Bischof Meier pro Homopaar-Segnung: Damit stellt er sich gegen den Vatikan

Von Dr. Gero Weishaupt

In der Fernsehsendung „Münchner Runde“ des Bayerischen Rundfunks am Mittwochabend zeigte sich der Augsburger Bischof Bertram Meier offen für die Segnung homosexueller Paare. „Ich lehne niemals einen Segen ab für Menschen, die zu mir kommen, um sich segnen zu lassen“, sagte er.

Er vermeide allerdings alles, um den Eindruck zu erwecken, es sei eine Ehe: „Ich würde nicht mit der Stola die Hände umwickeln und Formeln sprechen, die bei einer sakramentalen Eheschließung sind“.

Doch wie hält der Bischof es dann mit dem Verbot des Papstes, homosexuelle Paare zu segnen?

In einem Responsum auf ein Dubium hatte die Glaubenskongregation  dieses Verbot ausgesprochen. Die Antwort auf diese Gretchenfrage blieb der Augsburger Bischof den Fernsehzuschauern schuldig.

Es geht um Segen, nicht um Eheschließung

Niemand zieht in Zweifel, dass der Bischof einen Segen dann nicht spendet, wenn der Eindruck entstünde, es handele sich um eine kirchliche Eheschließung. Darum ging es auch gar nicht in dem Responsum aus Rom.

Dessen Gegenstand war das Verbot der Segnung homosexueller Paare zum Schutz der Ehe, also des Verbotes der Spendung eines Sakramentale, eines Segens, nicht der Simulation einer kirchlichen Eheschießung. 

Man darf  wohl auch davon auszugehen, dass die, die sich bei der Segnungsaktion im Mai haben segnen lassen, damit keine Eheschließung bezweckt haben. Ihnen ging es um den Segen Gottes über ihre Beziehung. Diesen Segen aber hatte Rom unmissverständlich verboten.

Vor dem Hintergrund des Verbotes aus Rom und der Aussage des Bischofs, er lehne „niemals einen Segen ab für Menschen, die zu mir kommen, um sich segnen zu lassen“, der er den Satz hinzufügte: „Gutes Sprechen aus dem Munde Gottes sollten wir niemandem verweigern“, war die Schlussfolgerung von Clara Steinbrecher, der neuen Vorsitzenden der kirchentreuen Bewegung Maria 1.0, nur logisch und konsequent: „Damit stellen Sie sich aber offensichtlich gegen Rom.“

Quelle: https://www.kathnews.de/vorsitzende-von-maria-1-0-damit-stellen-sie-sich-offensichtlich-gegen-rom


Warum die Ehe ein genialer Einfall Gottes ist

Zur Debatte um die Segnung homosexueller Partnerschaften

Cordula Mohr und Dominik Terhorst erinnern in ihren Leserbriefen in der MV (Münsterländischen Volkszeitung) mit Recht an die Glaubenslehre der katholischen Kirche über Ehe und Familie, aber auch an die allgemeine Schöpfungsordnung Gottes.

Die Ehe zwischen Adam und Eva wurde bereits im Paradies gestiftet und mit dem ersten Auftrag Gottes an die Menschen verbunden: „Wachset und mehret euch, erfüllet die Erde und macht sie euch untertan.“ – Die Ehe mit ihrer Ergänzung von Mann und Frau ist ein genialer Einfall des Schöpfers, um die Liebe und Treue der beiden Partner zu stärken und den Kindern in einer Familie Geborgenheit und „Nestwärme“ zu schenken.

Jesus hat die christliche Ehe sogar zu einem Sakrament erhoben und damit ihre Würde und Unauflöslichkeit bekräftigt. Deshalb ruht auf der Ehe ein besonderer Segen und eine Verheißung Gottes. Dies ist aber keineswegs der Fall bei einer homosexuellen Verbindung, zumal sie weder der schöpfungsgemässen Ergänzung noch der Weitergabe des Lebens dient.

Was von Gott nicht befürwortet wird, das kann auch die Kirche nicht segnen. Das gilt freilich nicht allein für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, sondern auch für alle anderen  – somit auch heterosexuellen – Intimbeziehungen außerhalb der Ehe.

Wenn Dechant Thomas Hüwe aus Rheine im MV-Bericht „Vielfalt der Lebensentwürfe feiern“ vom 21. Mai mit den Worten zitiert wird, es könne doch nicht sein, „dass Priester Gebäude oder Fahrzeuge segnen, aber nicht die vielfältigen Formen menschlicher Liebe“, dann sollte er auch erwähnen, dass der einzelne homosexuelle Gäubige sehr wohl gesegnet werden kann wie alle anderen Menschen auch.

Lediglich der konkrete Segen zugunsten einer gleichgeschlechtlichen Intimverbindung ist nicht möglich, weil die Kirche dazu von Gott keine Vollmacht erhalten hat.

Es kommt einer Willkürherrschaft gleich, wenn Zeitgeistliche sich nicht mehr an der biblischen Lehre orientieren, sondern am Beifall der Medien oder eigenen subjektiven Einfällen.

DIESER LESERBRIEF von Felizitas Küble wurde heute vollständig in der MV veröffentlicht


Respektieren wir Gottes Schöpfungsordnung!

Von Cordula Mohr

Eine Segnung homosexueller Partnerschaften wurde vom Vatikan ausdrücklich verboten. Somit ist es  gar nicht möglich, dass ein wirklicher Segen auf diese Paarverbindungen kommt, weil diese Aktion im bewußten Ungehorsam erfolgt ist.

Es ruht kein Segen darauf, wenn kirchliche Rituale für fremde Zwecke vereinnahmt werden. Gültige Segensfeiern kann es nur in Übereinstimmung mit Rom geben.

Das rebellische Vorgehen ist auch unfair gegenüber den Betroffenen: Meines Erachtens wird den homosexuellen Paaren seitens der Gemeindepfarrer, die studierte Theologen sind, bewußt Sand in die Augen gestreut; sie werden letztlich missbraucht, um ein Zeichen gegen das katholische Lehramt zu setzen und vor allem die kirchliche Sexualethik zu bekämpfen.

Natürlich können alle Menschen als Einzelpersonen einen Segen von der Kirche empfangen, dabei spielt die sexuelle Ausrichtung keine Rolle. Nach jeder hl. Messe kann jeder Gläubige den priesterlichen Segen erhalten.

Natur Mensch Umwelt

Die Kirche hat aber keine Vollmacht von Christus bekommen, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, denn was Gott nicht billigt, das kann und darf auch die Kirche nicht segnen.

Das ist keine Willkür oder Schikane, sondern die Kirche ist verpflichtet, die Schöpfungsordnung Gottes zu respektieren, wonach die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau ist, die unter Gottes Segen und Verheißung steht.
Es geht also um Gottes gute Ordnung und um die Einheit unserer katholischen Weltkirche.

