verheiratet.

Sehr wesentlich für die Entscheidung zum Austritt ist die Haltung der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) und der EKBO zur Abtreibungsfrage, wobei die Frauenversammlung der EKBO sogar soweit ging, eine Abschaffung des §218 zu fordern – und somit die vollständige Abtreibungsfreiheit bis vor der Geburt (wie dies schon seit jeher die Grünen und die Linkspartei verlangen). Das evangelikale Ehepaar Schrader möchte nun in eine theologisch konservative Freikirche eintreten.

Walter Schrader hat uns seinen Austrittsbrief vom 28. August 2021 übermittelt, den wir hier mit seiner freundlichen Erlaubnis im vollen Wortlaut dokumentieren:

Lieber Herr Pfarrer Beyer,
wir möchten Ihnen persönlich Danke sagen und Ihnen für Ihren Ruhestand Gottes Segen wünschen, ebenso Ihrer Frau und Familie.

Es fällt uns schwer, Ihnen hiermit mitzuteilen, dass wir zum Monatsende aus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Oberlausitz austreten. Letzter Anstoß dazu war, dass Herr Pfarrer Jörg Zabka, der mit einem Mann verheiratet ist, im kirchlichen Dienst Ihnen nachfolgt.

Das hat nun aber mit Homophobie nichts zu tun („Phobie“ = Angst). Wir sehen es als nicht bibelgemäß an, dass homosexuelle Pfarrer im kirchlichen Verkündigungsdienst stehen.

Ein weiterer Grund ist die Position der EKD und der EKBO zum menschlichen Lebensrecht, insbesondere zur vorgeburtlichen Kindestötung.

Schon seit langer Zeit sehen wir diese Entwicklung mit großer Besorgnis. Wir sind entsetzt, dass die Frauenversammlung der EKBO im Februar dieses Jahres die ersatzlose Streichung des Paragrafen 218 und 219a gefordert hat.

Das heißt: Freigabe der Abtreibung bis kurz vor der Geburt. Zudem soll die vorgeburtliche Kindstötung als normale medizinische Dienstleistung behandelt werden. Dass Christinnen so etwas fordern, macht fassungslos! Bei aller Achtung vor der Selbstbestimmung der Frau, findet sie doch die Grenze am Recht auf Leben ihres ungeborenen Kindes.

Als ehemaliger Mitinitiator vom „Marsch für das Leben“ bin ich sehr betroffen, dass die EKD und EKBO schon seit längerem zu dieser Pro-Life-Aktion eine ablehnende Haltung einnehmen, getreu dieser Linie auch unsere Gemeindeleitung.

Dieser jährliche „Marsch für das Leben“ will auf die hunderttausendfache Tötung vorgeburtlicher Kinder aufmerksam und Mut zu Familie und Kindern machen. Viele hauptsächlich ehrenamtliche Christen engagieren sich hoch motiviert in der Lebensrechtsbewegung bei Beratung und Hilfe für Schwangere in Not, begleiten auch Frauen, die Abtreibung erlebt haben.

Was mag man daran anstößig finden?! Müsste nicht gerade die Kirche für den Schutz und das Recht auf Leben jedes Menschen, auch der noch nicht geborenen, eintreten?

Unverständlich war auch das Schweigen der EKD zu dem skandalösen Beschluss des Europäischen Parlamentes vom Juni dieses Jahres („Matic-Bericht“), Abtreibung zum Menschenrecht zu erklären.  

Und auch dies noch: In dem multireligiösen Gottesdienst in der St. Marienkirche Berlin am Vortag des CSD stimmte eine Frau in Regenbogenfarben gehüllt „Allahu Akbar“ an – „Allah ist am größten“ (IDEA 30/31 vom 28.07.2021). Hier wurde also in einer christlichen Kirche ein Gott verherrlicht, der nicht unser Gott ist. Da fehlen einem die Worte.

