Ägypten: Christlicher Familienvater nach 14-jähriger Zwangsarbeit verstorben

Am 15. August 1998 wurden zwei koptische Christen aus dem Dorf el-Kosheh in der oberägyptischen Provinz Sohag ermordet aufgefunden. 13120240758

Die Dorfbewohner nannten der Polizei einen muslimischen Verdächtigen  –  diese nahm jedoch den 38-jährigen koptischen Christen Shaiboub W. Arsal (siehe Foto) fest; sie zwangen zwei koptische Armeeoffiziere unter Folter, schriftlich zu bestätigen, daß sie gesehen hätten, wie Arsal die beiden Christen ermordete.

Unter massivem Druck der Islamisten verurteilte das Strafgericht von Sohag den unschuldigen Arsal am 5. Juni 2000 zu 15-jähriger Zwangsarbeit.

Sein Anwalt legte Berufung ein, das Gericht schob eine Entscheidung jedoch auf die lange Bank. Im Juli 2010 hätte Arsal aufgrund eines Dekrets des damaligen Präsidenten Hosni Mubarak freigelassen werden sollen, die Sicherheitsbehörden von Sohag hielten ihn jedoch weiterhin gefangen.

Am 26. September 2013 wurde Arsal wegen Hepatitis und einer schweren Entzündung ins Gefängnisspital gebracht, wo er zwei Tage später verstarb.

Arsal hinterläßt seine Frau, zwei Söhne und eine Tochter.

Quelle: Max-Peter Stüssi in CSI/Schweiz


Ägypten: Innenministerium will Demonstrationsrecht drastisch einschränken

Ägyptens Innenminister, Polizeigeneral Mohamed Ibrahim, will das Demonstrationsrecht der Ägypter drastisch einschränken. Teile des nach wie vor geheim gehaltenen Gesetzentwurfes sind ägyptischen Medien zugespielt und jetzt veröffentlicht worden. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sieht in diesen Plänen einen „herben Rückschlag für die junge Demokratie und ein Rückfall in die Zeiten der Militärdiktatur“.

Die IGFM kritisiert, dass es sich bei dem Gesetzentwurf um einen nur teilweise modifizierten Text der Muslimbrüder handelt, der zudem mit Bestimmungen zur Terrorismusbekämpfung vermengt sei. Die völlige Intransparenz des Gesetzgebungsverfahrens sei genauso wenig hinnehmbar wie die schwerwiegenden Eingriffe in das Recht auf Versammlungsfreiheit, so die IGFM weiter.

Die Formulierungen seien äußerst vage, ein „Recht“ auf Versammlungen soll es nicht geben, Sitzstreiks sollen grundsätzlich verboten werden.

„Das Menschenrecht auf Versammlungsfreiheit wäre massiv ausgehöhlt. Die Folgen für die Gewerkschaften Ägyptens und für die Demokratie- und Menschenrechtsbewegung könnten katastrophal sein“, warnt die IGFM. Legale Demonstrationen und Proteste wären zwar nicht unmöglich, aber Verstöße könnten mit hohen Geldbußen und Gefängnisstrafen ohne Obergrenze geahndet werden.

Entworfen hatte die Gesetzesvorlage ursprünglich das Justizministerium. Die IGFM weist darauf hin, dass das Personal des Justiz- und des Innenministerium praktisch unverändert dasselbe ist wie zu Zeiten der Diktatur von General Mubarak. Der mit Abstand wichtigste Machtfaktor sei auch jetzt wieder das Militär. Ein Parlament existiert in Ägypten zurzeit nicht.

Die bisherige Verfassung der Muslimbrüder ist außer Kraft gesetzt, an der neuen Verfassung wird aber noch gearbeitet.