Auch die Forderung der Aktion Maria 2.0 nach dem Priestertum für Frauen ist biblisch und kirchlich nicht erfüllbar.
Solche „Reformwünsche“ sind in den protestantischen Kirchen alle bereits verwirklicht. Trotzdem  – oder deswegen? – ist dort der Niedergang noch verheerender als in unserer Kirche, die Austrittszahlen seit langem deutlich höher.

Wir vertreiben aber noch die letzten Gläubigen aus der Kirche, wenn wir solche Randthemen wie diese Segnungs-Aktionen in den Mittelpunkt rücken. Die meisten Menschen haben zur Zeit wirklich andere Sorgen und Nöte.  

Unsere Autorin Cordula Mohr aus Rheine ist katholische Familienmutter und aktiv in der Lebensrechtsbewegung (Vorstand der CDL von NRW, Vorsitzende von ALFA Münsterland).


GOTT allein ist der Souverän der Kirche

Die konservative Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT aus Berlin hat sich unter dem Titel „Moderne Ketzerei linker Traditionszertrümmerer“ deutlich gegen Segnungsfeiern für Homo-Paare und für sonstwie allerlei „Liebende“ ausgesprochen.

Dietmar Mehrens schreibt in einem heute veröffentlichten Online-Artikel, die Rebellen-Aktionen seien für öffentlich-rechtliche Medien ein „gefundenes Fressen“:

„Denn das Vorhaben hatte der Vatikan zuvor ausdrücklich untersagt. Selbst der reformorienterte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, zeigte sich wenig amüsiert von dem Tabubruch; gehört er doch als Deutschlands Oberkatholik zu denen, die den Ausgleich zwischen Kurie und „Kirche von unten“ suchen müssen.“

Der Autor stellt sodann fest:

„Der grundsätzliche Denkfehler, der den linken Reformern nicht auszutreiben ist, besteht in der Vorstellung, Kirche und Staat hätten denselben Souverän: das Volk. Der Souverän der Kirche ist aber gar nicht das Volk, sondern: Gott.

Doch die Segnung von homosexuellen Paaren weisen, so Mehrens, in eine entgegengesetzte Richtung:

„Hier soll Gott gleichsam gezwungen werden, seine Meinung darüber zu ändern, was richtig und was verfehlt ist, weil die Menschen es so wollen.“

Abschließend schreibt der Verfasser, ein „resolutes Eingreifen“ wäre eine „angemessene Reaktion“, nämlich wenn der Vatikan den ungehorsamen Geistlichen die „Lehrerlaubnis entziehen“ würde.

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Voller Wortlaut: Das „Responsum“ der Glaubenskongregation zur Segnungsfrage

Responsum ad dubium
der Kongregation für die Glaubenslehre
über die Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts
 

Auf das vorgelegte DUBIUM:
Hat die Kirche die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen?

WIRD GEANTWORTET:
Nein.

Erläuternde Note

In einigen kirchlichen Bereichen verbreiten sich Projekte und Vorschläge von Segnungen für Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts.

Nicht selten sind solche Projekte durch den aufrichtigen Willen motiviert, homosexuelle Personen anzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Wege des Glaubenswachstums anzubieten, „damit diejenigen, welche die homosexuelle Tendenz zeigen, die notwendigen Hilfen bekommen können, um den Willen Gottes in ihrem Leben zu begreifen und ganz zu erfüllen“[1].

Auf diesen Wegen können das Hören des Wortes Gottes, das Gebet, die Teilnahme an liturgischen Handlungen der Kirche und praktizierte Nächstenliebe eine wichtige Rolle bei der Förderung von Bemühungen spielen, die eigene Lebensgeschichte zu deuten sowie frei und verantwortungsbewusst die eigene Taufberufung anzunehmen, weil „Gott jeden Menschen liebt. Und Gleiches tut auch die Kirche“[2], indem sie jede ungerechte Diskriminierung ablehnt.

Unter den liturgischen Handlungen der Kirche sind Sakramentalien von besonderer Bedeutung: als „heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden. Durch diese Zeichen werden die Menschen bereitet, die eigentliche Wirkung der Sakramente aufzunehmen; zugleich wird durch solche Zeichen das Leben in seinen verschiedenen Gegebenheiten geheiligt“[3].

Der Katechismus der katholischen Kirche erläutert weiter: „Die Sakramentalien verleihen die Gnade des Heiligen Geistes nicht nach Art der Sakramente, sondern bereiten durch das Gebet der Kirche vor, die Gnade zu empfangen und mit ihr mitzuwirken“ (Nr. 1670).

Zur den Sakramentalien gehören Segnungen, mit denen die Kirche „die Menschen aufruft, Gott zu preisen, sie auffordert, seinen Schutz zu erbitten und sie ermahnt, sich seiner Barmherzigkeit mit der Heiligkeit des Lebens würdig zu erweisen“[4].

Darüber hinaus sind „sie in einer gewissen Nachahmung der Sakramente eingesetzt und beziehen sich immer und hauptsächlich auf geistliche Wirkungen, die sie kraft der Fürbitte der Kirche erlangen“[5].

Um der Natur der Sakramentalien zu entsprechen, ist es deshalb erforderlich, dass, wenn über einige menschliche Beziehungen ein Segen herabgerufen wird, abgesehen von der rechten Absicht derjenigen, die daran teilnehmen, die zu segnende Wirklichkeit objektiv und positiv darauf hingeordnet ist, die Gnade zu empfangen und auszudrücken, und zwar im Dienst der Pläne Gottes, die in die Schöpfung eingeschrieben und von Christus dem Herrn vollständig offenbart sind.

Mit dem Wesen der von der Kirche erteilten Segnung ist daher nur vereinbar, was an sich darauf hingeordnet ist, diesen Plänen zu dienen. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist.[6] 

Das Vorhandensein positiver Elemente – die in sich betrachtet dennoch zu schätzen und hervorzuheben sind – in solchen Beziehungen ist trotzdem nicht in der Lage, diesezu rechtfertigen und sie daher rechtmäßig zum Gegenstand einer kirchlichen Segnung zu machen, weil diese Elemente im Dienst einer Verbindung stehen, die nicht auf den Plan des Schöpfers hingeordnet ist.

Da die Segnungen für Personen in Beziehung zu den Sakramenten stehen, kann darüber hinaus die Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen nicht als zulässig angesehen werden, weil sie in gewisser Weise eine Nachahmung oder einen analogen Hinweis auf den Brautsegen darstellen würde,[7] der auf den Mann und die Frau herabgerufen wird, die sich im Sakrament der Ehe vereinigen, da „es keinerlei Fundament dafür [gibt], zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“[8].

Die Erklärung der Unzulässigkeit von Segnungen der Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts ist daher weder eine ungerechte Diskriminierung noch enthält sie die Absicht, eine solche zu sein, sondern ruft die Wahrheit des liturgischen Ritus in Erinnerung und das, was dem Wesen der Sakramentalien zutiefst entspricht, so wie die Kirche sie versteht.