Man könnte noch manches anfügen, wo wir leider sagen müssen: Mit dieser unserer Evangelischen Kirche verbindet uns kaum noch etwas.

Wie Sie sich denken können, gehen wir diesen Schritt des Austritts mit Wehmut. Ja, er ist uns wirklich schwer gefallen. Selbstverständlich bleibt unser Christ-Sein von all dem unberührt. Wir hoffen, alsbald in einer Freikirche eine neue geistliche Heimat zu finden.

Übrigens habe ich mich achtzehn Jahre im Rahmen des Lebensrechtsvereins KALEB e.V. für das menschliche Lebensrecht und für Schwangere und Familien eingesetzt. Daraus ist das beiliegende Buch „Die KALEB-Geschichte“ entstanden, das einen Einblick in diese Arbeit für das Leben geben will.  

Mit allen guten Wünschen, auch für das gesegnete Wohlergehen der Gemeinde in Karow verbleiben 

Freundlich grüßend
Inge und Walter Schrader

Dieser Brief ergeht auch an den Bischof der EKBO, Dr. Christian Stäblein

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Israel: Offener Brief eines judenchristlichen Gemeindeleiters an Ministerpräsident Orban

Von Klaus Moshe Pülz

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Orban,

mit großem Bedauern erfahre ich aus den deutschen Medien und seitens der Frau von der Leyen in ihrer Funktion als EU-Kommissionspräsidentin, wie Sie im Zusammenhang mit der Regenbogen-Debatte in einer Weise attackiert werden, als würden Sie gegen die Menschenrechte verstoßen, weil Sie zurecht die Propagierung homosexueller Praktiken strikt ablehnen.

Ich erlaube mir, Ihnen meinen kritischen Beitrag über die „Ehe für alle“ aus dem „Deutschen Katholischen Sonntagblatt“ zur Kenntnis zu geben.

Es ist eine Schande und Ungeheuerlichkeit, das Symbol des Regenbogens als einem Zeichen des Friedens zwischen Gott und dem Menschen dazu zu mißbrauchen, die schwere Sünde der praktizierten Homosexualität als angebliches „Menschenrecht“ über das Gotteswort zu stellen.

In meinem Beitrag im „Deutschen Katholischen Sonntagblatt“ führte ich all  jene Bibel-Passagen auf, die sich eindeutig gegen homosexuelle Handlungen aussprechen.

Aus diesem Grunde teilen wir israelische Judenchristen die Auffassung des Apostels Paulus und die des amtierenden Papstes Franziskus.

Unser Heiland Jesus Christus vergleicht in Lukas 17,25 ff. die Zeit vor seiner Wiederkunft mit den „Tagen Noahs und Lots samt all der sittlichen Verworfenheit, wie sie bereits zu Lebzeiten von Noah und Lot herrschte. In dieser Glaubensgewißheit sage ich all jenen Personen, die mutwillig sündigen oder zur Sünde aufrufen, voraus, daß sie keinen Anteil am ewigen Leben haben werden.

Mein Vater Erich Pülz in seiner Funktion als Chefarchitekt der MAN-Werke ist übrigens der Baumeister des Olympiastadions in München und würde sich über die derzeitige öffentliche Kontroverse sehr wundern.

Klaus Mosche Pülz,
Buchautor, Theologe, Vorsitzender des deutschen ZeLeM-Verein e.V. und der „Messianischen Bekenntnisgemeinschaft“ in Israel


Finnland: Christliche Politikerin angeklagt, weil sie sich kritisch zu Homothemen äußerte

Päivi Räsänen droht eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Jahren. Finnlands Generalstaatsanwaltschaft hat die christliche Abgeordnete formell angeklagt, nachdem sie ihre Ansicht über Ehe und Sexualität geäussert hatte.

Die Physikerin und ehem. Innenministerin Päivi Räsänen wird wegen «Hassrede» angeklagt; ihr wird eine Streitschrift von 2004, eine Äusserung von 2018 und ein kürzlicher Tweet zur Last gelegt.