 

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:
http://www.igfm.de/laender/aegypten/

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland


Ägypten: Unter Präsident Mubarak gab es mehr Pressefreiheit als heute unter Mursi

Übergriffe auf ägyptischen Journalisten und Knebelung der Presse

„Der ägyptische Präsident Mohamed Mursi stranguliert planmäßig die neu gewonnene Pressefreiheit und geht inzwischen rigoroser gegen kritische Journalisten vor als sein Vorgänger, der gestürzte Diktator General Mubarak“.   –  Das kritisiert die Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) anläßlich des am kommenden Mittwoch beginnenden Staatsbesuch Mursis in Deutschland. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Die Bedrohung von Journalisten und die Gleichschaltung der staatlichen Medien dürfen gerade jetzt nicht aus dem Blick geraten.

Mursi verstehe es nach Einschätzung der IGFM virtuos, sich den Erwartungen seiner Gesprächspartner anzupassen und stillschweigend das Gegenteil seiner Ankündigungen zu tun. Die landesweiten Demonstrationen in Ägypten seien auch eine Folge dieser Strategie.

Mursi habe seit seinem Amtsantritt beständig Freiheit, Reformen und Modernisierung versprochen, tatsächlich aber den Staat mehr und mehr seiner Person und den Muslimbrüdern unterworfen. Die Frustration darüber, sei eine wichtig Triebfeder für die seit Tagen anhaltenden enormen Proteste.

Journalisten: bedroht, verklagt, entlassen oder konform

Wie die IGFM berichtet, hat Präsident Mursi bereits kurz nach seiner Amtsübernahme damit begonnen, Schlüsselposition in ägyptischen Medien mit Vertretern der Muslimbruderschaft zu besetzten und kritische Journalisten aus den staatlichen Medien zu verdrängen, mit Entlassungsdrohungen gefügig zu machen und schließlich auch „brachial“ einzuschüchtern.

Unter Berufung auf ägyptische Menschenrechtler wies die IGFM darauf hin, daß in der Amtszeit Mursis mehr Journalisten wegen „Beleidigung“ des Präsidenten verklagt wurden als unter allen ägyptischen Herrschern seit 1892 zusammen.

Einer von ihnen, der Kolumnist Gamal Fahmy der unabhängigen Tageszeitung „Al-Tahrir“ ließ sich durch die  –  inzwischen von der Muslimbruderschaft dominierte Staatsanwaltschaft  –  nicht zum Schweigen bringen. Er wurde vor dem Präsidentenpalast erschossen, als er am 4. Dezember 2012 über die dortigen Proteste berichten wollte.

Islamische „Tugendwächter“ bedrohen kritische Journalisten

Auch von nichtstaatlicher Seite droht kritischen Journalisten und Internet-Bloggern körperliche Gewalt und sogar der Tod.

Nach Einschätzung der IGFM hat sich die radikal-islamische “Vereinigung zur Erhaltung der Tugend und Bekämpfung des Lasters” in Ägypten zu einer schwerwiegenden Bedrohung der Pressefreiheit ausgewachsen.

Die islamistische Gruppe sei zwar keine Gründung der Muslimbruderschaft. Der Regierung scheine ihr Treiben aber nützlich zu sein. Nur in einem einzigen spektakulären Mordfall auf offener Straße, der ägyptenweit für Aufsehen sorgte, hätten die Behörden bisher Ermittlungen aufgenommen, so die IGFM.

Morgen: Pressekonferenz
Düsseldorf am 29. Januar: „Ägypten auf dem Weg zur autoritären islamischen Republik – Forderungen an die Politik“:
http://www.igfm.de/IGFM-Pressekonferenz-AEgypten-auf-dem-Weg-zur-autoritaeren-isla.3457.0.html

Weitere Ins zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:
http://www.igfm.de/Menschenrechte-in-AEgypten.575.0.html

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
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„Ichwanisierung“ in Ägypten: Staatlich-islamischer Druck auf Juden und Bürgerrechtler verschärft

Derzeit geht das neue islamistische Regime nicht allein gegen christliche Kopten vor, sondern auch gegen die letzten Juden Ägyptens. Ihnen wurde verboten, in ihren zwei übrig gebliebenen Synagogen am 16. September das jüdische Neujahrfest Rosch Haschanah zu feiern.