Die christliche Gemeinschaft und die geistlichen Hirten sind aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen mit Respekt und Takt aufzunehmen; sie werden im Einklang mit der kirchlichen Lehre die am besten geeigneten Wege zu finden wissen, um ihnen das Evangelium in seiner Fülle zu verkünden. Diese Personen mögen gleichzeitig die aufrichtige Nähe der Kirche anerkennen – die für sie betet, sie begleitet, mit ihnen den Weg des christlichen Glaubens teilt[9]  – und ihre Lehren mit aufrichtiger Bereitwilligkeit annehmen.

Die Antwort auf das vorgelegte Dubium schließt nicht aus, dass Segnungen einzelnen Personen mit homosexueller Neigung gespendet werden,[10] die den Willen bekunden, in Treue zu den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben, wie sie in der kirchlichen Lehre vorgelegt werden; sie erklärt jedoch jede Segnungsform für unzulässig, die dazu neigt, ihre Verbindungen anzuerkennen.

In diesem Fall würde die Segnung nämlich die Absicht zum Ausdruck bringen, nicht bestimmte Einzelpersonen dem Schutz und der Hilfe Gottes im oben genannten Sinne anzuvertrauen, sondern einen Entschluss und eine Lebenspraxis zu billigen und zu fördern, die nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden können.[11]

Gleichzeitig erinnert die Kirche daran, dass Gott selbst nicht aufhört, jedes seiner Kinder zu segnen, die in dieser Welt pilgern, denn für ihn „sind wir […] wichtiger als alle Sünden, die wir begehen können“[12].

Aber er segnet nicht die Sünde und er kann sie nicht segnen: Er segnet den sündigen Menschen, damit er erkennt, dass er Teil seines Liebesplans ist, und sich von ihm verändern lässt. Denn er „nimmt uns so, wie wir sind, aber lässt uns nie so, wie wir sind“[13].

Aus diesen Gründen verfügt die Kirche weder über die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts im oben gemeinten Sinne zu segnen, noch kann sie über diese Vollmacht verfügen.

Papst Franziskus wurde in der dem unterzeichnenden Sekretär dieser Kongregation gewährten Audienz über das vorliegende Responsum ad dubium samt der Erläuternden Note informiert und hat ihre Veröffentlichung gutgeheißen.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 22. Februar 2021, dem Fest der Kathedra Petri.  
Luís F. Kard. Ladaria SJ, Präfekt ✠ G
iacomo Morandi, Titularerzbischof von Cerveteri, Sekretär  

[1] Franziskus, Ap. Schreiben Amoris laetitia, Nr. 250. [2] Bischofssynode, Abschlussdokument der 15. Ordentlichen Generalversammlung, Nr. 150. [3] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, Nr. 60. [4] Rituale Romanum ex Decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum auctoritate Ioannis Pauli PP. II promulgatum, De benedictionibus, Praenotanda Generalia, Nr. 9. [5] Ebd., Nr. 10. [6] Vgl. Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 2357. [7] Der Brautsegen verweist nämlich auf den Schöpfungsbericht, in dem Gottes Segen über Mann und Frau im Zusammenhang mit ihrer fruchtbaren Verbindung (vgl. Gen 1,28) und mit der Komplementarität von Mann und Frau steht (vgl. Gen 2,18-24). [8] Franziskus, Ap. Schreiben Amoris laetitia, Nr. 251. [9] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Homosexualitatis problema über die Seelsorge für homosexuelle Personen, Nr. 15. [10] De benedictionibus enthält nämlich eine ausführliche Liste der Situationen, für die der Segen des Herrn herabgerufen werden kann. [11] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Homosexualitatis problema über die Seelsorge für homosexuelle Personen, Nr. 7. [12] Franziskus, Generalaudienz am 2. Dezember 2020, Katechese über das Gebet: der Segen. [13] Ebd.

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20210222_responsum-dubium-unioni_ge.html


Andreas Englisch beim Kaffeesatzlesen in Rom

Von Felizitas Küble

Unter dem enthüllungsschwangeren Titel „Wer die wahren Feinde von Papst Franziskus sind“ berichtet NEWS-online über die neuesten Mutmaßungen von Andreas Englisch: https://www.news.at/a/papst-franziskus-feinde-11967823

Das Interview der österreichischen Illustrierten mit dem Vatikanreporter und BILD-Journalisten erschien zwar am 1. April, ist aber ernst gemeint, obwohl manches daraus sich eher als Aprilscherz eignen würde.

Englisch hat schon früher gerne den Eindruck erweckt, als habe er einen besonderen Einblick hinter die Kulissen des Vatikan und einen optimalen Durchblick bei der Einschätzung von Päpsten und ihrer Persönlichkeit.

So ergab es sich, daß er Papst Johannes Paul II. gerne in den Himmel lobte, wogegen er Papst Benedikt vor allem moraltheologisch sehr skeptisch kommentierte und bereits zu dessen Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation als erzkonservativen und lebensfremden Gelehrten ins Eck stellte.

Natürlich fühlt sich der Buchautor jetzt dazu berufen, Papst Franziskus gegen seine vermeintlichen „Feinde“ im Vatikan zu beschützen. So schreibt News im Vorspann zum Englisch-Interview wörtlich: „Die komplette Kurie arbeitet gegen Papst Franziskus.“

Ganz in diesem Sinne bzw. Unsinne hat der fliegende Vatikan-Korrespondent nun ein Buch namens „Der Pakt gegen den Papst“ herausgebracht. Aufregende Titel versprechen Verlag und Autor eine erfolgreiche Auflage und vielleicht wochenlange Mediendiskussionen über diese Neuerscheinung.

NEWS erklärt, Andreas Englisch enthülle in seinem Interview, „was wirklich hinter dem Verbot der Segnung homosexueller Paare steht“, denn der Vatikan sei derzeit nichts weniger als der „Schauplatz eines kalten Krieges“, von Osterfrieden demnach keine Spur.

Gleich eingangs sagt der Rom-Reporter der Zeitung: „In diesen Wochen erleben wir einen sensationellen Kampf zwischen dem Papst und seinen Gegnern.“

Es geht also rund hinter den dicken Mauern des Vatikan.

Stellt sich nur die Frage, warum das Responsum mit dem Verbot der Segnungen von Homo-Partnerschaften mit ausdrücklicher Zustimmung des Pontifex erschienen ist.

Aber Englisch scheint Papst Franziskus für ein ausgekochtes Schlitzohr zu halten, das um zehn Ecken herum denkt. Nicht weit von Verschwörungstheorien entfernt, läßt uns der umtriebige Enthüllungsjournalist nämlich wissen:

„Was ist, wenn die Konservativen zu ihm gekommen waren und sagten: Wir wollen draufhauen. Keine Segnungen mehr gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Was ist, wenn der Papst gedacht hat:

Lass sie doch, ich unterschreibe das nicht, aber ich stoppe sie auch nicht, denn das wird zu der größten Solidaritätsbekundung von Priestern mit Homosexuellen auf der ganzen Welt führen? Die Konservativen werden mit diesem Verbot eine sensationelle Niederlage einfahren, und genau so ist es gekommen.“

Der bekannte Kaffeesatzleser vergißt bei seiner steilen These aber eine „Kleinigkeit“:

Papst Franziskus hat die Glaubenskongregation mit ihrem Responsum nicht etwa nur gewähren lassen, er hat sie keineswegs nur nicht gestoppt, sondern er hat der Veröffentlichung des Segnungs-Verbots ausdrücklich zugestimmt.