Die 61-Jährige wurde erstmals 2019 von der Polizei befragt, nachdem sie die lutherische Kirche – deren Mitglied sie ist – wegen ihrer offiziellen Unterstützung für eine homosexuelle LGBT-Pride-Veranstaltung kritisiert hatte (Livenet berichtete).

Räsänen bleibt bei ihrem Standpunkt und beruft sich auf Meinungs- und Religions-Freiheit: „Ich kann nicht akzeptieren, dass die Äusserung religiöser Überzeugungen eine Inhaftierung bedeuten könnte“, zumal sie niemanden bedroht, verleumdet oder beleidigt habe, sondern lediglich das biblische Zeugnis zu Ehe, Sexualität und Gottes Schöpfungsordnung vertreten habe.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.jesus.ch/magazin/gesellschaft/christen_in_der_gesellschaft/390238-christliche_politikerin_wegen_eheansichten_angeklagt.html


Papst besorgt über Homo-Causa im Klerus

Zur Homosexualität im Klerus äußert sich Papst Franziskus in einem 2018 erschienenen Buch mit dem Titel „Die Kraft der Berufung und erklärt darin, ihn „beunruhige“ diese Thematik:

„Die Frage der Homosexualität ist ein sehr ernstes Thema, das von Anfang an bei den Kandidaten (für das Priesteramt) richtig berücksichtigt werden muss, wenn das der Fall ist. Wir müssen anspruchsvoll sein. In unseren Gesellschaften scheint es sogar, dass Homosexualität in Mode ist und dass die Mentalität in gewisser Weise auch das Leben der Kirche beeinflusst.“

Der Pontifex schreibt weiter, dass bei der Ausbildung von Kandidaten für das Priestertum oder Ordensleben „mit großer Sorgfalt auf die menschliche und affektive Reife“ geachtet werden müsse:

„Wir müssen ernsthaft unterscheiden und auf die erfahrene Stimme der Kirche hören. Wenn nicht darauf geachtet wird, all dies zu erkennen, nehmen die Probleme zu.“

Quelle und vollständige Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/dafur-nicht-der-geeignete-ort-papst-franziskus-aussert-sich-zur-homosexualitat-im-klerus-3989


Zunehmendes Schisma in der kath. Kirche?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Kirchenhistoriker Kardinal Walter Brandmüller stellt auf „Kath.net“ fest:

“Das Schisma in Deutschland hat schon begonnen… man kann von einem Schisma sprechen, wenn ein Prozess im Gange ist, der zur Loslösung von der hierarchischen Gemeinschaft, vom Papst führt…Man muss aufpassen, dass man nicht zwei Aspekte verwechselt, das Schisma und den Dissens auf der Ebene der Lehre, denn in diesem Fall haben wir mit Häresie zu tun. Im deutschen Fall haben wir diese beiden Aspekte“.

BILD: Unser Autor Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift FELS

Dafür drei Beispiele:

„Frauen sollen predigen dürfen“ lautet eine Artikelüberschrift der Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, Nr. 15 vom 11. April 2021, S. 10. Im Text heißt es u.a.

Das Bistum Osnabrück will Frauen und nichtgeweihte Männer häufiger in Gottesdiensten predigen lassen. Es bietet deshalb erstmals Predigtwerkstätten an, die allen Interessierten offenstehen… damit sollen sie sich auf die Aktion ‚Wir verkünden das Wort‘ vorbereiten, bei der ehren- und hauptamtlich Engagierte dazu aufgerufen seien, in Gottesdiensten das Wort Gottes auszulegen. Im vergangenen Jahr hatte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode… Frauen ausdrücklich zur Verkündigung aufgerufen“.

Der etwas schwammige Begriff „Gottesdienste“ sagt nicht aus, ob es sich bei diesem Aufruf auch um Eucharistiefeiern handelt.