Bisher hatten nicht einmal deklarierte Judenfeinde wie Präsident Nasser deren religiöses Leben beeinträchtigt, selbst während der Kriege Ägyptens mit Israel nicht.

Auch der ägyptische Menschenrechts-Rat wird jetzt mit einem Muslim-Bruder als neuem Vorsitzenden an die kurze Leine von Präsident Muhammad Mursi genommen.

Damit nicht genug: Mursi wechselte Mitte der Woche zehn Gouverneure aus. Diese sind in ihren Provinzen ähnlich mächtig wie der Präsident über ganz Ägypten. Drei der neuen Statthalter kommen aus dem Obersten Führungsrat der Muslim-Bruderschaft.

Neu ernannt wurden nicht nur die Gouverneure von Kairo und Alexandria, sondern auch im noch knapp mehrheitlich christlichen Oberägypten.

Der ägyptische Volksmund hat für diese Entwicklung schon ein Schlagwort geprägt: „Ichwanisierung“ vom arabischen „Ichwan“ für die Muslim-Brüder. Diese Durchdringung des gesamten öffentlichen Lebens mit der Ideologie des politischen Islam wird dadurch erleichtert, daß nach dem Sturz von Präsident Mubarak dessen struktureller Machtapparat in Kairo intakt geblieben ist, so daß man ihn  nun für islamistische Zwecke nutzen kann.

Quelle: www.jesus.ch


Ägypten: Kein Christ im neuen Kabinett der Regierung Mursi vertreten

Alle wichtigen Ministerposten gingen an die Muslimbruderschaft

Kaum hat Präsident Muhammad Mursi seine neue Regierung vorgestellt, hagelt es Kritik von allen Seiten: Sowohl aus dem demokratischen Lager wie seitens der Revolutionsjugend des „Arabischen Frühling“ von 2011, zudem von den ägyptischen Christen wie jenen gemäßigten Muslimen, die sich nicht durch die  „Muslim-Bruderschaft“ vertreten fühlen.

Richtig empört zeigen sich emanzipierte Ägypterinnen  –  sie sind in der neuen Regierung nur am Rande durch eine machtlose Versicherungsministerin und eine politisch noch bedeutungslosere Forschungsministerin vertreten.

Nur die ägyptischen Streitkräfte können mehr als zufrieden sein, haben doch der bisherige oberste militärische Machthaber Marschall Hussein Tantauwi sowie drei seiner Generäle die Schlüsselpositionen des Verteidigungs-, Innen-,  Lokalverwaltungs- und Rüstungsministers erhalten.

Das verrät eine Verteilung der Macht im nachrevolutionären Ägypten zwischen der Armee und den straff organisierten politischen Islamisten von der Muslim-Bruderschaft.

Eine Gewaltenteilung, wie sie schon bald 30 Jahre im Sudan und seit letztem Jahr auch in Tunesien herrscht, durch die aber in Ägypten alle, die sich vom Sturz des Langzeitdiktators Mubarak Freiheit und Fortschritt erhofft hatten, jetzt endgültig enttäuscht sind.

Die koptischen Christen beklagen darüber hinaus, daß sie bei dieser Regierungsbildung übergangen wurden. Nicht immer hatte es in Kairo Kopten in führenden Regierungsämtern wie den späteren UNO-Generalsekretär Butros Ghali gegeben. Aber ein bis zwei Ministerposten wurden den Christen anvertraut, wenn auch nur im Post- oder Tourismusressort.

Präsident Mursi hat diesbezüglich bei der Amtseinführung seiner Regierung unterstrichen, daß sie nicht Interessengruppen und Religionsgemeinschaften repräsentiere, sondern ein „Kabinett der Fähigsten“ darstelle.