Zweitens konnte der Papst wohl nicht im vorhinein wissen, daß es in großen Teilen der katholischen Welt zu einer derartigen Protestwelle gegen das vatikanische Dokument kommen wird, woran sich in Deutschland sogar die Mehrheit der katholischen Oberhirten mehr oder weniger deutlich mitbeteiligt hat, wobei Bischof Bätzing als Vorsitzender der Bischofskonferenz besonders antirömisch und dreist hervortrat.

Im übrigen kam das Responsum aus Rom nicht überraschend, vielmehr wurde lediglich die bisherige Linie bekräftigt. Das gilt auch für „Amoris laetitia“. Darin schrieb Papst Franziskus: „Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“ (AL 251).

Wohlgemerkt: „…auch nicht in einem weiteren Sinne„, was einen Segen für Homo-Partnerschaften ausschließt.

Andreas Englisch ist außerdem selber ein Mensch mit seinen (scheinbaren) Widersprüchen:

Während er in dogmatischer und sexualethischer Hinsicht sehr progressiv unterwegs ist und die Konservativen in und außerhalb des Vatikan gerne als vorgestrige Dunkelmänner kennzeichnet, ist er bei Themen wie „Mystik“ (was er darunter versteht) und Wundern aller Art ausgesprochen leichtgläubig zugange.

So hat er es Papst Benedikt schwer übel genommen, daß dieser in puncto „Privatoffenbarungen“ sehr nüchtern und zurückhaltend dachte und des öfteren betonte, daß die göttliche Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist, was freilich nicht seine Privatmeinung war, sondern amtliche kirchliche Lehre seit jeher. Doch Englisch fühlte sich mit seiner überquellenden Neigung zur Wundergläubigkeit von dieser päpstlichen Besonnenheit nicht sonderlich angesprochen.

Diese kuriose Haltung fiel uns schon vor 9 Jahren auf – siehe hierzu unser Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/17/andreas-englisch-uber-papst-benedikt-und-seinen-vorganger-den-%e2%80%9ejahrtausendpapst/


Regensburger Oberhirte begrüßt vatikanisches Segensverbot für homosexelle Partnerschaften

Stellungnahme von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Responsum der Glaubenskongregation vom 15. März 2021:

Ich begrüße das Responsum der Glaubenskongregation und danke für die darin enthaltene Klarstellung. Die Glaubenskongregation hat deutlich gemacht, dass die Kirche nicht die Vollmacht hat, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen.

Papst Franziskus hat die Veröffentlichung des Dokumentes und der begleitenden Erläuterungen gutgeheißen.

Mit dem Papst und den Mitgliedern der Familiensynode von 2015 unterstreiche ich zugleich, „dass jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, in seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden soll und sorgsam zu vermeiden ist, ihn ‚in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen‘“ (Amoris laetitia 250).

Mit diesem Responsum bekräftigt die Glaubenskongregation die Lehre des nachsynodalen Schreibens „Amoris laetitia“, worin der Bischof von Rom als universaler Hirte der Kirche ausgeführt hatte:

„Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“ (AL 251).

Mit der Weisung, Analogien und Ähnlichkeiten mit dem Ehebund auch in einem weiteren Sinne zu vermeiden, ist die Segnung von Verbindungen zwischen homosexuellen Personen ausgeschlossen.

Über den Ehebund zwischen Mann und Frau lehrt das Zweite Vatikanische Konzil in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche:

„Durch ihre natürliche Eigenart sind die Institution der Ehe und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet und finden darin gleichsam ihre Krönung. Darum gewähren sich Mann und Frau, die im Ehebund nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch (Mt 19,6), in inniger Verbundenheit der Personen und ihres Tuns gegenseitige Hilfe und gegenseitigen Dienst und erfahren und vollziehen dadurch immer mehr und voller das eigentliche Wesen ihrer Einheit“ (Gaudium et spes 48).

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/bischof-voderholzer-begruesst-responsum-aus-rom-7955/


Vatikan-Erklärung von 2003 zur staatlichen Anerkennung von Homo-Beziehungen

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN
ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN

EINLEITUNG

1. Verschiedene Fragen bezüglich der Homosexualität sind in letzter Zeit mehrmals von Papst Johannes Paul II. und den zuständigen Dikasterien des Heiligen Stuhls erörtert worden.

Es handelt sich nämlich um ein beunruhigendes moralisches und soziales Phänomen, auch in jenen Ländern, in denen es in der Rechtsordnung keine Beachtung findet. Noch bedenklicher wird es aber in den Ländern, die den homosexuellen Lebensgemeinschaften eine rechtliche Anerkennung, die in einigen Fällen auch die Befähigung zur Adoption von Kindern einschließt, bereits gewährt haben oder gewähren wollen.

Die vorliegenden Erwägungen enthalten keine neuen Lehraussagen, sondern wollen die wesentlichen Punkte zu dem Problem in Erinnerung rufen und einige Argumente rationaler Natur liefern, die den Bischöfen bei der Abfassung von spezifischeren Stellungnahmen entsprechend den besonderen Situationen in den verschiedenen

Regionen der Welt helfen können; solche Stellungnahmen werden darauf ausgerichtet sein, die Würde der Ehe, die das Fundament der Familie bildet, sowie die Stabilität der Gesellschaft, deren grundlegender Bestandteil diese Institution ist, zu schützen und zu fördern.

Diese Erwägungen haben auch zum Ziel, die katholischen Politiker in ihrer Tätigkeit zu orientieren und ihnen die Verhaltensweisen darzulegen, die mit dem christlichen Gewissen übereinstimmen, wenn sie mit Gesetzesentwürfen bezüglich dieses Problems konfrontiert werden.

Weil es sich um eine Materie handelt, die das natürliche Sittengesetz betrifft, werden die folgenden Argumente nicht nur den Gläubigen vorgelegt, sondern allen Menschen, die sich für die Förderung und den Schutz des Gemeinwohls der Gesellschaft einsetzen.  

I. NATUR UND UNVERZICHTBARE MERKMALE DER EHE

2. Die Lehre der Kirche über die Ehe und die Komplementarität der Geschlechter legt eine Wahrheit vor, die der rechten Vernunft einsichtig ist und als solche von allen großen Kulturen der Welt anerkannt wird. Die Ehe ist nicht eine beliebige Gemeinschaft von menschlichen Personen. Sie wurde vom Schöpfer mit einer eigenen Natur sowie eigenen Wesenseigenschaften und Zielen begründet.