Für diesen Fall gilt, was in der „Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester“ vom 15. August 1997 steht, die von sechs Präfekten römischer Kongregationen und zwei Präsidenten päpstlicher Räte unterzeichnet ist. Diese Instruktion wurde von Papst Johannes Paul II. am 13. August 1997 approbiert und zur Veröffentlichung angeordnet. Darin heißt es in Artikel 3 zur Predigt:

„Die Homilie: …Daher muss die Homilie während der Eucharistiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon, vorbehalten sein. Ausgeschlossen sind Laien, auch wenn sie in irgendwelchen Gemeinschaften oder Vereinigungen Aufgaben als ‚Pastoralassistenten‘ oder Katecheten erfüllen. Es geht …um eine demjenigen vorbehaltene Aufgabe, der mit dem Weihesakrament ausgestattet wurde. Deshalb ist nicht einmal der Diözesanbischof bevollmächtigt, von der Norm des Canons zu dispensieren“…

Unter der o.a. Quelle finden wir auch den Artikel „Segnungsverbot: Kritik wird lauter“:

„Nach Absage der Glaubenskongregation an die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare haben die Vorsitzenden der fünf deutschsprachigen katholischen Frauenverbände die Glaubenskongregation der katholischen Kirche in einem offenen Brief dazu aufgerufen, das Verbot aufzuheben…

Prof. Dr. Martin Kirschners, Inhaber des Lehrstuhls für Theologie in Transformationsprozessen der Gegenwart an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stellt fest, die Diskussionen um das Nein zur Segnung homosexueller Paare stehe in Zusammenhang mit der Gesamtsituation der katholischen Kirche. Deshalb sei der „Synodale Weg“ notwendig und unausweichlich. Aus Sicht Kirschners gehe es nun darum, Lebenswirklichkeiten in den Blick zu nehmen‘…

Auch der Bundesverband der Religionslehrerinnen und Religionslehrer in Gymnasien (BKRG) nahm… auf den Brief aus Rom Bezug… Sie könnten nicht hinnehmen, ‚dass eine ausgrenzende und auch theologisch nicht vertretbare Sexualmoral auf dem Rücken unserer Mitmenschen ausgetragen wird und die Glaubwürdigkeit unseres persönlichen Zeugnisses und unseres Glaubens‘ untergrabe“.

Die Lehre der katholischen Kirche zur Homosexualität findet sich im Katechismus der katholischen Kirche (KKK). Daraus seien die Sätze zitiert:

Homosexuellen „ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ (KKK, 2358).

Aber auch: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie (Homosexualität) als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen… Sie sind in keinem Fall zu billigen“ (KKK 357).

Ein drittes einschlägiges Beispiel zur Bestätigung der Aussagen von Kardinal Brandmüller findet sich unter der o.a. Quelle mit der Überschrift “Zugang zu allen Ämtern – Sr. Philippa: Frauenteilhabe muss sich ändern“.

Die Ordensschwester Philippa Rath aus der Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen fordert: „Frauen müssten Zugang zu allen kirchlichen Ämtern bekommen“. Das verlangt die Benediktinerin im „Interview der Woche“ des Radiosenders „B5 aktuell“.

Wir können annehmen, dass die Benediktinerin Rath das apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“ vom 22. Mai 1994 mit dem abschließenden Satz kennt:

„Damit also jeder Zweifel bzgl. der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich Kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22.32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“.

Was ist zu tun?

In einer Zeit der Verwirrung, die sowohl durch Unkenntnis der Lehre der Kirche wie durch fehlende Bereitschaft zur Umkehr gekennzeichnet ist, kommt dem Bekennermut der Gläubigen eine besondere Bedeutung zu.

Die Befreiung, die Kraft und die Freude, die von einem authentischen Glauben ausgehen, bezeugen uns jene, die zur Kirche und zu einem persönlichen Verhältnis zu Gott gefunden haben. Ihr Beispiel haben wir vor Augen.