Was ihn aber nicht hinderte, alle wichtigen Ministerposten  –  neben den Militärs  –  seinen Muslim-Brüdern zuzuschanzen: Diese kontrollieren fortan Ägyptens Universitäten mit ihren Studierenden, die Arbeitsbeschaffung, den sozialen Wohnbau sowie das gesamte Informations- und Medienwesen.

Ein Beispiel für die jetzt geltende Sprachregelung hat Informationminister Abdel Maksud auch sofort geliefert: In einer Stellungnahme zu den jüngsten Zusammenstössen zwischen militanten Muslimen und christlichen Kopten in Dahschur bestritt er jede „Vertreibung“ von Christen: diese hätten „aus Ängstlichkeit freiwillig“ das Weite gesucht…

Autor: Heinz Gstrein

Quelle: evangelische Nachrichtenseite http://www.jesus.ch
 


Muslimbruderschaft damals und heute: „Der Dschihad ist unser Weg…“

Das Parteilogo der Muslimbrüder ist der Koran mit zwei darunterliegenden Schwertern  – das alles auf grünem Hintergrund, der Farbe des islamischen Glaubens.

Die Satzung der Muslimbruderschaft ist ebenfalls rein islamisch geprägt und seit 1928 unverändert, sie lautet:

Allah ist unser Ziel  –  der Koran ist unsere Verfassung   –  der Prophet ist unser Führer  –  der Dschihad ist unser Weg und der Tod für Allah unser größtes Verlangen“.

Die Botschaft ist offensichtlich. Wer in Deutschland oder sonstwo in Europa eine Partei mit ähnlich brisanten Zielen gründen  –  oder besser gesagt: den Versuch unternehmen würde  – wäre schnell aus dem Verkehr gezogen.

Anders ist es aber in Anbetracht der Folgen des „Arabischen Frühlings“ in Ägypten.

Gemeinsam mit den noch radikaleren Salafisten haben die Muslimbrüder bei den ersten Wahlen 2011 überragende Erfolge erzielt.

Ermöglicht wurde das alles nach politischem Druck aus dem Westen, der dabei geholfen hat, Präsident Mubarak zu stürzen, der im Vergleich zu den jetzigen tonangebenden Kräften weitaus gemäßigter war.

Grundwerte wie Freiheit, Rechtsstaat, Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, Gleichberechtigung der Frauen, Religionsfreiheit etc. stehen nicht im Parteiprogramm der Muslimbrüder und werden lediglich gebetsmühlenartig heruntergeleiert, wenn sich westliche Medienvertreter in der Nähe aufhalten.

Quelle: Webseite „Kopten ohne Grenzen“ (koptisch.wordpress.com)


Erzbischof Bader befürchtet wachsende Radikalität im Islam

Syrien: Folgt nach einem Sturz Assads eine islamische Diktatur?

Der algerische Erzbischof Ghaleb Bader fürchtet einen wachsende radikale Strömungen in der islamischen Welt. Dieser stehe dem Christentum in muslimischen Ländern oft schroff feindselig gegenüber und beunruhige die Christen vor Ort, sagte der Erzbischof bei einer Veranstaltung des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ in Köln.

Er gab zu bedenken, daß etwa in Ägypten in den vergangenen zehn Monaten während des „arabischen Frühlings“ mehr Christen ermordet worden seien als in dreißig Jahren unter dem Regime von Präsident Mubarak.

Der libanesisch-maronitische Bischof Samir Mazloum erklärte,  daß sich die Christen im Nahen Osten und insbesondere in seinem Nachbarland Syrien unsicher fühlten. Auch andere religiöse und gesellschaftliche Minderheiten fürchteten „das, was das bisherige Regime unter Assad ersetzen könnte“, so der emeritierte Kurienbischof.

Immerhin wurde es auch in Ägypten für die Christen schlimmer statt besser.

Im Falle eines Sturzes von Präsident Bashar al-Assad sei nicht klar, ob die Rechte der Bürger bestärkt oder islamistische Strömungen die Freiheit unter einer neuen Diktatur beschneiden würden.

Quelle: Radio Vatikan