Keine Ideologie kann dem menschlichen Geist die Gewissheit nehmen, dass es eine Ehe nur zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts gibt, die durch die gegenseitige personale Hingabe, die ihnen eigen und ausschließlich ist, nach der Gemeinschaft ihrer Personen streben. Auf diese Weise vervollkommnen sie sich gegenseitig und wirken mit Gott an der Zeugung und an der Erziehung neuen Lebens mit.

3. Die natürliche Wahrheit über die Ehe wurde durch die Offenbarung bekräftigt, die in den biblischen Schöpfungsberichten enthalten ist und auch die ursprüngliche menschliche Weisheit zum Ausdruck bringt, in der sich die Stimme der Natur selbst Gehör verschafft.

Das Buch Genesis spricht von drei grundlegenden Aspekten des Schöpferplanes über die Ehe. Zum einen wurde der Mensch, das Abbild Gottes, «als Mann und Frau» geschaffen (Gen 1,27). Als Personen sind Mann und Frau einander gleich, in ihrem Mann- und Frausein ergänzen sie einander. Die Sexualität gehört einerseits zur biologischen Sphäre, wird aber andererseits im menschlichen Geschöpf auf eine neue, und zwar auf die personale Ebene erhoben, wo Natur und Geist sich miteinander verbinden.

Zum anderen wurde die Ehe vom Schöpfer als die Lebensform gegründet, in der sich jene Gemeinschaft unter Personen verwirklicht, die die Ausübung der Geschlechtlichkeit einbezieht. « Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch» (Gen 2,24). Schließlich wollte Gott der Einheit von Mann und Frau eine besondere Teilhabe an seinem Schöpfungswerk geben. Deshalb segnete er den Mann und die Frau mit den Worten: «Seid fruchtbar, und vermehrt euch» (Gen 1,28).

Nach dem Plan des Schöpfers gehören also die Komplementarität der Geschlechter und die Fruchtbarkeit zum Wesen der ehelichen Institution. Darüber hinaus ist die eheliche Gemeinschaft zwischen Mann und Frau von Christus zur Würde eines Sakramentes erhoben worden. Die Kirche lehrt, dass die christliche Ehe ein wirksames Zeichen des Bundes zwischen Christus und der Kirche ist (vgl. Eph 5,32). Diese christliche Bedeutung der Ehe schmälert keineswegs den tief menschlichen Wert der ehelichen Verbindung von Mann und Frau, sondern bestätigt und bekräftigt ihn (vgl. Mt 19,3-12; Mk 10,6-9).

4. Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn. Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. Denn bei den homosexuellen Handlungen bleibt «die Weitergabe des Lebens […] beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen».

Homosexuelle Beziehungen werden « in der Heiligen Schrift als schwere Verirrungen verurteilt… (vgl. Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10). Dieses Urteil der Heiligen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an dieser Anomalie leiden, persönlich dafür verantwortlich sind, bezeugt aber, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind ».

Dieses moralische Urteil, das man bei vielen kirchlichen Schriftstellern der ersten Jahrhunderte findet, wurde von der katholischen Tradition einmütig angenommen. Nach der Lehre der Kirche ist den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen « mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen ». Diese Personen sind wie die anderen Christen gerufen, ein keusches Leben zu führen. Aber die homosexuelle Neigung ist «objektiv ungeordnet», und homosexuelle Praktiken gehören «zu den Sünden, die schwer gegen die Keuschheit verstoßen».  

II. HALTUNGEN GEGENÜBER DEM PROBLEM DER HOMOSEXUELLEN LEBENSGEMEINSCHAFTEN

5. Die zivilen Autoritäten nehmen gegenüber dem Phänomen der faktisch bestehenden homosexuellen Lebensgemeinschaften verschiedene Haltungen ein: Manchmal beschränken sie sich darauf, das Phänomen zu tolerieren; manchmal fördern sie die rechtliche Anerkennung solcher Lebensgemeinschaften mit dem Vorwand, hinsichtlich einiger Rechte die Diskriminierung jener Menschen zu vermeiden, die mit einer Person des gleichen Geschlechts zusammenleben; in einigen Fällen befürworten sie sogar die rechtliche Gleichstellung der homosexuellen Lebensgemeinschaften mit der Ehe im eigentlichen Sinn, ohne die rechtliche Möglichkeit zur Adoption von Kindern auszuschließen.

Wo der Staat eine Politik der Toleranz des Faktischen betreibt, die nicht das Bestehen eines Gesetzes einschließt, das solchen Lebensformen ausdrücklich eine rechtliche Anerkennung verleiht, müssen die verschiedenen Aspekte des Problems sorgfältig unterschieden werden. Das Gewissen fordert in jedem Fall, Zeugnis abzulegen für die ganze sittliche Wahrheit, der sowohl die Billigung homosexueller Beziehungen wie auch die ungerechte Diskriminierung homosexueller Menschen widerspricht.

Deshalb sind diskrete und kluge Stellungnahmen nützlich, die zum Beispiel folgenden Inhalt haben könnten: den instrumentalen oder ideologischen Gebrauch aufdecken, den man von einer solchen Toleranz machen kann; den unsittlichen Charakter dieser Art von Lebensgemeinschaften klar herausstellen; den Staat auf die Notwendigkeit hinweisen, das Phänomen in Grenzen zu halten, damit das Gewebe der öffentlichen Moral nicht in Gefahr gerät und vor allem die jungen Generationen nicht einer irrigen Auffassung über Sexualität und Ehe ausgesetzt werden, die sie des notwendigen Schutzes berauben und darüber hinaus zur Ausbreitung des Phänomens beitragen würde.

Jene, die diese Toleranz gebrauchen, um bestimmte Rechte für zusammenlebende homosexuelle Personen einzufordern, müssen daran erinnert werden, dass die Toleranz des Bösen etwas ganz anderes ist als die Billigung oder Legalisierung des Bösen. Werden homosexuelle Lebensgemeinschaften rechtlich anerkannt oder werden sie der Ehe gleichgestellt, indem man ihnen die Rechte gewährt, die der Ehe eigen sind, ist es geboten, klar und deutlich Einspruch zu erheben.

Man muss sich jedweder Art formeller Mitwirkung an der Promulgation und Anwendung von so schwerwiegend ungerechten Gesetzen und, soweit es möglich ist, auch von der materiellen Mitwirkung auf der Ebene der Anwendung enthalten. In dieser Materie kann jeder das Recht auf Einspruch aus Gewissensgründen geltend machen.  

III. RATIONALE ARGUMENTE GEGEN DIE RECHTLICHE ANERKENNUNG HOMOSEXUELLER LEBENSGEMEINSCHAFTEN

6. Um zu verstehen, weshalb es notwendig ist, sich in dieser Weise den Instanzen entgegenzustellen, die die Legalisierung der homosexuellen Lebensgemeinschaften anstreben, bedarf es einiger spezifischer ethischer Erwägungen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen bewegen.

In Bezug auf die rechte Vernunft

Die Aufgabe des staatlichen Gesetzes ist gewiss im Vergleich zu der des sittlichen Gesetzes von begrenzterem Umfang. Das staatliche Gesetz kann aber nicht in einen Widerspruch zur rechten Vernunft treten, ohne seinen das Gewissen bindenden Charakter zu verlieren.