Kardinäle aus Afrika und USA verteidigen das Segensverbot für Homo-Partnerschaft

Die Kardinäle Peter Turkson und Sean O’Malley haben das Nein der Glaubenskongregation zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare verteidigt.

O’Malley, der Erzbischof von Boston ist und zum Kardinalsrat des Papstes gehört, erklärte bei einem Webinar der Washingtoner Georgetown-Universität, die Kirche wolle „allen Menschen in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit nahe sein“. Zugleich habe sie „eine sehr klare Lehre zur Ehe“, die es zu verteidigen gelte.

Ähnlich äußerte sich Kardinal Turkson, der aus Ghana stammt und das Vatikan-Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen leitet: „Kein Papst und kein Seelsorger in der Kirche“ komme, wenn es um den „Weg zum Heil“ gehe, am Zeugnis der Heiligen Schrift vorbei, weil sie das Licht der Offenbarung Gottes enthalte.

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-03/vatikan-kardinaele-segen-homosexuell-paar-verbot-professoren-dt.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Bischof Overbeck will die Sexualmoral ändern

Von Felizitas Küble

Am 19. März 2021 veröffentlichte die amtliche Webpräsenz des Bistums Essen einen Artikel mit dem Titel: „Bischof Overbeck wirbt für kirchliche Neubewertung der Homosexualität“.

Der dortige katholische Oberhirte, der früher als Weihbischof in Münster amtierte, wandte sich in einem Brief an die Pfarrgemeinden seiner Diözese, um dort seinen Ungehorsam gegenüber dem Dokument der vatikanischen Glaubenskongregation zu unterstreichen, das eine Segnung homosexueller Partnerschaften verbietet.

Passenderweise ziert diesen Beitrag ein banales Bild mit Riesenlettern „Glaube – Sex“.

Bischof Franz-Josef Overbeck berichtet – feministisch „korrekt“ – von Zuschriften „vieler Seelsorgerinnen und Seelsorger“, die ihm eine „offene Ablehnung der lehramtlichen Position“ mitgeteilt hätten.

Statt diesen Zeitgeistlichen und Laien nun die Leviten zu lesen oder zumindest das theologische Einmaleins zu verklickern, betrachtet der progressiv ausgerichtete Würdenträger dies als eine Causa, „die nicht mehr ignoriert werden darf“.

Angesagt sei jetzt eine „ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität“, läßt der Herr Bischof ernsthaft verlauten. Wohlgemerkt: Er spricht nicht von einer Wertschätzung der gleichgeschlechtlich geprägten PERSONEN, was durchaus theologisch korrekt wäre, sondern ausdrücklich von der „Homosexualität“ an sich!

Damit von seinen Schäflein niemand auf andere bzw. vernünftige oder gar biblische Gedanken kommt, wehrt er vorsorglich gleich ab, man dürfe nicht etwa „fundamentalistischen Versuchungen“ erliegen.

Es wäre auch zu traurig, wenn Gläubige das überlieferte „Schriftzeugnis, Lehramt und Tradition“ eins zu eins für voll nähmen; vielmehr müssen diese drei Säulen christlichen Glaubens – so Overbeck – in unsere Zeit mit ihren „Zeichen“ übersetzt werden, schließlich sei doch die Tradition „ein lebendiges Geschehen“.

Gewiß, Herr Bischof, lebendig schon, aber nicht widersprüchlich in den wesentlichen Aussagen der Kirche.

Was jahrtausendelang gemäß der Heiligen Schrift als Botschaft Gottes verkündet wurde, kann nicht heute plötzlich falsch sein, nur weil einige Oberhirten theologisch stärker mit dem Zeitgeist als mit dem Heiligen Geist verbunden sind.