Jedes von Menschen erlassene Gesetz hat den Charakter eines Gesetzes, insoweit es mit dem natürlichen Sittengesetz, das von der rechten Vernunft erkannt wird, übereinstimmt und insbesondere die unveräußerlichen Rechte jeder Person achtet.

Die Gesetzgebungen zu Gunsten der homosexuellen Lebensgemeinschaften widersprechen der rechten Vernunft, weil sie der Lebensgemeinschaft zwischen zwei Personen desselben Geschlechts rechtliche Garantien verleihen, die jenen der ehelichen Institution analog sind. In Anbetracht der Werte, die auf dem Spiel stehen, könnte der Staat diese Lebensgemeinschaften nicht legalisieren, ohne die Pflicht zu vernachlässigen, eine für das Gemeinwohl so wesentliche Einrichtung zu fördern und zu schützen, wie es die Ehe ist.

Man kann sich fragen, wie ein Gesetz dem Gemeinwohl widersprechen kann, das niemandem eine besondere Verhaltensweise auferlegt, sondern sich darauf beschränkt, eine faktische Gegebenheit zu legalisieren, die dem Anschein nach niemandem Unrecht zufügt. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, vor allem den Unterschied zu bedenken zwischen dem homosexuellen Verhalten als einem privaten Phänomen und demselben Verhalten als einer im Gesetz vorgesehenen und gebilligten sozialen Beziehung, aus der man eine der Institutionen der Rechtsordnung machen möchte.

Das zweite Phänomen ist nicht nur schwerwiegender, sondern hat eine sehr umfassende und tiefgehende Tragweite und würde die gesamte soziale Struktur in einer Weise verändern, die dem Gemeinwohl widerspräche.

Staatliche Gesetze sind Strukturprinzipien des Lebens der Menschen in der Gesellschaft, zum Guten oder zum Bösen. Sie spielen «eine sehr wichtige und manchmal entscheidende Rolle bei der Förderung einer Denkweise und einer Gewohnheit».

Lebensformen und darin sich ausdrückende Modelle gestalten das gesellschaftliche Leben nicht nur äußerlich, sondern neigen dazu, bei den jungen Generationen das Verständnis und die Bewertung der Verhaltensweisen zu verändern. Die Legalisierung von homosexuellen Lebensgemeinschaften würde deshalb dazu führen, dass das Verständnis der Menschen für einige sittliche Grundwerte verdunkelt und die eheliche Institution entwertet würde.

In biologischer und anthropologischer Hinsicht

7. Den homosexuellen Lebensgemeinschaften fehlen ganz und gar die biologischen und anthropologischen Faktoren der Ehe und der Familie, die vernünftigerweise eine rechtliche Anerkennung solcher Lebensgemeinschaften begründen könnten.

Sie sind nicht in der Lage, auf angemessene Weise die Fortpflanzung und den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten. Ein eventueller Rückgriff auf die Mittel, die ihnen durch die neuesten Entdeckungen im Bereich der künstlichen Fortpflanzung zur Verfügung gestellt werden, wäre nicht nur mit schwerwiegenden Mängeln an Achtung vor der menschlichen Würde behaftet, sondern würde diese ihre Unzulänglichkeit in keiner Weise beheben.

Den homosexuellen Lebensgemeinschaften fehlt auch gänzlich die eheliche Dimension, welche die menschliche und geordnete Form der geschlechtlichen Beziehungen ausmacht. Sexuelle Beziehungen sind menschlich, wenn und insoweit sie die gegenseitige Hilfe der Geschlechter in der Ehe ausdrücken und fördern und für die Weitergabe des Lebens offen bleiben.

Wie die Erfahrung zeigt, schafft das Fehlen der geschlechtlichen Bipolarität Hindernisse für die normale Entwicklung der Kinder, die eventuell in solche Lebensgemeinschaften eingefügt werden. Ihnen fehlt die Erfahrung der Mutterschaft oder der Vaterschaft. Das Einfügen von Kindern in homosexuelle Lebensgemeinschaften durch die Adoption bedeutet faktisch, diesen Kindern Gewalt anzutun in dem Sinn, dass man ihren Zustand der Bedürftigkeit ausnützt, um sie in ein Umfeld einzuführen, das ihrer vollen menschlichen Entwicklung nicht förderlich ist.

Eine solche Vorgangsweise wäre gewiss schwerwiegend unsittlich und würde offen einem Grundsatz widersprechen, der auch von der internationalen Konvention der UNO über die Rechte der Kinder anerkannt ist. Demgemäß ist das oberste zu schützende Interesse in jedem Fall das Interesse des Kindes, das den schwächeren und schutzlosen Teil ausmacht.

In sozialer Hinsicht

8. Die Gesellschaft verdankt ihren Fortbestand der Familie, die in der Ehe gründet. Die unvermeidliche Folge der rechtlichen Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften ist, dass man die Ehe neu definiert und zu einer Institution macht, die in ihrer gesetzlich anerkannten Form die wesentliche Beziehung zu den Faktoren verliert, die mit der Heterosexualität verbunden sind, wie zum Beispiel die Aufgabe der Fortpflanzung und der Erziehung.

Wenn die Ehe zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts in rechtlicher Hinsicht nur als eine mögliche Form der Ehe betrachtet würde, brächte dies eine radikale Veränderung des Begriffs der Ehe zum schweren Schaden für das Gemeinwohl mit sich. Wenn der Staat die homosexuelle Lebensgemeinschaft auf eine rechtliche Ebene stellt, die jener der Ehe und Familie analog ist, handelt er willkürlich und tritt in Widerspruch zu seinen eigenen Verpflichtungen.

Um die Legalisierung der homosexuellen Lebensgemeinschaften zu stützen, kann man sich nicht auf das Prinzip der Achtung und der Nicht-Diskriminierung jeder Person berufen. Eine Unterscheidung unter Personen oder die Ablehnung einer sozialen Anerkennung oder Leistung sind nämlich nur dann unannehmbar, wenn sie der Gerechtigkeit widersprechen.

Wenn man den Lebensformen, die weder ehelich sind noch sein können, den sozialen und rechtlichen Status der Ehe nicht zuerkennt, widerspricht dies nicht der Gerechtigkeit, sondern wird im Gegenteil von ihr gefordert. Auch auf das Prinzip der rechten persönlichen Autonomie kann man sich vernünftigerweise nicht berufen. Eine Sache ist es, dass die einzelnen Bürger frei Tätigkeiten ausüben können, für die sie Interesse hegen, und dass diese Tätigkeiten im Großen und Ganzen in den allgemeinen bürgerlichen Freiheitsrechten Platz haben.

Eine ganz andere Sache ist es, dass Tätigkeiten, die für die Entwicklung der Person und der Gesellschaft keinen bedeutsamen, positiven Beitrag darstellen, vom Staat eine eigene qualifizierte rechtliche Anerkennung erhalten. Die homosexuellen Lebensgemeinschaften erfüllen auch nicht in einem weiteren analogen Sinn die Aufgaben, deretwegen Ehe und Familie eine eigene qualifizierte Anerkennung verdienen. Es gibt jedoch gute Gründe zur Annahme, dass diese Lebensgemeinschaften für die gesunde Entwicklung der menschlichen Gesellschaft schädlich sind, vor allem wenn ihr tatsächlicher Einfluss auf das soziale Gewebe zunehmen würde.

In rechtlicher Hinsicht

9. Weil die Ehepaare die Aufgabe haben, die Folge der Generationen zu garantieren, und deshalb von herausragendem öffentlichen Interesse sind, gewährt ihnen das bürgerliche Recht eine institutionelle Anerkennung. Die homosexuellen Lebensgemeinschaften bedürfen hingegen keiner spezifischen Aufmerksamkeit von Seiten der Rechtsordnung, da sie nicht die genannte Aufgabe für das Gemeinwohl besitzen.

Nicht zutreffend ist das Argument, dass die rechtliche Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften notwendig wäre, um zu verhindern, dass die homosexuell Zusammenlebenden auf Grund der bloßen Tatsache ihres Zusammenlebens die wirksame Anerkennung der allgemeinen Rechte verlieren, die sie als Personen und als Bürger haben. In Wirklichkeit können sie jederzeit wie alle Bürger, ausgehend von ihrer persönlichen Autonomie, auf das allgemeine Recht zurückgreifen, um rechtliche Situationen von gegenseitigem Interesse zu schützen.

Es ist jedoch eine schwerwiegende Ungerechtigkeit, das Gemeinwohl und die authentischen Rechte der Familie zu opfern, um Güter zu erlangen, die auf Wegen garantiert werden können und müssen, die nicht für die ganze Gesellschaft schädlich sind.

IV. VERHALTENSWEISEN DER KATHOLISCHEN POLITIKER IN BEZUG AUF GESETZGEBUNGEN ZU GUNSTEN HOMOSEXUELLER LEBENSGEMEINSCHAFTEN

10. Wenn alle Gläubigen verpflichtet sind, gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben, dann sind es die katholischen Politiker in besonderer Weise, und zwar auf der Ebene der Verantwortung, die ihnen eigen ist. Wenn sie mit Gesetzesvorlagen zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften konfrontiert werden, sind folgende ethische Anweisungen zu beachten. Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren.

Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung. Wenn ein Gesetz zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften schon in Kraft ist, muss der katholische Parlamentarier auf die ihm mögliche Art und Weise dagegen Einspruch erheben und seinen Widerstand öffentlich kundtun: Es handelt sich hier um die Pflicht, für die Wahrheit Zeugnis zu geben.

Wenn es nicht möglich wäre, ein Gesetz dieser Art vollständig aufzuheben, könnte es ihm mit Berufung auf die in der Enzyklika Evangelium vitae enthaltenen Anweisungen «gestattet sein, Gesetzesvorschläge zu unterstützen, die die Schadensbegrenzung eines solchen Gesetzes zum Ziel haben und die negativen Auswirkungen auf das Gebiet der Kultur und der öffentlichen Moral vermindern».

Voraussetzung dafür ist, dass sein «persönlicher absoluter Widerstand» gegen solche Gesetze «klargestellt und allen bekannt» ist und die Gefahr des Ärgernisses vermieden wird. Dies bedeutet nicht, dass in dieser Sache ein restriktiveres Gesetz als ein gerechtes oder wenigstens annehmbares Gesetz betrachtet werden könnte. Es geht vielmehr um einen legitimen und gebührenden Versuch, ein ungerechtes Gesetz wenigstens teilweise aufzuheben, wenn die vollständige Aufhebung momentan nicht möglich ist.  

SCHLUSS

11. Nach der Lehre der Kirche kann die Achtung gegenüber homosexuellen Personen in keiner Weise zur Billigung des homosexuellen Verhaltens oder zur rechtlichen Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften führen. Das Gemeinwohl verlangt, dass die Gesetze die eheliche Gemeinschaft als Fundament der Familie, der Grundzelle der Gesellschaft, anerkennen, fördern und schützen.

Die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften oder deren Gleichsetzung mit der Ehe würde bedeuten, nicht nur ein abwegiges Verhalten zu billigen und zu einem Modell in der gegenwärtigen Gesellschaft zu machen, sondern auch grundlegende Werte zu verdunkeln, die zum gemeinsamen Erbe der Menschheit gehören. Die Kirche kann nicht anders, als diese Werte zu verteidigen, für das Wohl der Menschen und der ganzen Gesellschaft.

Papst Johannes Paul II. hat die vorliegenden Erwägungen, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden waren, in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekten am 28. März 2003 gewährten Audienz approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 3. Juni 2003, dem Gedenktag der heiligen Märtyrer Karl Lwanga und Gefährten.

Joseph Card. Ratzinger, Präfekt
Angelo Amato, S.D.B., Titularerzbischof von Sila Sekretär

Quelle und ergänzender Anmerkungsapparat hier: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20030731_homosexual-unions_ge.html


SPD und Grüne fordern die „Ehe für alle“ – Unionsparteien halten an klassischer Ehe fest

Mathias von Gersdorff

Die SPD hat bei der Koalitionsrunde mit der Union die Forderung gestellt, das Ehegesetz für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Der Gesetzentwurf lautet: „Die Ehe wird zwischen zwei Personen gleichen oder verschiedenen Geschlechts geschlossen“.

Erfreulicherweise erteilte die CDU diesem grotesken Ansinnen eine Absage. Fraktionschef Volker Kauder erklärte, es gäbe keine Notwendigkeit hierfür. Interessanterweise vermied er das Wort „homosexuell“. Denn in der Tat ist es laut dem Gesetzentwurf unerheblich, ob die Partner bei der Eheschließung homo- oder heterosexuell sind. Der Staat darf aufgrund des Datenschutzes gar nicht fragen, welche „sexuelle Identität“ die Beiden haben.

Die Grünen reagierten mit der gewohnten Aggressivität. Der grüne Volker Beck bezeichnete die CDU als „Diskriminator“. Und die SPD würde die „Diskriminierungspolitik“ des Koalitionspartners mit Nibelungentreue befolgen

Die Begründung des Abgeordneten Beck wirkt recht einfältig: „Alles andere als Gleichberechtigung ist Diskriminierung.“

Meint der grüne Politiker tatsächlich, die Bürger würden den Unterschied zwischen einer Ehe zwischen Mann und Frau oder einem Paar von gleichem Geschlecht nicht erkennen? Sieht er nicht, dass die Natur dieser beiden Beziehungen unterschiedlich ist und sie deshalb auch rechtlich unterschiedlich zu behandeln sind?