Im übrigen wäre Overbeck nie zum Bischof geweiht worden, wenn er nicht vor diesem feierlichen Geschehen versprochen hätte, sich als Oberhirte voll und ganz an der Lehre der Kirche zu orientieren.

Sein Amt ist eben nicht nur Würde, sondern auch Bürde, nicht nur Lust, sondern auch Last – wenn man den notwendigen Widerstand gegenüber heutigen „Reform“-Forderungen überhaupt als „Bürde“ und „Last“ definieren will, womit man diesen angepaßten Hierarchen schon weit genug entgegenkäme, denn die Offenbarung Gottes und seine Schöpfungsordnung sollten für alle Kirchenvertreter höchst erfreulich sein und beileibe nicht nur Pflichterfüllung – aber selbst diese wird noch verweigert.

Ein Bischof hat grundsätzlich weder seine eigenen Spleens zu verkünden noch dubiose Pseudo-Anliegen von „Seelsorerinnen und Seelsorgern“, sondern die zeitlose Botschaft des Ewigen, die für alle Gläubigen verbindlich ist – auch und vor allem für Bischöfe.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Ehe und Familie sind von Gott gewollt

Pressemeldung der Priesterbruderschaft St. Pius X:

In den letzten Tagen haben verschiedene Medien Äußerungen des Papstes zur Homosexualität aufgegriffen. Es geht dabei insbesondere um diese Sätze:

„Homosexuelle haben ein Recht darauf, Teil der Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes und haben ein Recht auf eine Familie. Niemand sollte hinausgeworfen werden oder deswegen unglücklich gemacht werden… Was wir brauchen, ist ein Gesetz zur eingetragenen Lebenspartnerschaft. Auf diese Weise sind sie rechtlich abgesichert. Dafür bin ich eingetreten.“

Es ist selbstverständlich, dass man homosexuell empfindenden Menschen liebevoll, mitfühlend und mit Achtung zu begegnen hat.

Es ist aber ebenso daran festzuhalten, dass die Familie als Keimzelle der menschlichen Gesellschaft von Gott gewollt und eingesetzt ist. Die „Institution“ Familie darf nicht der Beliebigkeit menschlicher Gesetzgeber unterworfen sein. Klar fasst der Katechismus der Katholischen Kirche das in diese Worte:

„Ein Mann und eine Frau, die miteinander verheiratet sind, bilden mit ihren Kindern eine Familie. Diese Gemeinschaft geht jeder Anerkennung durch die öffentliche Autorität voraus; sie ist ihr vorgegeben. Man muss sie als die normale Beziehungsgrundlage betrachten.“ (KKK 2201)

Alle Gesetze, welche die Familie schwächen und in Frage stellen, untergraben ihre Rolle als Grundlage der Gesellschaft und sägen dadurch den Ast ab, auf dem wir sitzen. Hierzu gehören neben den Gesetzen zur „Ehescheidung“ alle Gesetze, durch die andere gemeinschaftliche Lebensformen der Ehe gleichgestellt werden sollen.

Dass nun anscheinend sogar der Papst solche Gesetze wünscht, ist äußerst bedauerlich und für uns unverständlich. Es verwundert nicht, dass progressistische Theologen schon nach einer entsprechenden Änderung des Katechismus verlangen. Ein Dammbruch droht.

Die vielen christlichen Familien, die in einer ihnen feindselig gesinnten Gesellschaft mit Hingabe Großartiges leisten, hätten jede Art Unterstützung nötig. Sie sehen sich enttäuscht und von denen im Stich gelassen, die sie am meisten unterstützen sollten.

Pater Stefan Pfluger, Distriktoberer

Quelle: https://fsspx.de/de/news-events/news/stellungnahme-des-distriktoberen-61392


Homosex: Kölner Domradio auf Abwegen

Von Ursula Zöller

Der Chefredakteur des Kölner Domradios, Ingo Brüggenjürgen, hat sich in einem Kommentar über die Papstaussagen zur Homosexualität geoutet. Nicht als Homosexuellen, denn er hat (vorsichtshalber?) seine Kinder erwähnt, sondern als jemand, der offenbar nichts von dem hält, was die Kirche zur Homosexualität lehrt.