Will man die Aussagen der Grünen verstehen, so gibt es nur zwei mögliche Erklärungsansätze:

1. Den Grünen ist die Realität egal und sie quatschen das, was ihre Wähler hören wollen, unter anderen die sog. Homo-Community. In diesem Falle würden die Grünen billigste Klientelpolitik betreiben und könnten dann bedenkenlos als eine linkspopulistische Partei bezeichnet werden.

2. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Grünen zwischen einer Ehe von Mann und Frau einerseits und einer Homo-Partnerschaft andererseits tatsächlich keinen Unterschied sehen. Relevant ist lediglich, dass es zwei Menschen sind. Dann muss man sich aber fragen, wieso sie überhaupt für die Ehe in irgendeiner Form eintreten – und wenn ja, wieso nur zwischen zwei Personen und nicht zwischen vielen?

Wenn die Fortplanzug bei der Definition dessen, was eine Ehe ist, tatsächlich bedeutungslos sein sollte, dann wäre es konsequenter, die Abschaffung der Zivilehe zu fordern.

Doch die Grünen wollen dies aus ideologischen Gründen nicht. Sie wissen nämlich, dass die Ehe die Keimzelle einer bürgerlichen und vor allem einer christlichen Gesellschaft ist. Beides hassen sie. Für sie ist es deshalb besser, die Ehe zu entstellen und zu einer grotesken Karikatur ihrer selbst umzugestalten.

Die gesamte Politik der Grünen ist getrieben von dieser Ideologie und strebt die Auflösung der bürgerlichen Gesellschaft an. Um das zu erreichen, muss vorher die Zerstörung von Ehe und Familie vollbracht werden.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und publiziert regelmäßig hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


„Ehe für alle“-Initiative von Dirk Ludigs will „Druck auf die Politik“ erhöhen

Von Felizitas Küble

Eine aktuelle Pressemitteilung der schwul-lesbisch-„queeren“ Initiative „Ehe für alle“ wartet jetzt mit dem bombastischen Titel auf: „Größtes Bündnis der LSBTI-Geschichte in Deutschland gegründet: Initiative EheFürAlle erhöht den Druck auf die Politik“ 159481-3x2-teaser296

Nach der Irland-Abstimmung hätten sich, so heißt es weiter,  bislang 22 Gruppen, Vereine und Verbände in Deutschland zur Initiative „EheFürAlle“ zusammengeschlossen.“

Der Sprecher dieses Bündnisses, Dirk Ludigs, erklärt dazu: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit koordinierten Aktionen den gesellschaftlichen Druck auf den Bundestag und die Kanzlerin zu erhöhen, bis die Ehe endlich auch in Deutschland für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird.“

Man darf sich aber wundern, denn mit Dirk Ludigs steht jetzt ausgerechnet jener schwule Publizist und Aktivist an vorderster Front pro „Ehe für alle“, der sich bislang ganz anders positionierte:

Ludigs schrieb in den letzten Jahren mehrfach gegen eine Einführung der „Homo-Ehe“, weil ihm diese Vorstellung viel zu verbürgerlicht bzw. zu wenig „queer“ und „bunt“ etc. erschien.

Dirk Ludigs contra Ehe für Homosexuelle

So äußerte er sich z.B. in diesem Artikel vom 13.11.2013 auf der homosexuell orientierten Webseite „Siegessäule“ eindeutig ablehnend zum Thema gleichgeschlechtliche Ehe:

„Es wird sie schon alleine deshalb nicht geben, weil jeder der sie fordert, das Wesen der LGBTI*-Welt von Grund auf verkennt. Sie ist eben queer, bunt, verschieden und bis zum Platzen voll mit unterschiedlichsten Individuen.

Sie ist in sich schon eine fragile Koalition der Andersartigen, die weder durch eine Religion, noch politische Überzeugung und schon gar nicht durch einen gemeinsamen Lebensentwurf zusammengehalten wird. Sie ist polymorph, pervers und in ihr streiten queere Studierende um Genderfragen, outen sich lesbische Verlegerinnen als Ehegegnerinnen und streiten Transgender sich mit Transsexuellen um das Für und Wider von Anpassungs-OPs.“

Ähnlich argumentierte Ludigs im schwulen Portal „Du & Ich“, als er dort in einem Artikel u.a. den grünen Politiker Volker Beck kritisierte:

„Vielen vor allem linken und alternativen Bewegten war seine Fixierung auf die Homo-Ehe zutiefst suspekt, sein Bild des „normalen Schwulen“, das er so sehr abgab wie propagierte, drohte in deren Augen alternative Lebensentwürfe wie den des promisken Szeneschwulen erneut an den gesellschaftlichen Rand zu drängen, von dem aus man sich für sein Verhalten erneut zu rechtfertigen hätte.“ pressefotoberger11

David Berger übt Kritik an Äußerungen Ludigs

Der homosexuelle Philosoph und bekannte Publizist Dr. David Berger (siehe Foto) äußerte sich in einem Beitrag vom 15.4.2015 im Debattenmagazin „The European“ kritisch über problematische Äußerungen dieses umtriebigen Aktivisten:

„Ludigs war einst Chefredakteur der inzwischen eingegangenen Homo-Magazine „Du&Ich“ und „Front“ und ist heute als Kolumnenautor bei dem bereits erwähnten Magazin „Siegessäule“ tätig.

Der Autor forderte noch vor gut einem Jahr in einem schwulen Lifestylemagazin, die heutigen Schwulen mögen doch bitte wieder mehr Verständnis für Pädosexuelle aufbringen. Denn: „Die heute gängige Pawlow’sche Distanzierung der Grünen und der Schwulenbewegung“ von der gemeinsamen Vergangenheit mit den Pädosexuellen sei „unanständig“ und leiste „der Dämonisierung einer sexuellen Minderheit Vorschub“.

„Waldschlösschen“ gehört ebenfalls zur Aktionseinheit

Zudem erstaunt es, daß die neue Initiative „Ehe für alle“ ausgerechnet das sog. „Waldschlösschen“ in die Schar seiner Unterstützer aufgenommen hat.

Zu dieser  –  auch mit Steuergeldern finanzierten  –  Gruppierung  schrieb Dr. Berger in dem zuvor erwähnten Artikel:

„Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte im vergangenen November in einem großen Beitrag auf die „unklare Positionierung“ der schwulen Tagungsstätte im Hinblick auf Sympathien für Pädosexualität hingewiesen.

Daraufhin erfolgt vonseiten des Stiftungsrats der Volkshochschule, zu dem auch der Grünen-Politiker Jürgen Trittin gehört, – wohl auf dessen Betreiben – eine Stellungnahme, nach der die Strafbarkeit von sexuellen Handlungen mit Kindern für die Akademie „außer Frage stehe“.

Interessanterweise wurde die Stellungnahme offensichtlich, nachdem der Presserummel verstummt war, wieder aus dem Netz genommen. (…) Die einzige nennenswerte Aktion des BLSJ der letzten Jahre trägt bezeichnenderweise den Titel „Waldschlösschenappell“.

Felizitas Küble leitet beruflich den KOMM-MIT-Jugendverlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk eV in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.