Er lobt den Papst für Äußerungen, die nun kursieren, und spricht ihm Mut zu. Ob Franziskus sich darüber freut?

Allerdings vermischt Herr Brüggenjürgen Dinge, die er als Chefredakteur eines katholischen Mediums unterscheiden können müsste. Er macht aus der unbestritten richtigen Aussage des Katholischen Katechismus, dass homosexuelle Menschen „nicht in irgendeiner Form ungerecht zurückgesetzt“ werden dürfen, die Unterstellung, dass praktizierte Homosexualität folgerichtig in Ordnung wäre.

Er müsste doch die alte kirchliche Lehre kennen, dass man den Sünder lieben muss, die Sünde aber nicht lieben darf. Und dieser selbe Katechismus, den er für seine Meinung zitiert, sagt eben auch, homosexuelle Handlungen „sind in keinem Fall zu billigen.“

„Die Kirchenwelt wird ein wenig regenbogenbunter – und das ist gut so“, findet der Journalist und fährt dann in geradezu lästerlicher Art fort: „Man denkt Familie nicht mehr länger nur als `Heilige Familie´ mit Vater, Mutter, Kind.“

Und es wird noch schlimmer: Herr Brüggenjürgen spricht von seiner Familie, dass für die Großeltern Homosexualität noch widernatürlich war, dass aber seine Generation längst begriffen habe, „ dass Homosexualität keine Sünde sein kann – und für meine Kinder ist Homosexualität Gott sei Dank `so normal wie Kaugummi kauen´“.

Gott für diese Ansicht heranzuziehen scheint mir – wie der ganze Kommentar – ziemlich abwegig. Und wenn schon vom Kaugummi kauen die Rede ist: Ich finde, sein Kommentar ist so unangebracht wie Kaugummi unter dem Schuh.

Erstveröffentlichung des Beitrags unserer Autorin hier: https://frauenundkirche.wordpress.com/2020/10/26/von-homosexualitat-und-kaugummi-kauen/


Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zu Papstaussagen über Homosexualität

Medienberichte verunsichern lehramtstreue Katholiken. Sie sehen darin den Versuch, unter den Gläubigen Verwirrung zu schaffen.

So schrieb die „Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 23.10.2020 auf der Titelseite unter der Überschrift „Papst bestärkt Homosexuelle“ und zitiert Papst Franziskus aus einem Dokumentarfilm: „Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes, sie haben das Recht auf eine Familie.“
Weiter: „Wir müssen ein Gesetz für zivile Partnerschaften schaffen.
Sie haben das Recht, rechtlich abgesichert zu sein.“

In der gleichen Ausgabe der AZ (S. 5) wird Franziskus unter der Überschrift „Papst unterstützt homosexuelle Paare“ mit einer früheren Aussage zitiert:
„Wenn eine Person homosexuell ist, Gott sucht und guten Willen hat, wer bin ich, über sie zu urteilen.“

Folgendes sagt der Katechismus der katholischen Kirche, der die Lehre der Kirche (KKK) zur Homosexualität wiedergibt:

Ziffer 2357: „Gestützt  auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass homosexuelle Handlungen in sich nicht in Ordnung sind.
Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz,
denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen.
Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

Und in Ziff. 2358 heißt es: „Ihnen (den Homosexuellen) ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“

Die Lehre der Kirche unterscheidet also deutlich zwischen „homosexuellen Handlungen“ und homosexuell veranlagten Menschen.

Die Aussagen von Papst Franziskus beinhalten keine Rechtfertigung der Homosexualität. Sie beziehen sich auf die Behandlung Homosexueller als Menschen  und Glieder der Zivilgesellschaft.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken